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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Don Cheadle

The First Avenger: Civil War (3D)

Avengers: Age of Ultron (3D) hat mir den Spaß an der Avengers-Reihe ja gehörig verhagelt. Das 3D war so gar nicht 3D, die Story irgendwie gelangweilt, der Film eine reine Zumutung.
Mit Ant-Man (3D) hat man dann seitens der Macher das Entschuldigungstablett serviert und quasi wieder richtig netten Stoff abgeliefert und auch das 3D konnte sich sehen lassen.
The First Avenger: Civil War (3D) reiht sich nun in das Universum der Avengers ein und führt die Geschichte weiter, die in bisher unerreichten 12 Teilen einer Comicverfilmung erzählt wurde. Dieser bildet den Auftakt der dritten Phase im Marvel-Filmuniversum, in der noch neun weitere Filme folgen sollen. [Quelle: Wikipedia]
Damit verkündet man quasi nicht nur den absolut devoten Wirtschaftskniefall, sondern offenbart ebenfalls, dass das Treiben noch lange kein Ende findet.
Grund genug für Leute wie mich, mit großen Zweifeln in einen Film zu gehen, der in solch große Fußstapfen treten und eine legendäre Erzählchronologie weiterführen möchte, die eben nicht aus der Feder eines Hinterzimmer-Autors stammt, sondern würdige Vorfahren hat und damit auch vom Zuschauer an die Hersteller gerichtete Ansprüche erfüllen muss.
Civil War vermag, all diese Ansprüche zu erfüllen und tischt hier das Ergebnis einer Saga auf, die zwar durchaus durchzogen von einigen Längen ist und sich eben nicht in Notizform abfertigen lässt, jedoch auch überraschend viel Tiefgang mitbringt und somit den Kinozuschauer nicht nur aus technischer Sicht heraus zunehmend verblüfft.
Die Tiefen der gesellschaftspsychologischen Verhaltensstruktur gegenüber Dingen, die als unkontrollierbar gelten gepaart mit Actionszenen, die einfach tierisch Spaß machen und den aufkeimenden Neuerungen, die man hier in das Filmuniversum integriert, machen einfach nur Lust auf mehr. War ich früher noch dazu geneigt, mich der ganzen Sache langsam abzuwenden, hat der letzte Teil es jetzt endgültig geschafft, dass auch ich knie und um mehr bettle.
Auch damit huldigt man wieder den Enttäuschten früherer Verfilmungs-Reboots und verspricht Reue und Wiedergutmachung auf cineastischer Basis. Und genau darauf hab ich so tierisch Lust, nachdem ich diese Vorstellung gesehen habe, die es einem wirklich ernsthaft schwer macht, auf das finale Endergebnis der Versprechungen zu warten, die überall im Film aufkreuzen und für jede Menge Stimmung sorgen.
Ich hatte meinen Spaß, der Friede zwischen mir und dem Avengers-Ökosystem ist wiederhergestellt und ich darf jedem von euch nur raten:
 

.kinoticket-Empfehlung: Greift zu, nutzt die Chance und schaut euch dieses sagenhafte 3D-Phänomen auf der großen Leinwand an.
Die Bilder sind fantastisch, die Story weiß mitzunehmen und allein für den 3D-Kick lohnt sich der Weg ins große Wohnzimmer.
Obendrauf gibt’s dann gleich noch unerwartet viel Tiefgang und inhaltliche Sinnhaftigkeit und das gepaart mit den schon genannten Fakten ergibt wunderbare Kinounterhaltung, die gerne mehr werden darf.
Reingehen!

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Es geht nämlich weiter. Dann kommt der Abspann und dann geht es nochmal weiter. Und das, was man dort sieht, toppt alles aus dem Film gleich drei mal. Ich – will – mehr! 😉

Avengers – Age of Ultron (3D)

Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Warum erst jetzt rezensieren?

Ganz einfach: Es rennt ja doch jeder rein, ohne vorher darüber nachzudenken. Etwas, das bei Marvel Filmen zu funktionieren scheint: Das Marketing. Avengers ist überall so heiß und hoch gelobt, dass man einfach reingehen muss, egal, was einen erwartet.

Und genau da entpuppt sich eines der größten Probleme, die ich mit diesem Film habe: Immense Erwartungen, die prinzipiell nur enttäuscht werden können. Würde man sagen: “Okay, ist halt einfach ein etwas teureres Machwerk, schau mal rein” wäre man vielleicht viel begeisterter als in dem Fall, wenn Presse, Medien, Rezensenten und Marvel-Fans ihre heißgeliebten Animationen in den Himmel loben und Leute wie mich damit ansprechen wollen. Die werden nämlich irgendwo vom Film enttäuscht, wenn auch auf höherem Niveau.

Aber fangen wir mal von unten an: Dem 3D. Leute – wenn ich 14.50 € für ein (1!!) .kinoticket berappen muss, dann möchte ich etwas geboten kriegen. Überlänge, 3D-Zuschuss und was der Otto-Normalbürger sonst noch löhnen muss, das diesen Eintrittspreis derart in die Höhe schießen lässt, ist schon eine Frechheit, wenn im ganzen Film dann sagenhafte 3 Sekunden tatsächlich 3D-Effekte zum Tragen kommen – und das in einem Streifen, der vorwiegend aus CGI-Effekten besteht und daher prädestiniert für derartigen Optik-Schwachsinn wäre. Und was kommt? Das enttäuschende Gefühl, dass man die 3D-Brille auch ruhig vergessen hätte können, verändert hätte dies nichts.

Da waren Transformers – Ära des Untergangs oder sogar Kinderfilme wie Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest 3Dmäßig bei weitem überlegen. Und das sollte einem Werk, dass Milliarden an Produktionskosten verschlingt und – Backgroundinfo – kleine Kinos in den Ruin treibt, weil man viel zu viel vom großen Kuchen seitens der Studios wieder einfordert, zusätzlich zu denken geben.

Aber der Plan geht auf: Die Großen gewinnen, die Kleinen zahlen und die Kinder rennen scharenweise rein. Ich war ehrlich gesagt froh darüber, diesen Film innerhalb meiner Kino-Jahresflatrate schauen zu können, denn ich hätte mich darüber geärgert, so viel Geld dafür rausgehauen zu haben um etwas derart “mittelmäßiges” auf dieser Schiene geboten zu kriegen.

Man nehme vielleicht wieder die Erwartungen als Sündenbock daher, die mir dieses Filmerlebnis derart vermiest haben. Oder die Tatsache, dass dieses Ding mit einer FSK 12-Freigabe gesegnet ist, die actionmäßig nicht mehr zulässt, als klinisch sauberen Metall-Plastik-Sex zwischen überdimensionalen Spielzeugfiguren. Auch da gebe ich der Transformers-Saga wieder gebührend den Vorrang. Hier kriegt man wenigstens Haudrauf-Action erster Güte, gute Animationen und: brillantes 3D. Die Story mag bei Avengers etwas gehobener daherkommen, auch wenn das “Problem” eher kindischer Natur ist und von Größe im Drehbuch hier keine Rede sein kann.

Wer weiß, vielleicht will man ja auch wirklich nur die 12-14jährigen beeindrucken – und das wiederum schafft man mit den gebotenen Action-Ideen dann durchaus. Die gesamte Laufzeit über wirkte das Werk auf mich wie eine eingeschworene Truppe, der nichts mehr einfällt, das sie noch zu erledigen hat und die deshalb irgendwo irgendwas unternimmt, um wieder etwas mehr Spannung ins Leben zu kriegen. Der Saft ist raus und daher beeindruckt man mal mit viel zu viel Mainstream, damit auch ja keiner der abzumelkenden Kühe grummelig rummault, denn man möchte ja möglichst viel Kohle scheffeln und da darf Story oder anderes Anstößiges ruhig drunter leiden.

Klassischer Verfall von Kunst zugunsten eines Systems, das keine Individuen mehr zulässt und nur noch den Einheitsbrei bedient. Schade eigentlich. Hätte man mit der Kohle und dieser Bekanntheit nicht wesentlich mehr machen können? Anspruch? Mehr inhaltliche Ausgereifheit und tiefergehende Profile, die die einzelnen Superhelden darstellen?

Nunja, gesehen hat ihn eh schon jeder und ich glaube auch kaum, dass ich mit meinen kritikreichen Worten hier jemanden davon abbringe.

.kinoticket-Empfehlung: Klinisch-steriles Plastik-Mainstreamkino, das auf sehr hohem Niveau versagt.

Einzelne Szenen sind zwar ganz nett anzuschauen, reißen aber nicht unbedingt vom Hocker oder bohren tief im Schädel mit frischen Ideen und anderen geistigen Reichtümern.

Avengers ist das aktuellste Paradebeispiel, wie man es richtig macht, wenn man Unmengen an Kohle scheffeln möchte und dabei über Kunstleichen geht.

Nachspann
✅ ist optisch aufbereitet und cliffhangert am Schluss natürlich – wie sollte es anders sein…

Kinostart: 23. April 2015

Original Title: The Avengers: Age of Ultron
Length: 141 Min.
Rate: FSK 12

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