Kaviar - Filmplakat
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Kaviar – ein Wort, das nicht in jedermanns Alltagsgebrauch heimisch ist und mit dem sich so mancher erst einmal anfreunden muss … Zugegeben: Etwas klischeehaft hat sich dieser Begriff schon in meiner Kindheit sehr in das russische Weltbild integriert gehabt und somit in eine Kultur, die geografisch – aber auch gefühlt – sehr weit weg von mir ist.

Dementsprechend hatte ich zu Beginn erst einmal ein wenig Schwierigkeiten, in die Story rein zu kommen, aber spätestens, wenn man merkt, dass die Ösis mit von der Partie sind, ist der Drops eigentlich schon längst gelutscht und man weiß: Hier steht Culture Clash und damit jede Menge gute Laune auf dem Programm. Genau das zieht der Film dann auch gnadenlos an und konsequent durch.

Dabei werden nicht nur verschiedene Kulturen aufs Korn genommen, sondern die Satire pirscht sich so dermaßen verquirlt durch den Plot, dass man in groben Ansätzen schon fast tiefgründigere Systemkritik erkennen kann, die weite Kreise zieht und selbst vor Geschlechter-Diversität keinen Halt macht.

Und wer österreichischen Humor kennt, weiß, dass nicht mit sanften Granaten geschossen wird, sondern teils harter Tobak aufs Tablett geschmissen, bei dem die Lachmuskeln ordentlich durchgeschüttelt werden.

Demzufolge beseelt der Streifen die Kinosäle mit einem frischen komödiantischen Wind, der das trübe Bürokratendeutsch zumindest stundenweise aus den Gesichtern weht und auch den müßigsten Miesepeter für genüssliche Minuten mit Spaß und Klamauk versorgt.

.kinoticket-Empfehlung: Culture Clash auf derbe, österreichische Art: Mit viel Gagdichte, Ulkigkeit und hohem Tempo durchkreuzt der Film mit seiner satirischen Forschheit den trüben Alltag und erhellt auch die griesgrämigsten Gesichter.

Nachspann: Braucht nicht ausgesessen werden, es folgen keine weiteren Szenen oder Bilder.

Kinostart: 04. Juli 2019

Original Title: Kaviar
Length: 100 Min.
Rated: FSK 12