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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Drogenboss

Master Z: The IP Man Legacy

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Ein spannendes Phänomen ist: Bei uns westlichen Kulturen besteht förmlich eine “Blindheit”, wenn wir in asiatische Gefilde blicken – für viele von uns “sehen die alle gleich aus”. Trotz massiver Unterschiede.

Das gleiche ist von asiatischer Seite her mit uns Westlern genauso: Wir sehen für sie allesamt “gleich aus”. Trotz massiver Unterschiede.

Gewissermaßen geht es mir mit asiatischen Filmen genauso: Die sind alle irgendwo gleich. Trotz massiver Unterschiede.

The IP MAN zählt zu den chinesischen Martial Arts-Wunderwerken, die es in diesem Genre weit gebracht haben und sogar hierzulande bekannt sind.

Eben jene Filme bekommen nun Nachwuchs: Man könnte fast sagen das Creed des Rocky Balboa taucht von chinesischer Seite her auf und schließt Kreise.

Aus dem Grund braucht man auch nicht viel über den Plot sagen: Ich weiß nicht, ob wir je dazu in der Lage sind, hier vernünftig einzusteigen und den diversen Sinn dahinter zu begreifen, oder ob das tatsächlich alles “nur ein Mix” aus asiatischer Weisheit und Lebensweise ist und zur puren Unterhaltung dient.

Fakt: Die Martial Arts Moves sind berauschend geil. Das, wozu die Protagonisten körperlich fähig sind – ob mit oder ohne Tricks – ist immer wieder atemberaubend und definitiv wert, dass man sich Master Z: The IP Man Legacy im Kino besieht: Die wunderschöne Choreographie körperlicher Kampfkunst in Vollendung auf der Leinwand zu erleben ist selbst für mich, der diesem Genre sonst eigentlich nicht viel abgewinnen kann, ein kultureller Genuss und optischer Augenschmaus.

Und auch an Schauspielern fährt man einige bekannte Gesichter auf. Manch einer wird Drax von den Guardians of the Galaxy sicherlich direkt wiedererkennen: Auch hier wieder: Schauspielerisch eine Topleistung, wenn man bedenkt, zu was dieser Mann fähig ist und was er im Film verkörpert.

Also hadert nicht lang mit euch rum, bewaffnet euch mit Süßkram und Flüssigkeit – und dann genießt einfach die Show.

.kinoticket-Empfehlung: Die Kampf-Choreos sind der helle Wahnsinn, der Plot darum halbwüchsig und dennoch ist es das Spin Off des weltweit erfolgreichsten Martial Arts-Franchise der letzten Jahrzehnte.

Genießt die Show!

Nachspann
✅ Lohnt sich wieder mal, also rennt nicht gleich raus 🙂

Kinostart: 09. Mai 2019

Original Title: Cheung Tin-Chi
Length: 107 Min.
Rated: FSK 16

Escobar – Paradise Lost

Über das Leben des kolumbianischen Drogenbosses gibt es ja mittlerweile schon genügend Presseberichte und Filme. Seine Brutalität ist weltbekannt und nicht umsonst gilt er als einer der brutalsten Menschen überhaupt.
Escobar – Paradise Lost mutet dadurch fast wie ein moderner Pate-Film an, dessen Besetzung eben nicht mehr mit historischen Gesichtern auftrumpft, sondern mit Jünglingen punktet, die man als Peeta Mellark aus Filmen wie Die Tribute von Panem kennt.
Faszinierend zu sehen, dass Josh Hutcherson nicht nur süß aus der Wäsche schauen und perfekt gestylt durch die klinisch reinen Kulissen eines korrupten Systems laufen, sondern so derb überzeugend einen Part innerhalb eines solchen Systems spielen kann, dass einem einfach nur die Spucke wegbleibt.
Die filigrane Charakterzeichnung zeigt nicht nur bei ihm deutliche Nuancen zwischen Gut und Böse und beweist einmal mehr, dass die klassische Rollenverteilung bekannt aus alter Schule heute nicht mehr greift. Was hier abgeliefert wird, grenzt an Genialität, denn nirgends habe ich bisher so wunderbar verworren die Züge von Sympathie und absoluter Grausamkeit zusammen vermischt innerhalb einer Person vorgefunden – wenn man von Der Pate mal absieht.
Hier will man mit Szenen schocken. Dem robinhoodesken Helfersyndrom von Escobar – hervorragend gespielt von Benicio Del Toro – erlegen, findet man sich sympathisierend mit diesem Drogenboss wieder, der zeitgleich durch absolut unmenschliche Härte immer wieder mit Dingen schockt, die einem zeitweise das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Kaum auszuhalten, wie verkrampft man teilweise im Kinosessel sitzt und der Dinge harrt, die da kommen mögen. Spannung pur, denn auch mit trickreichen Wendungen hat man hier nicht gespart.
Wenn die Macher erreichen wollten, dass man im Hirn so richtig gefickt wird und einfach nur fassungslos wieder aus dem Kinosaal spaziert, dann haben sie hier voll ins Schwarze getroffen. Anspruchsvolles Kino, dessen schauspielerische Leistungen zusätzliche Erwähnung finden sollten, denn die darf man ganz weit oben ansiedeln. Endlich mal eine Liebesgeschichte, die keine sein möchte und die dadurch auch funktioniert.
Am Schluss hat man viel Stoff zum Nachdenken und einen Film mehr gesehen, der zu Recht das Prädikat: Wertvoll verliehen kriegen sollte. Arthaus lässt grüßen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Anschauen. So wie schon Shank eine Epochenerneuerung darstellte, so anspruchsvoll und erhaben wird hier Der Pate in die neue Zeit transferiert und super spannend auf die Leinwand gebracht.
Wendungen, Story, und schauspielerisches Können bewegen sich auf ganz hohem Niveau und beeindrucken mit einer Größe, die seinesgleichen sucht.
Definitive Schau-Empfehlung. Rein da!

 
Nachspann
Lohnt sich nur dann, wenn man auf die Musik nicht verzichten möchte. Visuelle Eindrücke bleiben hier aus.

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