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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Die Frau des Nobelpreisträgers

Die Frau des Nobelpreisträgers

© 2018 SquareOne Entertainment GmbH

Glenn Close, die Dame, die uns als altehrwürdige Koryphäe aus Mord im Orient Express im Kopf geblieben ist und die für mich immer so ein wenig den Charakter von M aus James Bond verkörpert: Eine Schauspiel-Legende, die auch in diesem Film wieder aus dem Vollen schöpft und eine Darbietung abliefert, die seinesgleichen sucht.

Ich weiß, ich sollte nicht davon ausgehen, dass die Masse von Welt The Man Who Killed Don Quixote gesehen hat und darum Jonathan Pryce genauer kennt, der übrigens tatsächlich in einem Bond mitgewirkt hat – nämlich in Der Morgen stirbt nie.

Beide gemeinsam führen ein Regiment eines Statements an, das ich mit Preisen überhäuft sehen möchte: Die Darbietungen aller (ja, aller!) Darsteller ist hochrangig und bis ins letzte Detail perfekt gecastet. Und was dieses Mal in meinen Augen super geil geklappt hat, war die Transportation vom Buch auf die Leinwand: Man hat beim Plot genügend Zeit und Muße gehabt, um erst das Werk zu veröffentlichen und anschließend nicht mehr viel verdrehen müssen, um daraus eine gängige Geschichte zu erschaffen, die auch auf der Leinwand funktioniert: Die Thematik ist so ausgeklügelt und wohl gewählt und macht bis ins kleinste Detail einfach nur eine Menge Spaß.

Kürzlich schrieb ich über Themen, die die Welt heute immer noch bewegen und berühren und dringend notwendig diskutiert werden müssen – dieser Titel reiht sich da ins Beispiel aller Positivitäten ein und erzählt einmal mehr eine Story, aus der Ehre, Tiefe, Eloquenz und Würde nur so raus trieft und die in meinen Augen einfach nur sehenswert ist.

Glaubt mir – und das ist wirklich absolut selten inzwischen: Nur wegen der Schauspielerei lohnt sich der Film, da wäre das Thema und Genre fast völlig egal – aber auch das ist wahnsinnig toll und beides gemeinsam sieht schwer nach einem perfekten Kinoabend aus, sofern ihr euch für The Wife entscheidet.

.kinoticket-Empfehlung: Es ist lange her, dass tatsächlich die Schauspieler und Schauspielerinnen den Inhalt einer Story ausgemacht haben und es an ihnen lag, ob eine Erzählung lebt oder nicht … und genau das ist hier der Fall: Ein Volltreffer ins Schwarze!

Jede Figur wurde perfekt ausgewählt, die Story ist schweinegeil und das Schauspiel und die Dialoge leben von einer ehrwürdigen Aufrichtigkeit, die selten so schwer dazu beigetragen hat, dass ein Kinoabend tatsächlich perfekt werden kann. Lasst euch dieses Gourmet-Stück nicht entgehen!

Nachspann
❌ muss man nicht ausharren, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 03. Januar 2019

Original Title: The Wife
Length: 100 Min.
Rate: FSK

Verliebt in meine Frau

Verliebt in meine Frau

© 2018 Weltkino Filmverleih

 
Theaterverfilmung again: Gab es eigentlich schon einmal einen Versuch, solche Stücke ins Kino zu bringen, die gescheitert sind?
Verliebt in meine Frau brilliert erneut durch eine Form von Intelligenz, die man in solchen Filmen eigentlich kaum erwartet: Immerhin werden hier alle Klischees im Plot-Overview zusammengefasst, die jedem Filmliebhaber eigentlich die Fußnägel hochrollen lassen sollten, es aber im Streifen selbst sonderbarerweise überhaupt nicht tun. Ganz im Gegenteil: Der ist vollgepackt mit einer liebenswürdigen Erträglichkeit, die positiv zum Himmel schreit und sich von allem anderen abhebt, das einem im Zuge dessen noch so einfallen könnte.
Liebe? Kein Problem, man ist mehr mit Lachen beschäftigt als alles andere.
Geschlechterverschiedenheit? Kein Ding – die gegenseitigen Einblicke in die jeweils andere Sichtweise macht irre Spaß und eröffnet Welten, zu denen man als Mann/Frau sonst keinen Zutritt hat.
Romantik? Kein Ding – die Genialität, in der man die ausufernde Schmalzigkeit verpackt, überdeckt jedes schlechte Gefühl und hinterlässt einen Raum, in dem man seinen Geist entfalten und den Gefühlen freien Lauf lassen kann: Es macht einfach nur Freude und ist so vollkommen anders, ohne dass man es in Worte fassen könnte. Jeder, der aus der Pressevorführung wieder rausspaziert ist, empfand diesen Film als einen super gelungenen Film, der endlich mal wieder zum Lachen einlädt, ohne dabei auf “bekanntes” zurückzugreifen.
Und wer den Film sieht, weiß an dieser Stelle, wie viel Ironie dieser Satz in sich trägt (ohne dabei negativ zu werden).
 

.kinoticket-Empfehlung: Glaubt mir, wenn ich euch sage, dass kein einziger sich den Klappentext dazu durchlesen darf und ihr den Film einfach sehen MÜSST: Es ist unglaublich, wie etwas so Abgekautes so viel Freude im Kino machen kann ohne auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen.
Die Darsteller liefern hier eine intelligente, durchdachte und konsequent kurzweilige Unterhaltungsshow ab, die im Prinzip alle Klischees hernimmt, die man so kennt und das “Klischee” daraus entfernt und nur das auf der Leinwand lässt, was dann noch übrig bleibt: Der pure Genuss!
Tut euch den Film an, sonst verpasst ihr 1,5 wundervolle Stunden eures Lebens, die vollständig mit Glück angefüllt sind! Vertraut mir!

 
Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, es folgt nichts weiter.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Amoureux de ma femme
Length: 85 Min.
Rate: FSK 0

Wir sind Champions

Spanien ist eher für abstrusen Horror und komische Abschlachtungsfilme bekannt, zumindest schwappt aus Spanien öfters mal solch “kranker Scheiß” rüber. Mir ist natürlich klar, dass dieses Land viel mehr zu bieten hat, als es den Anschein hat und ich bin der Sache noch nicht auf den Grund gegangen, warum aus verschiedenen Ländern immer nur die gleiche Sorte Film zu uns rüber kommt. Arbeite dran.
Fakt ist: Mit Wir sind Champions erhalten wir eine wunderbare, ironisch-komische und zeitgleich herzergreifende Komödie, die ein klein wenig an Der Vollposten erinnert und nicht umsonst “Spaniens Nr. 1” genannt wird. Tatsächlich finden wir hier nicht die sonst üblichen Plot-Muster, sondern kratzen vielfach an diversen Stellen, in der im “echten Leben” viele wohl scheitern würden. Damit bewegt sich der Film in Richtung “Bildungsauftrag” und liefert das, was vielerorts in den Öffentlich-Rechtlichen, die diesen Bildungsauftrag eigentlich feiern und erfüllen sollten, fehlt.
Kino wins.
Wir sind Champions liefert auf völlig unberührbare Art und Weise ein fantastisches Beispiel für gelebte Menschlichkeit mit allen Tücken und Macken. Die Darsteller erzeugen gemeinsam ein unglaubliches Gefühl und man pocht mal nicht so auf die rührselige Klischeemaschine drauf und sammelt auf, was dabei runterfällt, sondern provoziert mit einem für mich genialen Ende, das zeigt, was “wir” bislang wohl alle falsch gemacht haben. Möge auch hierzulande dieser Streifen seinen Siegeszug weiter feiern und wer weiß, vielleicht ändert sich am Ende ja doch noch hier und da jemand in seinen täglichen Gewohnheiten…
 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderbare Unterhaltung, toller Humor und eine Story, die nicht aus der Massenproduktion stammt: Von dieser Geschichte können wir alle noch sehr viel lernen.
In Spanien die Nr. 1 mit beispielloser Vorbildfunktion, wie Menschlichkeit und gelebtes Miteinander funktioniert. Anschauen, daraus lernen und anderen weiterempfehlen – lasst uns das Ding auch hier groß machen!

 
Nachspann
✅ wunderschön bebildert, so dass man zu den passenden Schauspielernamen auch die Gesichter hat. Sitzenbleiben lohnt sich also.
Kinostart: 20. September 2018
Original Title: Campeones
Length: 118 Min.
Rate: FSK 0

Book Club – Das Beste kommt noch

Book Club – Das Beste kommt noch vereint Filmgeschichte in sich, die es gemeinsam nochmal richtig krachen lassen will: Darsteller, deren Zeiten längst passé sind, treffen sich in gemütlicher Runde, um aktuellen Buchphänomenen auf den Grund zu gehen und entdecken dabei ganz neue Seiten an sich selbst.
Was sich runterliest, wie der 10-Cent-Zeitungs-Plot, gehört zum aktuellen Kassenschlager aus den USA und verzeichnet dort bereits 68.6 Mio. US$ an Einnahmen. Irgendwas hat Regisseur Bill Holderman also richtig gemacht, als er die Crème de la Crème aus dem Hollywood vergangener Tage erneut zusammengetrommelt hat.
Tatsächlich bemüht sich das Werk nicht, irgendwelche Bastionen an Text-Generositäten oder kameratechnische Gewalttaten in sich zu vereinen, sondern man fühlt förmlich das Zimmer der Oma und den Hauch des bald aufkommenden Todes vor sich … und entdeckt dabei eine familiäre Gemütlichkeit und das zartbesaitete Verhältnis, das viele zu ihren Großeltern pflegen. Diese liebevolle Atmosphäre stärkt man durch behändes Umgehen mit zärtlichen Humorattacken und einer fast niedlich anmutenden Unbeholfenheit mit den Phänomenen einer modernen und kruden Gesellschaft.
Dabei dann noch hier und da ein paar ausufernde Moralinterventionen zum Besten gegeben erhält man ein in meinen Augen dennoch dahinplätscherndes Werk, dass zwar nett anzusehen ist, aber darüber nicht hinauskommt.
Mir fehlt dabei einfach die Innovation, die über das zu erwartende hinausgeht und den Film zu etwas besonderem macht und ihn nicht einfach nur als “just another”-Movie in den Bahnen bisher Dagewesenen schwimmen lässt. Diesen Absprung hat man meiner Meinung nach nicht geschafft, der Erfolg aus den USA spricht aber eine völlig andere Sprache. Ich bin gespannt, wie das Werk hier abschneiden wird und lasse mich von euch gerne eines besseren belehren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Grandma-Ambitionen in heimeliger Atmosphäre in einem Gute-Nacht-Film für Ältere.
Die Jugend wird wohl weniger begeistert sein, die Fraktion “Eltern und Großmama” feiern ihn sichtlich bis zum Gehtnichtmehr ab: Endlich mal keine Krawumm-Action und dieser stupide Hollywoodblödsinn, sondern ernsthaftes Kino, dass auch noch mit Humor und Generationenverständnis um sich wirft: Für mich zu langatmig, zu wenig innovativ und zu wenig “einzigartig”.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, da folgt nichts weiter.
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: Book Club
Length: 104 Min.
Rate: (tba)

Tanz ins Leben (Freikarten zu gewinnen!)

Am Ende des Beitrags gibt es zwei Freikarten für den Film zu gewinnen!
Ihr steht gerade vor einem Phänomen, dass ich sehr lange Zeit weder im deutschen, noch im britischen oder französischen Kino gesehen habe. In heutiger Zeit sind wir ja längst daran gewöhnt, dass mit absurden Summen plot-halbgare Monsterfilme auf die Leinwand befördert werden, in denen weder Seele, noch Herz, noch irgendwelche schauspielerischen Leistungen stecken, sondern man jüngliche, frisch dem Mutterleib entschlüpfte und im Fitnessstudio großgezogene Milchbubis herangezüchtet hat, die allesamt in sich austauschbar sind und den eigentlichen CGI-Stars einfach nur ein Gesicht geben sollen, damit die großen Verleihe Geld verdienen können.
Diese Form des abgestumpften Kinos hat eine große Zuschauergruppe in den vergangenen Jahren oft vor den Kopf gestoßen: Menschen, die sich noch an Zeiten zurückerinnern können, wo die Schauspieler die Stars, technische Kniffe und Tricks das “CGI” ausgemacht haben und man noch echte Handwerkskunst auf der Leinwand geboten bekam. Diese Gruppe ist es gewöhnt, mit Inhalten umspült zu werden, Herzblut und Seele zu genießen und möchte nach einem Kinobesuch beseelt von Liebe, erzählerischer Leidenschaft und emotionalem Tiefgang sein.
Und wenn man das so liest, denkt man sehr schnell an “Kitsch”, Filmgesetze, die übliche Vorhersehbarkeit und somit auch gleich an Langeweile und wenig Spaß.
Damit stehen wir jetzt vor dem Phänomen: Tanz ins Leben ist ein Film, bei dem sehr schnell klar wird, dass genau das hier gespielt wird – und der einen absolut mitreißt und bei dem diese ganzen vorhersehbaren Klischees wunderbar und hervorragend funktionieren. Man sitzt drin und will es! Man wäre enttäuscht, wenn sie sich von dem üblichen Schema abwenden würden und ergötzt sich auf einmal an einem wunderbaren Stück Kinogeschichte, dass genau diese Generation herzlichst dazu einlädt, ihre Seele mal wieder umsorgen zu lassen und 111 köstliche Minuten zu träumen und zu genießen!
Und das hat es schon sehr lange nicht mehr gegeben. Es ist dauerhaft kurzweilig, man ist gespannt bei der Sache, man kann es kaum erwarten, wenn endlich der nächste Schritt im Drehbuch eintrifft und man ist ergriffen und beherzt von der süßen Melodie, die das Leben hier vorgibt.
Auch bei der Schauspieler(innen)-Auswahl hat man voll ins Schwarze getroffen und dem gewünschten Zielpublikum das geliefert, was hier passt, ohne auf Koryphäen zurückzugreifen, mit deren Namen man marketingstrategisch bessere Werbung fährt, sondern das Ensemble passt so gut zusammen, dass auch hier wieder völlige Harmonie und Einheit herrscht und man – selbst als jüngerer Zuschauer – hier nicht vor den Kopf gestoßen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Am Schluss ist jedem klar, dass hier typische Klischees gefeiert werden, aber jeder einzelne weiß, dass es diesmal echt funktioniert und keiner möchte es anders.
Dieser Film gehört damit fast schon zur “traditionellen Schule”, weil er die Filmgesetze perfekt inszeniert und ein Filmerlebnis bietet, dass zwar in Vorhersehbarkeit ertränkt, jedoch keineswegs enttäuscht oder langweilt.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden.
Kinostart: 31. Mai 2018
 
:: G E W I N N S P I E L ::
Entertainment One Germany GmbH lädt zwei meiner Leser dazu ein, sich den Film gratis in einem Kino ihrer Wahl anzusehen und hat mir daher zwei Freitickets zum Selberausdrucken überlassen, die ich euch hiermit weiterverlosen darf.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis zum einschließlich 6. Juni 2018 24:00 Uhr unter diesem Beitrag und hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, an die ich euch die Freitickets schicken kann.
Diese müssen von euch dann ausgedruckt und mit ins Kino genommen werden, z.B. ins

  • Cineplex
  • CinemaxX
  • Kinopolis
  • CineStar
  • UCI Kinowelt
  • Cinecitta
  • Cinedom
  • Traumpalast
  • UFA-Palast
  • (m) mathäser
  • Yorck Kinogruppe
  • Kinobetriebe Muckli
  • Dersa Kino
  • Zoo Palast
  • C1 Cinema filmpalast

oder ein Kino eurer Wahl, dass diesen Film zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze übrig hat.
Die Freitickets sind gültig bis 1. Oktober 2018 und in jedem Kino einsetzbar, dass Tanz ins Leben im Programm hat, auch denen, die oben nicht gelistet sind. Sollte euer Kino nicht auf der Liste stehen, kauft ihr bei Gewinn regulär zwei Kinotickets, genießt den Film und ladet anschließend ein Foto eurer gekauften Tickets gemeinsam mit den Gutscheinen auf einer Website hoch, gebt dort eure Bankverbindung an und bekommt vom Verleih den Eintrittspreis zurückerstattet. Genaueres werde ich euch dann in der Gewinner-E-Mail mitteilen.
Hinweis zum Datenschutz: Eure Daten werden nur zur Auswertung dieses Gewinnspiels von mir persönlich genutzt und der Gewinner anschließend von mir per E-Mail benachrichtigt. Es genügt, wenn ihr in eurem Kommentar in das entsprechende Feld eine gültige E-Mail Adresse angebt, hierfür können auch Einweg-Adressen oder Alias-Adressen genutzt werden, solange ihr nach dem 6. Juni 2018 noch darauf zugreifen könnt und darunter erreichbar seid.
Nach dem Versand werden alle Daten von mir gelöscht.
Der Rechtsweg ist – wie üblich – ausgeschlossen, ebenso eine Barauszahlung des Gewinns. Es gelten die vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen. Gerne dürfen mehrere Teilnehmer eines Haushalts kommentieren, dies erhöht eure Gewinnchancen. Die Ziehung wird per random.org vorgenommen, indem alle Kommentare durchnummeriert und dann per Zufall der Gewinnerkommentar ausgelost wird.
Und nun viel Glück und viel Spaß bei einem der schönsten Filme des Jahres!

Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? (mit Gewinnspiel)

Unten gibt es Freikarten für eine Vorstellung eurer Wahl zu gewinnen – wer gleich zum Gewinnspiel möchte, einfach unter die Kritik scrollen 😉
 
Deutschland und Arthaus – eine verfluchte Verbindung? Deutsche Filmemacher sind nicht gerade dafür bekannt, aus dem Vollen zu schöpfen und Dinge abzuliefern, die dich von der Leinwand herab wirklich packen, sondern graduieren meist gerade so im Grenzbereich vom Fremdschämen bzw. tun sich mit kriegerischer Tausendfachdurchkauerei von Nazi-Themen international hervor. Und haben damit dann Erfolg.
Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? beschäftigt sich mit etwas ganz anderem – und betritt damit fast Neuland, zumindest, was die Auswahl des sich damit auseinanderzusetzenden Themenbereichs deutscher Kinolandschaft ausmacht.
Mich hat der Film beeindruckt. Von der Idee und der Gesamtumsetzung, der Andersartigkeit, vom frischen Wind, den das Drehbuch bereit hält und den die Schauspieler in ihrer Eleganz auf die Leinwand projizieren. Es ist halt mal etwas völlig anderes. Man berührt dabei fast schon die erbauliche Ästhetik des Nachbarlandes und grenzt an dessen Genialität, auch wenn zum internationalen Durchbruch hier noch ein paar Brocken künstlerisches Hervortun hergebracht werden könnten.
Um die volle Bandbreite nationalen Schaffens auskosten zu können, sollte man nicht über diesen Film stolpern und ihn ignorieren, sondern darf sich ruhig die Zeit nehmen und die 90 Minuten unabgelenkt vor der Leinwand verbringen.
Einige sehenswerte Momente sammelt man dabei auf jeden Fall, die auch später noch im Gedächtnis bleiben und einen unvergesslichen Kinoabend bescheren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für deutsches Kino ein herausragendes Stück Film, dass sich mit einer bekannten Thematik auseinandersetzt, diese aber neu inszeniert und mit diversen Humorspitzen bestückt.
Der internationale Durchbruch künstlerischer Genialität ist dies zwar nicht, allerdings ist der Film zu gut, um ihn einfach zu ignorieren. Nehmt ein paar Freunde mit ins Kino und macht es euch im Sessel mit Popcorn und guter Laune gemütlich.

 
Nachspann
Abwarten – hier kommt noch etwas.
Kinostart: 03. Mai 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Alamodefilm verlost zum Kinostart an euch 1x 2 Freikarten für eine Vorstellung des Films in einem Kino eurer Wahl. Voraussetzung ist, dass dieses Kino Wer hat eigentlich die Liebe erfunden? im Programm hat und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert unter diesem Beitrag hier im Blog bis einschließlich Mittwoch, 2. Mai 2018 24:00 Uhr und hinterlasst dabei eine E-Mail-Adresse, unter der ich euch erreichen kann.
Die Gewinner werden anschließend via random.org ermittelt und von mir benachrichtigt. Nach Bekanntgabe eurer Anschrift werde ich euch die Freikarten zuschicken, mit denen ihr dann nur noch an den Ticketschalter spazieren und sie gegen eine gültige Eintrittskarte eintauschen müsst.
Facebook, Twitter und sonstige soziale Netzwerke oder externe Seiten haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu schaffen, dies wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet, der Gewinn wurde von Alamodefilm gestiftet. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.
Und nun wünsche ich jedem von euch viel Glück und natürlich hinterher viel Spaß und fantastische Unterhaltung im Kino!

Die Nacht der Nächte

An dieses Kunstwerk möchte ich euch wieder etwas behutsamer heranführen, damit das schüchterne Leser-Reh nicht sofort verschreckt wird und vorzeitig innerlich abschaltet.
Fakt ist: Wir alle kennen die Stories, die uns die Omis und Opis bei trockenem Kuchen und jeder Menge Langeweile immer auftischen, bei denen sich jeder Jugendliche heutzutage denkt: Meine Güte, komm endlich im neuen Zeitalter an.
Ich habe in der Vergangenheit auch nie verstanden, warum ich mir so einen Scheiß aus dem Krieg und sonstigen Zeiten anhören muss, wo heute gesellschaftlich doch eh alles anders und diese Geschichten alle von Belanglosigkeit behaftet sind.
Die Nacht der Nächte gehört allerdings zu der Art von Wissen, dem man sich definitiv aufschließen sollte und sich die Zeit nehmen, um diesen wunderbaren Menschen zuzuhören und von ihrer Erfahrung zu profitieren.
Warum?
Nun – es ist einerseits eine komplett lustige, unterhaltsame und friedvolle kulturelle Bereicherung, in andere Länder und Sitten zu schnüffeln, ohne großartig Kohle für Flugtickets oder seine rare Zeit opfern zu müssen – und es ist gleichzeitig erschreckend, welche Methoden auch heute in fremden Ländern noch Gang und Gebe sind.
Andererseits empfinde ich “Dokumentation” als Bezeichnung für diesen Film wiederum sehr trocken, da die Erzählweise wirklich super erfrischend und spritzig ist und man niemals Langeweile verspürt oder von irgendwas genervt ist.
Die Auswahl an Beispielen ist über den gesamten Globus verteilt und es geht um etwas, das in unserer Generation schon lange verloren gegangen zu sein scheint und über das man durchaus erneut nachdenken darf – denn dieses Mysterium gehört noch lange nicht zum veralteten Lebensstil, sondern birgt wahrlich viele wunderbare Momente, die der heutigen Generation durch ihre Lebensart verloren gegangen sind.
Die Nacht der Nächte zeigt euch den Weg dorthin zurück und erbittet oder -bettelt dabei nichts, sondern führt mit hervorragendem Defensivismus durch die Show und hinterlässt bei jedem ein Schmunzeln, wenn das Tageslicht wieder durch die Eingangspforten reinströmt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch, wenn es veraltet klingt: Die Botschaft dieser Menschen ist hochaktuell und darf gerne von unserer Generation wieder neu entdeckt werden.
Man verzichtet weder auf Witz noch bringt man die Themen trocken rüber: Es macht sehr viel Spaß und man fühlt sich hinterher sehr beflügelt und einfach klasse unterhalten.

 
Nachspann
Ist anfänglich noch animiert, strömt dann aber ins Schwarze und braucht daher nicht vollständig abgewartet zu werden.
Kinostart: 5. April 2018

Loveless

Loveless ging dieses Jahr sogar in die Nominierungslisten der Academy Awards als Russlands Beitrag für den besten fremdsprachigen Film ein. Den Preis hat er (neben vielen anderen) dann auf den französischen Oscars (César) auch bekommen. Na gut, irgendwas mit Liebe verkauft sich auf der Leinwand ja immer. Meint man.
Der Titel hat aber nichts mit Liebe zu tun, sondern heißt wörtlich übersetzt “Lieblos” bzw. aus dem Russischen “Nichtliebe”. Mir persönlich ist noch niemals ein Film begegnet, der so leer war, was Liebe betrifft: Der Titel trifft vollkommen ins Schwarze.
Depression, Trauer, Hass, Wut, Angst, Entzweiung, Zwiespalt, Gleichgültigkeit, Enttäuschung, Ärger, was immer man für negative Assoziationen in der Gefühlswelt findet, dieser Film macht sich über sie her und zerpflückt sie in seine metaphorischen Einzelteile: Willkommen in einer Studie über Beziehungen und deren Auswirkung auf die Familie.
Die Konsequenz, mit der man hier die Abschlachtung jedweder Positivität vollzieht, ist erschreckend boshaft und öffnet die Tür für eine grandiose Hölle, die ich so ausgeprägt und durchexerziert noch niemals auf der Leinwand erlebt habe: Vielleicht macht das diesen Film zu einem preisverdächtigen Stück.
Großartig sind sehr wohl die technischen Einstellungen, die unrühmlichen Bilder eines trostlosen Winters, das stille Schweigen und die Abwesenheit jeden Lebens, der stille Schrei zum Himmel und was alles dahinter verborgen ist – das Setting ist in der Tat bewundernswert und kracht alles bisher dagewesene im Zuschauer zu Boden. Man schafft es, eine Welt zu vermitteln, die unerträglich ist – und vielleicht findet der ein oder andere seine Freude daran, in einer derartig ausgeprägten Depression zu versinken.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier von “Spaß” oder “Unterhaltung” zu sprechen, wäre absurd: Loveless ist der Inbegriff von filmisch gelungener Depression und der Abwesenheit all dessen, was das Leben zu einem solchen macht.
Das Schauen dieses Titel gilt als Herausforderung – wer keinen guten Tag hatte, sollte diese Vorstellung tunlichst vermeiden. Alle anderen gehen definitiv betrübt wieder aus den Sälen hinaus.

 
Nachspann
Wer die Erlösung bis jetzt nicht gefunden hat, findet sie hier auch nicht mehr.
Kinostart: 15. März 2018

Wonder Wheel

Woody Allen ist wohl einigen ein Begriff – und Wonder Wheel gehört definitiv zu den besten Filmen seiner Art. Maßgeblich dazu beigetragen hat wohl auch die Performance, die Kate Winslet hier an den Start legt – die Presse war sich einige darüber, dass sie dafür den Oscar® verdient hat.
Für alle, die ihn nicht so kennen, hier einfach mal ein paar Einblicke:
Farbgebung
Der Film besitzt eine unglaubliche Präsenz durch die Auswahl seiner Farben, die allein schon fast als “Stilmittel” herhalten dürfen. Ein Grund, sich den Film tatsächlich in einem Kino anzusehen, denn auf dem großen Screen kommt genau das richtig zur Geltung und man kann quasi darin “baden gehen”.
Charakterstark
Allen versteht es, mit wenig Aufwand und Brimborium unglaublich detaillierte Profile seiner Protagonisten zu erstellen, mit denen jeder Schauspieler tatsächlich unverkennbar verschmilzt. Man vergisst, dass dies “echte Menschen” sind und nimmt jedem seine Rolle ohne zu zögern ab.
Inhalte
Diese neumoderne Art und Weise, den Zuschauer durch CGI zu beeindrucken und dahinter nur blasse Luft in Form von cineastischem PS-Geprolle zu beinhalten, lehnt Allen kategorisch ab. Seine Filme haben allesamt eine erzählerische Tiefe, in die man automatisch abtaucht, ohne sich dessen bewusst zu sein. Damit zählt einmal mehr nicht das 3D oder besonders geile Animationen, sondern das Werk der Schauspieler trägt den Film von Anfang bis Ende. Back to the roots oder einfach klassisches Kino “aus der guten alten Zeit” – wie immer man es nennen möchte: Es wirkt und hat jeden im Saal übermäßig beeindruckt.
Und wer jetzt noch ein klein wenig etwas für das “alte USA” übrig hat, wird zusätzlich mit einem Bonbon belohnt – ob pro- oder kontrakritisch: Dieser Film ist der Besuch eines Kinos definitiv wert!
 

.kinoticket-Empfehlung: *Wochentoplist, hier kommt ein Kandidat für die ersten Ränge: Wonder Wheel beeindruckt auf allen Ebenen und sollte von euch diese Woche definitiv bei der Auswahl des Films präferiert werden.*
Klassisch gehalten, ohne dabei altbacken oder überholt zu wirken, mit einer immensen Botschaft und viel Inhalt, getragen durch Schauspielkünste und nicht durch Technik – allein das sollte durch ein .kinoticket belohnt werden.

 
Nachspann
After-Sequenzen-frei, rausstürmen erlaubt.
Kinostart: 11. Januar 2018

Maudie

Damals, ja damals, als die Welt noch in Ordnung war …
So oder so ähnlich denken und reden heute viele Leute. Und das komische dabei ist: Auch unsere Eltern haben zu ihrer Zeit so geredet. Und deren Eltern. Und deren auch… Das Band zieht sich hin bis in die düstere Vergangenheit, wo die Leute wohl auch noch so geredet haben. Denn niemand fragt danach, was damals wirklich abging, sondern man sieht nur die aktuellen Zustände und fragt sich, wieso nicht alles einfacher ist, so wie früher.
Nur, dass es früher eben nicht einfacher war. Weniger komplex – das vielleicht, aber sicherlich nicht einfacher, was Maudie eindrucksvoll beweist.
Regisseurin Aisling Walsh hat sich daran gemacht, das Lebenswerk und die Geschichte von Maud Dowley zu verfilmen und der Welt eine Künstlerin zurück ins Gedächtnis zu rufen, von der unsereiner garantiert noch nichts gehört haben dürfte.
Und jetzt knallt’s auf einmal auf den Screens und zum Vorschein kommen oscarverdächtige Leistungen von Sally Hawkins und Ethan Hawke, die hier dem Bild dieser Zeit erneut Leben einhauchen und in unvergleichlich guter Schauspielkunst bezeugen, was für interessante und vor Kunstgeist strotzende Persönlichkeit diese Frau war.
Und dabei stehen Farben und Lichtverhältnisse – zwei Elemente, von denen Kino generell lebt – ganz im Vordergrund und lassen den Zuschauer nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich in die Welt der Verhältnisse dieser Zeit eintauchen. Man sieht nicht nur, zu welchen Größen sich hier emporgearbeitet wurde, sondern man spürt es förmlich und befindet sich mittendrin.
Und der Film weiß durch seine liebevolle, simple und extrem berührende Art zu begeistern. Wer also seiner Freundin kurz vor Halloween nochmal ein herzensgutes Geschenk machen möchte, besorgt für sie und sich selbst ein .kinoticket und verbringt einfach einen wunderschönen Abend zu zweit im Independent-Kino um die Ecke.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Stille und Behutsamkeit, die aufkeimende Liebe und Berührtheit streichelt hier sanft aus einer grobschlächtigen Welt die Synapsen des Zuschauers und bohrt sich liebevoll ganz tief in sein Herz.
Die schauspielerische Leistung ist erstklassig und tatsächlich anwärtig für zumindest eine Oscar-Nominierung.
Wer berührendes Kino mag, ist hier völlig richtig. Machts euch auf den Sesseln gemütlich und vergießt dabei nicht zu viele Tränen.

 
Nachspann
ist gespickt mit der echten Dame und ihren Kunstwerken. Sehenswert!
Kinostart: 26. Oktober 2017

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