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Climax

Climax

© 2018 Alamodefilm

Climax – in einer Zeit der immer böseren Vorhersagen über das Klima, CO2 und Polkappenschmelzungen evtl. noch eine Doku über den Zerfall unseres Planeten?

Ja, aber völlig anders, als ich erwartet hatte – und zehntausendmal geiler!

Climax – dieser Begriff beschreibt nicht etwa das Klima oder irgendeinen Zenitpunkt im Erreichen eines bösartigen Zustands, sondern steht tatsächlich für die absolute Ekstase, in die man im Rausch gelangt: Der Moment des Abspritzens, der Moment, in dem man kommt, die unkontrollierbare und absolut hemmungslose Spitze eines Gefühls, dem man sich vorher intensiv hingegeben hat.

Richtiger Titel. Hammerharter Film.

Wenn du Kinder hast, geh zu ihnen und sag ihnen, dass du ein Leben lang finanziell dafür sorgst, dass ihnen niemals die Drogen und der Stoff ausgehen – wenn sie sich vorher diesen Film ansehen und verinnerlichen.

Ich persönlich glaube, danach rührt nie wieder jemand Rauschmittel an, der noch ganz bei Trost ist. Dieses Werk startet relativ harmlos und erliegt dann einem filmischen Rausch, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe: Die Münder der Presse standen offen, ich selbst hatte meine großen Abnormitätsmomente und musste eigentlich während des gesamten Films nur noch mit offenen Mund grinsen und dachte mir: WTF! Richtig so! Einfach richtig so – direkt in die Fresse der konservativen Arschlöcher und immer schlimmer werden lassen. Mal sehen, wieviele rausrennen.

Und ja – das begann bereits bei den ersten Pressevorführungen. Die Menschen können Dinge wie diese nicht ertragen und brechen ihren Coolness-Status lieber, bevor sie sich das zu Ende ansehen und begreifen, worauf man eigentlich hinaus wollte.

Gaspar Noé ist bekannt dafür, die Dinge einfach zu zeigen und keine Wertungen in seinen Filmen zu präsentieren – eine Eigenschaft, von der sich viele Medien ein Stück abschneiden sollten. Diese Wertungsfreiheit macht aus diesem Movie ein einzigartiges Kunstwerk, das eine tatsächlich realisierbare Situation aufstellt und im Blutrausch zerpflückt: Die humanoide Spezies wird in ihre Einzelteile zerlegt, man nimmt ihnen Normalität und Alltag weg und schaut dann einfach, was übrig bleibt. Ein hemmungsloses Bild einer verwüsteten Krankheit in betörend schönen Bildern und einer absurd-geilen Kameraführung, die ebenfalls Blut geleckt hat und aus sich raus will. Und kommt.

Hier sind bereits zu Beginn unverwüstliche Hinweise vergraben, denen man Zeit gibt, sie zu entdecken, bevor es dann im big train auf die Reise geht und man schlussendlich in einer Hölle wieder zu sich kommt, die mehr Wahrheit beinhaltet, als man anfangs glauben mag.

Nach The House That Jack Built der nächste kranke krasse Film, der tiefe Aufrichtigkeit mit sich bringt und den Zuschauer komplett verstört, darum aber umso wichtiger ist und eine immens geile Botschaft beinhaltet.

Ja, ich hab es tierisch gefeiert und dachte mir: Wie kann man nur so etwas krankhaft geiles ins Kino bringen und keiner weiß davon? Es ist hammerhart, wie absurd, weltfremd, gestört, verherrlichend und abnorm die gezeigten Szenen hier sind und mit welcher grazil-evilenten Anmut man dabei an das Zerstörungswerk herantritt, um letztendlich alles bis auf die Knochen abzuschaben und den Menschen in seiner völlig entblößten Psycho-Nacktheit zu zeigen.

Ein Meisterwerk des Nischenkinos, das man gut genug verstecken sollte, damit nur diejenigen Zugriff darauf kriegen, die sich den Inhalt auch geistig verdient haben: Hier mit Unterhaltungswünschen reinzuspazieren wäre der völlig falsche Ansatz und wird mit bloßer Entrüstung bestraft.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Blutrausch psychedelischer Ekstase, die keine Grenzen kennt und keine Wertungen aufstellt: Mit dieser Offenheit kann kaum jemand umgehen.

Gaspar Noé entführt die Menschen in eine durchaus reelle Situation und überlässt sie dann ihrem eigenen Schicksal, in das sie unweigerlich rennen, sobald man ihnen Normalität entreißt: Das Ergebnis ist ein filmischer Rausch, der extrem in seinen Bann zieht und mit Bildern verstört, die sich lange und dauerhaft ins Hirn einbrennen und einen nicht mehr loslassen.

Unbedingt ansehen, wenn man dazu in der Lage ist, diesen Film nicht als “Entertainment” abzutun, sondern sich ausgiebig damit befassen kann. Etwas geileres gibt es derzeit kaum!

Nachspann
❌ hält keine weiteren Szenen bereit.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Climax
Length: 95 Min.
Rate: FSK 16

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Ridley Scott – seinerzeit bekannt durch Filmlegenden wie Alien, beherrscht einmal mehr ein Universum, das vor legendärer Andersartigkeit glänzt, indem er seinen Söhnen dabei hilft, ihr Kinodebüt zu feiern. 
Die Darsteller werden dabei an den Rand einer Gesellschaft geworfen und mit Dingen konfrontiert, die garantiert alles sind, außer alltäglich. Die Szenerie, die Kameraführung, die düstere Atmosphäre und der Touch, der sofort zu Beginn gleich den Zuschauer packt, sind hier einmal mehr professioneller denn je. Der Film erhebt sich in seiner dunklen Erzählweise zu einem Glanzstück packenden Kinos und schickt den Zuschauer auf einen Trip, der garantiert seine Spuren hinterlässt.
Die Charakterzeichnungen sind allglatt, aber dennoch geheimnisvoll und rätselhaft, allerdings hätte ich mir persönlich im Mittelteil etwas mehr Mystifizierung rund um die Darstellungen gewünscht, was jedoch dem gesamten Projekt keinerlei Abstriche zumutet, sondern durchweg eine lobenswerte Qualität durchzieht. 
Das Szenenbild, die Kostüme und die Qualitäten der Eigenschaften der gezeigten Darsteller passt hier so wunderbar herrlich in ein Schema, das keinerlei Kanten und Ecken zulässt, sondern zu einem Filmfinale hinführt, dem man wohlwollend applaudieren kann. Auch technisch hat man hier absolute Größe bewiesen und besticht durch nicht zu schnelle, nicht zu lahme Schnitte, behält ein Erzähltempo bei, das super gut bei mir ankam und erfrischt mit einer Geschichte, der man wirklich sehr viel Fantasie beimischen muss, um sie vergleichbar mit anderen Werken zu machen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als wäre der Geist der inspirativen 90er Jahre wieder aus der Versenkung aufgetaucht, beherrscht einmal mehr großartige Unterhaltung den Kinosaal und sorgt hier für ausgelassenes Forschen, Grübeln, Mitfiebern und visuellen Augenschmaus.
Das Projekt ist als solches absolut gelungen und hinterlässt bei mir als Filmliebhaber einfach nur einen positiven Nachgeschmack, der mich dazu verleitet, euch allen zu empfehlen, diese Vorstellung in euer Repertoire der gesehenen Streifen aufzunehmen, insofern ihr auf hervorragende Thriller steht.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der letzte Eindruck zählt – und der kommt vor dem Text.

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Wir sind wieder im Kinderland und laden ein in die coolste Schule aller Zeiten:
Überraschend an Burg Schreckenstein ist die wahnsinnig etablierte Welt, in die man als Zuschauer geworfen wird und keinerlei deutschen Blödsinn vorfindet, der einem in irgendeiner Weise auf die Senkel geht. Was hier zählt, sind Unbefangenheit, gesunde Kindheit, Freude, Freunde, Spaß und jede Menge Abwechslung – und das gepaart mit dem absolut coolsten Rektor aller Zeiten, der beispielhaft zeigt, dass man – zumindest in Filmen – auch anders mit der ehrbaren Pädagogik umspringen kann als so viele Lehrkräfte dies in unserem Land tun.
Abseits jedweden biederhaften Benehmens erlebt man hier einen Zusammenhalt, der grenzübergreifend für Freude auf der Leinwand sorgt und Kindern ein Universum bietet, in das sich wahrscheinlich ein Großteil sowieso wünscht.
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Wertevermittlung, derer man sich dabei angenommen hat. Nicht seitens der Erwachsenen, sondern auch zwischen den Kids selbst tobt hier eine tief empfundene Freundschaft, die in Filmen für Kids seinesgleichen sucht. Die Lässigkeit, mit der man auch an schwierige Situationen rangeht, die Normalität innerhalb der Crew, wenn man als Zuschauer etwas völlig anderes (dummes) erwartet – der Sound und das Ehrgefühl, dass man hier vermitteln möchte, machen aus Burg Schreckenstein für mich einen Film, der für Kinder absolut geeignet ist und damit das Attribut Familienfilm sofort verdient hat.
Erstklassige Unterhaltung für jung und alt, die einen zurückversetzen in die eigene Kindheit oder einfach nur eine Plattform zum Träumen bieten, die einen für ein paar Minuten aus der Realität rausholt und somit genau den Zweck verfolgt, den Kino haben sollte: Meisterhaft zu unterhalten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm uneingeschränkt empfehlenswert, sofern man auf Streiche, viel Kameradschaft und jede Menge Trubel steht, der hier Heiterkeit und Fröhlichkeit verbreitet, die so in Kidfilmen selten zu sehen ist.
Die Coolness aller Beteiligten überzeugt auf einem Niveau, dass ich diesem Film absolut nicht zugetraut hätte. Mit dieser Reihe darf es gerne weitergehen!

 
Nachspann
aufstehen, rausrennen und .. nichts verpassen, denn hier folgen keine weiteren Eindrücke mehr.

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Bereits im letzten Jahr habe ich die Gelegenheit genutzt, mal in eine völlig andere Genrewelt abzutauchen und mich während meiner Filmtage in Berlin in eine L-Filmnacht begeben.
Zielgerichtet an das lesbische Publikum sollte hier ein Film gezeigt werden, dessen Intentionen ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Es war einer der anstrengendsten, härtesten und furchtbarsten Filme gleichermaßen.
Fangen wir mit der Sympathie der beiden Hauptdarstellerinnen an, die so gar nicht bei mir punkten konnten. Zu bieder, zu verhaltensgestört, zu seltsam – obwohl ich Dinge liebe, die nicht in die Schiene der Allgemeinheit passen, das hier ging einfach gar nicht.
Desweiteren werden im Film bedingt durch die Handlung teilweise immer wieder gleiche Szenen gezeigt, was nach der 5. Wiederholung dann langsam anfängt, tierisch zu langweilen. Auch wenn man hier und da auf andere Kameraeinstellungen zurückgreift, kann man die Szenen nach kurzer Zeit auswendig mitbeten und das nervt am Ende einfach nur noch. Andeutungen hätten hier auch ihr übriges getan.
Desweiteren hatte ich so meine lieben Probleme mit der durchaus unästhetischen, widerlichen Thematik, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. Damit meine ich aber nicht die Tatsache, dass es sich um lesbische Charaktere gehandelt hat, sondern eher um deren Spielformen und die Art des Auslebens. Die – ich nenne sie mal – Suchende nervte mit ihren Gebahren einfach nur noch und trieb nicht nur die Leute vor der Leinwand in den psychischen Wahnsinn mit ihrer Art.
Liebe, Zugehörigkeit, Sehnsucht, Dramaturgie, Verfallen sein, Anhänglichkeit oder andere positive Emotionen, die ich Filmen aus beispielsweise dem Gay-Genre bereits entnehmen konnte, fehlten hier vollends und arteten eher in einer kreativen Zerstörungsschöpfung emotionaler Bindungen aus, die neben Schmerz und Verlust nichts weiter als eine psychische Gestörtheit hinterlässt. Dabei hatte man aber nicht das Gefühl, einer künstlerisch gut inszenierten Destruktion beizuwohnen, sondern empfand eher Mitleid mit allen Beteiligten, die sich hier gekonnt auf der Leinwand zur Lachnummer prozedierten.
Warum der Titel nach einem Schmetterling benannt wurde, ist nach Ende des Films immer noch nicht klar, auch wenn die Schmetterlingsthematik als Hobby im Film aufgegriffen wird, jedoch keinerlei Bezug zu den darstellenden Personen oder anderweitigen Relationen hergestellt werden kann.
Somit ist dieser Film einer der ersten, die sang und klanglos bei mir untergingen und ein eher fades Gefühl hinterlassen, ob ich solche Vorstellungen je wieder besuchen sollte oder nicht.
Nun wisst ihr auch, warum diese Rezension erst so spät kommt. Dennoch habe ich mich – aufgrund der hohen Anfragen nach Genrefilmen dieser Art – dazu hinreißen lassen, ihn nun doch zu veröffentlichen, um euch wenigstens vom Kauf der DVD abzuhalten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten hab ich so einen verständnislosen Mist gesehen, der mit den Emotionen anderer spielt und dabei für mich keinerlei künstlerischen Mehrwert bietet.
Die Story ist für die Katze, Moral gibt es keine und das Aneinanderreihen von immergleichen Szenen braucht sich auch niemand freiwillig antun.
Finger weg, dieser Film ist es nicht wert, gesehen zu werden.

 
Nachspann
kommt gottseidank keiner mehr, somit werden wir wohl auch keinen zweiten Teil erleben. Wenigstens etwas.

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