Eiswagen

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Peppermint - Angel of Vengeance
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Jennifer Garner als Racheperson: Ich hab nach Himmelskind immer noch meine Zweifel, dass diese liebenswürdige, zerbrechliche Frau mit Waffen wirklich umgehen könnte und eine solide Figur in einem Streifen wie diesem hier abgeben wird.

Tatsächlich hapert der Film aber weniger an ihrem Können als vielmehr dem unbeschreiblich kranken Plot, der von Vorhersehbarkeit durchkämmt ist und so ziemlich jedes Klischee einliest, das dabei auf dem Weg liegt.

Die Idee dahinter ist vielleicht ganz witzig, mündet aber in einer nahezu lächerlichen Farce, die nichts mehr mit ernstzunehmendem Actionkino zu tun hat. Angesichts der PR rund um diesen Streifen war vorher sogar fälschlicherweise fast anzunehmen, dass es hierbei um eine dieser wüsten Schlachten aus dem japanischen Anime-Sektor geht, das man nun vermenschlicht neu interpretiert – selbst, wenn dem so wäre, ging der Schuss extrem nach hinten los.

Was man geboten bekommt, ist mit viel Liebe allerhöchstens gutes Mittelmaß und reicht für einen „Film zwischendurch“, wenn man eh grad nichts zu tun hat – und davon dürfte derzeit da draußen kaum jemand reden.

Dass die Idee eigentlich gar nicht so übel klingt, ist deshalb erstaunlich, weil mir auch bei längerem Überlegen kein Film einfällt, der so in der Art schon mal etwas aufgegriffen und richtig überzeugend umgesetzt hätte: Fast schon, als läge auf dieser Thematik ein cineastischer Fluch, den es bis heute immer noch zu brechen gilt. Peppermint – Angel of Vengeance hat das aber auch nicht geschafft. Leider, denn Jennifer Garner ist tatsächlich mit Abstand noch das allerbeste am ganzen Film.

 

.kinoticket-Empfehlung: Die Erwartungen waren da und wurden in meinem Fall gänzlich enttäuscht: Die Drehbuch- und Plotarbeit ist in meinen Augen ganzheitlich misslungen.

Jennifer Garner macht trotz allem eine super Figur, kann in dem Film aber nicht richtig aufgehen, was permanent ein „Handbremse angezogen“-Gefühl auslöst, aus dem der Streifen zu keiner Zeit wirklich raus kommt. Schade, Potenzial wäre nämlich auch hier viel vorhanden.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: Peppermint
Length: 96 Min.
Rate: FSK 16

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Ghostland

Wollt ihr mal wieder richtig guten Horror sehen? Dann ordert euch .kinotickets für Incident in a Ghost Land – wie der Titel im Original heißt und genießt die Show!
Ich bin ja bekanntermaßen Fan von Gruselfilmen auf der großen Leinwand und daher beständig auf der Suche nach Werken, die man auch Fans außerhalb dieses Genres empfehlen kann – und genau da bietet uns das auf Massenfilme getrimmte Kino oft nichts ernstzunehmendes, wofür man sich nicht in irgendeiner Weise fremdschämen muss.
Entweder landet man in stupider Verzweiflung oder es wird dermaßen auf Horrorcomedy gebaut, dass es als Normalsterblicher nicht mehr auszuhalten ist. Ghostland schafft hier gleich von Anfang an eine Mordsstimmung und prescht mit Karacho los, um den Zuschauer direkt zu fesseln und im Sturm zu erobern.
Ich weiß, Humor ist etwas, das den Geschmack treffen muss. Der punktete bei mir durch seine subversive Ader und brachte mich so eher zum Schmunzeln statt mir mit der Keule der Dummheit eins überzuziehen.
Was mir eigentlich als einziges gefehlt hat, war ein Twist am Ende des Films, der die Geschehnisse noch einmal in Frage stellt – quasi der finale Arschtritt, der dem Werk die Krone des Meisters aufzieht.
Da dies ausbleibt und man einfach so dahin dümpelt (was den Film keineswegs schlechter macht, und auch den Sehspaß während der Spielzeit nicht trübt), rede ich hier nicht von vollkommenem Horrorkino, sondern einem überdurchschnittlichen Werk, dass an wenigen Ecken etwas kränkelt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde des Horror-Kinos sind herzlich eingeladen, endlich mal wieder etwas auf die Kacke zu hauen und einen Film zu genießen, der sich über die bekannten Klischees hinwegsetzt und einfach gutes Kino liefert.
Einzig das Ende ist etwas enttäuschen, der Weg dorthin macht aber riesigen Spaß und erfreut jedes Gruselherz. Reingehen erlaubt 🙂

 
Nachspann
Nach der Schwarzblende seid ihr erlöst: Es folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 5. April 2018

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