Fähigkeiten

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Jupiters Moon
© 2018 NFP marketing & distribution

 

Wenn man den Sternenhimmel besieht, hatten es Planeten wie der Jupiter schon immer schwierig in der Filmwelt: Jupiter Ascending war auch bereits ein visuell betörendes Werk, dass in seiner Geschichte die Allgemeinheit auch auch nicht überzeugen konnte, obwohl das Ding optisch wirklich absolut erstklassig umgesetzt war. Aber allein dies reicht eben nicht, um einen wirklich erfolgreichen Film auf die Leinwände zu bringen und dann vom Volk den Erfolg beklatscht zu bekommen, den man verdient hätte.

Jupiter’s Moon klingt nun irgendwie wie eine Fortsetzung davon und hat doch rein gar nichts mit dem oben genannten Titel zu tun. Zwar sind die Ansätze und Denk-Hintergründe vom ungarischen Drehbuchautor und Film- sowie Theaterregisseur gut gemeint, meiner Meinung nach aber doch zu abstrakt, als dass ein breites Publikum sich damit abfinden und “von allein” drauf kommen könnte, welche verzweigten Hinweise sich dahinter verbergen.

Im Kino selbst wirkt es, als säße man in einem verspätet eingereichten Film, der sich zwingend mit der Flüchtlingskrise – und ganz im Speziellen mit den Problemchen Ungarns dabei – auseinandersetzt und eben auf den Zug aufspringen möchte, dann jedoch sehr eigenartige Wendungen annimmt und die politische Ernsthaftigkeit in ein ad Absurdum führt, dass den gemeinen Zuschauer ziemlich verschrecken könnte.

Stilistisch lässt man sich genügend einfallen, dass mit dem Überraschungsmoment über die relativ lange Laufzeit hinweg keine Langeweile aufkommt, die Frage nach dem “Warum” und einem höheren Sinn stellt sich aber dennoch und gibt dem Film dabei einen komischen Beigeschmack. Mundruczó versucht hier, in eine fantastische Metaebene vorzudringen und es hat den Anschein, als ob er auf diesem Plateau dann überhaupt keine Ahnung mehr hat und sich mit Merkwürdigkeiten über die einzelnen Etappen hangelt und darauf hofft, dass niemandem auffällt, dass die notwendige Essenz dahinter jetzt gänzlich fehlt. Genau die wäre aber dringend von Nöten, um diesem Stoff dann eine gewisse Glaubwürdigkeit abringen zu können, damit überhaupt je die Lust dazu entsteht, sich weiterhin ernsthaft damit auseinandersetzen zu können.

Alles in allem bleibt also ein Gefühl der Merkwürdigkeit, mit dem man anschließend den Saal auch wieder verlässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer einen seltsam anmutenden Film erleben möchte, ist hier genau richtig: Die Ideen sind gut, der Weg, den man dann ins Fantastische beschreitet, eröffnet aber einige Fragen, die auch bis zum Schluss irgendwie unbeantwortet bleiben.

Die Frage nach dem höheren Sinn des Films hat sich mir nicht ganz erschlossen, obwohl es visuell tatsächlich spannend gemacht und auch unterhaltsam war. Zu viel erwarten sollte man sich davon aber nicht, dann kommt auch keine Enttäuschung dabei auf.

 

Nachspann
❌ lohnt sich nicht, auszusitzen, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Jupiter holdja
Length: 123 Min.
Rate: FSK 12

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Johnny English 3
© 2018 Universal Pictures International

 

Mr. Bean, wie man Rowan Atkinson eigentlich nur kennt, erkämpft sich einmal mehr das Treppchen auf dem Fame of James Bond-Parodien, auch wenn er eigentlich nichts lustiges mehr machen wollte.

Dass die Entscheidung, zurückzukommen, ganz gut war, bezeugt Johnny English – Man lebt nur dreimal. Und dabei ist gleich anzumerken, dass dieser Film ganz speziell nur Publikum anspricht, das Rowan Atkinson und seine Form des Klamauks mag und damit glücklich ist. Wer “sowieso nie richtig was mit ihm anfangen konnte”, ist hier erst einmal grundsätzlich falsch.

Und das bringt uns wieder in eine Form der Zielgruppen-Zufriedenstellung, die von so vielen Massenbefriedigungsmedien heute so vernachlässigt wird: Man kümmert sich ganz speziell um eine bestimmte Nische und lässt alles andere außer acht.

Ich mag Mr. Bean und seine bisherigen Filme, ich mag seinen Humor und ich kann mit dieser verqueren Art, die er lebt, ganz gut. Das geht nicht allen so. Entsprechend unterschiedlich fallen die Reaktionen zu diesem Film aus.

Man bedenke, dass dies bereits ein dritter Teil ist und in Anbetracht des Gefälles bei fortschreitenden Filmsequels eine doch beachtliche Leistung darstellt, wenn man während der Laufzeit pausenlos mit Unfug unterhalten wird und einem dabei nicht langweilig wird.

Die Präzision, wie er sich hier ganz neue Themen vorknüpft und diese auf seine eigene Weise interpretiert, ist köstlich amüsant und sorgt für beherzte Lacher. Dabei hat man sehr darauf geachtet, dass eben nicht moralmäßig gepredigt wird, sondern mit der leichtfertigen und flapsigen Tollpatschigkeit eine gewisse Selbsterkenntnis herbeigeführt wird, die jeder für sich auslegen und in den Alltag einpflegen darf. Sehr gefallen daran hat mir, dass nicht partout jede Modernität kommentarlos akzeptiert und unterschwellig gepriesen wurde, sondern man sich tatsächlich völlig neu formatiert unbeeinflusste Gedanken zu verschiedenen Themen machen darf und diese aus einer ganz neuen Warte heraus bewerten.

Und all das unterschwellig in einem Comedy-Klamauk, der keinen spannungsreichen Plot aufweist, sondern sich eher dadurch trägt, dass Johnny English seine agentische Unbeholfenheit zur Schau stellt. Wer also Plotlastigkeit mag und tragreiche Twists möchte, wird wohl auch eher enttäuscht sein.

 

.kinoticket-Empfehlung: Zusammenfassend kann man sagen: Wer Bean mochte, bekommt hier wieder ein paar in Film gebettete Sketch-Ideen geliefert, die den alten Geist des einstigen TV-Stars nochmal aufleben lassen.

Man muss seine Durchgeknalltheit mögen, mit seinem Humor klar kommen und damit leben, dass nicht der Plot, sondern die Anwesenheit des Tollpatschs Inhalt des Films ist, dann kommt man voll auf seine Kosten und genießt einen absolut gelungenen dritten Teil dieser gelungenen James Bond-Verarsche.

 

Nachspann
❌ braucht nicht bis zum Schluss sitzengeblieben werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Johnny English Strikes Again
Length: 89 Min.
Rate: FSK 6 | PG

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Zum Gewinnspiel (Poster, Freikarten, Pins, Rucksäcke) bitte nach unten scrollen!
The Darkest Minds – Die Überlebenden fristete in der PR-Phase ein sehr ruhiges, unterschwelliges Dasein und machte nicht viel Aufhebens von sich. Völlig zu Unrecht, wenn man sich den Film mal genauer unter die Lupe nimmt.
Erstens würde ich mal festhalten, dass die Glaubwürdigkeitszielgruppe hier eindeutig die untere Jugend ist, also 13-14jährige Teenager, die noch auf der Suche nach ihren Vorbildern sind und die gewisse Plot-Elemente dringend brauchen, um heil über den Tag zu kommen. An sie ist dieser Film gerichtet, alles was sich weiter davon entfernt, benötigt um so mehr Toleranzpotenzial, um mit der Geschichte wirklich warm zu werden.
Aber: Auch als Erwachsener hat man seine Freude am Geschehen, weil der Film nämlich mit irre geilen Ideen um die Ecke kommt. Die ausgearbeitete Apokalypse ist zwar auf kinderfreundlich getrimmt und erinnert in seiner Machart an einen Mix aus Die Tribute von Panem, Die Bestimmung und Maze Runner, fördert aber genügend Einfallsreichtum zu Tage, an dem man sich gerne gedanklich weiter fortbewegt und sich quasi fast schon eine “Adults only”-Version des Films wünscht.
Aufgrund der FSK 12-Freigabe sind vielen Ausartungen hier natürlich enorme Grenzen gesetzt, die man in einem anders bewerteten Film gänzlich anders hätte ausleben können, was für durchtriebene Erwachsene das Hitpotenzial am Film etwas schmälert, die Idee aber keineswegs langweilig macht.
Ich sehe hier Kreativität, an der man sich auch in Zukunft gerne bedienen und diese Welten weiter ausschmücken sollte, um sie in eine Filmreihe zu führen, die eines Tages der zukünftig neu aufgesetzten Darkness der X-Men Konkurrenz anbietet. Anhand der ausgewählten Darsteller merkt man sehr schnell, dass Erwachsene hier eben geduldet und nicht speziell angesprochen sind und auch enorme Teile des Plots weisen auf die geistige Unfähigkeit junger Teenager hin, die solche Dinge eben einfach brauchen und darin womöglich völlig aufgehen.
Die Frage ist, weshalb man sich als Großer nicht auch darauf einlassen sollte? Das Zelebrieren von Milchbubi-Idolen und jungen Schönheiten findet hier genauso Platz wie die Suche nach Liebe, Glück und einem höheren Sinn. Der Coolness-Faktor wird mit unglaublichen Einfällen bedient, die förmlich danach schreien, weiter ins Erwachsenenleben ausgefeilt zu werden. Ich wünsche mir einen Christopher Nolan, der mit der Batman‘schen düstren Profanität auf den Plan tritt und hier entartete Bühnenkunst à lá The Walking Dead auf den Plan ruft, nur dass der eben fürs Kino tauglich gemacht wird und nicht in endlosen Serien endet. Und man weniger auf Zombies und vielmehr auf die dunklen Endzeit-Apokalypsen zusteuert, wie es zuletzt Maze Runner exzellent vorgelebt hat: Im Kindergarten begonnen und als grandioser Film für Erwachsene geendet.
Mit diesem Potenzial legt The Darkest Minds einen fulminanten Start für ein Kinoabenteuer hin, dass ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielgerichtet an Jugendliche erbaut man hier ein Endzeit-Apokalypsen-Spektakel, dass sich viel um jugendliche Wünsche, Träume und Sehnsüchte kümmert und dabei die filmlogische Vernunft manchmal außer Acht lässt.
Die Einfälle und Ideen liefern aber unglaublich viel Stoff, um auch in Zukunft in eine Filmreihe ausgebaut zu werden, an der wir womöglich noch enorm viel Spaß haben könnten. Der Grundstein ist gelegt und dürfte in der jugendlichen Zielgruppe auch vollends überzeugen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hat aber einen immens geilen Soundtrack! (Benjamin Wallfisch!)
Kinostart: 16. August 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Um euch den Kinostart etwas zu versüßen, hat Twentieth Century Fox wieder ein irres Paket für euch geschnürt und mir zur Verlosung an meine Leser überlassen!
 
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Mit von der Partie sind enorm coole Rucksäcke, Filmplakate, Ansteckpins und jede Menge Freikarten für den Film, die in einem Kino eurer Wahl eingelöst werden können.
Kommentiert einfach bis einschließlich Sonntag, 26. August 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr gerne diesen Film sehen wollt und ihr seid bei der Verlosung dabei.
Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch schnell erreichen kann, um zu wissen, wohin ich euch im Gewinnfall die coolen Gimmicks schicken darf. Die Gewinner werden am Sonntag dann per random.org gezogen und von mir benachrichtigt.
Sämtliche im Rahmen des Gewinnspiels erfassten Daten werden nur zum Versand der Artikel verwendet und anschließend wieder von mir gelöscht. Barauszahlung ist ausgeschlossen.
Nun wünsch ich euch viel Glück und natürlich enorm viel Spaß dann im Kino!

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“Kinderfilm!!!” schreit es aus den Mündern der kleinen Götter, die für die Vorurteile in den Köpfen Erwachsener zuständig sind und insgeheim die Weltherrschaft längst an sich gerissen haben. Und ja, der Trailer vermittelt genau dies, das Plakat dementiert davon nichts und rein geht wirklich nur, wer selbst auch welche von den kleinen Schreihälsen dabei hat (und insgeheim hofft, dass die jetzt wenigstens mal 2 Stunden die Klappe halten).
Tja, weit gefehlt. Bigfoot Junior hat mich in vielerlei Hinsicht tatsächlich richtig vom Hocker gehauen. Ich mein: Nimm die Maske der Animation beiseite, schieb das Programm in die 20 Uhr Schiene und James Bond bekommt auf einmal Konkurrenz. Nicht, weil es sich hier auch um Agentenscheiß handelt, sondern einfach, weil der Film durch seine Machart dieser Größe und dem professionellen Erwachsenen in absolut nichts mehr nachsteht.
Woran ich das genau festnageln soll, weiß ich nicht – der Kameraführung? Der Zeichnung? Dem absolut gehaltvollen Plot? Dem “Action-Momentum”, dass sich aus der Tiefe der Kreativität erhebt und gemeinsam mit dem Soundtrack und der gekonnten Blickführung etwas vollkommen Großartiges erschafft, das dem Zuschauer als Kino-Highlight vorgesetzt wird?
Dazu das unfassbar (!) räumliche 3D, das auf mich so krass wirkte, dass ich ernsthaft am Überlegen bin, ob ich euch nicht lieber davor warnen statt davon schwärmen soll, weil die ganzen “Epilepsie”-Warnungen, die man von Spielepackungen so kennt (sollte man tatsächlich – wie ich – die Einleger mal durchlesen), auf einmal doch Sinn ergeben und es absolut ratsam ist, sich nicht in die Vorstellung zu hocken, wenn man eh schon einen flauen Magen hat?
Auf jeden Fall haut’s rein – so sehr, dass sich auch ungezwungen jeder Erwachsene zu jeder Tageszeit in eine dieser Vorstellungen setzen kann und nicht enttäuscht wird.
Hut ab vor dem, was da geschaffen wurde. Entertainment für die Kinder, Technik und Background-Können für die Erwachsenen und einfach Spannung und Abenteuer, dass so sehr aus allen Nähten platzt, dass man es ohne zu Überlegen und ohne viel Zutun ohne Schwierigkeiten als Megablockbuster auf ProSieben präsentieren könnte und niemand erahnen würde, dass dieses Stück einst aus der Feder für Kinderunterhaltung entschlüpfte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Würde ich wieder reingehen?
Auf jeden Fall. Aber nur in Begleitung, denn der Film geht zu sehr in seinem voreingestellten Klischee unter und ist dabei um so vieles Größer als man ihm zutraut.
Was auch immer die Plakateure dazu getrieben hat, hier nur Kinder ansprechen zu wollen: Die Schaffenskunst, die hinter diesem Projekt steckt, ist absolut ausgereift und spricht daher auch alle anderen Altersklassen an, ohne dabei in irgendeiner Form zu hinken.
Rein gehen!

 
Nachspann
Braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 17. August 2017

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Wir haben wieder mal einen Film, der offensichtlich auf Kinder ausgerichtet ist und bei dem das ZDF seine Finger im Spiel hat.
Ich rieche viel Konservatismus, fragwürdige Moral und erzieherische Methoden, die dem Klischee nach in den vergangenen Jahrhunderten eingeordnet werden könnten. Dazu noch einige Filmförderungen am Start, die auch nicht unbedingt für ihren geistigen Kreativitäts- und politischen Spielraum bekannt sind. All das ergibt eine explosive Mischung, die mich in den ersten 15 Minuten auch sehr viel Bauchschmerzen gekostet hat.
Relativ schnell kristallisiert sich heraus, dass man hier eben nicht wieder die bekannte und vermutbare Keule ausgepackt hat, sondern beweist, dass man mit alten Traditionen brechen und durchaus etwas sehr Erfrischendes, Ehrliches und Lohnenswertes in die Kinos bringen kann.
Dabei umreißt man mal nicht die vor Klischee triefenden Moralgeschichten, sondern beschäftigt sich mit den Themen, die im angesprochenen Zielgruppenalter tatsächlich auf der Tagesordnung stehen.
Das Problem hierbei sehe ich nicht darin, dass der Film falsch aufgezogen wurde, sondern dass man sich als Erwachsener tatsächlich absolut nicht angesprochen fühlt. Denn für die Zielgruppe ist das mal eine erfrischend moderne Weltansicht mit einem pädagogischen Faktor, den ich offengestanden dem ZDF in diesem Ausmaß nicht zugetraut hätte.
Von der Seite her hat es mich gepackt und ich kann dieser genialen Buchverfilmung meinerseits eine Empfehlung aussprechen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer Material für die Jüngsten sucht und sich weder auf konservatives Gequatsche noch langweilige Plots einlassen will, ist hiermit richtig gut bedient.
Man beweist Stärke in Form einer herausragenden Botschaft, die in eine spannende, kindgerechte Story verpackt wurde und die Eltern die Möglichkeit bietet, ihre Kinder stilvoll und pädagogisch wertvoll zu unterhalten.

 
Nachspann
Unbedingt sitzen bleiben, hier kommen noch weitere Szenen.

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Es kracht wieder im Kino. Vorausgesetzt, man stellt die Lautsprecher seitens der Betreiber leicht überhöht ein und gönnt seinen Besuchern damit, dass die Euros, die jeder für sein .kinoticket in diesem Fall hingeblättert hat, auch wirklich lohnenswert waren.
Denn hier sollte man als Gast tatsächlich in die Taschen greifen und nicht nur die Vorstellung buchen, sondern alle Features mitnehmen, die dieser Film zu bieten hat, auch das 3D. Scheiß drauf, was es kostet.
Wieso? Eingefleischte Fans dieser Spielereihe (ja, es handelt sich tatsächlich um eine Gameverfilmung, die sehenswert ist) strömen sowieso in die Kinos um sich die Adaption in aller Größe zu geben und zu sehen, was Hollywood aus dem Kultspiel gemacht hat.
Mein allergrößter Pluspunkt: Der Sound! Ich sag nur: Wow! Und meine damit nicht ein bekanntes anderes Onlinespiel… – Komponist Jed Kurzel hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und bietet allein schon vom Hören ein Audioexemple, dass weit und breit in der Game-Verfilmungswelt keinerlei Vergleichbares antrifft. Man kann seine Augen schließen und sich einfach von der Wucht der beeindruckenden Impressionen audiovisueller Natur ein paar Kilometer weiter in den Boden rammen und diesen brachial-harten Beat in seiner ästhetischen Schönheit auf sich wirken lassen … wenn die Betreiber des Kinos vorher rechtzeitig in ihre Anlagen investiert haben und diese bei den Vorstellungen auch an ihre Grenzen führen.
So und nicht anders kann ich mir all die negativen Kritiken seitens der Presse und Besucher erklären, die wiederum eines nicht verstanden haben: Filme sind eine Kunst, die es nicht nur zu konsumieren gilt (man trinkt Wein auch nicht aus alten Pappbechern), sondern bei der man nicht nur gezielt seine Filme auswählt, sondern ebenfalls das passende Kino dazu. Und da greift bei vielen die gute alte Faulheitsregel: Warum sollte ich 120 km in ein passendes Kino fahren, wenn es um die Ecke auch eins gibt, das zwar nicht so toll ist, aber den Film genauso zeigt?
Falsch. Falsch falsch falsch! In diesem Fall macht diese lapidar herbeigeführte Entscheidung nämlich den kompletten Film kaputt! Assassin’s Creed lebt von dem Zusammenspiel der Musik, Töne, Effekte und den dazu gezeigten Bildern, die sich nicht unbedingt auf brutale Action ausrichten, sondern in ihrer Gänze als Konstrukt überzeugen, bei dem man nicht von der Story, sondern deren Umsetzung überzeugt wird und anschließend ohrwurmträllernd durch die Straßen schlendert und dafür dankbar ist, dass es Apple Music gibt …
Selbst in der deutsch synchronisierten Fassung greift diese packende Wucht, obgleich die Dialoge noch etwas bescheuerter klingen als im Original, da plottechnisch hier genauso Schindluder getrieben wurde, wie bereits in den Folgespielen, wo auch nicht wirklich mehr auf die Storyline geachtet wurde, sondern man eher auf visuelle Effekte gesetzt hat.
Die Schauspielgrößen (Michael Fassbender, Jeremy Irons, Marion Cotillard) liefern nämlich auch hier allein durchs Rumstehen irgendwo Größe ab, was letztendlich nur durch das Drehbuch selbst kaputtgeschrieben wird, wofür der komplette Crew-Rest aber auch nicht wirklich was kann. Es mag verwunderlich sein, wieso man sich an dieser Stelle für diese Art von Geschichte entschieden hat, wäre da doch so viel mehr Potenzial gewesen, auch erzählerisch noch auf die höchsten Klippen zu steigen, jedoch sollte man das Beschweren darüber lieber den Kolumnisten irgendeiner Zeitung überlassen, sich ein Popcorn schnappen, die Kinoleitung beknien, dass sie die Lautstärke über Normal regelt und die Show einfach genießen.
Der beeindruckende Effekt, den Assassin’s Creed damit bei den Zuschauern hinterlässt, ist auch so ein Epos an sich, worüber sich all jene freuen, die Gäste in einer meiner Vorstellungen sind, denn ich lass es mir niemals nehmen, diesen Film durch zu nischenhafte Boxen in den Abgrund stürzen zu lassen. Damit lebt oder stirbt er.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wählt zu dem Film das richtige Kino und lasst die richtige Lautstärke einstellen, alles andere macht euch die komplette Vorstellung kaputt!
Sound, die dazu gezeigten Bilder und die Schauspielgrößen, die man dazu gesellt, bilden ein Komplott, das als Ganzes sehenswert ist, sofern man von der packenden Wucht der Szenen audiovisuell in den Sessel gedrückt wird. Ist dies nicht vorhanden (Dorfkinos, TV, Blu-rays oder VOD), ist der Film als solches gar nicht sehenswert.
Wer hier nicht ins richtige Kino geht, der braucht gar nicht erst drüber nachdenken. Alle anderen haben ein Extraerlebnis meisterlicher Klasse, bei dem Story nicht wichtig und Momentum alles ist. Genießt es!

 
Nachspann
wird keiner geliefert, allerdings gilt auch hier wieder: Sperrt die Ohren auf … es lohnt sich so dermaßen, ich bin immer noch ganz zittrig vor Aufregung!

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Man nehme:

  • 14 Schnapsgläser
  • Reichhaltig von einem hervorragenden Hochprozentigen
  • Ein Brett (am besten mit Einkerbung, damit die Schnapsgläser nicht rausrutschen)

Dann startet das Trinkspiel. Jedes mal, wenn im Kino der Name “Antanasia” gesagt wird: trinken!
Erstens wirds dadurch im Laufe der Zeit wirklich erträglich, der Story zu folgen. Zweitens ersäuft man so seinen inneren Hass auf die biederen Klischees, die im Film ausgeschmückt und verehrt werden und drittens fällt mir keine andere Methode ein, um dieses Werk, das bereits im Trailer abscheuliche Antipathien streute, auch nur näherungsweise leichter zu ertragen.
Alternativ kann man auch jedesmal zum Glas greifen, wenn man sie sieht. Das erhöht die Chancen, dass man bewusstlos umkippt, bevor der Film zu Ende ist. Dann ist das ganze noch leichter zu ertragen.
Nein, Leute, mal im Ernst: wer denkt sich so einen Schwachsinn aus und wieso gibt’s davon dann gleich drei Teile? Mein Kinobuddy lotete die Zielgruppe auf unter 10 aus und selbst für die finde ich die Darstellungen und das Gewese allenfalls zweifelhaft. Lehrreiche Interpretationen des Lebens oder liebenswürdige Umgarnung leidvoller Darstellungen aus dem echten Leben oder wenigstens mit einer Moral für selbiges? Fehlanzeige.
Statt dessen …. AntanaaaaaasiaaaahhhhhhTRINK! …. äh, wo waren wir?
Eins hat der Film definitiv bei mir geschafft: einen neuen Tiefpunkt zu entdecken, was Niveau, schauspielerische Leistungen und überzeugendes Können angeht.
Ich schau mir ja viel an. Auch wenn das untertrieben ist. Und ich lass mich auf vieles ein und bin dabei auch eigentlich immer recht tolerant beim Umgang mit der Suche nach dem passenden Publikum. Aber das hier?
 

.kinoticket-Empfehlung: Verlasst den Ort der Schande und zeigt offen, dass so etwas gar nicht geht.
Nicht, weil es nicht familientauglich wäre oder auf den ausgelutschten Trend der Vampircoolness hinarbeitet, sondern weil die Umsetzungen einfach dermaßen schlecht sind, dass selbst die Kotze zu schade ist, die man dafür verschwenden müsste.
Sorry, für diese ehrlichen Worte, aber anders kann ich dieses Ding nicht beschreiben. Es war die größte Erleichterung, als ich endlich wieder aus dem Saal raus durfte.

 
Nachspann
Um dem allen noch einen drauf zu setzen kommt hier noch was.

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Angesehen habe ich ihn mir mittlerweile zwei Mal. Geteilter Meinung bin ich immer noch. Mit X-Men: Apocalpyse haben wir bereits den 9. X-Men-Film am Start, der auf eine langjährige Filmgeschichte zurückblicken darf und dementsprechend Potenzial mit nach vorne bringen sollte.
Klar, man wird hier als Zuschauer nicht in einen Kinderfilm gesetzt, sondern von der Wucht der immensen, unüberschaubaren Größe Hollywoods überrumpelt. Hier steckt jede Menge Geld, Macht & Einfluss drin und das nimmt man dem Werk von Anfang an ab.

Die Effekte allein reichen aus, um ein .kinoticket zu lösen und sich die Show anzusehen, denn die haben es in sich und tragen auch den einst gekannten Charme der X-Men aus dem ersten Teil in sich. Die Klassik der genialen Comicverfilmungen, wie es die X-Men-Filme tatsächlich sind, kommt auch hier schwer zum Tragen.

Jedoch obliegt dem Schöpfer dieses Meisterwerks auch wieder die höchst schwierige Aufgabe anheim, sich mit einer Vielzahl großartiger Charaktere auseinandersetzen zu müssen und diese gebührend zum Zuge kommen zu lassen – und das misslingt anhand der Anzahl unglaublicher Persönlichkeiten mit noch unglaublicheren Fähigkeiten. Ein Problem, mit dem auch schon Batman v Superman: Dawn of Justice zu kämpfen hatte. Hier spürt man dann eben die Nachteile dieser übergroßen Dimensionen, in denen sich dieser Film definitiv bewegt.

Dabei verkommt die Story dann zeitweise zum notwendigen Übel und wird überflügelt von immer immenser werdenden Effekten, die seinerseits zwar genügend Stoff mitbringen, um später für Erzählungen Inhalte zu bieten, als Film-Alleinstellungsmerkmal jedoch nicht ausreichen, dass man hier von einem absoluten Must-See sprechen kann. Schaut man sich derzeit das laufende Programm der meisten Kinos an, sind hier viel zu große Konkurrenten aus dem Hause Marvel am Start, denen ich persönlich zur Zeit den Vorzug geben würde.

Nichtsdestotrotz ist die Bildgewalt dieses Epos’ immer noch erhaben genug, dass sich der Gang ins Großbildwohnzimmer durchaus lohnt und man es sehr gerne dort mit den Übeltätern dieser Geschichte aufnehmen darf.

Der Film hat beim zweiten Mal immer noch genauso Spaß gemacht, wie beim ersten, gejammert wird hier auf sehr hohem Niveau. Dennoch war auch beim Re-Anschauen das bittersüße Lächeln der Plot-Angekratztheit nicht aus meinem Gesicht wegzukriegen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Durchaus sehenswerte Kost, die die Geschichte rund um die X-Men weiterspinnt.

Technisch arbeitet man hier auf ganz hohen Rössern und lässt keine Minute aus, dies auch gebührend zu zeigen und zu feiern. Der Inhalt leidet etwas unter der Charaktervielfalt, der man hier gerecht werden muss, jedoch ist das Werk an und für sich trotzdem sehenswert und als gute Abendunterhaltung durchaus zu gebrauchen.

 

Nachspann
Marvel Leute. Filme aus diesem Studio haben immer einen Nachspann – so auch dieser hier.

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Wenn ich eines vorweg nehmen darf: Tut es euch nicht an. Ich weiß nicht, ich werde mit dem Film einfach nicht glücklich.
Das begann schon damit, dass er schon seit Monaten dermaßen aggressiv und häufig beworben wurde, dass irgendwas damit nicht stimmen muss, sonst hätte man wohl kaum so vehement Werbung dafür auf die Leinwände geknallt.
Die Theorie ging bei Terminator: Genisys (3D) irgendwie auf und trifft hier dann so richtig ins Schwarze. Der große Showact, den man nach diesen verbissenen Trailern erwartet, existiert einfach nicht. Ja, die Geschichte ist großartig ausgebreitet und nimmt viel Land ein, aber genau das ist beim Erzählen auch das Problem: Zwischen den interessanten Stellen ist immer sehr viel Platz und man braucht lange, um in die nächste, interessante Ecke davon zu gelangen.
Die Erzählweise ist so langsam und ausgedehnt, dass man müde davon wird und es nicht durch Spannung oder andere Obskuritäten herausgerissen wird. Man dämmert so vor sich hin und wacht vielleicht am Schluss dann wieder etwas auf, wenn die völlig aus der Luft gegriffenen, überdrehten Animationsszenen ihren Überfluss feiern und den Film irgendwie beenden.
An Genialität oder markanten Momenten war rein gar nichts zu finden. Obwohl es im großen Stil gedreht und vom Budget sicherlich auch reich gesegnet wurde, kam hier nicht der große Brüller, den man z.B. bei The Dark Knight aus der Kiste gelassen hat. Im Gegenteil: Die Dialoge sind schwach, einsilbig und wirklich für jeden Depp zu verstehen und die Geschichte als solche glänzt auch nicht unbedingt mit unvorhersehbaren Szenen, sondern frühstückt eher ab, was jeder aus den bisherigen Teilen sowieso schon kennt.
Beim ersten Mal hab ich den kompletten Schluss verpasst (es lebe der gesunde Schlaf – in der 14 Uhr-Vorstellung!), beim zweiten Mal bin ich am Anfang weggedöst und habe mich dann gezwungen, den restlichen Film durchzuhalten, damit ich euch hier wenigstens über alles berichten kann und nicht nur selbst die Hälfe davon gesehen habe. Aber es war eine Qual und ich kann euch versprechen: Es bringt mich keiner nochmal in diesen Film rein – nie im Leben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es laufen so viele tolle Filme zur Zeit, dass man auf diesen Flop gerne verzichten darf.
Mich hat er überhaupt nicht angesprochen, Dialoge sind platt, Story vorhersehbar und an Effekten wird auch nichts geboten, dass man nicht schon tausendmal anderswo wesentlich besser gesehen hätte. Schade eigentlich, denn genügend inspirativer Stoff wäre da, um daraus auch einen Meilenstein der Kinogeschichte zu machen.
Potenzial verschenkt.

 
Nachspann
Nichts sehenswertes oder animiertes oder nachfolgendes. Und auch die Musik in diesem Film war leicht verstörend, hat irgendwo so gar nicht meinen Nerv getroffen.

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