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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Feuer Page 1 of 2

Feuerwehrmann Sam – Plötzlich Filmheld

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© 2019 justbridge entertainment media

Ganz ehrlich? Ich hatte noch nie damit zu tun und musste mich selbst erstmal einlesen: Es gibt wohl mittlerweile einige Kinofilme, TV-Serien und was alles zu so einem Kinder-Universum dazu gehört … inklusive der Spielzeugtrailer vor Filmbeginn, die das neueste gleich zum Kauf feilbieten… erinnert mich an ein Transformers für 4jährige, nur dass die Optik und der Sound im Film längst nicht so geil aussieht, wie in Michael Bays Werken.

Tatsächlich ist überdeutlich zu sehen, dass alles über 8 Jahren hier deutlich fehl am Platz ist … und dafür fährt man gleich zu Beginn des Films schwere Geschütze auf: Die Art, hier Stimmung zu machen ist mega-billig und gleichermaßen altersentsprechend faszinierend und fast schon “überfordernd”.

Auch weiß ich nicht genau, wie so kleine Weltenkinder nun darauf reagieren, dass man offensichtliche “Erwachsenenkrankheiten” hier derart offen kommuniziert und veranschaulicht, was stellenweise sogar im Kino Fragen auslöst (“Mama, warum ist der so böse?”) – da ob des Zeichenstils wohl kaum ein Erwachsener aus eigener Intention in so einen Film gehen würde und dafür sogar Geld bezahlen, sondern man quasi nur bei seinen Kindern sitzt und darauf wartet, dass es endlich vorbei ist… Auf die Idee, hier eigene Lehren mit zu nehmen, kommt man während des Films einfach nicht.

Tatsächlich ist mir die offensichtliche Werbung für die Spielsachen diesmal auch echt negativ aufgefallen, da eben jene Features dann im Film offensichtlich präsentiert werden und den Eltern quasi hinterher keine Chance eingeräumt wird, überhaupt “nein” zu sagen. Die “Verkommenheit dieser Welt” nun so in ein Werk für Kinder zu verpacken … keine Ahnung, was ich davon halten soll.

Tatsächlich – um bei dem Transformers-Vergleich zu bleiben – fehlt mir hier einfach der Entertainment-Funke, der auch ohne Merchandising eine unterhaltsame CGI-Schlacht bietet, die nicht offensichtlich an den Kauf von Produkten gekoppelt ist, sondern mehr oder weniger auch tolle Leinwandmomente erzeugt … und dafür war das alles eben einfach zu schwach.

.kinoticket-Empfehlung: Um die Zeit zu überbrücken, bis die Kleinsten dann endlich in den aktuellen Transformers dürfen, reicht es allemal.

Intentionen, auch für Ältere, sind mit verarbeitet, gehen aber irgendwo im Strudel der Belanglosigkeit unter und zeichnen ein Bild von der Welt, dass in meinen Augen dem Zielpublikum zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgesetzt werden muss. Man hat halt eine Stunde Ruhe und nimmt danach aber nicht wirklich was davon wieder mit heim. Belehrt mich eines besseren, wenn ihr Kinder und andere Erfahrungen damit habt .. bin auf eure Meinungen gespannt!

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, das hört alles sehr ruckartig wieder auf.

Kinostart: 05. Januar 2019

Original Title: Fireman Sam: Hollywood Hero
Length: 60 Min.
Rated: FSK 0

Tabaluga – Der Film

Tabaluga

© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Peter Maffay zählt zu den Miterfindern der Zeichentrickfigur Tabaluga, die seit 1983 die Kinder begeistert und dadurch Generationen durch ihre Kindheit half.

Kein Wunder, dass diese Erfolgsgeschichte nun auch einen eigenen Kinofilm bekommt: Tabaluga – Der Film mit Michael Bully Herbig, Wincent Weiss, Rufus Beck, Heinz Hoenig, Yvonne Catterfeld und Rick Kavanian in den Hauptrollen.

Nun scheiden sich bei solchen Großprojekten, die so viele Generationen umfassen, meistens die Geister: Die älteren bejammern, dass nicht alles gleich ist wie damals, dass man auf neue Technik setzt oder verschiedene (elementare) Dinge anders ausgestaltet und eben vom Original abweicht, während jüngere eine oftmals weniger kritische Meinung äußern, oft wegen Nichtwissens älterer Fakten oder weil sie den Film eben einfach unvoreingenommener bewerten als die, die damit groß geworden sind.

Und das ist (und wird vermutlich) auch immer ein “Problem” bleiben, was ich aber gar nicht mal so dramatisch auffasse: Tatsache ist, dass Tabaluga – Der Film als eigenständiges Projekt eine tolle Geschichte erzählt, die Kinder als Neulinge gefangennehmen kann und trotzdem genügend Nostalgie-Essenz enthält, damit sich die Älteren nicht gänzlich verloren im Kino fühlen.

Dass dabei auch auf die Songs von Peter Maffay gebaut wird und man quasi das Musical verfilmt, ist für mich ein weiterer Meilenstein der “Andere-Kunstformen-auf-die-Leinwand”-Anstrengungen, die seit geraumer Zeit bemüht werden.

Die Animationen, auf die man hier gesetzt hat, sehen top aus und zeugen tatsächlich von Können und bereichern dadurch die Geschichte durch die Prise Professionalität, die anderen Kinderfilmen oft noch fehlt.

Lobenswert erwähnt werden muss auch: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH und die Produzenten des Films spenden 10% der Leihmiete an die Peter Maffay Stiftung und setzen sich damit gemeinsam für Werte wie Freundschaft, Empathie und Respekt ein und fördern Kinder mit schwierigen Vergangenheiten, damit diese zu neuem Selbstwertgefühl finden.

Damit schafft man einen Kinofilm, der sowohl diese Werte präsentiert und gleichzeitig auch Taten im Hintergrund, die das Gesagte vorleben und jedem dabei helfen, aktiv etwas zu tun… einfach, indem man ins Kino geht und sich diesen Film anschaut.

Und so etwas ist großartig! Wer gerne mehr darüber wissen möchte, findet hier nähere Infos: https://petermaffaystiftung.de/.

.kinoticket-Empfehlung: Ein mittlerweile 35jähriges Projekt erhält seinen eigenen Kinofilm und begeistert damit die neuen Generationen.

10% der Leihmiete (Einnahmen durch die Kinos, die an den Verleih gehen) gehen via Sony & Produzenten an die Peter Maffay Stiftung und kommen somit Kindern erneut zugute – und damit tut der Film, was er auf der Leinwand selbst lehrt, direkt schon im Hintergrund – ein tolles Unternehmen, vor dem ich auf jeden Fall meinen Hut ziehe!

Nachspann
❌ ist zwar cool in 3D, braucht aber nicht ausgeharrt zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Tabaluga – Der Film
Length: 90 Min.
Rate: FSK 0

Skyscraper (3D)

Dwayne Johnson in seinem neusten Superwerk: Ich habe es schonmal geschrieben, dass dieser Schauspieler einfach genau weiß, was er möchte, seine feste Fan-Base längst errungen hat und sie ihn für genau das lieben, was er tut: Solides Action-Kino zweiter Güte, viel CGI, Pompösität und ein billiges Drehbuch dazu, ganz, wie man es aus dem klassischen 90er-Jahre-Action-Kino kennt.

Ich denke, mittlerweile dürfte jeder die gleichen Erwartungen an einen Film wie diesen habe. Johnson steht für sein eigenes Genre, für das man ihn kennt und liebt (oder hasst). Und mit jenen Erwartungen bin ich auch in die Show getigert und habe geschaut, was so auf mich zukommt.

Und Leute? Es kracht. Gewaltig. Um es vorweg zu nehmen: Ich glaube, dass dies mit Abstand der beste Film von Johnson geworden ist, den er je herausgebracht hat. All seine Vorläufer (San Andreas, Rampage, Jumanji etc.) kommen bei weitem nicht an das Niveau ran, das man hier auffährt!

Designtechnisch ist das Ding schon mal die absolute Wucht. Klar, hier haben so ziemlich alle bekannten CGI-Studios ihre Finger im Spiel gehabt und mit der neuesten Technik spielen dürfen und das merkt man. Das Ding ist eine optische Augenweide, wie es sie bisher nicht gegeben hat. Dagegen stinkt sogar Passengers ab und den habe ich ja auch wegen seiner Optik vergöttert. Damit hätten wir ein neues Level von Ästhetik und Schönheit erreicht, dass Maßstäbe setzt und dem Kinozuschauer exklusive Einblicke in die Welt des modernen Kinos präsentiert, die ein .kinoticket bereits jetzt schon vollkommen rechtfertigen.

Doch neben der puren Schönheit und Ästhetik tanzt man ebenfalls den Tanz der üblichen Action-Plots, die damals schon lächerlich waren und es heute noch stellenweise sind, obgleich man hier einen sanften Unterton angeschlagen hat, der Lust auf mehr macht und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt: Schmeißt in den Drehbüchern noch mit etwas mehr Hirn um euch und lasst die typischen Actionkracher-Dummheiten gänzlich sein und Marvel bekommt Jünglings-Konkurrenz!

Beim Soundtrack, der (technischen) Kulissenauswahl und dem Look & Feel des Films hat man definitiv voll ins Schwarze getroffen und liefert hier mehr, als man letztendlich erwartet hätte: Grandioses Popcorn-Kino, dass Avancen zum Megablockbuster aufweist und das ich liebend gerne auf der neue LED-Leinwand in Esslingen betrachten wollen würde: Cinema-LED, neue IMAX-Lasertechnik und damit eine völlig neue Generation der Kino-Publikationen hat begonnen und Skyscraper ist genau der Stoff dafür, den man sich auf diesen Leinwänden besehen sollte.

Der Actionkracher startet heute Abend in den Kinos und ihr tätet gut daran, eure üblichen Pläne auf Eis zu legen und euch ins größte Kino der Umgebung zu verziehen, um diesem Machwerk beizuwohnen, denn es lohnt sich seit langem endlich mal wieder, den Abend mit bester Unterhaltung zu beginnen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Liefert extrem viel mehr, als man erwartet und macht richtig Spaß dabei: Dwayne Johnson‘s bislang bestes Werk in einer überwältigenden Optik-Wucht und ästhetischem Design, dass einen glauben lässt, man wäre im Himmel!

Der Plot krankt wie üblichen an den bekannten Action-Dummheiten, bleibt seinem Genre damit aber konsequent treu und liefert nichts neues, sondern zwingt hier und da zum unfreiwilligen Lachen, dafür haut der Rest des Films einen tatsächlich vom Hocker.

Beste Popcorn-Kino-Unterhaltung ist auf einem hohen Niveau garantiert, dass es bisher so nicht gab: Leute, geht da rein, solange die größten Screens damit beseelt werden: Es lohnt sich!

 

Nachspann
✅ Wo man im Film selbst oft das Gefühl hat, es wird zu wenig davon gezeigt: Hier kommt es – also bleibt sitzen, bis es wirklich dunkel wird und der übliche Nameroll abläuft.

Kinostart: 12. Juli 2018

Original Title: Skyscraper
Length: 103 Min.
Rated: FSK 12

Meine teuflisch gute Freundin

Wir sind wieder im deutschen Kino und man findet auf der Leinwand diesbezüglich fast alles, was hierzulande Rang und Namen hat – zumindest, wenn man die aktuellen Teenie-Stars mal so durchforstet. Dementsprechend kratzt man auch wieder an meiner heiß geliebten Theatersprache und beordert meine Fav-Stars gleich mal in den Keller, weil man so einfach nicht spricht. Aber was soll’s.
Samuel Finzi dürfte meinen Lesern aktuell noch aus HERRliche Zeiten in Erinnerung sein und wenn ich euch jetzt verrate, dass sein vorheriges Projekt Hot Dog war, dürfte jeder wissen, wie meine Sympathien um diesen Darsteller stehen und mit welchen Gefühlen und Erwartungen ich diesen Film begonnen habe.
Die Startvoraussetzungen sind also unterirdisch und genau da setzt wohl auch der Plot an, der – zu meiner großen Überraschung – zwar von vielen kleinen filmischen Gemeinheiten gebeutelt wird, sich daraus aber extravagant empor kämpft und dem Zuschauer, im speziellen dem Zielpublikum, eine wahrhaft sehenswerte Story vorbeibringt, die von Moral und guten Vorbildern geprägt ist und gleichsam durch seine Ungewöhnlichkeit ungemein viel Spaß bereitet.
Wer jetzt mit Anstand und Konservativismus ankommt, so von wegen “Teufel”, “Dämonen” und “Das ist nichts für Kinder, schon gar nicht für meine”, darf diese Vorurteile gerne sofort wieder einstecken, denn davon ist im Film rein gar nichts zu sehen. Schaut euch ein Profilbild des Darstellers an, dann seht ihr alles, was an “Teufelsfratze” im Antlitz erstrahlt – die Kindertauglichkeit ist demnach also gewährleistet.
Vielmehr finden die diabolischen Streifzüge eher in den Handlungen statt, wobei hier angemerkt werden darf, dass der Alltag in deutschen Schulen wohl oftmals wesentlich boshafter ist, als auf der Leinwand gezeigt. So mag wohl auch manch einer die Überschwänglichkeit der guten Seite anzweifeln, die jedoch im Rahmen des Films meiner Meinung nach super ausgelotet dargestellt wurde und fast wie der sprichwörtlich trockene Schwamm vorbildhaftes Verhalten an die Tagesordnung bringt, die unserer Gesellschaft in Teilen heute so arg fehlt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es ist schon bezeichnend, dass man erst in die Hölle hinabsteigen muss, um moralisch-ethisch vertretbares Handeln zu finden, was metaphysisch betrachtet schon wieder ein glanzvolles Beispiel zum derzeitigen Zustand unserer Welt offenbart.
Das alles in einen kinderfreundlichen Film verpackt, der wieder ehrbares Verhalten lehrt und dabei noch wunderbar unterhält, ist Inhalt dieses Films. Familientaugliche Kost, die gerne im Kino konsumiert werden kann – wer danach noch mit den Kids über das Verhalten der verschiedenen Charaktere spricht, hat pädagogisch alles richtig gemacht! Top!

 
Nachspann
✅ Ist zwar nicht sonderlich wichtig oder Story-vorantreibend, aber es werden alle Figuren nochmal schön bebildert gezeigt.
Kinostart: 28. Juni 2018

Bailey – Ein Freund fürs Leben

Ouway, ich höre sie schon – die Bombe. Den Weltuntergang. Den wütenden Mob, der auf mich zurast, nur weil der Titel im Zuge meines Blogs auch auf Facebook auftaucht und man ja sogar davor gewarnt hat, diesen Film zu sichten.
Ja, ich habe eine Pressevorführungseinladung bekommen und musste an diesem Termin leider meinem Geldverdienerjob nachgehen, weshalb ich diese Chance nicht wahrnehmen konnte, sonst hätte ich die Macher zu gerne persönlich mit den Vorwürfen konfrontiert und sie gefragt, was da jetzt nun Sache ist.
Und die Tatsache, dass ich hier und heute darüber schreibe, löst bei vielen sicherlich schon pure Empörung und Hass oder dergleichen aus, weswegen ich an dieser Stelle eine intensive Bitte habe:
Ja, ich weiß, ihr alle seid extreme Tierfreunde. Ich sogar so sehr, dass ich einem Job nachgehe, bei dem man fast täglich mit Tieren zu tun hat in einer Umgebung, die tatsächlich so malerisch und unberührt ist, wie man es sich auf vielen Milchverpackungen und anderen “Verpackungslügenbildern” vorstellt.
Die glücklich weidenden Kühe auf der Alm mit viel Platz, jeder Menge Frischluft und natürlichem Gras, die sozusagen den ganzen Sommer über keinen Stall von innen sehen und ihr Leben zwischen freilaufenden Hasen, Hennen, Eseln, Katzen und anderem Getier verbringen, existieren direkt in meiner Arbeitsstätte und erfreuen sich bester Gesundheit und verbringen ihr Leben in großem Glück.
Und ich liebe diese Form von Natürlichkeit und Tierliebe so über alle Maßen, dass ich meinen Fanatismus bezüglich des Kinos dem Treiben auf den Bergen hinten an stelle und mich in erster Linie um die Arbeit bemühe und dann erst dem Vergnügen Film die Bühne biete.
Ich selbst war stolzer Besitzer einer Katze, die nach unzähligen glücklichen Stunden und extrem viel Zeit, Schmuserei und jeder Menge Abenteuer nach einem sehr langen Leben in hohem Alter friedlich entschlafen ist und mich immer daran erinnert, wer von beiden Spezies der Treue, Zuverlässige und Liebende ist: Nicht der Mensch, sondern das Tier.
Im Zuge dessen kann ich all die empörten Verbreitungen von Tierquälermaterial auf Facebook nicht verstehen – Leute, die Videos posten, mit den Überschriften: “Wer macht sowas?” und dann clickbait-Challenges Starten, um mit ihren voyeuristischen Videos möglichst viele Zugriffe auf Facebook zu erlangen, während sie selbst diejenigen sind, die diese Gräueltaten weiterverbreiten und damit den Tierquälern eine kostenlose Plattform bieten und mit ihrem Sharen dafür sorgen, dass genau diese Quälerei immer mehr Zulauf bekommt und von möglichst vielen Menschen gaffend konsumiert wird.
Genau, wie es bei ISIS-Enthauptungsvideos das beste ist, diesen kranken Schwachsinn gar nicht erst anzuklicken, sondern ihn einfach im Sande verlaufen zu lassen, genauso sollte man die Finger (oder den Mauszeiger) von Tierquälervideos lassen, denn DU bist es, der diesen Tierschändern die Kohle in den Rachen wirft, indem du diese Videos schaust, verbreitest und dafür sorgst, dass die Werbeeinnahmen in den Taschen der Tierquäler landen.
Eigentlich müsste schlussfolgernd jeder, der so ein Video teilt, in seinem Profil die Zwangsaufschrift stehen haben: “Ich unterstütze Tierquäler und verbreite solches Material weiter und verhelfe ihnen so zu mehr Geld.”
Aus diesem Grunde schaue ich mir so einen Schwachsinn gar nicht erst an.
Die zusammengeschnittenen Clips von Bailey – Ein Freund fürs Leben, wo ein Hund laut den Beschreibungen gequält worden ist, habe ich mir angeschaut.
Weil ich nicht persönlich unreflektiert über etwas schreiben möchte, dass tatsächlich mit solchen Handlungen verbunden ist.
Weil ich als Blogger und “öffentliche Stimme” eine “Verantwortung” gegenüber anderen habe, und auf meiner Seite ein Statement abgeben kann, dass andere Menschen aktiv beeinflussen kann und ich daher nicht einfach nur irgendwas wild zusammengeflicktes glauben kann, sondern die Sache untersuchen muss, bevor ich mich darüber äußere.
Und darum meine Bitte: Eure tief aus dem Herzen entspringende Empörung und Wut kann ich so sehr nachvollziehen, dass euch die Galle übergeht, weil man niemals ein Tier schlagen, schubsen, treten oder zu Dingen zwingen sollte, die es nicht freiwillig möchte. Ich kann euren Hass verstehen und bitte euch deshalb darum: Holt kurz Luft, lest erst bis zum Schluss – und zwar so besonnen und ruhig, dass ihr einzelne Wörter nicht überlest und damit evtl. die Bedeutung eines Satzes ins Gegenteil verkehrt, stellt Fragen, nutzt die Kommentare und lest vor allem bis zum Schluss, bevor ihr wütend anfangt, andere zu bashen.
Ich habe das Un-Talent, die Dinge nicht gleich im ersten Satzteil auf den Punkt zu bringen und brauche für meine Ausführungen oftmals eine kleine Weile, um das zu sagen, was ich wirklich sagen will. Wer also gleich beim ersten Abschnitt Hassgefühle auf mich entwickelt, liegt damit sicherlich absolut daneben und hasst mich für Dinge, die so gar nicht sind.
Klar soweit? Dann mal los: Fakten sammeln.
Im Tierquäler-Clip werden Ausschnitte gezeigt und die Frage, ob es hier tatsächlich um die Kulisse des Films geht, war für mich zum Zeitpunkt des Schauens des Clips nicht ersichtlich, da nirgendwo in dem Clip ein Logo oder ähnliches zu finden war, dass tatsächlich auf diesen Film hinweist. Man kann nur vermuten – und so etwas ist schon mal sehr gefährlich.
Man sieht einen Hund, der unsanft ins Wasser gestoßen wird, (ich vermeide an dieser Stelle mal das Wort “panisch”) versucht, dem Becken wieder zu entkommen und schlussendlich doch im Becken landet.
In diversen Weiterverbreitungen wird von “kämpft um Leben und Tod”, “weiß jemand, ob der das überhaupt überlebt hat” etc. berichtet, was meines Erachtens völlig aus der Luft gegriffen ist, da Hunde bekanntermaßen schwimmen können und man auch deutlich erkennt, dass dieses Tier zum Schluss nicht verendet irgendwo im Straßengraben oder einer Mülltonne liegt.
Das bedeutet nicht, dass ich die Handhabe in dem Clip dem Tier gegenüber gutheiße, sondern nur, dass man nüchtern betrachtet ein wenig übertreibt, wenn man hier von “dem Tod nahe” erzählt.
Hier malt sich der Facebook-User gerne mal die irrsten Horror-Stories aus und übertreibt dann mit dem “Stille Post”-Prinzip mal Dinge in eine Richtung, die nichts mehr mit “aufdecken” zu tun haben, sondern schier in abstruse Richtungen abdriften.
Fakt ist (und Fakten sind das einzige, was zählt): Ich persönlich war zu dem Zeitpunkt nicht dabei und kann daher keine Aussage darüber treffen, ob es sich a) tatsächlich um den Filmhund handelt und b) ob er gequält wurde oder das Gezeigte in einem völlig anderen Zusammenhang steht. Und ich gehe mal davon aus, dass der Großteil der “Boykottiert diesen Film”-Meute auch nicht persönlich vor Ort war und daher genauso nur Vermutungen äußern kann, die auf keinerlei Grundlage basieren und daher fragwürdig ist, wie man mit dem Thema nun umzugehen hat.
Eben dies war einer der Hauptgründe, weshalb ich den Film nun erst recht sehen wollte, um herauszufinden, ob diese Szenen, die man sich dann mit viel Fantasie in den Film rein interpretieren muss, dann auch tatsächlich so vorkommen.
Und ja, ich habe im Film das “Becken” entdeckt, in dem diese Form der “Wellen” und “Sprudler” zu sehen war, was ich jetzt zwar nicht 1:1 vergleichen konnte, da Kino und ich den Film nicht stoppen kann, um dann den Clip mitlaufen zu lassen, aber eine Ähnlichkeit aus dem Gedächtnis war tatsächlich vorhanden.
Also kann ich mich auch nur wieder auf die Suche nach Leuten machen, die ebenfalls darüber schreiben, was für mich wieder keine hundertprozentigen Aussagen sind, da auch hier wieder die Frage gestellt werden muss: Wer schreibt für wen? Wer bezahlt die Miete für den Schreiber etc. pp…
… und an dieser Stelle bin ich mal heilfroh, dass ich eben KEINEN Sponsor habe und hier tatsächlich völlig unabhängig über die Dinge berichten kann, da mir niemand von den Großen in die Suppe spucken oder mich zur Rechenschaft ziehen kann – auch die Presse nicht.
Die Vermutungen, dass ich mich hab kaufen lassen, weil ich nicht von vornherein auf den “Ich hasse den Film”-Zug aufspringe, könnt ihr euch deshalb also gerne stecken. Im Gegenteil: Ich bin stolz darauf, wirklich unabhängig zu sein, weil mich das Blog und die Arbeit dahinter ausschließlich kostet und mir keinen einzigen Cent einbringt!
Im Rahmen dessen möchte ich gerne mal auf einen Bericht von Filmstarts hinweisen, der sehr interessant zu lesen ist und mit dem gleichen Enthusiasmus auf Facebook geteilt werden sollte:
http://www.filmstarts.de/nachrichten/18510340.html
Dort ist die Rede von der AHA, also der American Humane Association, die dafür da ist, dass genau diese Dinge nicht passieren und die bei jedem Dreh permanent vor Ort ist, um auszuschließen, das zum Vergnügen des Menschen Tiere in irgendeiner Weise gequält oder misshandelt werden.
Ist laut denen alles in Ordnung, wird im Nachspann der berühmte Satz “No Animals were harmed” gezeigt, der auch bei Bailey – Ein Freund fürs Leben im Abspann am Schluss zu lesen war.
Fakt: Jeder, der behauptet, dort wäre ein Hund so gequält worden, dass er dem Tode nahe kam, zweifelt damit auch automatisch die Seriösität der AHA an, deren Aufgabe es ist, sich darum zu kümmern, dass Tiere nicht für filmische Zwecke misshandelt werden.
Dies müsste jetzt also eine Grundsatzdiskussion auslösen, die die Existenzberechtigung dieser Vereinigung infrage stellt – nur lese ich darüber kein Sterbenswort, sondern höre nur die wild um sich schlagenden “Tierschützer”, die alle den armen Hund lieben und die Produzenten so sehr hassen.
Auf welcher Grundlage?
Desweiteren ist im Text von Filmstarts die Rede davon, dass der Hund im zweiten Teil des Clips sofort aus dem Wasser geholt und gewärmt wurde und Hercules (so heißt der Süße) extra ausgewählt wurde wegen seiner Vorliebe zu Wasser.
Desweiteren sind viele weitere Dinge beschrieben worden, über die ich jetzt auch persönlich keine Aussage zu richtig oder falsch treffen kann, jedoch wäre ein Versagen der AHA gleichbedeutend damit, zu sagen, das TÜV-Siegel bei Autos hätte keinerlei Bedeutung mehr, weil die die Autos nicht richtig kontrollieren. Und damit müsste man konsequenterweise alles in Frage stellen und dürfte niemandem mehr glauben. Und alles wegen etwas Wasser und einem Hund in einem unscharfen Video in einem offensichtlich zusammengeschnittenen Clip, der wieder vieles aus dem Zusammenhang reißt.
Und genau da sehe ich viele Probleme.
 
Das Tomatenbeispiel
Jeder hat sicherlich schon mal davon gehört, dass im Strunk einer Tomate Blausäure enthalten ist, die bekanntlich giftig für den Menschen ist und daher besser entfernt werden sollte, weil man sich sonst vergiftet, wenn man Tomaten roh isst.
Hier haben wir jetzt das gleiche Problem: Es steht ein Fakt im Raum (“In der Tomate im Strunk ist Blausäure, die giftig ist”), der richtig ist und sicherlich auch wissenschaftlich nachgewiesen werden kann und wurde.
Soweit, so gut. Dann beginnt das Nachdenken und Nutzen des Hirns, bei dem die meisten Menschen aussteigen und es einfach bei der “Horrormeldung” belassen, denn das ist ja einfacher.
Fakt 2 im Raum: Blausäure ist für den Menschen schädlich ab einer Menge von 1 mg pro Kilogramm Körpergewicht.
In meinem Fall mit ca. 85 kg Körpergewicht bedeutet das eine Menge von 85 mg Blausäure pro Tag, die ich zu mir nehmen müsste, um gesundheitliche Schäden zu erleiden.
Grob gerechnet enthalten 1000 (eintausend!) Kilogramm rohe Tomaten 1,6 mg Blausäure.
Dreisatz:
1000 kg / 1,6 = 625 kg Tomaten enthalten 1 mg Blausäure.
625 kg Tomaten * 85 mg notwendige Blausäure ergibt ein Tagessoll von 53125 kg rohen Tomaten, die ich täglich verzehren müsste, um von Blausäure vergiftet zu werden.
Um dieser Aussage von oben (“In Tomatenstrunks ist Blausäure, von der du vergiftet wirst”) also Wahrheit beipflichten zu können, muss die Grundlage gewährleistet sein, dass ich als Mensch täglich (!) dreiundfünfzigtausendeinhundertfünfundzwanzig Kilogramm rohe Tomaten zu mir nehme!!!
Na, wie wahrscheinlich ist das?
Ihr seht – die Aussage ist ein Phänomen, dass im Internet rumgeistert und immer wieder auf erfreute Verschwörungstheoretiker stößt, die das weiter verbreiten und Angst und Schrecken schüren. Und wie sinnvoll ist das?
Es ist ABSURD sich mit Tomaten zu vergiften, weil bei dieser Menge ein Mechanismus einsetzt, der dich erbrechen lässt, weil allein der Magen physikalisch schon absolut nicht in der Lage ist, diese Menge an Tomaten überhaupt zu fassen und zu verdauen. Auf Deutsch: es ist UNMÖGLICH an Blausäurevergiftung zu verrecken, nur weil man den Strunk nicht entfernt hat.
Und obwohl diese Aussage nachweisbar ist, ist sie hinfällig, weil es keinerlei Bedeutung hat und im Zusammenhang MIT Nachdenken dazu führt, dass es lächerlich ist, solche Behauptungen aufzustellen.
 
Zurück zum Hund
Ich weiß selbst, dass dieser Vergleich hinkt und vielleicht nicht die beste Methode ist, um hier Aufklärung zu betreiben. Ich möchte nur zeigen, dass es wahnsinnig ist, wenn man sich hinsetzt, auf Facebook einen Clip anschaut und aufgrund von wirren Behauptungen Dinge verbreitet, von denen man auf deutsch gesagt keine Ahnung hat.
Denn konsequenterweise hieße das, dass Hunde als Haustiere absolut verboten gehören, denn Tiere leben in Freiheit und sind nicht für den Menschen geschaffen.
Was ist mit den Hundehalsbändern mit Spikes nach innen? Was ist mit Elektroschocktherapie? Was ist mit Hundeschulen? Erziehung von Hunden? Dingen, die fast jeder Hundebesitzer völlig selbstverständlich macht und die für die Tiere im Ursprungsgedanken genauso unnatürlich sind?
Die sind in meinen Augen viel schlimmer, als ein Tier ins Wasser zu schmeißen. Ja, es ist nicht in Ordnung – aber im Zusammenhang einfach nur “nicht die feine englische Art” und hat nichts mit Tötung oder Quälerei zu tun.
Und nochmal: lest euch den Text auf Filmstarts durch – und dann nochmal. Und lasst es euch auf der Zunge zergehen.
Dem Tier geht es gut. Die Handhabe wurde kritisiert, jedoch wurde kein unwürdiges Verhalten gegenüber dem Tier festgestellt und keinerlei Quälerei nachgewiesen. Die ärztliche Untersuchung des Hundes hat seine völlige Gesundheit ergeben.
Die Macher haben die Pressevorführungen abgesagt, die Weltpremiere abgesagt und somit ihre ganze Arbeit niedergelegt und den Erfolg des Films selbst vernichtet – war das im Interesse des Regisseurs, wenn den das Wohl des Tieres nicht kümmern würde?
 
Was ist denn nun mit dem Film selbst?
Kommen wir also nun mal zu dem bei diesem Thema eigentlich langweiligen Part: Dem Film selbst.
Ich fand ihn mittelmäßig. Er soll den Bezug von Mensch und Tier herstellen, die Liebe und Hingezogenheit von Tieren gegenüber ihren Besitzern unterstreichen und er tut dies mittelmäßig. Für mich war der Plot eher halbgar, die Darstellungen zu gestellt, und die Symmetrie in den Erzählsträngen zu asynchron.
Die Szenen – gerade, die beanstandete Szene – wirkte so herausgerissen und eigentlich völlig überflüssig im Film, dass man sich das gerne hätte schenken können und dem Tier alles ersparen und die Bauchschmerzen im Kinosaal ob dieser ganzen Vorwürfe, waren am Schluss mehr als gerechtfertigt, weil ich keinerlei Bereicherung darin gefunden habe, die dieser Film jetzt an die Welt gibt.
Er ist einfach mal da, wirft einige Dinge in den Raum und wartet nicht mit absonderlichen Neuheiten oder intelligenten Geniestreichen auf, sondern plätschert vor sich hin und erzählt eine Geschichte, die man auch dem Trailer entnehmen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher geht nicht nicht in diesen Film, weil ihr ihn wegen Tierquälerei boykottieren wollt, sondern geht nicht rein, weil er nicht wirklich toll ist und man sich im Kino wirklich besseres vorstellen kann als diese 0815-Story mit klischeehaftem Ende und fehlender Euphorie.
Und wenn ihr wirklich etwas gegen Tierquälerei tun wollt, dann hört auf, solche Bilder und Videos zu verbreiten und kümmert euch lieber persönlich um die artgerechte Haltung eines Tieres. Denn dann geht es einem einzigen Tier nämlich richtig gut: eurem.
Denkt mal drüber nach.

 
Nachspann
Der Film hört irgendwie abgehackt auf und bringt es auch nach dem Lauftext nicht zu einem befriedigenden Abschluss.
 
P.S. Und um noch mit einem Vorurteil zu brechen, ich hätte diesen Film jetzt finanziell unterstützt:
Ich zahle im Jahr eine Pauschale von 399,- € für eine Flatrate, die mir erlaubt, in jeden Film zu schlendern ohne auch nur einen weiteren Cent in die Hand zu nehmen.
Bei ca. 300 Vorstellungen jährlich bedeutet dies ein Filmdurchschnittspreis von 1,33 € pro Film. Da ich die 399,- € aber so oder so zahle und es EGAL ist, in welchen Film ich nun gehe oder nicht (ich könnte mir also auch 1000 oder 4000 oder 40.000 Filme ansehen, wenn es die Zeit zuließe), messe ich dem keinerlei weitere Bedeutung bei. Das Kino bekommt also keine explizite Zahlung durch mich.
Und Pressevorführungen kosten mich absolut nichts außer die An- und Abreisekosten (die bei der Deutschen Bahn und der MVG landen) und etwas meiner freien Zeit. Auch hier fließt also keinerlei Kohle zu irgendwelchen Produzenten.
Für weitere Fragen und Ungereimtheiten eurerseits stehe ich in den Kommentaren gerne zur Verfügung.

Vaiana – Das Paradies hat einen Haken (3D)

Disneeeeeyyyyyyyyyyyy awwwww …..
Nun rennen sie alle wieder an … loben ihn, feiern ihn, mei ist des toll, mei macht des Spaß, mei, ist das alles so süüüüüüüüß und erinnert uns so an unsere eigene Kindheit….. Awwwwwwwww…….
Moment mal: Hat sich schon mal jemand umgeschaut, was für trottelige Idioten wir da rangezüchtet haben, die jetzt das Allgemeinbild formen und uns tagtäglich Nachrichten bescheren, wie sie bei der Tagesschau über den Bildschirm flimmern?
Aber das zählt ja nicht, denn da ist ja das Hühnchen … Gott, ist das witzig!
Ganz ehrlich? Das kleine Biest war auch niedlich und bildet damit für mich das einzige, was an diesem Film tatsächlich niedlich war. Ich fand die technische Darstellung zwar top gemeistert, das 3D klasse, die Animationen (wie eigentlich bei allen Animationsfilmen mittlerweilen) ungeschlagen, jedoch konnte mich dieser süß-verzierte Charme der Putzigkeit selbst nicht in Honig einhüllen, sondern hat mir eher missfallen.
Ja, ich bin kein bekennender Disney-Freund und das hat nicht nur etwas mit den wirtschaftlichen Machenschaften dieses Konzerns zu tun. Jedoch gab es hier und da auch Filme, die mich dann doch angesprochen und nicht so dermaßen versagt haben, wie Vaiana.
Hier ist irgendwie alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Die Inhalte gleichen denen jeder anderen Disney-Story, die so plattitüd-langweilig daherplätschert und ganz sicher absolut keine Rückschlüsse auf die weiteren Entwicklungen zulässt (Ironie off) und auch der Impressionswahnsinn hält sich an dieser Stelle in Grenzen.
Kitschige Bilder kitschiger Gegenden kitschiger Animationen mit kitschiger Moral… und das Hühnchen.
Letzteres ist tatsächlich besser als in der Werbung angekündigt (obwohl du beim 76sten Mal Trailer anschauen die immergleichen Wiederholungen auch nicht mehr witzig findest und dich fragst, ob das im Film dann genauso abgefuckt wird), was gottseidank ja nicht der Fall war – zumindest nicht bei dem Hühnchen.
Bei allem anderen schon.
Ich will nicht spoilern, aber es gibt da so einen Satz, den ihr nach diesem Film garantiert alle auswendig zitieren könnt. Nicht, weil die Spule hängt oder der Cutter scheiße gebaut hat, sondern weil der wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder wiederholt wird, bis er schließlich wieder und wieder und wieder und wieder wiederholt wird, weil man vergessen haben könnte, wie er lautet. Also wiederholt man ihn am besten nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und nochmal. Und dann schon wieder. Sind wir schon bei der Moral angekommen? Wie lautet die denn? Warte, kurz noch 3x diesen Satz und dann kommen wir zur Moraaaahaaaaaalllllll …. die diesen Satz darstellt. Mega!
Was. Ein. Brüller.
Ganz ehrlich – DAS wird von der Presse und allen Kritikern gefeiert? Wo kann man diese Welt möglichst leise verlassen? Ich will nicht zu euch gehören, denn (laut Wikipedia) 95% überzeugte Befürworter dieses Schmarrens können doch nicht ein repräsentatives Gesamtbild unserer Bevölkerung abgeben, die tatsächlich schon so abgestumpft sein soll, dass keinem von ihnen auffällt, dass das hier ganz und gar nicht großartig ist?
Schneidet einen Clip mit allen Huhn-Szenen für YouTube zusammen und setzt den Rest in die Tonne. Der biedere Scheiß wurde schon hunderttausendmal anderweitig erzählt und stellt hier auch keine großartige Neuerung geschichtlicher Weiterentwicklung oder bahnbrechender Elemente dar, sondern erhebt einfach nur wieder einen Geist dazu, über sich selbst hinauszuwachsen und die Dinge zu tun, die Papa eigentlich verboten hat und die sich schlussendlich dann wohl doch als richtig erweisen. GAAAAAB ES SCHON MAL!!!!
Ehrlich.
Bleibt der Soundtrack.
Helene Fischer.
Ich muss kotzen gehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also geht rein. Oder lasst es.
Müsst ihr für euch entscheiden. Gelacht haben meine Probanden im Kino auch immer nur, wenn das Hühnchen zugegen war, an anderer Stelle war es bedrückend still und irgendwo auch … langweilig.
Wer viel Geld will, muss dafür auch vieles bieten. Und bei diesem Film hat man in diesem Fall schlichtweg einfach versagt.
Sorry, Disney.

 
Nachspann
bleibt animiert und liefert ganz zum Schluss sogar noch eine After-Credits-Scene. Also dranbleiben.

Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien

Man nehme:

  • 14 Schnapsgläser
  • Reichhaltig von einem hervorragenden Hochprozentigen
  • Ein Brett (am besten mit Einkerbung, damit die Schnapsgläser nicht rausrutschen)

Dann startet das Trinkspiel. Jedes mal, wenn im Kino der Name “Antanasia” gesagt wird: trinken!
Erstens wirds dadurch im Laufe der Zeit wirklich erträglich, der Story zu folgen. Zweitens ersäuft man so seinen inneren Hass auf die biederen Klischees, die im Film ausgeschmückt und verehrt werden und drittens fällt mir keine andere Methode ein, um dieses Werk, das bereits im Trailer abscheuliche Antipathien streute, auch nur näherungsweise leichter zu ertragen.
Alternativ kann man auch jedesmal zum Glas greifen, wenn man sie sieht. Das erhöht die Chancen, dass man bewusstlos umkippt, bevor der Film zu Ende ist. Dann ist das ganze noch leichter zu ertragen.
Nein, Leute, mal im Ernst: wer denkt sich so einen Schwachsinn aus und wieso gibt’s davon dann gleich drei Teile? Mein Kinobuddy lotete die Zielgruppe auf unter 10 aus und selbst für die finde ich die Darstellungen und das Gewese allenfalls zweifelhaft. Lehrreiche Interpretationen des Lebens oder liebenswürdige Umgarnung leidvoller Darstellungen aus dem echten Leben oder wenigstens mit einer Moral für selbiges? Fehlanzeige.
Statt dessen …. AntanaaaaaasiaaaahhhhhhTRINK! …. äh, wo waren wir?
Eins hat der Film definitiv bei mir geschafft: einen neuen Tiefpunkt zu entdecken, was Niveau, schauspielerische Leistungen und überzeugendes Können angeht.
Ich schau mir ja viel an. Auch wenn das untertrieben ist. Und ich lass mich auf vieles ein und bin dabei auch eigentlich immer recht tolerant beim Umgang mit der Suche nach dem passenden Publikum. Aber das hier?
 

.kinoticket-Empfehlung: Verlasst den Ort der Schande und zeigt offen, dass so etwas gar nicht geht.
Nicht, weil es nicht familientauglich wäre oder auf den ausgelutschten Trend der Vampircoolness hinarbeitet, sondern weil die Umsetzungen einfach dermaßen schlecht sind, dass selbst die Kotze zu schade ist, die man dafür verschwenden müsste.
Sorry, für diese ehrlichen Worte, aber anders kann ich dieses Ding nicht beschreiben. Es war die größte Erleichterung, als ich endlich wieder aus dem Saal raus durfte.

 
Nachspann
Um dem allen noch einen drauf zu setzen kommt hier noch was.

Blair Witch

Das Original aus dem Jahre 1999 mag kaum jemand verpasst haben, die PR-Strategie damals und das ganze Drumherum war genial inszeniert. Zudem hat man ganz nebenbei mal einen massentauglichen Meilenstein in punkto “Found Footage”-Movies gemacht und damit eine ganz neue Generation Film ins Leben gerufen, die alsbald ihre Nachahmer gefunden hat.
Der erste Teil verursacht auch heute noch nach spätestens 9 ½ Minuten Kopfschmerzen bei mir dank der irren Kameraführung, die zwar authentisch, dafür aber um so grausamer ist, je länger man hinsieht – überzeugend hin oder her.
Genau diesen “Fehler” wollte man dann beim zweiten Teil ausbügeln und hat einen hoch professionell angelegten Profifilm draus gemacht, der den ganzen Charme von Blair Witch Project kaputtgemacht und auch heute noch vom Großteil der Leute als schlecht bezeichnet wird.
Mit Blair Witch – quasi der Fortsetzung des ersten Teils – hat man nun endlich das galante Mittelmaß gefunden und ist wieder zum Found Footage-Style zurückgekehrt, hat den aber nicht nur mit der Intelligenz und den mystischen Abgründen des ersten Teils, sondern auch mit modernen Technikmitteln ausgestattet, so dass ein Horrorfilm dabei rausgekommen ist, der der heutigen Generation durchaus gerecht wird und nicht nur vereinzelt auf den Kinositzen für gruseliges Vergnügen sorgen dürfte.
Die Atmosphäre im Film ist gigantisch. Man ist sofort dabei, man kriegt zwischendurch zwar auch wieder Zeit, um zur Ruhe zu kommen und Überlegungen anzustellen, jedoch wird einem niemals groß langweilig, sondern man ist umgeben von kraftvoller Atmosphäre, die wieder ganz klassisch an die Urängste der Menschheit anknüpft und hier Szenen erschafft, die das pure Grauen beim Zuschauen hervorrufen.
Dabei ist nicht so sehr entscheidend, ob jetzt tief in die Plot-Trickkiste gegriffen wird, sondern eher das sich aufbauende Angstpotenzial, das mit fortschreitenden Entscheidungen der Protagonisten immer tiefer in Dinge verstrickt, über die man bestenfalls in sicherer Umgebung philosophieren könnte. Und genau die wird dem Geist des Zuschauers nicht geboten, sondern der wird panisch immer tiefer in den Wald gezerrt, um dort drin seine wahre Offenbarung zu erleben.
Für mich haben die Macher damit in nur 32 Drehtagen eine Meisterleistung geschaffen, die die grandiose Messlattenhöhe des ersten Teils nochmals um Welten steigert. Der Clou, hier mit den altbekannten Horrorelementen aus den späten Neunzigern zu arbeiten und dennoch die vielbeklagte Kopfschmerztechnik wegzulassen, hat mich tierisch begeistert. Auch wenn das der Sinnhaftigkeit teilweise etwas zu plump daherkommt, weil der Erzählflow durch die neue Methodik etwas zu glatt wirkt, so empfand ich generell das Erlebnis aber als völlig ausgeglichen und in sich rund, denn diese Symptomatik fällt einem erst später auf und nicht schon während dem Schauen.

Fun Fact: Auf digitale Schockeffekte wurde im Film komplett verzichtet. Die Macher arbeiteten derart detailverliebt an der Kulisse des Films, dass sogar die Macher des Originals schwer beeindruckt davon waren.

Und diese Authentizität kommt dem Film absolut zugute. Blair Witch macht einen Riesenspaß, wenn man Gruselfilme zu schätzen weiß, denn der ganze billige Horrorfilmmist hat hier nichts verloren. Dass dem Regisseur dabei die echt empfundene Angst wichtig war, spürt man mehr als deutlich, denn was die Schauspieler hier abliefern, ist nicht gespielt, sondern portiert die Angst förmlich in den Kinosaal rein.
Und die bleibt bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem grandiosen Finale, nachdem endlich der erlösende Abspann folgt, der wiederum einen Beat zum Niederknien beinhaltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Blair Witch bastelt hier nicht nur weiter an den Erfolg des allerersten Teils an, sondern setzt erneut Horror-Maßstäbe, an denen sich eine Vielzahl anderer Filme orientieren muss und sollte: So wird es gemacht, wenn man im Kino sitzen und Gänsehaut erleben will.
Schauspieler, Macher und alle Beteiligten haben derart viel Wert auf Echtheit gelegt, was sich im Filmerlebnis absolut positiv niederschlägt und zu einem Ergebnis führt, dass in Fanreihen für Begeisterungsstürme sorgen dürfte. Ich freue mich schon auf die deutsche Variante und die darauf folgenden Philosophien der Filmfreunde, was uns denn da nun tatsächlich geboten wurde.
Also geht rein, aber nur, wenn ihr auch Horror aushaltet, denn ohne harten Magen geht ihr hinterher garantiert nirgends mehr vorbei, wo irgend etwas raschelt.

 
Nachspann
wie oben schon erwähnt mit brutal-bombastischen Beat (wer erfindet sowas?), aber ohne weitere After-Credit-Scenes. Rausgehen ist also durchaus erlaubt. Vielleicht ja in einen Wald? 😉

Elliot, der Drache (3D)

Frage Nr. 1: Schon mal etwas davon gehört?
Frage Nr. 2: Auch vom Trailer derart angefixt gewesen, dass man direkt entschlossen hat, sich etwas anderes anzuschauen, weil die üblichen Klischeekeulen wieder tief durch die Lüfte fliegen und man so gar keine Überraschungen in dem Film vorhält?
Mir zumindest ging es so und nach der ersten Testvorstellung entpuppte sich dieser Film als überraschend positiv. Disney ist bekannt dafür, die Magie in die Welt zu verströmen und versucht dies seit nunmehr schon unzähligen Jahren in immer wiederkehrenden Filmen, die uns erzählen, dass Dinge existieren, die es nicht gibt und man sie sehen kann, wenn man einfach nur daran glaubt.
Zugegeben: Es ist schwer, in der heutigen Zeit mit dem umfassenden Filmwissen noch einen Plot zu kreieren, der tatsächlich Überraschungen parat hält und die Zuschauer wirklich verzaubert, aber diesen Part braucht mittlerweile wohl nicht mehr die Storyline übernehmen, sondern die Magie findet ganz woanders statt.
Und genau das hat mich zutiefst beeindruckt. Man erfindet hier eine Umgebung, lockt aus einer völlig neuen Perspektive eine dermaßen überwältigende kindliche Unschuld heraus, die im Einklang mit sich selbst ist und tiefsten Frieden und Zufriedenheit ausstrahlt. Man lässt sich Zeit und genießt diese unterschwellige Ordnung und gibt dieser völlig surrealen Wirklichkeit Zeit, sich zu entfalten und zu beweisen, dass diese Form von Leben nicht nur möglich, sondern fantastisch ist.
Dieser Film verzichtet dabei auf sämtliche schnulzigen Eigenschaften, die man dem Kinderkino andichten kann und erhebt sich selbst zu völlig neuer Größe. Schon die Introduktion erstrahlt in einer neuen Art des Friedens, die nicht nur vollkommen familiengeeignet ist, sondern auch in epischer Stärke aufspielt, die nichts mehr mit dem unwirklichen Comic-Charakter gemein hat, der in letzter Zeit als Ausweg für die immer mehr explodierenden Superlativen Hollywoods geworden ist. Und genau da – zwischen den Zeilen – erlebt man auch als Erwachsener einen Film, den man sich trotz des schlechten Marketings und uneinladenden Trailers dennoch unbedingt ansehen sollte.
Ob nun das Herz ergriffen, man vielleicht hier und da doch vom Plot erwischt wird, oder man einfach nur die selige Natürlichkeit dieser wahrhaft fantastischen Story in seiner wohlbehüteten Atmosphäre genießen darf – dieser Film ist es wert, ein .kinoticket dafür zu lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es war nicht nur ein fulminanter Start in einen Reigen von herrlichen Filmen, sondern auch ein krönender Abschluss mit einer neuen Art Kino, das wieder an einem Punkt angekommen ist, der die Auswüchse und Verirrungen der letzten Jahre hinter sich lässt und erneut etwas Traditionelles liefert: Richtig gutes Kino mit Geschichte, Emotionen und einer ungekannten Stärke, die nichts Böses braucht, um auf der Leinwand zu überleben und in den Herzen der Menschen zu funktionieren.
Traut euch – dieser Film ist es wert.

 
Nachspann
berührt mit seiner anfänglichen Animation im Detail und blendet danach ins übliche ab. Geht also langsam raus.

Mike and Dave need Wedding Dates

Wenn Zac Efron auf den Plakaten steht, hat man als Zuschauer schon fast die Garantie, dass es schräg wird, viel Party existiert und man jede Menge zu sehen und als weiblicher Fan zu schmachten hat.
Der einstige BRAVO-Bubi hat sich zum Body-Idol seiner Fangemeinde entwickelt und trägt in der Neuzeit immer wieder mit den körperlichen Errungenschaften seiner Arbeit dafür auf.
Wer ihn jüngst in Bad Neighbors 2 gesichtet hat, hätte meinen können, seine besten Tage sind gezählt und er rappelt sich jetzt nur noch von einem Film zum nächsten, während das Rampenlicht um ihn herum immer dunkler wird und schlussendlich im Nirgendwo verblasst.
Und genau das stoppt Mike and Dave Need Wedding Dates mit einer Vollbremsung: Hier geht es sprüchemäßig wieder richtig zur Sache und man bewegt sich nunmehr mit Stil unter der Gürtellinie und spricht dadurch auch die etwas erwachsenere Klientel an, da nicht mehr nur stupides Feiern an der Tagesordnung steht.
Und genau das versprüht einen gewissen Charme, der aus einem niedrigniveaulastigen Billigfilm etwas Sehenswertes kredenzt – wenngleich man sich den Film auch nur ein einziges Mal anschauen braucht, denn danach ist wirklich alles gesagt.
Soll heißen: Er ist phänomenal genug, um ihn im Kino zu besuchen, man sollte bei diesem Besuch aber alle Freunde dabei haben, denn das zweite Mal könnte dann langweiliger werden.
Im Sneak-Saal war zumindest mal Gelächter angesagt und das kam diesmal nicht nur von blöden Schnepfen, denen man auch auf der Straße davon gehen würde, sondern wir hatten Spaß bei der Sache, waren uns aber hinterher alle irgendwo einig, dass das ein Einmalding ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Zac Efron dürfen sich freuen: Der Junge läuft wieder in Höchstform auf und begeistert mit einer neuen Frische seine Fans und Zuschauer.
Die Story drumrum ist diesmal auch gar nicht so bescheuert und man hat durchaus Spaß, auch wenn das kein Film ist, den man unbedingt mehrere Male gesehen haben muss.

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzenbleiben!

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