Flüchtlingslager

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Jupiters Moon
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Wenn man den Sternenhimmel besieht, hatten es Planeten wie der Jupiter schon immer schwierig in der Filmwelt: Jupiter Ascending war auch bereits ein visuell betörendes Werk, dass in seiner Geschichte die Allgemeinheit auch auch nicht überzeugen konnte, obwohl das Ding optisch wirklich absolut erstklassig umgesetzt war. Aber allein dies reicht eben nicht, um einen wirklich erfolgreichen Film auf die Leinwände zu bringen und dann vom Volk den Erfolg beklatscht zu bekommen, den man verdient hätte.

Jupiter’s Moon klingt nun irgendwie wie eine Fortsetzung davon und hat doch rein gar nichts mit dem oben genannten Titel zu tun. Zwar sind die Ansätze und Denk-Hintergründe vom ungarischen Drehbuchautor und Film- sowie Theaterregisseur gut gemeint, meiner Meinung nach aber doch zu abstrakt, als dass ein breites Publikum sich damit abfinden und “von allein” drauf kommen könnte, welche verzweigten Hinweise sich dahinter verbergen.

Im Kino selbst wirkt es, als säße man in einem verspätet eingereichten Film, der sich zwingend mit der Flüchtlingskrise – und ganz im Speziellen mit den Problemchen Ungarns dabei – auseinandersetzt und eben auf den Zug aufspringen möchte, dann jedoch sehr eigenartige Wendungen annimmt und die politische Ernsthaftigkeit in ein ad Absurdum führt, dass den gemeinen Zuschauer ziemlich verschrecken könnte.

Stilistisch lässt man sich genügend einfallen, dass mit dem Überraschungsmoment über die relativ lange Laufzeit hinweg keine Langeweile aufkommt, die Frage nach dem “Warum” und einem höheren Sinn stellt sich aber dennoch und gibt dem Film dabei einen komischen Beigeschmack. Mundruczó versucht hier, in eine fantastische Metaebene vorzudringen und es hat den Anschein, als ob er auf diesem Plateau dann überhaupt keine Ahnung mehr hat und sich mit Merkwürdigkeiten über die einzelnen Etappen hangelt und darauf hofft, dass niemandem auffällt, dass die notwendige Essenz dahinter jetzt gänzlich fehlt. Genau die wäre aber dringend von Nöten, um diesem Stoff dann eine gewisse Glaubwürdigkeit abringen zu können, damit überhaupt je die Lust dazu entsteht, sich weiterhin ernsthaft damit auseinandersetzen zu können.

Alles in allem bleibt also ein Gefühl der Merkwürdigkeit, mit dem man anschließend den Saal auch wieder verlässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer einen seltsam anmutenden Film erleben möchte, ist hier genau richtig: Die Ideen sind gut, der Weg, den man dann ins Fantastische beschreitet, eröffnet aber einige Fragen, die auch bis zum Schluss irgendwie unbeantwortet bleiben.

Die Frage nach dem höheren Sinn des Films hat sich mir nicht ganz erschlossen, obwohl es visuell tatsächlich spannend gemacht und auch unterhaltsam war. Zu viel erwarten sollte man sich davon aber nicht, dann kommt auch keine Enttäuschung dabei auf.

 

Nachspann
❌ lohnt sich nicht, auszusitzen, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Jupiter holdja
Length: 123 Min.
Rate: FSK 12

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Dass die Franzosen Komödien machen können, weiß eigentlich jeder, der mit Kino zu tun hat. Mit Alles unter Kontrolle wird ein weiteres Erfolgserlebnis auf den Screen gebracht, dass definitiv den Besuch eines der Lichtspielhäuser wert ist.
Wer jetzt die Befürchtung hat, dass dies wieder nur so eine Art abgestumpfter Humor ist, wie wir es in der peinlichen Vorführung von Nichts zu verzollen erleben durften, der irrt. Der Humor ist hier so abgebrüht, zynisch und spitz, dass sich so manch politisch Korrekter durchaus daran stören könnte.
Und genau das macht für mich eine gelungene Komödie aus: Themen anzusprechen, die einen Nerv treffen, ohne dabei andere zu verletzen und manch oberernstes politisch heikles Thema auf amüsante Art zu persiflieren. Wenn dabei dann noch der Grat des guten Geschmacks gewahrt bleibt und man sich keiner billigen Sexwitze bedienen muss, um die Leute bei der Stange zu halten, dann steuert man fast schon auf die perfekte Unterhaltung zu.
Und als ich mich so im Saal umgehört habe, konnte ich genau das entdecken: Absolut zufriedene, glückliche Menschen, die permanent damit beschäftigt waren, zu grinsen, zu lachen und den Film zu feiern. Einschließlich mir.
Es wäre zu wünschen, dass sich viele Kinobetreiber dazu entscheiden, eben jenes Stück in ihre Säle zu verfrachten um den Menschen wieder das zu bieten, wonach sie sich in den düsteren Zeiten sehnen: Einen Grund, einfach so entspannt und ohne Probleme völlig unbeschwert und nach aller Herzenslust zu lachen.
Alles unter Kontrolle bietet dafür nicht nur die perfekte Grundlage, sondern wartet dazu noch mit einem Plot auf, der von seiner Spritzigkeit und der feschen Art kein Stück einbüßt, sondern auch hier dafür sorgt, dass keinerlei Langeweile aufzieht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich nach dieser Vorstellung nicht unterhalten gefühlt hat, der ist selber schuld.
Die Bewertungen nach dem Film haben auch eine eindeutige Sprache gesprochen: Fast alle haben bei positiv eingeworfen und damit signalisiert, dass der Film definitiv ankam.
Leute schnappen, .kinoticket lösen und Abmarsch ins Kino – diesmal lohnt es sich wieder, auch ohne seine Freunde vorher zu befragen oder irgendwelche Trailer zu schauen. Vertraut mir einfach.

 
Nachspann
Sitzen bleiben, sonst verpasst man den Schluss!

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