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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Frank Grillo

The Purge: Election Year

Nach The Purge – Die Säuberung und The Purge: Anarchy schickt Regisseur James DeMonaco uns in die dritte Runde des Tötungsspektakels und lässt bei Kinokennern so manches Grausen aufsteigen: Dritte Teile sind in der Regel nämlich niemals gut, sondern bezeugen eher den Tiefpunkt einer womöglich längeren Filmserie.
Und in diesem Fall hoffe ich, dass sie niemals aufhört.
Schon die ersten beiden Teile waren endlich mal nicht in die Masse des Mainstreams gefallen und darin erstickt, sondern erfrischten mit einer neuen Idee und glanzvoll inszenierten Form perverser Unterhaltung, die nicht nur “krass” ist, sondern gleichzeitig auch wertvolle Fragen im Umgang miteinander aufwarf, denen man sich – sofern gewünscht – hinterher unterwerfen durfte.
Genau das macht diese Filmreihe für mich so wertvoll: Der geneigte Fan kommt visuell definitiv auf seine Kosten und gleichzeitig braucht man das Hirn nicht am Einlass abgeben, sondern darf genüsslich darüber philosophieren, welche gesellschaftlichen Auswirkungen eine solche Machtherrschaft hätte, mit der man in dieser Trilogie rumspielt.
Schon beim Lesen merkt man, dass hier extrem viel Potenzial dafür da ist, diesen Film so richtig zu verkacken, weil nämlich irgendwann alles ausgelutscht und erzählt ist und man einfach nur noch wiederholt, wiederholt, wiederholt um nochmal Kasse zu machen. Und dieses Gefühl kommt bei The Purge: Election Year mal so überhaupt nicht auf – im Gegenteil: Es wimmelt nur so vor genialen Einfällen und Umsetzungen, die immer wieder derart Atmosphäre in den Äther schmeißen, dass einem schon per Definition die Gänsehaut über den Rücken schwappt.
Ja, der Film hat hin und wieder ein paar Längen, in denen nicht wirklich etwas passiert und man halt einfach mal so da ist, aber für einen Jason Blum eine herausragende Leistung und dass Größen wie Michael Bay noch ihre Finger mit im Spiel haben, zeugt von noch mehr talentiertem Können, wenn es darum geht, hier mal etwas außer der Reihe zu wagen.
Und grade dann, wenn die Stimmung evtl. abzukippen droht, reißt der Soundtrack (holt euch diesen Soundtrack Leute!) die Zuschauer wieder von den Stühlen und die gezeigten Bilder tun ihr übriges, um tierisch zu verblüffen und in erschrockenes Staunen zu versetzen.
Doch nicht nur die gezeigte Brutalität und perverse Freude an etwas völlig Irrsinnigem, sondern auch die konsequente Weiterentwicklung innerhalb dieses Experiments haben bei mir tiefste Bewunderung ausgelöst. So elegant und vorzeigbar war wirklich kein einziger dritter Teil, den ich jemals gesehen habe.
Und ich verfluche mich schon jetzt, dass die Zeit nicht dafür ausreichen wird, um sich diesen Film wieder und wieder anzuschauen … zumindest nicht im Kino. Denn ins heimische Kino kommt der mal auf jeden Fall – soviel steht fest.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch vom Trailer nicht abschrecken, der teilweise mongoloide Züge aufweist und vermuten lässt, dass es sich hier um einen riesigen Haufen Mist handelt, sondern vertraut einem erfahrenen Kinogänger und geht rein.
Ihr werdet nicht enttäuscht werden, denn hinter all den wirren Bildern aus dem Trailer steckt ganz viel Sinn, Durchdachtheit und überraschend viele positive Eindrücke, mit denen man wieder aus der Vorstellung wankt.
Sofern es mir vergönnt ist, werde ich mir diesen Titel definitiv nochmal anschauen.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, da kommt nichts mehr.

The First Avenger: Civil War (3D)

Avengers: Age of Ultron (3D) hat mir den Spaß an der Avengers-Reihe ja gehörig verhagelt. Das 3D war so gar nicht 3D, die Story irgendwie gelangweilt, der Film eine reine Zumutung.
Mit Ant-Man (3D) hat man dann seitens der Macher das Entschuldigungstablett serviert und quasi wieder richtig netten Stoff abgeliefert und auch das 3D konnte sich sehen lassen.
The First Avenger: Civil War (3D) reiht sich nun in das Universum der Avengers ein und führt die Geschichte weiter, die in bisher unerreichten 12 Teilen einer Comicverfilmung erzählt wurde. Dieser bildet den Auftakt der dritten Phase im Marvel-Filmuniversum, in der noch neun weitere Filme folgen sollen. [Quelle: Wikipedia]
Damit verkündet man quasi nicht nur den absolut devoten Wirtschaftskniefall, sondern offenbart ebenfalls, dass das Treiben noch lange kein Ende findet.
Grund genug für Leute wie mich, mit großen Zweifeln in einen Film zu gehen, der in solch große Fußstapfen treten und eine legendäre Erzählchronologie weiterführen möchte, die eben nicht aus der Feder eines Hinterzimmer-Autors stammt, sondern würdige Vorfahren hat und damit auch vom Zuschauer an die Hersteller gerichtete Ansprüche erfüllen muss.
Civil War vermag, all diese Ansprüche zu erfüllen und tischt hier das Ergebnis einer Saga auf, die zwar durchaus durchzogen von einigen Längen ist und sich eben nicht in Notizform abfertigen lässt, jedoch auch überraschend viel Tiefgang mitbringt und somit den Kinozuschauer nicht nur aus technischer Sicht heraus zunehmend verblüfft.
Die Tiefen der gesellschaftspsychologischen Verhaltensstruktur gegenüber Dingen, die als unkontrollierbar gelten gepaart mit Actionszenen, die einfach tierisch Spaß machen und den aufkeimenden Neuerungen, die man hier in das Filmuniversum integriert, machen einfach nur Lust auf mehr. War ich früher noch dazu geneigt, mich der ganzen Sache langsam abzuwenden, hat der letzte Teil es jetzt endgültig geschafft, dass auch ich knie und um mehr bettle.
Auch damit huldigt man wieder den Enttäuschten früherer Verfilmungs-Reboots und verspricht Reue und Wiedergutmachung auf cineastischer Basis. Und genau darauf hab ich so tierisch Lust, nachdem ich diese Vorstellung gesehen habe, die es einem wirklich ernsthaft schwer macht, auf das finale Endergebnis der Versprechungen zu warten, die überall im Film aufkreuzen und für jede Menge Stimmung sorgen.
Ich hatte meinen Spaß, der Friede zwischen mir und dem Avengers-Ökosystem ist wiederhergestellt und ich darf jedem von euch nur raten:
 

.kinoticket-Empfehlung: Greift zu, nutzt die Chance und schaut euch dieses sagenhafte 3D-Phänomen auf der großen Leinwand an.
Die Bilder sind fantastisch, die Story weiß mitzunehmen und allein für den 3D-Kick lohnt sich der Weg ins große Wohnzimmer.
Obendrauf gibt’s dann gleich noch unerwartet viel Tiefgang und inhaltliche Sinnhaftigkeit und das gepaart mit den schon genannten Fakten ergibt wunderbare Kinounterhaltung, die gerne mehr werden darf.
Reingehen!

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Es geht nämlich weiter. Dann kommt der Abspann und dann geht es nochmal weiter. Und das, was man dort sieht, toppt alles aus dem Film gleich drei mal. Ich – will – mehr! 😉

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