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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Frauen

Beach Bum

Beach Bu

© 2019 Constantin Filmverleih

Bevor alle rum meckern, zäumen wir das Pferd doch mal von unten auf: Hat sich einer von euch schon mal die Mühe gemacht und nachgesehen, was “Bum” überhaupt bedeutet?

Beach mag man noch übersetzt kriegen, aber ich schätze, bei “bum” hört bei den meisten das Englisch der Schule insofern auf, dass sie sich denken: “Ach, irgend ein Mist, der mich sowieso nicht interessiert” und dann lieber doch woanders rein gehen.

Schlägt man in einschlägigen Nachschlagewerken nach, entdeckt man Wörter wie “Gammler”, “Penner”, “Faulpelz”, “Pospalte” (schon irre, welche Unterschiede zwischen Amerika und Großbritannien herrschen) und ist direkt auf dem Trip (Hint), wo es in diesem Fall hingehen soll.

Dann muss ich zusätzlich noch etwas sagen: Durch meine leidenschaftliche Filmkunst bin ich mittlerweile einigermaßen des Englischen mächtig und habe festgestellt, dass ich das Original ohne Untertext-Ablenkung so arg schätze, dass mich deutsche Pendants oftmals nur noch ärgern. Und dieses Juwel der Filmkunst habe ich bereits lange vorab gesehen – und zwar in OV – also der Original Version ohne Untertitel, dafür mit dem perfekt-nuschelnden Englisch eines grandiosen Matthew McConaughey, der hier eine Persönlichkeit zum besten gibt, die in sich absolut stimmig ist.

Nun stehen wir also hier und haben einen Film, der einen erstmal sehr lange Zeit absolut im Dunklen lässt und überhaupt nicht weiß, was er den Zuschauern mitgeben soll. Story? Fehlanzeige. Irgendeine Richtung? Fehlanzeige. Deswegen absolut mies? In meinen Augen genauso Fehlanzeige.

Man fährt irgendwann genauso auf dem Trip mit, der einem hier geboten wird – und der Film glänzt bereits von Beginn an mit ganz anderen Dingen: Einer absoluten Farbenpracht und einem grandiosen Beat, der besser kuratiert nicht sein könnte.

Dazu kommt irgendwann dann auch noch so etwas wie ein “Plan”, der diesem Stück dann doch noch gewisse Relevanz verleihen möchte – und man badet sich förmlich in einer Persönlichkeit, die eines definitiv vorweist: Einzigartigkeit.

Nun schreien doch immer alle danach, dass Hollywood längst nicht mehr in der Lage dazu ist, Originale zu liefern, sondern alles nur noch aufgebrühte Kacke ist, man von Special Effects und Dummheiten vollgesülzt wird und empört sich über fehlende Tiefgründigkeit und Genialität. Wenn sich dann aber jemand auf den Weg macht und eben jene Originale bringt, soll’s auch wieder nicht recht sein?

Warum muss denn alles so durch und durch feuilletonisiert sein, dass man darin immer eine subtile, wissenschaftlich fundierte Kritik an Politik und System erkennt, die dann gleichermaßen auch noch die richtige Richtung einschlägt und den Zuschauer definitiv befriedigt?

Dieser Film will das nicht – und braucht das nicht, sondern er stellt einfach eine völlig absurde, farbenprächtige und dadurch definitiv interessante Welt und Lebensweise vor, die meiner Meinung nach sehr wohl ein .kinoticket wert ist: Denn anders geht eben anders und nicht gleich.

Meine größte Angst ist und bleibt deshalb nur: Womöglich ist die Übersetzung hier absolut kacke und macht den Film gänzlich kaputt. Ja, ich habe noch nicht die Chance gehabt, irgendwelche Synchron-Interpretationen zu sichten und konnte mir schon bei der OV redlich vorstellen, wie jemand McConaughey verständlich übersetzt und dadurch den Charakter killt – und genau das macht diesen Film dann einfach nur scheiße.

Was ich von Probanden der (deutschen) Sneak Preview dazu schon vernommen habe, geht zumindest befürchteterweise direkt in diese Richtung und genau das macht es noch viel schlimmer: Dadurch werden wohl noch weniger Kinos den Film überhaupt bringen … und schon gar nicht im eigentlich völlig coolen Original.

Solltet ihr also erwägen, ihn euch trotzdem anzuschauen, sucht danach, oder beißt in den sauren Apfel und stellt hinterher auf Blu-ray die Original-Tonspur ein und schaut ihn da. Wobei die Tragweite und das “Nicht Ergreifbare” dieses Films sehr wohl wesentlich heftiger auf dem Big Screen zur Geltung kommt.

Your Choice.

.kinoticket-Empfehlung: Im Original gesehen und absolut stimmige Charaktere mit subtilem Witz gepaart gefunden – jedoch in der Befürchtung, dass die deutsche Synchro das ganze Ding allein durch “es ist anders” kaputt machen wird.

Erste Anzeichen lassen genau dies vermuten, dabei strotzt der Film vor Farbenprächtigkeit, einem sensationell guten Soundtrack und einer völlig neuen, einzigartigen Art, die endlich mal frischen Wind in die Filmlandschaft bringt. Wenn genau dies untergeht, wäre das in meinen Augen sehr schade, denn hier ist die Diversität, nach der alle gerade so lauthals schreien.

Und McConaughey spielt so gnadenlos gut … auch wenn ihr nix versteht … der Typ ist Bombe in dieser Rolle!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 28. März 2019

Original Title: The Beach Bum
Length: 95 Min.
Rated: FSK 16

Willkommen in Marwen

Willkommen in Marwen

© 2019 Universal Pictures International

Dieser Film schmeichelt der Fotografie: Die Kameraeinstellungen und das technische Setting im Hintergrund ist große Klasse und zeugt von vielen Überlegungen im Vorfeld und einer präzisen, liebevollen Auseinandersetzung mit dem Thema an sich.

Inhaltlich wird wohl nicht jeder gleich verstehen, worum es geht, und die “Sprünge” sind für manch einen wohl auch eher befremdlich als angenehm, allerdings empfand ich genau das als einer der wertvollen Punkte des Films, da diese “Sprünge” extravagant und gleichzeitig subtil eingesetzt wurden und man hier mit viel Liebe hin und her geht, ohne dabei die Story an sich zu zerreißen.

Steve Carell spielt natürlich großartig und gibt dem Film einen Charakter, der gleichwohl die Zerrissenheit, als auch die Selbstfindung und heroische Rebellion deutlich auf den Punkt bringt – und dass all das einer wahren Tatsache entnommen ist, zeugt einmal mehr davon, dass das Leben die besten Geschichten schreibt.

Vom unterhaltungsverwöhnten Publikum wird Willkommen in Marwen wohl auch nicht so abgefeiert werden, da viele einfach die Langsamkeit des Films nicht zu schätzen wissen und hier wahrhaftig “Fotografen” angesprochen werden, deren täglich Brot solches “sich Zeit nehmen” ist. Diese Attitüde zieht man den ganzen Film über durch, was eben dafür sorgt, dass der Plot nicht als schnelllebiges Abarbeiten durchexerziert und vom Zuschauer als “Kurzweil” interpretiert wird, sondern man nimmt sich wirklich Zeit für Settings nimmt und hier genügend Spielraum bietet, um sich dieser sehr ästhetischen Auseinandersetzung zu widmen und sie in allen Maßen zu genießen.

Dass am Schluss nicht die tränenreiche Moral über den Tisch hinweg fegt, zeigt einfach noch einmal, dass man nicht im “Superheldenmodus” irgendwas wahnsinnig tolles erzählen wollte, sondern man sich hier einer dramatischen Sache widmet, sie mit genügend emotionalen und humoresken Momenten füttert und dabei der Kamera allen Freiraum bietet, den man nur herschenken kann.

.kinoticket-Empfehlung: Langsam, ästhetisch und fotogen: Dieses Werk schmeichelt den Linseneinstellungen und nimmt sich genügend Zeit, um diese Augenweide auch ausreichend zu zelebrieren.

Steve Carell spielt klasse, die Story basiert auf wahren Begebenheiten und der Film reißt nicht durch Entertainmentkracher vom Hocker, sondern widmet sich eher den sanften Bildern und einem wunderbaren Setting, dass sich mit diesen Welten auseinandersetzt.

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 28. März 2019

Original Title: Welcome to Marwen
Length: 116 Min.
Rated: FSK 12

Das “Gender-Problem” in den Köpfen der Menschen und wie man es los wird

Ich finde es immer wieder bezeichnend, zu was sich der Mensch alles aufraffen kann und mit welcher Inbrunst sich dann Themen ergeben wird, die im Verlauf der gesellschaftlichen Diskussion ad absurdum geführt werden, dass es nur so kracht – Hauptsache, es wird drauf geschlagen und man kann seiner rasenden Wut und tobenden Blindheit in irgendeiner Form Luft machen. Um die Idee an sich geht es schon längst nicht mehr, sondern ganz andere Dinge bekommen eine unfassbare Wichtigkeit zugeschrieben – die ich hiermit einfach mal offen anzweifle.

Und ich wage es, ein paar Gedanken darüber zu verlieren und sogar offen mit Namen und Impressum zu meinen Aussagen zu stehen in dem blinden, unvernünftigen Glauben daran, dass es Menschen gibt, die diese Worte lesen und deren erstes Ziel es ist, sachlich, fundiert und respektvoll darüber sprechen zu wollen. Bestenfalls, bevor sie mich steinigen oder erschießen. Vielleicht lässt sich ja dann doch konstruktiv miteinander kommunizieren … ich lass es auf den Versuch ankommen.

Es geht – wie ihr der Überschrift bereits entnehmen konntet – um “gendern” und alles, was damit zusammenhängt.

Ja, ich denke, niemandem ist entgangen, dass in jüngster Zeit eine Epoche angebrochen ist, in der Umwälzungen stattfinden, in der sich aufgelehnt wird gegen Strukturen, Machtprinzipien, gesellschaftliche Gepflogenheiten und Martyrien, die sich – bewusst oder unbewusst – in den Denkweisen der Menschheit festgesetzt haben und die berechtigterweise angezweifelt werden dürfen, sollen und müssen.

Ganz konkret: Das Bild der Frau, den Status der Frau, die Wahrnehmung der Frau, einfach alles, was Frauen angeht und die ungerechtfertigte und ungerechte Handhabe, mit der das weibliche “Ich” in der Gesellschaft dargestellt, geformt, benutzt wird.

Es gab Zeiten, da waren solche Dinge egal, es war wie es war und jeder hat gemacht, was alle gemacht haben – die Frauen hatten ihren Stand und mussten damit leben – basta. Diese damalige “Normalität” ist passé – das sollte eigentlich in jedem Kopf angekommen sein, denn sonst wäre es niemals zu solch einem Aufschwung an Frauenrechtsbewegungen und Diskussionen über Gendergleichheit etc. gekommen.

Ich stelle an dieser Stelle einfach mal ein paar Fragen und versuche, ein paar Dinge klarzustellen, die sich wieder mit der Ursprünglichkeit dieser Idee befassen und nicht bloß die reine reißerische Wut von ungerecht behandelten Individuen bedienen. Genau darin liegt meiner Meinung nach nämlich ein Problem, mit dem sich diese Bewegungen auch in Zukunft noch auseinanderzusetzen haben.

Fragen wir also erst einmal: Was ist eine Frau? Und was ist ein Mann? Gibt es da Unterschiede?

Back to the roots also, zurück zu den Ursprüngen. Im biblischen Glauben hat Gott den Mann erschaffen und die Frau aus seiner Rippe geschnitten, die Bibel und das gesamte religiös betrachtete christliche Metier basiert also auf den Annahmen, die Frau sei “minderwertig” gegenüber dem Mann und ihm untertan, ihm hörig und quasi nur ein “Spielzeug” seines Willen, ihm zu Diensten und sollte seine Befehle befolgen und ihm ein möglichst gutes Leben bescheren.

Sei dahingestellt, was ich von Religion halte, dürften meine Leser längst wissen. Schieben wir das also vorerst beiseite und fragen uns auf biologischer Ebene: Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? Gibt es da Unterschiede?

Verzeiht meine offene Ansprache: Aber ja doch! Die Frau ist mit weiblichen Geschlechtsteilen gesegnet, der Mann mit männlichen Geschlechtsteilen. Körperbau ist verschieden, jede dieser Arten hat eigene “Bauformen” und gewisse spezifische Merkmale, die sieihnersiees unverkennbar zu dem machen, als was man die Bezeichnung gebraucht (merkt ihr, wie’s anfängt, kompliziert zu werden?).

Wir halten fest: Es gibt biologische Unterschiede.

Und dagegen kann man wenig bis gar nichts machen. Niemand sucht sich aus, ob bei der Geburt das männliche oder weibliche Geschlecht aus dem Mutterleib schlüpft, niemand hat Einfluss darauf, welche spezifischen biologischen Merkmale das Kind im Fortgang seines Lebens entwickelt. Rein biologisch gesehen sind wir also gewissermaßen einem Zufallsprinzip unterworfen und müssen “nehmen was wir kriegen”.

Das führt mich automatisch zu dem Part, den wir tatsächlich beeinflussen können: Der sozialen Wahrnehmung des Menschen, der vor uns steht und wie wir mit ihm umgehen. Wir als Menschheit, wir als Kulturausführende können nämlich entscheiden, wie unsere Handlungen aussehen und wie wir mit Wahrnehmungen, Aussprachen, Umgang innerhalb der Gesellschaft hantieren und was wir einander zumuten und was nicht.

Und da existieren ein Haufen Fragen, auf die viele schlichtweg gar keine Antworten wissen und die sie auch bis heute schuldig bleiben.

Ich geh mal ein paar Absätze zurück in meinem Text:

"Der sozialen Wahrnehmung des Menschen, der vor uns steht und wie wir mit ihm umgehen."

Ist der Satz korrekt? Darf ich “der Mensch” sagen, obwohl das eine eindeutig männliche Bezeichnung ist vom Wortstamm her, oder fühlt sich “Frau” dann gleich minderbeachtet und gedisst?

Heißt es neuerdings “Der sozialen Wahrnehmung der Menschin, die vor uns steht” und ist das rot unterstrichene in meinem Wortschöpfungsapparat das Übel, gegen das alle Welt protestiert?

Wie soll ich im weiteren Verlauf des Satzes dann damit umgehen? Darf ich mich auf die männliche Wortform beziehen oder bedeutet das automatisch, dass ich ein Frauenhasser bin, weil ich nicht alles und jeden einbezogen habe, obwohl auch der Duden hier keine mir bekannten Vorgaben dazu macht?

Wie soll es heißen? Ist “wie wir mit ihm umgehen” dann richtig? Oder muss es “ihr” heißen? Oder muss ich etwas völlig neues erschaffen, dass sich von der Persönlichkeitsform vollständig distanziert? Oder muss automatisch in mir ein Glöcklein klingeln, wenn nicht alle bekannten und unbekannten Persönlichkeitsformen angesprochen worden sind?

Wäre der Satz dann richtig, wenn ich “Der sozialen Wahrnehmung des Menschen und der Menschin, der und die vor uns steht und wie wir mit ihm und ihr umgehen” schreibe? Oder mucken jetzt die Transgender auf, weil die sich nicht ausreichend beachtet fühlen?

Wer muss zuerst genannt werden? Heißt es also nicht, wie oben eben geschrieben, sondern vielmehr:

“Der sozialen Wahrnehmung der Menschin sowie des Menschen als gleichwohl des Menschen und der Menschin, die als auch der, sowie der als auch die vor uns steht und wie wir mit ihr, ihm als auch ihm und ihr umgehen”?

Wäre es also noch richtiger, wenn ich schreibe:

“Der, die, das, jede und keine soziale/n Wahrnehmung der, des, dem, dessen Menschen und der, die das Menschin, sowie des Mensches, deren Mensch und oder -in und sämtliche und gleichwohl keine -in und oder Mensch/Es, der, die, das, derer, dessen, den da vor uns steht, stehen, stehe und wie wir mit ihm, ihr, ihnen, es, nichts und allem umgehen” – und wem macht das noch Spaß zu lesen?

Ja, es geht nicht um Spaß, sondern den Frauenrechtlerinnen ist es bitterernst und sie sehen die Welt dem Tode geweiht, wenn wir nicht alle augenblicklich korrekt und richtig handeln.

Also: Was ist richtig?

Was wollen wir in Zukunft für eine Welt haben, in der gelebt wird? Was wäre das maximale Ultimo, das perfekte Weltbild, das ihr anstrebt? Wie wäre es in euren Augen vollkommen?

Ganz auf sächlich umzuschwenken und die Persona innerhalb der Sprache gänzlich zu assimilieren?

“Das Kind hat das Erlaubnis des Elter einzuholen, ob es zum Spielen mit das anderen Kinds nach draußen darf.”

Ist das die Sprache, die niemanden mehr verletzt und das, was ihr euch wünscht, dem jeder nachgeht?

Und warum fühlt ihr euch überhaupt verletzt?

Worum ging es eigentlich nochmal?

Um die Stellung der Frau, ihre Handhabe und den Umgang in der kulturellen und gesellschaftlichen Welt – um die allgemeine Wahrnehmung einer bislang minder beachtet und behandelten Allgemeinheit, die sich zu Recht auflehnt, oder hab ich was verpasst?

Es ging doch darum, dass es gesellschaftliche Strukturen gibt und gab, die es Frauen per se verbot, gewisse Berufe auszuüben. Es ging doch um grundlegende Diffamierungen durch z.B. unterschiedliche Bezahlungshöhen, die ungerechtfertigterweise für gleiche oder bessere Leistungen erbracht wurden und werden – weniger Lohn und Achtung, weniger Respekt auf Basis eines nicht beeinflussbaren Geschlechterzufalls, für den niemand etwas kann, weil er nicht beeinflussbar ist. Oder hab ich immer noch etwas verpasst?

Um das mal auf die Filmwelt zu beziehen (immerhin ist das hier noch ein Kinoblog und keine Gender-Diskussionsplattform, auch wenn diese Problematik den Kinobereich längst erreicht und mit konstruktiven Beiträgen bereichert hat): Es geht doch darum, dass die Frau als solches eine grundlegend neue Betrachtungs- und Ansehensweise erfährt, man ihr Zugang gewährt zu Arealen, in denen sie sich gleichermaßen beweisen kann und Behinderungen, die aufgrund eines Geschlechterunterschieds geschaffen wurden, zerstört und abgeschafft werden. Dass ihr Zugang “gewährt” werden muss, ist der Fehler, oder? Sie sollte ihn einfach haben und nicht “von oben herab zugebilligt kriegen”.

Zu Deutsch:

Gebt den Frauen endlich das Recht, gleiche Rollen in Filmen zu besetzen. Gebt ihnen die gleichen Löhne für die Anzahl gespielter Minuten. Bezahlt sie genauso anständig und fürstlich, wie ihre männlichen Pendants. Macht keinen Unterschied zwischen sozialen Gepflogenheiten wie Löhnen. Benutzt die Frauen in Filmen nicht als Objekte der Begierde oder als “Fickstücke”, hört ganz damit auf und räumt ihnen einen ehrbaren, würdigen und anständigen Platz inmitten aller ein, auf dass sich keine einzige ausgeschlossen, diskriminiert, verletzt oder ausgestoßen fühlt.

Lasst es egal sein, ob eine Rolle ein Mann oder eine Frau belegt, weil diese Unterschiede keine nennenswerten Unterschiede sein sollten. Gebt Frauen das Recht, sich über intellektuelle Themen zu unterhalten und macht sie nicht zu Sklaven männlicher Interessen. Würdigt sie durch Anerkennung, Lob, Ehre, Raum, Platz zur Entfaltung, faire Bezahlungen, gleiche Beachtung, Achtung und den selben Respekt, den ihr bisher nur Männern gegenüber gebracht habt.

Hört auf, sie als “pornöse Stücke” zu behandeln, macht sie stark, gebt ihren Charakteren Kraft, Waffen, Intelligenz und fangt endlich an, ihre längst vorhandenen Stärken zu erkennen und zu würdigen.

Liege ich richtig?

Es gibt so viele herrliche Beispiele, die mir sofort in den Sinn kommen, wo ich jedesmal dachte: Gottseidank hatte eine Frau das Zepter in der Hand, ein Mann hätte das nie so geil hingekriegt.

The Virgin Suicides – ein Debütfilm einer Frau, der mich schon als Kind monströs begeistert hat und der die zärtlichen, sinnlichen, wütenden, rebellischen Gedanken von Kids auffängt und ihnen Raum gibt, sich in einer berührenden Art und Weise zu entfalten. Wow!

The Hurt Locker – böser Film, Krieg, Männerdomäne, krankes Hirn, gestörter Geist, großartiger Film – geschaffen von einer Frau! Großer Gott – eine Frau! Wahnsinn! Ein Mann hätte womöglich nur Waffen hergenommen und rumgeballert (Oder diskriminier ich hier grad Männer? Aber die haben’s ja verdient, oder? Stichwort: Mantrash, richtig?) << Falsch. Da fehlt nämlich genau der Respekt, der in einer gleichbehandelten Welt sowohl Mann als auch Frau zusteht.

Zero Dark Thirty – ich knie vor dem Werk vor Erstaunen und Begeisterung. Geschaffen von einer Frau. Gott sei dank! Männer hätten darauf womöglich einfach nur eine Jagd auf einen Terroristen gemacht.

Geht es womöglich am Ende gar nicht um männlich oder weiblich, sächlich oder irgendwas, sondern einfach um ein respektvolles Miteinander und gleiche, faire Behandlung untereinander ohne dass partout eine Form eines Geschlechts benachteiligt wird? Kommen wir jetzt dem Ursprungsgedanken der “Gleichheit” näher?

Um das mal zwischen rein zu werfen: Manche Dinge lassen sich auch in einer perfekt gleich ausgewogenen Welt nicht ändern: Männer kriegen keine Kinder, Frauen wächst kein Penis. Und Sperma entwickelt sich biologisch gesehen auch selten in weiblichen Gefilden. Hier “verbietet” die Natur also von sich aus eine Gleichschaltung von allem und jedem und aller und jeder und schiebt diesem “Wahnsinn” einen natürlichen Riegel vor, weil es eben doch Unterschiede gibt und die auch gut sein können. Stichwort: Vielfalt.

Oder zweifelt ihr die Geschlechter grundsätzlich an und haltet es generell für falsch, dass es Frauen und Männer gibt und hättet lieber eine komplette De-Geschlechterisierung, die euer perfektes Weltbild ausmacht? Hab ich das letztendlich doch alles missverstanden?

Und ist es – religiös gesprochen – nicht eine Auflehnung gegen Gott, wenn man seine Schöpfung dermaßen anzweifelt und kritisiert und versucht, durch Gleichschaltung sämtliche Unterschiede aus dem Weg zu räumen?

Aber Religion versagt ja eh auf allen Stufen – das wird nur zum Machtmissbrauch hergenommen, also die beste Vorstufe, um wieder Machtmissbrauch zu betreiben und die Frau kategorisch unter den Mann zu zwingen, merkt ihrs?

Was ist also wichtig?

Ich finde: Dass Frauen für ihre Leistungen bezahlt werden – und grundsätzlich die Möglichkeiten existieren, dass sie die überhaupt erbringen dürfen und können.

Frauen müssen wählen können, mit gleicher Gewichtung im gesellschaftlichen und politischen Umfeld gewertet werden, eine gleich starke Stimme haben wie alle andren und sich aktiv am Bildungsprozess einer Nation beteiligen ohne auf “Brüste und Mutter” reduziert zu werden.

Was haben in so einer Welt Dinge wie eine “Ladies Night” verloren?

Ja, solche Events gab es, und gibt es noch.

Ladies Night – eine Vorauswahl an Filmen, die womöglich Frauen gut gefallen wird, weil hauptsächlich Themen angesprochen werden, die klischeehaft in das Bild der Frau passen, wie wir sie aus vergangenen Zeiten definiert kennen.

Männerabend – eine Vorauswahl an Filmen, die womöglich Männern gut gefallen wird, weil hauptsächlich Themen angesprochen werden, die klischeehaft in das Bild des Mannes passen, wie wir ihn aus vergangenen Zeiten definiert kennen.

Ihr wollt Gleichschaltung? Hier wäre schon mal Mann und Frau – beide hätten Events, beide wären gleich beachtet. Der Skrupel liegt wohl eher darin, dass irgendwer der Meinung ist, vorgeben zu können, was Frauen und was Männern zu gefallen hat.

Ergo müsste man Einlasskontrollen erzwingen, die es verbieten würden, dass Männer in Frauenveranstaltungen und Frauen in Männerveranstaltungen gehen. Gleichermaßen müssten scharfe Auswahlkriterien erschaffen werden, die den Wert und die Ideologie dieser Vorstellungen aufrechterhalten und dafür sorgen, dass der Mann-Frau-Ausgrenzungsgedanke immer am Leben bleibt.

Dann wird’s noch krasser: Gay-Night – mit einer Vorauswahl an Filmen, in denen schwuler Männersex praktiziert wird und das Pendant dazu, die L-Night, mit einer Auswahl an Filmen, in denen Frauen mit Frauen vögeln und Männer partout ausgeschlossen werden.

Ist das Diskriminierung, die von Grund auf böse und verachtenswert ist oder lag dahinter einst einfach nur mal der Gedanke, dem Zuschauer die Auswahl des Films zu erleichtern, damit der von Anfang an eine Richtung wusste, in die sich die Inhalte des Films entwickeln werden?

Wer den sexuellen Handlungen zwischen zwei Männern nichts abgewinnen kann, dem half die Bezeichnung “Gay-Night” dabei, eben jene Vorstellungen zu meiden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Wer anspruchsvolles Kino mochte ohne Haudrauf-Action und dummes Rumgeballer, der ging eben in die sinnlichen Ladies-Night-Vorführungen, in denen es um Intellekt, Romantik, Anspruch und Eleganz ging statt um Bomben, Rache, Action und Terror.

Ist das Diskriminierung?

Ja, eindeutig: Wenn vor dem Saal jemand steht, der dir zu verstehen gibt: Du bist ein Kerl, du kommst hier nicht in die Ladies Night, nur für Frauen! Damit wird frei denkenden, selbst entscheidungsfähigen Individuen abgesprochen, eigenständig über ihr Handeln zu entscheiden und sie (die Individuen – Mehrzahl, weder Männlich noch Weiblich ^^) in eine Rolle gepresst, die über den freien Willen hinweg deklarieren möchte – und das ist in höchstem Maße falsch.

So etwas ist mir in vielen Jahrzehnten massiven Kinobesuchs aber nicht ein einziges Mal untergekommen. Im Gegenteil: Ich war selten der einzige “fremden Geschlechts”, der im Saal saß, sondern das Publikum ist seit jeher bunt gemischt und hat damit dieser “Bezeichnung” in keinem Maße einen Wert beigemessen oder sich daran gestört, dass diese Events mit “Frau”, “Mann”, “schwul” und “lesbisch” betitelt wurden, sondern sich auf den Film gefreut und die Inhalte genossen.

Menschen auf Twitter stören sich aber daran … und bringen Belege von anderen, die darauf schließen lassen, dass sie selbst noch niemals in einer solcher Vorstellungen gewesen sind (belehrt mich eines besseren, wenn dem nicht so ist) und darum gar nicht wissen können, “was da überhaupt abgeht” – mockieren sich dann aber in einer rasenden Wut und äußern, ohne den anderen zu kennen, dann angebliche Tatsachen über mich ohne den Hauch einer Ahnung zu haben, wer ich überhaupt bin und wie ich zu den Dingen stehe und darüber denke.

Als Twitter-Nutzer stehe ich also sofort mitten in einem rasenden Kampf und Aufschrei, der mich zum niederen Objekt degradiert, dass “nicht kapiert, dass” und bei dem alles schon längst verloren ist. Fanatismus in Perfektion – und da wundert sich jemand darüber, dass es Menschen gibt, die solche Diskussionen inzwischen leid sind, weil es ja gar kein richtig mehr gibt oder geben soll, sondern es nur noch darum geht, seinen Hass in die Welt rauszuposaunen ohne überhaupt zu wissen, wovon man spricht oder den anderen sachlich und ruhig über die Lage aufzuklären?

Was ist wichtig? Dass es endlich Frauen in Hauptrollen gibt, die selbstverständlich besetzt wurden?

Dass es solche krassen Lohnunterschiede bei Filmen nicht mehr gibt?

Dass Frauen in Managerpositionen sind und auch deren Gehaltsklassen einstreichen für gleiche Arbeitsleistung?

Dass eine Gesellschaft keinen Hehl darum machen braucht, ob Mann oder Frau, sondern es wieder um Leistung geht oder um Talent und das Vermögen, etwas durchzuführen und zum erfolgreichen Ziel zu bringen, als um ein “…in” oder ein Lady oder Man im Namen?

Die Zuschauerschaft vom CinemaxX hat das längst kapiert und bevölkert die Vorstellungen nicht mehr um der “Ladies” oder “Männer” im Titel, und es diskutiert auch niemand darüber, dass diese Vorstellung jetzt primär an jemand gerichtet sei oder nicht … sondern sie suchen sich die Events um der Filmtitel willen aus und wissen manchmal gar nicht, dass das eine “Ladies Night” ist oder ein “Männerabend” und wundern sich, dass es zum vergünstigten Eintritt noch ein gratis Getränk und Zeitschrift on top dazu gibt.

Und ja, ich liebe den Anspruch der Ladies Night und lasse freiwillig so manchen Männerabend aus, weil mir die Filme zu anspruchslos sind – und ich bin auch kein Biertrinker, sondern steh auf das Gesöff, dass den “Damen” feilgeboten wird: Sekt lässt sich als Non-Alkoholiker und Nicht-Biertrinker eben doch leichter kippen als die Pulle Weizen.

Und da kommen wir zu einem entscheidenden, in meinen Augen extrem wichtigen Faktor in dieser ganzen Debatte: Der Relevanz.

Es gibt scheinbar unzählige Menschen, denen diese Vorstellungen zusagen, sonst wären sie von der Kette längst abgeschafft worden. Und keiner hatte bis heute damit Probleme.

Und dann läuft jemand daher, sieht womöglich zum ersten Mal solch ein Plakat, und rennt erbost in die Welt und fängt an, fanatisch Leute zu diskreditieren, die längst bemerkt haben, dass es auf diese “Aufteilung” längst nicht mehr ankommt, sondern sich die Geschlechter im Publikum längst gemischt haben, aber von all dem kann man eben nur Ahnung haben, wenn man auch dort war.

An dieser Stelle ist eine erboste Beschwerde für mich dann relevanzlos, denn hier weiß jemand offensichtlich nicht, was gespielt wird – im wahrsten Sinne des Wortes. Also besteht auch kein Grund oder Recht, sich darüber zu beschweren, da diese Person auch in Zukunft womöglich kaum in die “Höhle des Löwen” steigen und sich der “diskriminierenden Vorstellung” ergeben und dafür sogar Geld bezahlen möchte. Nehme ich an und hoffe, dass ich falsch damit liege.

Und ich stehe zu meinem Wort: Melde dich bei mir – ich lade dich gerne dazu ein und trag auch die Kosten dafür!

Die Foyers dieser Kinos sind groß genug, um nach der Veranstaltung wahllos Leute aus dem Publikum zu picken und sie darauf anzusprechen, ob die Bezeichnungen noch zeitgemäß sind und rechtens oder hier einem ganzen Geschlecht Unrecht getan wird. Ich bin Blogger, ich bin solche Umfragen gewöhnt – stell dich an meine Seite – ich lade dich öffentlich dazu ein. Wo immer du wohnst, ich komme in das nächstgelegene CinemaxX zu dir und wir erleben dort einen Abend gemeinsam – du darfst wählen, ob Männerabend oder Ladies Night.

Hier wären nämlich die nächsten Fragen:

Wenn Frauen mit der Bezeichnung “Ladies Night” diskriminiert werden, warum wählen sie dann offensichtlich aus freien Stücken solche Events und gehen da rein? In unserem aufgeklärten Zeitalter?

Werden sie womöglich dazu gezwungen? Ist hier ein unaufgedeckter Skandal verborgen, der massenweise Menschen gegen ihren Willen ins Kino zwingt?

Wenn Männer mit “Männerabend” diskriminiert werden, warum tun sie sich das dann an und gehen in diese Vorstellungen? Welche Bedeutungen misst man dieser Bezeichnung bei? Spielt das eine Rolle, die solche ausufernde Ausmaße annimmt, dass jemand “von außen” kommen und hier endlich mal aufräumen muss, damit die Welt endlich ertragbar wird?

Was genau ist sooooo schlimm und furchtbar daran, dass an diesen Events (die im übrigen immer mehr erweitert und erneuert werden) noch nichts geändert wurde und man am Ende in ein paar Jahren dann vielleicht “Actionabend” und “Romantic Movie Event” dazu sagt?

Kommen dann die Comedy-Genre-Fraktion und Horror-Spezies angerannt und fühlen sich diskriminiert, weil nur Action und Romantik gezeigt wird? 😉 Und was ist mit der “Rettet die deutsche Sprache”-Fraktion? Fühlt die sich diskriminiert, weil man “Event” sagt und nicht “Ereignis”?

Merkt ihr, dass es längst vom eigentlich Weg abgewichen ist und wir hier über Dinge diskutieren, die prinzipiell niemandem weiterhelfen, außer dass man gegenseitig aufeinander losgehen und den anderen für seine Dummheit beschimpfen kann und ihn kategorisch verurteilen, obwohl man nicht ein einziges Mal gefragt hat oder gar anständig miteinander gesprochen?

Reden ist solch eine heilsame Medizin und es gibt wahrlich Gründe, wofür die Frauenrechte-Bewegung perfekt ist: Opfer der #metoo-Gewalttaten, Frauen, denen der Aufstieg ihrer Karriere versagt wurde, weil irgendwelche Bosse sich nur mit ihnen vergnügen wollten.

Der Film #FemalePleasure, den ich nochmals jedem ans Herz lege – der sich wirklich um Diskriminierung und Ungerechtigkeiten bei Frauen kümmert und dies plausibel darlegt und weltweit beleuchtet – auch ein Meisterwerk, das jeder gesehen haben sollte.

Fakten wie derzeit in On the Basis of Sex auf den Leinwänden gezeigt wird, Suffragette und andere Filme, die offensichtliches Unrecht gegenüber dem weiblichen Geschlecht offenlegen und zeigen, dass ein Aufstand bitter nötig ist.

Und macht es, weil ihr es könnt. Nicht, weil ihr Quoten erfüllen müsst. Eine Quotenfrau – das ist Diskriminierung. Nur jemand weibliches nehmen, weil irgend ein Gesetz es vorschreibt. Nur eine Frau besetzen, weil ein Gesetz es vorschreibt. Das ist das Problem. Nehmt eine Frau, weil Frauen es auf dem Kasten haben und können! Weil die Weiblichkeit unsere Welt um so dermaßen viele Dinge bereichert, ohne die auch eine männliche Welt nicht auskommt. Hört auf, solche dümmlichen Vergleiche mit “Mann vs. Frau vs. Mann vs. Frau” anzustellen.

Habt Respekt! Respektiert euch gegenseitig. Achtet euch. Achtet einander. Liebt den anderen. Lebt es vor. Macht es besser. Versucht nicht, den anderen zu ändern oder durch Hass und Aggression diese Welt zu verändern, sondern lebt es vor – seid selbst der Unterschied, den ihr euch in dieser Welt wünscht.

Vergebt, wenn es Unsicherheiten gibt – auch ich habe viele und oftmals größte Angst davor, eines Tages an den Pranger gestellt zu werden, weil ich unwissentlich eine Reihenfolge nicht eingehalten oder jemand genannt oder nicht genannt habe – ich lege auf solche Dinge keinen Wert, weil es mir auf Inhalte ankommt und nicht auf weiblich oder männlich. Es soll gut klingen, es soll ein guter Lesefluss sein und was das stört, empfinde ich als störend.

Also schreibe ich so, wie ich vermute und hoffe, dass es gut und flüssig lesbar ist und sich der Besucher nicht durch widerwärtige Formulierungen abgestoßen fühlt, sondern alles in einem “samtweichen Bett” serviert wird, dass tatsächlich Freude bereitet und nicht nach Beamtendeutsch klingt.

Fühlt euch nicht genötigt, das zu lesen, wenn ihr nicht möchtet – ihr seid frei. Frei in euren Entscheidungen. Genießt diese Freiheit. Lebt so, dass ihr den höchstmöglichen Spaß und Freude an eurem Dasein empfindet – und wenn ein “Männerabend” da nicht dazu gehört, dann geht nicht hin. Euer Wegbleiben wird dafür sorgen, dass der Stuhl, den ihr bevölkert hättet, leer bleibt. Keiner zwingt euch dazu, solche Handlungen zu vollführen. Eine oder einer weniger in diesen euren Augen sündigen Vorstellungen wider die Weiblichkeit.

Macht konstruktive Vorschläge, wie etwas besser sein könnte – schreibt, wie ihr es nennen würdet. Gründet ein Kino und führt solche Vorstellungen ein – die richtig benannt sind, wenn ihr das Gefühl habt, dass genau dies die Welt zu einem besseren Ort macht. Es ist euer Recht das zu tun. Es bringt Vielfalt und bereichert den Markt an Möglichkeiten und ist ein Zugewinn fürs Publikum und die ganze Nation.

Kreiert Filme und macht auf Ungerechtigkeiten aufmerksam, die euch auffallen. Bringt sie ins Kino. Redet mit den Menschen dort und findet heraus, ob die Dinge wirklich so offensiv falsch sind und stören.

Macht die Welt zu einem besseren Ort. Ich schau mir eure Beiträge gerne an und geb meinen Senf wie üblich in meinem Blog dazu ab.

Ich freue mich auf eure Beiträge.

Und auf die Meldung, in welches CinemaxX ich kommen darf und die betroffene Person zu solch einem Abend einladen.

Astrid

Astrid
© 2018 DCM Film Distribution GmbH

 

Pippi Langstrumpf, Ronja RäubertochterAstrid Lindgren hat sich weltweit einen Namen gemacht und ist aus dem Kinderbuchsektor nicht mehr wegzudenken. Und da wir uns zur Zeit in der Phase von “Wir verfilmen, wie alles entstand” befinden, war es nur absehbar, dass über diese Koryphäe im Literatursegment auch früher oder später ein Film entstehen wird, der die “Geschichte dahinter” erzählt.

Und hier ist er: Astrid.

Das Movie zeigt das trostlose, erbitterte Leben der Schwedin und bringt eine zutiefst depressive Struktur zum Vorschein, die entgegen jeder Lebensfreude und all dem, was aus ihren Büchern bekannt ist, steht: Es ist nahezu ein Wunder, was diese Frau vollbracht hat und aus welchem Sumpf sie sich dafür gezogen hat. Wir kennen die bunten Bilderbücher, wir kennen das glückliche Leben, wir kennen das Streben nach vorn und die Lebensenergie – und der Film spendet von all dem … nichts.

Es ist beinahe eine Qual, sich durch die ermüdend lange Spielzeit zu kämpfen und die tristen Momente zu durchleben, durch die diese Frau exakt so gegangen ist. Das macht nicht den Film schlecht, sondern zeugt eher von der Kraft, die Astrid Lindgren auf die Bildfläche warf und damit ein Vorbild für viele wurde: Immerhin steht sie mit so vielen Projekten und Motivationen dafür ein, dass Kinder ein glücklicheres Leben auf Erden haben und aus all der Trostlosigkeit herauskommen.

Dafür hat sie selbst mit einer Gesellschaft brechen müssen, die Normen und Werte vorgegeben hat, denen sie sich nicht beugen wollte. Es war ein Kampf, der teils bis heute andauert und immer noch nicht zu Ende gekämpft ist. Was das alles für Kraft gekostet hat, davon ist dieser Streifen ein leuchtendes Beispiel: Der Zuschauer sieht nicht nur durch ein Fenster in die damalige Zeit, sondern spürt am eigenen Leib den Energieverlust, indem er sich durch den sehr langatmigen und traurigen Film durchkämpft.

Man kann dies als Motivation ansehen, für mich war es einfach nur beschwerlich.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film offenbart die Stärke einer Frau in einer trostlosen Dimension sondergleichen.

Der Zuschauer erlebt die gleichen Leiden wie diese Frau in einem langatmigen und tristen Ausmaß. Es ist ein Trauerspiel und gleichzeitig das größte Wunder, welche Werke daraus erwachsen sind. Diese Mutation auch im Kino zu erleben ist den Besuch durchaus wert, man sollte aber etwas eigene Kraft dafür mitbringen, um hier heil wieder raus zu kommen.

 

Nachspann
✅ liefert noch ein Liedchen, lasst den Rausgang aus dem Saal also gemütlich angehen.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Unga Astrid
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

Liebe bringt alles ins Rollen

Ich denke, aufgrund des Kinoplakats spoiler ich nicht, wenn ich sage, dass es hier u.a. um Menschen mit Gehbehinderung geht, wir also einen weiteren “Inklusionsfilm” vor uns haben und manche schon wieder lautstark aufstöhnen, weil man diese unmögliche Wandlung in unserer Zeit kaum noch hören und sehen kann. Zumindest geht es mir so.
Man wünscht sich so sehr, dass die Welt es einfach tut, ohne großartig darüber zu reden oder eine große Sache daraus zu machen. Wenn ich jemand auf der Straße sehe, der meine Hilfe benötigt, dann brauch ich nicht erst Instagram zu Rate ziehen oder einen gesonderten Blogbeitrag verfassen, sondern ich helfe und gut ist. Die Politik zerbricht grade an ihren Aufgaben und nennt es “Integration”, “Flüchtlinge”, “Gender” und was weiß ich, dabei ist es eigentlich nur dieses eine kleine Wörtchen, dass die Lösung der Probleme wäre: Inklusion.
Ein sehr beispielhaftes und aussagekräftiges Bild hat der dazu passende Wikipediaeintrag (zu finden unter diesem Link an der rechten Seite), der es mit simpelster Anschaulichkeit so treffend auf den Punkt bringt: Genau das wäre der Optimalzustand für eine Welt ohne Ausgrenzung, Vernachlässigung und ungerechter Handhabe.
Wie man dort im Beispiel “Integration” sehr gut sehen kann, gibt es nämlich dann immer noch “die” und “uns”, was per Definition schon ein Ausgeschlossen sein aus Gesellschaft und alltäglicher Teilhabe bedeutet und niemandem etwas bringt. Genau das ist der Grund für das Aufstreben einer AfD, für den bürgerlichen Hass, der durch teils unmögliche Parolen aus sozialen Netzwerken und Hetzpropaganda geschürt wird und im Unvermögen der eigenen Denkfähigkeit einen Nährboden findet und dort prächtig gedeiht.
Die Frage ist: Wollen wir das? Wollen die das?
Liebe bringt alles ins Rollen ist nicht darum ein besonders wichtiger Film, weil es um Liebe und Inklusion geht, sondern weil dieser Film selbst in meinen Augen alles richtig macht: Er bringt unbeschreiblich großen Spaß auf die Leinwand und operiert mit einem völlig gesunden und vernünftigen Maß an Humor und Sarkasmus im Rahmen der ganzen biederen Debatten rund um die richtige Aus- und Ansprache von Persönlichkeiten, die wir durch unser unmögliches Handeln damit zwanghaft zu einer gesonderten Integrationsmasse verdammen.
Franck Dubosc, zeitgleich Regisseur und Hauptdarsteller, zelebriert hier eine gewaltige Lachsalvenorgie, die kaum Zeit zum Atmen lässt und die Bauchmuskeln extrem fordert – alles in einem Metier, in dem heute viele lieber die Finger still halten, um lieber nichts falsch zu machen. Diese “Angst” ist genauso falsch wie die Angst vor Bomben und Terrorismus und von dieser Angst ist innerhalb des Films kein Stück zu sehen. Man kann lachen – man kann sich so prächtig amüsieren und es ist fast unmöglich, nicht zu lachen, weil es einfach irre komisch und unglaublich lustig ist, was man hier drehbuchtechnisch und dialoglastig auf die Leinwand bringt.
Das ist in meinen Augen die genau richtige Form des Umgangs mit solchen Themen, Inklusion par excellence, wo aus schwierigen Themen nicht ein statistisch einwandfreies Produkt unaussprechlicher Unaussprechlichkeit geformt wird, sondern man sich vernünftig und ernsthaft auf Basis eines wunderbaren Humors mit den Dingen auseinandersetzt und somit quasi als Zustrom zum Lachen noch beiläufig eines der wichtigsten Dinge unseres Jahrzehnts lernt: Die Akzeptanz von Menschen, die grundverschieden anders sind und womöglich sogar Einschränkungen haben, von denen wir dankbar sind, dass wir sie nicht erleiden müssen.
Damit ist dieser Film ein schon lang nicht mehr dagewesenes Komödienmeisterwerk und Lehrmaterial gleichermaßen, der einmal mehr französische Filmkunst in Vollendung fabriziert und dessen Rollstuhl auf dem Plakat hoffentlich nicht zu sehr abschreckt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer hier nicht reingeht, der verweigert sich einer unwiederbringlichen Zeit voller Fröhlichkeit und Genuss, Lachen und purem Vergnügen.
So herrlich erfrischend, freudig und unkompliziert mit einem so “schwierigen” Thema umzugehen hat sich schon lange keiner mehr getraut. Hier hat Missmut, Angst, Vorsicht und betretenes Schweigen absolut keinen Platz und man ist eigentlich den ganzen Film über beschäftigt, dem Gagfeuerwerk entgegenzutreten und sich vor dem nächsten Joke wieder einzukriegen, weil einem sonst der Bauch vor Lachen zu sehr weh tut 😉
Seit langem mal wieder ein uneingeschränkt empfehlenswertes Stück lehrreicher Comedy-Meisterhaftigkeit, dass jeder im Kino gesehen haben sollte! Reingehen!

 
Nachspann
❌ wartet nur mit der üblichen Nameroll auf und bringt keine weiteren Erkenntnisse.
Kinostart: 5. Juli 2018

Die Verführten

Sofia Coppola auf dem Regiestuhl ist meist ein Garant dafür, dass ein Film einschlägt. Die Frau hat nicht nur einen anbetungswürdigen Vater als Regie-Vorbild, sondern ihren ganz eigenen Stil entwickelt, den sie mit Herzblut, Liebe und Hingabe jedes Mal auf die Leinwand zeichnet, ohne sich dabei von anderen beirren zu lassen.
Und so etwas ist selten. Schon in The Virgin Suicides habe ich ihre Arbeit bewundert und die Liebe zu ihrem Stil entdeckt. Umso erfreuter war ich, dass im Kino demnächst wieder ein Stück von ihr zu sehen sein wird und habe mit Freuden darauf hingefiebert.
Die Verführten lockt ja im Trailer schon mit einer außergewöhnlichen Story und kitzelt die Zuschauer bereits ein wenig in punkto Horroranflüge. Der Film selbst packt die Sache dann allerdings völlig anders an und löste nicht nur bei mir die Reaktion aus, etwas völlig anderes bekommen als erwartet zu haben. Sei’s drum.
Der prägende Stil, den sie sich für ihre neueste Schöpfung ausgesucht hat, orientiert sich natürlich auch wieder pedantisch an der gewählten Zeit und sorgt mit viel Detailreichtum und Aufmerksamkeit für ein authentisches Bild dieser Epoche. Die dadurch erzeugte Sphäre wird zusätzlich aufgeladen, da alle Schauspieler sich gemeinsam auch zwischen den Drehs in ihrer Rolle beschäftigten um somit mehr Glaubwürdigkeit zu erzielen.
Nicht nur beim Design der Klamotten und dem Ausschmücken der Szenen, sondern auch in den Erzählsträngen spürt man sofort, dass hier sehr viel Detailverliebtheit am Start war. Auch die Darsteller berichten darüber, dass die Arbeit mit Sofia sehr angenehm, verspielt und fachlich sicher gewesen ist. Das für die heutige Zeit eher ungewöhnliche Format des Films zeigt, dass ihre Entscheidungen wohl durchdacht und mit Sinn getroffen worden sind, denn sie wollte durch das 1:1,66 Bildformat mehr Ausdrucksmöglichkeiten für die Körpersprache erreichen.
Sich dann mit Thematiken zu beschäftigen, die in heutiger Zeit wohl kaum noch eine Rolle in der Öffentlichkeit spielen, diese aber so immens beeindruckend und von allen Dingen unterstützt auf die Leinwand zu konzipieren, ist großartige Regiearbeit, die sonst keiner so innig ausführt.
Der Film lebt quasi mehr oder weniger von der Kulisse, den Regeln, den Gemeinsamkeiten und Entwicklungen, die jede Generation für sich mit der Situation macht. Dadurch erzählt sie in ihrer Buchverfilmung eine Story, die nicht nur absolut realistisch wirkt, sondern auch dieses verlorene Bild der Protagonisten mitsamt ihren Schwierigkeiten vermittelt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv ein Stück sehenswerte Kinogeschichte, dass sich mit einer Zeit beschäftigt, die unsere heutigen Probleme um ein Vielfaches unterwandert.
Die Details, die Vorarbeit und das wohldurchdachte Konzept sprühen aus jeder Szene und vermitteln ein authentisches und beklemmendes Bild einer mehr als eigensinnigen Situation. Dies dann in 89 Minuten fesselnd auf die Leinwand zu bringen und etwas völlig Abstruses zu erzählen, schafft nur jemand in 26 Drehtagen, der sein Handwerk wirklich versteht.
Freunde alter Filme, die ganze “Damenkleider”-Fraktion und Menschen mit Liebe für eine außergewöhnliche Story finden hier sicherlich Gefallen dran.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Nach der letzten Klappe ist wirklich Schluss.
Kinostart: 29. Juni 2017

Dag 2

Bei diesem Titel bewegen wir uns wieder einmal im türkischen Kino und wer sich jetzt schon auf billigste Comedy und erhabenen Quatsch eingestellt hat, erfährt hier gleich, wie es ist, mit vollem Karacho auf eine Wand zuzurasen und selbige mitten ins Gesicht zu kriegen.
Dag 2 als Fortsetzung des gleichnamigen ersten Teils (den auch ich nicht kenne) entführt hier in völlig neue Welten. Von dem üblich-durchgeknallten Mist absolut keine Spur, dafür jede Menge Ernsthaftigkeit, türkischer Patriotismus und die Frage nach Ehrgefühl und Menschlichkeit in einem Gebiet, in dem die Türkei politisch nichts verloren hat.
Die sonst so verqueren Einstellungen dieses Kultur-Kontinents in seiner Andersartigkeit dem westlichen Alltag gegenüber zerstören hier keine Minute das Gesamtbild, sondern man befasst sich eingehend und umfassend mit durchaus überlegenswertem Gedankengut und der Frage nach Menschlichkeit verbunden mit ziemlich tiefgreifenden Entscheidungen bezüglich System, Gehorsam, Treue, Verbundenheit und anderen moralischen Werten.
Den Hauptdarstellern wird allen reichlich Zeit dafür gegeben, sich immer mehr stückweise zu entfalten und ihr Charakterprofil aufblühen zu lassen, während der Plot unweigerlich in vergangene Ereignisse eintaucht und Szenen zeigt, die wir von den Medien in dieser Form nicht kennen.
Hierbei trägt dieser Film mit einer von mir unerwarteten Ernsthaftigkeit zum Thema der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und der internationalen Verständigung bei, was ich nach all dem, was mir bisher aus dieser Gegend an Material vorgesetzt wurde, niemals auch nur erahnt hätte.
Und genau dieses Für-Voll-Nehmen, was allen Teilhabenden hier angeboren zu sein scheint, hat mich von diesem Streifen durchaus überzeugt.
Vielleicht mögen die Untertitel so manchen Zuschauer davor abschrecken, gerade dieses Werk als Unterhaltungstreiber zu wählen, jedoch finde ich nach eingehender Prüfung auch keine Gründe, weshalb man sich nicht dafür entscheiden sollte.
Hierzulande machen andere Blockbuster Dag 2 das Leben schwer, der jedoch zieht unverblümt und ohne Einschränkungen an so manch zweitklassigem Werk vorbei und empfiehlt sich selbst in einer Unaufdringlichkeit mit einer Moral, die nach der Spielzeit ihre Spuren beim Zuschauer hinterlässt und somit die Relevanzfrage positiv beantwortet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass der Titel nicht ins Deutsche übersetzt wurde und man im Film ständig Untertitel lesen muss, sofern man der türkischen Landessprache nicht mächtig ist: Der Film lohnt sich dennoch.
Ernsthaftigkeit, ergreifende Momente, sinnliche und beeindrucke visuelle Bilder gepaart mit Action und ein klein wenig Patriotismus erzeugen hier ein Momentum zum Nachdenken, Philosophieren und tragen auf ihre Weise einen Teil zur interkulturellen Verständigung bei.
Hut ab – das hätte ich diesem Land in der Form nicht zugetraut! Bin positiv überrascht.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, nach der Abblende und dem übrigens genialen letzten Eindruck darf man die Bühne des Geschehens ruhigen Gewissens verlassen.

Verrückt nach Fixi

Dass hier die niederen Instinkte der Zuschauer angesprochen werden sollen, hat der Trailer ja schon eindrücklich aufgezeigt. Den Film mit vorherigen Beispielen wie Abschussfahrt gleichzusetzen, ist nicht unbedingt der schlechteste Gedanke, zumal sich die glattgestreiften Stereotypen hier genauso wiederfinden. Die Genialität der Grundidee scheitert meines Erachtens hierbei aber an der abhandelbaren Ploterzählweise, der keinerlei grenzüberschreitende Einfälle spendiert, sondern eher lieblos begegnet wird.
Somit verkommt die Schauspielerei einer Lisa Tomaschewsky zu der immer wiederkehrenden Einstellung, der im Film selbst nicht mehr viel beigemischt werden muss, um zeitlich über die Runden zu kommen. Überzeugend ist das allerdings nur in den ersten Minuten und hinterlässt später eher den Eindruck von Monotonie, da die überraschenden Wendungen und der Vielschichtigkeit einer möglichen Darstellung nicht Genüge getan wird.
Und da der Geist nicht gerade mit wendungsreichen Pointen und neuen Offenbarungen gefüttert wird, bleibt während des Schauens viel Zeit, um über Intentionen, Darstellungen und Blickwinkel nachzudenken, die sehr schnell klar werden lassen, dass dieser Film ein eher unschönes Bild von Ausgewogenheit liefert und hier in Sachen Geschlechter wieder sehr viel pädagogischer Schwachsinn verbreitet wird, den man besser nicht so ernst nehmen sollte.
Dass dabei dann wohl eher das jüngere Publikum angesprochen werden soll, dessen Hirn längst an Apple, Samsung, Google, und Facebook verkauft wurde, mutiert den Intellektuelleren sehr zum Leidwesen, denn der Humor siedelt irgendwo zwischen 9-Uhr-Pause und Feierabendbier um 18 Uhr an. Unter diesem Aspekt hat man dann einen 0815-Plot, der die Geschichte irgendwie auf die Leinwand rotzt, sich an immergleichen stereotypischen Darstellungen aufhängt und möglichst viel dessen zeigt, was die vorwiegend männliche Besucherschaft den Machern nach wohl erwarten würde.
Hierbei dann eine ernsthafte Kritik abzugeben, ist aus meiner Warte heraus schwierig, da das Stammpublikum solcher Filme durchaus bedient wird und auch auf seine Kosten kommt, ich jedoch den Grundgedanken verurteile, der hier über verschiedene Gruppen urteilt und dessen offensichtlich-logische Schlussfolgerungen ich so nicht teile.
Sieht man dann vom monotonen Schauspiel mal ab und schaut über die recht lieblos herbeigeführten Veränderungsmomente hinweg, hat man einen Film, der die Jugend zumindest für 94 Minuten kurz auf Abstand hält, dem man aber hinterher auch keinerlei weitere Bedeutung zumessen muss.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kann man sich ansehen, wenn man auf Brüste und Sexismus steht, muss man aber nicht.
Zuordnen würde ich diese Klasse Film ganz klar dem Schulhofhumor, der nicht jedermanns Sache ist, jedoch eindeutig herauskristallisiert, an welches Publikum dieses Werk gerichtet ist. Hier eine lebenserweiternde Erfahrung zu erwarten, wäre die falsche Herangehensweise an diesen Film, der eher seichte Oberflächenunterhaltung bietet und nicht weiter ins Detail geht.
Wer Abschussfahrt mochte, wird hier wohl auch seinen Spaß haben, für Erwachsenere ist das aber eher der falsche Saal.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts weiter.

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