Geschenke

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Der Grinch
© 2018 Universal Pictures International

 

Disney hat’s vorgemacht, der Rest tut ihnen gleich: Vor dem Hauptfilm werden ab jetzt immer öfters Kurzfilme gezeigt, die sowohl in der Presse als auch in allen regulären Vorstellungen eingespielt werden. Coole Sache, denn diesmal trifft es mit Illumination natürlich die Minions auf der Flucht – ein Hochkaräter, der das .kinoticket bereits lohnenswert macht und für die richtige Stimmung vor dem Hauptfilm sorgt.

Dies wäre aber gar nicht nötig, denn Der Grinch erzeugt nur in vorurteilsbehafteten Köpfen lautstarkes Gähnen… Ich mein: Klar, es ist Weihnachten, was auch immer mit diesem Miesepeter verbunden ist, grün, Jim Carrey und allerlei Blödelei, die man nicht mehr sehen kann und wer dann noch Benedict Cumberbatch weiß und auf den deutschen Plakaten Otto liest, dem dürfte der letzte Appetit auf dieses Filmhäppchen auch noch vergangen sein.

Kein Ding – ging mir genauso. Ich hörte schon Ottos markante Lache den ganzen Film über in meinem Kopf nachhallen und dachte mir: Wieso?

… bis ich dann den Streifen tatsächlich sah und vor Lachen nicht mehr konnte.

Illumination ist kein Label, dass bislang keine Erfolge vorweisen kann, sondern die Jungs haben’s immer noch extrem drauf. Die Jokes sind teilweise so erstklassig, dass man sich zwanghaft beruhigen muss, um nicht die drei Nachfolgenden zu verpassen. Und wenn man jemanden rein schleppt, der absolut keine Ahnung hat, dann fällt gar nicht großartig auf, dass Otto das Ding synchronisiert hat: Der Mann hat dermaßen Eier bewiesen, wofür ich ihm riesigen Respekt zolle. Sich so “normal” verstellen zu können und sämtliche Typus-Markanzen von sich abzulegen ist eine Meisterleistung, die hier sagenhaft funktioniert hat! Großartig!

Doch nicht nur dies, sondern auch die altbekannte Animationszeichnung, die aus dem Hause Illumination bekannt ist, sorgt für jede Menge Heiterkeit und die Einfälle, mit denen hier groß und klein unterhalten werden, gehören auch in die Top-Schubladen, die dieses Filmbusiness hergibt.

Das Schöne ist: Man kann ihn sich wieder und wieder ansehen – es bleibt einfach spannend und macht auch beim vierten Mal immer noch ungemein Spaß, die Feldzüge gegen den weihnachtlichen Irrsinn in diesem bunten Motzgewitter untergehen zu sehen.

Dass dabei auch noch emotional getanzt wird, man sich zeitweilig vor Rührung kaum bewegen kann, gehört nebenbei noch zu den Gewinnen, die die Eltern erziehungsmäßig für ihre Kinder miteinkaufen: Die Moral von der Geschicht’ glänzt nämlich mit vorbildlichen Zügen – nicht umsonst hat dieser Film das Prädikat “wertvoll” eingeheimst!

 

.kinoticket-Empfehlung: Lirum, larum – wer schon kennt und was befürchtet – dem sei gesagt: Alles ist anders und zehntausendmal besser!

Versteckt die Vorurteile gegenüber der Geschichte, dem “immergleichen Erzähltsein” und den angeblich falsch gewählten Synchronisationstalenten: Hier wird hochkarätige Arbeit abgeliefert, die in meinen Augen DEN Film für diese Jahreszeit schlechthin auf die Leinwand bringt: Besser geht’s grad nicht!

Moral, Emotion, Miesepetrigkeit und Otto als Sychnronstimme: Illumination packt wieder ein großes Geschenk auf den Tisch und sorgt für jede Menge Spaß und Freude bei groß und klein. Geht bedenkenlos rein, eure Kinder werden “gesünder” wieder aus dem Saal rauskommen.

 

Nachspann
✅ unbedingt sitzen bleiben, der ist nämlich wunderbar animiert.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: Dr. Seuss’ The Grinch
Length: 89 Min.
Rate: FSK 0

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Ja, ich weiß: Das Genre der Liebe ist ausgeschöpft und alle Geschichten wurden mindestens schon einmal erzählt, verfilmt, wiederverfilmt und dazu dann als Buch geschrieben.
Der Intellekt unserer Welt ist natürlich viel zu hoch angesiedelt, um zu erwarten, dass man von so einem Film überrascht werden könnte, der quasi nur der lauwarme Aufguss einer Erzählung ist, die in hochgradigem Stil bereits vor Jahrzehnten für Begeisterung sorgte.
Warum hat mich der Streifen trotzdem fasziniert?
Weil er eine gewisse Grundordnung ins Leben bringt. Dieses typische 2016er Muttigehabe, das man seit Jahren von der Leinwand runterpredigt und damit gestressten Erziehenden moraltechnisch die Hölle ins Leben wirft, wird hier einfach mal komplett verurteilt. Dieser ganze Wahnsinn rund um Kinder, Erziehung, Schule, Fahren etc. wird hier vom Plot erwürgt, in die ewigen Jagdgründe geschickt und dadurch dieses fürchterliche Mami-Papi-Getue beendet. Endlich!
Und diese Normalität in den Gesprächen, in den Vertrauensgesprächen, in den Dialogen, in den Situationen, in die die Protagonisten im Laufe der Zeit reinschlittern – all das hat mich verbal ziemlich beeindruckt.
Man hat einen Film, bei dem jeder erwartet, dass jetzt hier die Post abgeht und stattdessen wird man einfach wieder ruhig und … normal.
In einer krankhaften Welt, wie unsere eine ist, empfinde ich das fast schon wieder als begehrenswert, wenn einfach mal wieder alte Werte zurück ins Bewusstsein kehren, die dabei aber nicht verstaubt, sondern auf irrationale Weise modern wirken. Und diese Entwicklung kann ich persönlich nur begrüßen – aus diesem Grund hab ich den Film auch gleich 2x gesehen, bevor ich hier drüber schreibe.
Und ja, das Gefühl ist auch beim zweiten Mal noch das gleiche. Wäre kein Problem, ein drittes Mal reinzugehen und diese Bodenständigkeit und ruhige Ausgeglichenheit erneut zu erleben. Das sensible Herantasten an die verborgenen Gefühle inmitten einer Welt, die erbarmungslos auf einen einschlägt und dann in die Augen einer Julia Roberts zu schauen, die in diesem Film meines Erachtens wirklich gut spielt – für mich ein Genuss, den ich jedem nur ans Herz legen kann.
 

.kinoticket-Empfehlung:Die Presse verreißt das Stück nach bestem Wissen und Gewissen – und ich kanns nicht verstehen. Wieder einmal.
Geht unbefangen in das Teil rein, fahrt runter, setzt euch gemütlich in den Kinosessel und genießt die Show. Wer sich darauf einlässt, dessen Herz bleibt danach nicht unberührt.

 
Nachspann
sollte man auf jeden Fall sitzen bleiben. Und zwar bis ganz zum Schluss.

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Culture Clash ist derzeit in aller Munde und vollzieht gerade ein Revival, bei dem vorhandene Erfolgsgaranten aus der Vergangenheit mit Sequels und Prequels abgefrühstückt werden, bis einem das Lachen im Halse stecken bleibt. So will man meinen, wenn man die überall aus dem Boden sprießenden Komödien internationaler Verwirrungen im Kino begutachtet, die in Zeiten von Flüchtlingsströmen, Andersartigkeit und kultureller Vielfalt einen gemeinsamen Nenner in die Kinosäle transportieren wollen: Das gemeinsame Lachen.
In Antonio, ihm schmeckt’s nicht! baut man dabei voll auf direkte Provokation mit der komplett widersinnigen Art des Schwiegervaters, den man zuvor schon in unzähligen Trailern bewundern durfte und der (zumindest mich) im Film eigentlich permanent nur genervt hat.
Klar ist die Aufgabe seines Charakters das Rumnerven und genelles Unfrieden stiften, jedoch wirken die teils so überzogenen und stereotypischen Verhaltensmerkmale dermaßen aufgesetzt, dass dem ganzen Unterfangen dabei die Glaubwürdigkeit abhanden kommt und man als Zuschauer liebend gern einmal mit der Faust auf den Tisch schlagen und dem ganzen Zinnober ein Ende bereiten möchte.
Nur geht das eben als passiver Konsument nicht so leicht und man ist wohl oder übel daran gebunden, sich das Schauspiel bis zuletzt unkommentiert ins Hirn einzuflößen oder die Schmach in Kauf zu nehmen, für dieses Werk Geldscheine hingeblättert zu haben um anschließend eben nicht in der Form unterhalten worden zu sein, wie man es sich anfangs gewünscht hatte.
Ganz vor den Bug geschossen hat man die Story jetzt aber nicht, denn hier und da flammen schon ein paar richtig nette Szenen auf, die Unterhaltungspotenzial aufweisen und teilweise wirklich witzig sind, jedoch ist Humor immer so eine Sache, die jeder anders versteht und bei der manch einer dann gar keinen Spaß mehr versteht.
Ich persönlich empfand es eher als anstrengend denn als witzig und war ehrlich gesagt froh, dass die Veranstaltung endlich vorbei ist. Aus diesem Grund durftet ihr auch so lange auf den Beitrag warten, denn mit nicht ganz so hasserfülltem Herzen schreibt es sich freundlicher 😉
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer diesen überzogenen Stereotypen etwas abgewinnen kann und es toll findet, wenn man in der Klischeebadewanne absäuft, der wird auch mit diesem Streifen wieder einen Titel mehr auf dem Markt vorfinden, bei dem man nach Herzenslaune kichern kann.
Der Rest sollte sich den Trailer nochmal genau unter die Lupe nehmen und die Art von Humor verstehen, die hier auf den Tisch kommt. Christian Ulmen ist ja schon seit jeher ein diskutierter Schauspieler gewesen, dessen Art nicht jedem in den Kram passt und wenn dazu noch ein nerviger Schwiegervater auf den Plan tritt, wird es für den ein oder anderen tatsächlich auch vor der Leinwand ungemütlich.

 
Nachspann
war irgendwie merkwürdig, weil man hier keine Szenen oder Bilder hatte, sondern irgendwelche sich immer wiederholenden “GIF-Animationen”, die auf mich irgendwie befremdlich wirkten, aber wenigstens konsequent bis zum Schluss durchgezogen wurden.

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Steven Spielberg ist einer vom alten Schlag, den die jüngsten Generationen vielleicht schon nicht mehr in den schillernden Farben kennen, die man als Alteingesessener bezüglich seiner bisherigen Machwerke sofort in den Augen hat.
Spielberg – der Name steht für eine Größe in Hollywood, die seinesgleichen sucht und unverwechselbar ist. Der Name steht für Konsequenz. Für Können. Ein Vorantreiber, der sein Ding macht und dabei seine unverwechselbare Handschrift auf seinen Werken hinterlässt, die ganz eindeutig zu der Sorte Film zählen, die man im modernen Zeitalter durchaus als “klassisch” gelten lassen darf. Ohne dabei den leicht negativen Hauch dieses Wortes miteinzubeziehen, könnte man fast meinen, er ist einer der wenigen, die in der zerrütteten Moderne ein gesundes und dieses Mal auch wohltuendes Stück Konservativismus und somit ein Fundament an Bodenständigkeit und gewissermaßen Normalität auf die Leinwand bringen, die in einer ansonsten krankenden Welt für ein großes Stück Wohlfühlen sorgt, weil sich selbst Erwachsene zurück in eine Zeit versetzt fühlen, wo “alles noch besser war”.
Auch bei der Wahl seiner Geschichte treffen viele Punkte diesbezüglich voll ins Schwarze und proklamieren wieder einmal ganz klassisches Kino im alten Stil, das sich nichts von der Moderne abschaut, sondern einfach es selbst sein will und Inhalte rüberbringen, die eben jene Werte vermitteln.
So ungefähr könnte man meine Erwartungen ausdrücken, mit denen ich mir diesen Film angeschaut habe, obgleich die Folge-Trailer auch bei mir ein relativ ungutes Gefühl hinterlassen haben … an dieser Stelle wäre auch wieder mal weniger mehr gewesen.
Wie auch schon in Bridge of Spies erkennt man hier ganz klar die konservative Handschrift des Kultregisseurs und wundert sich dann auch weniger über die Kostüme und den altertümlichen Flair, den man in dieser Geschichte ganz nebenbei kompromisslos auslebt.
Auch an den technischen Errungenschaften gibt es rein gar nichts zu mäkeln – 3D können sie mittlerweile eigentlich alle ganz vernünftig, auch wenn’s vom Gros des Publikums nicht so angenommen wird, wie es so mancher Filmemacher vielleicht gerne hätte, und auch die Farbgebung und CGI-Sparte hat in diesem Fall nichts verkehrt gemacht, sondern fügt sich nahtlos in die aktuelle Zeitleiste ein und hinterlässt hier keine faden, abgehalfterten Eindrücke.
Der andere Punkt ist die Geschichte – und die ist – um es seicht zu sagen – relativ merkwürdig. Ich weiß nicht, wie es meinen Mitzuschauern ging, eins stand auf jeden Fall fest: Normal war bei denen auch nicht alles. Dass hier in erster Linie Kinder angesprochen werden wollen, konnte man sich anhand der vorab gezeigten Werbetrailer vielleicht noch herleiten, jedoch wandelte die Geschichte dann in Sphären ab, die sich vollends aus dem üblichen Geschehen und den Erwartungen freikämpften, um hier eine Story zu liefern, die man bestenfalls mit “Spielberg auf Drogen” bezeichnen kann.
Soll nicht heißen, dass das unbedingt schlecht ist, allerdings springt man hier schon sehr weit von der Straße ins Feld und lebt etwas aus, das sich ausschließlich in der Fantasie der Zuschauer abspielt und mit dem echten Leben rein gar nichts mehr zu schaffen hat.
Die Komik, die diese Art Film zwangsweise mit sich bringt, ist an und für sich dann auch wieder unterhaltsam, jedoch verträgt sich irgendwie die Urgesteins-Erwartung nicht ganz mit dem Loslösen aus der Realität und ist – ganz anders als beispielsweise bei Transformers – Ära des Untergangs – etwas schwerer verdaulich, da auf der anderen Seite immer noch genügend Komponenten im Raum schweben, die die Realitätszugehörigkeit dann doch wieder extrem unterstützen und einfordern.
Und mit diesem Paket hat wohl manch einer seine lieben Schwierigkeiten, was zu mangelnder Mundpropaganda führen könnte.
Meiner Meinung nach braucht dieser Film enorm lange Nachwirkzeit und man muss sich als Zuschauer auch wirklich darauf einlassen, um hier gigantische Momente der Erkenntnis herauszukitzeln, die letztendlich doch wieder sehenswert sind, um hernach mit einer guten Portion kindlicher Unvernunft zu verstehen, welch magische Botschaft dieser Film am Ende vermitteln will.
Vielleicht ist es dieses mal auch einfach gut, wenn man die Buchvorlage intus hat und sich somit schon länger mit der Materie beschäftigen konnte als diejenigen, die blindlings in den Saal stolpern und dann auf einmal mit derartigen Phänomenen betraut werden.
Eins steht auf jeden Fall fest: Kids haben an dieser Stelle enorm viel Spaß und die ganzen störenden, verstörenden und wahnsinnig machenden Elemente, die man aus Nickelodeon– oder KiKa-Produktionen kennt, fallen hier der Schere zum Opfer. BFG ist ein Werk, bei dem man subversiv gegen den hirnzerstörenden Mist aus dem Fernsehen vorgeht und Kindern wieder etwas vorsetzt, das sie wohlweislich konsumieren können, ohne hinterher einen an der Waffel zu haben. Und allein dafür hat sich die Produktion doch schon gelohnt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartiges Kino für Kids mit einer Botschaft, die direkt der Fantasiewelt entspringt und hier auch hyperprofessionell zutage gefördert wurde.
Manch Erwachsener mag Probleme damit haben, die konservative Ader Spielbergs mit dieser Versessenheit auf Irrationalität zu kombinieren, diesbezüglich wirkt vielleicht der Plot leicht abgehoben und untypisch und verlangt vom Zuschauer, dass er sich auf seine Kindertage zurückbesinnt und mit kindlichem Verstand an die Dinge rangeht – dann klappt es am Ende auch mit dem “toll finden”.

 
Nachspann
gibt’s nur als Text und ohne weiteren Hinweise, Szenen oder Bilder.

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