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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Der illegale Film

Der illegale Fil

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Schaut euch das Poster mal genauer an – erkennt ihr etwas, das ihr kennt?

Richtig: Wir leben in einer Zeit, in der sich manche Dinge schon so fest im Hirn eingebrannt haben, weil sie zu lange existieren, wir tagtäglich ohne nachzudenken damit umgehen oder verschiedene Werbe- und PR-Gurus einfach einen grandiosen Job gemacht haben oder so penetrant konsequent mit ihrem Tun sind, dass wir es einfach nicht schaffen, aus den Fängen der “Ich hämmer dir etwas in deinen Kopf”-Menschen zu entkommen.

Der Trick: Bilder. Menschen sehen Bilder. Menschen machen Bilder. Menschen teilen Bilder. Wir leben in einer Bilderwelt, die schon so unbegreifbare Ausmaße angenommen hat, dass es Zeit wird, sich damit mal auseinanderzusetzen und einer immens wichtigen Frage nachzugehen: Wie steht es eigentlich um diese Bilder? Wer besitzt die Rechte daran? Warum? Und ist das zeitgemäß? Wo steuern wir hin? Was gibt es längst, das uns bereits heute über den Kopf gewachsen zu sein scheint, obwohl die meisten diese Techniken noch nicht einmal kennen?

Erinnern wir uns zurück an die Zeit, in der die Kinder noch “draußen Ball spielten” und man gemeinsam zum Mittag an den Tisch kam und in der Familie gesprochen hat. Eine Zeit, in der das Internet in seinen Kinderschuhen stand und in der niemals jemand erahnen hätte können, dass eine Website wie FaceBook mal ein nicht wegzudenkender Teil einer Gesellschaft werden würde. Ich wurde in meiner Kindheit deswegen ausgelacht, weil mich die Techniken einer vernetzten Welt interessierten und ich einer der wenigen war, die sich ein Modem zulegten, um diese vernetzte Welt zu erkunden. “Wer braucht denn sowas? Das hat keine Zukunft.”

Wie recht sie damals hatten, sieht man heute, wenn mal für 2 Minuten das WLAN ausfällt.

Genau das gleiche gilt für Fotografien, Fotos, digitale Bildinhalte, die visuelle Welt. Wir sind im Wandel und es ist ein riesiger Umbruch am Stattfinden, der wieder einmal alles umwirft. Dass die meisten Menschen der Technik längst entronnen sind und “nicht mehr mitkommen” sieht man daran, dass es heute immer noch Menschen gibt, die seit 7 Jahren ein Smartphone besitzen und keine Ahnung davon haben, dass sie dort drin direkt Fotos beschneiden können oder drehen und sich dann darüber wundern, dass man das gedrehte Ergebnis sogar dauerhaft dort speichern kann.

Und ich spreche noch nicht mal von künstlicher Intelligenz, Siri, Alexa und alles, was im Großen da hinten dran hängt … dazu bedarf es mittlerweile fast schon mehrerer Studiengänge, um all dies etwas umfassender verstehen zu können.

Wer für dieses Studium grad keine Zeit hat, den interessiert vielleicht Der illegale Film – ein Meisterwerk, dass sich genau mit dieser Materie auseinandersetzt und zukunftsweisende Ideen, Erkenntnisse, Erklärungen zusammengetragen hat, um diese auf den Leinwänden zu präsentieren.

Das Manko: Aufgrund der Spielfilmlänge und der immer noch begrenzten Aufnahmefähigkeit der Menschen ist dieses Werk dermaßen mit Informationen vollgepackt, dass man es eigentlich auch wieder sukzessive konsumieren sollte, um wirklich alles zu ergründen, was jedoch in einer einzigen Kinovorstellung kaum möglich ist.

Aber auch dafür haben die Macher Abhilfe geschaffen:

Heute, am 11. April 2019 feiert der Film im ZKM Vortragssaal, Zentrum für Kunst- und Medientechnologie, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe Premiere – mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur Martin Baer!

“Na super, ich schaff’s aber heute nicht nach Karlsruhe…”

Kein Problem: Denn es geht weiter mit folgenden Terminen – und immer ist entweder Regisseur Martin Baer oder Regisseur Claus Wischmann mit von der Partie – ihr seid damit also nicht im Kino allein.

Ab 11.04.2019
Freiburg – Friedrichsbau – am 14.04.2019 – 11:00 Uhr (Matinée)
Nürnberg – Cinecitta – Do + Mo um 18.15 Uhr, Fr + Di um 20:30 Uhr
Stuttgart – Atelier am Bollwerk – täglich im Wechsel 16:10 oder 17:50 Uhr

Ab 18.04.2019
Dortmund – Sweet Sixteen – täglich außer Mo. – am 25.05.2019 ist Martin Baer vor Ort im Rahmen der WorldPress Ausstellung
Karlsruhe – Schauburg – 18.04.2019 – 19:00 Uhr

Ab 25.04.2019
Berlin – Kant – 26.04.2019 – 18:00 Uhr | Sputnik
Hamburg – Studio – 27.04.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben
Aachen – Apollo Kino & Bar – 27.04.2019 – 18:00 Uhr
Essen – Filmstudio – 28.04.2019 – 15:00 Uhr
Köln – Filmpalette – 28.04.2019 – 18:00 Uhr
Magdeburg – Studio – 24.04.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben

Ab 2.05.2019
Gauting – Kino Breitwand – 30.04.2019 – 19:30 Uhr
München – City Kinos – 2.05.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben

Ab 16.05.2019
Bochum – Casablanca – 19.05.2019 – 13:00 Uhr (Matinée)

Näheres zu diesen Vorstellungen und jeweils aktualisierte Termine könnt ihr dieser Website entnehmen!

Ich finde es wichtig und gut, dass man hier Präsenz zeigt und das Thema in den Medien und für die Bevölkerung aufgreift und gemeinsam erarbeitet: Denn keiner, wirklich keiner von allen, die auf diesem Planeten leben, kann sich den “Das geht mich nichts an”-Schuh anziehen. Wir hängen alle in vielfältiger Form da mit drin. Und Wissen bedeutet “Macht” – Macht über das eigene Leben. Es kann niemals schaden, etwas zu verstehen, mit dem man tagtäglich umgeben ist und womöglich selbst aktiv mitwirkt – und das trifft in den allermeisten Fällen zu 100% zu.

Hier geht’s also nicht mehr um “Ich hab da grad keine Lust zu”, und auch nicht um eine Empfehlung: Das hier ist eine Pflicht-“Schulstunde” fürs Leben, die jeder von euch einfach zu absolvieren hat.

Geht auf die Seite, sucht eure Stadt aus und fragt zusätzlich in euren Kinos, ob sie den Film bringen werden – das schafft Anreize, damit dieser Titel auch in vielen weiteren (kleinen) Kinos gezeigt werden kann. Und dann geht einfach da rein. Notfalls mehrfach.

.kinoticket-Empfehlung: Leidest du an einer Seh-Erkrankung oder bist gar blind? – Dann braucht dich der Film nicht weiter jucken.

Alle anderen sind betroffen und bekommen hier wieder einmal wunderschön aufgearbeitet ein komplexes Thema unterbreitet, das sich mit der Verantwortung, den Rechten und Pflichten auseinandersetzt, denen sich jeder tagtäglich stellen muss. Wie verhält es sich mit verschiedenen Dingen, die wir einfach so arglos in unseren Alltag einbauen – wie z.B. das “Selfie”?

Claus Wischmann und Martin Baer haben sich hingesetzt und etwas umfassend beleuchtet, wozu es mittlerweile eigentlich eines Studiums bedarf – euch hier aber kompakt in 88 Minuten Spielzeit vermittelt wird.

Dies ist keine Kür, sondern eine Pflichtstunde. Anwesenheit wird kontrolliert.

Nachspann
✅ Schaut es euch an – da wird das Ausmaß erstmal so richtig deutlich!

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Der illegale Film
Length: 88 Min.
Rated: FSK 12

Searching

Eines der überraschendsten Filmbeginne. Und eines der Machwerke, dem man seine Brillanz erst ansieht, wenn man sich ein wenig in der Materie auskennt.

IT-Leute tun das. Menschen des alltäglichen Lebens, die sich der Technik und fortschreitenden Entwicklung der Industrie nicht verschlossen haben. Was da für eine Arbeit und Produktplanung im Hintergrund vollzogen und durchorganisiert wurde, ist der helle Wahnsinn.

Das Prinzip solcher Filme hat es schon mal gegeben, aber noch niemals hat man es so perfekt, so alltagstauglich, so realistisch durchgezogen. Bis dahin, dass selbst im Hintergrund alles komplett stimmt. Und was da alles dazu notwendig war, um tatsächlich eine Umgebung zu schaffen, in der man das Geschehen des Films platzieren kann mit allen Eventualitäten und Dingen, an die selbst erfahrene Nutzer nicht denken, wenn sie über solche Gepflogenheiten nachdenken – mega!

Und jetzt kommt der Knaller: Ich hab das Ding schon lange vor Kinostart im Original gesehen und anschließend nochmal im Rahmen der Sneak Preview auf deutsch, und: Es wurde alles – wirklich alles (!!!) – perfekt übersetzt. Nicht nur die Screens und Inhalte, auf die der Film augenscheinlich Wert legt, sondern selbst irgendwelche Banner und Meldungen im Hintergrund hat man eingedeutscht.

Dieses digitale Biotop aufzubauen und durchzuorganisieren ist ein Heldenwerk, dass so sicher kaum einer wirklich zu schätzen weiß und es fasziniert mich heute noch immer.

Der nächste Punkt: Ich erlebte zum ersten Mal in der Filmgeschichte, dass Technik tatsächlich authentisch und wahr dargestellt und nicht komplett verteufelt wurde. Man zeigt, was möglich ist – und wo Grenzen liegen, an die auch erfahrene User nicht herankommen. Keine dummen Hacks, keine dämlichen “Tipp Tipp grüne Schrift auf schwarzem Bildschirm” und ein “Das haben wir gleich” tippel tippel und er ist drin, sondern die wahren, authentischen und realen Meldungen von Walls, die man ohne das richtige Passwort nicht durchbrechen kann. Monstermäßig!

Wo bitte hat man so fähige ITler auf einmal her, die dem Film eine Authentizität angedeihen lassen, dass jedes Technikerherz höher schlägt?

Dieser Realismus ist Granate! Und das sage nicht nur ich, sondern auch andere, deren täglich Brot durch Tastendrücken verdient wird.

Wer jetzt noch Kritik üben will, darf sich gern ein wenig über das vergleichsweise einfallslose “Ende” des Films aufregen, sollte dabei aber das Wörtchen “vergleichsweise” nicht übersehen, denn hier spielt sich alles auf enorm hohem Niveau ab, dem ich jeden Respekt zolle.

Und wer – ausnahmsweise, ich weiß, es kostet euch unfassbar viel Überwindung und Einsatz ^^ – einfach nur erstaunt sein möchte, dem bietet Searching allen Grund dafür.

.kinoticket-Empfehlung: ENDLICH hat es mal jemand in Hollywood geschafft, technische Revolutionen wahrheitsgetreu wiederzugeben und einzusetzen und dabei gleichzeitig noch den richtigen Wert dieser Technik zu offenbaren und sie nicht per se zu verteufeln.

Was man hier an Projektplanung und Hintergrundarbeit geleistet hat – bis ins allerkleinste Detail – ist verblüffend und sorgt für mächtig Furore in den Kennerkreisen. Man darf mit Fug und Recht behaupten: So einen Film wie diesen hat es noch nie gegeben!

Und ich würde es begrüßen, wenn man sich derlei Ehrlichkeiten technischer Güte auch in Zukunft annehmen würde.

Nachspann
❌ liefert genügend Zeit, um über seine eigenen Onlinegewohnheiten nachzudenken, wartet aber nicht mehr mit Material auf.

Kinostart: 20. September 2018

Original Title: Searching
Length: 102 Min.
Rated: FSK 12 | PG-13

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