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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Götter

Thor – Tag der Entscheidung

Das Marvel-Universum umfasst mittlerweile einiges an trächtigen Titeln, so dass man langsam den Überblick zu verlieren scheint.
Wenn wir also von den Avengers reden, inkludiert das folgende bisher vorhandene Filme:
Iron Man
Iron Man 2
Iron Man 3
Der unglaubliche Hulk
Thor
Thor – The Dark Kingdom
Captain America: The First Avenger
The Return of the First Avenger
The First Avenger: Civil War
Marvel’s The Avengers
Avengers: Age of Ultron
Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Ant-Man
Doctor Strange
Spider-Man: Homecoming
Zu den bislang 16 veröffentlichten Titeln gesellen sich in absehbarer Zukunft dann noch:
Black Panther
Avengers: Infinity War
Ant-Man and the Wasp
und an folgenden Titeln wird noch gearbeitet (darum sind sie bislang nur unter dem Arbeitstitel bekannt):
Captain Marvel
Untitled Avengers
Untitled Spider-Man: Homecoming Sequel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Damit hätten wir dann insgesamt 24 Marvel Cinematic Universe-Filme, die in ihrem glorreichen Glanz ein großartiges Stück Filmgeschichte ausmachen.
24? Yes – denn am 31. Oktober 2017 erscheint der dritte Teil von Thor – Tag der Entscheidung und damit transformiert man diesen Zweig der Avengers-Saga endlich in einen ernstzunehmenden, anbetungswürdigen Teil dieses Universums.
Viele von euch wissen ja, dass sich Tony Stark alias Robert Downing Jr. würdig aus dem Filmlegendenbusiness verabschiedete, um seinen Charakter in Ehre zu halten, bevor er nicht mehr mithalten kann. Dieser Schritt bekam von mir höchste Würdigung, weil ich so etwas schätze, wenn die Leute wissen, wann es genug ist und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören, statt immer weiter zu strampeln, bis es einfach nur noch eine Witzveranstaltung ist.
Gleichermaßen vermisst man den ungleich coolen, einzigartigen und legendären Humor von Stark, was in meinen Augen Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder etwas aufgefangen und eingeholt hat, um weiter damit um sich zu werfen.
Thor war innerhalb dieses Filmbiotops immer ein wenig der kleine Außenseiter. Der erste Teil sprüht zwar vor gigantischem 3D und unfassbaren Farben, einem komplexen Multiversum und vielen grafischen Höhepunkten, die Story fand zuletzt jedoch im zweiten Teil ein morbides Ende – was für mich der absolute Tiefpunkt aller Filme darstellte.
Nicht gut gespielt, irgendwie lieblos zusammengezimmert und ohne jedweden Charme dümpelt man so vor sich hin und erzählt keine sonderlich spannende Story, sondern hat einfach nur einen gigantisch teuren Durchhänger, der eigentlich das Ende der Thor-Erzählung bedeuten könnte.
Und hier ist es nun meine Aufgabe, euch davon zu berichten, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil.
Wer Guardians of the Galaxy Vol. 2 zum Schreien komisch fand, wird Thor – Tag der Entscheidung lieben! Die Aufgabe von Marvel bestand nämlich darin, einen Regisseur zu finden, der dem ganzen einen völlig neuen Anstrich verpasste und somit Thor aus der Versenkung holte, um ihn wieder zu einem würdigen, lustigen, unterhaltungsreichen Event zu gestalten – und das ist Taika Waititi hervorragend gelungen.
Man hat nicht nur alle Register der Avengers gezogen, sondern auch mit hollywoodinternen Jokes, Tony Starks Humor und inhaltlicher Reichhaltigkeit der Guardians gearbeitet und damit ein Werk erschaffen, dass seine Zuschauer von Anfang an verblüfft und außer den Figuren rein gar nichts mit den ersten beiden Filmen zu tun hat – sofern man diese in ihrer Genialität bewertet.
Es flasht wirklich alles – auf höchstem Niveau. Man hat sich hier aller technischer Mittel bedient, um die Kundschaft auch weiterhin auf dem Level der übrigen Avengers-Filme zu halten, jedoch wieder damit begonnen, den Charakteren Tiefsinnigkeit zukommen zu lassen und das mit einem begeisternden Charme und exzellentem Witz, dass man fast vergisst, dass es mal so etwas wie Iron Man gegeben hat.
Optionen wie Jeff Goldblum als einen der Charaktere einzusetzen, waren für mich eines der größten Pluspunkte, die man diesem Werk angedeihen ließ, denn er spielt herausragend und offenbart sich als völlig neue Entdeckung auf dem Schauspielermarkt, da man mit ihm auch weiterhin derartige Rollen besetzen könnte – großartig!
Cate Blanchett in einem Superheldenfilm? Diese zierliche Frau, die sich kaum traut, ihre Texte richtig aufzusagen? Auf ihr Konto gehen einige Lacher und sie behauptet sich in dieser Saga mit ihrer aussagekräftigen Persönlichkeit in einem Ausmaß, dass ich dieser Frau niemals zugetraut hätte. Großartig!
Man hat es wirklich geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und präsentiert nunmehr ein Meisterwerk, dass sich sehen lassen kann und überlaut nach mehr schreit! Wer also mit Thor abgeschlossen hatte, sollte sich jetzt darum bemühen, .kinotickets zu ordern und die Show wieder beginnen lassen, sonst verpasst er einen großartigen Neueinstand eines alten Titanen der Filmgeschichte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man wollte alles irgendwie umkrempeln, neu gestalten, frischen Wind in die Sache bringen und das Genre komplett neu beleben – und es hat definitiv funktioniert!
Die Schauspieler sind allesamt klasse, überzeugen durch großartiges Können und übertreffen sich selbst.
Humor, Unterhaltung, Optik und Sound überzeugen genauso wie das 3D und offenbaren sich als eine völlig neue Schöpfung in einem bisher langsam aussterbenden Ast eines Filmuniversum.
Wenn sich je ein Thor-Film gelohnt hat, dann dieser hier: Reingehen! Und zwar sofort!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel – da bleibt man sitzen. Nicht bis zum Zwischeneinspieler, sondern bis ganz zum Schluss – denn auch da kommen noch großartige Sequenzen.
Kinostart: 31. Oktober 2017

(Trailer) Thor: Ragnarok (3D)

Mein Blog ist der falsche Ort, um diesen Trailer zu sichten. Wirklich.
Was man dafür braucht: Ein großes Multiplex-Kino, satte Boxen, aufgedrehte Lautstärke und eine 3D-Brille auf dem Schädel.
Alle anderen nutzen halt derweil den Trailer vom offiziellen Marvel-Account auf YouTube:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=v7MGUNV8MxU?rel=0&w=560&h=315]
Gänsehaut, präsentiert von © Marvel Entertainment
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Der Soundtrack ist schonmal unglaublich geil und vermittelt bereits ein düsteres, mächtiges Debüt des kommenden Films. Hoffentlich ist die Trackauswahl im Film dann genauso berauschend, denn was hier an Action versprochen wird, übersteigt nochmals bei weitem das, was bereits in Thor und Thor: The Dark Kingdom aufgefahren wurde.
Dass die Mythen rund um Götter und Altertum nicht mehr nur ein Produkt der Fantasie zurückgebliebener Nerds sind, sondern durchaus alltagstauglich verarbeitet und für den Massenkonsum aufbereitet produziert werden können, hat Marvel unlängst bewiesen.
Die angespannte Engstirnigkeit bei der Entfaltung neuer Optionen, die oft zur billigen Flopversion eines gigantischen Epos’ verroht wurde, ist hier absolut nicht zu finden. Stattdessen scheint Thor himself sich zu einem brachialen Durchbruch in Sachen Erfolg entschieden zu haben, was einen spannenden, wendungsreichen und definitiv sehenswerten Film verspricht.
Ich bin zumindest tierisch gespannt auf den kommenden
 
Kinostart: 26. Oktober 2017

Sausage Party – Es geht um die Wurst

ENDLICH wieder mal ein Trailer, den man im Nachhinein als richtig gut abstempeln kann: Es wird nicht zu viel verraten, man kriegt als Zuschauer Lust auf den Blödsinn und die besten Szenen sind im Film und nicht im Trailer.
Wie schon prophezeit herrscht hier keine Familienstimmung, sondern das Teil ist quasi ein totalitärer Tabubruch, der konsequent und mit irrsinnig viel Feingefühl zu den Grenzen des guten Geschmacks transportiert wird, so dass sicherlich der ein oder andere seine lieben Schwierigkeiten mit dieser Art Humor haben kann.
Dabei trennt man zu keiner Sekunde die Beziehung zum guten Niveau, sondern entlässt hier eine verbale Martial-Arts-Schlacht, die nicht nur unfassbar tiefgründig und gesellschaftskritisch ist, sondern mit Unterhaltungswert und einem für mich unfassbaren Feingefühl gesteuert wird, das niemals ins Bodenlose abrutscht, obwohl der Trip, auf dem die Macher beim Erschaffen dieses Werkes gewesen sein mussten, sicherlich episch war.
Denn genau so fühlt es sich an: Endlich wieder mal eine unglaublich kreative, neue, adaptive und parallele Welt, die einen so dermaßen aus dem Alltag rausreißt, dass eigentlich gar nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt, weil diese Schöpfung mit Sicherheit erst auf den zweiten Blick überdeutlich maskiert, was in der Realität unserer Gesellschaft so los ist.
Wessen Bedürfnis auf neue Sichtweisen für ganz alltägliche Dinge dieser Welt nicht gestillt ist, der findet hier den Quell seines Lebens und suhlt sich in einer modernen Denkform, die in dieser Weise noch nie die Massen derart beeindruckt hat.
Es ist faszinierend. Obwohl eigentlich selten über die Gürtellinie aufgetaucht wird, ist so viel Ehrgefühl, Spaß, positive Emotion und wunderbare Karrikatur der Echtheit in diesem Film versammelt, dass man meinen könnte, es handelt sich hier um ein hohes Stück Kunst, das abseits des Kinos bewertet werden sollte.
Mich hat es wahnsinnig beeindruckt und fast schon zum Lachen gezwungen. Auch an genügend Easter-Eggs und offensichtlichen Parodien wird nicht gespart – den Schöpfern ist nichts heilig gewesen – mit dem großen Unterschied, dass sie niemanden durch den Dreck ziehen, sondern auf intellektuell hohem Niveau parodieren.
Und genau diese Behauptung wird mir sicherlich von vielen zum Verhängnis gemacht werden wollen, denn die Reihen haben sich schon zur Vorpremiere gelichtet und gezeigt, dass hier genügend menschliches Potenzial ist, dass den Film einfach nur scheiße findet.
Jetzt zu sagen, man müsste sich darauf einlassen, wäre völlig falsch, wenn du wirst einfach von Anfang an mit reingezogen oder eben nicht. Mitgefühl, Mitfiebern, spannende Überraschungen und so unglaublich kreative Parallelen zum echten Leben spicken den Film bis ganz zum Schluss mit immer neuen Eindrücken und lassen hier nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen.
Wer denkt sich sowas aus?
Egal – hauptsache, es kommt auf die Leinwand und hauptsache, ihr rennt alle da rein – denn ich will unbedingt einen zweiten Teil davon haben und wenn möglich gern auch noch einen dritten. Diese frische Autorenbrise hat Hollywood schon seit langem gefehlt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Aus dem Realismus aussteigen und sich auf einen total irren Trip einlassen – einmal tief durchziehen und die restliche Show genießen!
Was hier aufgetischt wird, ist an Schöpfergeist und Kreativität kaum zu überbieten und bringt nicht nur Schwachmaten, sondern auch durchaus Begabte zum Lachen: Die Parodien sind hinterfotzig, tiefgründig und haben sich sehr wohl mit der Materie beschäftigt, die sie würdevoll durch den Kakao ziehen. Geht rein – ich will Leute haben, mit denen man darüber quatschen kann 😉

 
Nachspann
Musicalfreunde bleiben eh hocken, ob der audiophilen Bestückung des Nachspanns, eine After-Credits-Scene gibt es allerdings nicht, obgleich dieser Titel dafür mehr als prädestiniert wäre.

Dragon Ball Z: Resurrection F (3D)

Freunde der Anime-Welt: Ein neuer Stern ist am Himmel aufgestiegen, der den bis dato bereits 15. Dragon Ball Z-Film auf die großen Screens wirft und somit die Anhängerschaft dieses Kult-Mangas beeindruckt.
Ich persönlich kenne mich in dieser Welt zu wenig aus, um darüber professionelle Aussagen treffen zu können und kann daher wieder mal nur meine persönlichen Eindrücke schildern, die hier in keinster Weise irgendjemandes Vorlieben angreifen oder verletzen sollen.
Meine Vergleichsobjekte sind die für mich bislang unerreichte Neon Genesis Evangelion-Saga sowie die letzte Anime Night, in der One Piece Gold gezeigt wurde.
Letzteren empfand ich als mehr systemkritisch, tiefgründiger und mit viel mehr Material, das hinter den Kulissen angeprangert wurde, während man in Dragon Ball Z: Resurrection F sein Augenmerk eher auf die Kampfszenen und den allgemeinen Spaß richtet.
Und das ist auch völlig okay so. Selbst das 3D im Film lässt sich sehen und liefert hier wieder ein Erlebnis der besonderen Art, in dem man sich als Zuschauer und Fan von Animes gerne verlieren darf.
Die Sprüche sind witzig, der Plot funktioniert und die Charaktere leben durch ihre eigene Seele, die von den Übersetzern auch gefühlt gut rübergebracht wird. Man hat beim Zuschauen durchaus seine helle Freude und die ineinandergreifenden Duelle der verschiedenen Typen bereiten auch genrefremden Leuten jede Menge Spaß.
Dazu kommt das einzigartige Publikum bei solchen Vorstellungen, die mit Gelächter und viel Hintergrundwissen den Saal zusätzlich mit Stimmung aufheizen und dafür sorgen, dass man bei der Vorstellung wirklich richtig Gaudi erlebt.
Selbst in 2D hat das Abenteuer seinen Reiz und bietet nicht weniger Entertainment als in der teureren 3D-Variante. Die Farben und typischen Anime-Elemente reizt man auch hier wieder aus und lässt die Geschichte zwar nicht ganz so im Farbeimer versinken wie in One Piece Gold, liefert allerdings aber genügend eigenständige Kreationen, die die Welt realistisch abbilden und sich nicht an anderen Quellen bedienen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Anime-Szenefans werden diesen Titel sowieso schauen, alle anderen dürften dabei aber auch ihren Spaß haben, denn selbst in 2D macht der Film noch richtig Laune und erzählt eine gute Story mit viel Aufregung und Impression.
Der Humor ist fantastisch, der Plot durchdacht, es wird zu keiner Zeit langweilig und die eigenwillige Art, die Anime’s innewohnt, kommt auch diesmal nicht zu kurz.
Wer noch die Chance hat, darf sich den Streifen daher gerne zu Gemüte führen.

 
Nachspann
sollte man unter keinen Umständen verpassen, denn der ist bis zum Schluss gefüllt mit Material. Sitzenbleiben!

Mohenjo Daro

Mit 150 Minuten schickt man hier ein Epos in die Welt, das die Kinosäle zum Erzittern bringt. Mal ganz ehrlich: Was verbindet man mit Bollywood, wenn man so ein Ding noch nie in seinem Leben gesehen hat?
Romantisches Geknutsche, indische Frauen, tanzende Kerle und jede Menge Musik – hab ich Recht?
Was einem hier aufgetischt wird, ist allerdings bei weitem nicht das, was man sich als Laie vielleicht darunter vorstellt. Zum einen: Das Event wurde von meinem Stammkino mal so richtig auf brutal gestellt, indem man einfach mal den Lautstärkeregler betätigt hat – nach oben. Ganz im Ernst? Ich saß in dem Teil und hatte Schiss … vor billigsten Animationen.
Der Beat krachte hier mal sowas von durch die Kinosessel, dass es scheißegal war, ob sich lebendes Fleisch darauf befand – das wurde einfach mit durchgeschüttelt. Und die Story baut sich auf, man erlebt eine fremde Kultur, man baut eine Geschichte darum und erhebt all das zu einem epischen Machwerk, dass Hollywood demnächst einpacken kann, sollte sich von dieser Seite der Erdkugel weiterhin derartiges in unseren Landen etablieren.
Und das mein ich ernst.
Man bekommt hier nicht mehr nur eine Idee, sondern einen Genre-Mix präsentiert, der sich gewaschen hat. Etwas derart Episches und dermaßen Verflochtenes habe ich bisher noch nie in dieser Intensität im Kino erlebt, geschweigedenn im heimischen Kinosaal. Und damit hat man definitiv mein Interesse an Bollywood geweckt, sollten die Filme alle in dieser Art sein. Kenner dürfen mich gern eines Besseren belehren, ich lasse mich zukünftig definitiv überraschen.
Was die Musik angeht: Ja, es reiht sich ein wenig in das Klischee ein, erhebt sich dann aber in einem epischen Ausmaß, dass mein Verlangen nach dem Soundtrack nicht nur geweckt, sondern förmlich entfacht hat – und umso wütender macht einen die leere Suchanzeige im Musikportal, wenn man wieder mal kaum erwarten kann, dass dieses Album endlich in Deutschland erhältlich ist.
Auch die Bildgewalt dieses Kunstwerks lässt anderes im tiefsten Schatten verenden: Hier wird mit Impressionen und Eindrücken um sich geworfen, die seinesgleichen suchen – und gepaart mit der Unzahl an Darstellern, Synchronisationsgenies und den vielen anderen Faktoren, die da mit reinspielen, erhält man wieder etwas, das nur auf ein Wort hinauslaufen kann: Epic!
Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle so einfallslos schreibe, aber diese Show hat mich grandios vom Hocker geschmissen und die unbeantwortete Frage aufgeworfen, weshalb solche Filme nicht öfters in deutschen Kinos gespielt werden.
Der Gang in den Saal mit allen Aufpreisen und Optionen lohnt sich für jeden Kinozuschauer mal definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten hat mich etwas so beeindruckt, abgeholt, überrascht und mitgenommen, wie dieses grandiose Meisterwerk.
Dass im Original gesprochen wird, macht das Werk eher sympathischer denn fremd und eröffnet hier eine Geschichte, die einem so garantiert den Abend versüßt. Reingehen wo immer man die Chance dazu hat – es lohnt sich definitiv.

 
Nachspann
sollte man abwarten, der hat nämlich richtig nette Animationen und blüht farbenfreudig vor sich her statt in langweiligem Schwarz-Weiß.

X-Men: Apocalypse (3D)

Angesehen habe ich ihn mir mittlerweile zwei Mal. Geteilter Meinung bin ich immer noch. Mit X-Men: Apocalpyse haben wir bereits den 9. X-Men-Film am Start, der auf eine langjährige Filmgeschichte zurückblicken darf und dementsprechend Potenzial mit nach vorne bringen sollte.
Klar, man wird hier als Zuschauer nicht in einen Kinderfilm gesetzt, sondern von der Wucht der immensen, unüberschaubaren Größe Hollywoods überrumpelt. Hier steckt jede Menge Geld, Macht & Einfluss drin und das nimmt man dem Werk von Anfang an ab.

Die Effekte allein reichen aus, um ein .kinoticket zu lösen und sich die Show anzusehen, denn die haben es in sich und tragen auch den einst gekannten Charme der X-Men aus dem ersten Teil in sich. Die Klassik der genialen Comicverfilmungen, wie es die X-Men-Filme tatsächlich sind, kommt auch hier schwer zum Tragen.

Jedoch obliegt dem Schöpfer dieses Meisterwerks auch wieder die höchst schwierige Aufgabe anheim, sich mit einer Vielzahl großartiger Charaktere auseinandersetzen zu müssen und diese gebührend zum Zuge kommen zu lassen – und das misslingt anhand der Anzahl unglaublicher Persönlichkeiten mit noch unglaublicheren Fähigkeiten. Ein Problem, mit dem auch schon Batman v Superman: Dawn of Justice zu kämpfen hatte. Hier spürt man dann eben die Nachteile dieser übergroßen Dimensionen, in denen sich dieser Film definitiv bewegt.

Dabei verkommt die Story dann zeitweise zum notwendigen Übel und wird überflügelt von immer immenser werdenden Effekten, die seinerseits zwar genügend Stoff mitbringen, um später für Erzählungen Inhalte zu bieten, als Film-Alleinstellungsmerkmal jedoch nicht ausreichen, dass man hier von einem absoluten Must-See sprechen kann. Schaut man sich derzeit das laufende Programm der meisten Kinos an, sind hier viel zu große Konkurrenten aus dem Hause Marvel am Start, denen ich persönlich zur Zeit den Vorzug geben würde.

Nichtsdestotrotz ist die Bildgewalt dieses Epos’ immer noch erhaben genug, dass sich der Gang ins Großbildwohnzimmer durchaus lohnt und man es sehr gerne dort mit den Übeltätern dieser Geschichte aufnehmen darf.

Der Film hat beim zweiten Mal immer noch genauso Spaß gemacht, wie beim ersten, gejammert wird hier auf sehr hohem Niveau. Dennoch war auch beim Re-Anschauen das bittersüße Lächeln der Plot-Angekratztheit nicht aus meinem Gesicht wegzukriegen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Durchaus sehenswerte Kost, die die Geschichte rund um die X-Men weiterspinnt.

Technisch arbeitet man hier auf ganz hohen Rössern und lässt keine Minute aus, dies auch gebührend zu zeigen und zu feiern. Der Inhalt leidet etwas unter der Charaktervielfalt, der man hier gerecht werden muss, jedoch ist das Werk an und für sich trotzdem sehenswert und als gute Abendunterhaltung durchaus zu gebrauchen.

 

Nachspann
Marvel Leute. Filme aus diesem Studio haben immer einen Nachspann – so auch dieser hier.

Gods of Egypt (3D)

Kennt ihr das, wenn euch der ganze intellektuelle Kram zum Hals raushängt und ihr einfach mal Bock auf stupides RTL II-Fernsehen habt, wo man nicht nachdenken muss, sondern einfach nur dümmlich unterhalten wird?
Mit genau diesen Erwartungen bin ich in Gods of Egypt und erhoffte mir bombastische 3D-Unterhaltung ohne großartige Inhalte, sondern einfach nur mit Haudrauf-Action und jeder Menge cineastischem Zündstoff.
Jemanden, der jetzt höherwertigere Erwartungen mitbringt, wird man in den ersten 20 Minuten auch erstmal davon überzeugen müssen, dass dieser Film tatsächlich sein Geld wert ist, aber dann geht’s los.
Superlativen? Braucht hier keiner. Geöffnet wird das Portal ins Land der Götter und Mythen, die dem ganzen “deine Religion-meine Religion”-Schwachsinn mal gehörig das Hirn waschen und hier eine völlig andere, erstaunlicherweise glaubwürdige Götterwelt etablieren, in der sich der Zuschauer nur zu gerne gefangen nehmen und von dem Geschehen mitreißen lässt.
Obgleich man bei der verbalisierten Akustik hier ganz und gar nicht von gottgleichem Können sprechen kann, sondern sich ob der teils wirklich unterirdischen Konversationen wünscht, man hätte das Ganze in einen Stummfilm umgewandelt, so entdeckt man mit fortwährender Spielzeit immer mehr Tiefe und Sinn hinter dem Ganzen und sieht sich fast schon dazu genötigt, zur ägyptischen Lehre zu konvertieren, um dort seinen Seelenfrieden zu finden.
Der Titel holt einen definitiv ab und reißt sogar deinen Intellekt aus dem Winterschlaf, sobald der Einstieg überstanden ist. Mit der teils labilen Humoreinstellung der Götter und menschlichen Protagonisten findet man sich mit der Zeit ab und entdeckt eine Art Sympathie, die schwer zu beschreiben ist.
Fakt ist: Jeder, der nicht in dem Film war, sprach abfällig darüber, was für ein Scheißdreck da wieder produziert wurde und diejenigen, die aus der Vorstellung rausgingen, unterhielten sich mit Worten wie “Mal ehrlich, ich wäre niemals in so einen Film gegangen”, “Doch, der war echt gut.”, “Das hätte ich nach dem Trailer auf keinen Fall erwartet.”
Dem kann ich nur beipflichten. Gods of Egypt erschafft ein religiöses Fundament, das im Entfernten an die mystische Welt aus Stargate SG:1 erinnert und einen mit Vollkaracho in diese göttlichen Ebenen katapultiert.
Mein Gedanke dazu? Ganz einfach:
 

.kinoticket-Empfehlung: Geht ins Kino und schaut euch den Film keinesfalls im Fernsehen oder außerhalb eines Kinos an.
Wieso? Ganz einfach: Selbst meine wahnsinnig übertriebene Heimkino-Anlage ist unwürdig für dieses Actionspektakel, das nahezu nach gigantischer Größe und Superlative schreit.
Es gibt Szenen – viele Szenen – in diesem Film, derer ist kein Fernseher, kein Handy, keine Heimkino-Anlage gewachsen.
Dort bliebe dann nur die teils labbrige Story, die nicht in dieser Größe und Intensität in die fremde Welt entführt, was ein völlig falsches Bild auf das Gesamtwerk würfe.
Also geht ins Kino, wartet die ersten 20 Minuten ab und dann lasst euch entführen in eine Welt, über die es gerne zwei, drei oder auch mehr Fortsetzungen geben darf.

 
Ich für meinen Teil war bereits 2x drin und ich würde auch ein drittes Mal eine Vorstellung buchen, sofern garantiert ist, dass diese in einem meiner Stammkinos stattfindet, wo der Sound und das 3D dich definitiv tief mitreißen.
 
Nachspann
kommt keiner außer das übliche, unterlegt mit dem monströsen, ägyptischen Sound, der auch schon im Film sehr zum Tragen kommt und die Welt nochmal ein wenig sinnlicher für Augen und Ohren gestaltet.
Kinostart: 21. April 2016
Social: www.facebook.com/GodsofEgypt.derfilm

The Pyramid – Grab des Grauens

Der Begriff “Horrorfilm” geht bei mir fast immer einher mit dem Gedanken “Schwachsinn”. Die Dummheit, mit der meist junge, naive Blondinen in gefährlichen Situationen agieren, schreit nicht nur zum Himmel, sondern verlangt förmlich danach, dass man sie abschlachtet. Die meisten von ihnen schreien ja auch gleich in brenzligen Momenten hilfestellend “Hallo?” damit man auch ja weiß, wo sie sich befinden.

Dementsprechend ungern schaue ich mir Filme dieses Genres an. Es ist schwer, mich in Sachen Grusel zu beeindrucken. Dabei gibt es durchaus richtig gute Schocker, die den Intellekt des Zuschauers nicht in Frage stellen und sich nicht auf ein wackliges Konstrukt aus billiger Rahmenhandlung stützen, um möglichst viele Gore-Effekte in möglichst kurzer Zeit abzuhandeln.

Entsprechend kritisch gehe ich an solche Filme ran. The Pyramid – Grab des Grauens überzeugte anfangs mit einem recht annehmbaren Trailer. Also .kinoticket lösen und rein da.

Den ersten Schockmoment hatte ich beim Betrachten des Kinopublikums. Neben den üblichen Macho-Prolls mit ihren türkischen Mädchengangs an der Seite waren auch alte Omas im Saal! Ja, ich saß neben einer, die sich gleich zu den Mumien auf der Leinwand hätte packen können, wären da denn welche gewesen.

Der Film fängt gut an – richtig gut sogar. Idee und Introduktion und vor allem der Sound überzeugen von Anfang an. Um eins vorweg zu nehmen: Es war nicht der Brüller schlechthin, hat aber auch keinen allzu schlechten Nachgeschmack bei mir hinterlassen, denn das Gesamtergebnis wusste an einigen wichtigen Stellen tatsächlich zu überzeugen.

Da wären – wie bereits erwähnt – der Soundtrack. Hochkarätiger Percussion in einer permanenten Tonlage, die den Film unterschwellig auf hartem Stein trägt. Hier wurde mal nicht der übliche “Schreckmoment – wir nehmen Violionen in unerträglichen Tonlagen”-Effekt bis zum Erbrechen ausgespielt, sondern eine düster-schaurige Aura geschaffen, die tatsächlich irgendwie Stimmung aufkommen ließ.

Pluspunkt Nr. 2: Es fing nicht auf irgendeiner dämlichen Schulparty mit Frauen, Bubis, Bier und dämlicher Musik an. Das Team wird vorgestellt, klare Grenzen gezogen und gleich mal von Anfang an klar gemacht: Hier spielt die Musik. Das Publikum war – im Speziellen die Kreischweiber – totenstill während der ganzen Vorstellung.

Die Idee ist ebenfalls gar nicht mal so übel, auch wenn sie im weiteren Verlauf dann ins fantastische abdriftet. Etwas anderes würde ein Film dieser Kategorie auch nicht unbedingt zulassen, ohne dabei völlig in die Hose zu gehen. Da hätte ich mir an einigen Stellen trotzdem etwas mehr Zunder gewünscht, denn mit dem ein oder anderen zusätzlichen Kreativschub hätte man hier auch etwas lostreten können, bei dem man sich auf Fortsetzungen gefreut hätte. Stichwort: Vergangene Kulturen.

Sehr erfrischend war auch, dass viele der Standard-Dummheiten sofort von den Darstellern im Keim erstickt wurden. Als geplagter Zuschauer von schlechten Horrorfilmen sitzt man oft da und denkt sich: “Jetzt passiert das, nimm dich davor in acht, nein, tu das nicht” und es hat mich durchaus erstaunt, wie oft hier der Bogen galant rumgerissen und dieser Art Dümmlichkeit Paroli geboten wurde.

Das Sterben beginnt, das Fliehen auch, die Suche nach Lösungen greift nicht wirklich so richtig und man merkt, dass gegen Ende dann auch ziemlich die Luft raus geht…

… wäre da nicht der Sound. Das Erschrecken passiert hier weniger durch zusammengekrampfte Fingernägel, die sich tief in den Kinosessel bohren, als vielmehr durch den Sound, der in aberwitziger Lautstärke so manches Mal dafür sorgt, dass man wirklich zusammenschreckt.

Auch zu dem Zeitpunkt, als dann “alles klar” ist, trägt weiterhin der Score Sorge dafür, dass keine Langeweile aufkommt.

Am Schluss verlässt man den Kinosaal nicht mit kreidebleichem Gesicht, aber auch nicht unbedingt enttäuscht, insofern man kein hartgesottener Horrorfilmliebhaber ist. Die Show hat funktioniert, auch wenn ich hier an so manchem Heimkino zweifle.

.kinoticket-Empfehlung: Keine allzugroßen Erwartungen investieren und die Dinge geschehen lassen, dann kriegt man gute Unterhaltung mit einem Soundtrack zum niederknien.

Für die ganz Harten unter euch: Dieser Film ist für die Masse gemacht, nicht für die Genre-Liebhaber. Dafür schafft er den Sprung nicht. Alle anderen dürfen ruhig mal einen Blick riskieren.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, der beinhaltet nur Langeweile.

Kinostart: 16. April 2015

Original Title: The Pyramid
Length: 89 Min.
Rated: FSK 12

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