.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Großstadt

Rate Your Date

IMG_0135

© 2019 Twentieth Century Fox

Viele haben bei dem Gedanken an diese Filmthematik immer noch Kopfschmerzen von Safari – Match Me If You Can – und da gab es ja bereits vielfältige Kritik: Zu viel nackte Haut für die FSK-Freigabe, zu dämlich thematisiert, peinlich, lächerlich, usw…

All dies sollte euch trotzdem nicht davor abschrecken, in Rate Your Date zu gehen, denn dieser Film macht alles irgendwie besser. Viel besser.

Auch hier hatte ich wieder das Gefühl: Gebt mir die App! – Und diesmal wurde sie tatsächlich entwickelt, allerdings nicht auf die breite Öffentlichkeit losgelassen, denn Gründe dafür, dies nicht zu tun, sind im Film bereits ausreichend vorhanden.

Was mich fast ein wenig gestört hat, war, dass die App manchmal zu sehr in den Hintergrund trat und man sich auf die Leute drumrum und deren Probleme oder Anbandelung ausgerichtet hat, statt bei der Sache zu bleiben und dem Titel des Films gerecht zu werden.

Jammern auf hohem Niveau, denn der Streifen hat enormen Unterhaltungswert und einige wahrlich coole Socken im Angebot, für die sich das .kinoticket wahrhaft lohnt. In meinen Augen besetzt Edin Hasanovic den coolsten Part, der Trupp allgemein ist genauso sympathisch und irgendwie passt es diesmal alles in seiner Gänze.

Über grundlegende Sachen in Fragen “Liebe und Beziehung” zu diskutieren und hier zu erwarten, dass dieses Movie mit Tiefgründigkeitspotenzial aufwartet, darf man sich dennoch getrost sparen: Ich glaube, das ist kaum die Absicht gewesen, sondern viel mehr, einfach gemeinsam einen netten Abend im Kino zu haben und ein bisschen Dating-Wirr-Warr auf der Leinwand zu genießen. Und da sind tatsächlich genügend erfrischende Szenen, heitere Lacher und komische Sequenzen dabei, die das alles liefern.

Wer sich also bislang noch nicht dazu bequemt hat, diesen Film auf der großen Leinwand in vollen Sälen zu sichten, der sollte dies spätestens jetzt nachholen – es lohnt sich!

.kinoticket-Empfehlung: Wesentlich besser als der vielzitierte Safari – Match Me If You Can mit ausreichend Szenen, die einen zum Lachen bringen und enormem Unterhaltungspotenzial: Der Trupp stimmt, der Film wird nie langweilig und es macht Spaß, sich einen Abend im Dschungel der Liebschaften rumzutreiben.

Tiefgründigkeit sollte man nicht erwarten, schlechte Unterhaltung wird deshalb aber auch nicht geboten: Das Ding stimmt und macht mit Publikum im Saal ganz sicher richtig Laune.

Nachspann
✅ Sitzen bleiben! Hier folgt noch eine Szene.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Rate Your Date
Length: 105 Min.
Rated: FSK 12

Und abschließend noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere im CineStar im Sony Center aus Berlin. Viel Spaß damit 🙂

Under the Silver Lake

Under the Silver Lake

© 2018 Weltkino Filmverleih

Under the Silver Lake, was an sich schon als Verschwörungsklausel gelten könnte, ist der neue Titel des It Follows-Regisseurs, der sich abermals in langatmiger Erzählweise ertüchtigen möchte.

Ich hatte mit dem viel gepriesenen Horror-Stück schon meine lieben Schwierigkeiten, weil die Spannung einfach viel zu früh aufgelöst und der Film damit bereits in den ersten Minuten jeglichen Sinn für Gänsehaut und authentische Momente aufgegeben hatte. Und ich verstehe bis heute nicht, wieso dieses Ding überhaupt jemand feiert. Zu deutsch: Es war das langweiligste und langatmigste, das mir je untergekommen ist.

Under the Silver Lake lässt deutlich spüren, dass hier der gleiche Kerl am Werk war, hat aber in vielen Punkten seine Hausaufgaben gemacht: Die Zeichnung und Optik des Films ist erstklassig und zerberstet fast vor unermesslichem Erzählpotenzial. Was hier grafisch aufgefahren wird, ist einfach viel zu schade, um an so einen Film verschwendet zu werden.

Das gleiche gilt für den Soundtrack: Technisch haben die Macher wahrhaftig Ehre verdient und einen Film gezaubert, der schöner kaum sein könnte.

Was mir – wieder einmal – mies aufstößt, ist die Undurchdachtheit des Plots, der zwar in allen Maßen seltsam und durch und durch verhangen ist, jedoch keine Brillanz aufweist, die ihn zum Meisterwerk emporsteigen ließe. David Robert Mitchell verheddert sich in seiner eigenen Abstrusität und erzählt somit ein Potpourri von verwegenen Verschwörungsfetzen, die zwar für sich interessant erscheinen, sich aber während der überlangen Laufzeit nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen und somit Keime der “Sinn-Frage” durchscheinen lassen.

Und damit entblößt man sich als Luft-Heini, der nichts zu sagen hat und die Welt nur durch “komische Atmosphäre” unterhalten kann – das ging bei It Follows bereits schief und haben andere Regisseure vorher schon wesentlich besser auf die Reihe gekriegt.

Und dabei hätte man mit dieser Grafik so viel geiles anstellen lassen können … Und es bleibt mir weiterhin schleierhaft, warum das Publikum diesen Film jetzt erneut so abfeiert…

.kinoticket-Empfehlung: Grafisch und akustisch eine absolute Augen- und Ohrenweide 🙂

Der Plot mäkelt vor sich hin und macht das Werk zu einer genauso harten Zeitaufgabe, wie es schon bei It Follows der Fall war: Die Länge wird unerträglich, weil man einfach nicht aus der Hütte raus will, sondern immer nur den Kopf durchsteckt – und das für die endgültige Befreiung halt leider nicht reicht.

Nachspann
✅ ist animiert, darf man also gerne noch mitnehmen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Under the Silver Lake
Length: 139 Min.
Rate: FSK 16

Shaun das Schaf – Der Film

Wer kennt sie nicht, die Figuren aus Wallace & Gromit, die Nick Park erschuf und die seit jeher groß wie klein erfreuten. Der Kinofuzzi hat mich zwar ausgelacht, als ich um 22 Uhr in die Shaun-Vorstellung wollte, als ich ihm jedoch entgegnete: “Ich war letztens auch in Baymax und der war verdammt gut!” meinte er nur: “Ja, da war ich auch drin – der war wirklich gut! -.-“

Unglaublich, dass man heutzutage als Erwachsener schon um solche Tickets betteln muss 😛

Etwas Bedenken hatte ich allerdings schon, denn mit The Boy Next Door im Vorlauf ist der Niedlichkeitsfaktor im Hirn etwas angekratzt und ob man danach noch derart Spaß an solch einem anspruchslosen Kindervergnügen empfinden kann …

Meine Sorgen durften sich als unbegründet erweisen. Aufgrund meiner kurzweiligen Kinomanier hatte ich ja bereits genügend Promo-Material des Films gesehen und wusste so in etwa, was mich da erwartete. Und was soll ich sagen: Meine Bedenken wurden nicht nur weggewischt, sondern in reines Vergnügen umgewandelt.

Das übliche “Wer den Trailer gesehen hat, kennt die besten Stellen des Films” greift hier mal so überhaupt nicht. Nachdem man sich anfangs über eine kurze Einführung gerobbt hat, fängt der Spaß so richtig an.

Phasenweise taten uns echt die Bäuche weh vom Lachen, denn der Film bietet weit mehr, als die Vorschau offenbart hat. Ganz im Stile des Originals gibt es auch hier wieder die berühmte “Etwas ist so, wie es uns nicht gefällt und wir ändern das in etwas, das uns gefällt und erleben dabei jede Menge Mist”-Geschichte, in denen alle bekannten Charaktäre der Knetfigurenwelt ihre kleine oder große Rolle einnehmen.

Wie schon Chicken Run – Hennen rennen einst ein Schauspiel bot, das zu unterhalten wusste, so knüpft Shaun das Schaf – Der Film jetzt am niedlichsten der Charaktäre dieses Universums an und bietet ein Abenteuer, das man unbedingt gesehen haben muss.

Und wer dem ganzen noch die Krone aufsetzen möchte, der geht nicht (nur) mit seinen Kindern in den großen Saal, sondern bucht sich ebenfalls zu später Stunde in die Vorstellung ein, denn mit einem Haufen Erwachsener da drin zu sitzen und gemeinschaftlich vor Vergnügen zu brüllen, hat durchaus seinen Reiz 😉

.kinoticket-Empfehlung: Anschauen! Ob mit oder ohne Kiddies, spielt da schon fast keine Rolle.

Wenn die Welt aufhört, solche unschuldigen Filme zu produzieren, dann geht ein großer Teil unserer Menschlichkeit den Bach runter. Definitiv sehenswert!

Nachspann
✅ Darf man sich anschauen, denn danach kommt noch ein lustiger Clip 🙂

Kinostart: 19. März 2015

Original Title: Shaun the Sheep Movie
Length: 85 Min.
Rated: FSK 0

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén