.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Harvard

Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit

Die Berufung

© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Filme wie dieser zeigen einmal mehr, dass es den Menschen doch möglich ist, sinnvollen Themen ihre Essenz abzugewinnen und nicht nur dumm um den heißen Brei herumzureden. On the Basis of Sex ist längst überfällig und gehört auf die Leinwände und anschließend in der Runde diskutiert.

Hier steckt meiner Meinung nach die Grundlage verborgen, die den eigentlichen Gedanken der neuen Frauenbewegung ausmacht und es werden Dinge aus der Geschichte der wahren Welt erzählt, die in der Tat verändert gehören und demnach auch einen Effekt hätten.

Ich glaube auch weiterhin nicht daran, dass sich etwas ändern würde, wenn plötzlich jeder “gendergerecht” spricht und wir irgendeinen verbalen Schwachsinn von uns geben, nur um ja niemanden zu benachteiligen. Wie diese Form politischer Korrektheit aussieht, haben alle Fans schmerzlich bei den Academy Awards dieses Jahres erfahren können: Es war eine bittere Schande. Seelenlos, herzlos, eiskalt, aber politisch einwandfrei und unanstößig.

Ja, auch ich zähle in gewissen Punkten zu verschiedenen Randgruppen und ich möchte nicht, dass aufgehört wird, darüber Scherze zu machen, denn von Humor – ganz gleich, welcher Art – lebt eine Gesellschaft. Es ist sehr richtig, dass begonnen wird, die Dinge beim Namen zu nennen und darüber zu sprechen, es ist aber falsch, sie in einer so teilweise krassen Form darzubieten, dass die Anfechtungen wieder selbstironisch wirken, weil das niemand ernst nehmen kann und man sich in meinem Fall gleich angewidert abwendet, da ich Fanatismus gleich welcher Art aufs tiefste verabscheue.

Hier hapert es auch in meinen Augen ein klein wenig bei den Darstellern: Felicity Jones macht ihre Sache gut, wirkt aber in ihrem Umfeld zu abstrakt und unsympathisch, als dass man ihrer Vorstellung einfach folgen könnte. Sie spielt teilweise sehr kaltschnäuzig und möchte hier eine Rebellin abgeben, fühlt sich aber gleichermaßen von dieser Rolle nicht wirklich vereinnahmt, sondern spielt sie nur.

Das gleiche gilt für Armie Hammer: War er in Call Me By Your Name noch absolut warmherzig und sympathisch, steht er hier fast schon wie der große, männliche Verlierer da, der nur als Prestige-Namensobjekt in den Film geholt wurde, um möglichst viel Publikum anzuziehen. Dabei ist der Film wegen ganz anderen Dingen auf der Liste der wichtigen Movies gelandet.

Nun mag man hingehen und behaupten können, das wäre der elitären Umgebung geschuldet, die solche abstrakten Züge annimmt und damit wahrheitsgetreu wiedergibt, was sich tatsächlich in solchen Kreisen abspielt. Da wäre meine Frage: Was hat dieser elitäre Kleingeist dann in einer breiten Masse verloren?

Leute? Entspannt euch. Was ich sagen will, ist folgendes: Der Film ist in seiner Thematik ungemein wichtig, muss gesehen werden und löst hoffentlich reichlich Diskussionen darüber aus, die nachhaltig etwas bewirken und unsere Gesellschaft grundlegend ändern. Darum steht er auch in der Top 5. Was ich ebenfalls sagen will: Schauspielerisch ist es keine Höchstleistung, sondern eher ein Nischenprodukt, das nicht deswegen ins Kino ruft, weil irgendwer irgendwas geil spielt, sondern man sollte sich dessen bewusst sein, dass es hier tatsächlich mal rein um den Plot geht und dass auch dieser gelinde an diversen Klischees reift und somit spannungstechnisch einige Makel aufweist.

Und trotzdem: Geht rein und schaut ihn euch an. Nicht nur, weil die Story eine wahre ist, sondern weil genau das der Kern ist, der in allen Köpfen der Menschen verändert sein muss, damit wir nicht mehr über die Probleme reden müssen, sondern in einer befreiten und friedlichen Welt miteinander leben können, ohne uns zwanghaft zu verbiegen, um ja niemandem zu nahe zu treten.

.kinoticket-Empfehlung: Trifft den Kern einer ganzen Gemeinde hart auf den Kopf und repräsentiert ein wahres Beispiel dessen, was in unserer Gesellschaft zwingend geändert gehört.

Die Darsteller spielen deshalb nicht überragend, das Thema ist aber zu wichtig, als dass es zwischen anderen Belanglosigkeiten untergehen dürfte. Auch wenn die Sympathie an vielen Stellen ein wenig fehlt: Die Aussage ist grandios und darf sich gerne in den Schädeln der Gesellschaft verbreiten.

Nachspann
✅ Es folgen ein paar Sätze, danach dürft ihr raus 🙂

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: On the Basis of Sex
Length: 120 Min.
Rated: FSK 0

Professor Marston and the Wonder Woman

Nachdem Wonder Woman so ein einschlagender Erfolg war, ist es nicht weit hergeholt, dass man jetzt in allen Butzen und Buden gräbt, um irgendwas mit “Wonder” und “Woman” im Namen hervorzukramen und als weltverändernde Grandiosität zu bewerben.
Sollte man meinen.
Tatsächlich geht es hier aber um DIE Wonder Woman oder genauer gesagt, ihre Entstehungsgeschichte. Und das wiederum ist kein billiger Abklatsch, sondern ein irres Original, dass sich zu sehen definitiv lohnt. Warum?
Nun – es gibt Menschen, die mit Comics als solches schon kaum etwas anfangen können, und hierbei jetzt eine Möglichkeit geboten bekommen, in diese Welt einzutauchen, ohne von Comics erschlagen zu werden oder deren Funktionsweise gleich von Anfang an zu begreifen.
Und es gibt Menschen, die die Comics kennen und lieben, vielleicht mit ihnen aufgewachsen sind und denen nun die Chance geboten wird, tiefere Einblicke in die Entstehungsweisen und Hintergründe der Schöpfer zu werfen, die ihnen vielleicht bislang auch nicht in der Form bekannt war.
Fakt ist, dass dieser Film vor Geschichte nahezu strotzt und super spezielle, teils schwierig zu begreifende Inhalte in eine wunderbare Hülle packt, die allseits von der bei allen beliebten Wonder Woman umgeben sind und spannende Parallelen zur “echten Welt” zieht. Das lässt einen nicht nur sehr tief blicken, sondern offenbart auch ganz andere, grandiose Absichten hinter der Schöpfung dieses damals so verschrieenen Werks.
Wer dieses Jahr zu den Bewunderern von Wonder Woman zählte, sollte sich jetzt wieder ein .kinoticket ziehen und sich somit das Warten auf die Fortsetzung maßgeblich erleichtern.
 

.kinoticket-Empfehlung: Luke Evans spielt grandios die Rolle des Professor Marston und erzählt hierbei die Entstehungsgeschichte eines weltverändernden Comics in rauher, rabiater aber dennoch voller Humor strotzender Version.
Dies zu sehen ist nicht nur ein Augenschmaus, der einen wieder in diese von vielen geliebte Zeit zurückwirft, sondern auch in erzählerischer Hinsicht eine wahre Freude.
Mehr davon!

 
Nachspann
zeigt anfangs deutlich auf, dass es hier um reale Tatsachen und nicht um Vermutungen geht. Danach folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 2. November 2017

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén