Heirat

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Astrid

Astrid
© 2018 DCM Film Distribution GmbH

 

Pippi Langstrumpf, Ronja RäubertochterAstrid Lindgren hat sich weltweit einen Namen gemacht und ist aus dem Kinderbuchsektor nicht mehr wegzudenken. Und da wir uns zur Zeit in der Phase von “Wir verfilmen, wie alles entstand” befinden, war es nur absehbar, dass über diese Koryphäe im Literatursegment auch früher oder später ein Film entstehen wird, der die “Geschichte dahinter” erzählt.

Und hier ist er: Astrid.

Das Movie zeigt das trostlose, erbitterte Leben der Schwedin und bringt eine zutiefst depressive Struktur zum Vorschein, die entgegen jeder Lebensfreude und all dem, was aus ihren Büchern bekannt ist, steht: Es ist nahezu ein Wunder, was diese Frau vollbracht hat und aus welchem Sumpf sie sich dafür gezogen hat. Wir kennen die bunten Bilderbücher, wir kennen das glückliche Leben, wir kennen das Streben nach vorn und die Lebensenergie – und der Film spendet von all dem … nichts.

Es ist beinahe eine Qual, sich durch die ermüdend lange Spielzeit zu kämpfen und die tristen Momente zu durchleben, durch die diese Frau exakt so gegangen ist. Das macht nicht den Film schlecht, sondern zeugt eher von der Kraft, die Astrid Lindgren auf die Bildfläche warf und damit ein Vorbild für viele wurde: Immerhin steht sie mit so vielen Projekten und Motivationen dafür ein, dass Kinder ein glücklicheres Leben auf Erden haben und aus all der Trostlosigkeit herauskommen.

Dafür hat sie selbst mit einer Gesellschaft brechen müssen, die Normen und Werte vorgegeben hat, denen sie sich nicht beugen wollte. Es war ein Kampf, der teils bis heute andauert und immer noch nicht zu Ende gekämpft ist. Was das alles für Kraft gekostet hat, davon ist dieser Streifen ein leuchtendes Beispiel: Der Zuschauer sieht nicht nur durch ein Fenster in die damalige Zeit, sondern spürt am eigenen Leib den Energieverlust, indem er sich durch den sehr langatmigen und traurigen Film durchkämpft.

Man kann dies als Motivation ansehen, für mich war es einfach nur beschwerlich.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film offenbart die Stärke einer Frau in einer trostlosen Dimension sondergleichen.

Der Zuschauer erlebt die gleichen Leiden wie diese Frau in einem langatmigen und tristen Ausmaß. Es ist ein Trauerspiel und gleichzeitig das größte Wunder, welche Werke daraus erwachsen sind. Diese Mutation auch im Kino zu erleben ist den Besuch durchaus wert, man sollte aber etwas eigene Kraft dafür mitbringen, um hier heil wieder raus zu kommen.

 

Nachspann
✅ liefert noch ein Liedchen, lasst den Rausgang aus dem Saal also gemütlich angehen.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Unga Astrid
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

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Beim Originaltitel Crazy Rich Asians denkt unsereiner im schönen Europa ja erstmal “Was für ein Schmarren” – und wendet sich, sofern keine Liebe zum asiatischen Kino vorhanden ist, elegant zur Seite.
Aus dem Grund hat man den Filmtitel auch geändert um dieser Fehlentscheidung ein wenig entgegen zu wirken, denn dieses Ding mischt zwar im “Wir möchten den asiatischen Markt erobern”-Feldzug mit, zählt aber zu den Titeln, die auch jeder Europäer einmal gesehen haben sollte.
Und ganz ehrlich: Der Film ist richtig gut! Das ganze Kino hat sich während der Vorstellung den Arsch abgelacht und seinen Heidenspaß dabei. Interessanterweise löst weder der Titel, noch das Plakat noch der .trailer eben dieses Gefühl aus, was ich bei einigen Probanden mittlerweile getestet habe. Einerseits erzählt man im .trailer wieder die halbe Geschichte, ohne dabei jedoch auf das Wesentliche zu kommen, andererseits hab ich zur Zeit das Gefühl, man hat generell kein Interesse mehr daran, gute Filmtrailer zu machen, sondern lässt einfach so per Zufall KI entscheiden, welche von den Szenen jetzt in den .trailer sollen.
Zumindest ist mir das schon häufiger begegnet, dass die Vorschauen sowas von selten dämlich waren und der Film hintendran dann richtig gut.
Crazy Rich macht hier keine Ausnahme und ist überhaupt nicht das, was man im Vorfeld vielleicht vermuten würde – und vor allem nicht, was man im .trailer verspricht, sondern einfach ein Film, der eine wunderbare Story erörtert und dabei auch noch eine wunderbare Moral in sich trägt, die sich im Laufe der Spielzeit gänzlich entfaltet.
Diese Pointe tut einfach nur gut und man spaziert am Schluss wieder aus dem Saal und hatte ein richtig gutes Filmerlebnis.
 

.kinoticket-Empfehlung: Begrabt eure Vorurteile und gebt diesem Titel eine Chance, er hat es echt verdient!
Hier schlummert wesentlich mehr unter der Decke, als anfänglich angenommen, was weder Plakat, noch .trailer offenbaren. Erst im Film merkt man, dass die Entscheidung zum Kauf eines .kinotickets eigentlich doch gar nicht verkehrt war und hat hinterher das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben – geht rein!

 
Nachspann
✅ ist ziemlich cool animiert, hält zwar keine weiteren Szenen bereit, aber betört durch geile Grafik.
Kinostart: 23. August 2018

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Das Thema Breakout ist derzeit in vielen Kinos wieder in Mode und erweist sich so langsam auch als Publikumsmagnet. Zumindest in kleineren Städten reißen sich die Menschen um .kinotickets für solche Vorstellungen und man rüstet den Wochenplan dementsprechend um, um genau das zu bieten.
Schloss aus Glas basiert erneut auf einer wahren Geschichte und ist somit zugleich Buchverfilmung als auch “aus dem echten Leben erzählt”. Die Geschichte ist derart verblüffend, tragisch und ergreifend, da sie nicht zwischen A und B entscheidet, sondern den erbitterten Zwist zwischen der notwendigen Realität und dem unerklärlichen Drang nach Freiheit und Ausbruch sorgfältig unter die Lupe nimmt und hier neue Formen des Umgangs damit präsentiert.
Durch seine “Tatsächlich passiert”-Nacherzählung verpuffen alle Argumente, die dieses Leben als “nur ein Film” hinstellen wollen und offenbart einmal mehr, dass es durchaus möglich ist, nicht nach den konformen Regeln des Konservatismus leben zu müssen, um tatsächlich erfolgreich und – viel wichtiger – glücklich im Leben sein zu können.
All dies verrät aber immer noch nichts über das, was uns in Schloss aus Glas in eindrücklichen und bleibenden Bildern erzählt wird. Brie Larson glänzt neben Naomi Watts an der Seite von Woody Harrelson, der wieder einmal Höchstleistungen darbietet, die auch in diesem Film wieder zum Anbeten sind.
Und neben all den Exzessen, Querulanten, Absonderlichkeiten und dem unbändigen Streben einer Coming-of-Age-Generation, die sich im harten Alltag durch alle möglichen und unmöglichen Situationen durchbeißt, erblüht hier eine diskutierbare Offerte von Optionen des Erwachsenwerdens, ohne dabei auf den Respekt und die Liebe verzichten zu müssen.
Und ich wage zu versprechen, dass jeder, der diesen Film besucht, auf irgendeine Weise angesprochen wird. Denn um das völlig gefühlskalt und emotionsbefreit abzutun, braucht es die Abwesenheit jedweder menschlicher Regung – und das dürfte in den seltensten Fällen der Fall sein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine ergreifende und wahre Geschichte, die nicht nur mit völliger Schrägheit verblüfft, sondern die irren Windungen inmitten von Gesetzen und Normen durchbricht, um schlussendlich völlig befreit aus dieser Lage emporzusteigen.
Die Szenen sind beeindruckend und hallen noch lange nach, die Darsteller erobern die Herzen im Sturm und die erbitterte Wahrheit dieser Erzählung erschüttert noch lange danach den Geist.
Definitiv sehenswert und mega emotional!

 
Nachspann
sollte man mitnehmen, da dieser zur Glaubwürdigkeit extrem viel beiträgt.
Kinostart: 21. September 2017

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Meine Erfahrungen mit Lesbian Nights sind bekanntlich bisher immer unterirdisch gewesen. Die Vorstellung war wieder einmal der einzige Titel, der in besagter Woche regulär im Kino lief, den ich noch nicht kannte und der deshalb auf meiner Liste landete. 
Erwartungen waren sofern nicht vorhanden, und meine Vorteile bezüglich des Erfolgs hinsichtlich der überzeugenden Darstellung deutlich ausgeprägt.
Die Vorstellung war diesmal auch sehr gefüllt, und die Klientel im Kino sehr angenehm. Vermutlich lag das daran, dass das Zielpublikum bereits mehr über den Film wusste als ich, der nicht mal einen Trailer oder Ähnliches gesehen hatte.
Also war ich bereit, mich erneut auf die Show einzulassen und mich davon zu überzeugen, dass auch dieses Event eines derjenigen sein kann, das ich den üblichen Kinogängern ans Herz legen kann.
Tatsächlich haben die Darsteller diesmal auch überzeugend gespielt und nicht mit den üblichen Klischees aufgewartet, die man bei so einem Film vermuten würde. Das Zusammenspiel beider Damen und die Diskrepanzen der Gefühle wurden hier erstmalig so gut umgesetzt, dass ich den Film eventuell sogar noch mal anschauen würde, auch wenn mir insgesamt der Eindruck vermittelt wurde, dass hier nur eine gute Story als Rahmenhandlung für ein permanentes Softporno gebraucht wurde.
Diese Szenen waren aber sehr stilvoll und sinnlich gefilmt, ohne dabei die Damen als Sex-Objekte zu missbrauchen. Interessant war auch, das Thema des Outings bei lesbischen Frauen zu beleuchten, da mich diese Thematik bisher immer nur im Schwulensektor erreicht hat.
Ich habe mich mit einer Anwesenden im Kino hinterher auch noch darüber unterhalten, die mir erzählte, dass das Outing im Gegensatz zu Männern eben nicht darin besteht, dass man seine starke Männlichkeit aufgibt und mehr oder weniger von der Gesellschaft zu einer sensiblen weiblichen Persönlichkeit degradiert wird, sondern bei Frauen eher die Schwierigkeit darin besteht, ernst genommen zu werden, weil die meisten Frauen zu diesem Zeitpunkt zu hören bekommen, dass einfach nur der richtige Mann auftauchen braucht.
Diese Schwierigkeit, die Liebe zwischen zwei Frauen wirklich zu verstehen und auch zu achten und das dann auch noch überzeugend auf der Leinwand darzustellen, wurde in meinen Augen hierbei sehr gut erreicht. Diesmal habe ich den Darstellern also ihr Verlangen abgekauft und konnte mitempfinden, was ihnen widerfahren ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Somit ist dieser Film der erste seiner Art, der mich wirklich in Sachen Technik, Filmkunst, Kameraperspektiven und Darstellung überzeugt hat, auch wenn mir persönlich das Thema weniger nahe geht.
Die Ernsthaftigkeit und Authentizität der beiden Hauptdarsteller ist überzeugend und sticht aus der Masse der lesbischen Filme heraus.
Darum kann ich an dieser Stelle tatsächlich eine Sichtungsempfehlung aussprechen, denn dieser Film hat mir durchaus gefallen, auch wenn ich ihn jetzt nicht zwingend noch mal sehen müsste.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, bei Beginn des Abspanns darf man also aus dem Saal raus.

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Die Säle sind voll. Rappelvoll. Bis auf den letzten Sitzplatz ausgebucht. Ich habe Stunden vorher aus 2 Plätzen wählen können: Ganz vorne oder ganz hinten am Rand.
Und das liegt nicht daran, dass sich in unserem Land gerade 0,01% Bürger anderer Länder befinden. Dem Titel nach (der übersetzt “Die Schwägerin” heißt) zu entnehmen sind wir wieder einmal im türkischen Kino und ausgepreist ist diesmal erneut das Wörtchen “Comedy”.
Muss ich mehr sagen? Ganz so abgefahren wie sonst ist man diesmal nicht, sondern entbehrt ein klein wenig Anmut, jedoch ist der Weg bis zum komödianten Abgrund nicht weit. Die Charaktere sind wieder derart überzogen, dass es fast schon zum Stumpfsinn gereicht, auch wenn der diesmal teils wirklich lustig ist und hier und da Grund zum Lachen bietet.
Dabei wird aber eher Hauptaugenmerk auf die kulturellen Gepflogenheiten dieser Länder gelegt, sodass zwar die türkischen Mitbürger lachen, man als Deutscher aber etwas außen vor bleibt und sich seinen Teil zusammenreimen muss.
Die große Moral bleibt genauso aus wie der tiefgreifende Sinn des Gesamtwerks an sich, man soll sich halt einfach ein paar Stunden unterhalten fühlen. Dies gelingt auch so la la. Müsste ich jetzt hier Sterne vergeben, würde ich mir die goldene Mitte raussuchen.
Richtig überzeugt hat mich die Darbietung nicht, dafür waren mir die Persönlichkeiten etwas zu abgestumpft und simpel und ich hätte spätestens nach 10 Minuten mit dem Trara Schluss gemacht, so richtig schlecht ist aber auch etwas anderes.
 

.kinoticket-Empfehlung: Absolut gutes Mittelfeld, unterhält, muss man nicht nochmal gesehen haben, ist aber auch kein völliger Griff ins Klo.
Wer türkische Freunde hat oder selbst der türkischen Sprache mächtig ist, ist hier wieder mal mit der Landes-/Wahlsprache gut bedient und erhält solides Kino mit reichlich Momenten zum Lachen, die dieser Kultur mächtig ans Zeug gehen.
Nur eines sollte man unter keinen Umständen: Sich den Film allein anschauen.

 
Nachspann
wartet nochmals mit einer Audioüberraschung auf, die allerdings nicht synchronisiert ist. Also nicht zu viel erwarten.

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Einfallslosigkeit ist so eine Sache, die man in Hollywood öfters erlebt. Statt Unterhaltungslücken mit kreativen Ideen zu spicken, nimmt man Althergebrachtes und mischt es neu auf, um es als Revival in die Kinos zu verkaufen.
Der Plan geht auf. Meistens. Finanziell zumindest sichert man sich damit die College-Jahre seiner Kinder. Und der Zuschauer bezahlt mit Langeweile und Enttäuschung.
Es darf also jeder selbst darüber urteilen, wenn man nun beginnt, alte Geschichten in neuem Karton wieder auf die Leinwand zu bröseln, um damit auch die allerletzte Klientel abzugreifen, denen man nicht die durchaus brillante erste Verfilmung vorsetzen kann => zu alt.
Doch allein das als Begründung herzunehmen, um den Stoff jetzt neu zu verfilmen, empfinde ich persönlich als etwas zu unspektakulär, um zu rechtfertigen, dass man sich jetzt mit neumodischen Alternativen an meisterlichen Klassikern vergreift.
Sei’s drum. Das Remake ist da und wir alle müssen damit leben.
Womit ich etwas Probleme habe (scheinbar nicht nur hier, sondern z.B. auch in dem absoluten Wunderkracher Auferstanden), ist die pikant-poppige Art des Dress’, mit dem man die Schauspieler einkleidet und somit nicht nur modetechnisch, sondern auch in punkto Sprache und Verbalgewalt einen gewaltigen Rückzieher macht, um ja nicht zu tief in das Becken möglicher Konsequenzen einzutauchen, sondern immer brav an der Oberfläche zu bleiben, wo alles klar ist und einem nichts nachgesagt werden kann. Risikofaktor? Null.
Das Problem hatte man in Hail, Caesar! auch bereits, es dort dann aber durch brillante Dialoge und einer überirdisch guten Eigenironie wieder wettgemacht, die das – ich möchte sagen – “Zurückgebliebene” der Dialogfindung wieder ausgebügelt hat.
Und genau diese Epos-Größe vermisse ich beim Remake von Ben Hur ganz mächtig. Hier bleibt nichts mehr von dem Glanz, der Glorie, dem echten, unübersehbaren Grund, weshalb das ein Blockbuster mit Alljahresgarantie geworden ist, übrig, sondern man schwimmt in seichten Gewässern, in das per se schon kein Hai kommen kann, um mal richtig Unfrieden zu stiften.
Und sorry, dafür ist mir der Name einfach zu heilig, als dass man ihn mit einem “billigen B-Movie” abspeisen könnte. Dieses Gefühl trägt zumindest durch die ersten 50 Minuten, bis man ein wenig auf Touren kommt und dann anfängt, tatsächlich Geschichten zu erzählen, die einer großen Leinwand würdig sind.
Dass auch hier wieder ein klein wenig Authentizität fehlt und man durchaus etwas mehr in den Dreck hätte greifen können, um es lebendig zu machen und nicht nur zu spielen, sei dahingestellt. Problematisch sehe ich eher, dass das Klischee von Ben Hur – nämlich Wagenrennen – so dermaßen in die Köpfe verpflanzt zu sein scheint, dass sich die Macher wohl gedacht haben: “Okay, das nehmen wir und machen daraus etwas ganz großes!”
Und eines morgens fiel einem von denen auf: “Ach fuck, da muss ja auch noch ein Film drumrum, äh… wie war das denn gleich nochmal … warte mal dvd such” – so ungefähr kann ich es mir vorstellen und so kommt es für mich – auch nach zweimaligem Sichten rüber.
Die Wagenrennen sind durchaus akzeptabel und bringen auch Speed in die Runde, der Film läuft und die Sequenzen tragen sich von selbst. Das Drumherum ist allerdings furchtbar und entbehrt jeglicher seelenergreifender Manie, die dem Zuschauer das Fünkchen mehr mit auf den Weg nach Hause gibt, wofür Kino eigentlich da sein könnte.
Dass man in diesem Punkt darauf verzichtet und sich für eine derart an die Popkultur angelehnte Vorgehensweise entscheidet, die nichts mehr mit epischer Größe, sondern vielmehr mit durchexerzierten Dialogen und höchstenfalls noch könnerischen Leistungen in punkto Kostümen zu tun hat, ist für mich ein herber Schlag gewesen, den ich gerade dieser Geschichte keineswegs gewünscht hätte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich darauf freut, wie eine Brezel und meint, jetzt hier das Schlachtepos mit Tiefenwirkung schlechthin zu kriegen, der könnte evtl. enttäuscht werden.
Dafür waren mir die Dialoge zu seicht, die römische Kultur zu platt, die Geschichte zu steril abgebildet und mit insgesamt zu wenig Seele bestückt.
Klar hat der Film seine epischen Momente, die allein aber die Gesamtstory nicht tragen und daher kein vollkommenes Ganzes bilden, auf dessen Basis man erneut einen Alltime-Klassiker hätte entstehen lassen können.
Wieder wurde also einmal bewiesen: Man kann immer nur 1x Original, alle Kopien davon erzählen vielleicht das gleiche, begeistern aber niemals in der Art wie das echte Original.
Von dem her: Entscheidet selbst – am besten mit dem Kauf eines .kinotickets, denn dann haben wir alle Stoff zum diskutieren.

 
Nachspann
darf man sich schenken, auch wenn hier dann das 3D richtig ausgespielt wird, was im Film selbst nicht ganz so der große Star ist.

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Ja, ich weiß: Das Genre der Liebe ist ausgeschöpft und alle Geschichten wurden mindestens schon einmal erzählt, verfilmt, wiederverfilmt und dazu dann als Buch geschrieben.
Der Intellekt unserer Welt ist natürlich viel zu hoch angesiedelt, um zu erwarten, dass man von so einem Film überrascht werden könnte, der quasi nur der lauwarme Aufguss einer Erzählung ist, die in hochgradigem Stil bereits vor Jahrzehnten für Begeisterung sorgte.
Warum hat mich der Streifen trotzdem fasziniert?
Weil er eine gewisse Grundordnung ins Leben bringt. Dieses typische 2016er Muttigehabe, das man seit Jahren von der Leinwand runterpredigt und damit gestressten Erziehenden moraltechnisch die Hölle ins Leben wirft, wird hier einfach mal komplett verurteilt. Dieser ganze Wahnsinn rund um Kinder, Erziehung, Schule, Fahren etc. wird hier vom Plot erwürgt, in die ewigen Jagdgründe geschickt und dadurch dieses fürchterliche Mami-Papi-Getue beendet. Endlich!
Und diese Normalität in den Gesprächen, in den Vertrauensgesprächen, in den Dialogen, in den Situationen, in die die Protagonisten im Laufe der Zeit reinschlittern – all das hat mich verbal ziemlich beeindruckt.
Man hat einen Film, bei dem jeder erwartet, dass jetzt hier die Post abgeht und stattdessen wird man einfach wieder ruhig und … normal.
In einer krankhaften Welt, wie unsere eine ist, empfinde ich das fast schon wieder als begehrenswert, wenn einfach mal wieder alte Werte zurück ins Bewusstsein kehren, die dabei aber nicht verstaubt, sondern auf irrationale Weise modern wirken. Und diese Entwicklung kann ich persönlich nur begrüßen – aus diesem Grund hab ich den Film auch gleich 2x gesehen, bevor ich hier drüber schreibe.
Und ja, das Gefühl ist auch beim zweiten Mal noch das gleiche. Wäre kein Problem, ein drittes Mal reinzugehen und diese Bodenständigkeit und ruhige Ausgeglichenheit erneut zu erleben. Das sensible Herantasten an die verborgenen Gefühle inmitten einer Welt, die erbarmungslos auf einen einschlägt und dann in die Augen einer Julia Roberts zu schauen, die in diesem Film meines Erachtens wirklich gut spielt – für mich ein Genuss, den ich jedem nur ans Herz legen kann.
 

.kinoticket-Empfehlung:Die Presse verreißt das Stück nach bestem Wissen und Gewissen – und ich kanns nicht verstehen. Wieder einmal.
Geht unbefangen in das Teil rein, fahrt runter, setzt euch gemütlich in den Kinosessel und genießt die Show. Wer sich darauf einlässt, dessen Herz bleibt danach nicht unberührt.

 
Nachspann
sollte man auf jeden Fall sitzen bleiben. Und zwar bis ganz zum Schluss.

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Der Titel an sich ist ja bereits eine wunderbare Persiflage über die allseits aufkommenden Zombiefilme, die gerade ein Revival feiern, dass derartig überhand nimmt, dass man es bald nicht mehr sehen kann.
Dass nun überall einfach noch Zombies dazu kommen, gepaart mit dem Original Stolz und Vorurteil macht hier im Saal mal richtig Laune auf hohem Niveau. Das wunderbare Arrangement zwischen Romantik und Töten wurde hier so gekonnt ineinander verflochten, dass die Balance auf beiden Seiten immer gewahrt bleibt und keiner von beiden Interessenten zu jedweder Sekunde im Film enttäuscht von dannen ziehen muss: Sowohl Damen als auch Herren haben hier einen höllischen Spaß und können das Werk abfeiern, ohne dabei argwöhnisch die Augen zu verdrehen, wenn man mit Freundin wieder einer ihrer Schnulzen schauen respektive mit ihm wieder einer seiner brutalen Blutfilme durchleiden muss.
Wie die Herrschaften es gepackt haben, derart unterschiedliche Genres in ein einziges zu verwandeln und dann auch noch eine so gute Geschichte darum zu basteln, dass das Patchwork-Filmwerk als Alleinstellungsmerkmal dastehen lässt, ist mir bis heute ein Rätsel. Tatsache ist: Dieses unglaubliche Experiment funktioniert – und zwar erstaunlich gut. Es macht Spaß, den Helden bei ihrer Arbeit zuzusehen und in der Traumwelt der Romantik einzutauchen, während rund um einen rum einfach alles einstürzt.
Selten habe ich bei einer so ernsten Angelegenheit so viel Spaß im Kino erlebt und erst recht nicht nach dem Abspann so über das Nachfolgende so laut gelacht, wie hier: Wer sich mal etwas völlig Abwegiges anschauen möchte, einen einigermaßen harten Magen hat und im allerbesten Fall noch das Original kennt, der kommt hier richtig auf seine Kosten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Titel holt hier beide schon von ihren Plätzen ab: Leute, die Romantik mögen und Menschen, die solche Filme überhaupt nicht abkönnen.
Das Kunstwerk zu vollziehen, hier beide Klientel friedliebend im Kino nebeneinander vergnügt zu sehen, ist den Machern hier ausgesprochen gut gelungen. Hoffen wir, dass die restlichen Bücher dieser Reihe auch noch verfilmt werden, denn auf diesen Klamauk hätte ich ehrlich riesig Bock.

 
Nachspann
Sitzen bleiben … geiler kann ein Film kaum enden 😉

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Dass ich für Komödien nicht unbedingt zu haben bin, dürfte anhand vergangener Rezensionen ja schon ersichtlich gewesen sein. Selbst beim Trailer hatte ich in diesem Fall schon eher ein mieses Gefühl und mich gefragt, wie ich die Vorstellung überstehen soll, damit ich den Film hier im Blog rezensieren kann.
Meine Erwartungen waren also unter aller Kanone und bewaffnet mit Batman-Coke bin ich dann in den doch recht gefüllten Saal und durfte miterleben, wie sich Damen und Herren zumeist älteren Semesters köstlich über die gezeigten Spinnereien amüsierten.
Bei mir dauerte es einen Moment, bis der unterschwellige Charme im Film zum Tragen kommt, aber dann hatte selbst ich Spaß bei den Spirenzchen, denen sich dieser verrückte Trupp in der Story hingibt.
Dass hier nicht die Materialien an der Front stehen, die man uns im Trailer als Hauptgeschehen verkaufen will, war für mich die extremste und positivste Überraschung überhaupt, denn so, wie man den Plot hier aufgezogen hat, hätte man es besser nicht tun können. Stück für Stück verliebt man sich immer mehr in die Charaktere dieser Familie und baut so einen hohen Grad Sympatie auf, da die Macher diesmal nicht mit den bekannten Elementen der komödiantischen Unterhaltung punkten wollten, sondern eher das Geschehen vorantreiben und stilistisch mit doch echt gut gelungenen Pointen die Rahmenhandlung verzieren.
Und gerade diese Gradlinigkeit der vorwärtstreibenden Erzählweise und das Ausgerichtetsein auf die Kurzweil lässt diesen Film als etwas wirklich wertvolles erscheinen. Der Verzicht auf Klischees sticht dabei genauso positiv hervor wie das Umschiffen von dramaturesk überzogenen Hochzeitsmomenten – der Film entwickelt ab einem gewissen Punkt einfach ein wunderbares Eigenleben und funktioniert in seiner Darstellung und Präsentation einwandfrei.
So hat man am Schluss richtig Lust darauf, einen möglichen dritten Teil zu besuchen, auch wenn sich die Hersteller dafür jede Menge Zeit lassen sollten, um nicht im Wiederholungswahn zu enden und nur noch halbwarme Brühe auf die Leinwand zu klatschen.
Insofern – alles richtig gemacht, Daumen hoch!
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine wunderbare Komödie über einen Familienclan, der sich weit vom Kern normaler Generationen wegbewegt hat, um damit erstklassig zu unterhalten.
Lacher sind in diesem Streifen genauso vorprogrammiert, wie das schrittweise Heranführen an emotionale Momente, die in den immer zielgerichteten Pointen der Erzählung ihre Höhepunkte erleben und somit einen positiven Gesamteindruck hinterlassen.
Daumen hoch – so funktioniert gute Unterhaltung, bei der man auch gern über das ein oder andere Vorhersehbare hinwegsehen kann.

 
Nachspann
bleibt bei Schrift und Ton, weiterführende Elemente bleiben aus.
 
[Edit: 03. April 2016] Nachtrag:
Nachdem ich kürzlich der Vollständigkeit halber den ersten Teil auf DVD gesehen habe, muss ich meine Meinung noch mehr in Richtung positiv revidieren: Teil 2 schlägt den ersten Teil mal locker um Längen.
Die Langatmigkeit und Eintönigkeit, das Fokussiert sein auf immer wieder die gleichen Elemente wurde im Folgefilm mit fortwährender Geschwindigkeit, mehr Witz, mehr Lebendigkeit und weniger Stillhalten zu einem im Vergleich erträglichen und unterhaltsamen Stück umgewandelt.
Die Einschlafgefahr aus dem Ursprungsfilm wurde komplett verbannt! Damit gehört dieses Werk zu den Filmen, bei denen ich Die Fortsetzung besser finde als das Original. Und das soll was heißen!

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