Höhle

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Der Grinch
© 2018 Universal Pictures International

 

Disney hat’s vorgemacht, der Rest tut ihnen gleich: Vor dem Hauptfilm werden ab jetzt immer öfters Kurzfilme gezeigt, die sowohl in der Presse als auch in allen regulären Vorstellungen eingespielt werden. Coole Sache, denn diesmal trifft es mit Illumination natürlich die Minions auf der Flucht – ein Hochkaräter, der das .kinoticket bereits lohnenswert macht und für die richtige Stimmung vor dem Hauptfilm sorgt.

Dies wäre aber gar nicht nötig, denn Der Grinch erzeugt nur in vorurteilsbehafteten Köpfen lautstarkes Gähnen… Ich mein: Klar, es ist Weihnachten, was auch immer mit diesem Miesepeter verbunden ist, grün, Jim Carrey und allerlei Blödelei, die man nicht mehr sehen kann und wer dann noch Benedict Cumberbatch weiß und auf den deutschen Plakaten Otto liest, dem dürfte der letzte Appetit auf dieses Filmhäppchen auch noch vergangen sein.

Kein Ding – ging mir genauso. Ich hörte schon Ottos markante Lache den ganzen Film über in meinem Kopf nachhallen und dachte mir: Wieso?

… bis ich dann den Streifen tatsächlich sah und vor Lachen nicht mehr konnte.

Illumination ist kein Label, dass bislang keine Erfolge vorweisen kann, sondern die Jungs haben’s immer noch extrem drauf. Die Jokes sind teilweise so erstklassig, dass man sich zwanghaft beruhigen muss, um nicht die drei Nachfolgenden zu verpassen. Und wenn man jemanden rein schleppt, der absolut keine Ahnung hat, dann fällt gar nicht großartig auf, dass Otto das Ding synchronisiert hat: Der Mann hat dermaßen Eier bewiesen, wofür ich ihm riesigen Respekt zolle. Sich so “normal” verstellen zu können und sämtliche Typus-Markanzen von sich abzulegen ist eine Meisterleistung, die hier sagenhaft funktioniert hat! Großartig!

Doch nicht nur dies, sondern auch die altbekannte Animationszeichnung, die aus dem Hause Illumination bekannt ist, sorgt für jede Menge Heiterkeit und die Einfälle, mit denen hier groß und klein unterhalten werden, gehören auch in die Top-Schubladen, die dieses Filmbusiness hergibt.

Das Schöne ist: Man kann ihn sich wieder und wieder ansehen – es bleibt einfach spannend und macht auch beim vierten Mal immer noch ungemein Spaß, die Feldzüge gegen den weihnachtlichen Irrsinn in diesem bunten Motzgewitter untergehen zu sehen.

Dass dabei auch noch emotional getanzt wird, man sich zeitweilig vor Rührung kaum bewegen kann, gehört nebenbei noch zu den Gewinnen, die die Eltern erziehungsmäßig für ihre Kinder miteinkaufen: Die Moral von der Geschicht’ glänzt nämlich mit vorbildlichen Zügen – nicht umsonst hat dieser Film das Prädikat “wertvoll” eingeheimst!

 

.kinoticket-Empfehlung: Lirum, larum – wer schon kennt und was befürchtet – dem sei gesagt: Alles ist anders und zehntausendmal besser!

Versteckt die Vorurteile gegenüber der Geschichte, dem “immergleichen Erzähltsein” und den angeblich falsch gewählten Synchronisationstalenten: Hier wird hochkarätige Arbeit abgeliefert, die in meinen Augen DEN Film für diese Jahreszeit schlechthin auf die Leinwand bringt: Besser geht’s grad nicht!

Moral, Emotion, Miesepetrigkeit und Otto als Sychnronstimme: Illumination packt wieder ein großes Geschenk auf den Tisch und sorgt für jede Menge Spaß und Freude bei groß und klein. Geht bedenkenlos rein, eure Kinder werden “gesünder” wieder aus dem Saal rauskommen.

 

Nachspann
✅ unbedingt sitzen bleiben, der ist nämlich wunderbar animiert.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: Dr. Seuss’ The Grinch
Length: 89 Min.
Rate: FSK 0

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© 2018 Warner Bros. Ent.

 
Ganz ohne Spaß: Smallfoot zählt zu den besten Kinderfilmen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das hat viele Gründe.
Ich schaue ja sehr viel und habe mich zuweilen auch sehr tief in die Sphären des Kids-Cinema eingegraben und hier schon sehr viel Blödsinn und Mittelmäßiges vor die Augen gekriegt. Es gibt hier und da ein paar Ausnahmen, aber selbst von Disney gefällt mir vieles überhaupt nicht, was Kinderfilme angeht.
Smallfoot hat schon im .trailer gewissermaßen anklingen lassen, dass hier jetzt einiges anders läuft und der Film selbst ist einfach nur Bombe!
Der Humor ist erstklassig, zügig umgesetzt und triumphiert in vielen Szenen durch so ein Gagbombardement, dass die Kinder sich vor Lachen fast in die Hosen machen – und man selbst als zorniger Erwachsener langsam anfängt, seine Mundwinkel nach oben zu reißen und letztendlich einfach lachen muss. Diese Version, für die man sich hier entschieden hat, die Art Humor, ist megamäßig und geht einem zu keinem Zeitpunkt des Films in irgendeiner Form auf die Nerven oder langweilt durch Wiederholung oder Ausreizen verschiedener Gags. Wirklich erste Sahne!
Die Charakterzeichnung wurde hervorragend gemeistert. Die Männer sind nicht “männlich ohne Gnade” und die weiblichen Figuren nicht überweiblicht, sondern alles hat einen derartig realistischen Zusammenhang, dass man meinen könnte, alles wäre echt so. Hier braucht nicht von Inklusion, Genderneutralität oder dem ganzen Quatsch geredet werden, der Film ist in seiner “Gendersprache” einfach in Ordnung, weil er sich nicht drum schert, sondern einfach völlig normale Figuren nebeneinander stellt und sie ihre Geschichte spielen lässt.
Versteht das also nicht falsch: Der Film ist nicht “politisch korrekt” und achtet penibel auf möglichst unverletzliche Aussprache, im Gegenteil: Er ist einfach völlig normal. Alte Schule. Das ist ein riesiger Unterschied! Er schert sich nicht um diesen Mist, tritt dabei gleichzeitig aber niemandem auf die Schuhe, sondern umwärmt einen mit einer Portion Normalität, dass man sich wünscht, die restliche Welt wäre genauso.
Die Moral – wobei: Moral ist hier das falsche Wort, das hört sich schon wieder so geschichtsbuchmäßig an – also das “Lerneffekt-Dings” tut gut und rührt durch seinen unbescholtenen Defensivismus in der Unterschwelligen-Liga fast schon zu Tränen: Nicht, weil hier rührselige Komponenten in den Plot eingeflochten wurden, sondern weil das Teil so herrlich unterschwellig ist und man auch da – in einem Kinderfilm (!) – zeigt, wie es richtig gehen kann: Damit leistet der Streifen perfekte Erziehungsarbeit und flößt unterschwellig gute Werte, ethisches Verhalten und Normalität in die Kinderköpfe, die sich in 1-2 Generationen dann evtl. wieder zu normalen Menschen entwickeln und dem ganzen Wahnsinn da draußen ein Ende setzen.
Smallfoot ist also gewissermaßen das Venom für Kinder, in natürlicher FSK-Freigabe und ohne irgendjemandem Schaden zuzufügen. Weder visuell, noch sprachlich, noch zeichnerisch, noch irgendwelche Bio-Fanatiker unterstützend – das Ding ist einfach gesund und normal, heil und heilsam und pure Energie und Leben für groß und klein.
Und je länger ich darüber nachdenke, umso fester steht mein Entschluss: Das ist der beste Kinderfilm, den ich je in meinem Leben gesehen habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einer der besten Kinderfilme, die es gibt – wenn nicht sogar DER beste schlechthin.
Der Humor ist großartig, die Charakterzeichnung perfekt, der ganze kranke Mist wurde außen vor gelassen und trotz seines absurden Themas glänzt dieser Film durch eine natürliche Normalität, die man fast überall da draußen grad nur vermisst.
Dieser stechende Dorn, der einem bei anderen Filmen oftmals begegnet, ist hier einfach nicht zu finden, obwohl ich die ganze Zeit danach gesucht habe: Das Ding hat mich vollkommen überzeugt und vom Hocker gerissen und ich werde sehen, dass ich es noch in die ein oder andere Wiederholungsvorstellung schaffe.

 
Nachspann
✅ voll süß gemacht und schön bis zum Ende hin durchanimiert, man braucht also nicht gleich aufspringen.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Smallfoot
Length: 96 Min.
Rate: FSK 0

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Ein Freund meinte zu mir: “Es ist nicht schlimm, wenn du ihn nicht gesehen hast, es ist aber auch nicht schlimm, wenn du ihn gesehen hast.” und sprach damit dem Film einen studentisch-professionellen Auftritt zu.
Und in der Tat: Es ist endlich mal nicht das samtweiche 3D-Rendering, welches man sonst aus animierten Filmen so kennt, sondern man hat sich anderer Technik bedient und damit wieder mehr dem Independent-Kino zugewandt. Dieser Schritt macht sich auch im Drehbuch und bei den darin befindlichen Problematiken bemerkbar. Man wollte sich wieder auf den Inhalt konzentrieren und ließ die Technik (aus Kosten- oder anderen Gründen) mal außen vor, um ein liebenswürdiges Stück Kinderfilmgeschichte zu schreiben, dass sich durchaus sehen lassen darf.
Dabei erleben die kleinen Tierchen im Laufe ihres Jahres einiges an Erlebnissen, die zwar typische Merkmale aufweisen, jedoch genauso Parallelen zum Leben eines Kindes ziehen und damit Hilfestellung für Entscheidungen im jungen Alter geben. Die unterschwellige Moral, die hier im Hinblick auf Freundschaft, Ziele erreichen und Über sich hinauswachsen gegeben wird, ist löblich und wurde überzeugend dargestellt und umgesetzt.
Dass man es als Erwachsener eher schwer hat, die ganze Laufzeit über voll bei der Stange zu bleiben, geht in der Aufmerksamkeit und Begeisterung der jüngsten Kinozuschauer gänzlich unter, denn man ist genügend damit beschäftigt, die Kleinsten zu beruhigen und in diversen Szenen über das Geschehene aufzuklären.
 

.kinoticket-Empfehlung: Damit hat man einen Film, den man Kids auf jeden Fall bedenkenlos vorsetzen kann, aus der man nicht nur eine positive Moral, sondern auch löbliche Grundsteinlegung fürs weitere Leben ziehen kann.
Die Independent-anmutende Animation ist erfrischend anders und sorgt auch hier wieder für ein Stück Abwechslung im Pfuhl der sonstigen Animationsfilme.

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten.

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Ich habe mir ja eigentlich vorgenommen, hier im Blog nicht zu fluchen. Schon gar nicht an einem Sonntag. Aus dem Grund habt ihr auch nicht schon gestern meine ehrwürdige Meinung zu diesem Stück Sch… äh Kinderfilm gekriegt.
Ich meine, Til Schweiger stößt hierzulande immer mehr auf Ablehnung und fabriziert inzwischen auch nicht mehr wirklich das, was man von einem guten Schauspieler erwarten würde. Meine Meinung? Er hätte sich damals nach Knockin’ on Heavens Door einfach zur Ruhe setzen sollen und wäre uns allen als wunderbarer Schauspieler in Erinnerung geblieben. Aber was wünscht man sich nicht alles so den lieben langen Tag lang.
Nun ist ja nicht mehr nur er derjenige, der unsereiner mit schlechter Schauspielerei beeindruckt (siehe Tschiller: Off Duty), sondern sein Nachwuchs wird nun gefühlt mit Nachdruck ebenfalls in die schauspielerische Laufbahn gedrückt und das, obwohl mehr als offensichtlich ist, dass sie absolut talentfrei ist, was das angeht.
Nehmt es nicht persönlich … dieses Gewese hat mich im ersten Teil schon mega angekotzt und tut es im zweiten nicht minder: Die hochnäsige, abtrünnige Art der Sorte von Blag, die man gedanklich am liebsten den ganzen Tag treten will und bei denen niemand sauer ist, wenn sie von anderen gehänselt werden, weil sie es nicht besser verdient haben.
Und dabei spreche ich jetzt nicht von tatsächlichem Hass oder Mobbingvorschlägen, sondern einfach nur von den genervt rollenden Augen tausender Erwachsener, die an der Supermarktkasse stehen und sich einfach woanders hin wünschen, weil eines dieser hyperventilierenden Kids mal wieder seine Tobsuchtanfälle hat.
Genau diese Form von “Gemütlichkeit” erlebt man im ganzen Film. Und das hört bei den Kleinsten nicht auf, sondern zieht seine Bahnen bis hin in die Erwachsenenriege, die so dermaßen seltendämlich ist, dass es fast schon weh tut. Falsch – es tut weh, aber so sehr, dass man es nicht mehr als Schmerz auslegt, sondern seine Synapsen im Hirn aussteckt, damit keinerlei Gefühle mehr erzeugt werden.
Es gab mal einen Film, den man nur mit Schnaps ertragen hat (“Antanasiaaaaaaaaaaa“) und selbst das hilft in diesem Fall hier auch nicht mehr. So viel kann man nämlich gar nicht trinken, wie man kotzen möchte, wenn man diese von Logik durchzogenen Meisterleistungen zu Gesicht bekommt … * Ironie aus *
Soll ich spoilern? Oder euch den Spaß nicht verderben und ihr merkt selbst, dass hier keine Flüchtigkeitsfehler mehr passiert sind, sondern mit System versucht wird, den Zuschauer zu verarschen? Stichwort “Knochen”, “Größe”, “Wasser” … achtet mal drauf und schaut, ob euch was auffällt.  Um mal nur das offensichtlichste Beispiel zu nennen…
Bei aller Liebe, allem Verständnis, aller geheuchelter Freundlichkeit und sämtlichen kirchlich erkauften Verhaltensverzerrungen, die man dem Film entgegenbringen könnte: Er war und ist einfach nur dämlich, blöd, ohne irgendeinen Mehrwert, unterhaltungsfrei und leider erst Teil 2 einer ganzen Buchreihe, die Schweiger scheinbar nur verfilmt, um seiner Tochter eine Plattform zu bieten, auf der sie sich austoben kann, weil kein anderer Interesse daran hat, jemand wie sie auch nur ansatzweise zu beschäftigen.
Und das merkt man leider einfach so dermaßen, dass einem als Zuschauer nicht nur die Lust, sondern auch alles andere vergeht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Somit bleibt mir nichts weiter zu sagen, als dass ich den schlechtesten Film dieses ganzen Jahres bereits jetzt gefunden habe und keinem auch nur empfehlen könnte, da rein zu gehen, es sei denn, man ist absolut Hirn- und schmerzfrei und tut sich gerne so eine intellektuelle Vergewaltigung an.

 
Nachspann
Hier gibt’s nur eins zu sagen: RAUS! Und zwar so schnell als nur irgend möglich. Und bitte bitte bitte lasst diesen Teil einen absoluten Flop werden! Bitte!

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Steven Spielberg ist einer vom alten Schlag, den die jüngsten Generationen vielleicht schon nicht mehr in den schillernden Farben kennen, die man als Alteingesessener bezüglich seiner bisherigen Machwerke sofort in den Augen hat.
Spielberg – der Name steht für eine Größe in Hollywood, die seinesgleichen sucht und unverwechselbar ist. Der Name steht für Konsequenz. Für Können. Ein Vorantreiber, der sein Ding macht und dabei seine unverwechselbare Handschrift auf seinen Werken hinterlässt, die ganz eindeutig zu der Sorte Film zählen, die man im modernen Zeitalter durchaus als “klassisch” gelten lassen darf. Ohne dabei den leicht negativen Hauch dieses Wortes miteinzubeziehen, könnte man fast meinen, er ist einer der wenigen, die in der zerrütteten Moderne ein gesundes und dieses Mal auch wohltuendes Stück Konservativismus und somit ein Fundament an Bodenständigkeit und gewissermaßen Normalität auf die Leinwand bringen, die in einer ansonsten krankenden Welt für ein großes Stück Wohlfühlen sorgt, weil sich selbst Erwachsene zurück in eine Zeit versetzt fühlen, wo “alles noch besser war”.
Auch bei der Wahl seiner Geschichte treffen viele Punkte diesbezüglich voll ins Schwarze und proklamieren wieder einmal ganz klassisches Kino im alten Stil, das sich nichts von der Moderne abschaut, sondern einfach es selbst sein will und Inhalte rüberbringen, die eben jene Werte vermitteln.
So ungefähr könnte man meine Erwartungen ausdrücken, mit denen ich mir diesen Film angeschaut habe, obgleich die Folge-Trailer auch bei mir ein relativ ungutes Gefühl hinterlassen haben … an dieser Stelle wäre auch wieder mal weniger mehr gewesen.
Wie auch schon in Bridge of Spies erkennt man hier ganz klar die konservative Handschrift des Kultregisseurs und wundert sich dann auch weniger über die Kostüme und den altertümlichen Flair, den man in dieser Geschichte ganz nebenbei kompromisslos auslebt.
Auch an den technischen Errungenschaften gibt es rein gar nichts zu mäkeln – 3D können sie mittlerweile eigentlich alle ganz vernünftig, auch wenn’s vom Gros des Publikums nicht so angenommen wird, wie es so mancher Filmemacher vielleicht gerne hätte, und auch die Farbgebung und CGI-Sparte hat in diesem Fall nichts verkehrt gemacht, sondern fügt sich nahtlos in die aktuelle Zeitleiste ein und hinterlässt hier keine faden, abgehalfterten Eindrücke.
Der andere Punkt ist die Geschichte – und die ist – um es seicht zu sagen – relativ merkwürdig. Ich weiß nicht, wie es meinen Mitzuschauern ging, eins stand auf jeden Fall fest: Normal war bei denen auch nicht alles. Dass hier in erster Linie Kinder angesprochen werden wollen, konnte man sich anhand der vorab gezeigten Werbetrailer vielleicht noch herleiten, jedoch wandelte die Geschichte dann in Sphären ab, die sich vollends aus dem üblichen Geschehen und den Erwartungen freikämpften, um hier eine Story zu liefern, die man bestenfalls mit “Spielberg auf Drogen” bezeichnen kann.
Soll nicht heißen, dass das unbedingt schlecht ist, allerdings springt man hier schon sehr weit von der Straße ins Feld und lebt etwas aus, das sich ausschließlich in der Fantasie der Zuschauer abspielt und mit dem echten Leben rein gar nichts mehr zu schaffen hat.
Die Komik, die diese Art Film zwangsweise mit sich bringt, ist an und für sich dann auch wieder unterhaltsam, jedoch verträgt sich irgendwie die Urgesteins-Erwartung nicht ganz mit dem Loslösen aus der Realität und ist – ganz anders als beispielsweise bei Transformers – Ära des Untergangs – etwas schwerer verdaulich, da auf der anderen Seite immer noch genügend Komponenten im Raum schweben, die die Realitätszugehörigkeit dann doch wieder extrem unterstützen und einfordern.
Und mit diesem Paket hat wohl manch einer seine lieben Schwierigkeiten, was zu mangelnder Mundpropaganda führen könnte.
Meiner Meinung nach braucht dieser Film enorm lange Nachwirkzeit und man muss sich als Zuschauer auch wirklich darauf einlassen, um hier gigantische Momente der Erkenntnis herauszukitzeln, die letztendlich doch wieder sehenswert sind, um hernach mit einer guten Portion kindlicher Unvernunft zu verstehen, welch magische Botschaft dieser Film am Ende vermitteln will.
Vielleicht ist es dieses mal auch einfach gut, wenn man die Buchvorlage intus hat und sich somit schon länger mit der Materie beschäftigen konnte als diejenigen, die blindlings in den Saal stolpern und dann auf einmal mit derartigen Phänomenen betraut werden.
Eins steht auf jeden Fall fest: Kids haben an dieser Stelle enorm viel Spaß und die ganzen störenden, verstörenden und wahnsinnig machenden Elemente, die man aus Nickelodeon– oder KiKa-Produktionen kennt, fallen hier der Schere zum Opfer. BFG ist ein Werk, bei dem man subversiv gegen den hirnzerstörenden Mist aus dem Fernsehen vorgeht und Kindern wieder etwas vorsetzt, das sie wohlweislich konsumieren können, ohne hinterher einen an der Waffel zu haben. Und allein dafür hat sich die Produktion doch schon gelohnt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartiges Kino für Kids mit einer Botschaft, die direkt der Fantasiewelt entspringt und hier auch hyperprofessionell zutage gefördert wurde.
Manch Erwachsener mag Probleme damit haben, die konservative Ader Spielbergs mit dieser Versessenheit auf Irrationalität zu kombinieren, diesbezüglich wirkt vielleicht der Plot leicht abgehoben und untypisch und verlangt vom Zuschauer, dass er sich auf seine Kindertage zurückbesinnt und mit kindlichem Verstand an die Dinge rangeht – dann klappt es am Ende auch mit dem “toll finden”.

 
Nachspann
gibt’s nur als Text und ohne weiteren Hinweise, Szenen oder Bilder.

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Ich weiß, es handelt sich hier wieder mal um einen Megablockbuster, der die Massen ins Kino ziehen und für kräftig Einnahmen sorgen will – und wer die Geschichte des Animationsfilmmonsters mitverfolgt hat, weiß, dass es sich hierbei bereits um den 5. Teil dieser Geschichtenreihe handelt – und da hat man es sowohl als Macher und schlussendlich auch als Filmgast zeitweise wirklich schwer, noch richtig gut zu unterhalten bzw. unterhalten zu werden.

Doch dieses Manko kennt man nicht nur aus der Ice Age-Reihe, sondern erlebt man gefühlt alle drei neue Filme wieder in den cineastischen Sphären: Es wird gezeigt, was irgendwann mal funktioniert hat und der Independent-Film geht dabei kongruent unter.

Ja, der erste Teil dieser Filmsaga war ja auch absolut neu, der Hammer und wir alle haben ihn geliebt und immer wieder angeschaut. Die Truppe war nett zusammengewürfelt, die Animationen haben vom Hocker gehauen und der Humor hatte seinen ganz eigenen Charme, der bis dato mit seiner Einzigartigkeit punkten und somit unser aller Herz gewinnen konnte.

Und genau dieser Bonus zieht in der vierten Fortsetzung dann einfach nicht mehr, weil sich gewissermaßen alles einfach nur noch wiederholt und das zum gefühlt 100sten Mal.

Die besonderen Momente, nach denen jeder giert, werden bis zum Erbrechen ausgeschlachtet, die Herausforderungen, vor die die Probanden gestellt werden, erklingen nicht in glanzvoller Neuheit oder erschaffen hier neue Maßstäbe und der Witz ist nach dem 50sten Mal erzählen dann einfach nur noch halb so lustig, während der Süßfindfaktor schon seit langem seinen Dienst quittiert und man das Gefühl hat, dass das Funktionale an Ice Age mit aller Gewalt am Leben erhalten werden will.

Versteht mich nicht falsch: Die Technik ist überragend, das 3D sensationell, die Animationen auf dem aktuellen Stand und als Gesamtpaket landet Kollision voraus! auch auf den vorderen Rängen der animierten Kinderunterhaltungsfilme, weil hier wirklich gutes Handwerk erledigt wurde und die betroffenen Persönlichkeiten tatsächlich verstehen, was sie tun und nicht einfach nur mit einem Namen Kohle machen wollen. Jedoch fehlt mir ein wenig das Wachstum, das in all den Jahren hätte mitreifen können, sodass man eben nicht nur “einen weiteren Ice Age-Film” in den Händen hält, sondern eben wieder auf hohem Niveau neue Maßstäbe setzt und übertrifft, die dem Zuschauer den Kinobesuch dann eben nicht nur unterhaltsam gestalten, sondern verwundern, erstaunen, beglücken und anschließend euphorisiert wieder nach Hause schicken.

Und das ist bei mir bei diesem Film nicht passiert.

Das verblüffende Moment, die erstaunliche Errungenschaft, der Megasprung in der Evolution der Filme versteckt sich vollends hinter dem “einfach nur da sein und hoffentlich wieder funktionieren” der bekannten Charaktere, an deren Erkennungsmerkmalen sich im Vergleich zu den vorherigen Filmen nicht sonderlich viel getan hat.

Und damit hat man in meinen Augen die Erwachsenenriege dann vollständig verloren und gibt den Kindern einfach neues Futter, um sie bei der Stange zu halten. Dabei wäre es aber egal, ob sie nun Ice Age oder ein anderes Animationsepos anschauen, weil das Alleinstellungsmerkmal eben einfach etwas verblasst ist.

Hier berufe ich mich dann eher auf Filme wie Kung Fu Panda 3, der auch eine animierte Welt weiterentwickelt und bekannte Persönlichkeiten zurück auf die Leinwand wirft, dabei aber sehr viel gewonnene Reife und Weiterentwicklung mitbringt, die bei Ice Age 5 einfach fehlt.

Vielleicht ist es aber auch einfach nur mein sensibles Reagieren auf eine Mainstreamwelle, die genauso ihre Existenzberechtigung vorweist und man hier eben einen Gefühlspunkt anspricht, der bei mir auf taube Ohren stößt. Ich weiß es nicht.

Nochmal reingehen wollen würde ich nicht unbedingt, da mir dafür einfach zu viel Wiederholung im Spiel ist, auch wenn die Machart durchaus respektabel und gekonnt ist und sich die Technik und das Handwerk des Films auf sehr hohem Niveau wiederfinden. Die Evolution des Films bleibt diesmal aber auf der Strecke.

 

.kinoticket-Empfehlung: Für Ice Age-Fanatiker ist dieser Film sowieso Pflicht und wurde sicherlich bereits auch mindestens 1x gesichtet, Fans der alten Witze können erneut die Welt von Manni und Co. aufleben lassen und erfahren einmal mehr, wie es zu Urzeiten auf unserem Planeten hätte abgehen können.

Die stilistischen Effekte und das Herausragen aus der Masse fehlt hierbei aber völlig und verblasst hinter dem erneuten Anwenden alter Filmregeln, die in den vorherigen Teilen genauso funktioniert haben und mit Sicherheit auch jetzt wieder genügend Leute ins Kino locken, um auch aus dem fünften Teil eine erfolgreiche Fortsetzung werden zu lassen.

Nichtsdestotrotz ist für mich die Luft einfach raus und der Film eher Pflichtlektüre als etwas, worauf man sich wirklich freut. Dafür hätte man mehr aus sich rausgehen und die Welt ein Stück weiter entwickeln müssen, um hier wieder neue Maßstäbe an den Tag zu legen, an denen sich andere ein Vorbild nehmen können. Und das lässt Ice Age – Kollision voraus! schmerzlich vermissen.

 

Nachspann
lohnt sich abzuwarten, hier wird mit Folgesequenzen nicht gespart.

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