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Jupiters Moon
© 2018 NFP marketing & distribution

 

Wenn man den Sternenhimmel besieht, hatten es Planeten wie der Jupiter schon immer schwierig in der Filmwelt: Jupiter Ascending war auch bereits ein visuell betörendes Werk, dass in seiner Geschichte die Allgemeinheit auch auch nicht überzeugen konnte, obwohl das Ding optisch wirklich absolut erstklassig umgesetzt war. Aber allein dies reicht eben nicht, um einen wirklich erfolgreichen Film auf die Leinwände zu bringen und dann vom Volk den Erfolg beklatscht zu bekommen, den man verdient hätte.

Jupiter’s Moon klingt nun irgendwie wie eine Fortsetzung davon und hat doch rein gar nichts mit dem oben genannten Titel zu tun. Zwar sind die Ansätze und Denk-Hintergründe vom ungarischen Drehbuchautor und Film- sowie Theaterregisseur gut gemeint, meiner Meinung nach aber doch zu abstrakt, als dass ein breites Publikum sich damit abfinden und “von allein” drauf kommen könnte, welche verzweigten Hinweise sich dahinter verbergen.

Im Kino selbst wirkt es, als säße man in einem verspätet eingereichten Film, der sich zwingend mit der Flüchtlingskrise – und ganz im Speziellen mit den Problemchen Ungarns dabei – auseinandersetzt und eben auf den Zug aufspringen möchte, dann jedoch sehr eigenartige Wendungen annimmt und die politische Ernsthaftigkeit in ein ad Absurdum führt, dass den gemeinen Zuschauer ziemlich verschrecken könnte.

Stilistisch lässt man sich genügend einfallen, dass mit dem Überraschungsmoment über die relativ lange Laufzeit hinweg keine Langeweile aufkommt, die Frage nach dem “Warum” und einem höheren Sinn stellt sich aber dennoch und gibt dem Film dabei einen komischen Beigeschmack. Mundruczó versucht hier, in eine fantastische Metaebene vorzudringen und es hat den Anschein, als ob er auf diesem Plateau dann überhaupt keine Ahnung mehr hat und sich mit Merkwürdigkeiten über die einzelnen Etappen hangelt und darauf hofft, dass niemandem auffällt, dass die notwendige Essenz dahinter jetzt gänzlich fehlt. Genau die wäre aber dringend von Nöten, um diesem Stoff dann eine gewisse Glaubwürdigkeit abringen zu können, damit überhaupt je die Lust dazu entsteht, sich weiterhin ernsthaft damit auseinandersetzen zu können.

Alles in allem bleibt also ein Gefühl der Merkwürdigkeit, mit dem man anschließend den Saal auch wieder verlässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer einen seltsam anmutenden Film erleben möchte, ist hier genau richtig: Die Ideen sind gut, der Weg, den man dann ins Fantastische beschreitet, eröffnet aber einige Fragen, die auch bis zum Schluss irgendwie unbeantwortet bleiben.

Die Frage nach dem höheren Sinn des Films hat sich mir nicht ganz erschlossen, obwohl es visuell tatsächlich spannend gemacht und auch unterhaltsam war. Zu viel erwarten sollte man sich davon aber nicht, dann kommt auch keine Enttäuschung dabei auf.

 

Nachspann
❌ lohnt sich nicht, auszusitzen, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Jupiter holdja
Length: 123 Min.
Rate: FSK 12

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Der Affront

© 2018 Alpenrepublik GmbH

 

The Insult – wie der Titel im Original heißt – war 2018 der libanesische Beitrag in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” bei den Academy Awards und hat es seinerzeit leider nicht geschafft, den Goldjungen zu ergattern. Ein Wunder, dass es – trotz dieser prestigereichen Nominierung – so lange gedauert hat, bis dieser Titel auch in Deutschland endlich das Licht der Leinwand erblicken und einem breiten Publikum zugeführt werden darf. Die Nominierung ist nämlich völlig rechtens, denn dieses Ding hat mit wenigen Mitteln extrem viel zu sagen.

Geht’s hier um was Menschliches? Was Politisches? Was Gesellschaftliches? Historisches? Geht es um Nächstenliebe? Um örtliche Streitereien? Um Geschichte? Um wahre Begebenheiten?

Auch wenn dieser Streifen sich offensichtliche Themen herausgepickt hat und diese auch benennt, so ist das Interessante daran doch, dass sich das Problemfeld ohne Weiteres auf viele anderen Bereiche und Themen übertragen und anwenden lässt und man gar nicht weit in der Zeithistorie zurückgreifen muss, sondern ebenfalls ganz aktuelle und nahe Beispiele hernehmen und die Geschehnisse darauf anwenden kann.

Und diese Präzision, mit der man hier in geschichtliche Wunden schneidet, sie juristisch ausbluten und menschlich ad absurdum führen kann, ist in jedem Falle sehenswert und zeugt von großem Charakter. Ziad Doueiri wusste genau, was er tat und man spürt, dass er hier auf wahre Begebenheiten zurückgegriffen hat, die er als Filmstoff interpretiert und damit der Welt einen fantastischen Streifen vermacht hat, der die Fähigkeit besitzt, krankhafte Wunden auf wirkungsvolle Art und Weise zu heilen.

Und diese Heilung zu erleben, dieses Wohl an Gutmütigkeit und Liebe inmitten von tiefschürfendem Hass zu spüren, ist eine Wohltat, die mit Geld nicht bezahlbar ist, an der man mithilfe eines .kinotickets aber teilhaben kann. Und diese Erfahrung gemeinschaftlich zu erleben sollte sich niemand entgehen lassen, also kauft euch die Eintrittskarten und genießt den Film gemeinsam im Kino und redet danach darüber. Damit macht ihr die Welt zu einem besseren Ort!

 

.kinoticket-Empfehlung: Sehr empfehlenswerte Kost, die sich sehr affin und wirksam um langjährige Wunden kümmert und diese heilen lässt.

Das Metier, in dem sich der Film bewegt – und zu was er dann wird – ist atemberaubend spannend und Bilderbuchlektüre für sämtliche Generationen und Völker dieser Erde. Schaut es euch an!

 

Nachspann
❌ lohnt sich nicht zu warten, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: The Insult
Length: 113 Min.
Rate: FSK 12 | R

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An alle, die beim Namen Will Ferrell einen Brechreiz kriegen: Ich fühle mit euch. Ich hasse den Typ und seine stupide Dummheit in seinen ständigen Rollen.
An alle, die bei Amy Poehler denken: Oh mein Gott, was für eine talentlose Frau, die in ihrer Erbärmlichkeit aufgeht und vor aller Welt beweist, was für armselige, lächerliche Schauspielerin sie ist: Ja, ich habe bei fast allen Filmen von ihr so gedacht.
Und ich lege euch wärmstens ans Herz, ab 6. Juli 2017 in Casino Undercover zu gehen.
Hauptdarsteller/in: Will Ferrell und Amy Poehler.
Was geht jetzt?
Ähm – so richtig begreifen kann ich es selbst noch nicht, was da passiert ist. Ich habe nicht mal bei den Minions so viel lachen müssen, wie vorgestern in Casino Undercover, als sich Ferrell und Poehler gegenseitig die Bälle zuspielten und ein Gagfeuerwerk entfesselten, dass seinesgleichen sucht.
In Zusammenarbeit mit Jason Mantzoukas erreichen die zwei hier Höhen, die unglaublich sind! Nicht nur, dass man es wohl endlich einmal geschafft hat, eine Komödie zu kreieren, die meinen Comedy-Hass galant beiseite stößt und mich für das Werk schwärmen lässt, sondern auch das Austarieren zwischen Unmöglichkeit und Überzogenheit hat hier in perfekter Weise geklappt. Man ist verrückt, durchtrieben, überdreht, wahnsinnig und voll auf dem Trip, schafft es aber trotzdem nicht, in irgendwelche Löcher abzurutschen oder es mit billigen Jokes zu versemmeln.
Im Gegenteil: Die meisterhaft geschnittene Schnelligkeit beweist, dass in den Drehbüchern des Films sehr wohl extrem viel Inhalt und wenig Zeit für Streckungen oder ähnliche Zeitschindereien gewesen ist, sondern man sich rühmlich auf das Wesentliche konzentrieren wollte und alles Lahmarschige dafür weggelassen hat.
Gott sei’s gedankt, denn so einen Film hätte man auch gerne gute 2 Stunden ausgehalten. Diese Entscheidung, hier tatsächlich nur mit knapp 90 Minuten zu spielen, zeigt einmal mehr das könnerhafte Verständnis für extravagante Filme der Macher.
Und im Ernst: Ich hasse diesen ganzen Komödienmist, von dem immer alle meinen, er sei “lustig” und der irgendwelche blöden Schulhofjokes feiert, als sei Gott persönlich vom Himmel herabgestiegen. Ich hasse es.
Und ich liebe diesen Film. Nachdem der gestern aus war, waren meine ersten Worte:
“Das ist mit Abstand der beste Film, den Ferrell jemals gedreht hat und das mit Abstand beste, was Poehler jemals aus sich gemacht hat.”
Und ich stehe dazu – ich liebe ihn. Ich ziehe ihn allem anderen “lustigen” vor und verweise jeden darauf, definitiv diese Vorstellung zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen. Obwohl man eigentlich nicht lachen will, weil es zu “dumm” ist, muss man lachen – und es bleibt auch keine Zeit, sich auszuruhen, sondern man hat eine Szene noch nicht ganz verdaut, während man bereits in den nächsten vieren gefangen ist und auch da wieder zum Lachen gezwungen wird.
Leute im Ernst: Casino Undercover geht damit für mich in die Geschichte ein als allererster Film, den ich als Komödie wirklich für absolut gelungen bezeichne. Und damit meine ich einfach alles. Die Besetzung, die Dramaturgie, die Konversationen, die Einfälle, die realistische Glaubwürdigkeit innerhalb eines Metiers, dass extra für diesen Film geschaffen wurde, den Schnitt, die Musik, die Kostümierung, die Profilzeichnung – einfach alles!
 

.kinoticket-Empfehlung: Zutiefst beeindruckt ziehe ich meinen Hut und gebe zu: Es gibt doch eine Komödie, die ich restlos feiere und vor der ich mich tief verneige: Casino Undercover.
Hier stimmt einfach alles – und die Dichte der Gags, die allesamt (!) gelungen sind und nirgendwo unter die Gürtellinie oder sonst wie abrutschen, ist überirdisch.
Geht da rein und erlebt ein einziges Mal, was es wirklich bedeutet, einen lustigen Film zu sehen – alles andere stinkt dagegen wirklich nur ab.

 
Nachspann
Läuft keiner, nur Text. Rausgehen ist also erlaubt.
Kinostart: 6. Juli 2017

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Die Generationen vor uns hatten Francis Ford Coppola’s Der Pate, dessen unerreichte Genialität und Zeitlosigkeit bis heute unübertroffen ist.
Nicht umsonst stehen bis dato noch hochpreisige Boxen dieser Trilogie in den Ladenregalen und erfreuen sich auch bei der Käuferschaft immer noch großer Beliebtheit.
An diese unerreichte Meisterleistung hat sich seitdem keiner mehr so wirklich rangetraut. Klar hat man auch in Hollywood versucht, Geschichten dieser Art in neuem Gewand zu verkaufen, aber entweder waren diese Unterfangen schon von vornherein zum Scheitern verurteilt oder haben sich während der Spielzeit selbst ihr Grab geschaufelt. Man versuchte zu kopieren, “auch etwas großartiges zu schaffen” und wenn bei einer solchen Sache nicht alle (auch die unbekannten) Faktoren genauso zusammenkommen, kann das nicht in dem Ausmaß funktionieren, wie es Der Pate vorgemacht hat.
Das zumindest beweist, dass es nur ein echtes Original gibt und alles andere entweder abgekupfert oder schlecht gekonnt wirkt und nie so richtig tief in die Essenz des Films einsteigt. Dabei hat die Thematik, die auch Live by Night aufgreift, so viel Schöpfungskraft und Erzähldichte, dass man hier schier unendliche Storys bereitstellen könnte.
Woran Johnny Depp in Black Mass scheiterte, wo sich Tom Hardy verzweifelt in Legend emporkämpfte, daran erblüht Ben Affleck nun in Live by Night.
Der Film steigt genauso langfristig und solide ein, wie Der Pate, wo es auch erstmal eine geschlagene halbe Stunde dauert, bis man überhaupt in der Sachlage durchsteigt. Man schafft hier genau das gleiche solide Erzählfundament und arbeitet sich bis zum Schluss permanent weiter nach oben.
Salopp gesagt hatte ich größte Schwierigkeiten zu Beginn des Films, ausgehend von den abartig krassen Trailern im Vorfeld, in die Ruhe und Gediegenheit zurückzufinden, die hier konsequent ausgelebt und permanent gesteigert wird. Ist man aber erstmal drin, macht selbst die lange Spielzeit absolut nichts mehr aus, denn Affleck vollbringt das Wunder, in mir den Gedanken hervorzurufen, dass diese Generation nun auch endlich einen eigenen Paten ihr eigen nennen darf.
Der Junge hat ja auch vorher schon mehrmals bewiesen, dass in ihm nicht nur ein schlechter Daredevil sondern ein wahnsinnig guter Regisseur steckt, der durchaus etwas zu sagen hat und dies auch überzeugend auf die Leinwand transportiert bekommt.
So beweist sich im Film oftmals auch die Tatsache, dass er nicht nur an das große Vorbild der ehemaligen Generation X anknüpft, sondern auch dessen Wesenszüge studiert und verstanden hat. Die Liebe zur Familie, der Bezug zum Geschäftlichen, die krassen Gegensätze zwischen Tod und Leben, selbst die Härte der Durchschlagskraft der einzelnen Ziele wurde hier genauso aufgegriffen, wie man es aus Coppola’s Zeiten kennt.
Auch wenn man dem Werk letztendlich den Nachahmereffekt nicht gänzlich absprechen kann, so ist diese Kopie jedoch in meinen Augen sehr gut gelungen und läuft in der zweiten Hälfte des Films dann zur Höchstform auf.
Die floppende Wirkung in den Kinos kann ich mir daher nur durch die durchaus miese PR vorstellen, denn der Trailer macht auch nicht unbedingt Lust auf den Film.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde des klassischen Kinos kommen mit etwas Vorsprungs-Zeit hier voll auf ihre Kosten.
Mit Live by Night erwächst ein neuer Filmmeilenstein, der den Paten der heutigen Generation darstellt und im Laufe der Spielzeit zu immer höheren Zielen aufläuft und diese herausragend erreicht.
Und nicht nur Story, Hintergründe, Schauspieler und Effekte, sondern auch der Soundtrack zeigt, dass man sich hier im oberen Milieu aufhält.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also aufspringen und raus. Was gibt es eigentlich immer so wichtiges, dass da jeder wie bekloppt rennt?

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Ich hoffe, ihr kriegt noch eine der raren Vorstellungen ab, wenn Chasing Niagara in den deutschen Kinos gezeigt wird. Das Sportevent ist vielleicht nicht unbedingt das passende Stichwort, um bei der breiten Bevölkerung zu punkten, denn die, die Sport machen, sind bei dem Wetter sowieso draußen im Freien und bewegen sich mittendrin statt nur dabei, während diejenigen, die sich ins Kino verkrümeln auch nicht unbedingt sportliche Events feiern möchten, sondern eher zähfließende Unterhaltung bevorzugen, bei der man den Geist nicht zu sehr anstrengen muss.
So zumindest machen für mich die Erfolgsmeldungen erst Sinn, wenn man das breite Spektrum an Kinofilmen betrachtet und sich die allgemein gegenwärtigen Meinungen dazu anhört.
Chasing Niagara nimmt einen hier mit in eine völlig andere Welt, die nicht in der ARD breitgetreten wird und vom Publikum so frenetisch abgefeiert, wie der mit den 11 Leuten und dem runden Ding.
Was man überdeutlich spürt: Die Menschheit ist erwachsen geworden, wenn es um Dokus geht und liefert hier nicht mehr nur wackelige Handkamera-Shots ab, sondern begeistert mit nahezu unglaublichen Bildern in abgefuckter 4K-Qualität, die jeden Blockbuster in ästhetischer Hinsicht vom Platz verweisen. Was dabei in sensationellen Bildern über die Bildfläche rauscht, nimmt einem nicht nur die Luft zum Atmen, sondern lässt die Zeit für einen Moment kurz stillstehen.
Zu erleben, wie sich die Menschen aus ihrem Trott freikämpfen und dem Sinn des Lebens auf der Spur sind, zu spüren, wie sich das Leben in ihnen ausbreitet, fruchtet und sie zu euphorischem Jubel führt – wer dabei keine Gänsehaut kriegt, der hat nie gelebt.
Die Marke Red Bull hat sich in jüngster Vergangenheit ja zu größeren Sportereignissen bekannt und trumpft auch hier wieder neben jeder Menge Marketing auf, was aber angesichts der freien Bühne für die wirklichen Stars des Films keinerlei Abbruch tut, denn die Botschaft kommt an und die Impressionen überwältigen.
Allein schon das virtuelle Bereisen der verschiedensten versteckten Winkel dieser Erde lockt dazu, sich aus seinen vier Wänden zu bewegen und endlich freie Luft zu atmen, auch wenn man dabei keine so halsbrecherischen Aktionen bewältigen muss, wie im Film gezeigt.
Also auf die müden Füße, raus und sofort ins Kino, wenn irgendwo draußen das Plakat dazu hängt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ganz ehrlich? Mein 4K-TV und das passende 4K-Equipment locken nicht mehr nur, sondern greifen mit 5000 Armen nach der schwarzen Scheibe, wenn die denn endlich auf dem Markt erhältlich sein wird – und spätestens dann werde ich höchstpersönlich jeden am Schlawittchen packen und vor die Glotze nageln …
oder ihr geht einfach freiwillig rein und schaut euch an, was einem da geboten wird – es ist … unbeschreiblich!

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Der ist zwar nicht lang, aber voll mit betörenden Bildern und gehört bei diesem Kunststück einfach mit dazu.

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So ungewöhnlich dieser Titel klingt, so interessant ist sein Thema. Menschen in einer Diktatur in Rumänien widersetzen sich den Zensurbedingungen ihres Landes und konsumieren Filmgut aus dem Westen.
Es ist schon fast ein kleines bisschen absurd, im Kino zu sitzen und sich eine Reportage darüber anzusehen, wie andere Menschen zu Hause sitzen und Filme schauen, jedoch ist die These interessant und wohl auch nicht allzu weit hergeholt, dass die gedanklichen Inspirationen unserer Kinokultur mit dazu beigetragen haben sollen, dass der eiserne Vorhang fällt.
Eben jenes Phänomen erleben wir derzeit wieder – gefördert durch Fernsehen und Internet, dass der Blick in andere Kulturen geöffnet wird und dadurch Neid und Missgunst, aber auch Sehnsucht und Verlangen nach Veränderungen geschaffen werden, die bis dahin reichen, dass Familien ihre Standorte abbrechen und weit reisen, um woanders ein besseres Leben zu führen.
Interessant war es allemal, zu erfahren, wie es sich in ärmeren Ländern mit Filmmaterial verhält, das wir hier problemfrei konsumieren können. Ich glaube, keiner von uns kann sich wahrhaft vorstellen, was es bedeutet, in so einem Land zu leben, das von Angst und Schrecken dominiert wird.
Filme sind seit jeher eine Methode, den tristen Alltag eines Menschen zu versüßen und mit wenig Aufwand seine Gedanken auf eine Reise zu schicken, die außer etwas Geld und ein bisschen Zeit sonst nichts weiter kostet.
Die Inspiration, den Geist der Freiheit, der Antrieb zum Heldentum, die Ermahnung das Leben als ein besserer Mensch zu führen – Filme liefern die Bühne für große, freigeistige Ideen und bieten eine einfache Chance, ganze Kulturen zu lenken.
Vor eben jenen “Gefahren”, die damit für eine Diktatur einhergehen, wollte man die Bürger “schützen”, indem man ihnen den Konsum solcher Gedanken schlichtweg verbot.
Ob diese Schilderungen nun tatsächlich real sind und in diesem Ausmaße stattgefunden haben (was bewundernswert wäre) oder einfach nur den Blick auf etwas ziehen möchten, das sicherlich auch einen Anteil daran hatte, jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend gewesen ist, sei dahingestellt.
Tatsache ist, dass man nach Chuck Norris und der Kommunismus wieder einmal viel dankbarer auf sein eigenes Leben blickt und die ganz einfachen Dinge wesentlich mehr zu schätzen weiß – zum Beispiel, dass wir einfach ins Kino rennen und uns jeden Film anschauen können, der dort läuft, ohne Gefahr zu laufen, geschnappt zu werden.
 

.kinoticket-Empfehlung: In meinen Augen ein interessanter Einblick in fremde Kultur, in geschichtliche Vorkommnisse, die jeden von uns dazu ermahnen, dankbar für die Freiheit zu sein, in der wir leben.
In Nostalgie schwelgende Berichte über Filmabende in einem Land, das eben diese verboten hat mit Einblicke hinter die Kulissen, wie diese Filme ins Land und zu den Menschen kamen. Eine sehenswerte Produktion.

 
Nachspann
… ist bestückt mit Bildern der Menschen im Film und liefert so noch einmal weitere Eindrücke dieser Situationen.

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