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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Isabela Moner

Plötzlich Familie

© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Dass ich das noch erleben darf … Plötzlich Familie – ja, schon der Titel schreit nach „Just another one“. Mark Wahlberg – auch nicht unbedingt DER Garant für gelungene Comedy… dann irgendwelches Familiengeraffel mit Kindern – eigentlich meistens nur nervig und klischeebehaftet. Und ein .trailer mit “Die Presse ist sich einig…“ – braucht‘s mehr um ein schlechtes Gefühl zu haben?

Schon in der Vorschau im Kino waren die Lacher garantiert und man spürte die Anflüge von „Das könnte echt was werden“ – aber dann das?

Du siehst den Film, kringelst dich am Boden vor lachen und diskutierst hinterher im Foyer mit anderen darüber auf der Suche danach, was daran jetzt kritikwürdig wäre und findest… nichts!

HAMMER!

Dieses Ding hat einen Plot zum Niederknien! JEDER Gag ist einfach absolut gelungen, man feiert sich nicht selbst und zelebriert das, was jeder schon zum ersten Mal verstanden hat, noch 100x in Zeitlupe, sondern lässt das Publikum lachen während man straff am Geschehen weiterarbeitet und einfach noch mehr Gags aufs Volk runter regnen lässt. Die Charaktere allesamt meisterhaft gecastet – der Witz, die Nebenfiguren, die Ideen, die Kulissen, keine Schleimereien, keine Tränendrüsendrückerei, selbst in dramatischen Momenten schafft man es noch, mit Humor zu punkten und die Szenen so aufzulockern, dass sich niemand vors Knie gestoßen fühlt ohne sich dabei von den üblichen Regeln gängeln zu lassen.

Erzieherische Werte, Vorbildfunktion ohne uncool zu sein, Frische, Pep, Jugendprobleme, Erwachsenenprobleme und etwas ganz besonderes: Ehrlichkeit!

Dieser Film macht einfach nur WOW!

Und ja, ungefähr alle 10 Sekunden wird eine Steilvorlage für schlechte Witze geliefert und NICHT ausgenutzt, sondern man hält das Niveau und bricht wirklich KEIN EINZIGES MAL ab und landet doch wieder im Keller der schlechten Komödien, sondern liefert erstklassige Unterhaltung und eine wahre Geschichte oben drauf!

Ladies, Gentlemen und was noch alles so da draußen rum wandelt: Kino!!! Und zwar zackig!

Wer das hier verpasst – egal, ob Familienmensch, Kinderhasser, Single oder frisch verliebt: Ihr MÜSST diesen Film sehen oder ihr verpasst etwas großartiges!

.kinoticket-Empfehlung: Noch nie habe ich erlebt, dass ein Drehbuch und Plot so derart ausgereift und formvollendet war – und das in einer Komödie – der schwersten Form der Unterhaltung überhaupt!

Ohne Scheiß: Hier dran gibt es wirklich GAR NICHTS auszusetzen – das ist die perfekteste Komödie, die ich in meinem Leben je gesehen habe! Und das, obwohl eigentlich alles danach schreit, dass das gar nicht sein kann… Kann es! Plötzlich Familie ist der erstklassige Beweis dafür.

GEHT! REIN!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 31. Januar 2019

Original Title: Instant Family
Length: 119 Min.
Rated: FSK 6

Sicario 2

Sicario war die Wucht – und wer den ersten Teil noch nicht kennt, sollte dies schnellstmöglich nachholen. Nicht nur dramaturgisch ist man besser bedient damit, wenn man die Vorgeschichte zu all dem kennt, sondern der Film als solches ist eine wahre Filmperle, die das Kino in seiner Größe und dem Crushing-Moment revolutionierte.
Mit Sicario 2 verspricht man nun, die Saga fortzuführen und die Bande vollkommen zu entfesseln. Ganz ehrlich? Der .trailer löste Gänsehautfeeling bei mir aus und ich hatte diverse Nervenzusammenbrüche, als man kurzfristig den Release-Termin auf November datierte. Dem ist ja nun gottseidank nicht so.
Tatsächlich entpuppt sich der zweite Teil als ein “Ankommen in der Filmserie”: Man hat von ganz oben das “GO” für die Reihe bekommen, der erste Teil hat sein Geld eingespielt und nun kann’s endlich richtig losgehen! Und das merkt man.
In der Fortsetzung wird’s etwas ruhiger in der Erzählweise, was jedoch nicht heißt, dass es weniger “shocking” wäre. Die Bilder sind genauso beeindruckend, der Style wird beibehalten und man entführt erneut an die Grenzen der Legalität und lässt das Gewitter des Hasses auf den Zuschauer hinab regnen.
Josh Brolin und Benicio del Toro haben schon im ersten Teil verdammt gute Eindrücke hinterlassen, die werden im zweiten Part nicht ganz so düster, jedoch genauso beeindruckend fortgeführt und man spürt, dass der ganze Film eigentlich als riesiger Auftakt für alle weiteren Teile dient. Und damit spiele ich auf das großartige und extrem vielversprechende Ende des Films an, das einen dritten Part quasi unabkömmlich macht. Und den wollen wir auch unbedingt sehen.
Oder um es mit den Worten eines Zuschauers aus dem Männerabend zu sagen: “Wenn ich Popcorn gehabt hätte, wäre danach mehr als die Hälfte über gewesen: der Film hat mich gefesselt. Daheim im TV macht der keinen Spaß, Sicario 2 braucht das Kino, damit er lebt.”
Das bringt es vollkommen auf den Punkt. Möge die Show beginnen, denn mit dem heutigen Donnerstag wird endlich das nächste Sicario-Zeitalter eingeläutet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Part II liefert nun den gigantischen Auftakt für ein Fest des Hasses und der Gewalt, das sich in dieser stilvollen Form seinen Platz auf der Leinwand redlich verdient hat.
Und damit ist nicht die Glorifizierung von Gewalt gemeint, sondern eine stylische Auseinandersetzung mit einem ewig andauernden Thema, dass die USA unlängst “begeistern” dürfte. Brolin und del Toro liefern einmal mehr großartige Arbeit ab und beginnen nun eine hoffentlich lang andauernde Reise durch immer weitere Sicario-Filmteile.

 
Nachspann
❌ einmal mehr der grandiose Soundtrack, der schon im ersten Teil so berauschend war. Weitere Szenen folgen aber keine mehr.
Kinostart: 19. Juli 2018

Transformers – The Last Knight (3D)

Ist es nicht unglaublich, was für eine epische Macht aus einem Plastikspielzeug hervorgehen kann? Im Jahre 2007, als sich Michael Bay daran machte, eine erwachsenentaugliche Version der Hasbro-Spielzeuge zu verfilmen, ahnte noch keiner, was das für weitreichende Konsequenzen für die Filmindustrie haben würde.

Heute, im Jahr 2017, feiern wir bereits den fünften und gleichzeitig ersten Teil eines aufkommenden Transformers-Universums, dass sich ganz speziell an eine bestimmte Kundschaft richtet: Den Popcorn-Cineasten.

Mal im Ernst: In Transformers, und Transformers – Die Rache waren wir alle noch leicht begnügt damit, als man uns die Charaktere vorstellte, die Figuren einführte und wenigstens ansatzweise ein klein wenig Story bot, auch wenn da von Anfang an eigentlich nichts nennenswertes da gewesen ist, dass man nachträglich noch als tiefsinnig hätte bezeichnen können.

Spätestens im dritten Teil war jedem zunehmend klar, dass es hier nicht um Story oder Rahmenhandlung geht, sondern man einfach nur irre geil auf Special Effects gezielt, die Waffe abgedrückt und einschlagende Ergebnisse produziert hat. Nicht nur in Sachen 3D wurden Maßstäbe gesetzt, auch in punkto Optik und Filmtechnik hat man mit Avatar gleichgezogen und die Messlatte hoch positioniert.

Und Bay hat niemals aufflammen lassen, hier erzählerische Höchstleistungen vollbringen zu wollen, sondern er präsentiert. Und zwar affenscharfe Karren, megageile Transformationen, superscharfe Babes und eine Menge Haudrauf-Action, die absolut keine Hirnleistung erwartet, sondern einfach nur die niedersten Instinkte des Actionkinoliebhabers erfüllen will. Und wird.

Nachdem jeder weiß, was es mit den Autobots und Decepticons auf sich hat, beschäftigt man sich auch nicht länger damit, hier noch irgendwelche Erklärungen abzuliefern, sondern kümmert sich um die Superlative. Was in anderen Filmen nur angedeutet wurde, wird jetzt zum Hauptaugenmerk gemacht und bereits im Trailer ansatzweise präsentiert: Man fährt volle Geschütze auf und geht voll auf Action. Und in 152 Minuten Spieldauer hat man dafür auch genügend Zeit.

Und es macht tierischen Spaß – zwischen all den in letzter Zeit gesehenen Independent-Filmen – einfach mal hirnlos dazuhocken, ein Eis zu schlemmen und sich an der brachialen Action zu erfreuen, die hier gnadenlos von der einen zur anderen Minute vorprescht und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt.

Allein die Optik ist den Besuch eines Megakinos wert. Und Leute: Je größer der Saal, je lauter die Boxen, je wuchtiger der Gesamteindruck, umso wertvoller das Erlebnis im Kino. Lasst die Dörfer hinter euch und verzichtet auf das nächstbeste Kino, sondern wählt eines aus, dass euch auch die dazugehörige Technik bieten kann, um diesem Film seine epische Macht zu lassen und ihn nicht auf Stereo-Sound runterbrechen zu müssen, nur weil die Kinos dafür nicht ausgelegt sind. Hier zählt nicht nur auf der Leinwand die Superlative.

Apropos Superlative: Meiner Meinung nach ist man jetzt auf einem Pegel angelangt, auf dem es kaum weiter nach oben gehen kann. Wenn man damit das Universum eröffnet und auch in Zukunft weiterhin Filme dieser Art liefern möchte, wird das die absolute Highlight-Kirsche auf der Torte des Kinojahres.

.kinoticket-Empfehlung: Bay erfüllt hier keinerlei Erwartungen an Story, Handlung oder sonstige bahnbrechende Elemente, sondern erfüllt einzig und allein den Zweck, megamäßige Effekte aufzubauen und mit niederschmetterndem Donner auf den Zuschauer niederregnen zu lassen.

Wer hier rein geht, sollte wissen, worauf er sich einlässt und die Show einfach genießen. Ohne Erwartungen wird man auch nicht enttäuscht, sondern mit einer Show der Superlative belohnt, die die Zeit im Kino unvergessen werden lassen.

Nachspann
❌ Für einen Film dieser Länge der kürzeste Nachspann, den ich jemals gesehen habe. Im Ernst: bleibt mal hocken und lasst euch überraschen, wie schnell der vorbei ist …

Kinostart: 22. Juni 2017

Original Title: Transformers: The Last Knight
Length: 149 Min.
Rated: FSK 12

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