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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jeremy Irons

Red Sparrow (mit Gewinnspiel)

Wer direkt zum Gewinnspiel möchte, bitte ans Ende des Beitrags scrollen. 🙂
Jennifer Lawrence hat sich mit Die Tribute von Panem einen Namen gemacht, mit dem sie sich konsequent als großartige Schauspiellegende aus der Masse emporgearbeitet hat. Passengers als einen ihrer Höhenflüge hat mich seinerzeit sehr begeistert und man merkte damals bereits deutlich, wohin die Reise zu ihrer “role of life” geht.
Meine Hoffnung, nachdem ich den .trailer gesehen hatte: Dass sie ihr Tribute von Panem-Image durch ein aktuelleres ersetzen und sich selbst toppen kann, denn Red Sparrow verspricht, ihr exakt auf den Leib geschneidert zu sein.
Sie hat es geschafft!
Das ist einer der Gründe, wofür ich Twentieth Century Fox liebe: Sie verstehen es, Filme zu machen, die auf unerlaubt hohem Niveau punkten und mit Ästhetik und Schönheit überzeugen – sowohl inhaltlich als auch durch Style und Design.
Red Sparrow besitzt beides und greift eine Landeskultur auf, die höchst spannend inszeniert einen Plot darbietet, vor dem ich wieder einmal auf die Knie gehe: So etwas muss man sich erstmal ausdenken und dann noch dermaßen überzeugend verfilmen können: Ein Streifen, der sich endlich wieder lohnt und trotz seiner langwierigen Spielzeit von 141 Minuten keine Längen aufweist. Man nimmt sich Zeit, um eine Geschichte zu erzählen und drückt nicht durch gekünstelte Straffungen auf die Tube oder wirft seine Prinzipien über Bord, sondern zieht partout seine Schiene durch, ohne dabei das selbst gesteckte, hohe Maß zu unterbieten.
Und dabei geht es nicht um simplen Spionagekitsch oder künstlich aufgetakelte Wichtigtuerei, sondern man beschäftigt sich mit so spannenden menschlichen Mustern und tiefschichtiger Psychologie, die einem sogar auch außerhalb des Films durchaus im Alltag behilflich sein kann. Diesen selbst angesetzten Anspruch a) zu erschaffen und b) nicht zu verleugnen war etwas, das mich über alle Maßen beeindruckt hat.
Wer hinterher aus dem Film geht, ist definitiv mitgenommen. Man fühlt sich auf diverse Weise bereichert und kann definitiv behaupten, ein tolles Kinoerlebnis gehabt zu haben. Deshalb wundert mich ein klein wenig die PR-Zurückhaltung, denn damit hätte man viel mehr protzen können, ohne hinterher auf der Nase zu landen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Red Sparrow überzeugt auf allen Ebenen: Jennifer Lawrence liefert die Rolle ihres Lebens in einer Story, die vor Genialität und Inhalt nur so strotzt und sich mit bislang filmisch vernachlässigter psychologischer Härte auseinandersetzt, die einen definitiv nicht unberührt lässt.
Design, Ästhetik, Filmintelligenz und Kurzweil reichen sich hier einander die Hand und formen daraus ein Meisterwerk, das mich restlos begeistert: Reingehen reingehen reingehen!

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts im Nachgang mehr.
Kinostart: 1. März 2018
 
G E W I N N S P I E L
Und damit euch die Show noch ein wenig versüßt wird, hat Twentieth Century Fox für euch ein Wahnsinns-Paket geschnürt, das ich hiermit gerne an euch weiter verlose.
Mit dabei sind u.a. 5x jeweils 2 Freitickets für Red Sparrow, mit denen ihr den Film for free in einem Kino eurer Wahl genießen könnt: Einfach die Karten an der Kasse gegen zwei Eintrittstickets eintauschen und den Film mit eurem/eurer Liebsten genießen.
Einzige Voraussetzung ist, dass dieses Kino Red Sparrow regulär im Programm hat und ihr eine Vorstellung besucht, in der noch freie Plätze zu vergeben sind.
Außerdem gibt’s jede Menge Kinoposter und eine wahnsinnig coole Red Sparrow-Sporttasche zu gewinnen.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis einschließlich Sonntag, 4. März 2018 unter diesem Beitrag und ihr seid im Lostopf dabei. Anschließend werden die Gewinner per Random.org gezogen und von mir benachrichtigt. Bitte gebt hierfür unbedingt eine gültige E-Mail Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann. Anschließend gehen die Gewinne direkt zu euch auf die Reise.
Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke haben mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun, dieses wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet. Die Preise wurden von Twentieth Century Fox im Rahmen des Kinostarts von Red Sparrow gesponsort.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Teilnahmebedingungen. Die im Rahmen des Gewinnspiels von euch angegebenen Daten werden nur im Rahmen der Verlosung verwendet und anschließend wieder gelöscht.
Wer hier im Blog keine E-Mail Adresse angeben möchte, darf mir gerne auch per Telegram oder Whatsapp oder als Direktnachricht auf Facebook mit Angabe seines Kommentar-Pseudonyms schreiben – die Daten dafür findet ihr in der Seitenleiste bzw. im Impressum.
Und nun wünsche ich euch allen viel Glück und natürlich mega viel Spaß und spannende Unterhaltung mit Red Sparrow im Kino!

Justice League

Nun ist also DC am Zug und versucht sich erneut mit Marvel im Kräftemessen der Superhelden. Und leider – so muss man sagen – werden diese beiden Allzeit-Konkurrenten gerne und oft miteinander verglichen, obwohl man da viele wichtige Aspekte außen vor lässt, die aber meiner Meinung nach von extremer Bedeutung sind.
Ich habe im Thor – Tag der Entscheidung-Beitrag ja schon mal eine Auflistung aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) gemacht, das für viele andere Studios wohl ein enormer Ansporn dazu war, selbst ein eigenes Universum starten zu wollen.
Im Fall von Die Mumie, der der legendäre Auftakt des Dark Universe von Universal sein sollte, ging der Plan ja gehörig in die Hose und wurde beendet, ehe er richtig angefangen hat.
Bei DC hat’s besser geklappt, jedoch sollte man die Anzahl (und damit Erfahrung, finanzielle Mittel, Bekanntheitsgrad und was da noch so alles mit reinspielt) auch nicht vergessen: Wo man bei Marvel jetzt bereits bei 17 Veröffentlichungen ist, die teilweise die Weltrangliste anführen, hat DC im eigenen Filmuniversum gerade einmal vier Veröffentlichungen und geht jetzt mit Justice League zu Film Nr. 5 über. Wenn man also unbedingt Vergleiche anstellen will, sollte man diese dann auch aus der Zeit herausgreifen, in der Marvel an diesem Punkt war.
Dass DC hier ein wenig den Einstieg verschlafen hat und jetzt quasi Torschlusspanik bekommt, hat mit der Wertung der Filme an sich ja nichts zu tun, sondern sorgt einfach nur für übereilte Schlüsse und damit für Schusseligkeitsfehler. Und genau das wird Justice League eingangs auch etwas zum Verhängnis. Die leicht gequälte Einführung der verschiedenen Charaktere, die man möglichst schnell zusammenbringen will, um zeitgleich bei Avengers: Infinity War dann auch eine Truppe aufgestellt zu haben, der dann alles fehlen wird, was Marvel zum Erfolg verholfen hat: Die Zeit, sich zu entwickeln, funktionierende Einzelhelden-Filme, mit denen die Kids, Jugendlichen und Erwachsenen mitwachsen konnten und somit genügend Zeit war, um sich ausreichend damit zu befassen.
Dazu kommt, dass die beiden Comic-Verlage völlig unterschiedliche Helden haben, die eigentlich gar nicht zueinander passen. Und da hat Marvel klare Coolness-Vorzüge, denn welches Kind gibt in der Schule schon stolz zu bekennen: “Ich bin Aquaman … Yeah!”?
Da ist Iron Man oder Captain America doch viel cooler.
Und das spürt man am ganzen Universum: Bei Marvel und den Avengers nimmt sich keiner ernst. Man lacht, man zieht übereinander her und ist einfach völlig beflügelt von der eigenen Unbeschwertheit. Es gibt keine wirklich düsteren Bösewichte, sondern alles ist so kidslike, dass da überhaupt keine Angst aufkreuzen kann. FSK 12 ist in fast allen Fällen schon ohne Sichtung auspreisbar.
Und DC geht da in ganz andere Richtungen: Weniger Humor, dafür vergleichsweise mehr an Düsternis, Boshaftigkeit und Ernsthaftigkeit, was gegenüber Marvel wohl als Schwäche gewertet werden könnte, ich jedoch alleinstehend nicht als Schwäche ansehe, sondern sie sind einfach etwas anderes. Und täten gut daran, ihr eigenes Selbstwertgefühl nicht mehr an anderen Studios zu messen, sondern für sich zu arbeiten und einfach ehrenwert ihr Ding durchzuziehen, so wie man es mit Wonder Woman exzellent vorgemacht hat. Weniger Vorgaben vom Studio, die Regisseure machen lassen und dafür authentische und ein Zielpublikum befriedigende Ergebnisse schaffen, die am Ende auch für Erfolg sorgen.
Und da war meines Erachtens nach der ernsthafte Einstieg erst beim vorletzten Film zu finden: Wonder Woman, den gleichzeitig noch eine Frau fest in der Hand hatte, was vielleicht gar keine schlechte Entscheidung war, denn Wonder Woman ist immer noch die Hoffnungsträgerin überhaupt, wenn man sich im ganzen Universum umsieht.
Zack Snyder hat hier wieder viel zu viel Beschneidungswahnsinn gehabt, denn die Figuren sind lange nicht so ausgeprägt und mit liebevollen Details versehen, sondern eher funktionell denn begeisternd.
Wenn man sich jetzt zum Beispiel Batman anschaut, dann menschelt es hier zwar unfassbar viel im Vergleich zu seinen bisherigen Filmen, aber dafür bezahlt man mit der noch anbetungswürdigen düsteren Schnittigkeit, die uns Christopher Nolan seinerzeit in seinen Glanzstücken vor Augen geführt hat.
Warum also nimmt man sich nicht einfach unabhängig von allem anderen die Zeit und führt einen Charakter nach dem anderen in Ruhe ein, gibt der Welt Material dazu, gibt ihnen eine Geschichte und lässt daraus ganz von selbst etwas großartiges erwachsen, bevor man sie alle zusammenwirft und dann hauruck etwas aus dem Ärmel schütteln muss, dass unter Termindruck längst nicht so gut wird?
Genau hier sehe ich Defizite, die Marvel in seinen Anfangszeiten auch hatte. Siehe Der unglaubliche Hulk. Siehe Thor: Das dunkle Königreich – beides Filme, die auch nicht unbedingt vor Erfolg strotzen, aber einfach da sind und Teilstücke eines Ganzen liefern, dass dann im Folgeschluss auch richtig eingebettet werden kann – siehe Dauerflop Hulk.
Und gerade diese Düsternis, die sich DC hier zu eigen gemacht hat, ist doch ein wunderbares Fundament, auf dem sich hervorragende Geschichten gestalten lassen, die ebenfalls ein wenig mit Humor versehen werden können, um nicht vollends in die Depression abzurutschen. Da sieht man bei Justice League schon herausragende Ansätze, die mich sagen lassen, dass man das Niveau von Wonder Woman durchaus halten konnte und zeigt, in was für eine Richtung man jetzt gehen will.
Und die macht mir tatsächlich sehr viel Lust auf mehr. Ich würde sagen: Gebt DC einfach noch die Zeit, fünf, vielleicht acht weitere Filme zu drehen und diese Richtung, die man jetzt eingeschlagen hat, konsequent und steigernd beizubehalten und dann haben wir in ein paar Jahren tatsächlich ein ordentliches Battle zwischen beiden Verlagen, was wiederum zur Freude der Zuschauer auf dessen Kosten ausgetragen wird, denn damit gewinnt jeder: Die Produzenten ihr Geld, die Darsteller ihren Ruhm und die Cineasten hervorragende Unterhaltung, die mit allen technischen Hilfsmitteln die Welt tatsächlich aus den Fugen heben und es richtig krachen lassen kann.
Diesbezüglich war man jetzt noch ein klein wenig schwach auf der Brust, was sich in meinen Augen immer wieder aus dem Versuch heraus manifestiert, dass man sich als Ziel gesetzt hat, den großen Bruder zu übertrumpfen, statt einfach sein eigenes Ding zu machen und darin erfolgreich zu werden, ohne sich dabei unüberwindbaren Zielen zu unterwerfen.
 

.kinoticket-Empfehlung: DC zeigt mit Justice League ganz klare Richtungen, in die man sich in Zukunft entwickeln will – und die Vorschau darauf macht unfassbar viel Lust auf mehr.
Die Ausgeprägtheit der Charaktere ist unvergleichbar in diesem Stadium, da wir in diesem Universum noch viel zu früh dran sind, um irgendetwas tiefgründigeres über jemanden sagen zu können, weil schlichtweg noch nicht genug Zeit dafür war, um die Figuren wachsen zu lassen.
Der erste richtige Schritt – Wonder Woman – hat gezeigt, dass man Dinge verstanden hat, Justice Leage geht hier den Weg konsequent weiter und liefert nach kurzen Anlaufschwierigkeiten dann recht vergnügliche Unterhaltung, aus denen die Wunderfrau wieder und wieder als Spitzengewinnerin hervorgeht.

 
Nachspann
Sollte man inzwischen auch hier immer abwarten, denn die wichtigsten Szenen kommen – wie immer – ganz am Ende. Knallhartes Durchhalten ist angesagt!
Kinostart: 16. November 2017

Ihre beste Stunde – Drehbuch einer Heldin

Schaut man sich das Plakat zum Film an, ist bereits alles gesagt, nicht wahr?
Die Presse und Kritiker überschlagen sich auf jeden Fall mit Lob und überall ist der Film in aller Munde. Kein Wunder, denn nicht umsonst wurde er mit dem Prädikat “besonders wertvoll” ausgezeichnet. Die Macher projizieren nicht nur den Schöpfungsprozess eines Films und geben Einblicke hinter die Kulissen des Schaffens zu eben jener Zeit, sondern proklamieren auch gleich noch ganz andere Dinge, die längst gesagt werden mussten.
Damit eroberte man sich die Herzen der Fans im Sturm und legte einen sensationellen Abschluss des diesjährigen Münchner Filmfests hin. Stargast Bill Nighy war vor Ort und signierte, was das Zeug hielt.
Inhaltlich hat man es meiner Meinung nach ganz nach oben geschafft, da hier nicht nur die kürzlich anvisierte Gleichberechtigung einen ganz neuen Stellenwert erhält, sondern man auch gleich noch tief ins politische Potpourri greift, um eben nicht nur eine Geschichte zu erzählen, sondern gleich mehrere Dinge aufzudecken, an denen sich bis heute immer noch nicht viel geändert hat.
Wer anderer Meinung ist, dem empfehle ich gerne, mal einen Blick auf http://www.fernsehkritik.tv zu werfen und dort die ein oder andere Sendung zu konsumieren.
Diese Problematik beschäftigt Lone Scherfig aktuell im Kino mit ihren Zuschauern, die daraus auch gleich ein hervorragendes Resume zieht und den Probanden auf dem Kinosessel vorlegt.
Warum ich mich bislang so zurückgehalten habe, darüber zu schreiben? Weil jeder es tut und man den Film sowieso gesehen haben sollte… und ich in meiner Naivität mal davon ausgehe, dass ihr das bereits längst erledigt habt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht umsonst wurde er mit dem Prädikat “besonders wertvoll” ausgezeichnet.
Ein Film, den man auf jeden Fall gesehen haben sollte – ganz gleich, welche Ausreden einem einfallen, dies nicht zu tun.
Hier stimmt nicht nur die Bildgebung, Länge und Intention, sondern auch der Inhalt und alles drum herum. Ein Meilenstein in der Geschichte des britischen Films.

 
Nachspann
kommt keiner, man braucht also nicht unbedingt bis zum Schluss hocken bleiben.
Kinostart: 6. Juli 2017

Assassin's Creed (3D)

Es kracht wieder im Kino. Vorausgesetzt, man stellt die Lautsprecher seitens der Betreiber leicht überhöht ein und gönnt seinen Besuchern damit, dass die Euros, die jeder für sein .kinoticket in diesem Fall hingeblättert hat, auch wirklich lohnenswert waren.
Denn hier sollte man als Gast tatsächlich in die Taschen greifen und nicht nur die Vorstellung buchen, sondern alle Features mitnehmen, die dieser Film zu bieten hat, auch das 3D. Scheiß drauf, was es kostet.
Wieso? Eingefleischte Fans dieser Spielereihe (ja, es handelt sich tatsächlich um eine Gameverfilmung, die sehenswert ist) strömen sowieso in die Kinos um sich die Adaption in aller Größe zu geben und zu sehen, was Hollywood aus dem Kultspiel gemacht hat.
Mein allergrößter Pluspunkt: Der Sound! Ich sag nur: Wow! Und meine damit nicht ein bekanntes anderes Onlinespiel… – Komponist Jed Kurzel hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und bietet allein schon vom Hören ein Audioexemple, dass weit und breit in der Game-Verfilmungswelt keinerlei Vergleichbares antrifft. Man kann seine Augen schließen und sich einfach von der Wucht der beeindruckenden Impressionen audiovisueller Natur ein paar Kilometer weiter in den Boden rammen und diesen brachial-harten Beat in seiner ästhetischen Schönheit auf sich wirken lassen … wenn die Betreiber des Kinos vorher rechtzeitig in ihre Anlagen investiert haben und diese bei den Vorstellungen auch an ihre Grenzen führen.
So und nicht anders kann ich mir all die negativen Kritiken seitens der Presse und Besucher erklären, die wiederum eines nicht verstanden haben: Filme sind eine Kunst, die es nicht nur zu konsumieren gilt (man trinkt Wein auch nicht aus alten Pappbechern), sondern bei der man nicht nur gezielt seine Filme auswählt, sondern ebenfalls das passende Kino dazu. Und da greift bei vielen die gute alte Faulheitsregel: Warum sollte ich 120 km in ein passendes Kino fahren, wenn es um die Ecke auch eins gibt, das zwar nicht so toll ist, aber den Film genauso zeigt?
Falsch. Falsch falsch falsch! In diesem Fall macht diese lapidar herbeigeführte Entscheidung nämlich den kompletten Film kaputt! Assassin’s Creed lebt von dem Zusammenspiel der Musik, Töne, Effekte und den dazu gezeigten Bildern, die sich nicht unbedingt auf brutale Action ausrichten, sondern in ihrer Gänze als Konstrukt überzeugen, bei dem man nicht von der Story, sondern deren Umsetzung überzeugt wird und anschließend ohrwurmträllernd durch die Straßen schlendert und dafür dankbar ist, dass es Apple Music gibt …
Selbst in der deutsch synchronisierten Fassung greift diese packende Wucht, obgleich die Dialoge noch etwas bescheuerter klingen als im Original, da plottechnisch hier genauso Schindluder getrieben wurde, wie bereits in den Folgespielen, wo auch nicht wirklich mehr auf die Storyline geachtet wurde, sondern man eher auf visuelle Effekte gesetzt hat.
Die Schauspielgrößen (Michael Fassbender, Jeremy Irons, Marion Cotillard) liefern nämlich auch hier allein durchs Rumstehen irgendwo Größe ab, was letztendlich nur durch das Drehbuch selbst kaputtgeschrieben wird, wofür der komplette Crew-Rest aber auch nicht wirklich was kann. Es mag verwunderlich sein, wieso man sich an dieser Stelle für diese Art von Geschichte entschieden hat, wäre da doch so viel mehr Potenzial gewesen, auch erzählerisch noch auf die höchsten Klippen zu steigen, jedoch sollte man das Beschweren darüber lieber den Kolumnisten irgendeiner Zeitung überlassen, sich ein Popcorn schnappen, die Kinoleitung beknien, dass sie die Lautstärke über Normal regelt und die Show einfach genießen.
Der beeindruckende Effekt, den Assassin’s Creed damit bei den Zuschauern hinterlässt, ist auch so ein Epos an sich, worüber sich all jene freuen, die Gäste in einer meiner Vorstellungen sind, denn ich lass es mir niemals nehmen, diesen Film durch zu nischenhafte Boxen in den Abgrund stürzen zu lassen. Damit lebt oder stirbt er.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wählt zu dem Film das richtige Kino und lasst die richtige Lautstärke einstellen, alles andere macht euch die komplette Vorstellung kaputt!
Sound, die dazu gezeigten Bilder und die Schauspielgrößen, die man dazu gesellt, bilden ein Komplott, das als Ganzes sehenswert ist, sofern man von der packenden Wucht der Szenen audiovisuell in den Sessel gedrückt wird. Ist dies nicht vorhanden (Dorfkinos, TV, Blu-rays oder VOD), ist der Film als solches gar nicht sehenswert.
Wer hier nicht ins richtige Kino geht, der braucht gar nicht erst drüber nachdenken. Alle anderen haben ein Extraerlebnis meisterlicher Klasse, bei dem Story nicht wichtig und Momentum alles ist. Genießt es!

 
Nachspann
wird keiner geliefert, allerdings gilt auch hier wieder: Sperrt die Ohren auf … es lohnt sich so dermaßen, ich bin immer noch ganz zittrig vor Aufregung!

Zeit für Legenden

Bei der dieswöchentlichen Sneak Preview haben wir wieder mal ein klassisches Beispiel verloren gegangener Übersetzertiefgründigkeit, denn der Film heißt im Original Race, was gleichbedeutend mit dem Rennen als auch der Rasse ist.
Beides wird im Film thematisiert anhand eines vergangenen Beispiels, das zurück in unliebsame Jahrzehnte unserer Geschichte wirft und Dinge beleuchtet, die demnächst wohl noch öfters das Filmlicht der Welt erblicken dürften.
Stephan James und Jason Sudeikis geben hier ein Hauptdarstellerpärchen ab, das sich auf vorzügliche Weise den Dialogball zuspielt und somit hochkarätig unterhält. Überhaupt stellt das Werk eine besondere Form von geschichtlicher Aufarbeitung dar, das Phasen unserer Zeitgeschichte beleuchtet, die aktuell immer noch nicht ausgestanden sind und offensichtlich noch weiterer Zuwendung bedürfen.
Dass mit dem Thema so offen umgegangen werden kann, liegt wohl auch an den herausragenden Leistungen der farbigen Mitspieler, die allesamt im Film mehr als überzeugende Arbeit abliefern und somit auf voller Länge begeistern.
Nicht nur die ausführliche Beleuchtung der privaten Umstände, sondern auch die unliebsame Verflochtenheit von Politik und Sport wird hier offen diskutiert und unterschiedlich angegangen. Dass die Umstände in den Jahren, die im Film thematisiert werden, noch wesentlich einfacher waren, als das heute der Fall ist, macht die Gesamtlage nicht weniger verzwickt.
Alles in allem ist Zeit für Legenden ein Film, der ein wunderbares Biopic eines Sportlers liefert, den unsere Generationen sicherlich noch nicht mal kennen dürften, der jedoch eine maßgebliche Geschichte zu erzählen hat, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat – wenn auch auf etwas andere Art und Weise.
 

.kinoticket-Empfehlung: Im Vergleich zum üblichen CGI-Geschrei bietet dieser Film eine Plattform für Nachdenklichkeit, Humanität, Sportlichkeit und Ehrgefühl und liefert damit vier Gründe, weshalb man sich das Machwerk anschauen sollte.
Es werden nicht nur Ungerechtigkeiten vergangener Tage thematisiert, sondern auch Themen diskutiert, die auch heute höchst aktuell sind und ins Gewissen vieler eingebracht werden sollten.
Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg top und die Kulisse und das Bühnenbild runden den Look ab, der authentisch wirkt und somit ein solides Grundgerüst für eine wichtige Lektion im Leben liefert, die dieser Film in aller Deutlichkeit aufzeigt.

 
Nachspann
kommt nichts mehr, was von Bedeutung wäre – man darf den Saal also guten Gewissens verlassen.

Batman v Superman: Dawn of Justice (3D)

Ein – inklusive Kinowerbung – 3-Stunden-Stück per .kinoticket-Kauf auf die To-Do-Liste zu setzen erfordert für manch einen wohl doch eine gehörige Portion Respekt vor dem eigenen Durchhaltevermögen. Und mit dieser Laufzeitansage begibt man sich auch gleich mal seitens der Macher auf episches Terrain, das einige Stolperfallen bereithält.
 
Mehrere Superhelden unter einem Hut
Meiner Meinung nach einer der gravierendsten Punkte, die man Batman v Superman: Dawn of Justice andichten kann: Hier müssen mehrere Welten miteinander vereint werden und durch die Charaktertiefe eines Batman und das düstere Höhlenloch, aus dem er gekrochen kommt, schafft man das eben nicht mehr ganz so einfach wie bei den vergleichsweise metallglatten Avengers, deren Aufgabe es im Nachhinein ja wohl eher nur war, die 14jährige Kinderriege zu unterhalten.
Batman ist für Erwachsene und zeugt hier von einer Welt, die durchtrieben, bösartig und vielschichtig ist. Superman hingegen war auf der Leinwand eher die aalglatte Vorstellung von superlativen Effekten gepaart mit dem hervorragenden Look eines Henry Cavill, der seinerseits eben nicht dafür gemacht ist, einen Helden zu mimen, der mehr kann als nur gut auszusehen. Er erschafft kein Profil, er erschafft keinen Charakter – was seinem Part im Film diesmal schon eher positiv zugute kommt, jedoch verblasst seine Darstellung dadurch im Rampenlicht des mit sich selbst zweifelnden Batmans und fordert den düsteren Höhlenhelden daher eher dazu auf, sich auf das Niveau der Allgemeinheit herabzulassen, um ihm gehörig die Birne zu waschen.
Dass sich im Zuge dessen dann noch weitere Epos-Helden etablieren und auf den Olymp der Comicgötter stellen wollen, lässt drei Stunden Laufzeit fast zu einer Farce verkommen, denn der Platz, auf dem sich die einzelnen Charaktere entwickeln dürfen, ist mehr als knapp bemessen.
 
Der Verzicht auf bekannte Elemente vergangener Tage
Stellt euch die Dialoge eines Jeremy Irons mal gesprochen von Michael Caine vor. Ersetzt dann den zeitweise gesichtslosen Daredevil-Versager mal mit dem rühmlich-bösen Christian Bale und achtet darauf, was in eurem Kopf passiert: Richtig! Diese Konstellation ist in meinen Augen einer der Gründe, weshalb The Dark Knight vorzüglich an allen anderen Streifen konkurrenzlos vorbeizieht und auch in 50 Jahren noch einer der Filme sein wird, die sich nicht mit anderen Filmen gleich welcher Art vergleichen lassen. Er hat einfach funktioniert und hier die Welt von Gotham mehr als präsentabel auf die Leinwand gebracht – Christopher Nolan erschuf einen Allzeitklassiker, der die Filmgeschichte maßgeblich geprägt hat.
Snyder, dem viele nichts, ich aber durchaus etwas abgewinnen kann, durfte hier halt nur nochmal am Kuchenteig schnüffeln und ist selbst eben nicht der Bäcker, der auf der cineastischen Nobelpreisverleihung steht und hier großartige Lorbeeren kassiert. Er hat seinen eigenen Stil, der er meines Erachtens nach auch großartig umsetzt (man bedenke z.B., mit welch stilistischer Einführung man die beiden Helden anfangs geschichtlich auf Vordermann bringt) und zeigt hier ganz klar anders positionierte Stärken als es ein Christopher Nolan tun würde. Dieser hat sich nämlich in die hinteren Ränge gesetzt und gemeinsam mit Hans Zimmer nur noch Spuren seines Schaffens am Gesamtwerk hinterlassen.
Da sind auf einmal zwei völlig verschiedene Welten, zwei großartige Soundtrack-Komponisten, zwei völlig verschiedene Facetten zweier Superhelden, die in einer einzigen Geschichte zusammenfinden müssen, was zwangsweise zu Abstufungen in der Eleganz perfektionierter Erzählungen führen muss. Superman wird Tiefe angedichtet, die Batman geklaut wird, um irgendwie einen korrelierenden Faktor zu erschaffen, auf dem sich all diese Elemente miteinander verbinden.
Und ein Publikum, das von Nolan in der Vergangenheit derart verwöhnt wurde, hat es dann eben schwer, mit neuen Maßstäben mitzuhalten und die Akzeptanz dafür aufzubringen, dass sich manche Dinge jetzt einfach geändert haben und man damit leben muss.
Interessant fand ich, dass Jesse Eisenberg von der Presse eher vorbeugend verrissen wurde, weil gerade seine Figur eine derjenigen war, bei denen nahezu alles gestimmt hat. Mal ganz im Ernst: Welches Werk hat dieser Junge in der Vergangenheit angepackt, in dem er nicht vollständig überzeugen konnte? Ich möchte nicht zu denjenigen gehören, die solche Dialoge wie in The Social Network auswendig lernen mussten. Und auch in diesem Film überzeugt er durch seine derart authentische Darstellung eines – man möchte fast schon sagen – zweiten Jokers, dass einem fast die Spucke wegbleibt und jede seiner Szenen zu einer cineastischen Gourmeterfahrung wird. Selbst wenn er in seinem gespielten Wahnsinn nur in die Kamera schaut, erlebt man als Zuschauer hier vollkommene Schauspielkunst, denn der Wahnsinn spiegelt sich in seinen Augen wieder und zeugt davon, dass Jesse seine Rollen nicht nur spielt, sondern tatsächlich auslebt.
Aus dem Grund jetzt zu behaupten, Batman v Superman: Dawn of Justice wäre nicht so toll gewesen, finde ich als etwas ungerecht, denn Snyder hat tatsächlich geschafft, in gewisser Weise wieder Größe auf die Leinwand zu bringen, auch wenn er an dem Experiment, viele Welten in einer zu vereinen, gänzlich scheiterte. Vielmehr hat man das Gefühl, alles wird jetzt nur noch schleierhaft in die Szenen gewebt, um überall etwas, aber nirgendwo etwas handfestes im Raum stehen zu haben, das der ganzen Sache Seele einverleibt.
Daraus resultieren dann zeitweise anklingende Perfektionslücken, die den Zuschauer aber dennoch kaum spüren lassen, wie schnell die Zeit vergeht – denn selbst ohne Pause in der Vorstellung kam mir die Spielzeit fast schon lächerlich klein vor, als der Abspann über die Leinwand nudelte. Action gibt’s auf jeden Fall gewaltig und wenn die Kinos das Prinzip verstanden haben und die Anlage ordentlich aufdrehen, dann macht der Streifen auch in Sachen Entertainment richtig Freude. Die unbestritten superlativen Kämpfe haben es auf jeden Fall in sich und sind würdig, den Film auf den Status eines Epos zu erheben, wo er sich mit anderen genialen Machwerken in Zukunft messen lassen darf.
Ich für meinen Teil werde definitiv noch eine Vorstellung dieser Art besuchen und dann schauen, wieviel von meiner anfänglichen Begeisterung geblieben ist, kann mir aber jetzt kaum vorstellen, dass sich da großartig was dran ändern wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kommt damit klar, dass hier neue Seiten aufgezogen werden und The Dark Knight niemals vergleichbar sein wird – hakt die Anhänglichkeit an die Vergangenheit ab und gebt der Sache eine Chance, dann wirds ein Schlachtfest der Action und Epik.
Niemand verlangt, dass Altes weitergesponnen wird und genauso, wie wir uns damit abfinden müssen, dass unser Lieblings-Bond hin und wieder mal neu besetzt wird, so müssen wir damit Vorlieb nehmen, dass perfekt funktionierende Konstellationen nach gewisser Zeit begraben werden um Platz für Neues zu schaffen.
Ich seh es positiv: So ist sichergestellt, dass mir die “Anfänge” von Batman immer positiv in Erinnerung bleiben werden, denn die nolansche Dark Knight-Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Und würde man jetzt weitermachen, könnten an der Fassade dieser ikonischen Stilblume kleine Macken entstehen und das würden denk ich noch viel weniger Menschen verkraften als die Tatsachen, denen man sich in diesem Werk hier stellt.
Also Schwanz einziehen, sich mit reichlich Popcorn und Getränken eindecken, das Handy lautlos ins Schließfach packen und sich dann einfach mal drei satte Stunden lang berieseln lassen – glaubt mir, am Ende macht’s euch doch Spaß!

 
Nachspann
erwartet hab ich ihn schon, gekriegt aber nicht: Hier darf man nach Anbrechen der weißen Lauftext-Zeichen gern damit beginnen, sich wieder aus dem Kinosessel rauszuschälen. Ein paar Meter weiter im Boden sitzt man am Schluss auf jeden Fall.

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