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Tag: John Lithgow

Friedhof der Kuscheltiere

Friedhof der Kuscheltiere

© 2019 Paramount Pictures Germany GmbH

Stephen King – entweder man liebt ihn, oder hasst ihn, oder neuzeitlich: Kennt ihn nicht. So unvorstellbar das klingt – auch das gibt’s mittlerweile. Womöglich einer der Gründe, weswegen man das grandiose Original seines beliebten Klassikers Pet Sematary neu auflegt und somit einer völlig neuen Generation verfügbar machen möchte.

Ohhhhh My Gosh … sooooo unnötig …. Blabla bla. Bla.

Fertig?

Cool.

Friedhof der Kuscheltiere gehört nämlich zum ersten Mal in meinem Leben zu den Remakes, die neben dem Original bestehen können und die man am besten in ein Double Feature packt und optimalerweise im Kino bestaunt. Keiner der beiden Filme macht dem anderen jeweils Konkurrenz, auch wenn die Story sich in Teilen gleicht: Irgendwie hat man es meiner Meinung nach wunderbar hin bekommen.

Und sowas ist höchst selten.

Ja, jeder erwartet die typischen Szenen, Momente, Elemente und möchte innerlich den Film einfach nur abhaken. Und kommt dann wahrscheinlich nicht so ganz klar, weil hier nämlich in zwei völlig unterschiedlichen Macharten gearbeitet wurde. Wo der eine auf Emotionen und Gefühle, Werte und Familie setzt, zielt der andere auf völlig neue Elemente ab und möchte nicht kopieren, sondern liefert seinen eigenen Stil.

Wow!

Was mich zudem unfassbar beeindruckt hat: Die ruhige, konsequente und elegante Kameraführung … Immer im richtigen Winkel, immer im richtigen Blickfeld, immer mit der richtigen Einstellung – hier hat man so akkurat und präzise geplant und überlegt und dann durchgezogen, da steckt sicherlich eine unglaublich hohe Menge an Vorarbeit dahinter, um das so perfekt hinzubekommen.

Das gleiche bei den berühmten “Jump Scares” – die sind soooo ausgelutscht mittlerweile, dass selbst die “Inception“-Variante davon nicht mehr wirklich funktioniert.

Warum zuckt dann auf einmal plötzlich wieder der Großteil im Saal rum? Großes Kino.

Und diese bedrohliche Ruhe dabei … da fängt man sogar an, mit John Lithgow seinen Frieden zu schließen und Jason Clarke ist schauspielerisch sowieso ne Bombe.

Alles in allem hat mich der Film sehr begeistert, weil er eben eines nicht tut: Kopieren. Und sowas in einem Remake eines so weltbekannten Klassikers zu schaffen – großartig!

.kinoticket-Empfehlung: Am besten im Double Feature mit dem Original genießen!

Findet seinen eigenen Stil, legt auf völlig eigene Dinge wert, liefert exzellente Kameraeinstellungen und perfekte Bilder und interpretiert so das Werk von Stephen King völlig neu.

Einziger Kritikpunkt: Ich hätte mir eine Blutspur gewünscht. Wenigstens eine kleine. Ihr wisst, wo.

Nachspann
❌ Muss man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 04. April 2019

Original Title: Pet Sematary
Length: 101 Min.
Rated: FSK 16

Pitch Perfect 3

Obwohl ich eigentlich nicht dafür bin: .trailer anschauen und für sich entscheiden, ob man darin aufgeht oder nicht.
Pitch Perfect geht in die dritte und letzte Runde und an dieser Aussage scheiden sich die Geister: Fans und Liebhaber dieser Reihe beweinen den Abgang der Girls-Crew, die sich singend durchs Leben schlängelt, während Kerle wie ich ihre lieben Schwierigkeiten mit Filmen wie diesem haben: Und das liegt ganz eindeutig am Humor.
An die Grenzen des Witz-Niveaus vor unserer Zeit reicht man ja sowieso schon seit Ewigkeiten nicht mehr ran. Lachen findet heute kaum noch statt, sondern alles ist dieser banalen, unfertigen und einfallslosen Social-Media-Witzigkeit zum Opfer gefallen: Irgendwelche besoffenen Hirnkranken stellen Dinge ins Netz, die sie im Suff vielleicht witzig finden und der Zuschauer wendet sich entnervt ab, hat aber bereits geklickt.
In letzter Zeit häufen sich immer mehr Schinken, die diese Form des Humors als gesellschaftserwünscht interpretieren und sich dieser platten Zugkraft anschließen, um für ihre Generation einzustehen und zu proklamieren: Das sind wir – das ist unser Leben. Darüber lachen wir.
Mag sein – dann möchte ich an dieser Stelle mit der Menschheit nichts weiter zu tun haben. Tiefgründige Witze oder gehobenes Lach-Niveau sind nämlich etwas völlig anderes. Und nur, weil das bei YouTube und Facebook so gut funktioniert, bedeutet das noch lange nicht, dass ich diese Flachheiten auch im Kino bestaunen möchte. Genau das bekommt man aber immer häufiger vorgesetzt – und das treibt mir die Tränen in die Augen.
Übersieht man jetzt einfach mal, dass diese Songs eher ins letzte Jahrhundert gehören und klammert den musischen Teil mal vollständig aus, bleibt ein ziemlich depperter Film, der kaum Höhen und Profil aufweist. Und nur, weil jetzt jede altbackene Frau mit ihrer Clique über die Leinwand zieht und der ganzen Welt präsentiert, wie pseudogeil es doch ist, wenn man feiert und nochmal so richtig alles rausholt, bedeutet das noch lange nicht, dass das jetzt jeder machen muss. Im Ernst: Wo führt das hin?
“Hey, meine kleine Schwester trifft sich nachher mit ihrer Freundin und sie feiern ab und kotzen danach – lass schnell Kinofilm machen, Alta”!?
Beim Schauen erwischt man sich oft, wie man auf die Uhr schaut, hofft, dass es bald vorbei ist und ärgert sich über den Werteverfall und die Belanglosigkeiten, die heutzutage Anlass für Kinofilme geworden sind.
Und freut sich insgeheim, dass dies nun die letzte Runde ist. Bevor irgendwer auf die Idee kommt, deren Kinder erneut zu einer Gruppe zu formieren ….
 

.kinoticket-Empfehlung: Das vergangene Zeitalter an Musik wurde gut eingespielt, darüber gibt’s nichts zu klagen – der Rest des Films siedelt allerdings eher im untersten Niveau an und macht keinen Hehl daraus, dass Fremdschämen heute zum Alltag der Welt gehört.
Schade eigentlich, hier hätte ich wesentlich mehr erwartet.

 
Nachspann
Sitzen bleiben – es folgen noch einige Szenen und Spinnereien.
Kinostart: 21. Dezember 2017

Daddy's Home 2

Weihnachten ist die Zeit der Familien. Und damit auch die Zeit, in der wieder der ganze familiäre Quatsch ausgepackt und auf die Leinwand geschmissen wird: Bad Moms 2, Girls Trip und dazu gehört dann auch Daddy’s Home 2.
Aus dem nicht so prickelnden ersten Teil, der scheinbar genügend Erfolge abgeräumt hat, schloss man in Hollywood, dass dieses Jahr eine Fortsetzung folgen muss, die die Geschichte fortführen und zusätzlich exponieren soll.
Dies ist, betrachtet man das Kinopublikum in den Preshow-Sälen, auch sehr wohl gelungen. Ob die Lacher nun ob der Doofheit mancher Teilnehmer oder tatsächlich aus Unterhaltungsgründen stattfanden sei irrelevant: Der Coup ging wohl auf. Auch wenn mir die Schwarmintelligenz der Truppe eher weniger zusagt und ich darin vielmehr eine absolut synchrone Männerversion von Bad Moms 2 gesehen habe, die Stück für Stück abarbeitet, wodurch sich kürzlich die weibliche Filmriege durchgebissen hat.
Auch wenn die Botschaft mehr oder weniger wieder dieselbe ist wie in allen anderen Filmen dieser Klassifikation auch – man darf diesen Film gerne als Klischeemeisterwerk seiner Zunft einsortieren – und hat dann im Kino vielleicht sogar unerhofft viel Spaß beim Schauen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich für meinen Teil empfand ihn eher schmalzig und kann mich für diese Art von Humor weniger begeistern, der zwar viel Lärm produziert, aber nicht wirklich auf lebensverändernden Pointen fußt.
Das allgemeine Kinopublikum hat aber Spaß dabei und der sei jedem einzelnen von euch sehr wohl vergönnt.
Also schaut euch den .trailer an und entscheidet auf Basis dessen – die Bissigkeit von Mel Gibson nervt zwar zuweilen, tut aber ansonsten ihr übriges, um den Film immer wieder emporzuheben.

 
Nachspann
Komisch, aber bitteschön, der ganze Film ist nicht ganz so ernst zu nehmen. Das Rausstürmen darf man sich aber getrost sparen.
Kinostart: 7. Dezember 2017

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