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Tag: Jon Favreau

Solo: A Star Wars Story

Die PR des Films ist eine mittelgroße Katastrophe, die .trailer-Synchronisation schreit die Fans förmlich an und der Film löste auf dem Festival in Cannes mittelmäßige Begeisterung aus und sorgte damit eher für verhaltene Reaktionen und weniger für Fanboy-Gekreische.
In China tut man indes alles dafür, den Zuschauern vorzuenthalten, dass sie hier in einem Star Wars-Film sitzen: Man veröffentlicht nach dem desaströsen Verlauf von Star Wars: The Last Jedi den Titel einfach unter dem Namen Ranger Solo und in Deutschland wäre man diesen Schritt wohl konsequenterweise auch besser gegangen.
 

 
Beste Voraussetzungen dafür, einfach mal ganz von vorn anzufangen.
Und mit ganz von vorn, meine ich ganz von vorn. Vergesst alles, was ihr bisher wisst. Vergesst vergangene Generationen. Vergesst, was ihr aus dem Star Wars-Universum bereits kennt. Vergesst, dass einst George Lucas der uneingeschränkte Herrscher über diese Imperien war und vergesst, dass wir alle ihn wie die Diener eines Gottes verehrt haben und als Fans letztendlich Star Wars zu dem gemacht, was es heute ist: Uneingeschränkter Kult!
Disney stellt hier den Fan-Zuschauer vor die unbewältigbare Aufgabe, Star Wars nicht mit Star Wars zu vergleichen, sondern die urigen Hintergründe dieser neuen Modeschöpfung am Sternenhimmel der Kinos zu begreifen und zu feiern. Und diese Aufgabe ist – wie schon erwähnt – nicht lösbar. Zumindest nicht, ohne ganz viel Willen, Begeisterungsfähigkeit und Liebe für die Leinwand mit in den Saal zu tragen und nicht zu erwarten, dass hier die überschwängliche Begeisterung von Seiten der Macher von der Leinwand runterpurzelt.
Wer also ist in der Lage dazu, einen völligen Neuanfang zu wagen und sich unvoreingenommen diesem Werk zu nähern? Richtig: Jemand, der bisher noch nie etwas von Star Wars gesehen oder gehört hat.
Gibt’s nicht?
Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich habe diese seltene Koryphäe – dieses Wunderwerk der Natur gefunden und sie hat den Film (also Solo: A Star Wars Story) mit mir gemeinsam schon vor Kinostart gesehen und ich hatte die unvergleichbare und einmalige Chance, eine Art “Interview” mit ihr zu führen und sie zu fragen, wie sie den Film empfunden hat.
Hierbei ist viel Interessantes zu Tage gekommen, z.B. dass diese Frau mit ihren Empfindungen meinem Wunsch nach völliger Neutralität gegenüber Neuem fast zu 100% entsprochen hat. Sie empfand den Film durchaus als sehr unterhaltsam, stellenweise zu viel Soundtrack, würde empfehlen, ihn sich lieber in 2D anzuschauen, da die Impressionen und Eindrücke sonst einfach zu viel seien und wollte von mir wissen, ob Chewbacca eine Anspielung auf Planet der Affen sei und was es damit auf sich hätte.
Tatsächlich … nehmen wir einfach mal an, der hieße hier auch Ranger Solo und wir hätten es einfach mit einem völlig neuen, unvoreingenommenen Film ohne Vorgeschichte zu tun: Das Ding funktioniert. Zwar ist der Plot bei weitem nicht so ertragreich und bombastisch wie bei Größen wie Star Wars, aber damit hat der Film ja auch nichts zu tun! 😉 Es ist halt einfach eine völlig in sich schlüssige, gut erzählte und mit wahnsinnig großartigen Effekten ausgestattete Geschichte eines Jungen, der in den Anfängen der Geschichte der Galaxis seinen Weg geht.
Unter diesem Aspekt … gespickt mit dem von mir empfundenen, großartigen Soundtrack, der sämtliche Langeweile-Lücken fantastisch auffüllt und gepaart mit dem Vorwissen, was aus dem kleinen Kerlchen später mal werden wird: Man erkennt fast schon die Wesenszüge eines späteren Harrison Ford, der in den Augen der Fans der einzig wahre Han Solo ist und auch immer bleiben wird!
Und genau das ist die Crux: Man muss es teilen. Auseinandernehmen und seiner magnetischen Vergleichswirkung entziehen: Man darf eben das Frühe nicht mit dem Vergangenen/Heute vergleichen, sondern sollte Solo eine eigenständige Chance geben, sich als Kinofilm zu etablieren. Der liefert nämlich so viel Unterhaltung und funktioniert in Sälen, die mit Dolby Atmos ausgestattet sind, so brachial, dass einem fast die Spucke wegbleibt und bei einigen Szenen wahrhafte Blockbustergröße empor sprießt!
Dazu kommt: Man sollte sich – auch wenn man kein einziges Wort Englisch versteht – diesen Film zwingend in OV oder zumindest in OmU ansehen und auf die deutsche Synchronisation komplett verzichten: Die ist scheiße! Nennen wir das Kind beim Namen und lösen damit auch gleich das Rätsel auf, weshalb die Deutschen so unmütig auf die Vorstellung des neuen Zwischenfilms reagierten: Die Synchronstimme passt schlichtweg einfach so überhaupt gar nicht und hat rein keinen Schimmer von den sympathisierenden Zügen der Originalstimme von Alden Ehrenreich, der in seinem typisch amerikanisch-“kanadischen” Stimmenklangsoundbed die richtige Würze für diesen Charakter liefert und mit seinem unvergleichlich bissigen Blick Charakterstärke aufbaut, die einem späteren Harrison Ford durchaus würdig wird.
Das Problem: In den .trailern ist davon halt absolut nichts zu sehen, darum kann es auch keiner wissen und deshalb fanden die meisten den .trailer eben von vornherein doof – inklusive mir, der sich dachte: Jetzt ist alles verloren und Disney in seinen schlechtesten Eigenschaften hat die Weltherrschaft endgültig an sich gerissen und fängt an, alles und jeden um sich herum zu zerstören.
Die Wahrheit ist eine völlig andere: Man muss den ganzen Film sehen um ihn beurteilen zu können – und zwar genau so, wie ihn sich die Macher vorgestellt haben. Wir Deutschen leben in einem Land, das mit großartigen Synchron-Funktionalitäten ausgestattet ist und können uns glücklich schätzen, dass es haufenweise Teams gibt, die sich unterhaltender Lektüre annehmen, sie sichten, neu interpretieren und dann übersetzt hierzulande auf den Markt bringen. Und genau da liegt das Problem: Es ist eine Interpretation eines Einzelnen, dem sich nun ein ganzes Land unterwerfen muss und die vielleicht nichts mehr mit den eigentlichen Intentionen zu tun hat.
Gerade bei den prägenden Dingen wie Stimme, “Nuschelei”, Charakterzügen oder knackigem Wortwitz brechen wir an den Sprachbarrieren kümmerlich auseinander und übrig bleibt ein Rest, der nicht mehr anzuschauen würdig ist.
Auch der Coup, dass man die besten Szenen im Film belässt und hier keinerlei Spoiler in die .trailer einbaut, mag von der PR-Riege Disneys löbliche Absicht gewesen sein: In diesem Falle hat sie einfach nur versagt und den Fans mit ihren riesigen Erwartungen jedwede Lust auf den Film genommen und sie bitter vor die Köpfe gestoßen: Lasst euch im Namen von Disney ein “Entschuldigung” zurufen und konsumiert den Film einfach im Original: Hier wird alles wieder so, wie es ursprünglich gedacht war.
Und ein letzter Punkt: Es ist Dolby Atmos, dass dieses Ding zum Leben erweckt und den wahrhaftigen Geist dieses Films zur Geltung bringt. Wer darauf verzichtet, gibt Geld für ein .kinoticket aus, auf dass er gerne genauso verzichten könnte, denn ohne Dolby Atmos lohnt sich der Film einfach nicht! Hier spielt er derartige Stärken aus, die dem ganzen Werk Leben einhauchen, weil es einmal mehr von der permanenten Entertainmentqualität lebt und im Zuge dessen eben von einem dynamischen, lauten und umhüllenden Sound, der das Kinoerlebnis erst zu einem solchen werden lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beachtet man diese zwei Dinge: NUR IN OV / OMU ohne 3D und in einem Kino mit DOLBY ATMOS – dann ist das seit Jahrzehnten das erste Werk Disneys, dass so richtig reinknallt und zeigt, dass der Laden es in der Moderne doch noch drauf hat!
Nach all den negativen Dingen, die ich über diesen Konzern geschrieben habe, könnte dieser Film – wie auf dem Plakat verkündet – der Beginn der größten Freundschaft der Galaxis werden, der zwischen mir und Disney itself. Die Unterhaltungsqualitäten hat der Film und die negative Kritik im Vorfeld kann ich nur damit erklären, dass diejenigen einfach keine Ahnung hatten, weil sie nur Teile und nicht das Ganze gesehen haben.
Ich würde und werde wieder reingehen, denn dieses Spektakel wirkt nur auf dem Big Screen und ist nichts fürs TV oder Heimkino, es sei denn, man lebt in einem Lichtspielhaus! 😉

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine Szenen mehr.
Kinostart: 24. Mai 2018
P.S.: Die Frage, ob dieses Universum jetzt als Basis für die neu gegründete Trilogie fungieren wird, die Disney bereits geplant hat, wollte mir die Pressestelle zu dem Zeitpunkt nicht beantworten. Eben dies würde ich begrüßen und fände es riesig, da dann aus dem zeitlich zurückgelassenen Schlachtfeld tatsächlich etwas großartiges entstehen könnte. Die Zeit wird’s zeigen…

Spider-Man: Homecoming (3D)

Einigen wird wohl nicht entgangen sein, dass sich Robert Downey Jr. höchstpersönlich dafür entschieden hat, aus dem Marvel-Universum auszusteigen, solange es noch nicht peinlich geworden ist. Seine Zeit war bei Iron Man, wo er sagenhafte Leistungen ablieferte und als Filmserienheld Reden von sich machte.

Danach holte man ihn immer an Deck, wenn man mal wieder eine funktionelle Zuschauerspritze brauchte, oder einfach, um das Coolness-Level etwas aufzufrischen und andere Superhelden besser dastehen zu lassen. Denn, sind wir mal ehrlich: Mit einer Person allein funktioniert das in unserem Supergiganten-Universum nicht mehr wirklich. Die Zeiten haben sich irgendwie geändert und die Geschichten von früher müssen heute einfach anders erzählt werden. Und da ist die Auswahl der Hauptdarsteller manchmal eine ganz wichtige Angelegenheit.

Zu Downeys Coolness gehört neben einer sensationellen Schauspielerleistung aber auch, dass man sich würdig von den Bühnen der Welt verabschiedet und nicht verkrampft versucht, bis zum Schluss Kasse zu machen und auf Teufel komm raus nochmal zu brillieren (so wie man es bei Tom Cruise in Die Mumie vermuten könnte).

Und statt zu zeigen, was für ein toller Hecht er ist, welche Brillanz und Größe an ihm verloren gehen wird, setzt er sich hin und überträgt dieses Level einfach gnadenlos auf den – meiner Meinung nach – besten Spiderman überhaupt: Tom Holland.

Hier zählt auch wieder, dass Marvel durchaus weiß, was es tut. Nach der sensationellen Niederlage von The Amazing Spiderman wollte man sich eine derartige Blamage nicht noch einmal geben und nahm deshalb vollständig die (kreativen) Zügel in die Hand, um einen Film zu kreieren, der von sich Reden machen wird. Und auf Holland ist die Rolle wie maßgeschneidert: Der Kerl bringt einfach alles mit, was es in heutiger Zeit braucht, um ein anbetungswürdiger Superheld zu werden: Er ist jung, süß, strotzt nur so vor jugendlicher Agilität und ist fesch in seiner Spielweise. Er geht neben den Schauspiel-Legenden keineswegs unter oder kämpft erbittert um Aufmerksamkeit, sondern spielt sich mit Tony Stark die Bälle zu, dass es nur so kracht. Die Synergie, derer die beiden sich bedienen, ist beispiellos. Es funkt – wie man so schön sagt – auf einer ganz anderen Ebene als erwartet.

Dazu trägt auch das Drehbuch und die ganzen Rahmenbedingungen bei: Man hält sich eben nicht mehr damit auf, eine bekannte Story jetzt nochmal zu erzählen, sondern setzt gewisse Vorkenntnisse voraus, die auch Nicht-Film-Kenner wissen sollten und steigt einfach gleich mit Vollspeed ein. Das macht aus dem Stück ein herrlich-neues, ebenbürtiges Iron Man-Abbild, dessen Elemente, die wir alle bis heute lieben, nun auf die nächste Generation übertragen werden.

Somit erlebt man als Zuschauer im Kino kein Revival alter Marotten, die einem das Gefühl geben würden, das Geld aus der Tasche gezogen zu kriegen, sondern erhält einen munter-heiteren Neustart in einem Universum, dass der Allgemeinheit bekannt ist und sich darum nicht länger an äußeren Erzählhistorien aufhält.

Und dieser Schachzug macht Spider-Man: Homecoming für mich zu dem besten Spider-Man überhaupt, der selbst sein Original noch übertrumpft. Genau wie auch schon bei The First Avenger: Civil War erkennbar war, dass Marvel noch ganz andere Trümpfe in der Tasche hat, hält man jetzt alte Versprechen und enttäuscht die Kinozuschauer ein weiteres Mal nicht

.kinoticket-Empfehlung: Sollte man sich als Fan der Saga bekennen, stellt sich einem gar nicht die Frage, ob man nun hier rein geht oder nicht.

Für alle anderen ist dies der exakt richtige Zeitpunkt, um damit anzufangen und sich bei Bedarf dann die alten Streifen nochmal im Heimkino zu Gemüte zu führen. Und derer gibt es ja mittlerweile einige.

Spider-Man: Homecoming trumpft jedenfalls nicht nur mit unglaublichem 3D und genialer Frische auf, sondern verzückt auch in Sachen Soundtrack, Humor, schnellem Schnitt und unglaublicher Erzählfreude, die einem das Leben für gute 2 ¼ Stunden so angenehm wie möglich macht.

Nachspann
✅ Üben wir einfach nochmal alle zusammen:
Ich darf in Marvel-Filmen niemals früher aufstehen.
Ich darf in Marvel-Filmen niemals früher aufstehen.
Ich darf in Marvel-Filmen niemals früher…
Ich glaube, irgendwann kapiert das auch der letzte. Und Leute: Auch hier beweist man wieder: Es ist ein neues Zeitalter angebrochen und die Jungs haben das tatsächlich kapiert und sind ihrer Zeit – selbst ganz zum Schluss – wieder weit voraus.

Kinostart: 13. Juli 2017

Original Title: Spider-Man: Homecoming
Length: 134 Min.
Rated: FSK 12

The Jungle Book (3D)

Das ich mich gern über Trailer auslasse und die geteaserte Variante davon weit besser finde, als wenn alles schon verraten wird, dürfte den Lesern dieses Blogs nicht entgangen sein.
Mit The Jungle Book hat man wieder eine solche Kombination ins Feld geworfen – ein Trailer, der unsäglich begeistert (gerade in 3D!) und einer, der so la la ist und in mir schon die Ängste hervorgerufen hat, die Deutschen hätten sich der Reinszenierung dieses Klassikers angenommen.
Wenn sowohl das eine als auch das andere auf dem Markt ist, befindet sich das Endprodukt dann irgendwo zwischendrin? Nach dem Lösen eines .kinotickets und der anschließend besuchten Vorstellung kann ich näheres dazu sagen.
Let’s go!
Auf den Plakaten wird mit “atemberaubend und in brillantem 3D” geworben und die Frage des Personals, ob sich der 3D-Aufpreis lohnt, kann ich hier ungeniert mit “Ja” beantworten. Endlich mal wieder ein Film, der Live-Elemente enthält und bei dem das 3D richtig fetzt. Und zwar so wirklich. Die räumliche Dynamik zerteilt das Kino hier in zwei Hälften: Die eine, die nicht im Saal ist und der ganze Rest. Leinwand und Saal verschmelzen miteinander und sorgen dafür, dass man sich als Zuschauer inmitten des Geschehens wiederfindet. Damit liefert man dem Kunden endlich mal genau das, was die Werbung verspricht: Ein brillantes 3D-Erlebnis der Extraklasse.
Die Geschichte um Mowgli mag wohl jeder kennen (ich gehöre wieder zu der Sorte, die in ihrer Kindheit damit verschont wurde), von daher vermag ich nicht zu sagen, ob man das Remake nun gut oder schlecht inszeniert hat und gehe damit als völlig unvoreingenommene Person an die Sache.
Die Tatsache, dass Mowgli hier mit Tieren spricht, mag anfangs etwas befremdlich und unprofessionell wirken, spiegelt schlussendlich aber genau das wider, was man sich heute im Alltag manchmal zu wünschen wagt: Die Sensibilisierung für die Natur und den Odem des Lebens. Damit wirft die Thematik schon fast ein historisches Licht auf das Machwerk, dessen Moral sich eher antiken Werten verschreibt, als in der Moderne als leuchtendes Beispiel für ein gutes Leben zu gelten.
Und vielleicht sollte man sich genau dieser Tatsache annehmen und damit beginnen, zumindest teilweise wieder darauf zu bauen, was die Hauptfiguren dieses Films dem Jungen zu vermitteln versuchen. Als Erwachsener fühlt man sich komplett zurück in seine Kindheit katapultiert, indem man dank 3D mitten in eine Welt gestellt wird, in der alles noch in Ordnung zu sein scheint und Probleme keine solchen mehr sind, vergliche man sie mit den Konfrontationen von heute.
Ob dieser Fakt nun unendlich gut tut, weil man genügend Zeit hat, die Umstände zu genießen und wenigstens für ein paar Minuten aus dem Grauen unserer Zeit gerissen wird, oder es einen eher zu Tränen rührt, weil man daran erinnert wird, was die Welt um uns herum irgendwo verloren hat, mag jeder für sich selbst entscheiden.
Tatsache ist, dass dieser Coup ein unglaubliches 3D-Meisterwerk ist, das sich in Sachen Technik absolut nicht zu verstecken braucht. Manch einer wird wohl auch bedauern, dass in puncto Inhalt etwas “schlendrianig” gearbeitet wurde und man sich ob der vielen Eindrücke und imposanten Szenen nicht so recht entscheiden konnte, in welche Richtung die Story nun fließen soll, aber das finde ich verzeihlich und stemple es eher auf die klassische Simplizität runter, deren Grundkonsens im ganzen Film gewahrt wird.
Schlussendlich sind es die eindrucksvollen Momente, das unglaublich genaue Darstellen großartiger Szenen, die überwältigende Imposanz, mit der die Bilderflut hier von der Leinwand donnert, die das Werk zu einem sehenswerten Stück Kinogeschichte machen. Der durchschlagende Büchererfolg wurde hier gefühlt wieder etwas außen vor gelassen, der dürfte allerdings auch jedem bekannt sein und braucht deshalb im Jahr 2016 nicht erneut erklärt und durchgekaut werden. Stattdessen hat man sich sehr präzise und mit unglaublich großartiger Hingabe zum Detail dazu verschrieben, hier zu beweisen, dass wir in einem neuen Kinojahrhundert angekommen sind, in der mit der Technik zu arbeiten so plastisch möglich ist, dass völlig neue Ebenen der Unterhaltung geschaffen und dem Zuschauer präsentiert werden können.
Insofern verbleibt mir, die eingangs gestellte Frage mit einem eindeutigen “Ja” zu beantworten, das Ergebnis ist irgendwo zwischendrin, bildet damit aber keineswegs Vorlage für einen Kinoflop und nähert sich auch nicht an die “Technik schlägt Inhalt”-Filme an, sondern liefert ein sehr gemütliches und auch soundtechnisch in sich vollkommenes Werk, bei dem sowohl Jung als auch Alt ihren Spaß haben dürften.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde von Disney werden sowieso eine Vorstellung besuchen und auch der Rest ist dazu eingeladen, sich die Geschichte optisch und technisch aufbereitet neu anzusehen.
Der große Griff ins Klo, den man bei dem schlechteren Trailer vermutet hatte, blieb Gottseidank aus und die überragende Begeisterung schlug bei mir auch nicht mit der Gewalt ein, die ich dem Teil zugetraut hätte. Dennoch bekommt man hier einen Film, der seine Botschaft ganz anders verteilen möchte und daher meines Erachtens auch nicht mit anderen verglichen werden sollte.
Als Kinofilm der Woche durchaus tauglich und im Rahmen der FSK-Empfehlung auch uneingeschränkt sehenswert!

 
Nachspann
ist wunderbar gestaltet und liefert auch hier wieder unbeschreiblich geile 3D-Szenen. Also sitzen bleiben, bis der erste Akt durch ist, danach darf man sich wieder der heutigen Zeit zuwenden und nimmt hoffentlich ein paar der angesprochenen Werte mit ins echte Leben rüber.

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