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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Jude Law

Captain Marvel (3D)

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© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Ach ja … es ist an der Zeit. Es ist an der Zeit, dass sich alle möglichen Insekten der Gestikulation, Politarisierung, des Gendering und der Gleichschalte aus ihren Nestern erheben und laut losbrüllen. Auf drei, okay? Eiinnnnns, zweiiiiiii …..

Oder wollen wir uns doch lieber dem Filmgenuss zuwenden?

Ja, Captain Marvel setzt Zeichen und erlebt somit den gleichen Anstrich, der auch schon die Oscar-Verleihung kaputt gemacht hat und der auch im Frauenwesen seine Unwut treiben wird: Man versucht “gut” zu sein und endet doch wieder in purem Trash. Zumindest, was das angeht.

Captain Marvel (ist Captain männlich oder weiblich?) ist der 21. Film des MCU, des Marvel Cinematic Universe, in dem – Gebetsmühle – bislang alles richtig gemacht wurde, was man nur richtig machen konnte. Entertainment pur, ein Meilenstein und Maß für Blockbuster und nicht umsonst die erfolgreichste Filmreihe aller Zeiten weltweit. Und nein, keine Übertreibungen, sondern alles nachprüfbar und anhand von Einspielergebnissen nachweisbar.

Und weil ihr eh zu faul seid, selbstständig nachzuschlagen: Dazu gehören bis jetzt folgende Teile:

Phase 1
Iron ManDer unglaubliche HulkIron Man 2ThorCaptain America: The First AvengerMarvel’s The Avengers

Phase 2
Iron Man 3Thor – The Dark KingdomThe Return of the First AvengerGuardians of the GalaxyAvengers: Age of UltronAnt-Man

Phase 3
The First Avenger: Civil WarDoctor StrangeGuardians of the Galaxy Vol. 2Spider-Man: HomecomingThor: Tag der EntscheidungBlack PantherAvengers: Infinity WarAnt-Man and the WaspCaptain MarvelAvengers: Endgame (letzterer wird dieses Jahr noch auf die Leinwand kommen).

Und man arbeitet bereits an Spider-Man: Far From Home, der dann das nächste Zeitalter einläuten wird. Dazu kommen Kurzfilme, Serien, Cross-Over etc. pp – das Ganze verhält sich genauso wie bei Assassin’s Creed: Die Hauptdinger stehen in jedem Regal und die vollkommen Gestörten sammeln sich dann über Jahre alles mögliche zusammen und kaufen die passenden Konsolen dazu, damit man das auch spielen kann, während man in seiner Assassin’s Creed-Bettwäsche liegt +hust+ ….

Wenn man jetzt auf das Tableau der obigen Filme sieht, entdeckt man so gut wie keinen nicht-durchschlagenden Kassenerfolg mit ein paar Schwankungen, aber im Großen und Ganzen: Oberste Liga, weltweites Interesse und mittlerweile ein Niveau, das schwer zu toppen sein wird.

Captain Marvel möchte das auch gar nicht, denn es handelt sich wieder mal nur um ein “Ruhig, Kleiner … ist bald so weit mit Endgame-Movie, das uns quasi wieder ins MCU stürzen lässt, ohne aber dafür ein Jahr der Bearbeitungszeit vom finalen Zerstörer zu kappen und stattdessen lieber was schlechtes abzuliefern. Genau diesen Fehler begehen zu viele Filmreihen: Zu wenig Produktionszeit zwischen den einzelnen Teilen und damit zu wenig Zeit, um es ordentlich reifen zu lassen und am Ende Ware zu liefern und nicht nur Kompromisse.

Es ist also nur ein “Luft holen”, ein Breathtaking zwischendurch, nichts weltbewegendes und trotzdem Oberste Liga.

Und nun kommen die Insekten.

“Wähh wähhh das ist der erste Film im Marvel-Universum, der sich um eine Frau dreht und der macht nicht alles so gleich geil wie Black Panther für die Schwarzen blabla wäh wäh wäh jammer jammer jammer.”

Frage (Vorsicht: Provokativ!): Vielleicht wollte der Film gar nicht Frauen erheben und sich um politarisierte Scheiße kümmern und alles den Bach runtergehen sehen, sondern einfach nur eine Zwischenstory abliefern, um die Wartezeit bis Endgame zu verkürzen? Vielleicht will er einfach nur unterhalten? Vielleicht sind Gendering und Blockbuster-Entertainment zwei völlig verschiedene Dinge?

Uhhhhhhh … entfollgggggggt dem Dämon!!!!! Er hat nicht alle gleich behandelt …… Kreuzigt ihn!!!!

Mal im Ernst: Sowas regt mich tierisch auf! Meine Fresse, wo landen wir, wenn wir wirklich überall und jedesmal das gottverdammte Siegel der Gleichschalte aufbügeln müssen und uns nicht einfach um das wesentliche kümmern können? Geht meinetwegen nach draußen und schaut euch George Orwell an, dann könnt ihr in eurer Traumwelt leben – zumindest im ersten Teil von 1984. Meine erstrebenswerte Zukunft sieht anders aus. Ganz ehrlich!

Also: Zurück zum Wesentlichen: Captain Marvel.

Und nein, ich reduzier das jetzt nicht auf irgendwelche verwuschelten Vierbeiner und lass alles andere den Bach runtergehen, dafür hat man auch hier wieder viel zu guten Humor aufgezogen, auch wenn der diesmal wirklich eine “Randgruppe” trifft und eben nur wirklich witzig ist, wenn man sich mit den Begebenheiten auch im wahren Leben etwas auskennt – dann aber sind die Takes umso genialer und haben eine Durchschlagskraft, die ich feiere.

Und ja, ich fand’s auch toll, dass endlich ein paar mehr Frauen die Oberhand kriegen und man hier beginnt, seine Blicke zu weiten, aber das erzwungene Bewerten anhand von irgendwelchen dümmlichen Kriterien ist einfach dumm. Lasst euch doch einfach eine Geschichte erzählen. Dieses zwanghafte “Ahhhh – da ist aber etwas nicht exakt gleichbehandelt! RAUS!”-Rumgetue lässt diesen Schritt nämlich eher wieder erzwungen wirken und befreit ihn von jedweder positiven Anhaftung, und das nervt am Ende einfach nur und ist tatsächlich ein Kreuzschwert im Rücken aller Fanatiker, die meinen, dass die Welt dadurch wirklich bessihr (-er darf ich ja jetzt nicht schreiben) wird.

Also:

  • Ja für das weibliche Geschlecht.
  • Ja für gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – geschlechtsunabhängig.
  • Ja für “Mehr Frauen dürfen in Hauptrollen in Filmen gesehen werden.”
  • Ja für “Sie sollen genauso viel dabei verdienen wie ihre männlichen Pendants.”
  • Ja für “Marvel wird nicht schlechter, wenn mehr weibliche Rollen vergeben werden.”

und damit sollte eigentlich alles diesbezüglich gesagt sein. Black Panther war geil, weil die Story gut war, weil der Dialekt eine Liebeserklärung an diese Kulturgepflogenheiten gewesen ist (ausschließlich im Original) und weil den Machern scheißegal war, wer schwarz oder weiß oder unausgeglichen oder blabla – da hat auch keiner rumgemeckert: “Möh, überhaupt keine Weißen zu sehen in dem Film!”, sondern es ging einfach um die Technik, die Welt, die Erzählung – und genau so sollte man es meiner Meinung nach auch mit Captain Marvel handhaben: Rein, berieseln lassen und die Show genießen!

Dass das Kino groß, größer, Marvelous-groß sein sollte, die Boxen Atmos, laut und dröhnend und der Platz möglichst so nah an der Leinwand, dass das gesamte Gesichtsfeld ausgefüllt ist, während man durch die 3D-Brille schaut, brauch ich an dieser Stelle ja nicht mehr erwähnen: War vor 21 Filmen so, ist jetzt immer noch so. Alles andere ist “Naja, hab schon besseres gesehen.”

Ganz ehrlich? Ich selbst war im Cinedom Köln und war total geflasht, weil’s dort einfach gepasst hat. Da hat man gar nix interessantes erzählen müssen, einfach nur die Größe und Wucht haben gereicht, dass ich mit Gänsehaut da saß und es einer der schönsten Momente dieser Woche gewesen ist.

.kinoticket-Empfehlung: Die Previews sind durch, die Mitternachtspremieren hoffentlich hinter euch und der Run ist eröffnet: Es geht weiter und man versüßt euch wieder ein bisschen die Zeit bis zum finalen Kampfschlag: Augen auf, Brille rauf, .kinoticket zurück in den Geldbeutel und Popcorn innen Mund: Dieser Film kann sich sehen lassen und hilft über das erbarmungslose Warten bis zu Avengers: Endgame hinweg.

Brie Larson macht eine gute Figur, erhebt jetzt den “Frauen-Kahlschlag” aber nicht zur Weltsensation auf, sondern ist einfach da und sorgt für einen tollen Film und einen weiteren Charakter im MCU, mit dem ab jetzt auch auf der Leinwand gespielt werden darf.

All das sollte nicht überbewertet, aber auch nicht unter den Teppich gekehrt werden – und bitte: Lasst endlich diesen Feminismus-Quatsch, wenn’s einfach nur um Unterhaltung geht. Wir lieben euch. Wirklich. Auch ohne den ganzen Bockmist.

Nachspann
✅ as always: Marvel heißt: Bis zum bitteren Ende sitzen bleiben, oder man verpasst den halben Film!

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Captain Marvel
Length: 124 Min.
Rated: FSK 12

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen (3D)

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© 2018 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
Wizarding World™ Publishing Rights © J.K. Rowling
WIZARDING WORLD and all related characters and elements are trademarks of and © Warner Bros. Entertainment Inc.

 

Es ist die heiß erwartete Filmfortsetzung aller Harry Potter-Fans: J.K. Rowling hat sich breitschlagen lassen und schreibt quasi für ihre Fans weiter: Phantastische Tierwesen ist entstanden.

Ich hab damit so meine lieben Schwierigkeiten. Fangen wir mal bei Potter an: Dort gab es einen Plan. In einem Film ist unglaublich viel passiert und wenn du quasi 30 Minuten zu spät ins Kino kamst, hast du dir den ganzen Film auch komplett schenken können. Die Dichte an Happenings ist unglaublich hoch und man hat gespürt, dass sie auf etwas ganz bestimmtes hinaus wollte. Auch, als in den späteren Teilen die Story dann erwachsener, düsterer wurde (was mir persönlich unglaublich zusagt), hat man gespürt, mit welchem Vorwärtsdrang und mit welcher intensiven Erzählkraft Rowling hier ans Werk geht um eben jenes zu vollenden.

Und es hat prima funktioniert. Die ganze Welt ist Amok gelaufen deshalb. Und tut es bis heute: Die Harry Potter-Wiederholungsvorstellungen sind fast gänzlich ausverkauft gewesen. Im Kino. Und das, obwohl die Teile schon jeder mitbeten kann und als VoD, Blu-ray, DVD und Buch zu Hause stehen hat.

Und das Teil hat ein fulminantes Ende und bricht damit den Stein und legt ein Siegel auf diese Geschichte. Fortsetzungen quasi unerwünscht.

Wie also soll man Phantastische Tierwesen etablieren, so dass der Zuschauer nicht vor den Kopf gestoßen wird?

Das hat beim ersten Teil noch wunderbar geklappt, da dieser für mich quasi mehr oder weniger den “Zusammenschnitt aller Zauberszenen der kompletten Harry Potter-Reihe” darstellt und somit einen immensen Unterhaltungswert hat. Das, was man in den Potter-Filmen teils noch vermisst, bekommt man in Phantastische Tierwesen mehr oder weniger am Stück geliefert und fühlt sich dadurch unterhalten, vergnügt und mit tollen Effekten und Einfällen geschmeichelt. Und es ging dabei mehr oder weniger genauso “schnell” zur Sache wie in den Vorgängerfilmen.

In der Fortsetzung spürt man jetzt, dass die Macher beginnen, jedes einzelne Zuckerkorn einzeln umzudrehen und quasi wirklich alles aus der Sache rausholen. Es wird gezaubert – und das auch mächtig und imposant, aber in meinen Augen eben viel zu wenig. Und viel zu langsam. Die Szenen füllen nicht mehr den kompletten Film, sondern sind selbst wieder nur solche “Drop-Elemente”, wie man sie aus anderen Filmen kennt: Anfangs-Swush, Mittelpunkt-Aufmerksamkeitssteigerung, Endkampf. Irgendwie fehlt dazwischen sehr viel und es fühlt sich trocken, roh, und langatmig an – und das sollte in einem grenzenlosen Zeitalter wie diesem mit derart viel Kohle in den Taschen eigentlich nicht passieren.

Der Film ist deshalb aber nicht schlecht, im Gegenteil: Er macht unglaublich Lust auf den Dritten Teil, der muss dann jedoch aber wieder liefern, damit die Leute nicht vom Zug abspringen, weil’s nur noch eine endlose Ausschlachterei von solchen Themen wird. Dieses bittere Gefühl, dass man diese Saga und Welt jetzt in Ketten zur Schlachtbank führt und quasi jeder einzelne 10-Minuten-Moment in einem 134-Minüter ausgeschlachtet wird, würde das Todesurteil für diese Art Filme bedeuten und aus ihnen genau das gleiche machen, was Twilight mit der Vampirszene angerichtet hat: Es wäre ihr gnadenloser Untergang.

 

.kinoticket-Empfehlung: Die Fortsetzung ist für mich ein wunderbarer Auftakt für eine neue Zauber-Reihe, die jedoch bedingt, dass man ab dem dritten Film wieder etwas mehr Geschwindigkeit liefert und sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruht: Die Schlachtbank, zu der man diese Welt ein wenig trägt, hat Blut an ihren Ecken und würde das Ende der Reihe bedeuten.

Dieser Teil macht unfassbar viel Lust auf eine Fortsetzung, fühlt sich selbst aber als eigenständiger Film etwas zu langatmig und “bürokratisch” an. So, als hätte man Rowling dazu gezwungen, weiterzuschreiben und sie übertüncht ihre Blockade, statt dass sie mit Lust und Hingabe ein Werk entwirft. Anschauen: Trotzdem im Kino im größten Saal den ihr finden könnt. Und unbedingt in 3D.

 

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, ist wie in den alten Potter-Filmen auch.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald
Length: 134 Min.
Rate: FSK 12 | PG-13

King Arthur: Legend of the Sword (3D)

Vorab und mega kurz zusammengefasst:
Trailer: Scheiße.
Plakat: Scheiße.
Thema: Oh Gott, nicht schon wieder diese dämliche Arthur-Sage, die schon gefühlte eine Million Mal + 7 Fortsetzungen oft erzählt wurde und jetzt wieder ausgebuddelt wird. Bitte nicht. Bitte bitte bitte nicht.

Dann: Männerabend. Ein prall gefüllter, großer Saal, Lautstärke bis zum Umfallen und nach dem Studiologo wars dann aus mit der Abneigung gegen diese Vorstellung und mir sind meine Augen fast rausgefallen => vor Bewunderung und Erstaunen!
Leute, echt jetzt? Ich meine, Guy Ritchie ist ein Genie und Könner seines Fachs, er weiß durchaus mit Menschen umzugehen und hat Erfahrung darin, wie man Stoff auf der Leinwand richtig erzählt, aber: Echt jetzt?
Wie zur Hölle schafft man es, einen Stoff, den absolut jeder schon mindestens 1000x gehört hat, so zu erzählen, dass man während des Films vor Spannung manchmal kaum mehr ordentlich im Kinosessel hocken bleiben kann?
Die Gewalt – diese bombastische Bildgewalt sucht seinesgleichen. Manche mögen sich noch zurück an die damals alles erschlagende Trilogie von Der Herr der Ringe erinnern und das Gefühl, jetzt cineastisch in einem epischen neuen Zeitalter angekommen zu sein. Meine Meinung? King Arthur – Legend of the Sword legt da nochmal ordentlich eins drauf und darf sich gerne mit der Trilogie messen – und gewinnt!
Die Effekte sind so dermaßen überragend, dass einem vor Staunen nur der Mund offen stehen bleibt und die brachiale Gewalt prasselt so schlagartig auf einen nieder, dass es kaum auszuhalten ist.
Dazu kommt dann der unverkennbare Stil von Guy Ritchie, der hier nicht nur in den Dialogen beweist, dass die Leinwand für ihn kein Ort ist, vor dem er kniend vorspricht und hoffentlich akzeptiert wird, so wie viele andere Filmemacher dies oft tun. Er ist dort nicht nur zu Hause, sondern hat das so dermaßen im Griff, dass man die Professionalität förmlich im Bauch spürt, während sie aus allen Ebenen von der Leinwand schießt. Ritchie versteht es, dem Film das gewisse Etwas zu verpassen und aus ihm tatsächlich einen Epos zu machen, der alle anderen Verfilmungen bisher in Grund und Boden tritt.
Meine Meinung nach der Vorstellung? Außer Die Nebel von Avalon hätte man allen anderen verbieten müssen, sich über dieses Thema zu äußern und gleich ihm das Regiezepter überreichen müssen, denn was hier rausgekommen ist: Wow!
Und wir reden hier von klassischem Stoff, den man ja nicht verändern darf, der immer wieder gleich erzählt werden muss und Tradition und bla und so … Fuck yourself! Diese Neuinterpretation dieser fast schon langweiligen Geschichte hat mich dermaßen gepackt … ich glaube, ihr spürt es ein wenig.
Und was auch herausragend war: Man trumpft nicht nur verbal auf und zieht hier die Leinen straff an (es gibt keine Filmlücken, kein “Wann geht’s endlich weiter”, keine Warteschleifen, sondern mal schneller mal weniger schnelleres Erzähltempo, aber dennoch konsequent Speed im Film), sondern haut auch beim Soundtrack und dem allgemeinen epischen Moment ENDLICH mal auf die Pranke und zeigt dem Kinobesucher, was Bildgewalt ist.
Wo andere immer so anfangen, mal an den Rippen zu kitzeln, man am ganzen Körper Gänsehaut bekommt, der Score anfängt aufzudrehen und man sich freut: Yeah, endlich wird’s episch….. bwaaaaaaaahhhhh schon vorbei. Hier? Dreht der Score nicht auf, sondern fängt gleich mit Maximum an und hält das Level konsequent … man wird umgerannt, in den Schwitzkasten genommen und in einem so brutal überwältigenden Momentum auf den Boden gehauen, dass man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Durchchoreografierte Kampfszenen, denen man folgen kann, ein unglaubliches (!!!) – wirklich absolut unfassbar räumliches 3D – und dazu eine tiefe, dunkle Aura, die diese Sage zu der besten meines Lebens macht – sofern man sie so erzählt, wie Ritchie.
Und dieses brachiale Momentum reißt nicht nach ein oder zwei Minuten ab, sondern bewegt sich ständig weiter und rollt walzend alles vor sich geschehene platt. Mal im Ernst: Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mann so stilvoll und überragend mit einem Schwert zwei Striche in die Luft ziehen kann, wie es hier gezeigt wird.
Überhaupt: Der Cast ist so extrem gut gewählt, jeder einzelne macht hier eine so gute Figur und ringt von mir tiefste Bewunderung und ehrwürdige Verneigungen ab – ich kann es echt jedem nur empfehlen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ich euch mit dem Text oben noch nicht geil genug auf die Vorstellung gemacht hab, dann eben nochmal: Scheißt auf die Guardians, die kann man sich hinterher immer noch auf ProSieben in der Free-TV-Premiere anschauen, King Arthur nicht, denn dazu braucht man das monumentale Soundsystem eines Megakinos und Personal, dass sich dazu verpflichtet fühlt, alles unter 80% Maximallautstärke konsequent zu verbieten.
Der Film schlägt ein neues Kapitel in der Geschichten epischen Kinos auf und erzählt eine tausendmal erzählte Sage völlig stilsicher, neu interpretiert und mit einem absolut bleibenden Eindruck auf eine Weise, wie sie die Welt bis dato noch nicht erlebt hat.
Also tut euch selbst den Gefallen und straft das Versagen der PR-Abteilung nicht durch Ausbleiben aus dem Film ab – ihr schadet euch damit nur selbst!

 
Nachspann
hatte keine weiteren Bilder, aber die braucht man hier nicht, sondern eher die angekündigten Filmreihe-Fortsetzungen, denn davon will ich garantiert mehr sehen! Viel mehr!

Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft

Nach ich glaube 100 Jahren verfliegt ja die Rechtebesessenheit von Werken, die dem Urheberrechtsschutz unterliegen. Böse Zungen könnten behaupten, dass Hollywood sich nun aufrafft und kontinuierlich die Geschichte von vor 100 Jahren konsequent verfilmt und dabei kein Detail auslässt.
Mit Genius, wie der Titel im Original treffenderweise heißt, kommt erneut ein Stück Zeitgeschichte auf die Leinwand, dass sich diesmal einem Thema widmet, das nicht sehr viel Krach erzeugt und somit in meinen Augen sehr schwer verfilmbar ist, um die actiongesättigte Gesellschaft tatsächlich zu erfreuen.
Der Film war anfangs sehr anstrengend und erzeugte auch sehr viel Unruhe im Saal. Man hat seine lieben Schwierigkeiten, in die Art der beiden Hauptdarsteller reinzukommen und mit ihnen warm zu werden, obwohl beide schauspielerische Höchstleistungen bieten.
Salopp gesagt muss man die ersten 20 Minuten des Films überleben, bevor der dann richtig anzieht und verdammt gut wird. Künstler und Menschen, die sich nicht von der Allgemeinheit nähren, sondern ihre eigenen Wege gehen, finden sich ein Stück weit selbst in dem Geschehen wieder.
Die Schwierigkeit besteht tatsächlich darin, dass es hier um ein Medium geht, dem normalerweise sehr viel Zeit gewidmet ist und wir in einer Gesellschaft leben, wo man genau dies so absolut nicht mehr hat. Dann ein Publikum zu fangen, was mit Vollkaracho in den Saal stürmt, es abzubremsen und zur Ruhe kommen zu lassen, damit es sich dem Wesen dieses Mediums näher widmen kann und sich auch tatsächlich auf die Geschichte einlässt, ist schwierig und sorgt eben in der ersten halben Stunde auch für regen Unmut in den Gesichtern unserer rasenden Gesellschaft.
Den Bogen kriegt man aber raus und holt den Zuschauer dann auch mit neuen Thematiken ab, die hier etwas ganz besonderes erzählen und zudem auch Einblicke in eine Welt geben, die man als Normalsterblicher auf diese Art sicher weniger kennen dürfte – und allein das ist bereits spannend.
Lobenswert zu erwähnen ist hier auch die Musik, mit der man im Film spielt und sie als eigene Persönlichkeit innerhalb des Geschehens etabliert. Die Aufnahmen sind nicht nur herausragend, sondern fördern eine neue Art von Wesenszug, bei dem man sehr viel mehr Kunstverständnis entwickelt, als so manch einer erwarten würde.
 

.kinoticket-Empfehlung: Menschen mit Stil, einem gewissen Anspruch, aber auch Leute, die sich einfach mal für ein paar Stunden aus ihrer Welt entführen lassen wollen, finden hier einen Ort der Ruhe und Geborgenheit, der eine ganz besondere Geschichte birgt, die neben viel Stress auch ein neues Verständnis für Dinge hervorruft, die an Normalsterblichen ungesehen vorüberziehen.
Der Film portraitiert in faszinierenden Bildern eine Form von Leben, das nicht alltäglich ist und bietet den Schauspielern eine hervorragende Möglichkeit, mit Worten, Gestiken und Mimik zu arbeiten – und dass das den beiden nicht nur sichtlich Spaß bereitet, sondern auch tatsächlich gelungen ist, beweist Genius demnächst auf den Leinwänden eurer Kinos. Reingehen!

 
Nachspann
beherbergt keine weiteren Überraschungen, man darf also nach draußen.

Spy – Susan Cooper Undercover

Dass James Bond als DAS Vorbild für Agentenfilme gilt, wissen mittlerweile ja nun alle.
Dass große Vorbilder immer mit Parodien gesegnet werden, auch.
Bei dem aufstrebenden Humorstern, den Melissa McCarthy gerne darstellt, war es also kein Wunder, dass auch sie eines Tages die Hauptrolle in einer Bond-Parodie spielen würde.
Da ich erst kürzlich in den Genuss von Get Smart gekommen bin, waren meine Ansprüche natürlich segensreich gefüttert und dementsprechend “Angst” hatte ich, mir diesen Film hier reinzuziehen.
Darum auch die Fun2Night: Da ist der Saal voll, es gibt Verlosungen und man hat wenigstens jede Menge Mitlacher im Saal, auch wenn es nicht komisch ist. Mit mehr Leuten im Kino macht es einfach mehr Spaß.
Meine Ängste waren unbegründet. Dass das ganze Pulver schon im Trailer verschossen wurde, so wie bei Der Kaufhaus Cop 2, ist hier so absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: Spy macht tierisch Spaß und ist zu keiner Zeit derart dämlich, dass man sich dafür fremdschämen müsste.
Klar sind wir in einer Zeit angekommen, in der intellektueller Humor nur noch selten auf den Plattformen der Allgemeinheit zelebriert wird, hier wurde jedoch sehr präzise darauf geachtet, witzig zu sein – und zu bleiben. Der Film führt galant durch die Ebenen der CIA und bietet dabei so richtig was zum Lachen. Ob es die Unbeholfenheit von McCarthy ist, die sich manchmal mit Worten, manchmal mit Taten aus ihrem Schlamassel zu reißen versucht, oder das proletenhafte Rumgetue von Statham, der mit seiner Angeberei ständig für Lacher sorgt – man hat die ganze Spielzeit über was zu tun und wird trotz Parodie-Label als Zuschauer nicht verarscht, sondern für voll genommen.
Hier wird feinfühlig eine Welt geschaffen, die mit ihrer charmanten Darstellung Bond schon fast das Wasser reichen kann, auch wenn die Mutter aller Agenten niemals diesen Platz hergeben würde.
Sei’s drum: Es hat richtig Spaß gemacht und ich werde ihn mir mit Sicherheit noch einmal anschauen. Und genau das solltet ihr auch tun.
 

.kinoticket-Empfehlung: Reingehen! Man muss Bond nicht mögen, um McCarthy zu lieben. Hier stimmt einfach die Zusammenstellung der Stars, der Gags und das ganze Ambiente rundrum, um für einen wirklich gemütlichen Kinoabend zu sorgen, bei dem herzlich gelacht werden darf.
Der Clou, hier sowohl dieses also auch jenes humoristische Vergnügen zu bedienen, wurde professionell vollzogen und der Film bleibt spannend bis zum Schluss.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Auch nach dem Schluss. Da kommt noch mehr.

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