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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Judi Dench

Mord im Orient Express

Dass Agatha Christies Werk seit jeher eine faszinierende Anziehungskraft auf seine Kundschaft ausübt, ist wohl einer der Gründe, weshalb gerade diese Pressevorführung eine der meistbesuchten dieses Jahr war. Zumindest kam mir das so vor, denn noch nie habe ich so lange im Foyer auf die Anmeldung warten müssen.
Zu recht. Nicht nur das Buch als solches oder bereits die alte Verfilmung haben in voller Größe überzeugt, sondern auch die Modernisierung dieses Meisterwerks braucht sich keinesfalls hinter irgendwas zu verstecken.
Das beginnt bereits beim Cast, der sich wie ein Who is who aus Hollywood runterliest: Und dabei bringt keiner irgendwelche Klischees seiner Statur oder sonstigen Werke mit ins Boot, sondern alle passen sich dem wunderbaren Look & Feel vom Orient Express an und steigen nicht aus der für sie vorgesehenen Bahn aus. Und gerade das ist etwas, das ich von Anfang an bestaunt habe: Man wusste, was man wollte und hat es einfach gnadenlos durchgezogen: Zurück in diese Zeit, zurück in den Orient Express – aber bitteschön mit unseren technischen Hilfsmitteln.
Und es raucht aus dem Schornstein der Güte und der Zuschauer wird bombardiert mit einer Atmosphäre, die dem edlen Anmut seiner Zeit alle Ehre macht und die Menschen wieder mit Respekt, Ehrfurcht und ritterlicher Ehre ausstattet, die man heutzutage oft so sehr vermisst.
Ob die Botschaft auf Moralbasis dann tatsächlich noch mit dieser Härte in heutiger Zeit angenommen wird, wie sie damals von den Leinwänden runterschrie, wage ich zwar zu bezweifeln, aber als Fan jener Tage, die ich niemals erlebt habe, ist es einfach nur herzerweichend, sich zurück in eine Zeit zu begeben, in der all dies möglich war und man dieser Ehre auch im Alltag noch gegenwärtig begegnete.
Und es funktioniert: Der Soundtrack wummert erhaben in den Boxen und führt durch den Hintergrund, die Kameraführung kennt Pietät, der Show-Voyeurismus wurde noch nicht geboren und der Anstand hatte Hochkonjunktur. In dieses Verhalten passt sich jeder mit seiner Größe ein und verschafft damit diesem Werk einen Monumental-Status, der in heutiger Zeit den Unterschied ausmacht und Mord im Orient Express aufs Siegertreppchen der Modernisierungsfilme hievt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Filme wie dieser ölen den Weg aus der Seele zum Herz und verschaffen jedem Filmfan ein Höchstmaß an Glücksgefühlen.
Überschwemmt von Anmut, Pietät und Ehrgefühl fährt man im vollbesetzten Zug Richtung Erkenntnis und es macht auch heute noch ungemein viel Spaß und ist zu keiner Zeit langweilig.
CinemaxX Afterwork am 14. November 2017 nutzen oder ab 9. November 2017 definitiv rein da.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 9. November 2017

Victoria & Abdul

Es gibt zwei Fakten über Judi Dench:
Erstens: Wir alle lieben sie seit spätestens ihrer legendären Rolle als M in den James Bond-Filmen.
Und zweitens: Sie kann verdammtnochmal schauspielern!
Und da ist Victoria & Abdul keine Ausnahme. Was sie hier raushaut, ist grandios. Begleitet von Ali Fazal, der mir persönlich nichts sagt, mich jedoch angesichts des unglaublichen Drehbuchs und der wahren Geschichte dahinter von Anfang an sofort begeistert hat.
Ja, die übliche “has been dramatized for purposes”-Meldung stand auch in diesem Film wieder im Abspann. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass man eben jene Tagebücher 2010 gefunden hat und nun mit Victoria & Abdul eine schier unfassbare Story hinter den Kulissen des britischen Empire der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht – und das auf eine höchst unterhaltsame und extrem berührende Weise.
Der ganze Film ist teilweise so unfassbar, dass man glaubt, man würde hier verarscht und es würden einem irgendwelche Ammenmärchen vorgesetzt, die einfach nur gut schmecken sollen, weil es sich im Kino halt gerade deshalb anbietet. Sobald man aber etwas Recherche betreibt, stellt man schnell fest, dass jene Personen tatsächlich existiert haben und hier im großen Ganzen tatsächlich all das so geschehen ist – was die Sache als solches einerseits mega interessant für einen Film macht und andererseits dafür sorgt, dass man vor lauter Staunen oft den Mund nicht mehr zukriegt.
Wo auch immer der Streifen gezeigt werden wird: Sichert euch .kinotickets und besucht eines der Lichtspielhäuser, ihr werdet garantiert einen emotionsreichen Abend erleben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Dinge sind manchmal echt unfassbar und dennoch tatsächlich passiert, was Victoria & Abdul zu einer unglaublichen Geschichte macht, die man unbedingt gesehen haben sollte.
Dank unserer schnelllebigen Zeit bietet es sich daher an, diese Story in einem Kino und nicht im TV zu konsumieren, da man sich hier noch vollständig auf den Film einlassen kann und ziemlich störungsfrei verfolgen, was sich vor vielen Jahren so ereignet hat.
Definitiv eine Perle des Kinos, die sowohl Lachsalven als auch zutiefst empfundenes Mitleid in einem Werk vereint.

 
Nachspann
Mitnehmen – ist ziemlich wichtig und haut nochmal einen oben drauf.
Kinostart: 28. September 2017

(Trailer) Mord im Orient Express

Bereits die ersten Szenenfotos waren extrem vielversprechend und der Cast liest sich runter wie Butter: Die Rede ist von Mord im Orient Express, den so mancher vielleicht noch aus Uralt-Tagen kennt.
Der dazu passende Trailer am Sonntag folgt auf freiem Fuße:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=alLVEwHkMVw?rel=0&w=560&h=315]
Rätselraten, präsentiert von © Twentieth Century Fox
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Weil’s ein Klassiker ist, dessen Drehbuchgenialität ja bereits bekannt ist und den Fox garantiert nicht lieblos erneut auf die Leinwand klatscht. As said before: Die ersten Szenenfotos sind beeindruckend und machen übelste Lust auf mehr. Wieder einmal fällt einem das Warten schwer…
Und dann wären da noch:

  • Ridley Scott
  • Penélope Cruz
  • Willem Dafoe
  • Judi Dench
  • Johnny Depp
  • Derek Jacobi
  • Michelle Pfeiffer
  • Josh Gad

… und viele mehr. Braucht’s noch mehr Gründe, um ins Kino zu gehen? Mich hattet ihr bereits beim Titel …
 
Kinostart: 23. November 2017

Die Insel der besonderen Kinder (3D)

Was soll jemand wie ich über einen Film wie diesen sagen?
Tim Burton.
Reicht das?
Im Trailer wird dazu eingeladen, in magische Fantasiewelten einzutauchen und die Realität hinter sich zu lassen. Es funktioniert.
Nicht nur, dass Burton wieder einmal einen Geniestreich abliefert, sondern die Eindrücke – ob nun audiovisueller oder tatsächlich bildhafter Art – setzen sich im Gehirn nieder und beginnen zu brüten. Der Trip, auf den man hier geschickt wird, ist nicht nur unbehaftet von anderen Inspirationen, sondern birgt wieder extremes Unterhaltungspotenzial, das nicht verschenkt, sondern genüsslich Stück für Stück ausgekostet und an den Zuschauer verteilt wird.
Dass Burton auch oft Kinder dazu einlädt, an seinen erzählerischen Machenschaften teilzuhaben, darf man bei Die Insel der besonderen Kinder gerne mal außer Acht lassen, denn der Stoff ist für die Jüngsten fast schon zu starker Tobak, dafür aber für das erwachsenere Klientel mega gut geeignet, um sich für eine Weile aus dem Alltag entführen und in eine gänzlich andere Welt schicken zu lassen.
Und ja, diese Reise funktioniert wirklich. Schon bald beginnt man, mit den Unnatürlichkeiten der Story zu harmonieren und erlebt sich selbst, wie man in einem Boot der Gefühle auf einer See umhergeschaukelt wird, die man vorher weder kannte, noch beherrschte. Und nicht nur der visuelle Anspruch sucht hier Menschen, deren Kopf noch funktioniert, sondern auch die inhaltlichen Pointen erfordern Denkenskraft, um die richtigen Parallelen zu unserer Welt zu ziehen und die richtige Moral davon mit in den Alltag zu kopieren.
Für mich persönlich war jedoch die visuelle Bildgewalt der ausschlaggebendste Punkt, weshalb man sich diesen Film im Kino anschauen sollte: Die Eindrücke beflügeln und lassen selbst Werke wie Big Friendly Giant (3D) ungeschlagen hinter sich – und das soll was heißen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier darf jeder unüberlegt reinspazieren, der Märchen, fantastischen Erzählungen und der Magie des Lebens etwas abgewinnen kann.
Dass hier ein Profi am Werk sitzt, braucht nicht weiter erwähnt werden, dass der sich jedoch wieder einmal selbst übertroffen hat, wäre Grund genug, andere Vorstellungen sausen zu lassen, um Die Insel der besonderen Kinder zu durchleben und nicht nur am grandiosen 3D seinen Spaß zu haben.

 
Nachspann
nur Namen und Berufsbezeichnungen und nichts magisches – auch hinterher nicht.

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