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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Justin Theroux

Bad Spies

The Spy Who Dumped Me … wie der Titel im Original heißt, lässt wieder einmal durchblicken, welch einflussreicher Meisterschlag James Bond-Filme seinerzeit bereits waren. The Spy Who Loved Me aus dem Jahre 1977 gilt als Anspielungsvorbild, auf das hier Hommage-Abgesänge gesungen werden, indem man das Meisterwerk als Trittbrett nutzt und darauf eine “Bad”-Version gründet, die in die moderne Zeit passt und jeglichen Anspruch auf Seriösität aufgegeben hat.
Mila Kunis gilt sowieso nicht als die Top Triple Star-Favoritin im Showbusiness, sondern spielt in einigen Filmen mit, die von vielen so als “mittel” bewertet werden. Jupiter Ascending war sogar ein Flop und auch in Bad Moms fanden sie viele zu schlecht.
Ich finde, sie trägt eine gewisse Unterschwelligkeit mit sich und spielt ihre Rollen immer sehr glaubhaft und überzeugend. Das Tableau eines Weltstars möchte sie vielleicht gar nicht entern.
Der deutsche Titel Bad Spies erinnert auch nicht an ein Weltklassemovie, sondern trägt bei vielen eine Egal-Stimmung auf, was den inneren Weg zu viel Toleranz freischaufelt, mit der man gerne die Kinosäle betreten darf.
Bad Spies ist nämlich ein Film, der sehr viel Spaß machen kann, wenn man weiß, worauf man sich einlässt und sich damit auch abfinden kann. Diesen für Elitäre schwer überwindbaren Schritt einmal getätigt, ist der Weg frei für einige Lachsalven, da der Plot so selten dämlich ist, dass es echt Spaß macht, ihn sich anzuschauen. Vorhersehbarkeit hin oder her – es ist so dumm, aber funktioniert trotzdem hervorragend, weil die Mixtur des Films die absolut richtige ist.
Die Location Scouts haben hier ganze Arbeit geleistet und so ziemlich alles aus dem Planeten rausgeholt, was filmtechnisch möglich ist und der Streifen wartet zudem mit einigen hochintelligenten Überraschungen auf, die man in der Form niemals erwartet hätte.
Laber-Rhabarber kann jeder, aber dann auch liefern zu können, das verspricht dieser Film zwar nie, tut es aber, was immens beeindruckend ist. Man merkt, dass hier keine Ernsthaftigkeit gewollt ist und ich glaube sehr stark, dass alle Beteiligten am Film ungemein viel Spaß hatten, das sieht man z.B. den Stunt-Men total an. Diese Irrwitzigkeit und der Wahnsinn, den man hier aufleben lässt, zieht alles durch den Dreck, was sich in dem Metier finden lässt – und das kann in einem vollen Kinosaal sehr viel Freude bereiten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Urteilt also nicht vorschnell, wenn ihr diesen Titel lest, sondern bereichert euch eines .kinotickets und lasst den Film einfach mal auf euch wirken – auch wenn vieles dumm wirkt, die Zusammensetzung stimmt und man merkt dem Film an, dass die Darsteller sehr viel Freude daran hatten.
Locations, Twist-Momente und einige Cast-Überraschungen inklusive erhält man hier ein abendfüllendes Ereignis, über das man hinterher vielleicht nicht mehr häufig spricht, dass für einen tollen Kinoabend aber sehr wohl tauglich ist.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht auszuharren, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 30. August 2018

The Lego® Ninjago® Movie (3D)

Dass die im fernen Osten nicht nur skurrile, schrillbunte Fernsehshows, sondern auch tiefgründige und lebensbejahende Filme für die Seele produzieren können, hat man hierzulande zumindest im Kino längst verstanden. Der Weisheit, die uns aus den asiatischen Legenden-Movies anstrahlt, ist jeder schonmal in irgendeiner Weise begegnet.

The Lego® Ninjago® Movie vereint hier gleich mehrere Aspekte in einem Film: Man setzt eine liebgewonnene Tradition fort, in der großartige Labels in den allseits bei Klein und Groß beliebten Lego®-Bausteinen nachgebildet und animiert werden, die parodistische Ansätze und viel Humor in einem unterhaltsamen Film vollziehen und baut gleichzeitig die Brücke vom westlichen Lebensleitsatz zum östlichen Verständnis für Werte und Gemeinschaft und bringt damit eine Hommage an die in Asien lebenden Kulturen auch auf die amerikanischen und europäischen Leinwände.

Das hört sich einerseits nach quietschendem Vergnügen und erstklassiger Unterhaltung für die jüngere Riege, aber auch nach Anspruch, Biss, Satire und viel Klamauk an, der die tiefgreifenden, durchdachten und ehrbaren Weisheiten der Asiaten nicht als Moralgrund voranstellt, sondern die Zuschauer viel eher liebevoll und geistreich dahin manövriert, wo am Schluss tatsächlich unfassbar großer Mehrwert liegt.

Der zynische Biss, den man in den teils dunklen Marotten des The Lego® Batman Movie erleben durfte, tritt hier wieder ein wenig beiseite und eröffnet das Spielfeld der etwas emotionaleren Bandbreite, die man sehr liebevoll und trotzdem erfrischend auslebt und damit – meiner Meinung nach – wieder eine sehr wichtige Botschaft in die Köpfe derer pflanzt, die sich auf dieses Movie einlassen.

.kinoticket-Empfehlung: Ein sehr erbaulicher Humorfilm mit ernsten Ansätzen, die ehrbare Grundsätze vom Wert des Lebens und der Gemeinschaft an die junge Generation weitergeben und damit sogar bildungstechnischen Mehrwert innehaben.

Als Fan der Lego®-Filme sowieso ein muss, auch wenn es diesmal wieder etwas ruhiger, dafür aber emotionaler zugeht.
Kinospaß ist definitiv garantiert.

Nachspann
✅ Wie aus den anderen Filmen bereits bekannt, lohnt sich auch hier wieder das voreilige Flüchten … nicht. Also schön bis zum Schluss sitzen bleiben.

Kinostart: 21. September 2017

Original Title: The LEGO® Ninjago® Movie
Length: 101 Min.
Rated: FSK 6

Girl on the Train

Das Buch hat in die Windeseile die Bestsellerlisten erobert, der Film klammert sich an den Erfolg und versucht, die Geschichte von Paula Hawkins zu verfilmen.
Die Erwartungen wurden im Trailer vielleicht etwas missverständlich angerissen, wer den großartigen Thriller erwartet, in dem es genauso heiß hergeht, wie zum Beispiel in den Adler-Olsen-Verfilmungen, der irrt.
Hier steht vor allem eine Feinfühligkeit im Raum, die Emily Blunt geradezu auf den Leib geschneidert ist. Sie trägt den Film durch ihre Art zu Schauspielern in großen Teilen und erschafft eine nahezu unrühmliche Aura, in der sich das absurde Geschehen abspielt.
Was mir immer wieder etwas im Hals gekratzt hat, war die faktisch nicht greifbare Bosheit, die man in einem solchen Film erwartet und nach allen Regeln der Kunst ausgelebt sehen will. Dieser Umstand selbst sorgt aber auch schon wieder für Unbehagen in den Mägen der Zuschauer, das wiederum sehr gut zum Allgemeinzustand des Films passt und damit in seiner Weise auch richtig produziert wurde.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der große Überflieger mit der offenbarenden Aufschlüsselung des Falls steht hier nicht gerade vor einem, wer jedoch solide Unterhaltung und gutes Schauspiel sucht, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt.
Die Undurchsichtigkeit, durch die sich Blunt auf ihrer Suche nach der Wahrheit gräbt, entfächert immer größere Abgründe, in denen schließlich das wahre Grauen gipfelt, dass das Buch so groß gemacht hat.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also entfliehen.

Zoolander No. 2

Filme mit Ben Stiller und Owen Wilson sind in der Regel von Natur aus schrill und überzogen merkwürdig. Wenn dann allerdings im Cast noch Leute wie Justin Bieber, Penélope Cruz, Katie Couric, Christiane Amanpour, Jane Pauley, Will Ferrell, Justin Theroux, Milla Jovovich, Joe Scarborough, Natalie Morales, Soledad O’Brien, Don Lemon, Billy Zane, Kristen Wiig, Kiefer Sutherland, Susan Boyle, Benedict Cumberbatch, Olivia Munn, Naomie Campbell, Willie Nelson, Katy Perry, Sting, Alexander Skarsgard, M.C. Hammer, John Malkovich, Anna Wintour, Alexander Wang, Marc Jacobs, Tommy Hilfiger, Kate Moss, Valentino Garavani, Dan Abrams, Mika und Rakim Mayers auftauchen, dann weiß man spätestens, dass es sich hier nicht um schrulliges altes Kino zweitklassiger B-Güte handelt, sondern ein Streifen generiert wurde, bei dem die Creme de la Creme sich zusammensetzt und ein Stück auf die Bühne zaubert, das Ansinnen, Edelmütigkeit und Esprit ausstrahlt: Zoolander No. 2. Und der Cast ist in meiner Aufzählung noch nicht vollständig!
Noch nie ist mir begegnet, dass im Abspann so oft Herself / Himself auf der linken Seite gestanden hat, wie in diesem Teil.
Mein Eindruck vom Film, der komischerweise nirgendwo angeteasert oder im Trailerpool der Filmindustrie aufgetaucht ist, war schlicht und ergreifend von dem Gedanken geprägt, dass sich die Mode- und Hollywoodgrößen hier zusammengetan haben, um der Welt etwas zu präsentieren, das sie nicht versteht.
Denn so doof und überzogen dämlich, wie man hier die Pointen der Geschichte darstellt, kann eigentlich gar kein Mensch sein. Das Problem dabei ist nur: Allein durch den gewaltigen Soundtrack und Filmscore schafft man es als Zuschauer absolut gar nicht, dem Glauben zu verfallen, hier wäre irgendwer nicht bei Sinnen. Schon in den ersten Minuten des Films denkt man: Bond bekommt Konkurrenz – und zwar gewaltige.
Ich habe mir den Spaß mal erlaubt und einem Freund ein paar Ausschnitte aus dem Score vorgesetzt, ohne ihm zu sagen, was das ist. Seine Reaktion: “Könnte aus einem Actionfilm oder einem anderen Filmepos sein.”
Right. Denn die Ohren gewöhnen sich nicht nur an das Mission: Impossible-Gefühl, sondern suhlen sich geradezu in dem professionellen Wahnsinn, der uns in farbigen Bildern hier auf der Leinwand begegnet.
Und diese Form von melodisch absolut größenwahnsinniger Kunst wird nicht von jedem verstanden. Aus diesem Grund spazierte auch der ein oder andere Zuschauer mit ärgerlicher Miene mitten in der Vorstellung plötzlich aus dem Saal und kehrte nicht wieder.
Und das ist auch mein Empfinden: Dieser Film wurde für Menschen wie Karl Lagerfeld gemacht und erinnert eher an den Governors Award als an die breite Masse. Hollywood feiert sich selbst und setzt dabei auf Kuchenstücke, die der Hansmüller von der Straße eben nicht kennt und auch nicht probieren will.
Verschwinden aus diesem Grund die Spielzeiten bereits wieder aus den Kinosälen?
Ich persönlich war inzwischen 2x drin und würde sofort auch noch ein drittes Mal gehen, denn eines ins ungeschlagen: Das musikalische Erlebnis und die ungezwungene Form von skurriler Kunst.
Und davor ziehe ich meinen Hut – auch wenn die Story absolut dämlich ist – ist das riesengroße Klasse.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier trifft sich die Creme de la Creme zur fürstlichen Abendgala und feiert sich selbst: Zoolander No. 2 ist nicht nur selbstironisch, sondern fährt mit einer Entertainmentproduktion auf, von der sich viele Abendshows eine große Scheibe abschneiden sollten.
Allein der Soundtrack ist es wert, sich diesen Streifen zu Gemüte zu führen. Auf den Rest muss man sich einfach einlassen und die unterschwellige Professionalität spüren, die Stiller hier mit seiner Produktion an den Tag legt.

 
Nachspann
hat ein ziemlich coolen Song als schrilles Musikvideo am Start, das man auf jeden Fall mitnehmen sollte. Danach kommt nichts weiter.

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