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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: kämpfen

Alita: Battle Angel (3D) (inkl. Gewinnspiel)

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© 2019 Twentieth Century Fox

So, und nun fehlen mir mal wieder die Worte und ich fürchte, dass dies einer der nächsten “langen” Beiträge werden wird, die einen ganz vergessen lassen, dass Twentieth Century Fox mal wieder ein gewaltiges Paket geschnürt hat, das ich an euch weiter verlosen darf. Mehr dazu findet ihr am Ende des Beitrags!

Beginnen wir mal mit dem Plakat und damit mit einer der wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich mal wichtig ist, zu schauen, von wem das hier alles eigentlich stammt: James Cameron.

Cameron zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsregisseuren und ich schätze nicht nur, welche Geschichten er zu erzählen hat, wie er sie erzählt, sondern auch, was er im Hintergrund alles für Kino getan hat und immer noch tut. Dieser Mann liebt Kino und verdient damit nicht nur sein Geld.

Schaut man sich seine vergangenen Werke an, findet man Filme, die weltweit und zeitlos in den Top-Rängen der besten Filme aller Zeiten rangieren. Cameron hat die zwei erfolgreichsten kommerziellen Filme überhaupt verbrochen, ist Erfinder bahnbrechender Techniken und Möglichkeiten, die das Gefühl auf der Leinwand mehrfach revolutionierten und ist damit einer der “ganz großen”.

Auch in Sachen 3D haben wir ihm viel zu verdanken: Mit Avatar – Aufbruch nach Pandora hat er 3D quasi für die Kinos “erschaffen” und extrem viel in die Verbreitung und Weiterentwicklung gesteckt, die mehr oder weniger dieses Feature überhaupt für Kinos interessant gemacht hat. Wenn 3D, dann James Cameron-3D – und ja, ich habe bereits die .trailer mit einer derart heißen Vorliebe erschnüffelt und immer wieder genossen, wenn er dann endlich mal wieder im Vorprogramm gezeigt wurde, denn das 3D ist brachial und lässt alles andere wieder weit hinter sich.

Hier spürt man das Echte, das Tiefe, das Wahrhaftige… kein gerendertes Nachgeäffe oder Möchtegern-“Aber-das-ist-doch”-3D, sondern PS unterm Arsch, dass es nur so kracht.

Und ja, setzt euch nach vorne! Je weiter ihr an der Leinwand hockt, umso granatenmäßiger fliegen euch die Gegenstände um die Ohren und je größer die Leinwand ist, umso besser!

Und der Film macht den Versprechungen wieder mal alle Ehre! Hier kracht, was das Zeug hält und man landet in einer Steampunk-Welt, die den Wunderwerken, die man von Cameron gewöhnt ist, in nichts nachsteht.

Man findet wirklich alles, was man sich nur erträumen kann: Einfälle, Ideen, Detailreichtum, ausgearbeitete Kulissen, fertige Kreaturen, Charaktere, die nicht im Vorbeigehen gezeichnet wurden, eine Story, die laut nach mehr schreit und Schauspieler, die man nicht zwingend alle kennt: Auch hier wurde alten Traditionen Ehre gemacht und frisches Blut auf die Leinwände gebracht, die damit eine Chance für eine wundervolle Karriere vor sich haben.

Und nun paart sich dieser westliche Regisseur mit der amerikanisierten Verfilmung eines Themas, das östlicher nicht sein könnte: Mangas. Alita: Battle Angel ist im Anime-Sektor zu Hause und dort auch nicht unbekannt. Das ist der Punkt, an dem Autoreifen im Gullideckel hängen bleiben können: Hier kommen die Kritiker und Manga-Fans zum Einsatz und schreien normalerweise nach “Geht gar nicht” und so weiter … aber auch hier kann ich wenig entdecken, das diesen Film weniger interessant machen würde. Die Umsetzung ist mega durchchoreografiert, man hat sich so viel Mühe gegeben, hier etwas von Belang an die Kundschaft weiterzureichen, das mir eher Respekt abverlangt statt Kritik über die Tische rollen zu lassen.

Im .trailer haben wir bereits einen guten Einblick bekommen, was auf einen wartet – und auch, wenn man das Ding auswendig mitbeten kann: Der Film wird deshalb nicht langweiliger oder zerstört, sondern erhebt sich als Epos am Himmel der Kinos, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt mir: Wenn ihr diesen Titel auf euren .kinotickets stehen habt, dann war euer Abend ein berauschendes Event, dass nicht nächste Woche wieder vergessen ist, sondern von dem ihr auch nächstes Jahr noch erzählen werdet.

Fanschwarm, weil ich hier verlose und irgendwie von Twentieth Century Fox gekauft wurde?

Nope – ich schreibe weiterhin aus freien Stücken und verdiene hieran keinen Cent, damit genau das niemals passiert. Im Gegenteil: Das kostet mich sogar ne Menge Geld und ich gebe es gerne aus, weil ich – genau wie James – Kino liebe und es jedem von euch wünsche, solch ein Event endlich mal wieder zu erleben.

Producer James Cameron and Director Robert Rodriguez on the set of ALITA: BATTLE ANGEL. Photo Credit: Rico Torres.

© 2018 Twentieth Century Fox

G E W I N N S P I E L

Und damit das meine Leser können, ohne tief in die Taschen greifen zu müssen, gibt’s nun wieder ein fettes Fanpaket zu gewinnen: Twentieth Century Fox hat für euch nämlich 5x 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) ausgemacht und obendrein gibt’s noch 2 megacoole Poster zum Film dazu, die ihr euch in eure Zimmer hängen könnt, um das Kinoerlebnis wie im Fotoalbum früh beim Aufwachen nochmal zu erleben.

Und das beste ist: Die Kinos sucht ihr aus! Einfach mit den Verleih-Gutscheinen an die Kinokasse gehen und diese dort gegen 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) tauschen. Damit seht ihr das 3D-Spektakel auf Kosten von Twentieth Century Fox und werdet quasi indirekt von ihnen ins Kino eingeladen! Was will man mehr?

Wie ihr gewinnen könnt?

Kommentiert unter diesem Beitrag, ob ihr Filme grundsätzlich lieber in 3D oder in 2D seht und warum. Was gefällt euch an dieser Technik und welche Filme habt ihr evtl. schon in 3D gesehen und wie fandet ihr diese?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, den 17. Februar 2019 eingehen, entscheidet das Los und der Gewinner / die Gewinnerin wird von mir per E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt also zwingend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit die Karten und Poster rechtzeitig bei euch eingehen.

Das Gewinnspiel wird von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestiftet. Es gelten die üblichen Bedingungen. Die Auswertung findet von mir persönlich statt und keinerlei Daten werden an fremde Institutionen oder ähnliches weitergegeben, sondern alles händisch von mir ausgewertet und nach dem Versand gelöscht.

Nun wünsch ich euch viel Glück, freue mich auf eure Kommentare und kann es kaum erwarten, bis der Film endlich in den Kinos startet: Ich werde definitiv wieder reingehen. Und ihr?

.kinoticket-Empfehlung: Vom Quasi-Schöpfer des 3D aus der japanischen Manga-Szene aufgeschnappt und als Leinwand-Epos mit neuem Leben versehen entdeckt man hier einmal völlig neu, wozu Kino überhaupt fähig ist!

Dieser Film macht einen Heidenspaß, liefert eine bombastische Welt und sorgt schon jetzt für mächtig Furore.

Die Steampunk-Welt ist großartig und detailverliebt gestaltet, die Action kracht gewaltig und das 3D ist so, wie es sein soll: Makellos! Wer den nicht im Kino sieht, macht einen gewaltigen Fehler – und Twentieth Century Fox spendiert sogar die Karten – einfach beim Gewinnspiel teilnehmen und etwas Glück haben!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Alita: Battle Angel
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Manhattan Queen

© 2019 TOBIS Film GmbH

Filme mit Sängerinnen in den Hauptrollen erwiesen sich in der Vergangenheit oft als Rohrkrepierer, nach dem Motto: „Sie kann singen, aber nicht spielen und man kuckt den Streifen nur aus Respekt vor der Person, weil man ihr Musik-Fan ist“.

Nun so prominent Jennifer Lopez auf dem Cover zu platzieren und dann noch einen so auf „lustig“ gebügelten .trailer in die Kinos zu werfen war sicherlich deshalb Strategie der PR-Planer, weil sonst kaum jemand für den Film Interesse zeigen dürfte und man einfach wollte, dass die Leute massenhaft in den Streifen rennen.

Ehrlich gesagt hat mich das ziemlich abgeschreckt, den Film überhaupt sehen zu wollen und andererseits hab ich im Gespräch mit vielen bereits so Sätze zu hören gekriegt wie „Das kuck ich mir erst recht nicht an, weil ich so ein Geblödel definitiv nicht brauchen kann“.

Dabei ist der Film alles andere als Rumgeaffe, sondern bewegt sich in sehr leisen, ernsthaften, fast schon melancholischen Tönen, die hier zwar das Drehbuch nicht komplett neu erfinden und keine geistreichen Plot-Streiche aufs Toastbrot der Leinwände schmieren, allerdings einen Film kredenzt haben, der zu unrecht als Lustig-Molch abgestempelt wird und den ich mir tatsächlich noch einmal gerne ansehen möchte.

Die Thematik ist beinahe ernst, fast schon tragisch-dramatisch und ich verstehe nicht, wieso man davon im .trailer so absolut nichts durchblicken hat lassen, denn dann wären sicherlich viel mehr Menschen interessiert gewesen, zumal Dramen in der Vergangenheit oftmals auch beim Massenpublikum sehr gut ankamen.

Steht doch einfach zu dem, was ihr gemacht habt und versucht nicht, ein anderes Bild in der Werbung zu zeigen – das ist unaufrichtig und wird in den meisten Fällen bestraft. Man kann quasi sagen, dass die lustigen Elemente alle bereits in der Vorschau verbraten wurden und man dann im Film dazu übergeht, eine ernsthafte und traurige Tatsache cineastisch aufzurollen und eine Lösung sucht und dabei extrem viele Denkanstöße liefert, die ein ernsthaftes Problem unserer heutigen Gesellschaft aufzeigen und möglicherweise dafür sorgen, dass hier und da jemand aufwacht und in Zukunft anders handeln möchte.

Natürlich kommen dann auch hier erwartete Gegebenheiten zum Tragen und man fährt mit den „üblichen Verdächtigen“ auf, was die Handlungsentwicklung und Überraschungen angeht, was meines Erachtens aber rein gar nichts daran ändert, dass Manhattan Queen in seiner Gänze eher einem tragischen Drama gleicht, dass Gehör verdient und von Menschen gesehen werden sollte.

Ich weiß, ich selbst bin spät dran mit meiner Rezension, da dieser Titel bereits am 17. Januar 2019 angelaufen ist, aber vielleicht nutzt ja so doch noch der ein oder andere die Chance, bevor er wieder komplett aus den Kinos verschwindet. Wünschenswert wäre es.

.kinoticket-Empfehlung: Was euch vorab erzählt und gezeigt wurde, entspricht rein gar nicht den Tatsachen: Hier handelt es sich fast schon um ein Drama, dass sehr ernste und wichtige Töne anschlägt und damit Diskussionen entfachen sollte, die sich weiter mit dieser Materie beschäftigen.

J Lo‘s Problem dürfte nämlich nicht nur im Film existieren, sondern ragt weit in unsere Gesellschaft rein, wobei der Film massiv zur Lösungsfindung beiträgt und auch hier eher dramatische Szenen aufschlägt als im Comedy-Sektor zu punkten.

Nutzt die Chance und nehmt diesen Film noch mit, bevor er wieder ganz aus den Sälen verschwindet – er lohnt sich!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 17. Januar 2019

Original Title: Second Act
Length: 105 Min.
Rated: FSK 0

Solange ich atme

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst … und davon wurden in letzter Zeit so viele erzählt, dass vielen dieses “Nach einer wahren Geschichte” schon etwas zum Halse raus hängt.
Robin Cavendish zählt dabei aber nicht zu denjenigen, die einfach irgendwas erlebt haben und dann darüber berichten, sondern sein Wille und Lebensmut hat dazu beigetragen, diese Welt nachhaltig für viele weitere grundlegend zu verbessern.
Ob man sich dieses Werk nun besehen möchte, weil man Lust auf einen Liebesfilm hat, man einfach mal wieder etwas rührseliges braucht, Andrew Garfield oder Claire Foy mag oder sehen möchte, wie Tom Hollander in einer Doppelrolle brilliert: Es gibt viele Gründe, in diesen Film zu gehen.
Der für mich weitaus wichtigste: Zu sehen, wie eine einfache Entscheidung dazu beitragen kann, diese Welt aus den Fugen zu heben. Jeder, der nach der Vorstellung wieder aus dem Saal kommt, kann von sich behaupten, dass auch er etwas zugeben muss, dass ihm diese Erkenntnis bislang noch gefehlt hat, weil – sofern man Gottseidank nicht betroffen ist – man sich einfach viel zu wenig in diesem Metier auskennt.
Damit hat Andy Serkis einen Film geschaffen, der – getrieben von dem Willen des Sohnes dieser Hauptperson – die Geschichte dessen Vaters erzählt und damit der Welt einmal mehr erklärt, dass eben doch alles möglich ist, wenn man nur will.
 

.kinoticket-Empfehlung: Berührendes Drama, hochgradige Liebesgeschichte, inspirierender Quell: Dieser Film pusht durch so viel positive Lebensenergie, bricht dir gleichzeitig dein Herz und basiert dabei auf der wahren Geschichte von Robin Cavendish.
Für einen Kinoabend in dem Kino deiner Wahl definitiv das richtige – aber nehmt Taschentücher mit.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Saal darf geräumt werden.
Kinostart: 19. April 2018

Operation: 12 Strong

Wer hier schon eine Weile mitliest, wird erkannt haben, dass ich für kriegerische Auseinandersetzungen auf der Leinwand sehr empfänglich bin – und es mir dabei egal ist, ob daran ein historisches Ereignis oder einfach nur fiktive Einfälle geknüpft sind.
Meiner Meinung nach sollte man seine Diskrepanzen immer über künstlerische Mittel austragen und niemals zu echten Waffen greifen, um zurück zur inneren Zufriedenheit zu gelangen, da ich glaube, dass die schwerer durch echte Schüsse und viel mehr durch Verständnis, Interaktion und Durchleben verschiedener Szenarien in emotional ergreifenden Geschichten erreicht werden kann.
Und weil ich Ausnahmezustände liebe und generell für diesen “Soldat in Kampfanzug während des Krieges” sehr viel übrig hab, kribbelte es mir schon tierisch in den Fingern, als ich nur davon hörte, dass Operation: 12 Strong in die Kinos kommen soll.
Jerry Bruckheimer, allseits als Garant für Blockbusterkino bekannt, holte sich hier auch prominente Unterstützung aus dem Team von La La Land und Sicario ins Boot und liefert damit erneut eine Feuerwerksrakete amerikanischen Heldentums ab.
In der Zeit, als die Welt noch geschockt und gelähmt war, zogen 12 Männer los, um einen Angriff auf das amerikanische Volk zu rächen. Was sich im Plot ziemlich lahm runterliest, ist tatsächlich eine wahre, unveränderte und bislang geheimgehaltene Geschichte, die so erstmals an die Öffentlichkeit gelangt und euch demnächst auf der Leinwand verzaubern wird.
Dieses Machwerk erschafft durch seine Nähe zur Realität völlig neue Bezüge und lässt einen den noch nicht verjährten Krieg auf völlig neuen Ebenen erleben. Während des Schauens kann man oft gar nicht glauben, dass dies alles tatsächlich so passiert sein soll – was es aber ist.
Erstaunlich für mich war die einerseits voll ausgekostete Stille, in der man sich mit Momenten der Besinnung, Überlegung und menschlicher Philosophie auseinandersetzt, um das Wesen eines Krieges zu ergründen und zu höherer Erkenntnis zu gelangen, andererseits hat Bruckheimer aber auch wieder seine Stärken spielen und uns ein bombastisches Effekt-Feuerwerk durchleben lassen, dass in seiner Situation absurd und erstaunlich zugleich wirkt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Army-Filmen kommen hier ungeschoren auf ihre Kosten und kriegen weit mehr mit auf den Weg, als man klischeehaft erwarten würde.
Bruckheimer gesellt sich mit La La Land– und Sicario-Machern gemeinsam an menschliche Historie und erzählt eine völlig wahre und gleichermaßen unheimliche Story, die sich damals tatsächlich so zugetragen hat. Wahnsinn!

 
Nachspann
gibt Aufschluss über die wahren Helden dieser Geschichte, was zusätzlich belegt, dass dieser unfassbare Wahnsinn tatsächlich echt ist.
Kinostart: 8. März 2018

The Boss

Melissa McCarthy ist ein Fall für sich. Kennengelernt habe ich die Dame beim Zappen zu Mike & Molly, das ich aber auch nicht zu Ende geschaut, sondern eher dem typisch-normalen Fernsehtrott zugeordnet habe, der mich nicht groß weiter interessiert.
Auf einmal stattete mir diese Dame dann im Kino auf der Leinwand Besuch ab und holte sich so meine Aufmerksamkeit in Filmen wie Spy – Susan Cooper Undercover, der für mich Anlass war, meine Blu-ray-Bibliothek mit ein paar Werken von ihr zu bestücken, um ihre Karriere etwas näher beleuchten zu können um zu sehen, wie sich diese Dame macht.
Ich fand Voll abgezockt und fand es merkwürdig. Ich sah Taffe Mädels und ordnete es unter belangloser Normalität ein. Ich sichtete St. Vincent und empfand sie als eher störenden Faktor gegenüber Bill Murray, der hier als Hauptakteur auftritt. Keiner ihrer vorherigen Filme hat mich derart überzeugt, wie es Spy getan hat. Menschen entwickeln sich, entwickeln ihren Charakter, bilden sich weiter, lernen dazu. Vergangenes ist vorbei, auf zu neuen Ufern.
Dementsprechend gespannt war ich auf ihr neustes Werk: The Boss. Der Trailer beinhaltete wieder die typisch-verrückten McCarthy-Momente, die ihr Markenzeichen sind und sie irgendwo auch ausmachen.
Der Film war dann allerdings einfach nur enttäuschend. Hier und da mit ein paar ganz netten Gimmicks gespickt, über die man wirklich lachen konnte, zerreißt sich das Werk selbstständig in viele kleine Puzzlesteine, die allesamt nicht zusammenpassen und so ganz und gar nicht ein formvollendetes Werk von erster Unterhaltungsgüte abliefern.
Besagte Jokes wirken so aus dem Zusammenhang des Films gerissen, dass sie wiederum gar nicht mehr witzig sind, betrachtet man die Szenerie im Kontext zur restlichen Geschichte. Spaß dabei haben dürften wohl eher 10jährige Kinder, die in ihrem Leben bislang an Gürtellinien-Humor vorbeigezogen sind. Wenn dann allerdings innerhalb von 3 ½ Minuten 15x das Wort “Schwanz” und “Penis” fällt, ist diese Art der Unterhaltung wieder keineswegs für jüngeres Publikum geeignet und eine Freigabe ab 12 Jahren eher als fragwürdig anzusehen.
Und was dem Film außerdem meiner Meinung nach extrem fehlt, ist Geschwindigkeit und Flow. Die zu passierenden Dinge konnte man bereits im Trailer vorher ahnen, daher bleiben jedwede Überraschungen von z.B. meisterlicher Umsetzung und dennoch vorhandenem Überraschungsmoment einfach aus – was dazu führt, dass man sich einer fortwährenden Schleife von Längen entgegenstemmen muss, die das Werk mit seinen 99 Minuten Laufzeit zu einem unerträglichen Moment im Reiche des Kinos machen.
Der Humor ist absolut unterirdisch und lädt überhaupt nicht zum Lachen ein, sondern reiht eher einen nach dem anderen peinlichen Moment aneinander, der absolut belanglos und moralunstiftend ist. Würden oben erwähnte Kinder sich diesen Streifen mit etwas suchendem Geist ansehen, hätten wir in ein paar Jahren eine gesellschaftlich-relevante Masse an verblödeten, geistlosen, rücksichtslosen und dummen Menschen, die durch ihr Wahlrecht über Politik und das alltägliche Geschehen entscheiden – und diese Tatsache macht mir eher Angst als dass ich darüber lachen könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch Fans von Melissa McCarthy sollten sich hier überlegen, ob sie diesen Streifen wirklich ihren Freunden empfehlen wollen, denn Sinn, Moral, Unterhaltung oder irgendeine künstlich überzogene Darstellung der Realität sind hier völlig ausbleibend.
Die Show war eine reine Enttäuschung und man darf nur darauf hoffen, dass diese Art von Geldverdienen ein Kinoflop wird, der den Machern signalisiert, dass sie dieses in Zukunft bitte unterlassen und sich lieber anderen Dingen zuwenden mögen.
Daumen runter.

 
Nachspann
folgt mit Bildern und Outtakes, die allerdings auch nicht den Pep reinbringen, der z.B. im Fall von Fack Ju Göhte 2 nochmal einen oben drauf setzte. Das Desaster endet mit Fremdschämen und bitterer Enttäuschung.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (3D)

Der teils selbst spoilernde Trailer des zweiten Teils brachte mich dazu, mir Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth auf Blu-ray zu organisieren und zu schauen.
Kritiken im Freundeskreis verhießen nichts gutes und beim Schauen stellte sich bei mir auch eine gewisse “Was soll das”-Manier ein, denn so richtig schlau wurde man aus dem Gezeigten tatsächlich nicht. Erinnerte mich ein Stück weit an die geniale Cube-Trilogie, in der quasi auch kaum Auflösungen zu sehen waren, was das Gesehene durchaus spannend bleiben ließ und bis zum bitterbösen Schluss konsequent für mentale Folter sorgte.
Hier sind es halt keine Erwachsenen, sondern Kinder in einer Welt, die keiner versteht. Die üblichen Rudelkämpfe, ein paar Überflieger und viel Masse – zusammengerührt ergibt das einen Cocktail an Darsteller-Figuren, mit denen schon in der Bestimmung-Serie für Furore gesorgt werden sollte, was ja bekanntlich mächtig in die Hose ging.
Tja, was soll ich sagen: Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste macht an dieser Stelle in meinen Augen einfach alles goldrichtig.
Zum einen: Die Stimmung! Man ist sofort in der Geschichte, die einen nicht nur abtauchen lässt, sondern in der man schier ertrinkt. Auftauchen zur Oberfläche? Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten? Fehlanzeige. Kaum kommen die Darsteller ein wenig zur Ruhe, reißt dich der nächste Strom überwältigender Bilder und Kopfkino-Geschichten zurück in den Sog der Tiefe und offenbart das Grausamste aller Gefühle, das die Menschheit je hervorbringen konnte.
Der Action-Faktor in diesem Teil: Sensationell. Gepaart mit dem Beat des Soundtracks und den gezeigten Szenen hievt man hier nicht irgendwelche elektronischen Bauteile auf die Showbühne der Superlative, sondern erschafft eine Form von “Breaking Out”, die den Zuschauer in seinen Bann reißt und förmlich in alle Richtungen katapultiert. Es wird nie langweilig, es werden keine “Sich darauf einstellen können”-Pausen inszeniert, sondern gnadenlos abgeschossen, was abzuschießen geht. Grandios!
Der Soundtrack ist eine eigenständige Erwähnung wert. Hier wird schön düster und unaufdringlich die dystopische Zukunftsvision untermalt und geerdet durch die Spielzeit hindurch geführt, ohne dabei das Gefühl zu geben, man würde selbst in die Tiefen des Nichts abstürzen. Man ist niemals genervt noch wird man zeitweise von der Musik im Stich gelassen: Im Gegenteil – alles zur rechten Zeit in der rechten Menge und Länge – mit Bravour bestanden.
Die Kulisse beeindruckt zu jeder Zeit. Was sich die Macher hier einfallen lassen haben, um die unterschiedlichen Schauplätze richtig zur Geltung zu bringen, gepaart mit einem sensationellen 3D, das andere Produktionen weit in den Schatten stellt – genau für solche Filme wurde Kino in seiner Größe und Gloria erschaffen, um Zuschauern ein derartiges Erlebnis zu bieten, das sie weit aus dieser Realität rausreißt und so richtig tief in eine Geschichte wirft, die zu keiner Zeit Zweifel daran zulässt, als wäre sie nicht echt.
Die Laufzeit war viel zu schnell um und man hat nicht eine Sekunde daran gedacht, dass es noch ein Hier und Jetzt gibt.
Die Horror-Einlagen schocken derart wirkungsvoll, dass sich Filme wie The Visit noch eine große Scheibe davon abschneiden sollten. Stellenweise zuckte der komplette Saal zeitgleich von den Stühlen hoch. Schuld daran sicher auch die ehrwürdige Soundabstimmung und die entsprechende Lautstärke, in der der Film gezeigt wurde. Der Flow, mit dem hier die Zeit niedergetrampelt wird, sucht seinesgleichen. Ich dachte mir oft: “Ja, es heißt Maze Runner und nicht Maze Slowwalker”. Den Pitch nach vorne und das “Davonrennen” hat man gekonnt und meisterhaft in Szene gesetzt.
Zusammen ergibt das einen Film, der seinen Vorgänger nicht nur weit hinter sich lässt, sondern auch die letzten Zweifel ausräumt, hier nicht mit der Genialität eines Cube mithalten zu können. Selten so ein überzeugendes Actionkino erlebt, das eine Story erzählt, die so von anderen auch hätte kommen können, aber niemals derart perfekt aufeinander abgestimmt aufgetreten ist. Das What the Fuck-Gefühl bleibt auch hier bis zum Schluss bestehen, da es an Auflösungen nur so mangelt, was tierisch Bock auf den dritten Teil macht und somit eine grandiose Geschichte ruhmreich zu ihrem Finale trägt.
Can’t wait 4 it.
 

.kinoticket-Empfehlung: Rein! Und zwar so schnell als nur irgend möglich mit 3D-Brille bewaffnet in die Mitte des Saals setzen und Kino in Vollendung erleben.
Dieses Werk wurde geschaffen, um die tiefen Sehnsüchte und Bestimmungen von Kinosälen nicht nur zu beantworten, sondern zu ihrer Vollkommenheit zu führen. Action, Sound, Antrieb, Kulisse, 3D und Unvorhersehbarkeit: Hier stimmt einfach alles.
Das Zuschauen bereitet nicht nur Freude und unterhält, sondern man ertrinkt förmlich in der Tiefe der Geschichte, bei der keine Zeit zum Atmen bleibt, sondern man permanent auf Trab gehalten wird.
Adrenalin pur, Entertainment vom Feinsten wie es das Herz eines jeden Kinogängers begehrt. Mehr davon!

 
Nachspann
Manchmal reichen “letzte Sätze” aus, um genügend Vorabinformationen zu geben. Die Anfänge des Abspanns sind wunderbar 3D-animiert und zeigen noch einmal so richtig, wozu man heutzutage in der Lage ist.

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