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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Creed II: Rocky’s Legacy

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© 2019 Warner Bros. Ent.

Eines haben Legenden immer gemeinsam: Sie sind oben an der Spitze ziemlich einsam einem Sturm ausgesetzt, der extrem hohe Erwartungen fordert, die teils kaum noch zu erfüllen sind und weit über das menschliche Vermögen hinaus gehen.

Oftmals treten dann “jüngere Schauspieler” in die Fußstapfen von Meistern, an deren Vorgaben sie kaum heranreichen und die “Masterpiece-Legende” stirbt schon, bevor sie überhaupt begonnen hat, zu leben.

Creed als Fortsetzungs-Ableger der legendären Rocky-Verfilmungen war einer dieser Geniestreiche, die Sylvester Stallone ins Leben gerufen hat, um die Geschichte nobel abzugeben und selbst wieder in den Hintergrund treten zu können, jedoch merkt man auch im zweiten Teil der “Nachgeschichte”, dass er die viel größere Legende ist, als der Hauptdarsteller selbst. Und so etwas verurteilt quasi das Werk an sich schon von Anfang an zum Tode.

Michael B. Jordan hat auch im zweiten Teil nicht das, was ich als ein rühmliches Scheinen bezeichnen möchte, sondern seine Rolle bleibt blass und unstrukturiert, fast schon langweilig und unbeholfen und erzählt eben einfach einmal mehr den nicht besonderen Plot eines ganz gewöhnlichen Boxerfilms.

Der heimliche Favorit und in meinen Augen unterschätzte Star des Films ist Florian Munteanu, dem eigentlich nur die “Nebenrolle” gegeben wurde, der darin aber brilliert und einen hochedlen Glanz auf die Leinwand pfeffert, der alles andere des Films mit Leichtigkeit in den Schatten stellt. Das, was er hier zur Vollendung führen möchte, ist der Biss, den ich von Creed erwartet hätte, der jedoch eher “rumjammert” als zu liefern und damit dem Reigen der Langweiligkeit angeschlossen bleibt, während Munteanu abzieht und alles hinter sich liegen lässt.

Florian Munteanu beim Special Screening von Creed II: Rocky’s Legacy in München

Klar sind auch hier wieder gestählte Muskeln und unglaubliche Eigendressuren im Hintergrund notwendig gewesen, um derart gewaschenen Männerschweiß und edle Linien auf die Leinwand zu werfen – auch das möchte geschätzt und gewürdigt werden, auf beiden Seiten.

Fakt ist, dass das Publikum den Film trotzdem liebt und auch eine Woche nach Kinostart beim Abspann noch Applaus durch den Saal hallt, der einmal mehr beweist, dass die Welt dem Boxsport mehr abgewinnen kann, als ich.

Wenn ich aber vergleiche, dann ist die Legende weniger wert als der viel mehr hingebungsvolle Underdog, der im Polnischen auf die Bretter schickt und in meinen Augen die wesentlich bessere Aussage mit sich bringt. Hier fehlt mir dann doch etwas das Epische und man zögert sich zu zaghaft aus dem Plotende heraus.

.kinoticket-Empfehlung: DER Hingucker und Star des Films ist und bleibt für mich Florian Munteanu, der nicht nur den Plot, sondern auch seine Hauptdarsteller in den Schatten stellt und als Gegenspieler auf Platz 2 beweist, dass er eigentlich an die Spitze gehört und seine Hollywood-Karriere gerade erst begonnen hat.

Dieser Typ ist Bombe und haut einen nach dem anderen raus und liefert den Biss und die Schlagfertigkeit, die ich einem Boxfilm abgewinnen möchte und weder von Stone noch von Jordan geliefert bekomme.

Jürgen Prochnow als Sylvester Stallones Synchronsprecher einzusetzen, schließt zwar an die Nostalgie an, ist aber für die heute lebende Generation eher nicht so der geniale Schachzug, denn diese Stimme ist tatsächlich befremdlich und wirkt irgendwie “falsch”, auch wenn dieser früher seine Filme gesprochen hat. Wir sind mit einer anderen Stimme aufgewachsen und empfinden es nicht mehr als das Original, was der deutschen Version zusätzlich etwas den Reiz nimmt.

Nachspann
❌ beginnt mit Bildern, muss aber nicht abgewartet werden, nach dem üblichen Blackroll kommt nichts mehr.

Kinostart: 24. Januar 2019

Original Title: CREED II
Length: 130 Min.
Rated: FSK 12

Feinde – Hostiles

Schaut euch das Poster zum Film mal ein paar Minuten genau an: Was seht ihr?
Ich weiß, man sollte sich einen Job suchen, wenn man Zeit hat, über solche Dinge nachzudenken … Aber: Hey – es weiß doch keiner – also who cares … denken wir doch einfach mal darüber nach! Also: Was seht ihr?
Wir sind in einer Zeit, in der es noch Dinge zu erobern gab. Ländereien. Machtgebiete. Neuland. Dinge, die die “Welt” vorher nicht kannte. Quasi den Ursprungsgedanken Amerikas. Glaubt ihr nicht auch, dass es Trump am meisten ärgert, dass quasi die ganze Welt schon erschlossen ist und er einfach nicht mehr mit Waffengewalt erobern kann? Nun muss man hingehen und umständlich politisch verhandeln… Diplomatie kannte man mal, Drohgebärden sind doch viel geiler, man begibt sich wieder zurück zu der guten alten “Wenn du nicht machst, was ich dir sage, schlag ich dir den Schädel ein”-Zeit, in der alles noch ganz einfach war.
Ja, es gibt solche Leute auch heute noch. Die ärgern sich maßlos über alles mögliche. Fernsehen. Rundfunkgebühren. Ausländer. Rente. Den Nachbarn, der es in der Früh wagt, lautstark durchs Haus zu trappeln und die Tür hinter sich ins Schloss fallen zu lassen, um der Arbeit nachzugehen, mit der er meine Rente finanziert, damit ich mich im Haus über ihn aufregen kann.
Solche Dinge waren damals genauso unnötig wie sie es heute sind. Und dennoch: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er hat sich daran gewöhnt, über alles und jeden zu meckern und bei Nichtgefallen die Hölle auf Erden hereinbrechen zu lassen.
Nur, dass das damals eben noch sehr viel einfacher war.
Wisst ihr was? Es gibt eine Lösung – und die heißt: Kino!
Zwei Stunden Zeit, ein paar Piepen im Gegenwert von 2-3 Kaffees mitbringen und schon kann man sich exzellent aus dieser “beschissenen Welt” entziehen und zurück zu den “guten alten Tagen”, wo “die Welt noch in Ordnung war”.
Dass sie’s nicht war, seht ihr z.B. in Feinde – Hostiles. Und was daran so exzellent ist: Filme bieten gewaltiges Potenzial für Künstler, Filmschaffende, Menschen, denen das dumpfe Rumjammern nicht reicht, einfach neue Gedanken, Inspirationen, Lösungen zu finden und den Zuschauern quasi “für lau” zu präsentieren.
“Ja – aber Kino kostet doch ungemein viel Geld” … nicht für lau auf den Eintrittspreis bezogen, sondern “für lau” in Form dessen, dass man selbst keine Arbeit mehr hat und keine eigene Denkleistung mehr erbringen muss, sondern sich am Festmahl durchdachter Philosophien bedienen kann. Und das quasi – bedenkt man, was Wissen einst wert war und dass Wissen heute dank Datensammelei zur weltweiten Währung geworden ist – für ‘n Appel und ‘n Ei.
Und jetzt kommen wir zu dem, was Kino in meinen Augen wahrhaftig groß macht: Hier werden nicht die Probleme präsentiert und man wird damit alleingelassen, sondern bekommt von vielen anderen Geistesgescheiten verschiedene Situationen und gleichermaßen ein Konzept an die Hand, dass sich dann mit ein klein bisschen Rest-Denk-Energieleistung unfassbar einfach aufs reale Leben des Zuschauers übertragen lässt.
Ich kann also die “Früher war alles besser”-Gegebenheiten aktuell neu erkennen und sie auf meinen Alltag übertragen und damit – auf deutsch gesagt – aus Filmen lernen.
Und wenn dann die Welt so kompliziert geworden ist, dass man der Menschheit das simple, einfache Miteinander leben wieder neu beibringen muss und es zur physischen Arbeit gehört, sich NICHT die Köpfe einzuschlagen, dann entpuppt sich Kino als großartiges Medium, um hier erst in eine fremde Fantasiewelt zu flüchten und anschließend zu erkennen, dass genau diese “einfachen Grundfakten menschlicher Existenz” heute aktueller denn je sind.
Tut euch einen Gefallen und schnuppert währenddessen mal in eine der angebotenen OV-Vorstellungen rein, die im Vergleich zur synchronisierten Fassung unvergleichbar mehr “hasserfüllte Depressiv-Grundstimmung” mitbringen und die Story somit um ein Vielfaches tiefgründiger und ernster erscheinen lassen. Die deutsche Synchronisation ist eher vorsichtig ausgedrückt auf dem “Plastik-Niveau”, weil die Stimmlagen und Höhen eben sehr viel von der Schwere und der Unbereitwilligkeit zur Veränderung, diesem tiefen Seelenabgrund und der Verbitterung einbüßen, indem sie einfach zu “hell” sind – überzogen vorgestellt: Wenn ein mächtiger Kampfbulle mit Heidi Klum-Stimmchen vor dir brüllt, nimmst du ihn einfach weniger ernst, als wenn er mit Bud Spencer-Kampfmaul spricht. Und das zieht sich in der Synchro konsequent durch, während man im Original kaum Luft zum Atmen kriegt und einfach nur “deeply impressed” ist.
So beeindruckt, dass mein erster Gedanke war: Feinde – Hostiles ist DIE Ablösung unserer Generation von Der mit dem Wolf tanzt – genauso episch, genauso tragend, genauso großartig, dass es andere Filme einfach bei weitem in den Schatten stellt.
Christian Bale hat ja schon im Original eine endgeile düstre Stimme, und ich finde, seine Schauspielleistung toppt hier die eines Dark Knight um Längen!
Dann in dem Film zu sitzen und zu begreifen, WAS einem da wirklich gezeigt wird – war für mich ein unvergessliches Erlebnis, das noch sehr lange nachhallt und mich vor einiger Zeit innerhalb der Sneak Preview erneut in seinen Bann gezogen hat.
Und ihr dürft raten: Ich erwarte mit Freuden den Kinostart und werde …….. und ihr hoffentlich auch!
 

.kinoticket-Empfehlung: Feinde – Hostiles löst Der mit dem Wolf tanzt in unserer Generation ab: Es ist ein Werk epischen Ausmaßes mit einer Botschaft, wichtiger denn je, die garantiert niemanden gefühlskalt zurück lässt.
Ich persönlich bevorzuge absolut die OV/OmU-Varianten, die die drückende Situation sehr viel glaubwürdiger und nachhaltiger rüberbringen, aber auch die deutsche Fassung tut ihr übriges, um als ernsthafter Film wahrgenommen zu werden und den Zuschauer mehr als zu beeindrucken.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, man darf das Gesehene aber gerne noch sacken lassen – dafür ist der Abspann sehr gut zu gebrauchen.
Kinostart: 31. Mai 2018

Solo: A Star Wars Story

Die PR des Films ist eine mittelgroße Katastrophe, die .trailer-Synchronisation schreit die Fans förmlich an und der Film löste auf dem Festival in Cannes mittelmäßige Begeisterung aus und sorgte damit eher für verhaltene Reaktionen und weniger für Fanboy-Gekreische.
In China tut man indes alles dafür, den Zuschauern vorzuenthalten, dass sie hier in einem Star Wars-Film sitzen: Man veröffentlicht nach dem desaströsen Verlauf von Star Wars: The Last Jedi den Titel einfach unter dem Namen Ranger Solo und in Deutschland wäre man diesen Schritt wohl konsequenterweise auch besser gegangen.
 

 
Beste Voraussetzungen dafür, einfach mal ganz von vorn anzufangen.
Und mit ganz von vorn, meine ich ganz von vorn. Vergesst alles, was ihr bisher wisst. Vergesst vergangene Generationen. Vergesst, was ihr aus dem Star Wars-Universum bereits kennt. Vergesst, dass einst George Lucas der uneingeschränkte Herrscher über diese Imperien war und vergesst, dass wir alle ihn wie die Diener eines Gottes verehrt haben und als Fans letztendlich Star Wars zu dem gemacht, was es heute ist: Uneingeschränkter Kult!
Disney stellt hier den Fan-Zuschauer vor die unbewältigbare Aufgabe, Star Wars nicht mit Star Wars zu vergleichen, sondern die urigen Hintergründe dieser neuen Modeschöpfung am Sternenhimmel der Kinos zu begreifen und zu feiern. Und diese Aufgabe ist – wie schon erwähnt – nicht lösbar. Zumindest nicht, ohne ganz viel Willen, Begeisterungsfähigkeit und Liebe für die Leinwand mit in den Saal zu tragen und nicht zu erwarten, dass hier die überschwängliche Begeisterung von Seiten der Macher von der Leinwand runterpurzelt.
Wer also ist in der Lage dazu, einen völligen Neuanfang zu wagen und sich unvoreingenommen diesem Werk zu nähern? Richtig: Jemand, der bisher noch nie etwas von Star Wars gesehen oder gehört hat.
Gibt’s nicht?
Ob ihr es glaubt oder nicht: Ich habe diese seltene Koryphäe – dieses Wunderwerk der Natur gefunden und sie hat den Film (also Solo: A Star Wars Story) mit mir gemeinsam schon vor Kinostart gesehen und ich hatte die unvergleichbare und einmalige Chance, eine Art “Interview” mit ihr zu führen und sie zu fragen, wie sie den Film empfunden hat.
Hierbei ist viel Interessantes zu Tage gekommen, z.B. dass diese Frau mit ihren Empfindungen meinem Wunsch nach völliger Neutralität gegenüber Neuem fast zu 100% entsprochen hat. Sie empfand den Film durchaus als sehr unterhaltsam, stellenweise zu viel Soundtrack, würde empfehlen, ihn sich lieber in 2D anzuschauen, da die Impressionen und Eindrücke sonst einfach zu viel seien und wollte von mir wissen, ob Chewbacca eine Anspielung auf Planet der Affen sei und was es damit auf sich hätte.
Tatsächlich … nehmen wir einfach mal an, der hieße hier auch Ranger Solo und wir hätten es einfach mit einem völlig neuen, unvoreingenommenen Film ohne Vorgeschichte zu tun: Das Ding funktioniert. Zwar ist der Plot bei weitem nicht so ertragreich und bombastisch wie bei Größen wie Star Wars, aber damit hat der Film ja auch nichts zu tun! 😉 Es ist halt einfach eine völlig in sich schlüssige, gut erzählte und mit wahnsinnig großartigen Effekten ausgestattete Geschichte eines Jungen, der in den Anfängen der Geschichte der Galaxis seinen Weg geht.
Unter diesem Aspekt … gespickt mit dem von mir empfundenen, großartigen Soundtrack, der sämtliche Langeweile-Lücken fantastisch auffüllt und gepaart mit dem Vorwissen, was aus dem kleinen Kerlchen später mal werden wird: Man erkennt fast schon die Wesenszüge eines späteren Harrison Ford, der in den Augen der Fans der einzig wahre Han Solo ist und auch immer bleiben wird!
Und genau das ist die Crux: Man muss es teilen. Auseinandernehmen und seiner magnetischen Vergleichswirkung entziehen: Man darf eben das Frühe nicht mit dem Vergangenen/Heute vergleichen, sondern sollte Solo eine eigenständige Chance geben, sich als Kinofilm zu etablieren. Der liefert nämlich so viel Unterhaltung und funktioniert in Sälen, die mit Dolby Atmos ausgestattet sind, so brachial, dass einem fast die Spucke wegbleibt und bei einigen Szenen wahrhafte Blockbustergröße empor sprießt!
Dazu kommt: Man sollte sich – auch wenn man kein einziges Wort Englisch versteht – diesen Film zwingend in OV oder zumindest in OmU ansehen und auf die deutsche Synchronisation komplett verzichten: Die ist scheiße! Nennen wir das Kind beim Namen und lösen damit auch gleich das Rätsel auf, weshalb die Deutschen so unmütig auf die Vorstellung des neuen Zwischenfilms reagierten: Die Synchronstimme passt schlichtweg einfach so überhaupt gar nicht und hat rein keinen Schimmer von den sympathisierenden Zügen der Originalstimme von Alden Ehrenreich, der in seinem typisch amerikanisch-“kanadischen” Stimmenklangsoundbed die richtige Würze für diesen Charakter liefert und mit seinem unvergleichlich bissigen Blick Charakterstärke aufbaut, die einem späteren Harrison Ford durchaus würdig wird.
Das Problem: In den .trailern ist davon halt absolut nichts zu sehen, darum kann es auch keiner wissen und deshalb fanden die meisten den .trailer eben von vornherein doof – inklusive mir, der sich dachte: Jetzt ist alles verloren und Disney in seinen schlechtesten Eigenschaften hat die Weltherrschaft endgültig an sich gerissen und fängt an, alles und jeden um sich herum zu zerstören.
Die Wahrheit ist eine völlig andere: Man muss den ganzen Film sehen um ihn beurteilen zu können – und zwar genau so, wie ihn sich die Macher vorgestellt haben. Wir Deutschen leben in einem Land, das mit großartigen Synchron-Funktionalitäten ausgestattet ist und können uns glücklich schätzen, dass es haufenweise Teams gibt, die sich unterhaltender Lektüre annehmen, sie sichten, neu interpretieren und dann übersetzt hierzulande auf den Markt bringen. Und genau da liegt das Problem: Es ist eine Interpretation eines Einzelnen, dem sich nun ein ganzes Land unterwerfen muss und die vielleicht nichts mehr mit den eigentlichen Intentionen zu tun hat.
Gerade bei den prägenden Dingen wie Stimme, “Nuschelei”, Charakterzügen oder knackigem Wortwitz brechen wir an den Sprachbarrieren kümmerlich auseinander und übrig bleibt ein Rest, der nicht mehr anzuschauen würdig ist.
Auch der Coup, dass man die besten Szenen im Film belässt und hier keinerlei Spoiler in die .trailer einbaut, mag von der PR-Riege Disneys löbliche Absicht gewesen sein: In diesem Falle hat sie einfach nur versagt und den Fans mit ihren riesigen Erwartungen jedwede Lust auf den Film genommen und sie bitter vor die Köpfe gestoßen: Lasst euch im Namen von Disney ein “Entschuldigung” zurufen und konsumiert den Film einfach im Original: Hier wird alles wieder so, wie es ursprünglich gedacht war.
Und ein letzter Punkt: Es ist Dolby Atmos, dass dieses Ding zum Leben erweckt und den wahrhaftigen Geist dieses Films zur Geltung bringt. Wer darauf verzichtet, gibt Geld für ein .kinoticket aus, auf dass er gerne genauso verzichten könnte, denn ohne Dolby Atmos lohnt sich der Film einfach nicht! Hier spielt er derartige Stärken aus, die dem ganzen Werk Leben einhauchen, weil es einmal mehr von der permanenten Entertainmentqualität lebt und im Zuge dessen eben von einem dynamischen, lauten und umhüllenden Sound, der das Kinoerlebnis erst zu einem solchen werden lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beachtet man diese zwei Dinge: NUR IN OV / OMU ohne 3D und in einem Kino mit DOLBY ATMOS – dann ist das seit Jahrzehnten das erste Werk Disneys, dass so richtig reinknallt und zeigt, dass der Laden es in der Moderne doch noch drauf hat!
Nach all den negativen Dingen, die ich über diesen Konzern geschrieben habe, könnte dieser Film – wie auf dem Plakat verkündet – der Beginn der größten Freundschaft der Galaxis werden, der zwischen mir und Disney itself. Die Unterhaltungsqualitäten hat der Film und die negative Kritik im Vorfeld kann ich nur damit erklären, dass diejenigen einfach keine Ahnung hatten, weil sie nur Teile und nicht das Ganze gesehen haben.
Ich würde und werde wieder reingehen, denn dieses Spektakel wirkt nur auf dem Big Screen und ist nichts fürs TV oder Heimkino, es sei denn, man lebt in einem Lichtspielhaus! 😉

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine Szenen mehr.
Kinostart: 24. Mai 2018
P.S.: Die Frage, ob dieses Universum jetzt als Basis für die neu gegründete Trilogie fungieren wird, die Disney bereits geplant hat, wollte mir die Pressestelle zu dem Zeitpunkt nicht beantworten. Eben dies würde ich begrüßen und fände es riesig, da dann aus dem zeitlich zurückgelassenen Schlachtfeld tatsächlich etwas großartiges entstehen könnte. Die Zeit wird’s zeigen…

Der Buchladen der Florence Green

Ihr kennt das: Den ewigen Streit zwischen Moderne und Konservativismus, die Frage, ob Film oder Buch, die Gegenwehr der “Alten” kontra Digitalisierung, das Aufstreben und der Reiz der “Jungen” hin zur technischen Revolution – ein ewiges Hin und Her der Gefühle und Gewohnheiten, das auf beiden Seiten mit Argumenten gefüttert vehement gegen die Gegnerschaft verteidigt wird.
Der Buchladen der Florence Green lässt all diese Machenschaften in Vergessenheit geraten und entfernt auf einmal alles Moderne, denn spätestens nach diesem Film keimt in dir der Wunsch dazu auf, wieder einmal echtes Papier in den Händen zu halten und wahrhaftig ein Buch zu lesen. Wirklich.
Und das liegt nicht etwa daran, dass dieser Film selbst auf einer Romanverfilmung basiert. Vielmehr schaffen es die Regisseurin und ihr Team, eine behutsam gepflegte, mit Träumen übersäte Welt zu arrangieren und dem Zuschauer in liebevolle, bezaubernde und entzückende Bilder eingepackt zu servieren, damit der sich darin verlieren kann.
Umgeben von Schauspiellegende Bill Nighy, der hier gemeinsam mit Emily Mortimer granatenmäßig spielt, erreicht dieser Film eine literarisch ausgeprägte Größe, die eigentlich gar nicht zu dem sonstigen Repertoire von Capelight passt. Und gerade deshalb überzeugt der Streifen, als hätte dieses Label in seinem ganzen Dasein nie etwas anderes gemacht.
Das umschmeichelnde Herantasten an menschliche Gefühle, der aufkommende Krieg, die liebevolle Umarmung zur Welt des gedruckten Buches … all das erlebt man hier in einer Vollkommenheit und detailverliebten Hingabe, dass es einem das Herz mit wohlwollender Wärme umspült.
Ein Film, der vielleicht per se eine ganz bestimmte Klientel anspricht, der jedoch trotz seines Titels von vielen gesehen werden sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man spürt das Verlangen der Regisseurin, eine Welt zu ergründen, die heute fast in Vergessenheit zu geraten scheint.
Die detaillierte und bedeutsame Tiefe, die dabei dem geschriebenen Wort zuteil wird, ist höchst erbaulich und entführt in ein völlig neues, friedfertiges und gleichermaßen spannendes Universum voller Entdeckerdrang.
Ein Film, den sich anzuschauen definitiv lohnt!

 
Nachspann
Braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 10. Mai 2018

Stronger

Wir bleiben im echten Leben und befassen uns mit einer weiteren Persönlichkeit, die es international zu einiger Berühmtheit geschafft hat, auch wenn die Ereignisse dazu höchst tragisch sind.
Letztens gab es schon einmal so einen Film dazu (klickt nicht, wenn ihr euch nicht spoilern lassen wollt), den ich nicht wirklich gelungen fand und der auch hierzulande allgemein nicht sonderlich gut ankam.
Stronger schildert nun eben jene Ereignisse erneut, nur aus einer völlig anderen Sichtweise, der es meiner Meinung nach wesentlich besser gelingt, die menschliche Komponente zu behalten und tatsächlich direkt in das Leben der Betroffenen einzusteigen.
Natürlich wird man auch hier wieder erschlagen von amerikanischem Patriotismus und es braucht jede Menge Kulanz gegenüber dieser kulturellen Eigenart, die man sich in Deutschland oft weg wünscht. Ohne diese Dinge würde der Streifen aber – zumindest in Amerika – gar nicht funktionieren.
Das Pathos, das man bei solchen Filmen in der Moral erwartet, wirkt längst nicht so übertrieben und abgedreht, sondern erstaunlich bodenständig und unaufgeregt, was mir persönlich den Film sehr sympathisch machte.
 

.kinoticket-Empfehlung: So umwerfend, dass man ihn unbedingt gesehen haben muss, fand ich ihn jetzt nicht.
Wer sich allerdings mit den Ereignissen von 2013 erneut auseinandersetzen und diesmal nicht von der Leinwand herab enttäuscht werden will, dem sei dieser Streifen wärmstens empfohlen.
Gyllenhaal und Maslany liefern beide tolle Shows ab und mit dem überbordenden Patriotismus, der diesen Dingen folgt, muss man sich halt einfach abfinden.

 
Nachspann
braucht nicht ausgesessen zu werden, es folgt nichts mehr.
Kinostart: 19. April 2018

Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes

Verrückte Titelnamen, verrückte Plakate – verrückte Filme.
Sowas ist man üblicherweise aus Frankreich gewohnt und gegebenenfalls noch aus der Türkei, aber doch nicht aus Deutschland und der Schweiz?
Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes wirft eine komplett spaßige, humorgeladene und für Kinder attraktive Geschichte auf die Leinwand, die man sich – allein schon, weil das keiner glauben mag – definitiv mit seinen Kids gemeinsam im Kino anschauen sollte.
Klar wird hier wieder etwas mehr auf jüngere Zuschauer eingegangen und ein bisschen Logik und Normalität zugunsten der Bespaßung geopfert, dies trägt dem Film aber einen authentischen Anstrich auf und hinterlässt auch bei Erwachsenen keine bleibenden Schäden 😉
Das frühkindliche Verhalten reflektiert man hier mit untergrabener Moral, so dass den Kindern keine traurig-dahinsiechenden Situationspointen vor die Füße geworfen werden, sondern man in spannender, witziger und absolut kinotauglicher Atmosphäre etwas über richtiges Verhalten lernen kann.
Mir hat’s sehr gefallen und ich kann diesen Film bedenkenlos für Familien empfehlen. Der Kino-Sonntag ist damit gesichert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unglaublich, dass dieses Land so etwas herzlich-komisches zustande bringt und es dabei schafft, die ganze Familie zu unterhalten.
Geprägt von unterschwelliger Moral düst man hier volle Kanne in ein Abenteuer, das die kleinen Racker so schnell nicht mehr vergessen werden.
Wunderbare Filmlektüre für einen entspannt-verregneten Sonntag für die ganze Familie.

 
Nachspann
braucht keiner sitzen bleiben, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

Pacific Rim: Uprising (3D)

Kinder: Das Zeitalter der Superlative ist angebrochen!
In unzähligen überbordenden Mega-Blockbustern hat man uns in der Vergangenheit gelehrt, was es heißt, mit CGI-Fäusten auf die Zuschauerschaft loszugehen. Nicht zuletzt hat man mit der Transformers-Saga fünf unerträglich gewaltige Titel geschaffen, die den Zuschauer auf das vorbereitet haben, was Pacific Rim: Uprising jetzt auskostet.
Die Vergangenheit hat uns längst gelehrt, dass niemals für beides genug Geld da ist: entweder man hat sagenhafte Geschichten oder bombastisches Effektgewitter! Pacific Rim: Uprising nährt sich von der Gewöhnung, die in den vergangenen Jahren auf die Menschheit losgelassen wurde und liefert jetzt Letzteres in Vollendung an den Kinozuschauer ab!
Man ist längst darüber hinaus, zu ergründen, warum, wieso oder weshalb etwas geschieht und konzentriert sich einzig und allein auf die inzwischen fast schon perfekt austarierten Meistermoves, die den Federn der Macher entsprungen sind. Und die Modelle dazu erkennt man bei ungenauem Hinsehen ja auch wieder: Hollywood hat, was es braucht, und kann sich darum künftig nur noch um die Feineinstellungen kümmern, der Rest liegt bausteintechnisch abrufbereit in der Schublade.
Ich glaube, das Gefühl, dass solche Filme leicht minderbemittelt wirken, zumindest was die Inhalte angeht, entspringt der Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, in anderen Titeln unzählig viel Spielzeit darauf zu verwenden, bürokratische Prozesse in Gang zu setzen um endlich an das gewünschte Ziel zu kommen, was hier auf einmal nach einem Hard-Cut sofort vorhanden bzw. intakt ist.
Das entbehrt jedweder Logik und führt die Story daher ad absurdum, weswegen weniger die Gefühle und Empathie als vielmehr das Popcorn-Unterhaltungsgen angesprochen wird. Hier finden sich aktuell sehr viele, schön ausgelotete Szenen, wunderbare Kameraeinstellungen, herrliche Bilder in prachtvollem 3D – und überhaupt ist der ganze Film eine optische Augenweide, die so sehr schmeichelt, wie es schon lang kein anderer Film mehr getan hat.
Genau mit diesen Erwartungen sollte man in diese Vorstellung gehen: lasst die Suche nach Logiklücken zu Hause, nehmt euch lieber ein Bier in die Hand, und genießt, was euch in diesem Genre jetzt vorgesetzt wird, denn: wir sind an der Superlative angelangt und haben ein Maß erreicht, an dem in diesem Sektor schon fast von Vollkommenheit gesprochen werden kann. Würde man jetzt weitergehen, müsste man sich wieder mit Inhalten beschäftigen und in Zukunft wesentlich mehr Geld in solche Produktionen reinpumpen, als es jetzt sowieso schon gemacht wird. Und ich glaube, darauf müssen wir noch ein ganzes Stück warten.
Genießt die Show, macht das Kino groß, dreht die Boxen auf laut und schau zu, dass alles so riesig wie möglich ist. Dorfkinos, kleinere Städte und alles was unter Super-Giga-Mega ist, hat keinen Wert und macht den Film wieder zu einem nicht sehenswerten Objekt. Sorgt dafür, dass dies nicht passiert, und fahrt gegebenenfalls einfach ein paar Kilometer weiter, wenn dort das Kino wesentlich größer ist. Dann macht auch dieser Kinoabend wieder richtig Laune!
Noch ein paar Worte zum Sound: Ich hatte schon bei Transformers das Gefühl, dass man hier eher witzig als episch sein wollte und irgendwie den großen Wurf nicht wirklich rausgepresst bekam. Das, was ich mir während des Films erwartet hätte, kam dann im Nachspann, was mich selbst verwunderte, wie schnell doch tatsächlich die Zeit rumging… langweilig wird’s also nicht. Also konzentriert euch auf den Film und genießt den Sound dann, wenn alle weg sind.
 

.kinoticket-Empfehlung: Größenwahnsinnig, gigantisch, mehr mehr mehr!
Das sollte hier die Devise sein. In jedem – und das verspreche ich euch – kleineren Kino, wird dieser Film zum letzten Schund. Alles, was bisher in dieser Richtung da gewesen ist, wurde nur produziert, um diesen Teil hier drehen zu können.
3D, Optik, visuelle Pracht und CGI glänzen auf oberstem Niveau. Wer Story, Logik oder glaubwürdig spielende Schauspieler sucht, ist hier falsch.
Am Soundtrack dürfen sie gerne noch ein wenig feilen, der wurde in meinen Augen dann richtig episch, als bereits alle wieder aus dem Saal waren: Beim Nachspann!

 
Nachspann
Bleibt sitzen und genießt die Klänge!
Kinostart: 22. März 2018

Black Panther (3D)

Die Fans warten sehnsüchtig auf den Kinostart von Black Panther, gehört Marvel mittlerweile doch zu den Labels, die ausschließlich Erfolgsprodukte auf den Markt werfen, der wieder ein ganz bestimmtes Klientel umfassend befriedigt: Comicfans!

In meinen Augen hat Marvel auch alles richtig gemacht: Man hat verschiedene Charaktere genommen, ihnen eine Geschichte und ein Leben verpasst, der Welt genügend Zeit gegeben, um sich daran zu gewöhnen, in der Gesellschaft etabliert zu werden, von Kindern und Jugendlichen zu Halloween und Fasching getragen zu werden und dann alle gemeinsam in ein Universum geschmissen, in dem es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit und faszinierende Technologie geht.

Dabei hat man sich nicht an anderen orientiert, sondern seinen eigenen Stil entwickelt und ist sich stets treu geblieben: Marvel‘s MCU (Marvel Cinematic Universe) hat viele Markenzeichen, für die es von allen Fans geliebt wird. Eines davon ist der unvergleichliche Humor, der bei aller Ernsthaftigkeit pointiert eingesetzt die Kinomannschaft niemals in Depressionen abgleiten lässt und jede noch so ernste Situation durch wahnsinnige Coolness wieder aus dem Loch reißt. Nicht umsonst wird der mittlerweile von vielen zu kopieren versucht, was meiner Meinung nach aber nicht gelingt. Es gibt immer nur ein Original – und das ist hier.

Ein weiteres ist die allumfassende Eingliederung jedweder menschlicher Interessen, die aus dem Gezeigten keine banale Unterhaltung mehr machen, sondern weitaus mehr, indem man sich mit Dingen beschäftigt, die tatsächlich auch für die Wissenschaft interessant wären: Man wird gefordert, man denkt nach, wird inspiriert und ist gleichermaßen fasziniert von den filmischen (Un)Möglichkeiten, die einem da vor die Nase gesetzt werden – ein Grund, weshalb Tony Stark so großer Beliebtheit gewahr ist.

Und diese Faszination für das Unglaubliche, das Ferne, das wiederum aber gar nicht mal so Unabwegige, ist es, die Marvel-Fans gleichermaßen begeistert und in ihrem Bann gefangen hält.

Und Marvel hat es auf unterschwelliger Ebene geschafft, viele Schichten und Kulturen, Länder und Gegenden gemeinsam an einen Tisch zu holen und miteinander feiern zu lassen. Ein Grund, weshalb Black Panther inzwischen in Amerika schon von den Black People gefeiert wird: Man zollt ihnen Respekt und holt sie international auf die Ebene, wo sonst eben nur Weiße gespielt haben. Und dafür liebe ich diesen Film schon jetzt. Integration und Gleichstellung auf extrem hohem Niveau!

Den Regeln des Vorbildcharakters, den Marvel seinen Titelhelden abverlangt, unterwirft sich der Verein selbst und lebt damit beispielhaft das Gute auch in dieser Welt aus. Man sieht also, dass nicht nur auf, sondern vor allem hinter der Leinwand markante Zeichen gesetzt werden.

Nachdem dies abgefrühstückt ist, können wir uns nun mal auf Inhalte (keine Angst, keine Spoiler hier!) konzentrieren, in dem ich einfach mal meine Einschätzung zu .trailer und Film gegenüberstelle:

Der .trailer erweckt den Wunsch und die Gier auf unfassbare Action, jede Menge Krawoum, teasert ein wenig das Spektakel an, auf das sich die Fans freuen werden und macht unglaublich Lust auf mehr!

Der Film selbst ist wesentlich erwachsener, erfüllt zwar stellenweise auch diese Ansprüche, geht aber in vielen ruhigen Episoden darüber hinaus und beschäftigt sich mit elementareren Dingen. Und das unfassbar gut!

Wo meine Befürchtung liegt: Dass der gemeine Kinogänger evtl. nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern diesen Film als Einzelstück wertet, was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, denn Black Panther ist tatsächlich der Vorreiter zu Infinity War und darum quasi mehr oder weniger als “Zwischensequenz” anzusehen, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und Leute: Damit haut der absolut rein! Unterhaltung ist definitiv garantiert, technologische Spitzfindigkeiten werden auch hier wieder ordentlich auf den Tisch gepackt und jede Menge ansehnliche Bilder gibt es auch! Man merkt, dass die Richtung definitiv stimmt und dem Filmfetischisten wird damit die Wartezeit auf Infinity War mal grundlegend erleichtert!

.kinoticket-Empfehlung: Wenn wir später, nach vielleicht drei weiteren Filmen dann die Marvel-Reihe in line schauen, wird Black Panther definitiv dazugehören und ein gewaltiger Auftakt für das sein, was uns jetzt bald erwartet!

Ich denke, dass einige Action-Erwartungen, die vom .trailer her rühren, evtl. nicht ganz erfüllt werden, dafür hat man aber auch hier unglaublich präsente, beeindruckende und gewaltige Elemente in einen Film gepackt, in dem das Knistern förmlich spürbar ist. Ich bin gespannt auf den großen Krieg!

Nachspann
✅ Marvel. Mehr sag ich dazu nicht mehr. Also Zwischensequenz UND After Credits Scene. Wer nicht ganz bis zum Schluss sitzen bleibt, verpasst eben unfassbar viel. Aber wer das jetzt noch nicht kapiert hat, der lernt’s eh nie.

Kinostart: 15. Februar 2018

Original Title: Black Panther
Length: 135 Min.
Rate: FSK 12

My Little Pony – Der Film

Dass Hasbro grundsätzlich an Filmen interessiert ist, die in erster Linie als Produktvermarktungsstrategie fungieren, dürfte spätestens seit Transformers unwiderlegbar sein. Was viele nicht wissen: Auch My Little Pony gehört zum Inventar des Spielzeugriesen und stellt damit aktuell wieder einen Merchandising-Schachzug der Firma dar, die mit dieser Low-Level-Inhalts-Produktbombe etwas auf die Leinwände schmeißt, wonach kleine Kids am Ende wieder ordentlich schreien.
Wer bereits den .trailer gesehen und nicht davon blind geworden ist oder nachträglich festgestellt hat, dass die Drogen (noch) nicht gewirkt haben, dürfte ja inzwischen ungefähr wissen, worauf er sich da einlässt.
Warum ich trotzdem eine Besuchsempfehlung ausspreche?
Es ist außerordentlich spannend, was sich da im Kino sowohl auf der Leinwand als auch im Saal abspielt.
Punkt 1: Ein altes Ehepaar ohne (!) Kind, das sich geistesgegenwärtig bei jeder Szene vor Komik schreiend facepalmt und dabei über die quietschige Eigensatire auf der Leinwand sinniert, was weder zu übersehen noch zu überhören ist.
Punkt 2: Kleine, noch nicht sprechende Kinder, die sich vor Angst auf den Schößen ihrer Eltern verkriechen und anschließend vorzeitig den Saal verlassen.
Punkt 3: Kleine, gerade sprechende Kinder, die nach dem Film selbstbewusst ihre Mama an der Hand nehmend die Treppe raus stolzieren und voller Empathie zu ihren Eltern aufschauen und ein “Na, der war ja mal gut, nä?” rausposaunen.
Was ebenfalls auffällt: Die Kleinen kennen diese Biester mit ihren FSK 18-Stimmchen alle auswendig und applaudieren fast beim Erscheinen auf der Leinwand wie unsereiner es mit tatsächlichen Stars beim Auftreten in Stadien tun würde … oder bei Helene Fischer. Da versteh ich’s auch nicht, aber die Welt hat mehr als einmal gezeigt, dass sie doof genug ist und es eben trotzdem tut. Also ihr zujubeln. Oder ihnen. Also den Ponys. Oder Einhörnern.
Was mich zu Punkt 4 bringt: Eltern, die eigens gebastelte Rainbow-Hair-Einhorn-Plüsch-Mützen tragend mit ihren Kindern (die nicht verkleidet sind) in den Saal gehen und sich diesen Schrott äh … Film ansehen.
Hat man sich dann erstmal damit abgefunden, dass all das eben einfach so ist, wie es ist (Pinky [Wird die so geschrieben?] wird mein Lieblings-Dominik-Ärger-Einhorn werden schätze ich), fängt der Film tatsächlich an, irgendwie doch ein Film zu werden – auf seine völlig drogenfundierte und persiflierende Art und Weise. Bei Transformers fällt’s dank der strotzenden Effekte und alles niederwalzenden CGI-Größe gar nicht so auf, dass da eigentlich überhaupt keine Inhalte mehr da sind, die erzählt werden wollen – und da macht es mit Popcorn in der Hand und aufgedrehter Anlage ja auch noch richtig Spaß.
Bei My Little Pony hingegen?
Meine Fresse – schaut ihn euch an. Das Ding ist teilweise dermaßen blöd, das muss man gesehen haben, sonst glaubt’s einem keiner!
Was bleibt mir also noch übrig zu tun, als euch zu verkünden:
“Hey, da ist eine Stadt – da wirds dann ja wohl auch irgendwo einen Schönheitssalon geben.”
Und genau den brauch ich jetzt, um mir all den Glitzer wieder von der Seele pflücken zu lassen, der mir da eben von der Leinwand übergebraten worden ist.
Bereue ich es?
Nein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Warum nicht?
Ich kann mir jetzt auf die Fahnen schreiben: I SURVIVED MY LITTLE PONY – DER FILM.
Wenn du das auch willst, dann geh rein und hol dir die definitiv schrägste, schrillste und ohrenzerreißendste Kinoerfahrung in 2017. Verrückter geht glaube ich nicht mehr.

 
Nachspann
Auf jeden Fall dran bleiben.
Kinostart: 5. Oktober 2017
Post Credits Bemerkung: Die Integration von SIA im Film ist meines Erachtens außerordentlich gut gelungen. Dafür ein ehrliches Daumen hoch!

American Assassin

Normalerweise kennen wir Actionfilme dieser Art mit Jason Statham oder früher Bruce Willis, deren Alter aber schon weit über dem Zenit dessen ist, was die Filmemacher dem Hauptdarsteller hier zumuten möchten.
Michael Cuesta startet daher seinen neuesten Kinostreich mit einem entsprechend jungen Hauptdarsteller mit dem Plan, diesen mit seiner Rolle altern zu lassen. Was man da rein interpretieren möchte, sei nun jedem selbst überlassen: Ob wir demnächst einfach weitere Teile dieser gestarteten Noch-Nicht-Filmreihe sehen werden oder man sich daran versucht, eine neue Moviemarke auf der Welt zu etablieren, die ähnlich The Fast & The Furious in kommenden Jahren immer mehr abwirft, oder man sich einfach nur weitere Optionen für kommende Verfilmungen offen hält, sei dahingestellt.
Tatsache ist, dass wir mit American Assassin definitiv am Anfang von etwas stehen, dass ich mal als grundsolides Action-Unterhaltungskino bezeichnen würde. Dylan O’Brien, den viele vielleicht eher aus den Maze Runner-Filmen kennen werden, widmet sich in dieser Buchverfilmung auf ehrliche und lockere Weise einem immer ernster zu nehmenden Thema ohne dabei zu sehr auf moralische Konsequenzen hinzuweisen, sondern die drohende Gefahr eher durch subtilen Optimismus und offensichtliche Satire zu untergraben.
Und der Plan geht irgendwie auf: Man fühlt sich zeitgeschichtlich an die Aktualität angeknüpft, ohne dazu aufgefordert zu sein, sich mit Martyrien den Kopf zuzupflastern, was die Lösungen für etwaige Probleme angeht. Stattdessen verschwindet der Geist wieder in die Unterhaltungsbranche des Kinos und überlässt die Welt da draußen für knapp zwei Stunden sich selbst.
Und dieses “Loslassen” tut extrem gut. Den Film darum zum Beispiel im Rahmen eines Männerabend zu präsentieren, ist in meinen Augen die exakt richtige Entscheidung, denn da würde auch ich ihn verankern. Und an die Gleichheitsgeier da draußen: Auch Frauen sitzen in solchen Vorstellungen – nur eben mit den richtigen Erwartungen dazu ^^.
Hier zählt nämlich einfach nur: Bombastische Action, spannende Stunts, kein zu blöder Twist und einen Helden, den man sich durchaus zum Vorbild nehmen kann, auch wenn dazu das extrem junge Alter doch noch einige Hürden in den Weg wirft. Aber nach oben steht ja wie gesagt noch alles offen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Bierchen in die Hand, Feierabendstress im Foyer abgeben und einfach einen tollen Film genießen, der Unterhaltung, Spannung, klasse Wendungen und fundierten Witz enthält, ohne dabei über sich selbst hinauszuwachsen und das Hirn zu sehr zu fordern.
Das Potenzial, diese Story weiter auszubauen, ist definitiv gegeben und wer von Anfang an dabei sein will, sollte jetzt die Chance nutzen und den Start davon in einem Kino erleben, dass sich nicht davor scheut, hier und da auch mal die Wände erzittern zu lassen.
Jason, du kriegst Konkurrenz.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Vorgeschmack ist bereits im Filmende integriert.
Kinostart: 12. Oktober 2017

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