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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Karen Gillan

Avengers: Infinity War (3D)

Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

Jumanji – Willkommen im Dschungel (3D)

Kürzlich hatte man ja das Vergnügen und konnte sich – völlig kostenfrei – nochmal dem Genuss des Originals aus dem Jahre 1995 mit Robin Williams und Kirsten Dunst hingeben.
Wer dies tat und anschließend das .kinoticket für die Fortsetzung gelöst hat, wird erstaunlich viele Parallelen festgestellt haben, die – ganz nach unserer Zeitalter-Manier – hier erfrischend nüchtern aufgearbeitet wurden.
Was mich daran stört, ist die Dissonanz, die sich aus den Absichten ergibt, weswegen man damals respektive heute solch einen Film gedreht hat. Hier macht einem die fortschrittliche Technik einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der von mir zumindest überhaupt nicht positiv aufgenommen wurde.
Gehen wir also einmal zurück in der Zeit und begeben uns an die Anfänge der Entdeckungen, wofür man Filme alles nutzen konnte: Menschen zum Staunen zu bringen, Zauber und Magie aufleben lassen, Dinge erklären, die nicht erklärbar waren und sich den rationalen Fakten der Gegenwärtigkeit entzogen haben. Man durfte abtauchen in fremde Welten, die von den Regisseuren eigens geschaffen wurden und konnte frösteln, zittern, bibbern, fiebern oder sich leidenschaftlich in diese Realitäten verlieben und sie immer wieder besuchen.
Heute? Kennt jeder alles, weiß jeder alles und der Fakt, dass Erstaunliches nur noch CGI-Technik ist, fegt jedwede Magie und Zauber hinweg. Man kann nicht mehr staunen, weil alles offensichtlich ist und dieses Aufgeklärtsein steht dem “In eine fantastische Welt entführen”-Prinzip einfach im Weg.
Dadurch entwickelt sich schnell Langeweile, die beim Sichten der teils kopierten Filmelemente entsteht, da sich der Zuschauer nicht mehr in eine magische Geschichte gefangen nehmen lassen kann, sondern quasi mehr oder weniger dazu verdammt ist, eine Aneinanderreihung von immer besseren Effekten über sich ergehen zu lassen, die das damals schon fragwürdige Prinzip des Inhalts jetzt einmal mehr durch den Projektor nudeln und dem Zuschauer schmackhaft machen wollen.
Kommen wir nun zu den negativeren Punkten: Der zwanghafte Drang, hier unbedingt wieder die biologisch-religiös-politisch-fundamental-grandiose Genderdiskussion einfließen zu lassen, deren Hauptargumente die rein lächerlichsten Banalitäten sind, die weder positive Aspekte auf den Tisch werfen, noch dem Film in irgendeiner Weise zuträglich wären. Auf deutsch: Dieses beschissene Frauen/Männer-Gezoffe, das sich derzeit fast überall auf den Leinwänden breit macht, erreicht ein neues Level der Lächerlichkeit und gräbt sich damit selbst das Wasser ab. Damit entweiht man den einst guten Gedanken dieser Ideen nun endgültig und zieht ihn mit unserem Un-Humor nun endgültig in den Dreck.
Dazu paaren sich dann ein paar “Modernisierungen”, die die damals eigentlich gar nicht so dümmliche Idee nun endgültig lächerlich machen, was dieses Werk nun definitiv zu einer schlechten Mutation des einst lustigen Klamauks macht.
Kann man sich Jumanji – Willkommen im Dschungel deswegen jetzt überhaupt nicht ansehen?
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film ist die konsequente Fortsetzung seines Originals, der gut an die alte Story anknüpft und sie genauso konsequent mit immer mehr mangelndem Humor und Intelligenz anreichert, um daraus letztendlich eine Gender-Lachnummer zu machen, die sich selbst eigentlich nur noch im Weg steht.
Die Magie und der Zauber, den der spinnige Williams seiner Zeit noch inne hatte, ist quasi von CGI und 3D-Gewalt verdrängt worden, wer jedoch mit abscheulich niedrigen Erwartungen da rein geht, erlebt für heutige Verhältnisse mittelmäßiges Popcorn-Kino.

 
Nachspann
in bildhafter Form kommt keiner mehr, wer möchte, kann ihn abwarten – sollte aber keine zu großen Er-Wartungen haben.
Kinostart: 21. Dezember 2017

The Circle

Am schlimmsten sind die Dinge, von denen keiner so wirklich merkt, dass sie immer mehr zum Alltag werden, bis es irgendwann kein Zurück mehr gibt.

In Zeiten von Digitalisierung, Vorantrieb durch die Politik, gnadenloser Überwachung und dem konzentrierten Ausbau totalitärer Transparenz merkt man nicht, dass bestehende Konzerne wie Facebook, Apple, Google oder Amazon im digitalen Bereich längst die Weltherrschaft an sich gerissen haben und die Bürger durch ihre Strategien kontrollieren.

Die Menschen rennen ihren Produkten hinterher, erfreuen sich an der scheinbaren Kostenlos-Politik und merken dabei nicht, dass die Währung des heutigen Zeitalters längst nicht mehr Geld in Form von Papier und Münzen, sondern die digitale Identität zum Zahlungsmittel mutiert ist.

The Circle nimmt sich dieses Themas an und baut dabei auf Ideen aus dem Buch von Dave Eggers, der sich einfach mal vorgestellt hat, wie die Welt in ein paar Jahren aussehen könnte und welche Folgen diese Entwicklung haben wird.

Ansätze davon sieht man auch schon heute, wenn man mit offenen Augen den Fortschritt der Technik und des Internets begutäugt. Längst stellt sich nicht mehr die Frage, ob diese Mutation nun gut oder schlecht, gewinnbringend und förderlich oder angstbereitend ist, sondern man kümmert sich nur noch darum, wie man den Schritt in die digitale und damit vollkommen überwachbare Phase gehen kann.

Dass die Kameras in den Supermärkten an der Kasse nicht dafür da sind, um Diebstähle zu verhindern, sondern ebenfalls die Mitarbeiter überwachen und sogar ermöglichen, die Kunden und ihr Einkaufsverhalten auszuspionieren, dürfte jedem klar sein. Dass mit Punktekarten darum geworben wird, zu erfahren, was der Kunde tatsächlich gekauft und womit er bezahlt hat, ist auch kein großes Geheimnis mehr und die immer weiter um sich greifende Vernetzung aller möglicher Dienste, teils durch Aufkäufe von größeren Firmen (siehe Whatsapp-Übernahme durch Facebook) dienen nur mehr dazu, detailliertere Profile von Nutzern zu erstellen, um in der Flut von Userdaten Trends und Werbepublikum zu erkennen und letztendlich dadurch Geld zu machen.

The Circle treibt diese Gedanken und Entwicklung, in der wir mittendrin stecken, komplett auf die Spitze und zeigt im Schnellverfahren, wohin wir mit riesigen Schritten zurasen, wenn dieser Farce nicht irgendwann Einhalt geboten wird.

Und das wird nicht passieren. Niemand hat Interesse daran, Firmen Einhalt zu gebieten, die sich ehrenamtlich engagieren, soziale und ökologische Projekte fördern und Umweltschutz auf ihre Fahnen schreiben, um beim Publikum gut anzukommen. Keiner möchte auf die gut gemeinten Ansätze verzichten, die uns kostenlos in den Appstores angeboten werden.

Niemand macht sich irgendwo Mühe, wenn man das gleiche Ergebnis auch gratis von Google in Simplizität ausgeliefert bekommt und warum noch nach etwas suchen, wenn Amazon mühelos und günstiger nach Hause liefert.

Wer immer noch der Meinung ist, er könne durch Weglassen von Smartphones oder den Verzicht auf Online-Banking dieser Überwachung entgehen, der erkläre mir doch einmal, wie er im Stadtzentrum von München all den Kameras entfleuchen will, die überall in den Geschäften angebracht sind und mit denen auch die Straßenszenen aufgenommen werden können. Oder wie er verhindern will, dass er von unzähligen Smartphone-Aufzeichnungen erfasst wird, die ihr Material wieder an eine der großen Firmen ausliefern. Oder wie er ohne Bankkonto im Laden bezahlen will (unter laufenden Überwachungskameras), die somit in irgendeiner Form ermitteln, wer was wann getan hat. Oder wie er öffentliche Verkehrssysteme benutzen möchte ohne von Kameras (auf der Autobahn, im Bus, in den Zügen, S- und U-Bahnen) erfasst werden möchte.

Oder wie er tanken will, ohne dass er auf einem Überwachungsband landet.
Ihr merkt: Argumentationen dieser Richtung sind nicht nur sinnbefreit, sondern grenzen bereits an Lächerlichkeit und bezeugen eher, dass die Verfechter dieser Ansicht völlig am aktuellen Weltbild vorbei leben und keinerlei Ahnung haben, was sich direkt in ihrem Umfeld abspielt.

Damit wird The Circle wieder einer der Filme, die nicht nur mit offenem Mund wieder aus dem Saal schicken, sondern gerade deshalb zur Pflichtlektüre jedes Bürgers und Politikers gemacht werden sollten, um aufzuzeigen, dass all die Gemütlichkeit und Datenflut nicht nur gänzlich positive Seiten hat, sondern die Diskussion um Überwachung, “Schutz und Sicherheit” und mögliche Folgen noch lange nicht ausdiskutiert ist.

.kinoticket-Empfehlung: Der Gang ins Kino ab dem 14. September 2017 gehört zur Grundwissensausbildung und die breitgefächerte Diskussion in der Öffentlichkeit ist für mich eine unvermeidbare Aufgabe, der sich die Gesellschaft noch zu stellen hat.

Wer’s nicht abwarten kann, darf gerne inzwischen zum Buch oder einer alternativen Geschichte von Marc Elsberg greifen (Zero), um sich mit der Thematik vertraut zu machen.

Allen anderen wird ab oben genanntem Datum der Inhalt durch wahnsinnig gute Schauspieler präsentiert, die einen Film abliefern, der neben extrem spannender Unterhaltung auch unglaublich hohes Informationspotenzial aufweist und hier den Sprung aus der Entertainment-Kiste schon im .trailer vollzogen hatte.

Reingehen ist hier Pflicht und steht außer Frage!

Nachspann
❌ liefert keine weiteren Szenen, sollte aber bereits zum Gespräche beginnen genutzt werden, denn dieses Thema wird uns eines Tages alle umbringen, wenn niemand etwas tut!

Kinostart: 14. September 2017

Original Title: The Circle
Length: 110 Min.
Rated: FSK 12

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (3D)

“Nein, Schatz, wir bleiben jetzt hier so lange stehen, bis so ein verdammtes Kind kommt und uns dieses Ticket wieder abkauft, der Film ist echt scheiße, glaub mir! Der ist total blöd.”
(Zitat eines Besuchers im Kino an der Kasse, dessen Name ich nicht kenne)

Denken wir einfach mal wieder in Klischees. Nehmen wir die alteingesessenen Omas mit trockenem Streuselkuchen, die brav jeden Sonntag in die Kirche rennen und bei denen es sich nicht geziemt, dumm daher zu quatschen, könnte man obiges Zitat auf jeden Fall verstehen. Wer Guardians of the Galaxy kennt, wird die Fortsetzung lieben. Wer damit nichts anfangen kann, sollte womöglich doch mal einen Blick mehr in die Materie des Films werfen und sich vielleicht sogar den wahnsinnig gut gemachten Teaser anschauen, um einen ungefähren Einblick in das – verständlicherweise – wirre Geschehen dieser Storyline zu ergattern, denn normal ist hier tatsächlich nichts

Viele wissen ja noch nicht mal mehr, dass dieser Teil aus der Reihe der Avengers-Filme entspringt und eines Tages mal Part einer “Wir zeigen alle Marvel-Filme am Stück im Kino”-Session sein könnte. Und bevor ihr großartig suchen müsst, gibt’s … weil heute Sonntag ist und wir alle gelernt haben, dass jeden Sonntag hier Trailer am Start sind …

… den Trailer im O-Ton vom zweiten Teil der Beschützer des Universums. Here we go – präsentiert von © Marvel Entertainment:

BAM. Ich glaube, damit hat man bereits einen ganz guten Eindruck, in welche Richtung sich der Streifen entwickeln wird, jedoch noch längst kein vollständiges Bild davon, was einen wirklich erwartet, nämlich:

  • wesentlich geilere Jokes als vorhersehbar
  • mehr Action
  • mehr Superlative
  • mehr Gagfeuerwerk mit höherer Schlagzahl
  • abartigstes räumliches 3D (Leute, investiert in das 3D-Ticket!!!)
  • und so ein Mega-Pack an irrsinnigem Klamauk, dass Kino einfach mal wieder richtig Spaß macht – ohne nachzudenken und mit ganz viel Popcorn

Wer will, darf auch gern öfters rein – ich werde mir definitiv noch die ein oder andere Vorstellung abgreifen (es lebe die CinemaxX Goldcard ^^) und hoffe, dass es mir sehr viele gleich tun werden – denn Teil 3 dieser Reihe ist bereits angekündigt und soll auch unbedingt produziert werden. Zumindest mal, was meine Meinung betrifft. Denn die Guardians gehören für mich mit zur coolsten Truppe der Avengers und haben bisher alle Ernsthaftigkeit oder Lustlosigkeit mit Humor, Flapsigkeit und zielführender Selbstsatire überspielt und somit jedesmal einen Volltreffer abgeliefert.

Warum man den Film sehen sollte

  • Weil’s kein vernünftiges 3D fürs Heimkino gibt
  • weil der Film überall NICHT wirkt, außer auf einer megagroßen Leinwand mit absolut gigantösen Boxen im Hintergrund
  • weil’s gemeinsam definitiv mehr Spaß macht und man bei der richtigen Lautstärke auch keine Popcornmahlmühlen-Sitznachbarn mehr neben sich stören hört
  • weil Filme wie dieser einfach nur fürs Kino geschaffen sind und nicht für kleinere Displays
  • weil die Guardians eine coole Gang sind, die nichts anbrennen lassen und bei denen auch niemals Langeweile aufkommt – trotz immens langer Spielzeit

.kinoticket-Empfehlung: Also: Ausreden fallen lassen, 3D-Ticket buchen und Abflug ins Kino.

Und zwar, so lange das Teil noch in den großen Sälen gespielt wird! Alles andere ist schwachsinnig, da keine Dorfklitsche das so auf die Reihe bringt, wie ein gigantisches Monsterkino, dass die entsprechende Hardware im Hintergrund hat und bei den richtigen Stellen nochmal auf verstecken Boost zurückgreifen kann.

Witzig, räumlich auf allerhöchstem 3D-Niveau, flott, kurzweilig und irgendwie auch völlig blöd (aber lustig-blöd) – und dadurch total sehenswert.

Nachspann
✅ Wer das immer noch nicht kapiert hat, kriegt für die nächsten 10 Marvel-Filme Sichtverbot: Der Publisher hat immer eine After-Credits-Scene, diesmal sogar mehrere. Also jedes Mal, wenn im Vorspann Marvel auftaucht, bleibt man bitte bis zum bitteren Ende sitzen! Jedes. Einzelne. Mal!

Kinostart: 27. April 2017

Original Title: Guardians of the Galaxy Vol. 2
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12

The Big Short

Anspruchsvisage aufgesetzt: Hier kommt ein Film, bei dem die Dummen schon vorher den Saal verlassen sollten – oder sich zumindest darauf einstellen, dass sie nach dem Gesehenen nicht mehr als solche bezeichnet werden können.

FaktThe Big Short trägt derart mit verbaler Kommunikation zwischen den Zuschauern und Machern auf, dass selbst gebildeten Bürgern das Folgen der Leitlinien im Film schwer fallen dürfte. Dies stellt jedoch kein Betrachtungs-Dilemma auf, da Adam McKay gekonnt Stilmittel einsetzt, um den Zuschauer bei der Stange zu halten und selbst trockene Themen wie diese unterhaltsam und kurzweilig präsentiert.

Fakt 2: Wer irgendwas mit Geld zu tun hat, sollte sich diesen Film ansehen!

Fakt 3: Wer nichts mit Geld zu tun hat, sich aber für Aktien, Banken, Finanzen, Gelder, Geldströme und die ausbeuterischen Machenschaften der (Welt)-Banken interessiert, sollte sich diesen Film ansehen!

Außerdem jeder, der einkaufend tätig ist oder in irgendeiner Form Waren gegen Geld veräußert oder ersteht. Und dann noch alle, die in unserem Zeitalter leben und die Finanzkrise 2008 bei lebendigem Leib mitgekriegt haben.

Zuguterletzt diejenigen, die planen, irgendwas in Richtung Aktien, Fonds, Anlagen, Wertpapiere, Wetten und ähnlichem in naher und später Zukunft zu machen.

Was hier offenbart wird, basiert zwar nur teilweise auf wahren Begebenheiten und erhält seine Inspiration ansonsten aus einem Buch von Michael Lewis, dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass mit dem Unwissen um unsere Finanzwelt hart und offen abgerechnet wird, indem man das dumme Publikum schlichtweg einfach mal eben … bildet.

Wo ARD, ZDF und Konsorten mit ihrem Bildungsauftrag versagten und stattdessen wild das unverständliche Gelaber der Presseagenturen herunterbeten, um die Zeit zwischen 20:00 Uhr und dem Spielfilm zur Primetime irgendwie sensationsheischend zu füllen, schickt sich dieser Film hier an und erpresst das Hirn eines jeden Zuschauers in kürzester Zeit mit wahnsinnig wichtigen Fakten, die einem – die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehend vorausgesetzt – jede Menge Geld einbringen können.

Was offensichtlich breit und fett auf den Bannern der Macher stand: Wissen schaffen. Wissen schaffen im Wirrwarr der unverständlichen Bezeichnungen im Finanzwesen, mit denen Banken auf legale Art und Weise Menschen ausbeuten, Existenzen vernichten, Menschen dazu erziehen, über ihre Verhältnisse zu leben und sie systematisch mit immer neuen – scheinbar tollen – Angeboten in den Ruin locken und nebenbei mit dem Geld, das sie daraus ziehen, zocken und somit im großen Stil Unheil anrichten. Denn zahlen tut immer der, der am wenigsten dafür kann: Du.

The Big Short gibt hiermit eine wahnsinnig wichtige Anweisung mit auf den Weg, wie man als Privatbürger in Zukunft mit der Bank seines Vertrauens umgehen kann, um eben jener Abzocke zu entweichen und sich nicht mehr mittäterisch an den inhumanen Machenschaften zu beteiligen.

Dass hierbei nicht an Witz, Komik und Unterhaltung gespart wird, ist für mich mehr als ein großes Kunststück, denn der Blick hinter die Kulissen unserer Zeit ist hier so offensichtlich und großangelegt, dass einem beim Schauen oftmals fast schon schlecht werden kann, wenn der Erkenntnishammer wieder und wieder von innen gegen die Schädeldecke schlägt.

Überträgt man die gewonnenen Einsichten dann auf das Gebrabbel aus den Abendnachrichten, stellt man sehr schnell fest, dass “Buch” und “Fiktion” aus diesem Kapitel Kinogeschichte ganz schnell gestrichen werden können und hier fast schon als Stilmittel eingesetzt wurden, damit der Bürger nicht zu hart mit den Fakten unserer Realität konfrontiert wird und brav weiter sein “Es ist ja nur ein Film und nicht die Wirklichkeit” runterbeten kann.

Leute, die jedoch Freude daran haben, ihre Augen zu öffnen und die Dummheit begehen, einfach mal hinzusehen, werden anschließend völlig anders mit ihrem Geld umgehen und feststellen, dass der Reichtum im eigenen Denken begraben liegt, da einfach absolut jeder mit seinen derzeitigen Finanzen um so vieles reicher sein könnte, als es anfangs den Anschein hat.

Wenn man sich an die Botschaft hält, die dieser Film mit auf den Weg gibt.

.kinoticket-Empfehlung: Das ist keine Empfehlung, das ist ein Befehl: GEHT IN DIESEN FILM!

Geht meinetwegen auch nochmal rein. Wartet bis zur Veröffentlichung, damit ihr die Stellen pausieren und euch die Untertexte in Ruhe durchlesen und verstehen könnt, aber geht solange ins Kino und schaut ihn euch an.

Jede Minute, die verstreicht, in der ihr nicht über diese Machenschaften aufgeklärt seid, ist eine Minute, in der ihr in eurem Leben viel Geld verlieren könnt, einfach aus dem Unwissen heraus, in das die Finanzwelt euch rein erzogen hat.

Die Zeiten sind vorbei, in denen einigen exklusiven Menschen das Recht auf Wissen und Reichtum vorbehalten war. Heute kann jeder dazu beitragen, sich selbst zu bilden und über die Dinge Bescheid zu wissen, die sich vor unseren Augen abspielen, um hinterher gezielt und richtig und vor allem wirkungsvoll darauf zu reagieren.

Eine wahnsinnig spannende, unterhaltsame, witzige und zutiefst intelligente Methode, um sich in diesem Sektor zu bilden, stellt dieser Film. Man darf sich also sogar zurücklehnen und weiß hinterher trotzdem besser, was da draußen vor sich geht.

Also geht verdammtnochmal einfach rein und lasst mich nicht ständig darum betteln!

Nachspann
✅ Im Nachspann flackern hier und da noch ein paar Bildchen auf, mit dem Rausrennen kann man sich also Zeit lassen. Lieber das Gesagte noch eine Weile sacken lassen und verinnerlichen.

Kinostart: 14. Januar 2016

Original Title: The Big Short
Length: 131 Min.
Rated: FSK 6

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