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Tag: Karl Urban

Thor – Tag der Entscheidung

Das Marvel-Universum umfasst mittlerweile einiges an trächtigen Titeln, so dass man langsam den Überblick zu verlieren scheint.
Wenn wir also von den Avengers reden, inkludiert das folgende bisher vorhandene Filme:
Iron Man
Iron Man 2
Iron Man 3
Der unglaubliche Hulk
Thor
Thor – The Dark Kingdom
Captain America: The First Avenger
The Return of the First Avenger
The First Avenger: Civil War
Marvel’s The Avengers
Avengers: Age of Ultron
Guardians of the Galaxy
Guardians of the Galaxy Vol. 2
Ant-Man
Doctor Strange
Spider-Man: Homecoming
Zu den bislang 16 veröffentlichten Titeln gesellen sich in absehbarer Zukunft dann noch:
Black Panther
Avengers: Infinity War
Ant-Man and the Wasp
und an folgenden Titeln wird noch gearbeitet (darum sind sie bislang nur unter dem Arbeitstitel bekannt):
Captain Marvel
Untitled Avengers
Untitled Spider-Man: Homecoming Sequel
Guardians of the Galaxy Vol. 3
Damit hätten wir dann insgesamt 24 Marvel Cinematic Universe-Filme, die in ihrem glorreichen Glanz ein großartiges Stück Filmgeschichte ausmachen.
24? Yes – denn am 31. Oktober 2017 erscheint der dritte Teil von Thor – Tag der Entscheidung und damit transformiert man diesen Zweig der Avengers-Saga endlich in einen ernstzunehmenden, anbetungswürdigen Teil dieses Universums.
Viele von euch wissen ja, dass sich Tony Stark alias Robert Downing Jr. würdig aus dem Filmlegendenbusiness verabschiedete, um seinen Charakter in Ehre zu halten, bevor er nicht mehr mithalten kann. Dieser Schritt bekam von mir höchste Würdigung, weil ich so etwas schätze, wenn die Leute wissen, wann es genug ist und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere aufhören, statt immer weiter zu strampeln, bis es einfach nur noch eine Witzveranstaltung ist.
Gleichermaßen vermisst man den ungleich coolen, einzigartigen und legendären Humor von Stark, was in meinen Augen Guardians of the Galaxy Vol. 2 wieder etwas aufgefangen und eingeholt hat, um weiter damit um sich zu werfen.
Thor war innerhalb dieses Filmbiotops immer ein wenig der kleine Außenseiter. Der erste Teil sprüht zwar vor gigantischem 3D und unfassbaren Farben, einem komplexen Multiversum und vielen grafischen Höhepunkten, die Story fand zuletzt jedoch im zweiten Teil ein morbides Ende – was für mich der absolute Tiefpunkt aller Filme darstellte.
Nicht gut gespielt, irgendwie lieblos zusammengezimmert und ohne jedweden Charme dümpelt man so vor sich hin und erzählt keine sonderlich spannende Story, sondern hat einfach nur einen gigantisch teuren Durchhänger, der eigentlich das Ende der Thor-Erzählung bedeuten könnte.
Und hier ist es nun meine Aufgabe, euch davon zu berichten, dass dem nicht so ist – ganz im Gegenteil.
Wer Guardians of the Galaxy Vol. 2 zum Schreien komisch fand, wird Thor – Tag der Entscheidung lieben! Die Aufgabe von Marvel bestand nämlich darin, einen Regisseur zu finden, der dem ganzen einen völlig neuen Anstrich verpasste und somit Thor aus der Versenkung holte, um ihn wieder zu einem würdigen, lustigen, unterhaltungsreichen Event zu gestalten – und das ist Taika Waititi hervorragend gelungen.
Man hat nicht nur alle Register der Avengers gezogen, sondern auch mit hollywoodinternen Jokes, Tony Starks Humor und inhaltlicher Reichhaltigkeit der Guardians gearbeitet und damit ein Werk erschaffen, dass seine Zuschauer von Anfang an verblüfft und außer den Figuren rein gar nichts mit den ersten beiden Filmen zu tun hat – sofern man diese in ihrer Genialität bewertet.
Es flasht wirklich alles – auf höchstem Niveau. Man hat sich hier aller technischer Mittel bedient, um die Kundschaft auch weiterhin auf dem Level der übrigen Avengers-Filme zu halten, jedoch wieder damit begonnen, den Charakteren Tiefsinnigkeit zukommen zu lassen und das mit einem begeisternden Charme und exzellentem Witz, dass man fast vergisst, dass es mal so etwas wie Iron Man gegeben hat.
Optionen wie Jeff Goldblum als einen der Charaktere einzusetzen, waren für mich eines der größten Pluspunkte, die man diesem Werk angedeihen ließ, denn er spielt herausragend und offenbart sich als völlig neue Entdeckung auf dem Schauspielermarkt, da man mit ihm auch weiterhin derartige Rollen besetzen könnte – großartig!
Cate Blanchett in einem Superheldenfilm? Diese zierliche Frau, die sich kaum traut, ihre Texte richtig aufzusagen? Auf ihr Konto gehen einige Lacher und sie behauptet sich in dieser Saga mit ihrer aussagekräftigen Persönlichkeit in einem Ausmaß, dass ich dieser Frau niemals zugetraut hätte. Großartig!
Man hat es wirklich geschafft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und präsentiert nunmehr ein Meisterwerk, dass sich sehen lassen kann und überlaut nach mehr schreit! Wer also mit Thor abgeschlossen hatte, sollte sich jetzt darum bemühen, .kinotickets zu ordern und die Show wieder beginnen lassen, sonst verpasst er einen großartigen Neueinstand eines alten Titanen der Filmgeschichte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Man wollte alles irgendwie umkrempeln, neu gestalten, frischen Wind in die Sache bringen und das Genre komplett neu beleben – und es hat definitiv funktioniert!
Die Schauspieler sind allesamt klasse, überzeugen durch großartiges Können und übertreffen sich selbst.
Humor, Unterhaltung, Optik und Sound überzeugen genauso wie das 3D und offenbaren sich als eine völlig neue Schöpfung in einem bisher langsam aussterbenden Ast eines Filmuniversum.
Wenn sich je ein Thor-Film gelohnt hat, dann dieser hier: Reingehen! Und zwar sofort!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel – da bleibt man sitzen. Nicht bis zum Zwischeneinspieler, sondern bis ganz zum Schluss – denn auch da kommen noch großartige Sequenzen.
Kinostart: 31. Oktober 2017

Elliot, der Drache (3D)

Frage Nr. 1: Schon mal etwas davon gehört?
Frage Nr. 2: Auch vom Trailer derart angefixt gewesen, dass man direkt entschlossen hat, sich etwas anderes anzuschauen, weil die üblichen Klischeekeulen wieder tief durch die Lüfte fliegen und man so gar keine Überraschungen in dem Film vorhält?
Mir zumindest ging es so und nach der ersten Testvorstellung entpuppte sich dieser Film als überraschend positiv. Disney ist bekannt dafür, die Magie in die Welt zu verströmen und versucht dies seit nunmehr schon unzähligen Jahren in immer wiederkehrenden Filmen, die uns erzählen, dass Dinge existieren, die es nicht gibt und man sie sehen kann, wenn man einfach nur daran glaubt.
Zugegeben: Es ist schwer, in der heutigen Zeit mit dem umfassenden Filmwissen noch einen Plot zu kreieren, der tatsächlich Überraschungen parat hält und die Zuschauer wirklich verzaubert, aber diesen Part braucht mittlerweile wohl nicht mehr die Storyline übernehmen, sondern die Magie findet ganz woanders statt.
Und genau das hat mich zutiefst beeindruckt. Man erfindet hier eine Umgebung, lockt aus einer völlig neuen Perspektive eine dermaßen überwältigende kindliche Unschuld heraus, die im Einklang mit sich selbst ist und tiefsten Frieden und Zufriedenheit ausstrahlt. Man lässt sich Zeit und genießt diese unterschwellige Ordnung und gibt dieser völlig surrealen Wirklichkeit Zeit, sich zu entfalten und zu beweisen, dass diese Form von Leben nicht nur möglich, sondern fantastisch ist.
Dieser Film verzichtet dabei auf sämtliche schnulzigen Eigenschaften, die man dem Kinderkino andichten kann und erhebt sich selbst zu völlig neuer Größe. Schon die Introduktion erstrahlt in einer neuen Art des Friedens, die nicht nur vollkommen familiengeeignet ist, sondern auch in epischer Stärke aufspielt, die nichts mehr mit dem unwirklichen Comic-Charakter gemein hat, der in letzter Zeit als Ausweg für die immer mehr explodierenden Superlativen Hollywoods geworden ist. Und genau da – zwischen den Zeilen – erlebt man auch als Erwachsener einen Film, den man sich trotz des schlechten Marketings und uneinladenden Trailers dennoch unbedingt ansehen sollte.
Ob nun das Herz ergriffen, man vielleicht hier und da doch vom Plot erwischt wird, oder man einfach nur die selige Natürlichkeit dieser wahrhaft fantastischen Story in seiner wohlbehüteten Atmosphäre genießen darf – dieser Film ist es wert, ein .kinoticket dafür zu lösen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Es war nicht nur ein fulminanter Start in einen Reigen von herrlichen Filmen, sondern auch ein krönender Abschluss mit einer neuen Art Kino, das wieder an einem Punkt angekommen ist, der die Auswüchse und Verirrungen der letzten Jahre hinter sich lässt und erneut etwas Traditionelles liefert: Richtig gutes Kino mit Geschichte, Emotionen und einer ungekannten Stärke, die nichts Böses braucht, um auf der Leinwand zu überleben und in den Herzen der Menschen zu funktionieren.
Traut euch – dieser Film ist es wert.

 
Nachspann
berührt mit seiner anfänglichen Animation im Detail und blendet danach ins übliche ab. Geht also langsam raus.

Star Trek Beyond

In der Vergangenheit haben sich zwei extrem große Welten jeweils miteinander bekriegt: Die als extern handelnde, vielschichtigere Charaktere aufweisende und coolere Star Wars-Generation vs. die introvertierte, Handlung auf der Brücke stattfindende und vergleichsweise langweilige Star Trek-Mannschaft. Beide haben nun einen gemeinsamen Nenner: Produzent J.J. Abrams, der nun beide Lager in seiner Person vereint.
Was ich beim großen Vorbild noch mangelhaft und fehlend empfand, hat man in Zusammenarbeit mit Fast & Furious-Genie Justin Lin nun in Star Trek Beyond zu seiner Vollkommenheit geführt, denn die Langeweile bei dem dritten Teil des Reboots des vormals 10 Filme umfassenden Movie-Ensembles der Sternencrew gehört nun endgültig der Vergangenheit an.
Man mag sich über die neue Besetzung der Truppe aufregen oder sie als gegeben hinnehmen, ich für meinen Teil gehöre zu denen, die langsam kapieren, dass vergangene Zeitalter abgeschlossen werden und definitiv neue Gesichter die Bildflächen bevölkern, die der nächsten Generation als Vorbild dienen und somit meinereiner zum alten Eisen abstempeln. Ob dies nun bedauerlich oder erfrischend ist, vermag jeder für sich selbst beantworten.
Fakt ist, dass mit dem Reboot der Star Trek-Reihe auch eine völlig neue Machart konzipiert wurde, die hier wieder ganz klassische Akzente setzt und nicht nur Gesagtes erneut über den Filmtisch spulen will, sondern auch an bekannten Traditionen anknüpft, die beispielsweise seinerzeit wegweisend für die kulturelle Entwicklung der Gesellschaft waren und deutliche Akzente im Umgang bezüglich Toleranz und Harmonie gesetzt haben.
Dieser unterschwelligen Kritik bedient man sich auch weiterhin und führt somit ein großes filmisches Vermächtnis in die Hände jugendlicher Menschen, die auf ihre Art und Weise neu erkennen dürfen, wieviel Potenzial in unserer Rasse steckt und was man alles so aus sich rausholen kann.
In punkto Action und Abholwucht nimmt man sich hier ein deutliches Beispiel an dem soliden Fundament von Justin Lin, der seine Übertreibungsfehler aus dem Auto-Franchise bereut und diesmal – obgleich die Handlung sehr viel größer angelegt und das Spielfeld um Welten erweitert wurde – durchaus auf dem Boden der Glaubwürdigkeit bleibt und keine Lächerlichkeiten zur Schau stellt, die am Image des Films Schaden hervorrufen könnten.
Man wird als Zuschauer abgeholt, man genießt den trockenen Humor zwischen Captain Kirk und Spock und erfreut sich sowohl an grandiosen Action-Spektakeln alswie genauso an verbalen Diskursen, die an dieser Stelle nicht eingefleischten Englisch-Könnern durchaus zu schaffen machen könnten. Die dialoglastige Tiefe ist definitiv erreicht und füllt die Zeit erholsam auf, die man nach dem großartigen Abholen und Auf Trab bringen am Anfang des Films hat.
Die neue Crew erledigt ihre Dinge in meinen Augen genauso gewissenhaft und wohlüberlegt, auch wenn manch einer wohl nicht mit der etwas flachsigen Art von Chris Pine zurecht kommt, der hier wieder eine Nachfolgegeneration repräsentiert, von der sich ältere Semester per se angegriffen fühlen dürften, da hier keinerlei Bezug zum nachdenkenden Vorläufer hergestellt wird, sondern die Schauspieler ihre Rollen hervorragend kopieren und auf ihre Weise mit Leben füllen.
Ebenfalls erwähnenswert und vollständig ins Bild passend ist der neue Look der Filme, der hier in kühl gehaltenen Farben eine moderne, aber dennoch simple Welt konstruiert, die nichts von der ehemaligen Einfachheit gegenüber Star Wars einbüßt, aber dennoch vollständig modernisiert wurde und somit altes hinter sich lässt und neue Wege beschreitet, was wiederum proklamiert, dass man tatsächlich Neues schaffen möchte und keine ausgeleierten Kopien herstellt.
Und zu meiner allergrößten Freude war der endgültige Schritt nach draußen, der die Handlung nun in eine Welt wirft, die in Beyond einfach nur tierisch Spaß macht und Ängste wohl eher bei den Überlegungen aufkommen lässt, wie das nun weitergehen soll. Toppen sie sich im nächsten Teil selbst, läuft man wieder Gefahr an Übertreibung zu kranken, fahren sie zurück, mag man das als Blockade im Erzählfluss empfinden – der Grat ist auf jeden Fall schmal, auf dem man sich jetzt bewegt und in meinen Augen genau richtig austariert, um zwischen technischer Größe und schauspielerischem Talent eine Ausgewogenheit auf die Leinwand zu produzieren, die im Herz des Cineasten pure Freude aufkommen lässt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: Das hier ist der beste Star Trek dieses Jahrzehnts, den die Reihe seit dem Reboot erlebt hat.
Man läuft in genau die richtige Richtung, man hat filmisch den Zenit der Wohlgeborgenheit erreicht und konfrontiert die Zuschauer nicht nur mit ausgewogener Story, sondern auch mit satten Effekten und trächtigem Dialogreichtum.
Und genau diese Art von Film wünscht man sich doch, wenn man von Popcorn begleitet den Saal betritt und einfach nur einen verdammt geilen Kinoabend erleben will.
Also nutzt die Gunst der Stunde und abonniert euch den Männerabend im CinemaxX morgen bzw. kauft eure .kinotickets ab Donnerstag, wenn das Teil offiziell in den Kinos anläuft. Es lohnt sich endlich wieder einmal!

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Szenen, allerdings dürfte das Ende der Story noch lange nicht erreicht sein.

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