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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Kevin Hart

Mein Bester & Ich

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© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Da ist er: Der Film des Grauens, vor dem sich zur Zeit alle fürchten: Wie kann man nur wagen, solch einen französischen Erfolg in Amerika rezuproduzieren und daraus halbgaren Mist zu gestalten, der das Original in allen Maßen angreift und kaputtschlägt?

Solche Töne hört man schon, seitdem der .trailer aufgetaucht und die Poster in den Aushängen eingetroffen sind: Und ja, auch ich hab mir gedacht: Wozu? Lasst es doch einfach und macht die Story nicht weiter kaputt!

Haben sie aber. Remake bedeutet sowas glaube ich immer.

Aber!!! Es ist nicht so schlimm, wie ihr vielleicht glaubt! Wirklich nicht.

Das Problem ist hier ganz klar der Vergleich, und der Film macht (1. Pluspunkt) keinen Hehl daraus, basierend auf dem französischen Original geremaked zu sein. Man kommuniziert also öffentlich, was Sache ist und verkauft sich nicht als eigenen Erfinder.

Punkt 2, der positiv auffällt: Der Cast. Hier wurde hochrangig geerntet und in die Besetzungscouch gerufen, es sind allesamt Könner, die ihr Handwerk verstehen und ein wirklich gutes Bild abgeben – nicht nur Bryan Cranston, sondern auch alle um ihn herum. Man mag sich um den Humor von Kevin Hart streiten, den fand ich auch nicht auf den Punkt getroffen und der sagt mir persönlich überhaupt nicht zu, das bedeutet aber nicht automatisch, dass ich den Film deshalb vollständig verdammen würde – auch wenn er das Original schwer schädigt.

Dann hat man sich die Mühe gemacht und weite Teile der Erzählung so geändert, dass auch Ziemlich beste Freunde-Kenner etwas Neues vorgesetzt bekommen und man eben doch wieder in den fiktionalen Bereich abdriftet und mehr auf Musical / Oper setzt, was für amerikanische Verhältnisse dann doch ein sehr gewagter und vor allem mutiger Schritt ist, da man sich hier quasi in kulturelle und “französische” Gefilde bewegt und damit meines Erachtens schon sehr viel riskiert.

Das einzige Problem in meinen Augen ist tatsächlich der fast unumgängliche Vergleich mit Ziemlich beste Freunde, der sich absolut nicht verhindern lässt und den man als Zuschauer vollkommen ausschalten muss, um sich irgendwie darauf einlassen zu können.

Bei mir hat’s nach ca. 40 Minuten dann “klick” gemacht und ich konnte dem Schauspiel und der Story genügend abgewinnen, weil der Film eben doch nicht schlecht ist, sondern durchaus sein Dafürhalten begründet und seine Existenzberechtigung hat. Dass dies extrem schwer ist, erkenne aber auch ich gebührend an.

.kinoticket-Empfehlung: Was ihr draus macht, müsst ihr entscheiden: Wer die Hürde überwindet und auf den Vergleich zum unangefochtenen Original verzichten kann, erlebt einen wirklich sehenswerten Film mit tollem Cast und rühmlichen Darbietungen.

Der Weg dort hin ist steinig und es fällt zumindest europäischen Zuschauern immens schwer, darüber hinweg zu kommen, da der “Hass” auf das Remake tatsächlich irgendwo vorhanden ist und auch begründet – auch der .trailer konnte nicht überzeugen, der Film braucht zwar etwas, schafft in meinen Augen dann aber so viel Charme, dass man am Ende doch irgendwo berührt ist.

Nachspann
❌ bringt nichts weiter, nach der Schwarzblende darf man raus.

Kinostart: 21. Februar 2019

Original Title: The Upside
Length: 118 Min.
Rated: FSK 6

Night School

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© 2018 Universal Pictures International

 

Abendschule, wie der dumm übersetzte deutsche Titel heißen könnte, spielt mit Kevin Hart und landet daher auch voll in dessen Metier. Wer mit ihm also schon immer nichts anfangen konnte, möge diesen Titel meiden. Wer mit seiner Humor-Klasse klar kommt, der erlebt einen Film, der mit fortschreitender Zeit tatsächlich immer besser wird und quasi in einem fulminanten Ende gipfelt. Je länger man also im Saal sitzen bleibt, umso besser wird es. Und diesen Fakt hat es eigentlich schon ewig nicht mehr gegeben, denn normalerweise wird’s mit fortschreitender Zeit ja eigentlich immer lahmer, bis es schließlich enttäuschend endet. Nicht hier.

Und haltet euch dabei bitte immer vor Augen, dass die Grenzen zu Hart‘s Verständnis von Humor und Comedy dabei niemals überschritten werden und auch kein Dwayne Johnson die Show retten könnte, was viele noch bei Central Intelligence erlebt haben. Es mag also Enttäuschungen geben von Menschen, die hierzulande ins Kino wanken, in den USA hat das Teil inzwischen die Toplisten erklommen und erfreut sich bester Beliebtheit – und dort passt der Film auch irgendwo hin.

Der Humor bleibt sich selbst absolut treu und trägt vollkommen Hart‘s Siegel: Dumm genug, um nicht elitär zu wirken oder auf normaler Ebene wahrgenommen zu werden, aber eben auch gut genug, um nicht als Schund abgestempelt zu werden und in die unterste Schublade abzurutschen: Wer in vergangenen Filmen hier und da lachen musste, sollte den Titel auf jeden Fall mitnehmen und die bitterbösen ersten Minuten überstehen, denn die sind erstmal sehr merkwürdig und reizen stark, den Saal einfach zu verlassen und sein Geld zurückzufordern.

Aber dann kommt so etwas wie “Niveau” in die Geschichte rein und man spürt, dass hier eben keine Schulklassensprecher am Werk waren, sondern schon Erfahrung und auch eine Portion Geld drin steckt und die Gags immer Ausgewählter werden und so mancher “Wow”-Moment auf der Bildfläche erscheint. Und das macht aus dem Ding am Schluss dann eben doch einen Kinoabend, der nicht völlig für die Katz war, sondern sehr wohl zu unterhalten wusste, auch wenn davon später vielleicht nicht zwingend etwas hängen bleibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Je länger, desto besser: Wer am Anfang raus rennt, verpasst die besten Szenen, denn der Film wird mit fortlaufender Zeit immer besser.

Night School ist absolut Kevin Hart: zu schlecht, um ihn hier in den Himmel zu loben, und gleichzeitig zu gut, um ihn deswegen nicht gesehen zu haben: Wer mit seinem Humor klar kommt, erlebt hier vielleicht den besten Film, den er je gedreht hat.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Night School
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Jumanji – Willkommen im Dschungel (3D)

Kürzlich hatte man ja das Vergnügen und konnte sich – völlig kostenfrei – nochmal dem Genuss des Originals aus dem Jahre 1995 mit Robin Williams und Kirsten Dunst hingeben.
Wer dies tat und anschließend das .kinoticket für die Fortsetzung gelöst hat, wird erstaunlich viele Parallelen festgestellt haben, die – ganz nach unserer Zeitalter-Manier – hier erfrischend nüchtern aufgearbeitet wurden.
Was mich daran stört, ist die Dissonanz, die sich aus den Absichten ergibt, weswegen man damals respektive heute solch einen Film gedreht hat. Hier macht einem die fortschrittliche Technik einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, der von mir zumindest überhaupt nicht positiv aufgenommen wurde.
Gehen wir also einmal zurück in der Zeit und begeben uns an die Anfänge der Entdeckungen, wofür man Filme alles nutzen konnte: Menschen zum Staunen zu bringen, Zauber und Magie aufleben lassen, Dinge erklären, die nicht erklärbar waren und sich den rationalen Fakten der Gegenwärtigkeit entzogen haben. Man durfte abtauchen in fremde Welten, die von den Regisseuren eigens geschaffen wurden und konnte frösteln, zittern, bibbern, fiebern oder sich leidenschaftlich in diese Realitäten verlieben und sie immer wieder besuchen.
Heute? Kennt jeder alles, weiß jeder alles und der Fakt, dass Erstaunliches nur noch CGI-Technik ist, fegt jedwede Magie und Zauber hinweg. Man kann nicht mehr staunen, weil alles offensichtlich ist und dieses Aufgeklärtsein steht dem “In eine fantastische Welt entführen”-Prinzip einfach im Weg.
Dadurch entwickelt sich schnell Langeweile, die beim Sichten der teils kopierten Filmelemente entsteht, da sich der Zuschauer nicht mehr in eine magische Geschichte gefangen nehmen lassen kann, sondern quasi mehr oder weniger dazu verdammt ist, eine Aneinanderreihung von immer besseren Effekten über sich ergehen zu lassen, die das damals schon fragwürdige Prinzip des Inhalts jetzt einmal mehr durch den Projektor nudeln und dem Zuschauer schmackhaft machen wollen.
Kommen wir nun zu den negativeren Punkten: Der zwanghafte Drang, hier unbedingt wieder die biologisch-religiös-politisch-fundamental-grandiose Genderdiskussion einfließen zu lassen, deren Hauptargumente die rein lächerlichsten Banalitäten sind, die weder positive Aspekte auf den Tisch werfen, noch dem Film in irgendeiner Weise zuträglich wären. Auf deutsch: Dieses beschissene Frauen/Männer-Gezoffe, das sich derzeit fast überall auf den Leinwänden breit macht, erreicht ein neues Level der Lächerlichkeit und gräbt sich damit selbst das Wasser ab. Damit entweiht man den einst guten Gedanken dieser Ideen nun endgültig und zieht ihn mit unserem Un-Humor nun endgültig in den Dreck.
Dazu paaren sich dann ein paar “Modernisierungen”, die die damals eigentlich gar nicht so dümmliche Idee nun endgültig lächerlich machen, was dieses Werk nun definitiv zu einer schlechten Mutation des einst lustigen Klamauks macht.
Kann man sich Jumanji – Willkommen im Dschungel deswegen jetzt überhaupt nicht ansehen?
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film ist die konsequente Fortsetzung seines Originals, der gut an die alte Story anknüpft und sie genauso konsequent mit immer mehr mangelndem Humor und Intelligenz anreichert, um daraus letztendlich eine Gender-Lachnummer zu machen, die sich selbst eigentlich nur noch im Weg steht.
Die Magie und der Zauber, den der spinnige Williams seiner Zeit noch inne hatte, ist quasi von CGI und 3D-Gewalt verdrängt worden, wer jedoch mit abscheulich niedrigen Erwartungen da rein geht, erlebt für heutige Verhältnisse mittelmäßiges Popcorn-Kino.

 
Nachspann
in bildhafter Form kommt keiner mehr, wer möchte, kann ihn abwarten – sollte aber keine zu großen Er-Wartungen haben.
Kinostart: 21. Dezember 2017

Captain Underpants

Na, wer von euch hat Kinder und kennt diese Bücher? Mir hat der ganze Mythos bis kurz vor der Kinovorstellung rein gar nichts gesagt und ich konnte deshalb völlig ohne Vorbehalte da rein.
Naja, nicht völlig ohne. Ich mein: “Captain Underpants“? Stellt euch mal vor, die obercoole Jugendclique steht am Tresen im Foyer eines Kinos und zieht Streichhölzchen, wer jetzt zur Kassendame “4x Captain Underpants bitte” sagen darf …
Das mutet doch fast schon so “Psst … Hey … hier …. Rotlichtviertel“-mäßig an, weil der Titel für einen Erwachsenenfilm einfach total beschissen ist. Aber nunmal den Geschichtenheld bezeichnet. Und in meinen Augen absolut kein Kinderfilm ist.
Natürlich, wir reden hier von Animation, natürlich, es geht scheinbar um Babys, weil “Underpants”. Natürlich, dann muss es ja ein Kinderfilm sein. Wer stellt hier schon den Bezug zur Superheldenkostümierung in den Blockbustern an… Nur: Der Humor ist dermaßen komplex, überirdisch gut und abnorm verflochten, dass die Kinder dafür schon weit ans Hochbegabten-Niveau heranreichen müssen, um all die versteckten und teils auch offensichtlichen Hinweise überhaupt verstehen zu können.
Und damit wären wir bei der seriösen Erwachsenen-Gruppe, die am Tresen steht und “4x Captain Underpants bitte” sagt … genauso unvorstellbar.
Ihr seht das Problem: Ich hab keine Ahnung, wie ich euch davon überzeugen kann, dass ihr unbedingt in diesen Film müsst. Der ist noch erwachsener als es Die Simpsons sind, die augenscheinlich auch für Kids, in ihren Inhalten aber eher an Erwachsene gerichtet sind.
Captain Underpants schnürt da das Areal zur Kindheit noch viel enger und spricht nur Erwachsene an – und das auf einem extrem lustigen, tiefgründigen (oh ja!!!) und unterhaltsamen Weg, der viel zu schade dafür wäre, um in der Nische zu verkommen.
Ich würde ihn frühestens ab 20 Uhr zeigen und damit rechnen, dass sich dabei dann eher die 23-Uhr-Vorstellungen füllen, weil da die Straßen dunkel genug sind, dass sich heimlich die Pärchen in diesen Film verirren können, um anschließend zu verkünden, dass man “noch im Kino gewesen sei”.
“Welcher Film?”
“Einer, den du dir unbedingt anschauen musst! Wir haben lange nicht mehr so gelacht!”
Und damit hätten wir eine Mundpropaganda-Maschine, die dafür sorgt, dass dieses Machwerk hierzulande ein Erfolg wird, der weiter befeuert, dass die Folgefilme auch noch gedreht werden, denn: Bücher gibt es mittlerweile einige davon.
Und ja, ich bettele auf Knien darum, dass man die allesamt verfilmt und hier nicht auf Gewinnspanne oder Umsatz schaut, weil genau diese Art von Unterhaltung eine Nische aufblühen lässt, die heute eigentlich keiner mehr bedient: Animation für Erwachsene auf Basis eines Humors, der meines Erachtens ungeschlagen ist.
Ich hatte während der Vorstellung auf jeden Fall unfassbar viel gute Laune, musste elends oft lachen und wäre am liebsten direkt nochmal reingegangen und kann daher jedem nur empfehlen:
 

.kinoticket-Empfehlung: Trinkt euch Mut an, ordert ein paar Tickets für diesen “Captain-Film” und habt anschließend unglaublich viel Spaß im Kino bei Lachsalven, die euch teilweise die Dialoge nicht mehr verstehen lassen.
Und lasst eure Kinder zu Hause. Es ist zwar nicht schlimm, wenn die mit im Kino sitzen, aber diejenigen, die danach am meisten beglückt wieder auf die Straße rennen, seid ihr und nicht eure Nachkommen.

 
Nachspann
Auf jeden Fall mitnehmen, da kommt noch eine Sequenz.
Kinostart: 12. Oktober 2017

Central Intelligence

Die Vorschau erinnerte fast ein wenig an Ride Along – Next Level Miami und warb mit dem gleichen durchgeknallten Witz, obgleich hier schon angedeutet wurde, dass dank Dwayne Johnson und Kevin Hart sehr viel höheres Niveau prognostiziert und erreicht werden würde als in oben erwähntem vergleichbarem Film.
 
Und genau diese undurchsichtige neue Art von Humor wurde hier auch auf die Tischplatte geschmissen und anschließend genüsslich zerlegt. Man bekommt, was keiner erwartet hat und das in überraschend gutem Zustand.
Dass ich immer so mit Komödien hadere und selten erreicht wird, dass ich mich wirklich gut unterhalten fühle, weiß der gediegene .kinoticket-Blog-Leser ja jetzt schon länger. Wenn ich nun also schreibe, dass mich dieser Streifen durchaus vergnügt hat und ich nicht nur mehrere Male schmunzeln, sondern hier und da auch herzhaft lachen konnte, so kann man sich sicher vorstellen, mit welchem Stil hier gearbeitet wurde und wieviel Klasse man in dieses doch recht abgedroschen wirkende Genre impliziert hat.
Fest steht, dass man das Werk längst nicht nach dem Titel beurteilen darf und sich vorher zumindest den Trailer anschauen sollte, um einen Einblick in die Geschehnisse zu bekommen – denn: Diesmal wird auch hier nicht zu viel verraten und es bleibt im Film genügend Spielraum, um die Geschichte trotzdem spannend zu halten und keine Langeweile aufkommen zu lassen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fazit bekommt man hier einen frisch-vergnüglichen Film, der den langersehnten Sommer zumindest gefühlstechnisch auf die Leinwand bringt und hier aus einem Thema, das längst ausgeschlachtet ist, nochmal etwas völlig neues rausholt und dem Zuschauer unterbreitet.
Hart und Johnson machen hier wirklich ganze Sache und überraschend mit gelungenem Witz und viel Grund, seine Lachmuskeln anzustrengen.
Wer spaßige Unterhaltung ohne viel drumrum sucht, ist mit diesem Titel mega gut bedient!

 
Nachspann
darf ruhig abgewartet werden, auch hier spart man nicht mit gelungenen Überraschungen

Ride Along – Next Level Miami

Dass Humor nicht immer der leichteste Part beim Filme machen ist, haben wir ja längst festgestellt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und nirgendwo spürt man das im Kino so sehr wie bei Komödien. Demnach ist es immer ein Spiel auf Messers Schneide, wenn sich ein Autor an humoresken Stoff wagt und somit die breite Masse anzusprechen versucht.
Mit Ride Along – Next Level Miami geht inzwischen der zweite Teil dieser Reihe an den Start und feiert diese Woche seine Kinopremiere bei uns in Deutschland. Dass hier offensichtlich wieder viel geblödelt wird, war schon im Trailer unübersehbar und auch der Film steigt gleich mit klaren Ansagen ein. Als Zuschauer braucht man vielleicht eine Weile, um damit warm zu werden, landet jedoch alsbald in der Küche warmherzigen Irrsinns und erlebt einen Film, der sich um Regeln keinen Deut schert und gnadenlos sein Ding durchzieht.
Damit zeigt man dem Zeitgeist einfach die kalte Schulter, lässt technische Errungenschaften sowie moderne Plattitüden weit hinter sich und orientiert sich dabei eher an klassischer Filmkunst, die gleichzeitig eine Sehenslust hervorruft, weil sämtliche Aufreger modernen Massenwahnsinns quasi schon per se ausgeschlossen sind.
Die beiden Hauptdarsteller liefern sich hier einen Schlagabtausch, der die offizielle Presse wohl wie schon beim ersten Teil nicht überzeugen wird, da hier wirklich die Blase zu einer Nische geöffnet wird und sich alles weitere da drin abspielt. Den Bezug zur intellektuellen Elite der Nation kann man also auch im zweiten Teil nicht herstellen, was jedoch keinen Unterschied dazu macht, dass auch hier auf eine schwer ergründbare Weise eine Form von Humor an den Tag tritt, die unterhält, mitreißt und bei der man sich nicht fremdschämt.
Das Ding läuft und macht Spaß und erhebt keinen Anspruch darauf, perfekt sein zu wollen oder in irgendwelche abgehobenen Welten abzudriften und genau diese Bodenständigkeit, das Jonglieren mit Verbalhumor, die Leichtigkeit und die nicht verblödete Story machen aus Ride Along 2, wie der Titel im Original sinnigerweise heißt, einen richtig guten Film, der ganz entspannt zum Schmunzeln einläd.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich denke, wer mit dem Trailer gut klar kam, der wird an dem Film seine helle Freude haben.
Die Story ist solide, die Gags erwärmen sich gegenseitig und allein die Kulisse bietet Raum für geistige Exploration und schiebt in einer kalten Jahreszeit Gemütlichkeit und Wärme in den Raum.
Kitsch und Klischee werden hier nach Manier der 90er auf den Tisch geschmissen und damit dafür gesorgt, dass man sich entspannt zurücklehnen und die Show genießen kann. Humoreinlagen hat der Film genügend und der Fremdschämfaktor bleibt aus.
Definitiv Daumen nach oben – darf man sich gerne antun.

 
Nachspann
kommt keiner, man darf sich also verdrücken, sobald das Licht gedimmt wird.

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