Drei Schritte zu dir - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Filme über Krankheiten hat’s inzwischen einige im Portfolio der Movie-Industrie – immer mit dem faden Beigeschmack, dass hier kaum verwertbare Fakten auf der Leinwand erscheinen, sondern alles zugunsten der Dramaturgie an entscheidenden Stellen realitätsentfremdet wurde, um beispielsweise mehr Spannung zu erzeugen oder ähnliches.

Ich hatte die große Ehre, diesen Film bereits vorab mit dem Bundesvorsitzenden des Mukoviszidose e.V. Stephan Kruip zu sehen, mit dem ich hinterher ein sehr interessantes Gespräch führen durfte und der mir u.a. sagte, dass sich die Macher des Films tatsächlich sehr echt und extrem nah an den Alltag von echten Muko-Erkrankten gehalten haben.

Einziger Kritikpunkt: Im Film wird hin und wieder von “ZF” gesprochen, was laut unseren altbekannten Übersetzungshelden die “gängige Abkürzung für Zystische Fibrose” sein soll – dies stimmt nicht, sondern wird im Alltag von Betroffenen tatsächlich ebenfalls “CF” genannt – also “Cystic Fibrosis”.

Der Rest vom Film spiegelt tatsächlich die echten Probleme unfassbar realitätsgetreu wieder und erklärt einmal mehr eine Krankheit, von der die Allgemeinheit wenig zu wissen scheint.

In Deutschland sind hiervon derzeit rund 8000 Menschen betroffen. Was eine seltene Krankheit im Leben für einschneidende Wirkung haben kann, weiß ich aus eigener Erfahrung, meine Abkürzung ist “EoE” (für Eosinophile Ösophagitis) was in Deutschland ungefähr 300 Menschen haben. Ich kann also extrem gut nachvollziehen, wie es ist, wenn von der Leinwand auf einmal Verständnis, Mitgefühl, Offenheit und wahre Erklärungen sprudeln, die man den Menschen vor die Nase halten und sie damit in ihrer “Ratschlägerei” ruhigstellen kann.

Das Gefühl, verstanden zu werden, ist etwas Unbezahlbares. Das Gefühl, etwas zu haben, woran man sich orientieren kann, wenn jemand im Umfeld von dieser Erkrankung betroffen ist, etwas ebenfalls Beruhigendes und Haltspendendes. Beides liefert Drei Schritte zu dir par excellence und stellt ein mögliches Leben zweier Betroffener – unglaublich gut gespielt von Haley Lu Richardson und Cole Sprouse – nach.

Ihr solltet also nicht nur aus Informationsgründen unbedingt diesen Film anschauen, sondern auch, damit ihr wisst, was ihr empfehlen könnt, wenn jemand in eurer Umgebung unter dieser Krankheit leidet.

Außerdem darf man sich in solchen Fällen auch sehr gerne an den Mukoviszidose e.V. wenden:

Mukoviszidose e.V.
In den Dauen 6
53117 Bonn

Tel.: +49 228 98780-0
E-Mail: info@muko.info
www.muko.info

Dort ist quasi die “Anlaufstelle” für diese Krankheit, bei der euch geholfen wird, weitere Schritte zu gehen und die sehr dafür kämpfen, dass diese Erkrankung mehr Bekanntheit erreicht und medizinisch besser gefördert und unterstützt wird.

In Bonn sitzt der Bundesverband, unter dessen Dach auch noch einzelne Regionalverbände agieren, nähere Auskünfte darüber erteilen euch gerne die Mitarbeiter am Telefon oder via E-Mail. Schaut also gerne auf der Website vorbei.

.kinoticket-Empfehlung: Perfekt recherchierte medizinische Fakten innerhalb einer wunderbaren Geschichte, die nach Lebensbejahung schreit und mutigen Schrittes Zeugnis davon ablegt, wie in diesen außergewöhnlichen Situationen miteinander umgegangen werden kann.

Nachspann: Muss man nicht zwingend abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 20. Juni 2019

Original Title: Five Feet Apart
Length: 117 Min.
Rated: FSK 6