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Tag: Kristen Wiig

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (3D)

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© 2019 Universal Pictures International

Nachdem der 3D-.trailer in den Sälen mit Brille auf dem Kopf schonmal richtig gezeigt hat, wo es demnächst langgeht, war auch bei mir die Lust geweckt, endlich die beiden Vorgänger zu sichten und mit vollem Karacho in den neuen Teil dieser Story einzutauchen: How to Train Your Dragon hat Erfolgsgeschichte geschrieben und ist nicht umsonst jetzt schon bei der Trilogie angelangt.

In Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt stürzen die Protagonisten erneut in ein Abenteuer, indem es um Mut, Kraft, Kampfgeist und Stärke geht. Und dabei fährt man allerhand optische Hochgenüsse auf, die dem Kino wieder mal seine besten Reserven entlocken und auf der Leinwand sowie im Saal für richtig Krach und Gaudi sorgen. Das Zusammenspiel zwischen den Hochglanzfarben, der gestochen scharfen Optik und dem bildschönen 3D sorgt in Verbindung mit einem super Soundtrack und eindrucksvollen Szenerien allein schon für ein Erlebnis, dass sich sehen lassen kann.

Und da ist wirklich für jedermann etwas dabei. Klar mögen die Dialoge hier und da etwas kindlich erscheinen und das Zielpublikum mit zwei schielenden Augen auch der jüngeren Riege angehören, dennoch ist ebenfalls für Erwachsene ein Event geboten, dass eines Kinos würdig ist und bei dem man nicht zwingend auf die Heimkinoveröffentlichung warten sollte.

Ich vertrete immer noch die Ansicht, 3D gehört ausschließlich in die Säle und niemals nach Hause, weil dort definitiv nicht die Atmosphäre und das Momentum erzeugt werden kann, wie auf dem richtigen Sitzplatz im Kino. Schon allein deshalb sollte man zum .kinoticket greifen und die Chance wahrnehmen.

Doch auch der Plot hat es in sich und weist eine gewisse “Süßheit” auf, die nicht von der Hand zu weisen ist und die sich damit in das Protegé der Vorgänger nahtlos einfügt. Auch hier sollte man die “3” im Titel etwas ignorieren und sich keine falschen Vorurteile in den Schädel setzen: Enttäuschungen bleiben auch an dieser Stelle sicher aus.

.kinoticket-Empfehlung: Der Gang ins Kino lohnt sich definitiv: Die Optik, 3D, der Sound und das Inhaltspaket passen derart stimmig zueinander, dass einem auch als Erwachsener hier ein Event geboten wird, dem sich niemand verweigern sollte.

Süß erzählt, ergreifend bebildert und majestätisch inszeniert setzt man die Erfolgsreihe fort und liefert nun den dritten Teil dieser Saga in technisch einwandfreiem Zustand für die Großbildleinwand ab.

Setzt eure Heimkinos auf Pause, verzichtet auf den “Ich warte, bis er …”-Satz und pflanzt euch mit Groß und Klein ins Kino und genießt den Film dort, wo er hingehört: Auf dem Big Screen!

Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, am Schluss folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Downsizing

Dass wir auf der Welt bevölkerungstechnisch langsam Probleme kriegen, dürfte ja mittlerweile jeder irgendwo mal gehört haben. Seit Jahren predige ich auch, dass Hollywood dabei immer den gedanklichen Vorreiter spielt und bereits Szenarien ausgearbeitet hat, die für unsere Kinder und Kindeskinder dann Realität zu sein scheinen.
Siehe Star Trek: Selbstöffnende Türen – für unsere Eltern Science Fiction, unsereiner wundert sich bei den Geschäften, wenn es mal nicht so ist. Oder den “Boardcomputer” am Handgelenk … wer von euch trägt heute kein Smartphone bei sich?
Klar sind das jetzt Beispiele, die mit dem Inhalt dieses Films nicht sonderlich konkurrieren können und wohl auch etwas an den Haaren herbeigezogen sind, aber genau da betritt unsere Generation nun ein Gedankenexperiment, dass gleichermaßen interessant wie unterhaltsam ist und zumindest die Diskussion um derlei Probleme ein wenig in Schwung bringt – auch wenn es völlig utopisch und bislang unvorstellbar ist.
Nun muss man ja nicht ständig mit der “Das ist absolut lächerlich”-Keule im Kinosessel sitzen und sich permanent darüber aufregen, wie unrealistisch dies oder jenes ist, sondern darf sich ziemlich witzig ins Entertainment hineingleiten lassen, um einfach mal wieder ein wenig Spaß zu haben und dabei dennoch unterschwellig ernsthafte Probleme anzureißen, die uns in den nächsten Jahren sicherlich irgendwo begegnen werden.
Was meiner Meinung nach auch unbedingt erwähnt werden muss: Christoph Waltz – großartige Performance und einfach geiler Charakter, den er wieder erstklassig umsetzt und damit für jede Menge Lacher sorgt.
Damit erhält man mit Downsizing gut gelaunte Mittelklasseunterhaltung, die jetzt kein “outstanding” bei den Bewertungen verdient, aber auf keinen Fall von der Hand zu weisen ist, sondern durchaus für einen gelungenen Kinoabend sorgen kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tolles Experiment für zukünftige Sorgen, die diesen Planeten demnächst heimsuchen könnten, verpackt in witziger Kulisse, die gleichermaßen spannend wie unterhaltsam ist.
Der Gang ins Kino lohnt definitiv, denn zum Lachen werden genügend Anreize geboten und so etwas hat es in dieser (ernsthaften) Form auch noch nicht wirklich gegeben.
Daher: Sichtungsempfehlung.

 
Nachspann
Zu klein für noch mehr Stoff … daher: Rausgehen, Umwelt genießen.
Kinostart: 18. Januar 2018

mother!

Phew – jetzt wird’s selbst für Wortakrobaten schwierig. Darren Aronofsky ist ja sowieso kein unbeschriebenes Blatt mehr und für seine zweifellos verstörenden Filme bekannt.
Mit mother! beschreitet nun selbst er neues Terrain, dass im Vorfeld bereits in Venedig für mächtig verstörende Sequenzen in der Weltgeschichte gesorgt hat, was wiederum in vielen Köpfen nun für Unsicherheit und Zurückhaltung verantwortlich ist, der man auf keinen Fall nachgeben, sondern sich eines ganz klar und indiskutabel auf die Fahnen schreiben sollte: Den Film auf jeden Fall im Kino zu besehen, und zwar völlig unabhängig von dem, was jedweder Kritiker – also auch ich – dazu zu sagen haben.
Dass ich dem Mainstream sowieso nicht so sehr zugeneigt bin, hat sich ja inzwischen unmissverständlich herauskristallisiert. Damit ist mother! für alltagshassende Menschen wie mich gefundenes Fressen – und zwar nicht nur, weil ich den Punch in die Fresse der Normalität über alles liebe, sondern es einfach krass ist, wie sehr man die wackelpuddingartigen Persönlichkeiten in ihren Grundfesten erschüttern und mit wenigen Minuten auf der Leinwand völlig aus ihrem Alltagsweltbild herausreißen kann, so dass im Kinosaal nicht nur massenhaft offene Münder, sondern auch jede Menge erschreckte und angstvolle Fuck-Laute zu hören waren.
Und ja – hier bricht das Chaos aus, dass aus einem für mich wieder mal hervorragend inszenierten .teaser nun den dazu passenden Film liefert, bei dem man einfach mal so absolut gar nichts weiß. Auch nicht, wenn man ihn gesehen hat. Auch nicht, wenn man sich hinterher versucht, mit anderen darüber auszutauschen. Und damit ist Aronofsky für mich weiterhin das Genie, das er auch vorher schon war, nur eben jetzt in unglaublich viel besser.
Was genau jeder Einzelne nun in die immer eskalierenderen Szenen hineininterpretieren möchte und wie man sich den Plot hinterher selbst zurechtlegt, um daraus ein funktionelles Konstrukt zu machen, dass irgendwie in die Gedankengänge eines jeden passt, bleibt dem Zuschauer für sich überlassen.
Diese Abartigkeit (und ja, ich weiß, dass dieses Wort bei mir inflationär oft benutzt wird) bekommt mit mother! eine völlig neue Dimension, die anfangs verstörend, im Mittelteil verstörender und am Ende wortlos und unbeschreiblich wird, sich aber dennoch irgendwie zum Großen Ganzen zusammenstückelt.
Die Phasen der emotionalen Durchleuchtung einer Sache gereichen hier in Höhen, in denen normalerweise auch die Gedanken von Genies nichts mehr zu suchen haben – und überschreiten damit keine Grenzen mehr, sondern dringen in verbotene Zonen vor, die sich auch nicht mit FSK-16 Freigabe rechtfertigen lassen.
Ihr spürt so ein wenig meine unfassbare Begeisterung für dieses absurde Werk? Ich liebe es und werde mir wohl immer wieder davon ein Bild machen können. Wer weiß – vielleicht schaffe ich es noch in diesem Jahrhundert, mir einen passenden Reim darauf zu bilden und mich so tief in die Kaninchenlöcher vorzubeißen, dass ich irgendwann in den tiefsten Wurzellöchern den Anfang dessen finde und alles verstehe – und wenn es mein Leben kostet.
Genau das gehört für mich in die Kinosäle, die aus Gründen schwarz und nicht weiß sind. Genau das gehört für mich in jedes Wochenprogramm jeden Kinos, weil da eben mal nicht die Masse bedient und der familienfreundliche Schwulst übellaunig zusammengepresster Standard-Mainstreamscheiße mit einem passenden Namen versehen in die Scheinproduktionsmaschine geworfen wurde.
Hier offenbart sich eine völlig neue Interpretation von was auch immer, dass ohne Gnade und Erbarmen seine Schläge in die Gedankengänge normaler Menschen austeilt und damit auf Eskalation setzt, die ich liebe und vergöttere.
Und während am Markt geschlossene Unentschlossenheit darüber herrscht, ob man dem Werk nun Genialität oder Unfähigkeit attestieren soll, treibe ich mich wieder und wieder in die dunklen Höhlen der Glückseligkeit, um mir dieses Schauspiel wieder und wieder einzuverleiben.
Es ist der Gnadenschuss für die tödliche Allgegenwärtigkeit, die immer unerträglicher in den Lungen der Gesellschaft für den Erstickungstod sorgt und somit sogar den Standard-Zombies das Sterben neu beibringt.
Und da stehe ich daneben und man hört in den apokalyptischen Rängen am Ende der Welt das einsame Applaudieren eines glückseligen Jungen, der Kino über alles liebt: Meins.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ein Film dieses Attribut je tatsächlich verdient hat, dann dieser: Abgefuckt!
Aronofsky inszeniert hier mit meiner Lieblingsschauspielerin Jennifer Lawrence einen Reigen von Unverständnis, Desillusion und Normwidrigkeit, dass unterbrechungsfrei mit größter Aufopferung in die Klöten der Natürlichkeit tritt und uns damit das präsentiert, das ich auf dem höchsten Stuhl der Verehrung einmeißeln würde: mother!
Wer behauptet, er habe den Film verstanden, lügt.
Wer nicht ins Kino spaziert, um ihn sich dort mit Gurten am Sessel festgeschnallt anzusehen, ist blöd.
Wer anderen irgendetwas darüber erzählt, sollte besser seine Fresse halten und dafür sorgen, dass sie trotzdem ins Kino gehen.
Und darum vergesst, was ich oben darüber geschrieben habt und geht rein. Bitte!

 
Nachspann
sollte man bis zum Schluss anschauen und mir dann eine E-Mail schicken und erklären, was das alles soll. Im Ernst – kann damit jemand was anfangen?
Kinostart: 14. September 2017

Ich – Einfach unverbesserlich 3 (3D) (mit Gewinnspiel)

Am 6. Juli 2017 ist es wieder soweit: Dann bevölkern erneut landesweit die kleinen gelben Minions die Kinoleinwände und sorgen bei Jung und Alt für Spaß und Vergnügen!
Mit zwei bahnbrechenden Vorgängerfilmen und einem exklusiven Minions-Spin-Of sorgten bereits in den letzten Jahren die Macher Pierre Coffin und Kyle Balda für einen unglaublichen Hype, der weltweit für Aufsehen gesorgt hat.
Ein Schachzug, der weitreichende Folgen haben sollte und dem sich dieses Jahr ein weiterer Filmteil anschließen wird: Ich – Einfach unverbesserlich 3. Die Marke ist längst etabliert und hat in Ländern wie Japans bereits Platz 1 der lizensierten Spielzeugfiguren erreicht.
Der Bekanntheitsgrad ist enorm und Illumination Entertainment darf jetzt schon auf eine Einspielsumme von über 4,7 Milliarden Dollar zurückblicken. Diese Zahlen beweisen, dass man seine Publikmachung längst hinter sich hat und keinerlei Imagepflege mehr zu betreiben braucht, um beim Publikum anzukommen.
Vielleicht ist das der Grund, weshalb man jetzt mit dem Erzählspeed sehr viel langsamer wird und sich eher an dem Schema einer Fernsehserie orientiert, als zu viele Inhalte in einen Film zu packen, obwohl der auf der großen Leinwand gescreent wird.
Man munkelt ja, dass demnächst noch einige Filme kommen, in denen wir unsere Lieblingsbösewichter wieder zu Gesicht bekommen werden. Und damit eröffnet man einer Welt Tür und Tor, durch die zu gehen jeder Kinobesucher bereit ist – die Zuschauerzahlen des aktuellen Films werden es beweisen.
Wer jetzt jedoch glaubt, dass damit die Essenz der Filme streikt und man sich eher auf billiges Niveau herunterlässt, der irrt sich ein wenig. Klar, die Inhalte protzen nicht mehr so arg mit Einfallsreichtum und Eleganz, wie es in den ersten beiden Ich – Einfach unverbesserlich-Teilen der Fall war, dass man deswegen jetzt aber weniger zu lachen hätte oder betrübter aus dem Kinosaal fliegt, heißt das aber noch lange nicht.
Die Minions sorgen auch im aktuellen Teil für enorme Stimmungsaufhellung und machen wieder jede Menge Klamauk, den zu betrachten das .kinoticket definitiv wert ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch, wenn die Schlagzahl der Gags deutlich verringert wurde und man sich jetzt thematisch langsam ans Ausschöpfen der Möglichkeiten ran macht, bedeutet der neuste Teil über die Minions und Gru aktuell auch wieder enormen Spaß auf den Leinwänden.
Macht es zu einem weiteren Erfolg und zeigt, dass sich die Macher auch für die kommenden Teile anstrengen sollten, um hier nicht im Niveau abzusinken oder daraus etwas Alltägliches werden zu lassen, damit die kleinen gelben Bösewichter auch in Zukunft noch etwas besonderes für uns bleiben.

 
Nachspann
sollte man natürlich noch dabei bleiben, denn auch der wartet wieder mit einigen Überraschungen auf.
Kinostart: 6. Juli 2017
 
Gewinnspiel
Zum aktuellen Gewinnspiel gibt’s auch dieses Mal wieder eine kleine Aufgabe:
Postet euren Lieblingsfilm der Minions (“Ich – einfach unverbesserlich“, “Ich – einfach unverbesserlich 2“, “Minions“, etc.) unter diesen Beitrag oder auf Facebook in den Kommentaren und nehmt automatisch an der Verlosung teil.
Zu gewinnen gibt es dieses Mal eine Auswahl an verschiedenen Postern zum aktuellen Kinofilm, die von Illumination Entertainment / Universal Pictures International Germany gesponsort wurden.
Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 31. Juli 2017 – die Gewinner werden dann Anfang August ausgelost und bekommen ihr Plakat nach Hause geschickt.
Kurz und knapp:

  • Lieblingsfilm mit den Minions hier im Beitrag oder auf Facebook in den Kommentaren posten.
  • Mit etwas Glück im August ein Plakat der Minions zugeschickt kriegen.

Ich wünsche jedem viel Glück und natürlich viel Spaß im Kino.

Sausage Party – Es geht um die Wurst

ENDLICH wieder mal ein Trailer, den man im Nachhinein als richtig gut abstempeln kann: Es wird nicht zu viel verraten, man kriegt als Zuschauer Lust auf den Blödsinn und die besten Szenen sind im Film und nicht im Trailer.
Wie schon prophezeit herrscht hier keine Familienstimmung, sondern das Teil ist quasi ein totalitärer Tabubruch, der konsequent und mit irrsinnig viel Feingefühl zu den Grenzen des guten Geschmacks transportiert wird, so dass sicherlich der ein oder andere seine lieben Schwierigkeiten mit dieser Art Humor haben kann.
Dabei trennt man zu keiner Sekunde die Beziehung zum guten Niveau, sondern entlässt hier eine verbale Martial-Arts-Schlacht, die nicht nur unfassbar tiefgründig und gesellschaftskritisch ist, sondern mit Unterhaltungswert und einem für mich unfassbaren Feingefühl gesteuert wird, das niemals ins Bodenlose abrutscht, obwohl der Trip, auf dem die Macher beim Erschaffen dieses Werkes gewesen sein mussten, sicherlich episch war.
Denn genau so fühlt es sich an: Endlich wieder mal eine unglaublich kreative, neue, adaptive und parallele Welt, die einen so dermaßen aus dem Alltag rausreißt, dass eigentlich gar nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt, weil diese Schöpfung mit Sicherheit erst auf den zweiten Blick überdeutlich maskiert, was in der Realität unserer Gesellschaft so los ist.
Wessen Bedürfnis auf neue Sichtweisen für ganz alltägliche Dinge dieser Welt nicht gestillt ist, der findet hier den Quell seines Lebens und suhlt sich in einer modernen Denkform, die in dieser Weise noch nie die Massen derart beeindruckt hat.
Es ist faszinierend. Obwohl eigentlich selten über die Gürtellinie aufgetaucht wird, ist so viel Ehrgefühl, Spaß, positive Emotion und wunderbare Karrikatur der Echtheit in diesem Film versammelt, dass man meinen könnte, es handelt sich hier um ein hohes Stück Kunst, das abseits des Kinos bewertet werden sollte.
Mich hat es wahnsinnig beeindruckt und fast schon zum Lachen gezwungen. Auch an genügend Easter-Eggs und offensichtlichen Parodien wird nicht gespart – den Schöpfern ist nichts heilig gewesen – mit dem großen Unterschied, dass sie niemanden durch den Dreck ziehen, sondern auf intellektuell hohem Niveau parodieren.
Und genau diese Behauptung wird mir sicherlich von vielen zum Verhängnis gemacht werden wollen, denn die Reihen haben sich schon zur Vorpremiere gelichtet und gezeigt, dass hier genügend menschliches Potenzial ist, dass den Film einfach nur scheiße findet.
Jetzt zu sagen, man müsste sich darauf einlassen, wäre völlig falsch, wenn du wirst einfach von Anfang an mit reingezogen oder eben nicht. Mitgefühl, Mitfiebern, spannende Überraschungen und so unglaublich kreative Parallelen zum echten Leben spicken den Film bis ganz zum Schluss mit immer neuen Eindrücken und lassen hier nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen.
Wer denkt sich sowas aus?
Egal – hauptsache, es kommt auf die Leinwand und hauptsache, ihr rennt alle da rein – denn ich will unbedingt einen zweiten Teil davon haben und wenn möglich gern auch noch einen dritten. Diese frische Autorenbrise hat Hollywood schon seit langem gefehlt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Aus dem Realismus aussteigen und sich auf einen total irren Trip einlassen – einmal tief durchziehen und die restliche Show genießen!
Was hier aufgetischt wird, ist an Schöpfergeist und Kreativität kaum zu überbieten und bringt nicht nur Schwachmaten, sondern auch durchaus Begabte zum Lachen: Die Parodien sind hinterfotzig, tiefgründig und haben sich sehr wohl mit der Materie beschäftigt, die sie würdevoll durch den Kakao ziehen. Geht rein – ich will Leute haben, mit denen man darüber quatschen kann 😉

 
Nachspann
Musicalfreunde bleiben eh hocken, ob der audiophilen Bestückung des Nachspanns, eine After-Credits-Scene gibt es allerdings nicht, obgleich dieser Titel dafür mehr als prädestiniert wäre.

Ghostbusters: Answer the Call (3D)

Die Presse verteilte im Vorfeld schon mächtig Kritik an der Neuauflage von Ghostbusters, dessen Trailer – seien wir ehrlich – auch wirklich riesige Scheiße war.
Hatte ich Lust, in diese Vorstellung zu gehen? Nein. Definitiv nicht.
Bin ich trotzdem reingegangen? Was tut man nicht alles für seine Leser …
Und was soll ich sagen? Es war irgendwie die Überraschung des Tages.
Mir missfiel genau wie vielen anderen die Idee, Althergebrachtes nochmal zu verfilmen und dabei einfach alles aufs andere Geschlecht zu verlagern. Melissa McCarthy ist in meinen Augen auch ein zweischneidiges Schwert, in Spy – Susan Cooper Undercover fand ich sie überzeugend, im Rest eher nicht. Und die angeteaserten Gags in der Vorschau waren … naja.
Der Film selbst war dann aber wirklich überraschend gut. Klar ist es immer ein wenig nervig, wenn man sich in diesem stereotypischen Gehabe miteinander rumstreitet, aber das Gesamtkonzept passte irgendwie. Verblüffend und unglaublich gut gearbeitet wurde in der Technik, die hier nicht nur sensationelles 3D liefert, sondern mit ganz vielen kleinen Details die Liebe zum Film proklamiert und somit auf Ebene der Bildgestalter einiges liefert, das durchaus sehenswert ist. So wurden nicht nur die 3D-Effekte endlich wieder einmal in den Kinosaal verlagert und nicht nur in die Tiefe gezogen, sondern auch überraschend genial mit den “Rändern” der Leinwand gearbeitet, was im 3D-Spektrum ja eher selten ist.
Grundsätzlich waren die CGI-Effekte im lobenswerten Bereich, da hier nicht nur das übliche Blabla geliefert, sondern mit Einfallsreichtum gearbeitet wurde, der in sich schlüssig ist und den man meines Erachtens einfach nicht verurteilen kann.
Genauso beim Thema Sound. Ja, wir alle kennen und lieben das Original von Ray Parker Jr., aber ist das wirklich ein Grund, auf der neuinszenierten Version rumzuhacken? Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, man hat das Original mal nicht kaputt gemacht, sondern würdig in die neue Zeit transformiert.
Überraschend waren auch einige würdige Cameo-Auftritte, die hervorragend gecastet waren und irgendwo damit auch eine Art “Respekt” an den neuen Film verteilen, der hier eine Geschichte erzählt, die viele schon kennen, die deshalb aber nicht schlecht ist, nur weil man für den Trailer eben die übelsten Szenen zusammengeschnitten hat.
Hat’s Spaß gemacht? Jup.
Hat man bei den Beats mitgetanzt? Irgendwie auch.
War der Film jetzt wirklich so schlecht, wie jeder behauptet? Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man mit den miesen Erwartungen, die einem der Trailer einimpft, in den Kinosaal geht, dann erlebt man die Überraschung des Tages und geht hinterher vergnügt wieder aus dem Saal, denn die Gags sind weitaus besser als angenommen, die Technik überzeugt auf voller Länge und der Beat ist alles andere als schlecht.
Der Film hat unglaublich viel Potenzial und dabei so gut wie kaum welches verschenkt – aber es sollen ja noch weitere Teile folgen. Und die werde ich mir definitiv wieder mit viel mehr Lust zu Gemüte führen.

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Nicht nur, dass der gesamte Abspann animiert und bebildert ist, sondern danach kommt noch unglaublich viel Filmmaterial … wir reden hier fast schon von einem weiteren Film. Also nicht rausgehen!

Zoolander No. 2

Filme mit Ben Stiller und Owen Wilson sind in der Regel von Natur aus schrill und überzogen merkwürdig. Wenn dann allerdings im Cast noch Leute wie Justin Bieber, Penélope Cruz, Katie Couric, Christiane Amanpour, Jane Pauley, Will Ferrell, Justin Theroux, Milla Jovovich, Joe Scarborough, Natalie Morales, Soledad O’Brien, Don Lemon, Billy Zane, Kristen Wiig, Kiefer Sutherland, Susan Boyle, Benedict Cumberbatch, Olivia Munn, Naomie Campbell, Willie Nelson, Katy Perry, Sting, Alexander Skarsgard, M.C. Hammer, John Malkovich, Anna Wintour, Alexander Wang, Marc Jacobs, Tommy Hilfiger, Kate Moss, Valentino Garavani, Dan Abrams, Mika und Rakim Mayers auftauchen, dann weiß man spätestens, dass es sich hier nicht um schrulliges altes Kino zweitklassiger B-Güte handelt, sondern ein Streifen generiert wurde, bei dem die Creme de la Creme sich zusammensetzt und ein Stück auf die Bühne zaubert, das Ansinnen, Edelmütigkeit und Esprit ausstrahlt: Zoolander No. 2. Und der Cast ist in meiner Aufzählung noch nicht vollständig!
Noch nie ist mir begegnet, dass im Abspann so oft Herself / Himself auf der linken Seite gestanden hat, wie in diesem Teil.
Mein Eindruck vom Film, der komischerweise nirgendwo angeteasert oder im Trailerpool der Filmindustrie aufgetaucht ist, war schlicht und ergreifend von dem Gedanken geprägt, dass sich die Mode- und Hollywoodgrößen hier zusammengetan haben, um der Welt etwas zu präsentieren, das sie nicht versteht.
Denn so doof und überzogen dämlich, wie man hier die Pointen der Geschichte darstellt, kann eigentlich gar kein Mensch sein. Das Problem dabei ist nur: Allein durch den gewaltigen Soundtrack und Filmscore schafft man es als Zuschauer absolut gar nicht, dem Glauben zu verfallen, hier wäre irgendwer nicht bei Sinnen. Schon in den ersten Minuten des Films denkt man: Bond bekommt Konkurrenz – und zwar gewaltige.
Ich habe mir den Spaß mal erlaubt und einem Freund ein paar Ausschnitte aus dem Score vorgesetzt, ohne ihm zu sagen, was das ist. Seine Reaktion: “Könnte aus einem Actionfilm oder einem anderen Filmepos sein.”
Right. Denn die Ohren gewöhnen sich nicht nur an das Mission: Impossible-Gefühl, sondern suhlen sich geradezu in dem professionellen Wahnsinn, der uns in farbigen Bildern hier auf der Leinwand begegnet.
Und diese Form von melodisch absolut größenwahnsinniger Kunst wird nicht von jedem verstanden. Aus diesem Grund spazierte auch der ein oder andere Zuschauer mit ärgerlicher Miene mitten in der Vorstellung plötzlich aus dem Saal und kehrte nicht wieder.
Und das ist auch mein Empfinden: Dieser Film wurde für Menschen wie Karl Lagerfeld gemacht und erinnert eher an den Governors Award als an die breite Masse. Hollywood feiert sich selbst und setzt dabei auf Kuchenstücke, die der Hansmüller von der Straße eben nicht kennt und auch nicht probieren will.
Verschwinden aus diesem Grund die Spielzeiten bereits wieder aus den Kinosälen?
Ich persönlich war inzwischen 2x drin und würde sofort auch noch ein drittes Mal gehen, denn eines ins ungeschlagen: Das musikalische Erlebnis und die ungezwungene Form von skurriler Kunst.
Und davor ziehe ich meinen Hut – auch wenn die Story absolut dämlich ist – ist das riesengroße Klasse.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier trifft sich die Creme de la Creme zur fürstlichen Abendgala und feiert sich selbst: Zoolander No. 2 ist nicht nur selbstironisch, sondern fährt mit einer Entertainmentproduktion auf, von der sich viele Abendshows eine große Scheibe abschneiden sollten.
Allein der Soundtrack ist es wert, sich diesen Streifen zu Gemüte zu führen. Auf den Rest muss man sich einfach einlassen und die unterschwellige Professionalität spüren, die Stiller hier mit seiner Produktion an den Tag legt.

 
Nachspann
hat ein ziemlich coolen Song als schrilles Musikvideo am Start, das man auf jeden Fall mitnehmen sollte. Danach kommt nichts weiter.

The Diary of a Teenage Girl

Sex ist salonfähig geworden. Das steht spätestens seit The Diary of a Teenage Girl fest, indes der Film in den 70ern spielt und eine Ära neu entfaltet, die von körperlicher Nähe geprägt war.
Der Durchschnittskinobesucher wird hier in einen Sturm von Bildern und Worten geworfen, mit denen die meisten scheinbar nicht klarzukommen scheinen, nicht anders lässt sich mir erklären, weshalb sich im Laufe der Spielzeit der halbe Saal stückweise leerte.
Was man hier bietet, sind Bilder, die nicht nur förmlich vor arte-Intellekt brüllen, sondern einen derart umwirbeln, dass man darin ertrinkt. Nischenkino feinster Güte mit schlecht spielenden Schauspielern – so denkt man anfangs – die eine Geschichte erzählen, die diverse Tabus nicht nur anreißt, sondern überwältigend bricht und grenzüberschreitend zur Schau stellt.
Genau hierin liegt scheinbar auch die Crux vergraben: Man weiß als Zuschauer jetzt nicht, ob man über die Dummheit, Naivität, bodenlose Provokation jetzt lachen (und humoristische Einlagen hat der Film durchaus genügend), oder sich angewidert zur Seite drehen und damit beweisen soll, dass man in Sachen Toleranz und “leben lassen” so rein gar nichts aus der Moderne gelernt hat.
Dass es sich hier nicht um Pornografie, sondern um durchaus wohlüberlegte Form von Kunst handelt, zeigen die immer wieder eingeflochtenen Comic-Animationen, die nicht nur ihren ganz eigenen Stil prägen, sondern wahrlich zu begeistern wissen.
Die adäquate Balance zwischen “ficken” und “Liebe” wird hier galant umspielt und immer wieder mit Ausbrüchen, Lehrversuchen, Moral und Rebellion umrissen – und genau das fasziniert einen, nachdem der Film zu Ende und ein, zwei Tage ins Land gegangen sind, dann doch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kost zum Abschalten und zu Gunsten der puren Unterhaltung ist das hier definitiv nicht.
Ein interessantes Gesellschaftsportrait der sexuellen Freizüge der 70er Jahre eingebunden in visuelle Achterbahnfahrten und tabubrechende Szenen dann doch. Hier muss man während des Schauens mitdenken, die Zeit und damals vorherrschende Moral verstehen und sich zudem in den Geist einer Teenagerin hineinversetzen können, die ihre ganz eigene Welt offenbart ohne dabei vorm Publikum vorgeführt zu werden.
Und diesen Scherenschnitt sauber und präzise auf die Leinwand zu bringen ist für mich hohe Kunst.

 
Nachspann
provoziert ganz zum Schluss nochmal recht nett 😉

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (3D)

Der Trailer rief bei mir zwar Sichtungs-Sehnsüchte hervor, brachte mein Herz jedoch nicht in Wallung, wenn ich daran dachte, dass mich dieser Blockbuster so richtig vom Hocker reißen würde. Irgendwie hatte ich das dumpfe Gefühl, dass einem hier großartige Mainstreamkost vorgesetzt wird, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und irgendwo ist es genau so gekommen. Der Film ist brillant, was Kulissen, Theatralik, verbale Auseinandersetzung und Thematik angeht und auch das 3D darf sich ruhmreich in der Sonne gelungener Arbeit baden. Hier gibt es wirklich kaum etwas auszusetzen.
Was die Geschichte und simple Kleinigkeiten angeht, war es teilweise aber doch kritikwürdig, zumal der Mars nicht das erste Mal Schauplatz fiktiver Geschichten ist, sondern schon oft in Hollywood als Ort des Geschehens oder Vorlage für SciFi-Horror herhalten musste. Die großartigen Überraschungen blieben also aus, die Ideen, mit denen man hier jongliert, driften aber teilweise ins Lächerliche. Stichwort: Tesa. Hier habe ich mir ernsthaft an den Kopf gefasst und mich gefragt, ob die das jetzt wirklich so meinen.
Positiv aufgefallen ist der ausbleibende Patriotismus, der zwar klischeehaft angerissen, jedoch nicht süffisant ausgelebt, sondern brav zurück in die Ecke gedrängt wird. Matt Damon leistet hier in seiner Nicht-ganz-One-Man-Show erstklassige Arbeit und wird auch andernorts für seine Darstellungen gelobt. Alles verhält sich sehr bodenständig, normal, ausgeklügelt und durchdacht – problematisch ist eben, dass es keine echten Werte gibt, auf die man zurückgreifen kann, da es sich hier eben immer noch “nur” um Fiktion handelt.
Allerdings macht dieser Film durch seine belebtere Struktur wesentlich mehr Spaß als Gravity, wo wirklich alles auf das Wesentliche runtergebrochen wurde und somit die Einsamkeit vollends im Vordergrund stand.
Gegenteilig wirkte Damon teilweise aber auch zu fröhlich, da die Sequenzen des Zweifels und der seelischen Qualen so überhaupt nicht angegangen werden, sondern allenfalls angerissen und nicht ausdiskutiert. Und da wären wir wieder beim Thema Mainstreamkost: Alles ist fröhlich, es ist unterhaltsam, teilweise doof und unrealistisch, aber im Endeffekt wird keinem so richtig auf die Füße getreten und alle sind glücklich. Diese Kombination kann funktionieren, ist aber kein Garant auf Erfolg, da man so auf viel Tiefe und Profil verzichtet und aus einem Sensationserfolg “nur” einen Kassenschlager macht.
Die bitterböse Enttäuschung ist das jetzt aber keineswegs, sondern durchaus ein Film, der sich – gerade in 3D – sehr lohnt, im Kino anzuschauen, sofern man auf der Suche nach einer kurzen Pause vom echten Leben hier in dieser Welt ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fan von Science Fiction mutiert dieser Streifen schon fast zur Schaupflicht.
Die Darstellungen von Matt Damon sind bodenständig, sehr realistisch und teilweise etwas zu fröhlich, das große Gesamt-Ganze darf sich durch seine beeindruckenden Bilder und Szenen und durchaus sehenswertes 3D gerne über die kleinen Macken hinwegsetzen, die die Spur der Erfahrungen hier und da spicken.
Man bekommt hochwertiges Mainstream-Kino vorgesetzt, nicht mehr, nicht weniger.

 
Nachspann
beginnt anfangs noch mit einigen Sequenzen. Sobald die abblenden, darf man den Saal verlassen.
 

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