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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Kurt Russell

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (3D)

“Nein, Schatz, wir bleiben jetzt hier so lange stehen, bis so ein verdammtes Kind kommt und uns dieses Ticket wieder abkauft, der Film ist echt scheiße, glaub mir! Der ist total blöd.”
(Zitat eines Besuchers im Kino an der Kasse, dessen Name ich nicht kenne)

Denken wir einfach mal wieder in Klischees. Nehmen wir die alteingesessenen Omas mit trockenem Streuselkuchen, die brav jeden Sonntag in die Kirche rennen und bei denen es sich nicht geziemt, dumm daher zu quatschen, könnte man obiges Zitat auf jeden Fall verstehen. Wer Guardians of the Galaxy kennt, wird die Fortsetzung lieben. Wer damit nichts anfangen kann, sollte womöglich doch mal einen Blick mehr in die Materie des Films werfen und sich vielleicht sogar den wahnsinnig gut gemachten Teaser anschauen, um einen ungefähren Einblick in das – verständlicherweise – wirre Geschehen dieser Storyline zu ergattern, denn normal ist hier tatsächlich nichts

Viele wissen ja noch nicht mal mehr, dass dieser Teil aus der Reihe der Avengers-Filme entspringt und eines Tages mal Part einer “Wir zeigen alle Marvel-Filme am Stück im Kino”-Session sein könnte. Und bevor ihr großartig suchen müsst, gibt’s … weil heute Sonntag ist und wir alle gelernt haben, dass jeden Sonntag hier Trailer am Start sind …

… den Trailer im O-Ton vom zweiten Teil der Beschützer des Universums. Here we go – präsentiert von © Marvel Entertainment:

BAM. Ich glaube, damit hat man bereits einen ganz guten Eindruck, in welche Richtung sich der Streifen entwickeln wird, jedoch noch längst kein vollständiges Bild davon, was einen wirklich erwartet, nämlich:

  • wesentlich geilere Jokes als vorhersehbar
  • mehr Action
  • mehr Superlative
  • mehr Gagfeuerwerk mit höherer Schlagzahl
  • abartigstes räumliches 3D (Leute, investiert in das 3D-Ticket!!!)
  • und so ein Mega-Pack an irrsinnigem Klamauk, dass Kino einfach mal wieder richtig Spaß macht – ohne nachzudenken und mit ganz viel Popcorn

Wer will, darf auch gern öfters rein – ich werde mir definitiv noch die ein oder andere Vorstellung abgreifen (es lebe die CinemaxX Goldcard ^^) und hoffe, dass es mir sehr viele gleich tun werden – denn Teil 3 dieser Reihe ist bereits angekündigt und soll auch unbedingt produziert werden. Zumindest mal, was meine Meinung betrifft. Denn die Guardians gehören für mich mit zur coolsten Truppe der Avengers und haben bisher alle Ernsthaftigkeit oder Lustlosigkeit mit Humor, Flapsigkeit und zielführender Selbstsatire überspielt und somit jedesmal einen Volltreffer abgeliefert.

Warum man den Film sehen sollte

  • Weil’s kein vernünftiges 3D fürs Heimkino gibt
  • weil der Film überall NICHT wirkt, außer auf einer megagroßen Leinwand mit absolut gigantösen Boxen im Hintergrund
  • weil’s gemeinsam definitiv mehr Spaß macht und man bei der richtigen Lautstärke auch keine Popcornmahlmühlen-Sitznachbarn mehr neben sich stören hört
  • weil Filme wie dieser einfach nur fürs Kino geschaffen sind und nicht für kleinere Displays
  • weil die Guardians eine coole Gang sind, die nichts anbrennen lassen und bei denen auch niemals Langeweile aufkommt – trotz immens langer Spielzeit

.kinoticket-Empfehlung: Also: Ausreden fallen lassen, 3D-Ticket buchen und Abflug ins Kino.

Und zwar, so lange das Teil noch in den großen Sälen gespielt wird! Alles andere ist schwachsinnig, da keine Dorfklitsche das so auf die Reihe bringt, wie ein gigantisches Monsterkino, dass die entsprechende Hardware im Hintergrund hat und bei den richtigen Stellen nochmal auf verstecken Boost zurückgreifen kann.

Witzig, räumlich auf allerhöchstem 3D-Niveau, flott, kurzweilig und irgendwie auch völlig blöd (aber lustig-blöd) – und dadurch total sehenswert.

Nachspann
✅ Wer das immer noch nicht kapiert hat, kriegt für die nächsten 10 Marvel-Filme Sichtverbot: Der Publisher hat immer eine After-Credits-Scene, diesmal sogar mehrere. Also jedes Mal, wenn im Vorspann Marvel auftaucht, bleibt man bitte bis zum bitteren Ende sitzen! Jedes. Einzelne. Mal!

Kinostart: 27. April 2017

Original Title: Guardians of the Galaxy Vol. 2
Length: 136 Min.
Rated: FSK 12

Fast & Furious 8

Zeit für Superlativen! Regisseur F. Gary Gray geht mit dem Fast & Furious-Franchise morgen in die legendäre 8. Runde und läutet damit ein neues Kinozeitalter ein.
Man lasse sich die Fakten auf der Zunge zergehen:
Teil 1 ist bereits 16 Jahre alt und zog damals mit erfrischend neuen Ideen um die Ecke, begeisterte Fans, Autoschrauber und eine komplett neue Community im Kino, woraufhin dann ein “üblicher zweiter Teil” gefolgt von einem abstürzenden dritten Teil folgte. Soweit, so gewöhnlich.
Mit der Neuauferstehung Dominic Torettos in Teil 4 kam die eingeschworene Fangemeinde zurück und was dann folgte, ist bislang einzigartig in der Filmgeschichte: Die Macher und Konstrukteure dieser Reihe haben es geschafft, ein Filmepos aus einem vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich auf ein höheres Level zu heben und ihre Anhängerschaft bis hin ins aktuelle Jahrzehnt mehr und mehr zu begeistern.
Während man im fünften Teil böser wurde und sukzessive neue Charaktere einführte, die die Familie der Filme zunehmend bereicherten, landete man in Fast & Furious 7 dann an einem Punkt, an dem man langsam damit anfing, seine Glaubwürdigkeit für immer neue Größe zu opfern. Selbst Fans begannen, sich langsam vom Geschehen abzuwenden und sahen das Ende der Serie kommen.
Nun kehrt die Truppe auf die Leinwand zurück und leistet mit Fast & Furious 8 das Unmögliche: Man begibt sich mit der Glaubwürdigkeit wieder absolut down to earth und zieht dabei die Actionschrauben nochmal gewaltig an.
Leute? Morgen bricht ein neues Kinozeitalter an, das selbst außerhalb der Lichtspielhäuser Maßstäbe setzt und Dinge vollzogen hat, die bis dato ungeschehen waren.
Allein schon mit der Veröffentlichung des Trailers hat man globale Rekorde aufgestellt und der Vorläufer entpuppte sich zum heutigen Zeitpunkt als sechsterfolgreichster Film aller Zeiten! Ich glaube, dass diese Zahl mit dem aktuellen Film nochmal nach oben korrigiert werden kann. Also mal ein paar kleine Einsichten hinter die Kulissen.
 
Kuba
Das erste Mal überhaupt in der Geschichte von Hollywood durfte so eine Megablockbusterfraktion innerhalb Kubas drehen. Dank den entspannteren Verhältnissen zur Zeit von Obama wurden Verhandlungen zwischen den Regierungen geführt, die ermöglichten, dass ein sensationeller Part des Films sich innerhalb dieses wunderschönen Landes abspielt.
Die Produzenten berichten von einem mega herzlichen Aufgenommen werden und Willkommen sein auf der Insel und erlebten dort einfach Unfassbares. Selbst das Verladen von Set-Autos wurde von den Inselbewohnern beklatscht sowie das Auftreten von Toretto & Co. bejubelt. Überall erfuhren sie Hilfe und konnten damit einen fulminanten Start der Beziehungen zwischen den USA und Kuba aufbauen.
Problematisch beim Dreh war, dass sie alle Teile, Autos, Werkstattequipment und Co. selbst mitbringen mussten, da auf dieser Insel keinerlei Vorräte waren oder man nicht einfach so leicht an neue Teile oder zusätzliche Karren zum Verschrotten kam. Und das Ergebnis kann sich mal sowas von sehen lassen. Dieser Geist, den Kuba innehat, trifft quasi genau den Kern dessen, wofür die Fast & Furious-Reihe steht.
 
Über 17 Millionen Dollar
für eine Szene, an der weltweit Menschen ihren Teil dazu beigetragen haben, um die Schönheit, Eleganz, den Prunk und den Flair zu erhalten und zu erweitern: Ich sage jetzt bewusst nicht, um was es sich handelt und welche Szene gemeint ist, aber sobald man im Film sitzt, spürt man es – man merkt es – allein schon anhand des Raunens in der Menge.
Jungs, Mädels, wer auch immer – das, was euch da geboten wird, ist einfach einen verdammten Blick wert! Allein schon deshalb, weil sich die Macher so immens viel Mühe gemacht haben und das Ergebnis einfach ATEMBERAUBEND ist!!!
 
Die Familie
Dazu der Plot, dazu das Händchen, dass man beim Cast auch hier wieder bewiesen hat – wie Charaktere eingearbeitet werden, die verschiedenen Teilnehmern auf irgendwelchen Parties gegenüberstanden und ihre Sympathie für Autos bekundeten – ich denke, genau das macht diese Reihe aus: Dass die Menschen nicht nur etwas spielen, sondern es tatsächlich sind.
Sie SIND diese Familie, die sie auf der Leinwand konzipieren wollen. Sie haben die Brüderlichkeit untereinander, sie leben es und tun nicht nur so, als ob. Roman Pierce hat am Set eine Lounge eingerichtet, in der sich die Darsteller zwischendurch ausruhen konnten, Parties feiern, den Feierabend genießen und dergleichen – diese innige Liebe und Beziehung zwischen den einzelnen Darstellern ging auch weiter, wenn die Kameras längst wieder aus waren und es sozusagen keinen mehr interessierte.
An dieses Maß an Authentizität heranzureichen ist gestellt absolut nicht möglich – und durchbricht hier Mauern, die man vorher nicht ansatzweise wackeln sah. Und damit lässt der 8. Teil als Auftakt der finalen Trilogie ein Bauwerk in sich zusammenstürzen und präsentiert sich mit einem derartig mächtigen Knall, dass einem permanent nur die Gänsehaut steht – ob durch die rasante Action oder die emotionale Tiefe, die man hier zwischen all den Motoren, Autos und dem Öl und Benzin niemals außer Acht lässt.
Gerade der Fakt, dass jeder Einzelne bereits in den Vorgängerfilmen seinen Part zugesprochen bekommen hat und man jetzt mit dieser explosiven Mischung arbeiten kann, macht einem als Kinojünger das Leben echt schwer…
Aber ich möchte euch gar nicht länger hinhalten, sondern hoffe inständig, ihr habt während dem Lesen bereits Karten reserviert, denn …
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film wurde nicht fürs Kino gemacht, sondern die Kinos wurden gebaut, um Filme wie diesen zu würdigen!
Geht in diesem Film – geht einfach in diesen Film und scheißt drauf, ob euch der 7. Teil zu heavy oder unglaubwürdig war oder nicht, hiermit machen sie alles – einfach alles (!!!) wieder gut!
Leute, ich hab keine Ahnung, wie man das in noch zwei weiteren Filmen toppen will – ich weiß es echt nicht! Mich hat es übelst vom Hocker gehauen und ich werde ihn mir diese Woche nicht nur zum 3. Mal ansehen!
Mögen die Jeans gut genäht sein, damit sie während der Vorstellung vor Geilheit nicht reißen! 😉

 
Nachspann
hält diesmal keine Nachszenen mehr bereit, aber wir wissen ja, dass Teil 9 und 10 noch folgen werden.

Deepwater Horizon

“Oh mein Gott, nicht schon wieder ein Film, wo ein reales Ereignis verfilmt wird, das jetzt wieder bis aufs Blut ausgeschlachtet wird? Muss man wirklich alles zu Geld machen?”
So, oder so ähnlich könnte es einem ergehen, wenn man den Titel liest und sich Gedanken darüber macht, dass genau das eintreffen wird. Und der Trailer präpariert das Hirn zusätzlich mit amerikanischem Patriotismus, dem typischen Heldenmut und einer Story, die unter aller Sau ist.
Und tatsächlich, die ersten Sekunden des Streifens lösten im Kinosaal das blanke Entsetzen aus, keiner hatte wirklich Lust auf den Titel. Allgemeines Raunen ging durch die Reihen.
Sobald dann das Bild einsetzte, wurden die Stimmen leiser.
Und im Verlauf des Films saßen glaube alle mit offenem Mund betroffen schweigend da.
Was Deepwater Horizon in einer unermüdlichen und überzeugenden Weise generiert, sind Bilder, die deine Seele tief berühren. Nicht nur von den Kameraeinstellungen her, sondern die Eindrücke sind so gewaltig, dass wirklich jedem irgendwann der Atem stockt und man einfach nur gebannt auf das Geschehen starrt, ohne auch nur eine Sekunde seine Augen davon abwenden zu können.
Die Bildgewalt, die hier auf einen runterprescht, ist teilweise so heftig, dass im Saal nur noch Totenstille herrschte und keiner auch nur ansatzweise etwas anzumerken hatte oder sich in irgendeiner Weise äußerte.
Auch die vom Trailer angeschnittene Heldenehre, die sich die USA so gerne auf die Fahnen schreiben, wurde so dezent eingesetzt, dass sie nicht auf die Nerven geht, sondern tatsächlich dem Geschehen den Raum lässt, den es verdient. Und die Momente sind abartig, das vermag man sich als Zeitungsleser oder Nachrichtenschauer gar nicht ausmalen.
Die Umsetzung ist wirklich erstklassig und imposant und hinterlässt bei jedem Kinosaalbesetzer tiefe Furchen im emotionalen Spielfeld. Und das ist gut so.
Auch wenn im Abspann wieder die übliche Dramatisierung für unterhaltsame Zwecke-Meldung aufkreuzt, so empfinde ich den Film dennoch als wichtig, aufklärend und lehrreich, denn man bekommt als Zuschauer nicht nur ein Ereignis bildhaft vor Augen geführt, das tatsächlich so passiert ist, sondern erhält auch ganz tiefe Einblicke in diesen Zweig der Wirtschaft und fühlt sich gewissermaßen ein Stück weit selbst mitverantwortlich für die Geschehnisse, da man als “Kunde” tatsächlich auch irgendwo dafür sorgt, dass derartige Unternehmungen überhaupt stattfinden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die tiefe Betroffenheit, die ehrliche Bodenständigkeit und das sanfte Dahinscheiden des amerikanischen Heldenpatriotismus machen aus diesem Film ein Stück wertvolle Geschichtsaufarbeitung, die die Menschen ehrt, die bei dem wahren Ereignis 2010 ihr Leben gelassen haben.
Ich würde sagen, der Trailer hat mit dem Film überhaupt nichts zu tun und bete dafür, dass genügend Menschen über ihren Schatten springen und sich diesen Film ansehen – denn er ist es wirklich wert und trifft einen tief in seiner Seele.
Erstklassiges Kino, erstklassige Unterhaltung und eine wunderbare Geste von Kurt Russell an die Opfer des Unglücks.

 
Nachspann
folgt keiner, man darf dann gern wieder nach draußen.

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