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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Lea van Acken

Fack Ju Göhte 3

Fack Ju Göhte spaltet die Meinungen. Die einen lieben es, die anderen hassen es. Grundsätzlich schon mal ein gutes Omen, denn Filme, die zum Meinungsdiskurs führen, sind grundsätzlich wert, angesehen zu werden.
Mit dem #FinalFack möchte man dem Ganzen nun ein Ende bescheren und sich aus der Trilogie verabschieden, die im Jahre 2013 begann.
Einerseits hat man für mich damit einen Teil der Bevölkerung wiedergegeben, die wir uns durch die Änderungen in der breiten Öffentlichkeit seit einigen Jahren selbst heranzüchten, andererseits ist offensichtlich, dass damit die “dumme Generation” angesprochen werden will – und das stößt einigen halt bitter auf.
Elyas M’Barek löst auch unterschiedliche Gefühle aus, deren Reaktionen im nun dritten und finalen Teil natürlich eine gewisse Eigendynamik entwickelt haben, auf die man möglicherweise völlig selbstverständlich hingearbeitet hat.
Grundsätzlich hatte ich auch nicht unbedingt Lust, mir ein weiteres Mal das Versagen von sämtlichen Klischees auf der Leinwand anzuschauen, wenn man dieses doch im Alltag so oft und vielfältig beobachten kann. Und was soll ich sagen? Es wurde tatsächlich mein Film der Woche!
Warum?
Fack Ju Göhte hat ein eigenes Image erschaffen, aus dem man jetzt tiefschürfend schöpft und auch keine Hemmungen mehr aufweist, zu sich selbst zu stehen – und dieses filmisch-ehrliche Selbstbewusstsein tut ungemein gut.
Ich denke, auch das hat zum Großteil dazu beigetragen, dass diese Filmreihe die erfolgreichste deutsche Publikation ist, die wir je aufweisen konnten.
Und mit diesem Selbstbewusstsein stürzt man sich jetzt in die finale Aufgabe, den natürlichen Weg bis zum bitteren Ende hin durchzugehen und setzt dabei voll auf die eigens kreierte Version von Humor und platten Sprüchen, die auf einmal nicht mehr billig, sondern authentisch wirken und somit zur gefeierten Ehrlichkeit zusätzlich beitragen. Man versucht nicht mehr, sich zu behaupten, man ist über Erklärungen und Einführungen weit hinaus und kann nun einfach spielen.
Und dabei sind mir ein paar Dinge ins Auge gestochen, die ich unfassbar passend in unserer Zeit finde und für die ich diesen Film abfeiere. Man hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, tatsächlich eine wertvolle Botschaft in die Öffentlichkeit zu vermitteln und damit sowohl Hater als auch Fans der Reihe anzusprechen, denen man damit unschlagbare Argumente für diesen Film mit auf den Weg gibt.
Und das wirkt nicht etwa belehrend oder “schulmäßig”, sondern fließt völlig locker in den Humor des Films ein, der damit auch die Moralverächter nicht vor den Kopf stößt, sondern ihnen ihren Spaß lässt und dennoch dafür sorgt, dass man irgendwo anfängt, mitzufühlen und eine Message versteht, die man viel öfters in die Gesellschaft transportieren sollte.
Damit holt man quasi nun endlich auch die ganzen Vollidioten ab, die diese Unterschicht zu dem machen, was sie ist und zeigt ihnen, wie es besser geht. An manchen Stellen vielleicht etwas peinlich, dafür aber so genial ausgearbeitet, dass dieser Appell nicht nur Dummheit erklärt, sondern auch für die Gegner des Films Erklärungsansätze bietet, die für bessere soziale Gemeinsamkeiten sorgen – und das ist für mich das lobenswerteste, das ein Film zustande bringen kann.
Ganz im Ernst: Meine Hochachtung für dieses gelungene Kunststück, dass man tatsächlich Massen damit begeistern kann, eine Gesellschaft ethisch aufzuwerten – denn die Kinosäle sind ausgebucht, egal, wie groß sie sind.
Also macht einfach weiter so und strömt zahlreich in die Vorstellungen, auch wenn danach Schluss ist: Die Umsetzung liegt bei jedem selbst und ich hoffe, dass sich viele Anhänger davon finden und wir alle damit eine bessere Welt gestalten.
Und dass der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleiben muss, davon zeugt Fack Ju Göhte 3 ganz von selbst. Also genießt ihn.
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich nicht nur der beste Teil der Reihe, sondern ein ethisches Meisterstück, dass seinen Ruhm dafür ausnutzt, um moralisch wertvolle Botschaften an die Massen zu verteilen, ohne damit zu nerven.
Und dafür meinen größten Respekt und den Wunsch an euch alle: Geht ins Kino, habt ungemein viel Spaß und nehmt mit, was dieser Film an Mehrwert bietet – es geht ins Herz.
Grandioses Finale und damit womöglich ein packendes Ende einer bis dato großartigen, deutschen Kino-Meisterleistung. Zu Recht vielbesucht und hoffentlich noch lange im Kino zu sehen.

 
Nachspann
Unbedingt sitzen bleiben. Die Outtakes wirken zwar teilweise etwas aufgesetzt, aber funktionieren dennoch und huldigen den Rest der Reihe auch nochmal.
Kinostart: 26. Oktober 2017

Ostwind – Aufbruch nach Ora

Nachdem ich hier bereits meine “große Freude” an dieser Filmreihe bekanntgegeben habe, hatte ich natürlich “wahnsinnige Lust”, mir dieses von frevelhaftem Deutsch durchzogene Nachfolgewerk im Kino anzuschauen.
Und sorry, ja, ich bin spät dran. Zu spät.
Und sorry für meine Vorurteile. Ich entschuldige mich zutiefst bei den Machern, denn mit dem dritten Teil der Ostwind-Verfilmungen hat man mich gelinde gesagt extrem vom Kinosessel gehauen!
Die Verniedlichungen sind weg. Alle. Das ist kein Kinderfilm mehr, sondern höchster Anspruch auf Erwachsenen-Niveau, der nicht nur metaphysische Gipfel erklimmt, sondern mit einer Tiefgründigkeit aufwartet, die mehr als erstaunlich ist!
Probe gefällig? Dann zappt allein mal in den Soundtrack des Films (Ostwind – Aufbruch nach Ora – “Opener” reicht da schon fast als Track) rein und macht eure Augen dabei zu. Was seht ihr?
Ich sehe keinen Kinderfilm mehr (auch wenn die Spielzeiten das vermuten lassen). Ich sehe großartiges Kino, wohl bedacht, mächtig, mit Tiefgang und Eleganz, ein Epos. Und genau das ist Ostwind – Aufbruch nach Ora auch: Ein mit Menschlichkeit durchzogener Strang einer Geschichte, die für Kinder erzählt anfing und eine tränenbringende Wendung angenommen hat, die mich zutiefst im Herzen erschüttert.
Ich schreie vor Verzweiflung und Ergriffenheit, wenn der Soundtrack in meinen Ohren dröhnt und die imposanten Bilder des Films in seiner glanzvollen Pracht in meinem Kopf nachhallen, während ich ungeduldig darauf warte, dass dieser Film wieder und wieder über die Leinwand flimmert und ich mich erneut in den Fluten dieser von Niedergeschlagenheit und Ernsthaftigkeit durchzogenen Welt verlieren kann und als stiller Begleiter der Hauptdarstellerin durch die Wesenszüge gleite, die dort sanft umspielt, ernsthaft untermauert und mächtig durch den Boden krachend in die Welt posaunt werden.
Das hier ist kein “Wir sind kleine Hippies, die Pferde anhimmeln” mehr. Es ist so viel größer. So viel ehrbarer. So viel imposanter und mächtiger, dass man längst das Genre verlassen muss, weil Kinder nur noch die nette Beigabe sind, die man außerhalb als Entschuldigung braucht, um sich als Erwachsener ein Bild davon machen zu dürfen.
Und sobald man im Saal sitzt und all die bunten, quietschenden Trailer vorbei sind, landet man in einem Emotionsstrudel, der vor Ernsthaftigkeit und Harmonie nur so sprudelt. Man fiebert. Man weint. Man leidet. Und da ist absolut nichts mehr von dem ursprünglichen Hass des Nichtskönnens oder irgendwelcher Sprache. Oder typisch-deutscher Blödheit. Nichts.
Herrschaft, ich seh kaum noch, während ich diese Zeilen schreibe, weil sich meine Augen bereits beim Klang wieder mit Wasser füllen…
Wie konnte man zwischen zwei Filmen so schnell “erwachsen” werden? Wie konnte man aus einer fast schon “Lachnummer” etwas so dermaßen großartiges werden lassen? Ich bin immer noch beeindruckt und wünsche jedem sehnlichst, dass er meine Worte versteht und sich tatsächlich auf den Weg macht und sich den Film im Kino anschaut.
Denn Kino ist der einzige Ort, wo diese präsente Wucht auch gebührend rübergebracht werden kann. Nicht umsonst landete die Ausstrahlung im größten Saal, der dem Film überraschend angemessen war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Überwindet euren Stolz und traut euch in diesen Film.
Er ist für Erwachsene fast besser geeignet als für Kinder, denn nicht nur die Charaktere sind älter geworden, sondern die Story bezeugt eine derartige Reife, wie sie manch andere – an Erwachsene gerichtete – Filme vermissen lassen.
Mich hat’s zutiefst beeindruckt (und dabei meine ich nicht nur, dass man sich von der üblichen Schmalzigkeit deutscher Filme gelöst hat).
Absolut sehenswert – und dieses Prädikat auch mehr als verdient bekommen!
Reingehen!

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen. Es endet langsam.
Kinostart: 27. Juli 2017

Bibi & Tina: Tohuwabohu Total

Wir gehen mittlerweile schon in die 4. Runde dieser Filmreihe und widmen uns diesmal einem Thema, dass in Deutschland derartig die Meinungen spaltet, dass mir Gespräche darüber fast schon leidig sind.
Bibi & Tina: Tohuwabohu Total greift dabei so immens schmerzhaft in die Wunde vieler alteingesessener Meinungen und mischt diese mit einer zerberstenden Ehrlichkeit und Hingabe auf, dass einem beim Schauen durchaus die Augen geöffnet werden könnten.
Auch wenn hier die Dialoge, der Umgang und das Miteinander wieder komplett auf die Kinderriege ausgerichtet sind, zehrt die Message dennoch auch an älterer Menschen Gehirne und fördert hierbei erneut eine politische Message an den Tag, die den Jüngsten beibringt, tolerant und erwachsen mit diesen Themen umzugehen.
Der politische Botschafter-Teil hat mich derartig von den Socken gehauen, dass man auch als Erwachsener gerne über etwaige sprachliche Mankos hinwegsieht und sich darüber freut, dass Detlev Buck seiner Linie treu bleibt und sich kein Stück weit von dem Ziel abbringen lässt, den Kindern nachahmenswerte Tugenden zu vermitteln.
So werden nicht nur aktuelle Thematiken aufschlussreich und vor allem weitüberblickend umrissen, sondern auch Konfrontationen beantwortet und teils widerlegt. Genau dieses Maß an Vermögen, über den Tellerrand hinaus zu schauen, vermisse ich persönlich so schmerzhaft bei so vielen Erwachsenen, wenn es um solche Themen geht.
In punkto Spannung legt man ebenfalls wieder ordentlich auf und feiert nicht nur klassische Erwartungen ab, sondern legt nochmal ordentlich nach und macht den mittlerweile 4. Teil dieser Saga zu einem der besten dieser Reihe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mir hat es wieder tierisch gefallen, zu erleben, dass es tatsächlich Kinderkost gibt, die nicht nur unterhaltsam, spannend, sondern auch lehrreich und informativ ist und den Kindern beibringt, dass man auch mit schwierigen Themen leicht umgehen kann.
Und all das im Rahmen eines flügelleichten Sommerprogramms abzuziehen, dass die spielende Tänzelei von Kindern in ihrer Unbeschwertheit nicht außer Acht lässt, zeugt für mich von großartigem Verständnis für die Essenz guten Kinos.
Also geht definitiv rein und genießt auch diesen Teil, der hoffentlich mit seiner Botschaft Wellen schlägt und viele Menschen dahingehend erzieht, sich genauso zu verhalten, wie Bibi und Tina es tun.
Großartig!

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzen bleiben, denn man wird getreu den alten Filmen auch hier wieder mit weiterführendem Material belohnt.

Das Tagebuch der Anne Frank

Es hat sich in den letzten Wochen schon fast als Volkssport herauskristallisiert, darauf zu wetten, dass ich den Kinosaal wieder mal betrete, wenn gerade der Anne Frank-Trailer läuft. Der regte in mir nämlich alles andere als positive Emotionen und lies mich mit Schauer darauf warten, dass dieser Titel endlich in den Kinos anläuft und ich ihn – ausschließlich für dieses Blog hier – schauen kann.
Meine Erwartungen waren mehr als niedrig, denn der Trailer suggeriert bereits das in Mitleid ertrinkende Triefen sensibler Gefühle eines Mädchens, das soooooo viel in der Welt veränderte und dessen Stoff wir alle endlich auf der Leinwand sehen müssen. Ironie off.
Gerade das deutsche Kino hat es nämlich immer wieder verpatzt, wenn es um funktionierende Darstellungen mit einer Moral ging, die am Schluss tatsächlich das Herz und nicht das Schul-Geschichtsunterrichts-Gen ansprechen sollten.
Und die Sprechweise und vor allem der Cast deutete nicht darauf hin, dass jetzt alles anders werden würde.
Mittlerweile haben wir 2016. Viele Jahre sind vergangen, es wurde viel gelitten, viel erzählt, viel gebüßt und viel versucht, wiedergutzumachen. Man ist gewachsen. Erstarkt. Informiert. Wurde in irgendeiner (oder mehrfacher) Weise mit diesen Themen konfrontiert und dazu ermahnt, sich endlich anders zu verhalten.
Wie gut das klappt, sieht man derzeit an den herumlaufenden Beispielen auf der Straße, die sich erneut eine Volksgruppe auserkoren haben, um gegen sie zu demonstrieren und damit wieder das Rasse-Gedankengut in die Köpfe zu säen. Herzlichen Glückwunsch, Welt, du hast wieder einmal … versagt.
Und mittendrin startet nun ein Film in den deutschen Kinos, der sich die Tagebücher der Anne Frank vornimmt und daraus unterhaltsamen Stoff zu machen versucht.
Versucht … und nicht schafft. Zugegeben, es ist schwierig, zwei Stunden mit Erzählungen zu füllen, die sich mehr oder weniger in einem kleinen Kabuff abspielen, über das es recht wenig zu berichten gibt. Dazu ist der Stoff selbst viel zu schwierig und viel zu unterhaltungsarm, als dass man diesen präzise auf die Leinwand bringen und die Zuschauer damit begeistern könnte.
Was mich allerdings viel mehr gestört hat, war die offensichtliche Zurkenntnisnahme der äußeren Umstände, die hier weder kritisiert, noch erklärt oder in irgendeiner anderen Weise angegangen werden. Es ist nunmal einfach so, finde dich damit ab. Ja, was eigentlich?
Sowohl ein Intro als auch hier und da ein paar Gründe für das Verhalten fehlen. Damit entzieht sich das Machwerk gleichermaßen auch gleich noch der überaus wichtigen Aufgabe, an die Vernunft zu appellieren und seine Medienwirksamkeit auszunutzen, die dieser Titel definitiv trägt.
Man schleicht sich einfach aus dem Leben davon und verbringt nun etwas Zeit damit, unzufrieden zu sein und hier und da ein paar mehr oder weniger glaubwürdige Dinge durchzuexerzieren. Oder um es anders zu formulieren: Man verhält sich schlichtweg einfach zu konservativ.
Klar, die Jugend kriegt man mit so einem Thema wohl kaum dazu, ein Kino aufzusuchen und das .kinoticket auch noch aus eigener Tasche zu zahlen, dementsprechend hoch war auch der Altersdurchschnitt in meinem Saal. Allerdings versucht man auch gar nicht erst, die Sache irgendwo spannend zu gestalten, so dass sich sowohl Bilder als auch die Message tief ins Hirn festsetzen und selbst Wochen später immer noch nachwirken, sondern man befriedigt (oder beleidigt?) halt diejenigen, die das mehr oder weniger noch live miterlebt haben könnten.
Hätte man mir die Aufgabe gegeben, wäre ich wohl etwas abgedrehter an die Sache rangegangen. Wäre mehr auf Emotion, mehr auf Gefühl. Mehr auf die psychische Bedrückung gegangen. Hätte andere Stilmittel eingesetzt, mehr auf Rückblenden oder geistige Flashs gesetzt statt mich dieser monotonen Langweiligkeit zugunsten konservativer Berichterstattung zu unterwerfen.
Denn genau die machen das Werk in meinen Augen eher kaputt, als hier wieder ein leuchtendes Beispiel am Filmhimmel zu setzen, dem sich jüngere Zuschauer zuwenden und daraus lernen könnten.
So holt man diejenigen vor den weißen Schirm, die diese Erzählungen selbst in- und auswendig kennen und liefert ihnen nichts neues. Dass man die Monotonie nun auch positiv interpretieren könnte, um daraus das erdrückende Alltagsleben der Kleinen zu resultieren, ist mir auch klar, allerdings wirkt das ganz und gar nicht so, sondern lässt eher auf mangelnde Begeisterung beim Filmen zurückschließen.
Ich glaube kaum, dass es hier an Geldern oder Potenzial gemangelt haben könnte, um die Umsetzung nicht etwas anspruchsvoller zu gestalten. Da sind bereits andere Titel auf dem Markt, die meines Erachtens viel eindrücklicher zur Geltung bringen, was man aus Geschichten wie diesen lernen muss: Der Junge mit dem gestreiften Pyjama oder Die Schüler der Madame Anne – um nur zwei Beispiele zu nennen.
Ist das Filmbusiness derart verkalkt, dass sich wirklich keiner mehr traut, ernste Themen anschaulich aufarbeiten zu wollen ohne dabei dem grautristen Matsch der verkrusteten Nazi-Berichterstattung zu verfallen, die uns allnächtlich in den Dokumentationskanälen quält?
Schlussendlich war nämlich der eingangs kritisierte Cast tatsächlich das gelungenste, das ich diesem Streifen zusprechen muss. Die Mutter, die in Das Leben der Anderen schon herausragend die Rolle der Christa Maria Sieland gespielt hat, leistet hier wieder so derart galante Gesichtsmimik, dass einem vor Glück fast schlecht davon wird. Leider wird ihrer Person zu wenig Platz zugestanden, als dass man sich eingehender mit ihrem Charakter hätte befassen können.
Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Titel wirklich so eindrücklich, ernst und erschütternd von der Leinwand poltert, wie es uns die Presse das vorgebetet hat. Quasi ein neues Maß der Dinge ansetzt, an dem sich zukünftige Filme orientieren.
Das Ergebnis war eine herbe Enttäuschung, die ich so nicht weiterempfehlen kann. Dann greift lieber zu den anderen beiden genannten Filmen und zieht daraus eure Konsequenzen. Damit wäre der Filmabend dann wenigstens gerettet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zu konservativ, zu vorsichtig, zu bieder und unspannend: Die Macher halten lieber die Füße still, als etwas zu riskieren und damit die Menschen wieder wachzurütteln.
Klar ist der Filmstoff schwierig, um daraus ansprechende Unterhaltung zu kreieren, jedoch hätte man andere Stilmittel der Verfilmung einsetzen müssen, um hier wieder etwas zu erschaffen, dass sich in den Köpfen festbeißt und dennoch eine Art Moral rüberbringt, auch wenn diesbezüglich keiner mehr moralisiert werden möchte.
Dass das Thema noch lange nicht ausgesessen ist, zeigen die aktuellen, politischen Geschehnisse mehr als deutlich, jedoch trägt der Film meines Erachtens zu keiner positiven Wendung bei, sondern schürt eher noch mehr den Unmut, sich damit zu befassen. Und damit hat man eine wichtige Aufgabe verpatzt und wertvolle Zuschauer an andere Titel verloren.

 
Nachspann
wird musikalisch endlich aufgewertet, denn selbst beim Soundtrack hat man sich den ganzen Film über an einer konstanten Linie des Verzichts geübt und auf striken Minimalismus gesetzt. Weiterführende Szenen oder gar Teaser folgen aber keine.

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