Mädchen

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Climax

Climax

© 2018 Alamodefilm

Climax – in einer Zeit der immer böseren Vorhersagen über das Klima, CO2 und Polkappenschmelzungen evtl. noch eine Doku über den Zerfall unseres Planeten?

Ja, aber völlig anders, als ich erwartet hatte – und zehntausendmal geiler!

Climax – dieser Begriff beschreibt nicht etwa das Klima oder irgendeinen Zenitpunkt im Erreichen eines bösartigen Zustands, sondern steht tatsächlich für die absolute Ekstase, in die man im Rausch gelangt: Der Moment des Abspritzens, der Moment, in dem man kommt, die unkontrollierbare und absolut hemmungslose Spitze eines Gefühls, dem man sich vorher intensiv hingegeben hat.

Richtiger Titel. Hammerharter Film.

Wenn du Kinder hast, geh zu ihnen und sag ihnen, dass du ein Leben lang finanziell dafür sorgst, dass ihnen niemals die Drogen und der Stoff ausgehen – wenn sie sich vorher diesen Film ansehen und verinnerlichen.

Ich persönlich glaube, danach rührt nie wieder jemand Rauschmittel an, der noch ganz bei Trost ist. Dieses Werk startet relativ harmlos und erliegt dann einem filmischen Rausch, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe: Die Münder der Presse standen offen, ich selbst hatte meine großen Abnormitätsmomente und musste eigentlich während des gesamten Films nur noch mit offenen Mund grinsen und dachte mir: WTF! Richtig so! Einfach richtig so – direkt in die Fresse der konservativen Arschlöcher und immer schlimmer werden lassen. Mal sehen, wieviele rausrennen.

Und ja – das begann bereits bei den ersten Pressevorführungen. Die Menschen können Dinge wie diese nicht ertragen und brechen ihren Coolness-Status lieber, bevor sie sich das zu Ende ansehen und begreifen, worauf man eigentlich hinaus wollte.

Gaspar Noé ist bekannt dafür, die Dinge einfach zu zeigen und keine Wertungen in seinen Filmen zu präsentieren – eine Eigenschaft, von der sich viele Medien ein Stück abschneiden sollten. Diese Wertungsfreiheit macht aus diesem Movie ein einzigartiges Kunstwerk, das eine tatsächlich realisierbare Situation aufstellt und im Blutrausch zerpflückt: Die humanoide Spezies wird in ihre Einzelteile zerlegt, man nimmt ihnen Normalität und Alltag weg und schaut dann einfach, was übrig bleibt. Ein hemmungsloses Bild einer verwüsteten Krankheit in betörend schönen Bildern und einer absurd-geilen Kameraführung, die ebenfalls Blut geleckt hat und aus sich raus will. Und kommt.

Hier sind bereits zu Beginn unverwüstliche Hinweise vergraben, denen man Zeit gibt, sie zu entdecken, bevor es dann im big train auf die Reise geht und man schlussendlich in einer Hölle wieder zu sich kommt, die mehr Wahrheit beinhaltet, als man anfangs glauben mag.

Nach The House That Jack Built der nächste kranke krasse Film, der tiefe Aufrichtigkeit mit sich bringt und den Zuschauer komplett verstört, darum aber umso wichtiger ist und eine immens geile Botschaft beinhaltet.

Ja, ich hab es tierisch gefeiert und dachte mir: Wie kann man nur so etwas krankhaft geiles ins Kino bringen und keiner weiß davon? Es ist hammerhart, wie absurd, weltfremd, gestört, verherrlichend und abnorm die gezeigten Szenen hier sind und mit welcher grazil-evilenten Anmut man dabei an das Zerstörungswerk herantritt, um letztendlich alles bis auf die Knochen abzuschaben und den Menschen in seiner völlig entblößten Psycho-Nacktheit zu zeigen.

Ein Meisterwerk des Nischenkinos, das man gut genug verstecken sollte, damit nur diejenigen Zugriff darauf kriegen, die sich den Inhalt auch geistig verdient haben: Hier mit Unterhaltungswünschen reinzuspazieren wäre der völlig falsche Ansatz und wird mit bloßer Entrüstung bestraft.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Blutrausch psychedelischer Ekstase, die keine Grenzen kennt und keine Wertungen aufstellt: Mit dieser Offenheit kann kaum jemand umgehen.

Gaspar Noé entführt die Menschen in eine durchaus reelle Situation und überlässt sie dann ihrem eigenen Schicksal, in das sie unweigerlich rennen, sobald man ihnen Normalität entreißt: Das Ergebnis ist ein filmischer Rausch, der extrem in seinen Bann zieht und mit Bildern verstört, die sich lange und dauerhaft ins Hirn einbrennen und einen nicht mehr loslassen.

Unbedingt ansehen, wenn man dazu in der Lage ist, diesen Film nicht als “Entertainment” abzutun, sondern sich ausgiebig damit befassen kann. Etwas geileres gibt es derzeit kaum!

Nachspann
❌ hält keine weiteren Szenen bereit.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Climax
Length: 95 Min.
Rate: FSK 16

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Girl

Girl
© 2018 Universum Film GmbH

 

Girl ist ein beeindruckender Film, der bereits im Vorfeld hitzige Diskussionen auslöste und den Aspekt, den viele andere Filme und Genres bislang falsch angegangen sind, mit einem Schlag korrigiert. Genau dies wird von einigen so, von anderen komplett gegensätzlich verstanden, was wiederum zur Eröffnung feierlicher Unterhaltungen in diesem Metier beiträgt.

Das Interessante dabei ist, dass selbst wuchtige Big-Budget-Produktionen nicht mit dieser inhaltlichen Tiefe mithalten können, da sich bislang noch kein Regisseur gewagt hat, so offen, ehrlich und unverblümt in diese psychologischen Tiefen vorzugehen, wie Lukas Dhont das tut. Und damit sticht man Hollywood an einer empfindlichen Stelle aus und wirft ein Stück auf die Leinwand, dass den Mächtigen dieser Branche den Kampf ansagt und dies auch schon mit bis dato 9 Festivalpreisen untermauert hat.

Ja, Girl ist ein absolut sehenswerter Film, der nicht in irgendwelche Nischen vergraben gehört, der womöglich zur Zeit aber auch etwas im Sud der aktuellen Probleme untergeht. Und dies gilt es zu verhindern.

Das Witzige ist: Selbst aus den Reihen der Betroffenen gibt es großes Geschrei, dass die Hauptfigur nicht dies und das – man hier nicht jemand anderes gecastet hat usw. – und genau das führt zu großen Unverständnissen seitens der restlichen Gesellschaft. Damit knockt man sich quasi selbst wieder aus dem Fokus und sorgt für weitere Disakzeptanz. Versteh einer die Welt.

Sei’s drum: Was man definitiv nach dem Film versteht, ist die Gefühlswelt, die man hier auf eindrückliche Weise präsentiert kriegt und die quasi fast schon eine Vorbild-Funktion erfüllt – für die einen positiv, für die anderen negativ.

Ihr merkt schon: Schaut euch den Film an – diskutiert darüber und sorgt dafür, dass diese Art Probleme von der Oberfläche dieser Erde verschwinden. Es liegt an uns allen!

 

.kinoticket-Empfehlung: Sehenswertes Stück Genre-Kino, dass erstmalig dieses immense Problem richtig aufgreift, analysiert und korrekt widerspiegelt: Statt in irgendwelchen Klischeesümpfen zu verrotten hat man sich hier ernsthafte Gedanken gemacht und zwei Regisseure an den Start gebracht: Lukas Dhont und die Wahrheit.

Dieses Werk sollte man sich also nicht entgehen lassen, und weil zu Hause selten jemand zum “Miteinander drüber reden” da ist, geht doch am besten gleich ins Kino – dort gibt’s Foyers für sowas nach dem Film.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht auszusitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Girl
Length: 105 Min.
Rate: FSK 12

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Mein Lieblingswort in letzter Zeit: Debütfilm! Cory Finley hat das Unfassbare geschafft und eine Geschichte ins Leben gerufen, die Kino wieder einmal interessant macht: Nicht die üblichen Verdächtigen in Sachen Charaktere, sondern völlig einzigartige und moderne Schöpfungen, die in einer komplett desaströsen, mentalen Welt umherirren und sich dabei völlig ungehindert entfalten können: Klar, so etwas hat’s ja noch nie bisher gegeben, warum also sollten hier irgendwelche Grenzen existieren?
Allein diese erfrischende, neuartige und mutige Variante, mit der man auf menschliche Interna zugeht und sie gegeneinander ausspielt, ist faszinierend. Dabei erhält der Zuschauer so vielfältige Möglichkeiten der Interpretation, die ihrer selbst wieder in eine neue Dimension vorstoßen und somit nicht an Altbekanntem kratzen, sondern völlig jungfräuliche Wege beschreiten.
Und mal ganz ehrlich: Was gibt’s geileres als das? Gedankliches Frischfleisch, dass noch nie in den Fängen einer Kapitalismuskralle oder angstüberbordenden Entscheidungen festgesessen und die zwanghafte Entmannung nischengläubiger Gedanken durchleiden musste?
Der Geist ist frei … und auf einmal sind alle emotionalen und moralischen Zwänge und Grenzen entfesselt und man kann damit beginnen, zu spielen. Dafür wurden Leinwände erschaffen!
Und das fasziniert mich immer wieder an Debüts: Man macht einfach mal, denn es gibt ja nichts, woran man das Erstlingswerk messen könnte. Und somit gibt es nur einen Verlierer: Die Einschränkungen. Und darauf verzichten wir alle gerne.
 

.kinoticket-Empfehlung: Macht euch gefasst auf ein neues, psychodramatisches Spiel, in dem es keine Grenzen mehr gibt: Dieser Film erweist unfreiwillig dem 2016 verstorbenen Anton Yelchin alle Ehre und setzt ihm ein würdiges Denkmal.
Die Faszination, aus moralischen und ethischen Grenzen ausbrechen zu dürfen, schöpft dieser Titel vollständig aus und nutzt daher das leinwandgegebene Recht, Experimente der abartigsten Sorte durchzuführen, ohne dabei auch nur einer Menschenseele zu schaden.
Einer der Gründe, weshalb ich Kino generell liebe und einer der Gründe, weshalb ihr euch den Titel ansehen solltet: Es macht nämlich unheimlich viel Spaß!

 
Nachspann
❌ Nicht hocken bleiben, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 09. August 2018

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Meine Tochter – Figlia Mia ist einer der Nischenfilme, die wohl nicht jeder auf einem Plakat oder in der Werbung gesehen haben dürfte: Wer auf diesen Titel stößt, muss schon gezielt danach gesucht haben.
Doch die Suche lohnt sich! Was hier vermittelt wird, hat sehr viel mit Einfühlungsvermögen zu tun. Man wird entführt in eine wunderbare Welt mit bezaubernden Landschaftsaufnahmen und der vorsichtigen Annäherung an die Psyche dreier Menschen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die teils bedrückende Enge wird durch exzellente Kameratechnik sehr realistisch rübergebracht, was ich dem Streifen sogar teilweise etwas ankreide, da ich mir stellenweise nichts sehnlicher gewünscht hätte, als ein paar Totalen. Geschichtlich passt dies jedoch sehr gut und auch der Twist war überraschend gut.
In solch einer Vorstellung ist man so weit vom Mainstream entfernt, dass sich irgendwelche Vergleiche eigentlich gar nicht mehr lohnen, da alle irgendwo an den Haaren herbeigezogen wären, weshalb sich dieses Werk auch sehr schlecht einordnen lässt. Was jedoch nicht heißt, dass man hier nicht reingehen darf: Im Gegenteil: Ich empfehle es sogar, weil die Story zumindest mich sehr nachdenklich gestimmt und zu weiteren Gedankengängen angeregt hat, die wieder das Menschsein als solches im Mittelpunkt haben und dabei interessante Thesen aufstellen und ausleuchten.
Und zuguterletzt kann man sogar sagen, dass man es ein klein wenig mit einem “Sonnenscheinchenfilm” zu tun hat, der durch ganz viele optische und liebevolle Momente punktet und hier den Zuschauer erstklassig unterhält. Langweilig wird dabei sicher niemandem!
 

.kinoticket-Empfehlung: Unvergleichbar, absolut mainstreamfremd und damit einzigartig: Diese Geschichte sonnt sich in ihrer eigenen Eleganz und erzählt auf beflügelnde Weise eine teils harte Story.
Man muss schon gezielt danach suchen, wird nach solch einem Kinostück aber gewiss nicht enttäuscht nach Hause gehen – also .kinoticket kaufen und rein da.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 31. Mai 2018

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Auch wenn wir es hier seit langer Zeit mal wieder mit einem durch und durch deutschen Titel zu tun haben: Der Film kommt aus Amerika und er ist für Amerika geschaffen.
Allein des Titels wegen werden die ahnungslosen Kinogänger die Säle stürmen und sich einfach darauf einlassen, was da kommen möge. Dabei ist der Film weitaus weniger witzig, als uns das .trailer oder Vorahnungen glauben lassen möchten.
Nun hatte ich gleich das “Vergnügen”, diesen Film 2x hintereinander mit einem völlig unterschiedlichen Publikum zu sehen: Einmal mit der “Elite der Presse”, denjenigen, deren Schreibarbeit maßgeblich das Denkbild unserer Nation prägt und die mit ihren Eingebungen ganze Menschenhorden versorgen, um hier Meinungsbildung zu betreiben und unter Achtung aller verstrickten Verlagsauflagen einen Artikel zu schreiben, der “morgen” dann in aller Munde diskutiert wird – und das Ergebnis hierbei war schlichtweg negativ.
Im Anschluss daran dann mit dem “gemeinen Volk”, dass sich zahlungswillig in die Kinosäle hockte und den Film beschaute. Auch hier habe ich mir die Mühe gemacht und bin wieder wahllos auf Zuschauer zugegangen und habe sie nach ihrer Einschätzung gefragt – und überraschenderweise zeigte sich (auch bei der Auszählung der Stimmzettel, die nach dem Film eingeworfen werden durften) ein ganz anderes Bild: Die Menschen mochten es zum Großteil bzw. waren hin und hergerissen.
Ich glaube, um mit Der Sex Pakt wirklich warm zu werden, braucht man ganz viel kulturelles Verständnis für das womöglich klischeehafte Verhalten einiger ländlicher Amerikaner. Das Problem ist nämlich: So viele Dinge sind hier so maßlos überzogen und unwirklich, dass sich dieser Film unfreiwillig eigenständig persifliert – dies aber so schlecht umsetzt, dass man hin und wieder daran zweifelt, ob er wirklich eine Parodie sein möchte, oder tatsächlich einfach nur ein schlecht gemachtes Werk ist, dass uns da vor die Füße geknallt wird.
Um jetzt aber vollends darauf rumzuhacken, enthält er zu viele – mit dem richtigen Publikum im Saal – funktionierende Witze, die teils schon so dämlich sind, dass man wieder darüber lachen kann.
Auch die Mädels, die ich gefragt habe, meinten, dass der Film relativ ausgewogen zwischen peinlich und gut dahin schippert, einige fanden ihn toll, ungefähr gleich viele haben nur mit den Augen gerollt.
Meiner Meinung nach fehlt hier einfach das gewisse Etwas, dass ihn aus diesem schon millionenfach erzählten Plot rausreißt und zu etwas besonderem macht. Die Story – schön und gut. Das peinliche Gehabe, wenn Erwachsene versuchen, auf Jugendlich-Cool zu machen, kennen wir schon aus anderen Rohrkrepierern zur Genüge. Was fehlt, ist das erfrischend andere Etwas.
Da zeigen sich zwar Ansätze, die fingerdeutend auf die scheinbare “American Stupidity” zeigen, die Frage ist aber, ob “die da drüben” wirklich so sind, wie dieser Film vermuten lässt. WENN (großes Fragezeichen) das tatsächlich die Message sein sollte, wäre dies ein höchst lobenswerter Ansatz, der uns alle von dem unmöglichen Gebaren werdender Eltern erlöst und nun endlich “von oben herab” die Leviten liest, auf dass sich vielerorts vieles in den Familien wieder normalisieren möge – das würde ich durchaus begrüßen.
Allerdings denke ich kaum, dass das – im besten Falle angetrunkene – Publikum derart viel Denkvermögen in petto mit in den Saal schleppt, um derlei Überlegungen anzustellen, wenn es sich einfach nur unterhalten lassen möchte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn selbst die Damen nach der Vorstellung schon allesamt bejahen, dass man bestenfalls MIT Sekt den Saal betritt, dann sagt das eigentlich schon alles über den Film aus.
Es kann gut werden, Voraussetzung dafür ist meiner Meinung nach aber viel Publikum im Saal, dass definitiv gut drauf ist und Lust auf so etwas hat. Mit ein paar deprimierten Nasen im Raum macht es dann überhaupt keinen Spaß mehr und wer Ernsthaftigkeit oder Logik hier drin sucht, geht elendig zugrunde.
Mein Lob gilt denen, wo man es am wenigsten erwartet – dieser Moment war für mich einer der Besten des Films.

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, nach dem Nachsatz kommt dann nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

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Burg Schreckenstein wurde von mir bereits zur coolsten Schule aller Zeiten abgestempelt. Viel Klamauk, viel Blödsinn, Streiche und pädagogischer Wert zählen für mich zu den Dingen, die diese Geschichte ausmachen. Kein Wunder, dass ich mich auf die diesjährige Fortsetzung des Stücks ungemein gefreut habe.
Die lieferte Concorde seit dem 7. Dezember auch an die Allgemeinheit aus und lud erneut in den Alltag dieser Schüler ein, der sich diesmal weniger in den eigenen Reihen abspielt, als vielmehr Teil der unaufhaltsamen Globalisierung wird und sich daher den Problemen dieser Bereiche zuwendet.
Tragischerweise geht dadurch ein klein wenig das Gefühl der unberührbaren Heimat verloren – es wirkt fast, als stäke das Gift des allseits zerstörenden Globalisierungswahnsinns seine Finger in eine unschuldige Familie und verursache da nur Chaos und Zerstörung. Dies führt zwar einerseits zu “mächtigen Gegnern”, andererseits aber auch zu Frustration und Enttäuschung, da nun nicht mal mehr auf der Leinwand die Welt zumindest stellenweise noch in Ordnung ist.
Genau dieses Gefühl macht den ersten Film zu so etwas positivem: Man erlebt mit, dass es eben doch noch die Inseln der Normalität gibt und nicht alles krank zu sein scheint.
Ich weiß nicht, ob dieser Schritt ein richtiger gewesen ist, obgleich er themenaktuelle Situationen kindgerecht verarbeitet und somit ebenfalls zur Verständigung und zum Verständnis von Politik und Leben beiträgt – es tut einfach trotzdem weh.
Sehenswert ist der Film aber dennoch, denn auch hier wieder bringen Kids und Lehrer ihre Rollen gut zum Tragen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Schutzmauer der Burg wird aufgesprengt, die Kämpfe werden stärker, die Heimeligkeit verschwindet ein bisschen und das gegenseitige Bekriegen tritt etwas zur Seite.
Burg Schreckenstein 2 überzeugt wieder durch talentiertes Schauspiel, kindgerechte Unterhaltung und öffnet die Pforten für die hässlichen Alltagssituationen des Lebens nach der behüteten Schulzeit.

 
Nachspann
anfangs noch interessant, später dann vernachlässigbar.
Kinostart: 7. Dezember 2017

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Jan Josef Liefers, Heike Makatsch – was sagt uns das?
Ein deutscher Film, der auf dem Plakat schon wieder den Anschein einer schlechten Komödie macht und sich damit in die Reihen der ganzen deutschen Versagerfilme einreiht, die es auf dem Markt bereits gibt.
Und jetzt zieht los, kauft euch ein .kinoticket und überzeugt euch selbst davon, dass dem nicht so ist.
In Das Pubertier – Der Film beweist Heike Makatsch, dass sie auch ohne Stock im Arsch schauspielern kann und neben Monika Gruber eine unglaublich gute Figur abliefert. Die Lässigkeit, derer man sich der bereits vielerzählten Thematik annimmt, ist bewundernswert und erstaunlich freigiebig. Alle Kritikpunkte, die ich dem deutschen Kino oft genug anlaste, finden hier keinen Nährboden und offenbaren, dass man in unserem Land den jüngsten Beispielen nach zu urteilen wohl doch endlich begriffen hat, dass es cineastisch einen Platz gibt, auf dem man sich erfolgreich austoben und auch international Anerkennung gewinnen kann.
Das Pubertier – Der Film greift dabei nicht nur auf hervorragendes Ausgangsmaterial zurück, sondern etabliert dieses auch sehenswert auf dem Screen. Die Umstände, derer sich Liefers im Film ausgesetzt sieht, schmücken in vielen Haushalten wohl auch den Alltag und kommunizieren somit Verständnis, Gemeinschaft und realitätsnahe Unterhaltung, die ich als absolut positiv empfunden habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein Stück zeitlose Geschichte, die jede Familie im Verlaufe ihres Lebens mindestens einmal selbst betrifft und hier herrlich komödiantisch und mit viel Liebe zum Detail gepflegt wird.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 6. Juli 2017

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Es ist ewig her, als der erste X-Men-Film das Licht der Welt erblickte und bereits von Anfang an hatte die mittlerweile auf zehn Teile angewachsene Filmserie ein großes Fanpublikum.
Zu den Anfängen gehörten unter anderem das Finden und Zeigen von neuartigen Special Effects, die seinerseits bahnbrechend waren und erstmalig die Superhelden aus dem X-Men Universum vorstellten.
Jede Menge neue Fähigkeiten, eine neuartige Welt und viele andere Kleinigkeiten ergaben ein Universum, aus dem sich einige Charaktere im Laufe der Zeit herauskristallisierten. Einer davon ist Wolverine, dessen Geschichte nicht nur in den ursprünglichen X-Men-Filmen, sondern auch in eigenen Ablegern mehrfach erzählt wurde.
Als Charakter selbst fand ich ihn in der Vergangenheit eher unspektakulär, und Verstand somit nicht, weshalb man gerade um seine Person so einen großen Hype machte. Aber die Zeit hat gezeigt, dass die Masse sehr wohl Gefallen an seiner Rolle hatte. Anders ist der kommerzielle Erfolg seiner Filme scheinbar nicht erklärbar.
Mit Logan wirft man nun den finalen Wolverine-Teil auf die Leinwand und die Menge jubelt schon jetzt. Als Cineast geht natürlich solch ein Film auch an mir nicht vorüber und ich bedaure schon jetzt, dass man sich gerade zu diesem Zeitpunkt dafür entschlossen hat, mit der Tradition zu brechen und sie dem Ende zugehen zu lassen. Zumindest, was Hugh Jackman betrifft.
Denn dieses Mal legt man hier ein Werk rühmlicher Größe an den Tag, von dem ich mir in den vergangenen Jahrzehnten gewünscht hätte, dass alle X-Men-Filme so gedreht worden wären. Während des Schauens wurde ich desöfteren an die filmische Größe von Sicario erinnert, dem dieser Teil in punkto Soundtrack, Atmosphäre, Stimmung, Optik, Erzählfluss und geschichtlicher Tiefe in nichts mehr nachsteht. Jackman liefert hier derartig überzeugende Ergebnisse ab, dass man ihm auch als Nicht-Fan automatisch zu Füßen liegt.
Dieser Teil zieht. Seine Person, die Verkörperung seines Charakters und die tief empfundene Boshaftigkeitsaufgabe, die ihm förmlich die Lebensfurchen ins Gesicht zeichnen, drücken hier so eine Schwere und überzeugende Erschöpfung aus, die ihm aus meiner Sicht bereits jetzt den Oscar für diese Darbietung sichern sollten. Er ist großartig und spielt ausgezeichnet!
Und auch das Drumrum stimmt diesmal absolut und befreit sich endgültig von dem kindischen Plastikfigursuperheldgeschmack, den die ersten Teile noch mitbrachten. Die Reihe ist erwachsen geworden und bezeugt eine derartige Reife, die unbedingt fortgeführt werden muss. Alles andere wäre Verrat an den Fans, die mit einer solchen Umsetzung jetzt an den Höhepunkt dieser Reihe geführt werden und eine Professionalität genießen dürfen, die extra laut nach Zugabe schreit.
Ich habe es gefeiert und kann jedem nur raten, sich diese Geschichte anzusehen, auch wenn man nicht alle vorherigen Teile kennt. Klar ergibt sich dann zwischendurch mal die ein oder andere Wissenslücke, was jedoch verschmerzbar ist und dem Gesamterlebnis keinen Abbruch tut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt reingehen!
Der 10. Teil von X-Men trumpft endlich mit erwachsener Ernsthaftigkeit und einer sowas von gelungenen Umsetzung auf, dass jetzt absolut keine Argumente mehr ziehen, weshalb man sich nicht näher mit dieser Story auseinandersetzen sollte.
Für mich der beste Teil der kompletten Reihe, wenn man Deadpool mal außer acht lässt.

 
Nachspann
kommt keiner, dafür rührt das Ende schon fast zu Tränen …

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Wir sind wieder im Kinderland und laden ein in die coolste Schule aller Zeiten:
Überraschend an Burg Schreckenstein ist die wahnsinnig etablierte Welt, in die man als Zuschauer geworfen wird und keinerlei deutschen Blödsinn vorfindet, der einem in irgendeiner Weise auf die Senkel geht. Was hier zählt, sind Unbefangenheit, gesunde Kindheit, Freude, Freunde, Spaß und jede Menge Abwechslung – und das gepaart mit dem absolut coolsten Rektor aller Zeiten, der beispielhaft zeigt, dass man – zumindest in Filmen – auch anders mit der ehrbaren Pädagogik umspringen kann als so viele Lehrkräfte dies in unserem Land tun.
Abseits jedweden biederhaften Benehmens erlebt man hier einen Zusammenhalt, der grenzübergreifend für Freude auf der Leinwand sorgt und Kindern ein Universum bietet, in das sich wahrscheinlich ein Großteil sowieso wünscht.
Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Wertevermittlung, derer man sich dabei angenommen hat. Nicht seitens der Erwachsenen, sondern auch zwischen den Kids selbst tobt hier eine tief empfundene Freundschaft, die in Filmen für Kids seinesgleichen sucht. Die Lässigkeit, mit der man auch an schwierige Situationen rangeht, die Normalität innerhalb der Crew, wenn man als Zuschauer etwas völlig anderes (dummes) erwartet – der Sound und das Ehrgefühl, dass man hier vermitteln möchte, machen aus Burg Schreckenstein für mich einen Film, der für Kinder absolut geeignet ist und damit das Attribut Familienfilm sofort verdient hat.
Erstklassige Unterhaltung für jung und alt, die einen zurückversetzen in die eigene Kindheit oder einfach nur eine Plattform zum Träumen bieten, die einen für ein paar Minuten aus der Realität rausholt und somit genau den Zweck verfolgt, den Kino haben sollte: Meisterhaft zu unterhalten.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm uneingeschränkt empfehlenswert, sofern man auf Streiche, viel Kameradschaft und jede Menge Trubel steht, der hier Heiterkeit und Fröhlichkeit verbreitet, die so in Kidfilmen selten zu sehen ist.
Die Coolness aller Beteiligten überzeugt auf einem Niveau, dass ich diesem Film absolut nicht zugetraut hätte. Mit dieser Reihe darf es gerne weitergehen!

 
Nachspann
aufstehen, rausrennen und .. nichts verpassen, denn hier folgen keine weiteren Eindrücke mehr.

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“Das wär zu schön, um wahr zu sein” – meine Worte kurz vor der Sneak. Es war zu schön. Und wurde wahr.
Schon der Trailer hat prophezeit, dass man sich hier mit zwei hochkarätigen Schauspielern wieder in eine Zeit zurückkatapultiert, in der noch nicht die Technik das Sagen hatte und mit austauschbaren Plastikpüppchen dazwischen geklebt zu einem Film zusammengeschustert wurde, sondern hier zählt nur eins: Schauspielerisches Können.

Eben dieses beweisen Ryan Gosling und Russell Crowe einmal mehr in ihrem neusten Film The Nice Guys, in dem es nicht um hypermodernes Rumgeballer oder möglichst ekelhafte Actionszenen geht, sondern der Esprit des zeitgenössischen Verbalhumors gepaart mit einem Festival von Situationskomikmomenten förmlich durch die Decke schießt.

Ganz im Ernst: Da braucht gar nicht viel passieren, sondern es reicht ein klassischer Blick und hier und da ein paar zusätzliche Aktionen im Hintergrund, die aus dem Ding nicht nur die pure Unterhaltung, sondern ein Feuerwerk der guten Laune gedeihen lassen, obwohl das Thema durchaus ernst ist.

Und genau diese tragisch-komische Komponente sorgt hier für einen Film, der solide mit allen Wassern gewaschen ist und so genauso in den 80ern hätte laufen können, als die Vercomputerisierung innerhalb der Filme noch relativ verpönt war. Und damit so eine Kiste auch funktioniert, braucht es Talent, das derart Charme versprüht, damit der Zuschauer am Ball bleibt und sich nicht gelangweilt abwendet. Und glaubt mir: Man verfolgt das Geschehen und will keine einzige Sekunde davon verpassen.

Ob diese Geschichte nun zu den Höhepunkten der Schauspielkarriere eines Herrn Crowe oder Gosling zählen mag, darf jeder für sich selbst beurteilen. Die beiden sind in meinen Augen talentmäßig sowieso derart hoch angesiedelt, dass es allein schon eine Augenweide ist, sie zusammen auf der Leinwand zu erleben, wenn man vergleicht, was einem zeitgleich sonst noch so geboten wird.

Das übertrieben angestrengte Superheldentum, das in letzter Zeit abgöttisch und glanzvoll abgefeiert wird oder das bewusste Wegsehen mithilfe von Neuschauspielern verlässt hier kurzzeitig die Bühne und macht einer Sache Platz: Dem richtig guten, unterhaltsamen und absoluten Must-See-Film der 90er Jahre, in denen hollywoodtechnisch noch alles so war, wie man sich als Kind der 80er eine heile Welt vorstellt.

Klar existierten auch hier Probleme und klar werden die auch im Film thematisiert – und das sogar auf eine dialogreiche und ziemlich elegant eingeführte Art und Weise, so dass dem Zuschauer zwischen seinen Lacheskapaden immer noch genügend Möglichkeit bleibt, über den düsteren Ernst der Lage nachzudenken, die – aufs heutige Zeitalter betrachtet – immer noch hoch aktuell zu sein scheint.

Dennoch hat man als Filmemacher an diesem Punkt einfach alles richtig gemacht und liefert dem Kinobesucher einen Grund, wiederzukommen … um seinen Freunden den Film ebenso zu zeigen und einfach jeden reinzuschleppen, den man irgendwie an die Angel kriegt.

Dass uns so etwas in absehbarer Zeit nicht so schnell wieder von vorne anstrahlen wird, sollte Grund genug sein, seinen Arsch in Richtung Lichtspielhaus zu bewegen und ein .kinoticket für die Vorstellung zu lösen.

Und wer sich den doppelten Gang ins Vorführhaus sparen will, der nimmt einfach gleich all seine Freunde und Familie mit: Mega Spaß und wahnsinnig gute Laune sind bei diesem Streifen sowieso garantiert.

 

.kinoticket-Empfehlung: Nimmt man die ganzen Schundentwicklungen der aktuellen Kinozeit mal aus der Historie des Films raus, landet man ganz schnell wieder in einer Ära, in der Filme grundsätzlich Spaß gemacht haben und es so etwas wie Enttäuschungen nur sehr selten gab.

Und genau da platziert sich The Nice Guys und lässt es ordentlich krachen.

Wer einen Kinoabend plant, der sich mit allen Wassern gewaschen hat und bei dem absolut jeder auf seine Kosten kommt, der macht mit dem Kauf eines .kinotickets in diesem Fall absolut keinen Fehler.

Rein rein rein – dann erinnert man sich immer an den wundervollen Abend zurück, wenn man später beim Zappen mal auf den Film stößt und ihn freiwillig erneut im Fernsehen anschaut.

 

Nachspann
läuft nur in Ton und Buchstaben, Teaser auf Fortsetzungen fehlen, wären jedoch mega wünschenswert.

Kinostart: 2. Juni 2016

Social: www.facebook.com/TheNiceGuys.Film

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