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Astrid

Astrid
© 2018 DCM Film Distribution GmbH

 

Pippi Langstrumpf, Ronja RäubertochterAstrid Lindgren hat sich weltweit einen Namen gemacht und ist aus dem Kinderbuchsektor nicht mehr wegzudenken. Und da wir uns zur Zeit in der Phase von “Wir verfilmen, wie alles entstand” befinden, war es nur absehbar, dass über diese Koryphäe im Literatursegment auch früher oder später ein Film entstehen wird, der die “Geschichte dahinter” erzählt.

Und hier ist er: Astrid.

Das Movie zeigt das trostlose, erbitterte Leben der Schwedin und bringt eine zutiefst depressive Struktur zum Vorschein, die entgegen jeder Lebensfreude und all dem, was aus ihren Büchern bekannt ist, steht: Es ist nahezu ein Wunder, was diese Frau vollbracht hat und aus welchem Sumpf sie sich dafür gezogen hat. Wir kennen die bunten Bilderbücher, wir kennen das glückliche Leben, wir kennen das Streben nach vorn und die Lebensenergie – und der Film spendet von all dem … nichts.

Es ist beinahe eine Qual, sich durch die ermüdend lange Spielzeit zu kämpfen und die tristen Momente zu durchleben, durch die diese Frau exakt so gegangen ist. Das macht nicht den Film schlecht, sondern zeugt eher von der Kraft, die Astrid Lindgren auf die Bildfläche warf und damit ein Vorbild für viele wurde: Immerhin steht sie mit so vielen Projekten und Motivationen dafür ein, dass Kinder ein glücklicheres Leben auf Erden haben und aus all der Trostlosigkeit herauskommen.

Dafür hat sie selbst mit einer Gesellschaft brechen müssen, die Normen und Werte vorgegeben hat, denen sie sich nicht beugen wollte. Es war ein Kampf, der teils bis heute andauert und immer noch nicht zu Ende gekämpft ist. Was das alles für Kraft gekostet hat, davon ist dieser Streifen ein leuchtendes Beispiel: Der Zuschauer sieht nicht nur durch ein Fenster in die damalige Zeit, sondern spürt am eigenen Leib den Energieverlust, indem er sich durch den sehr langatmigen und traurigen Film durchkämpft.

Man kann dies als Motivation ansehen, für mich war es einfach nur beschwerlich.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film offenbart die Stärke einer Frau in einer trostlosen Dimension sondergleichen.

Der Zuschauer erlebt die gleichen Leiden wie diese Frau in einem langatmigen und tristen Ausmaß. Es ist ein Trauerspiel und gleichzeitig das größte Wunder, welche Werke daraus erwachsen sind. Diese Mutation auch im Kino zu erleben ist den Besuch durchaus wert, man sollte aber etwas eigene Kraft dafür mitbringen, um hier heil wieder raus zu kommen.

 

Nachspann
✅ liefert noch ein Liedchen, lasst den Rausgang aus dem Saal also gemütlich angehen.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Unga Astrid
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

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Channing Tatum gilt nicht erst seit Das Leuchten der Stille als Frauenmagnet. Das Grinsen, als ich – leicht verspätet – als einziger Kerl den Saal bei bereits laufender Werbung betrat – unbezahlbar ^^. Filmschauen im Dienste der Wissenschaft, oder so ähnlich 😉
Magic Mike (also Teil 1) war ja auch schon ein Film, der nicht unbedingt die klassische Erzählweise vorzeigen konnte, sondern sich eher an in sich geschlossenen Showblöcken orientierte, die – aneinandergereiht – dann doch eine Art Geschichte ergaben. Getragen wurde das seinerzeit von der rühmlich-unantastbaren Art von Matthew McConaughey, der als Showmaster die Truppe bei Laune hielt und mit seinem ungesehenen Inspirationsgeist und der imperialen Geldmacht das Wesen des Films als Ganzes trug. Klar hatte Tatum als sein No. 1 Laufbursche auch eine tragende Rolle, jedoch führte meiner Meinung nach erst das Zusammenspiel beider Elemente zu dem Erfolg, den Magic Mike in der Filmgeschichte zu verbuchen hatte.
Das führt zu dem Schluss, dass mit XXL hier zwar wieder die Truppe an Board ist, die McConaughey geschichtlich-folgerichtig außen vor lässt und somit zwar wieder die ursprünglichen Showblöcke gezeigt werden, der große Durchbruch in Form der erwarteten XXL-Superlative aber ausbleibt.
Klar, es bedarf jeder Menge Körperbeherrschung und Bewegungskunst, um solche Kunststücke zu vollführen, jedoch haben mich die Animationen in Teil 1 eher begeistert. Hier hatte ich viel mehr das Gefühl, man möchte nochmal, kann aber nicht so richtig und legt mehr schlecht als recht eine Vorstellung hin, die sich eher auf Masse denn auf Klasse konzentriert.
Der andere Punkt ist: Die Geilheits-Ausseh-Show gehört seit eh und je den Jungen. Vielleicht ist also schon der komplette Ansatz falsch, die ursprüngliche Crew hier wieder antreten zu lassen, wenngleich man damit die gleichsam gealterte Zielgruppe erneut anspricht – getreu dem Motto: “Was ist eigentlich aus xxx geworden?”
Man spürt eben dieses allgegenwärtige Gealtertsein, diesmal fast noch schlimmer als in Terminator: Genisys (3D). Und das macht in meinen Augen viel von dem ursprünglich lebensbejahenden, saft-strotzenden Flair aus, der in Magic Mike XXL eben nicht so recht zum Tragen kommen will. Die Blüte der Jugend ist verblasst und beginnt langsam zu verwelken.
Und das macht den Film eher zu einer nostalgischen Erinnerung als zu einem erneuten Wunder der Körperbeherrschung.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Zeit heilt nicht nur alle Wunden, sondern reißt auch neue auf.
Zumindest könnte man das glauben, wenn man sich die “fertige” Group anschaut, die es sich selbst nochmal beweisen will und erneut in den Ring der Kritiker tritt, um die Fantasien von tausenden Fans anzuregen.
Das mag zwar für heutige Verhältnisse auch irgendwo funktionieren, die Showgröße der Kunst, die man an Teil 1 so mochte, ist aber verblasst.

 
Nachspann
ist anfangs bebildert und läuft dann ins Schwarze aus. Also nicht gleich rausrennen.

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