.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Matt Damon

Downsizing

Dass wir auf der Welt bevölkerungstechnisch langsam Probleme kriegen, dürfte ja mittlerweile jeder irgendwo mal gehört haben. Seit Jahren predige ich auch, dass Hollywood dabei immer den gedanklichen Vorreiter spielt und bereits Szenarien ausgearbeitet hat, die für unsere Kinder und Kindeskinder dann Realität zu sein scheinen.
Siehe Star Trek: Selbstöffnende Türen – für unsere Eltern Science Fiction, unsereiner wundert sich bei den Geschäften, wenn es mal nicht so ist. Oder den “Boardcomputer” am Handgelenk … wer von euch trägt heute kein Smartphone bei sich?
Klar sind das jetzt Beispiele, die mit dem Inhalt dieses Films nicht sonderlich konkurrieren können und wohl auch etwas an den Haaren herbeigezogen sind, aber genau da betritt unsere Generation nun ein Gedankenexperiment, dass gleichermaßen interessant wie unterhaltsam ist und zumindest die Diskussion um derlei Probleme ein wenig in Schwung bringt – auch wenn es völlig utopisch und bislang unvorstellbar ist.
Nun muss man ja nicht ständig mit der “Das ist absolut lächerlich”-Keule im Kinosessel sitzen und sich permanent darüber aufregen, wie unrealistisch dies oder jenes ist, sondern darf sich ziemlich witzig ins Entertainment hineingleiten lassen, um einfach mal wieder ein wenig Spaß zu haben und dabei dennoch unterschwellig ernsthafte Probleme anzureißen, die uns in den nächsten Jahren sicherlich irgendwo begegnen werden.
Was meiner Meinung nach auch unbedingt erwähnt werden muss: Christoph Waltz – großartige Performance und einfach geiler Charakter, den er wieder erstklassig umsetzt und damit für jede Menge Lacher sorgt.
Damit erhält man mit Downsizing gut gelaunte Mittelklasseunterhaltung, die jetzt kein “outstanding” bei den Bewertungen verdient, aber auf keinen Fall von der Hand zu weisen ist, sondern durchaus für einen gelungenen Kinoabend sorgen kann.
 

.kinoticket-Empfehlung: Tolles Experiment für zukünftige Sorgen, die diesen Planeten demnächst heimsuchen könnten, verpackt in witziger Kulisse, die gleichermaßen spannend wie unterhaltsam ist.
Der Gang ins Kino lohnt definitiv, denn zum Lachen werden genügend Anreize geboten und so etwas hat es in dieser (ernsthaften) Form auch noch nicht wirklich gegeben.
Daher: Sichtungsempfehlung.

 
Nachspann
Zu klein für noch mehr Stoff … daher: Rausgehen, Umwelt genießen.
Kinostart: 18. Januar 2018

Suburbicon

Würdet ihr Angela Merkel etwas abkaufen, wenn diese Dame aufs Podium tritt und verkündet, dass sie etwas mitzuteilen hat? Man würde ihr vielleicht aus Respekt zuhören oder einfach nur mitkriegen wollen, was da passiert, weil’s nunmal eine wichtige Persönlichkeit ist, aber ernst nehmen und anschließend danach leben ohne zu hinterfragen, wieso sie das sagt, was sie sagt? Niemals. Ich zumindest nicht.
Wie sieht’s bei George Clooney aus? Schon ganz anders, hm? Er hat zwar längst nicht so einen massiven politischen Einfluss auf die Welt, aber er hat bereits früher durchblicken lassen, dass er etwas zu sagen hat – und dazu auch noch etwas in der Birne und ich finde, selbst Jugendliche tun gut daran, sich die Zeit zu nehmen und ihm zuzuhören.
Mit seinem neuen Regiewerk Suburbicon trifft er nämlich mit einem ziemlich wichtigen Thema auf den Kern und offenbart eine hässliche Fratze, die seinerzeit zwar von Vorvorgenerationen erschaffen wurde, jedoch heute wieder beginnt, in vielen Köpfen unserer Nation zu sprießen und seine verdorbenen Früchte zu tragen, weil – wie damals auch – niemand genau hinsieht.
Jetzt kann man hinsehen – so man möchte – und wenn es einfach nur stupide auf die Leinwand ist. Clooney vollbringt nämlich das krasse Wunder, eine völlig komplexe Eigenart in verständliche Bilder zu packen, diese beeindruckend und umwerfend dem Publikum zu präsentieren, damit Humor und Unterhaltung nicht zur Seite zu schieben und dennoch eine der wichtigsten Lektionen begreiflich unters Volk zu verteilen, so dass der Zuschauer sich hinterher weder vors Gesicht gestoßen noch moralisierend belehrt fühlt und dennoch mit unglaublich wertvollen Gedanken wieder aus dem Saal gestoßen wird, die es nun umzusetzen gilt.
Und wie aktuell das Werk, wie wichtig seine Message derzeit ist, merkt jeder, der auch nur ansatzweise etwas von Suburbicon mitkriegt.
Leute: Es lohnt sich und zählt fast schon zu den ehrenwerten Bürgerpflichten, sich mit diesem Stoff auseinanderzusetzen und zu verstehen, inwieweit uns alle diese Belange angehen.
Und wer jetzt meint: Mäh, wieder nur so Politikmüll, der uns zum 100.000sten Mal sagen will, wer wann wo scheiße ist: Falsch. Auch ihr könnt rein und einfach einen wahnsinnig unterhaltsamen, spannenden Kinoabend erleben, der definitiv seine Spuren hinterlassen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wie anders sollte man es bezeichnen, als ein absolutes Meisterwerk, dessen Brillanz darin liegt, Vergangenes aktualisiert auf die Leinwand zu werfen und damit die Wut und den Ärger vieler aufzugreifen, um ihnen zu zeigen, wohin das alles führen wird.
In letzter Zeit gab es keinen politisch dermaßen relevanten Film, der zusätzlich über genügend Entertainment und Spannung verfügt, um auch Nichtinteressierten einen herrlichen Kinoabend zu bescheren und dennoch unterschwellig eine Botschaft zu verteilen, deren Wichtigkeit man nur unterstreichen kann.
Reingehen, verinnerlichen und anschließend nach guten Maßstäben leben!

 
Nachspann
folgt ohne weitere Szenen oder zusätzliches Material. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 9. November 2017

Manchester by the Sea

So manch einer sagt mir ja nach, dass ich ausschließlich Actionkino bevorzuge, Spiele-Verfilmungen mag und für Arthouse nicht zu haben bin … ähm what?
Mit Manchester by the Sea landen wir direkt im Pool dieser atemberaubenden Filmschönheiten, denen ich sehr wohl etwas abgewinnen kann und die weit weg von Blockbuster, Explosionen, Stupidität und anderem Schwachsinn dahin dümpeln.
Ich persönlich hätte gern viel mehr Arthouse in den Kinos – auch den größeren, die – wie z.B. in Berlin im CinemaxX extra eine “Tiefgarage” für Kinopublikationen außerhalb der großen Masse eingerichtet haben, in die man sich als leidenschaftlicher Freund solcher Abwegigkeiten gerne verziehen und die Shows genießen kann.
Seit 19. Januar 2017 erfreut nun endlich die offiziellen Zuschauer das Meisterwerk von Regisseur Kenneth Lonergan, das seine Premiere ja bereits im Januar 2016 feierte und somit schon mal hier mal da zu sehen war.
Warum auch immer man so ein grandioses Schauspielstück so lange vor der Öffentlichkeit verbirgt, bleibt mir ein Rätsel. Denn obwohl auch hier die Erzählgeschwindigkeit nicht unbedingt mit rauschendem Tacho an einem vorbeizieht, ergreift einen das Gesehene nach einiger Zeit tief im Herzen.
Nicht nur Casey Affleck legt hier als Hauptdarsteller eine Portion Charme auf den Tisch, dem sich jeder Cineast einfach beugen muss, sondern auch seine bezaubernden Mitspieler stellen einmal mehr einen Könnens-Beweis auf, der ein paar Ligen über dem bekannten Niveau liegt.
In diesem Film legt man der Technik mal gehörig die Zügel an und lässt endlich wieder den Menschen in den Vordergrund, der mit dramaturgischen Höchstleistungen schauspielerische Höhen erklimmt, die aus diesem Stück schon relativ zu Beginn ein anbetungswürdiges Meisterwerk werden lassen, dass sich das “Prädikat besonders wertvoll” nicht nur verdient hat, sondern quasi daraus zu bestehen scheint.
Und dabei muss noch nicht einmal viel passieren, denn das Ensemble der Gefühle, das man hier anbricht, aufreißt und über den Zuschauer streut, reicht von ganz oben bis ganz unten. Und dabei wird nicht etwa auf billigen Humor oder übertünchendes Trara zurückgegriffen, sondern man flaniert ganz meisterlich in völig andere Dimensionen.
Und trotz der Tatsache, dass Manchester by the Sea ganz klar ein Drama darstellt, hat man als Zuschauer dennoch unglaublich viel Spaß bei der Sache und rennt selbst beim Zuschauen hier und da mal gegen die ein oder andere emotionale Wand.
Gut so, denn genau das erwarte ich von Arthouse-Kino: Stärken, die nicht durch Millionen von Dollar erzielt werden, sondern tatsächliche Film-Kunst auf ganz hohem Niveau.
Dass dieses Werk von der Presse gefeiert wird, steht außer Frage. Und ich hoffe, dass sich das Publikum, das es hoffentlich mega zahlreich geben wird, dieser Freude darüber anschließen wird, denn ich würde mir den Titel sofort wieder ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Manchester by the Sea ist ein ruhiges, in tief emotionalen und ausdrucksstarken Bildern erzähltes Drama, in dem die Figuren alles sind.
Trockener Humor, sensible Härte und die Ironie des Lebens werden auf wunderbare Art und Weise eingefangen und wiedergegeben.
Stellenweise fast etwas zu ruhig und langatmig, dafür aber um so ergreifenderes und einprägsames Kino.

 
Nachspann
Der Nachspann entlässt euch genauso bilder- und videoreich wie die imposanten Eindrücke des Films während der Laufzeit sind. Wer also meint, sofort abdackeln zu müssen, der hat meines Erachtens den ganzen Film nicht so recht verstanden.

The Great Wall (3D)

Matt Damon in einen zumindest in meinem Kino nicht hochauflösend gezeigten Trailer über chinesische Inhalte zu schicken, zeugte nicht unbedingt von dem Wunsch, Zuschauer in dieses Werk zu locken, denn es wirkte nicht nur “billig”, sondern irgendwo auch verloren.
Wie mir zu Ohren gekommen ist, haben sich wohl auch sehr viele daran gestört, dass Damon innerhalb dieser chinesischen Publikation sogenanntes Whitening betreibe, was natürlich lächerlich ist, da sein Charakter auch geschichtlich absolut in seine gespielte Rolle passt und man ihm daher rein gar nichts vorwerfen kann. Im Gegenteil.
Vorwerfen kann man auch dem Film selbst nichts, denn The Great Wall etabliert sich als eines der Kunstwerke, für die 3D wieder mal wie geschaffen ist. Was hier an Räumlichkeit über die Leinwand in den Saal reinschiebt, ist endlich mal wieder echte Liebe zur Dreidimensionalität und beweist einmal mehr, dass hier und da der Griff zum teureren 3D-Ticket durchaus lohnenswert ist.
Aber nicht nur das, sondern auch das verhaltene Andeuten im Trailer und die daraus resultierende überraschende Auflösung der Pointen ist bei The Great Wall mehr als gelungen. Die Action, das epische Auffahren von abartigen Szenen, die kolossalen Kämpfe, denen man hier beiwohnt, erzeugen im Saal nicht nur mächtig Gänsehaut, sondern lassen auch den Zuschauer tief in diese mystische Welt eintauchen, derer sich die Schöpfer anhand von Mythen & Sagen aus der dortigen Region bedienten.
Der Film als solches war für mich eine absolut gelungene Überraschung auch die Crazyness der Gegenspieler punktete bei mir mit Einfallsreichtum und sowohl grafisch als auch “logistisch” super umgesetzter Ideenvielfalt.
Die Momente, in denen man vor Staunen einfach nur entzückt in seinem Kinostuhl verharrt und sich über den immensen Aufwand bei der Produktion freut, häufen sich hier nicht nur zahlreich, sondern übertrumpfen sich auch selbst immer wieder und lassen auch hierzulande die chinesische Filmtradition erfolgreich weiterleben.
Dass man hier auch zum Schluss nicht in heroischen Heldenunsinn verfällt, sondern die Bühne mehr oder weniger der grafischen Explosion widmet, war für mich auch ein weiterer Pluspunkt, auch wenn sich daran wohl der ein oder andere stören könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fakt ist: Als geballtes Actionkino mit sagenhafter Unterhaltung und jeder Menge epischer Szenen erkämpft sich dieses Werk den Weg in die Toplisten der sehenswerten 3D-Filme und erzeugt nicht selten spürbar grandiose Momente.
Da es sich hier um eine Sage handelt, sollte man geschichtlich nicht allzu viel erwarten, der Sehspaß bleibt davon aber unberührt.
So niedrige Erwartungen der Trailer vermuten ließ, so hoch hat man sich übertrumpft und sensationelle Action geboten – definitiv sehenswert!

 
Nachspann
die ersten paar Sekunden beobachten, wem das egal ist, einfach nach draußen gehen.

Jason Bourne

Juhu, endlich wieder ein Jason Bourne-Film, der auch die konservativen Kinogänger wieder ins große Wohnzimmer lockt und die Geschichte von … Jason Bourne erzählt, die wir alle in äh … vier vorherigen Teilen bereits ausführlich kennengelernt haben.
Genauso fühlt man sich, wenn man den Titel liest, den Trailer sieht und schließlich ins Kino spaziert, um zu schauen, was daraus nun geworden ist.
Jason Bourne gehört für mich zu den Großen im Filmbusiness, der eine weitreichende Masse an Menschen erreicht und somit auch internationale Werte vermitteln kann, die dem Zuschauer eingeprägt und somit lehrreich untergeschoben werden können, während der unwissend im Kino sitzt und sich angeblich unterhalten lässt.
Und zu unterhalten weiß der Film in seiner Weise schon, auch wenn für den eingefleischten Cineasten die tatsächliche Offenbarung irgendwo fehlt, denn alles war schon mal da, alles hat es schon mal in irgendeiner Form gegeben und so wirklich beeindruckend und neu ist dabei nichts.
Dass man in puncto Action und Aufruhr nun die Schrauben etwas angezogen hat, dass alles ein klein bisschen größer und gewaltiger erscheint und man sich wohl auch irgendwo darüber im Klaren ist, dass die mysteriöse Verschwiegenheit um die Person selbst nun komplett hinfällig ist, darüber wussten wohl auch die Macher Bescheid. Insofern hat man den “Sinn” des Films ein wenig verloren und dabei aber nicht wirklich den großen Absprung auf das Erzählbrett vieler neuer Geschichten geschafft, sondern hier tatsächlich wieder mal ein klassisches Aufwärmen alter Geschichten vorgenommen, die einfach nur effektträchtig und audio-visuell beeindruckend auf die Leinwand konzipiert wurden.
In einer Größenordnung wie dieser hätte ich dabei etwas mehr erwartet und habe etwas bedauert, dass man die Chance verstreichen ließ, hier wieder einen Schritt weiter in Richtung Konkurrenzprodukt zu gehen, das völlig neue Maßstäbe als Orientierung für weitere Filme ansetzt und somit wieder etwas völlig begeisterungsfähiges in die Lichtspielhäuser bringt. Stattdessen fühlt man sich eher, als hätte man ein wenig den Hang zum Übertriebenen genutzt, um mit anderen bewusst übertreibenden Filmen mithalten zu können und hier eben nicht nur klassische Geschichten zu erzählen, sondern eben auch mit Gigantismus zu spielen, was aber ganz und gar nicht ins Modul dieser Filmreihe passt, sondern sie eher unglaubwürdiger macht.
Okay, ich jammere hier auf hohem Niveau, denn der Film lohnt sich schon für einen guten Kinoabend, dafür ist er professionell gemacht und technisch sowie schauspielerisch auf hohem Niveau, allerdings sollte man nicht zu viel erwarten, denn die große Offenbarung bleibt wie gesagt aus.
 

.kinoticket-Empfehlung:Wer großes leistet, von dem darf großes erwartet werden.
Und diese Erwartungen werden ein bisschen enttäuscht, auch wenn der Film selbst als solides Machwerk dasteht und mit seiner Art tatsächlich zu unterhalten weiß. Als Kenner der Vorfilme und als eingefleischter Kinogänger hat man allerdings zu hohe Erwartungen und erlebt daher ein klein wenig Ernüchterung sobald der Abspann über die Bildfläche rollt.

 
Nachspann
folgt in üblicher Weise ohne Szenen oder Teaser fürs nächste Produkt.

Der Marsianer – Rettet Mark Watney (3D)

Der Trailer rief bei mir zwar Sichtungs-Sehnsüchte hervor, brachte mein Herz jedoch nicht in Wallung, wenn ich daran dachte, dass mich dieser Blockbuster so richtig vom Hocker reißen würde. Irgendwie hatte ich das dumpfe Gefühl, dass einem hier großartige Mainstreamkost vorgesetzt wird, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und irgendwo ist es genau so gekommen. Der Film ist brillant, was Kulissen, Theatralik, verbale Auseinandersetzung und Thematik angeht und auch das 3D darf sich ruhmreich in der Sonne gelungener Arbeit baden. Hier gibt es wirklich kaum etwas auszusetzen.
Was die Geschichte und simple Kleinigkeiten angeht, war es teilweise aber doch kritikwürdig, zumal der Mars nicht das erste Mal Schauplatz fiktiver Geschichten ist, sondern schon oft in Hollywood als Ort des Geschehens oder Vorlage für SciFi-Horror herhalten musste. Die großartigen Überraschungen blieben also aus, die Ideen, mit denen man hier jongliert, driften aber teilweise ins Lächerliche. Stichwort: Tesa. Hier habe ich mir ernsthaft an den Kopf gefasst und mich gefragt, ob die das jetzt wirklich so meinen.
Positiv aufgefallen ist der ausbleibende Patriotismus, der zwar klischeehaft angerissen, jedoch nicht süffisant ausgelebt, sondern brav zurück in die Ecke gedrängt wird. Matt Damon leistet hier in seiner Nicht-ganz-One-Man-Show erstklassige Arbeit und wird auch andernorts für seine Darstellungen gelobt. Alles verhält sich sehr bodenständig, normal, ausgeklügelt und durchdacht – problematisch ist eben, dass es keine echten Werte gibt, auf die man zurückgreifen kann, da es sich hier eben immer noch “nur” um Fiktion handelt.
Allerdings macht dieser Film durch seine belebtere Struktur wesentlich mehr Spaß als Gravity, wo wirklich alles auf das Wesentliche runtergebrochen wurde und somit die Einsamkeit vollends im Vordergrund stand.
Gegenteilig wirkte Damon teilweise aber auch zu fröhlich, da die Sequenzen des Zweifels und der seelischen Qualen so überhaupt nicht angegangen werden, sondern allenfalls angerissen und nicht ausdiskutiert. Und da wären wir wieder beim Thema Mainstreamkost: Alles ist fröhlich, es ist unterhaltsam, teilweise doof und unrealistisch, aber im Endeffekt wird keinem so richtig auf die Füße getreten und alle sind glücklich. Diese Kombination kann funktionieren, ist aber kein Garant auf Erfolg, da man so auf viel Tiefe und Profil verzichtet und aus einem Sensationserfolg “nur” einen Kassenschlager macht.
Die bitterböse Enttäuschung ist das jetzt aber keineswegs, sondern durchaus ein Film, der sich – gerade in 3D – sehr lohnt, im Kino anzuschauen, sofern man auf der Suche nach einer kurzen Pause vom echten Leben hier in dieser Welt ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Fan von Science Fiction mutiert dieser Streifen schon fast zur Schaupflicht.
Die Darstellungen von Matt Damon sind bodenständig, sehr realistisch und teilweise etwas zu fröhlich, das große Gesamt-Ganze darf sich durch seine beeindruckenden Bilder und Szenen und durchaus sehenswertes 3D gerne über die kleinen Macken hinwegsetzen, die die Spur der Erfahrungen hier und da spicken.
Man bekommt hochwertiges Mainstream-Kino vorgesetzt, nicht mehr, nicht weniger.

 
Nachspann
beginnt anfangs noch mit einigen Sequenzen. Sobald die abblenden, darf man den Saal verlassen.
 

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén