Monsieur Claude 2

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Christian Clavier ist das Aushängeschild Frankreichs fürs Kino und mittlerweile ein Garant für lustige Unterhaltung. Filme mit ihm treffen normalerweise immer voll ins Schwarze und sorgen breitflächig für Belustigung und gute Laune.

Monsieur Claude war damals ja bereits ein Überraschungserfolg sondergleichen und ich habe es tatsächlich irgendwann geschafft, mir die Blu-ray zu organisieren und ihn mir angeschaut und war … mäßig begeistert. Kein Plan – irgendwie absolut nicht mein Humor. Ich fand es zu schräg, zu langatmig, zu aufgebläht, zu wüst, zu viel.

Teil zwei knüpft nun an den Erfolg an und ändert wesentliche Charakterprinzipien, hat dadurch aber nichts von der Grundidee aufgegeben: Irgendwie bekommt jeder seine zwei Minuten und Ende. Genau das erklärt wahrscheinlich auch den Erfolg des Ganzen: Da sind so viele … eigentlich alle Konstellationen, Optionen, Möglichkeiten zusammengerissen, dass sich jeder da drin wiederfindet – wenn auch nur ganz kurz. Und genau da fehlt mir ein großer, roter Leitfaden dahinter: Irgendwie werden Szenen gebracht, dann ist direkt Schluss und andere Szenen werden gebracht. Grad so, dass du in manchen Szenen dann verschiedene Leute nochmal wieder siehst und daran merkst, dass doch alles irgendwo eine Geschichte sein soll.

Es sind aber viele. Zu viele. Und die sind so wild zusammengeschnitten, dass es einfach keinen Spaß macht, dem Strang zu folgen und man sich irgendwann nur noch auf “kommen da noch lustige Witze” konzentriert – die der Film gegen Ende aber immer weniger liefert, was auch zu immer mehr “Stimmungsruhe” im Saal führt. Kein Wunder also, wenn selbst die Sneak-Gemeinde diesen Film fast zur Hälfte bloß mit “mittelmäßig” bewertet und sogar einige “schlecht”-Stimmen in der Abstimmungsbox liegen.

Hier hätte man sich nicht auf “Wir hauen nochmal richtig drauf”, sondern lieber auf einen lustigen Plan konzentrieren sollen, entweder mehr Gagdichte oder mehr Kameraspielraum schaffen müssen, damit der Zuschauer nicht so wild vor sich hergetrieben wird. Und dann den Film in den Sneaks im Original mit Untertitel zu zeigen, wo die Darsteller alle dermaßen schnell sprechen (und dementsprechend schnell untertitelt werden) … denkt euch selbst, wie viel Freude das bereitet. Und sprecht dabei leise 3x hintereinander superschnell “Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu? Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu? Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu?” aus 😀

.kinoticket-Empfehlung: Zu wild durcheinandergeschnitten, zu zerrissen, kein richtiger, durchgehender Plot, sondern einfach nur viel, laut und schräg: Absolut nicht mein Humor.

Hier hätte es etwas mehr Kamera-Ruhe oder als Ausgleich gegen Ende etwas mehr Gagdichte getan, um den Film noch einigermaßen zu retten. Jeder bekommt halt seine zwei Minuten, in denen er sich absolut wiederfindet – die werden aber durch abrupte Schnitte direkt beendet.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, das Lied ist ganz cool – aber nicht zwingend nötig, hier sitzen zu bleiben. Es kommen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 04. April 2019

Original Title: Qu’est-ce qu’on a encore fait au Bon Dieu?
Length: 99 Min.
Rated: FSK 0