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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Menschheit

Aquaman (3D)

© 2018 Warner Bros. Ent.

Bereits, als die ersten .trailer anliefen, war ich der Meinung: Das wird DC‘s erstes richtiges großes Ding. Und je öfter man die Vorschau auf der Leinwand präsentiert bekam, desto mehr erhärtete sich mein Verdacht: Die Optik wird geil, das „Epos“ wird geil, es bleibt DC und am Ende spielt man da aber in den allerobersten Rängen.

Und ja: Genau das ist eingetreten. Die Macher des „kleineren Netzwerks“ von Superhelden haben sich zusammengerottet und etwas auf die Füße gestellt, dass ich gerne vor Justice League in den Ring geworfen hätte, weil man dann viel mehr Bezug und Sympathie zu Aquaman aufgebaut hätte und wüsste, wer er ist und ihn in dem Superheldenrummel viel besser einsortieren hätte können.

Immerhin gibt es auch heute noch genügend Zuschauer, die nicht aus der Comic-Welt kommen und für die jede Charaktereinführung auf der Leinwand eben genau dies ist. Aber hier existieren wohl scheinbar fatale Marketing-Druck-Komponenten, die teilweise zu solchen groben Fehlentscheidungen führen, nur um im Marvel-Ring mitwirken zu können, statt sich einfach auf sein eigenes Ding zu konzentrieren und das zu tun, was man gut kann.

Dass DC tatsächlich kann, haben sie hiermit bewiesen. Die Optik ist allererste Sahne und begeistert bis hin zum 3D, was tatsächlich Oberklasse ist und man sich definitiv nicht entgehen lassen darf. Aquaman in 2D zu ordern ist ungefähr genauso blöd, wie eine dicke fette Kugel Banana-Cream in der Waffel zu bestellen, „aber lassen Sie das Eis bitte weg, nur die Waffel“. Stupid. Und ich verstehe immer noch nicht, warum es auch heute noch Leute gibt, die 3D im Kino verabscheuen. Und kommt mir nicht mit den üblichen billigen Ausreden: Auch ich bin Brillenträger und hasse es manchmal schon, dass man uns in der Presse nur die 2D-Option vorsetzt und ich im Vorfeld dann nichts zur 3D-Wirkung sagen kann.

Hier muss (!) man einfach zur großen Variante greifen, alles andere wäre Selbstbetrug. Und wenn das 3D in eurem Kino scheiße ist, wechselt das Kino!

Weiter geht‘s mit dem Sound: Auch hier hat man Händchen bewiesen und einen wirklich tollen Soundtrack komponiert, der sich an die im übrigen durch und durch gelungene Unterwasser-Welt anpasst und zum epischen Ausmaß beiträgt. Somit überträgt sich die visuelle Wucht von den Augen auch auf die Ohren und man ist hinterher tatsächlich geflasht von so viel Power und Extravaganz.

Einziges Manko (auch das war bereits im .trailer deutlich erkennbar: Man hätte die Drehbuchautoren von Bumblebee ran lassen sollen, dann wären nicht so dämliche Fremdschäm-Aussagen dabei rausgekommen. Man fährt hier so großes Potenzial auf, liefert eine epische Schlacht nach der anderen und sobald jemand das Maul aufmacht, ist es wieder lächerlich. Und dabei stört mich noch nicht mal, dass – wie manche bereits bemängelt haben – man manchmal over the top geht und zu viel Action produziert, auch hier hätte man ein Alleinstellungsmerkmal, dass in dieser bösen Düsternis durchaus funktionieren kann, dann aber von den „Kinderdialogen“ befreit sein müsste. Die brachiale „Man-Power“ hat man nämlich längst erkannt und sie auch gebührend umgesetzt.

.kinoticket-Empfehlung: Hält man sich bei den Dialogen die Ohren zu und öffnet sie bei der Musik wieder, sieht man einen brutal-guten Film, der an der Spitze der bisherigen DC-Erwartungen steht und alles toppt, was dieses Label bislang veranstaltet hat.

Die visuelle Gewalt ist berauschend, die Welt komplett und vollständig, die Szenerien begeistern und sind für große Kinos geschaffen, nur die Dialoge erreichen noch nicht mal Mindestniveau. Wenn man hier noch nachzieht und seinen Blick von Marvel entfernt und sich weiterhin so auf seine eigene Sache konzentriert, dann wird‘s in Zukunft echte Konkurrenz werden.

Und genau da will ich hin!

Nachspann
✅ Nicht gleich aufspringen, man orientiert sich auch hier am großen Bruder Marvel und liefert noch etwas nach.

Kinostart: 20. Dezember 2018

Original Title: Aquaman
Length: 144 Min.
Rate: FSK 12

(Trailer) Terminator 2: Tag der Abrechnung (3D)

Zum heutigen .trailer möchte ich eigentlich nicht viel sagen, außer: Schaut ihn euch an und freut euch tierisch drauf – genau wie ich. Im Ernst: Es wird der absolute Kracher. Aber seht selbst:
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Nn2KojlG-0Q?rel=0&w=560&h=315]
Ein absoluter Klassiker präsentiert von © Studiocanal
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Was waren es für Zeiten, als Terminator 2: Tag der Abrechnung in den Kinos lief und alle Welt begeisterte. Mittlerweile sind wir so weit in der Zeit vorangeschritten, haben so viele technische Errungenschaften erobert, haben so große Wandel auch im cineastischen Sinne er- und durchlebt, dass es fast unglaublich ist, ein so vergleichsweise altes Werk wieder auf der großen Leinwand bestaunen zu dürfen.

Und Leute: Der Moment ist absolut magisch! Wenn Arnold Schwarzenegger erneut durch die Weltgeschichte eiert, um seine Aufträge zu erfüllen und die Geschichte ein weiteres Mal erzählt. Man sitzt im Kino, kann – als absoluter Fan der Terminator-Reihe – jedes einzelne Wort mitsprechen und feiert den bis dato besten Terminator in seinem Lieblingskino im Jahr 2017! Was für ein Fest!

Sofort spürt man den Unterschied, welche Machenschaften damals aktuell waren. Dass mit Technik nicht viel gemacht wurde und höchstens hier und da mal ein paar visuelle Effekte eingepflegt wurden, die jedoch eher verpönt waren, weil es das Gesamtbild des Realistischen einfach verzerrte und aus einem perfekten Film nur etwas Zweitklassiges werden ließ.
Terminator 2 ist nicht zweitklassig, sondern glänzt auch heute noch mit einer unverkennbar wichtigen, eindrücklichen und wohlüberlegten Botschaft, die ihre Wirkung auch jetzt auf der Leinwand immer noch nicht verfehlt.
Die Liebe und Hingabe, die James Cameron damals in sein Werk investierte, zeigt sich auch aktuell bei der von ihm persönlich überwachten, in 3D konvertierten Fassung, die den Film technisch auf das aktuelle Niveau hebt, ohne ihn durch modernen Schnickschnack zu verschandeln.
Zwischen den technisch perfekten, unglaublich in die Tiefe projizierten Bildern (Cameron wusste natürlich, welche Szenen sich perfekt dafür eignen und hat sich auf eben diese spezialisiert) finden sich immer noch die Original-Material-Aufnahmen, wodurch man spürt, dass man auch heute dem Werk immer noch einen tiefen Respekt zollt und nicht mit Modernität überrumpelt und der Ansicht ist, es einfach alles besser zu können und dadurch nochmal die gleiche Geschichte neu verfilmt respektive einfach alles neu rendert.
Die Schärfe ist extrem – die Bilder unglaublich plastisch und mit immenser Detail-Tiefe bereichert, während der Film selbst noch den Charme seiner Zeit ausstrahlt und eben ein echtes Original ist, von dem man meinen könnte, es wäre heute erst gedreht worden. Mad Max: Fury Road (3D) und seine authentische Stunt-Darstellung lässt grüßen.
Dieser Respekt gegenüber dieser Zeit, die tiefe Verneigung vor der unglaublich visuellen Kraft, die man damals in seine Filme gesteckt hat, findet sich auch in der dreidimensionalen Neufassung wieder, die im Kino zu sehen definitiv Pflicht ist. Denn: Cameron wollte der heutigen Jugend einen Film näherbringen, den man damals gesehen hat – auf DVD – und nicht in dieser unfassbar coolen Fassung, die es am 29. August 2017 in den Kinos zu bestaunen gibt.
Also rein da!
 

.kinoticket-Empfehlung: Es fühlt sich an, als wäre man selbst in der Zeit zurückgereist und all die Probleme, in die uns unsere Geschichte gefahren hat, seien vergessen: Man bekommt nochmal eine Chance, während Edward Furlong gerade in den Kinos vorgestellt wird.
Die Originalität dieses Meisterstücks wurde in keinster Weise verbogen oder durch irgendwelche modernen Techniken verschandelt, sondern dem Werk wurde der ihm gebührende Respekt gezollt, während man die Geschichte topmodern und technisch auf absolut einwandfreiem Niveau erneut der Jugend in den Kinos vorführt.
Gut so, denn das ist ein unangefochtenes Beispiel für einen wahrhaft sensationellen Film, der alles mitbringt, was das Kinoherz liebt: Action, Schauspieler-Originale und eine fantastische Story, die man mittlerweile in den Sand gefahren hat.
Damals war sie noch in Ordnung – und am 29. August wird sie es wieder sein. Eure Chance!

 
Nachspann
Wie damals – nichts neues mehr nach dem Abspann – außer dem aktualisierten 3D-Abspann, der die Mitarbeiter würdigt, die hier wirklich unfassbare Arbeit geleistet haben. Danke Jungs!

Independence Day: Wiederkehr (3D)

Jüngst hatte ich es ja schon angekündigt, bei diesem Film aktuell wieder getestet: Es wird Zeit, sich wieder mal über die Wahl des richtigen Kinos zu unterhalten, denn mit Independence Day: Wiederkehr schickt Roland Emmerich erneut seinen Bühnenhit auf Zuschauerjagd und holt somit jung und alt zurück ins Kino.
Ich habe das Ganze nun in drei verschiedenen Kinos getestet und bin zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit ist, technische Werte aus den tauglichen Sälen rauszukitzeln und euch mitzuteilen, denn was so manch einer hier als Kino bezeichnet ist auf deutsch gesagt eigentlich nur eine ziemlich derbe Zumutung.
Es ist ja mittlerweile bekannt, dass ich für jede Vorstellung gemütliche 120-150 km zurücklege (eine Strecke), und was bei mir bereits in Mark und Bein übergegangen ist, muss bei so manch einem vielleicht noch gefördert werden.
Wenn euch aus den Lautsprechern eures Kinos die sensationelle Neuheit des Dolby Stereo anschreit und ihr beim Kauen des Popcorns öfters Pause machen müsst, damit ihr die Ansage auf der Leinwand versteht, dann ist das nicht Kino in dem Sinn, wie sich die Publikationsmeister dieses Actionspektakels das vorgestellt hatten.
Mittlerweile läuft ja in einigen Kinos bereits das legendäre Dolby Atmos, wo man anschließend wirklich nur noch jemanden finden muss, der auch versteht, das ein schlechter Film durch zusätzliche Lautstärke doch noch Spaß machen kann. Alle anderen sollten wissen, dass Bass rumsen muss, dass sich einem der Magen durchaus physisch gerne mal durchgeschüttelt vorkommen darf, wenn etwas größeres vom Himmel runterkracht und mit epischen CGI-Effekten den Staub hinter der Verschraubung der Kinosessel hervorholt. Und wenn dann das Bild auch noch gigantisch ist (und gigantisch heißt gigantisch und nicht einfach nur groß), dann kommen wir so langsam auf die Ebene, wo Independence Day: Wiederkehr in 3D so richtig Spaß macht.
Und ja, es macht tatsächlich einen Unterschied aus, ob man den Film auf einer 15x7m großen Leinwand oder auf einer 20x8m großen Fläche anschaut. Gute Bassboxen und plastischen Surround vorausgesetzt, der optimal abgemischt dann das unterstreicht, wovon man hier übermäßig viel Gebrauch macht: Superlativen.
Im Prinzip fangen die gleich mit der ersten Minute an und hören einfach nicht mehr auf. Im Gegenteil. Es bleibt episch. Aber eben nur, wenn man auch in einem Kinosaal sitzt, der sich dieses Attribut auch verdient. Bislang konnte ich nie verstehen, wieso es Menschen gibt, die lieber auf die Ausstrahlung auf ProSieben warten statt ins Kino zu gehen wenns in Richtung Action geht … als ich dann aber mal wieder in einem Fremdkino Platz genommen hatte und festgestellt, mit welchen Methodiken man hier versucht, die Leute zu verarschen, dann wurde mir klar, woher solche Aussagen rühren.
Also: Rafft eure müden Ärsche auf, sucht euch ein Kino, das vor Gigantismus sprudelt und dann geht dort in den größten Saal, bettelt die Betreuer an, dass sie den Titel ungefähr ein Drittel lauter machen als vorgeschrieben und dann hockt euch mitten rein und genießt die bombastische Show.
Alles andere funktioniert nicht.
“Ja, ich brauch das eh nicht so laut” => funktioniert nicht. Dann wirkt der Film nämlich nicht.
“Ja, bei mir ist das Kino aber nicht so groß und ich hab keinen Bock, so weit zu fahren.” => Lass es gleich bleiben, denn dann wirkt der Film nicht.
“So viel kann das jetzt auch nicht ausmachen.” Ähhhh – doch! Und zwar gewaltig.
Denn dieser Gigantismus ist das Einzige, wovon die Fortsetzung dieses Klassikers lebt. Und wenn der nicht aus den Boxen gepriesen wird, was bleibt dann, außer eine leere Hülle, in der alte Charaktere erneut aufeinandertreffen und quasi die Show wieder von vorn abspielen, nur dass diesmal eben die kongeniale Introduktion fehlt, die dem 20 Jahre alten Vorgänger seine Seele eingegeben hatte?
Eben. Nichts. Außer der Größe. Die man in einem kleinen Nischenkino nicht hat.
Also schaut euch entweder etwas anderes an, oder geht gleich in ein Kino, dass die Gegebenheiten vorhält und euch mit Größe erschlägt. Dann seid ihr auch nach diesem Film erschlagen und hattet euren technischen Spaß. In den beiden kleineren Kinos war dieser Film nämlich eher enttäuschend und erst in der absoluten Superlative hat er mir dann richtig Spaß gemacht.
Ob man nach 20 Jahren dann tatsächlich eine Fortsetzung oder Neuauflage haben möchte – beides wäre berechtigt und irgendwie bekommt man auch beides in gewisser Form geliefert – jedoch wird es meiner Meinung nach noch eine Weile dauern, bis sich auch der letzte Zuschauer an die neuartige Form von Film gewöhnt haben wird.
Und bis dahin erfreuen wir uns an geilen Effekten und pompösen Krachern aus den hoffentlich guten Boxen im Kino.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier gilt die Devise: Je größer, desto besser. Und lieber noch ein bisschen mehr Leinwand und alles noch etwas lauter.
Erst, wenns wirklich langsam ans obere Limit geht, erreicht man hier den Punkt, wo die gigantischen Superlativen auch wirklich gebührend zum Ausdruck kommen und nicht unwürdevoll in Handy-Manier runtergespult werden, denn Independence Day: Wiederkehr (3D) liefert hier wahre Größe und nichts, was fürs Heimkino geschaffen wäre … es sei denn, man hat 5stellig investiert und boxt somit alle umliegenden Kinos aus dem Ring.

 
Nachspann
kommt keiner, nach der Abblende wird man nur noch musikalisch verwöhnt.

Zwischen Himmel und Eis

Ganz ehrlich: Ich schätze mich sehr glücklich, einer derer zu sein, die dieses wertvolle Stück informative Filmgeschichte in sich aufgesogen haben, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann und wo dieser Film im Kino überhaupt (noch) läuft.
Erzählt werden die wahren Ereignisse des Glaziologen Claude Lorius, der einmal fernab der ganzen Klimadebatte von seinen Erfahrungen, seinem Werdegang und seinen Entdeckungen berichtet, um so – so zumindest fühlt es sich als Zuschauer an – Hintergrundwissen an die breite Bevölkerung zu liefern, vorbei an allen oberen Instanzen und möglichen Wortverdrehern und Zensoren.
Dass heutzutage der Klimawandel immer wieder in Frage gestellt wird, dass die Menschheit einerseits darüber spricht, sich zu ändern, andererseits aber genau dies nicht passiert, ist mittlerweile ja ein altbekannter Fakt.
Jedoch ist es mir in all den Jahren, die ich mich damit schon beschäftige (und ich habe Geografie, Thermik, Wetter und dergleichen schon zu Schulzeiten geliebt), noch nie untergekommen, dass derart plastisch, unvoreingenommen und vor allem anschaulich verdeutlicht wurde, welche Konsequenzen sich die Rasse Mensch selbst auferlegt, in dem sie so handelt, wie sie es eben tut.
Das hört sich jetzt vielleicht wieder ein bisschen nach Fingerzeig-Film mit pseudo-emotionaler Änderungsbotschaft an, aber genau das fehlt hier. Du bist schlichtweg einfach dabei. Du bist dabei, wenn sie fahren, du bist bei den Entdeckungen, den Forschungen dabei, du erlebst, wie die Erkenntnisse eintrudeln, wie damit in der Öffentlichkeit zu jener Zeit umgegangen wurde und du selbst kriegst die gewonnenen Daten umgangssprachlich auf den Tisch gepackt und darfst als “Wissenschaftler” selbst dein Urteil daraus bilden.
Eben jene Eigenverantwortung, die viele Zeitschriften, Zeitungen, Magazine oder Dumm-Filme den Zuschauern sonst immer abnehmen wollen, wird einem hier gelassen und sogar darauf gebaut, dass selbst das Hirn rattert und das Empfinden für sein zu Hause mental gestärkt wird.
Gleichwohl positiv empfand ich das unpolitische Wesen dieses Films. Hier gibt’s kein patriotisches Ansinnen irgendwelcher Staaten oder heroisches Rumgetue einzelner Nationen, sondern ein Hand-in-Hand-Arbeiten einzelner Teams, die sich einzig und allein um eines Gedanken machen: Das Fortbestehen unserer Welt.
Somit fallen alle wirtschaftlichen und politischen Interessen dem Reißwolf zu und übrig bleibt ein Film, der frei von Fremdeinflüssen tatsächlich Zeit und Muße hat, sich mit dem Thema selbst auseinanderzusetzen und dieses dem Zuschauer näherzubringen versucht.
Und tatsächlich: Hut ab vor dieser grenzgenialen Leistung, ein so dermaßen einprägsames, kritisches, klischeebefreites Werk auf den Markt zu schmeißen und den Bürger selbst mit den anstehenden Konsequenzen zu konfrontieren, ohne dabei den Teufel an die Wand zu malen und gleichwohl ohne irgendetwas schön zu reden.
Einfach harte, klare Fakten und solide belegende Beweise der aufgestellten Thesen, die uns allen zu denken geben sollten, wie es hierzulande weitergehen wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: As said before: Schätze sich glücklich, wer eine dieser Vorstellungen gesehen hat oder gar noch sehen kann, jeder andere halte die Augen offen, ob diese Dokumentation irgendwo im Fernsehen auf arte oder ZDF-Info ausgestrahlt wird, denn die hat es nicht nur inhaltlich in sich, sondern glänzt auch noch mit vorbildhaftem journalistischen Wissen und einer Unbefangenheit bei einem Thema, bei dem sich viele Parteien seit jeher die Köpfe zerreißen.
Diese unverdorbene, politisch und kapitalistisch freie Art der Dokumentation war reines Gold in meine Cineasten-Venen – ein Hochgenuss, den man selten bis nie in Dokumentationen dieser Art erlebt.

 
Nachspann
läuft wie üblich ab, das Warten auf den Schlussakt lohnt sich nicht.

A World Beyond

Zuallererst einmal: Herzliches Dankeschön an Disney, dass sie beim Titel nicht den verhudelten Deutschversuch gelassen haben, sondern bei der englischen Bezeichnung geblieben sind. Im Rausche meiner Kinoextase sind mir nämlich durchaus hier und da Trailer vor die Augen gekommen, in denen für “Projekt: Neuland” geworben wurde, was schon vor Beginn für ein mieses Gefühl gesorgt hätte. A World Beyond ist da doch um so vieles tiefgründig- und zweideutiger … und in meinen Augen einfach der bessere Titel. Also: Danke!
Desweiteren hatte ich beim ersten Trailer, der in die Kinos kam, anfangs noch so ein wenig Bedenken, ob das nicht wieder irgendein Disney-Abklatsch wird, der Altbackenes neu aufwärmt und als frische Idee verkaufen will. Bisschen Animation hier, bisschen Schabernack da und fertig ist das neue Gewinsel, mit dem wieder viel Geld gemacht werden kann. Die Häufigkeit, mit der dieser Film beworben wurde, tat ihr übriges, um mich erneut mächtig zittern zu lassen.
Dann: Ein kurzer Exklusiv-Clip im Rahmen einer Sneak Preview, der den Spieß sofort umgedreht hat und offenbarte, dass hier tatsächlich mehr dahinter steckt als anfänglich vermutet. Die Neugier war geweckt, der Platz auf der Liste wieder ganz weit oben.
Kürzlich war’s dann so weit: .kinoticket gelöst und angeschaut.
Leute? Reingehen!
Hier treffen Schauspielgrößen aufeinander, die sich nicht gegenseitig die Show stehlen, sondern gemeinsam eine viel größere erschaffen. George Clooney ist bekannt dafür, Filme zu generieren, die ein wenig zum Nachdenken anregen und Hugh Laurie dürfte als Dr. House vielen ein Begriff sein. Beide gemeinsam kreieren ein Verbalfeuerwerk, das nicht nur den Gaumen aufheizt.
Und nicht nur die Großen vollziehen Profiarbeit, sondern gerade die Newcomer begeistern von Anfang an mit Charme und einer schnippisch-freudigen Lebensgier, die einfach nur Spaß macht und mehr als nett anzuschauen ist. Hier wurde nicht blind gefrühstückt, sondern mit Liebe zum Detail gekocht und unter Applaus des ganzen Saales aufgetischt.
Ganz ehrlich? Geht rein und hört auf das, was Hugh Laurie euch zu sagen hat! Es ist so wahr, so tief, so begehrenswert ehrlich – das tut einfach nur gut.
Manche der Effekte mögen an Kinderfilme erinnern (und als solches mag man ihn wohl auch vermarkten), aber von kindisch kann hier absolut keine Rede sein, denn Unerfahrenheit oder Halbherzigkeit findet man hier nirgends. Im Gegenteil: Gerade die Kleinsten begeistern mit einer schauspielerischen Reife, die nicht nur nicht enttäuscht, sondern in großem Maße begeistert.
Und das wichtigste: Disneys Botschaft mag seit Jahren die gleiche sein, so gut, so einprägsam und nachhaltig rübergebracht haben sie die bisher aber noch nie. Und das – Ladies und Gentlemen – haut einen echt um!
Dieser Film ist ein Weckruf an die eingeschlafene Welt, die langsam aber sicher im Sumpf der Negativ-Schlagzeilen erstickt und daran zu zerbrechen droht. Er fordert jeden dazu auf, durchzuatmen und die Komplettheit einmal ganz anders zu betrachten, um weit weit über sich hinauszuwachsen.
Und das zu zeigen – ohne dabei in Klischees abzudriften oder gar darin zu versinken – ist Kino der Meisterklasse. Und als solches geht der Film auch in meinem Schädel ein: Ganz ganz großes Kino, das man unbedingt gesehen haben sollte! Dieser Film lebt beim Vorstellen seiner Idee bereits vor, was er zu sagen hat. Anschauen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Witzig, unterhaltsam, spannend, einfallsreich, kreativ, erstaunlich, fordernd, fördernd – das sind nur ein paar der vielen Eigenschaften, die A World Beyond mitbringt. Dieser Film gehört zu den ganz Großen und sollte definitiv von jedem einmal gesehen werden.
Nicht nur die völlig neue Ideenschöpfung überzeugt im Film wieder und wieder, sondern auch das schauspielerische Talent von Jung und Alt begeistern von der ersten Sekunde an.
Und die Botschaft – in dieser Form präsentiert – frisst sich direkt in dein Herz und züchtet dort drin Nachwuchs. Wer hier nicht zugreift, für den ist Kino nicht interessant. Definitive Kino-Empfehlung!

 
Nachspann
dürft ihr genießen, denn auch der wartet mit netten Animationen auf.

Jupiter Ascending (3D)

“Von den Machern von…” ist für mich eigentlich kein Kriterium, einen Film zu schauen, da dieses Hochgehype oftmals einfach nur verkaufsfördernd wirken und niemals garantieren kann, dass ein Nachfolgestück die gleiche Brillanz aufweist wie sein glorreicher Vorgänger.

Dennoch war die Neugier einfach zu groß, weshalb ich mir den neuen Titel der Wachowski-Elite gerne im Kino geben mochte. .kinoticket gekauft und rein in den Spaß.

Jupiter Ascending ist ein Glanzbeispiel dafür, das heutzutage nicht mehr viel Realität gebraucht wird, um einen Kinofilm zu produzieren, der irgendwie funktioniert.

Jupiter, ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, kommt durch Zufall ein paar Tatsachen auf die Spur, die ihr Heile-Welt-Bild gehörig durchschütteln und sie in ferne Dimensionen entreißen, in denen es Schlachten zu schlagen gilt, von denen das Wohl der Menschheit abhängt.

Was in vollem Maße beeindruckt, sind die fantastischen Welten, mit denen die Wachowskis auch eine ihrer größten Stärken ausspielen: Einfallsreichtum. Ansatzweise durfte man ihr kreatives Können schon in den Weltgestaltungen der Matrix-Trilogy bewundern, treiben sie dieses Spiel hier jedoch auf ihre Spitze. Ruckzuck befindest du dich in einem völlig anderen Universum, das irgendwie auch funktioniert und ob seiner patriarchischen Herrscher fast schon ein wenig an das korrupte System in Riddick erinnert.

Die schnöde Realität dieser Welt ist schnell vergessen und man befindet sich auf einem Trip, der geschichtlich bei weitem nicht an die Brillanz von Matrix heranreicht und keineswegs alleine zu beeindrucken weiß.

Wettgemacht wird dieser Verlust meiner Meinung nach durch Farben und Formen der verschiedenen Galaxien, die die Protagonisten im Laufe ihres Daseins durchreisen. Harmonierend mit guten 3D-Effekten bildet sich hier ein Spektakel, dass durchaus unterhaltend wirkt.

Getrübt wird die Größe, die man damit hätte erreichen können, allein durch teils simple Dialoge, die so gar nicht an den mächtigen Charme der grünen Trilogy erinnern. Mila Kunis wirkt als Jupiter oftmals einfach nur wie ein Kind, dem man die Dinge drei mal erklären muss, bevor sie sie kapiert. Das nervt zuweilen und wird von anderen Schauspielgrößen auch nicht unbedingt kompensiert, obgleich Channing Tatum sehr vieles wieder rausreißt.

Er ist meiner Meinung nach einer der Gründe, weshalb man sich diesen Film überhaupt ansehen sollte. Nicht nur, dass sein Charakter am eigenständigsten ist, sondern auch die Ausgefeiltheit und Umsetzung seines Parts ist meines Erachtens durchaus gelungen.

Mit Jupiter Ascending zeigt sich, dass wir heute eben nicht mehr in einem Zeitalter leben, in dem es notwendig war, verschiedene Kniffe und Tricks anzuwenden, um spektakulär zu filmen, sondern wo mit ein paar Computerrenderings einfach alles möglich ist.

Dies wirkt sich hier fast nachteilig aus, weil man so sehr schnell in zu abstrakte Verhaltensformen abrutscht, die in sich nicht mehr schlüssig sind und so keine Glaubhaftigkeit vermitteln.

So gerät auch die geübte Kritik am kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftswesen ein wenig in den Hintergrund. Auch, wenn man eindeutig spürt, dass dies eine der Misstände sein soll, die die Wachowskis hier anprangern möchten, kommt doch nicht so wirklich Flair dabei auf. Es wurde gesagt und hoffentlich auch irgendwie verstanden, das einschmetternde Kometengefühl, dass dich hinterher verstört zurücklässt, bleibt aber aus.

.kinoticket-Empfehlung: Nicht mit zu großen Erwartungen anschauen und sich dann einfach von den Eindrücken verzaubern zu lassen, ohne dabei so tief in sich verschlungene Komplexitäten wie bei Matrix zu erwarten.

Dann macht Jupiter Ascending durchaus Spaß und sorgt für ein wenig Abwechslung im Alltag.

Nachspann
✅ Im Nachspann werden verschiedene Bilder gezeigt. Die Besonderheit ist hier: Es gibt sie in 3D. Weiterführende Szenen oder interessante Infos fehlen aber.

Kinostart: 5. Februar 2015

Original Title: Jupiter Ascending
Length: 127 Min.
Rated: FSK 12

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