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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Menschlichkeit

Alita: Battle Angel (3D) (inkl. Gewinnspiel)

Alita-BattleAngel_Poster_CampC_1400

© 2019 Twentieth Century Fox

So, und nun fehlen mir mal wieder die Worte und ich fürchte, dass dies einer der nächsten “langen” Beiträge werden wird, die einen ganz vergessen lassen, dass Twentieth Century Fox mal wieder ein gewaltiges Paket geschnürt hat, das ich an euch weiter verlosen darf. Mehr dazu findet ihr am Ende des Beitrags!

Beginnen wir mal mit dem Plakat und damit mit einer der wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich mal wichtig ist, zu schauen, von wem das hier alles eigentlich stammt: James Cameron.

Cameron zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsregisseuren und ich schätze nicht nur, welche Geschichten er zu erzählen hat, wie er sie erzählt, sondern auch, was er im Hintergrund alles für Kino getan hat und immer noch tut. Dieser Mann liebt Kino und verdient damit nicht nur sein Geld.

Schaut man sich seine vergangenen Werke an, findet man Filme, die weltweit und zeitlos in den Top-Rängen der besten Filme aller Zeiten rangieren. Cameron hat die zwei erfolgreichsten kommerziellen Filme überhaupt verbrochen, ist Erfinder bahnbrechender Techniken und Möglichkeiten, die das Gefühl auf der Leinwand mehrfach revolutionierten und ist damit einer der “ganz großen”.

Auch in Sachen 3D haben wir ihm viel zu verdanken: Mit Avatar – Aufbruch nach Pandora hat er 3D quasi für die Kinos “erschaffen” und extrem viel in die Verbreitung und Weiterentwicklung gesteckt, die mehr oder weniger dieses Feature überhaupt für Kinos interessant gemacht hat. Wenn 3D, dann James Cameron-3D – und ja, ich habe bereits die .trailer mit einer derart heißen Vorliebe erschnüffelt und immer wieder genossen, wenn er dann endlich mal wieder im Vorprogramm gezeigt wurde, denn das 3D ist brachial und lässt alles andere wieder weit hinter sich.

Hier spürt man das Echte, das Tiefe, das Wahrhaftige… kein gerendertes Nachgeäffe oder Möchtegern-“Aber-das-ist-doch”-3D, sondern PS unterm Arsch, dass es nur so kracht.

Und ja, setzt euch nach vorne! Je weiter ihr an der Leinwand hockt, umso granatenmäßiger fliegen euch die Gegenstände um die Ohren und je größer die Leinwand ist, umso besser!

Und der Film macht den Versprechungen wieder mal alle Ehre! Hier kracht, was das Zeug hält und man landet in einer Steampunk-Welt, die den Wunderwerken, die man von Cameron gewöhnt ist, in nichts nachsteht.

Man findet wirklich alles, was man sich nur erträumen kann: Einfälle, Ideen, Detailreichtum, ausgearbeitete Kulissen, fertige Kreaturen, Charaktere, die nicht im Vorbeigehen gezeichnet wurden, eine Story, die laut nach mehr schreit und Schauspieler, die man nicht zwingend alle kennt: Auch hier wurde alten Traditionen Ehre gemacht und frisches Blut auf die Leinwände gebracht, die damit eine Chance für eine wundervolle Karriere vor sich haben.

Und nun paart sich dieser westliche Regisseur mit der amerikanisierten Verfilmung eines Themas, das östlicher nicht sein könnte: Mangas. Alita: Battle Angel ist im Anime-Sektor zu Hause und dort auch nicht unbekannt. Das ist der Punkt, an dem Autoreifen im Gullideckel hängen bleiben können: Hier kommen die Kritiker und Manga-Fans zum Einsatz und schreien normalerweise nach “Geht gar nicht” und so weiter … aber auch hier kann ich wenig entdecken, das diesen Film weniger interessant machen würde. Die Umsetzung ist mega durchchoreografiert, man hat sich so viel Mühe gegeben, hier etwas von Belang an die Kundschaft weiterzureichen, das mir eher Respekt abverlangt statt Kritik über die Tische rollen zu lassen.

Im .trailer haben wir bereits einen guten Einblick bekommen, was auf einen wartet – und auch, wenn man das Ding auswendig mitbeten kann: Der Film wird deshalb nicht langweiliger oder zerstört, sondern erhebt sich als Epos am Himmel der Kinos, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt mir: Wenn ihr diesen Titel auf euren .kinotickets stehen habt, dann war euer Abend ein berauschendes Event, dass nicht nächste Woche wieder vergessen ist, sondern von dem ihr auch nächstes Jahr noch erzählen werdet.

Fanschwarm, weil ich hier verlose und irgendwie von Twentieth Century Fox gekauft wurde?

Nope – ich schreibe weiterhin aus freien Stücken und verdiene hieran keinen Cent, damit genau das niemals passiert. Im Gegenteil: Das kostet mich sogar ne Menge Geld und ich gebe es gerne aus, weil ich – genau wie James – Kino liebe und es jedem von euch wünsche, solch ein Event endlich mal wieder zu erleben.

Producer James Cameron and Director Robert Rodriguez on the set of ALITA: BATTLE ANGEL. Photo Credit: Rico Torres.

© 2018 Twentieth Century Fox

G E W I N N S P I E L

Und damit das meine Leser können, ohne tief in die Taschen greifen zu müssen, gibt’s nun wieder ein fettes Fanpaket zu gewinnen: Twentieth Century Fox hat für euch nämlich 5x 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) ausgemacht und obendrein gibt’s noch 2 megacoole Poster zum Film dazu, die ihr euch in eure Zimmer hängen könnt, um das Kinoerlebnis wie im Fotoalbum früh beim Aufwachen nochmal zu erleben.

Und das beste ist: Die Kinos sucht ihr aus! Einfach mit den Verleih-Gutscheinen an die Kinokasse gehen und diese dort gegen 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) tauschen. Damit seht ihr das 3D-Spektakel auf Kosten von Twentieth Century Fox und werdet quasi indirekt von ihnen ins Kino eingeladen! Was will man mehr?

Wie ihr gewinnen könnt?

Kommentiert unter diesem Beitrag, ob ihr Filme grundsätzlich lieber in 3D oder in 2D seht und warum. Was gefällt euch an dieser Technik und welche Filme habt ihr evtl. schon in 3D gesehen und wie fandet ihr diese?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, den 17. Februar 2019 eingehen, entscheidet das Los und der Gewinner / die Gewinnerin wird von mir per E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt also zwingend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit die Karten und Poster rechtzeitig bei euch eingehen.

Das Gewinnspiel wird von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestiftet. Es gelten die üblichen Bedingungen. Die Auswertung findet von mir persönlich statt und keinerlei Daten werden an fremde Institutionen oder ähnliches weitergegeben, sondern alles händisch von mir ausgewertet und nach dem Versand gelöscht.

Nun wünsch ich euch viel Glück, freue mich auf eure Kommentare und kann es kaum erwarten, bis der Film endlich in den Kinos startet: Ich werde definitiv wieder reingehen. Und ihr?

.kinoticket-Empfehlung: Vom Quasi-Schöpfer des 3D aus der japanischen Manga-Szene aufgeschnappt und als Leinwand-Epos mit neuem Leben versehen entdeckt man hier einmal völlig neu, wozu Kino überhaupt fähig ist!

Dieser Film macht einen Heidenspaß, liefert eine bombastische Welt und sorgt schon jetzt für mächtig Furore.

Die Steampunk-Welt ist großartig und detailverliebt gestaltet, die Action kracht gewaltig und das 3D ist so, wie es sein soll: Makellos! Wer den nicht im Kino sieht, macht einen gewaltigen Fehler – und Twentieth Century Fox spendiert sogar die Karten – einfach beim Gewinnspiel teilnehmen und etwas Glück haben!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Alita: Battle Angel
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Green Book – Eine besondere Freundschaft

© 2019 Entertainment One Germany GmbH

Inzwischen wurde dieser Film bereits mit einigen Auszeichnungen und auch bei der Mutter der Krönungsprozesse – den Academy Awards – mit reichlich Nominierungen bedacht, und das zu guter Recht. Kürzlich durfte sich eine große Fangemeinde der Sneak Previews über diesen Titel freuen und dabei ist etwas passiert, das – zumindest in meinem Kino – vorher noch nie vorgekommen ist: Bei den Bewertungen wurde 100% top erreicht!

Und das sagt tatsächlich etwas aus.

Green Book bewegt sich zwar zeitlich wieder in vergangenen Tagen, verarbeitet dabei aber eine aktuelle Botschaft und das auf eine Weise, die förmlich nach Nachahmung schreit! So galant ein so exzessives Thema zu umgarnen, dem Zuschauer einfach die Fakten zu präsentieren, ihn aber nicht in die Bedrückung zu reiten, sondern trotzdem lachen zu lassen, gleichsam aber einprägsam zu vermitteln, was es bedeutet, so von allen behandelt zu werden – hier haben die Macher ein Meisterstück geleistet!

Selten war ein ernstzunehmender gesellschaftlicher Kahlschlag so unterhaltsam und kurzweilig, selten wurden die grässlichen Eigenschaften des Menschen mit so viel Kultur und Esprit verknüpft, selten hat es so viel Spaß gemacht, sich mit einem der düstersten Kapitel der Menschheit auseinanderzusetzen.

Ja, das alles hört sich ziemlich wirr an. Auch, wenn dieses Jahr bei den Academy Awards viele Filme dabei sind, die es redlich verdient haben, ausgezeichnet zu werden: Dieser hier zählt zu denen, die man vorher definitiv gesehen haben sollte – und zwar nicht, um ihn irgendwie zu pushen, sondern weil er einfach 100% spitze ist.

In meinen Augen haben beide – Viggo Mortensen und Mahershala Ali – verdient, mit den Goldjungs nach Hause zu gehen, auch wenn das Ergebnis sicher anders aussehen wird. Gleichsam hätten die Drehbuchautoren und Plot-Schreiber verdient, honoriert zu werden, auch wenn deren „Einfälle“ auf wahren Ereignissen beruhen und die Story damals tatsächlich so stattgefunden hat.

Und da hört‘s nicht auf: Der Soundtrack … diese Musik ist absolut meins! Ein Titel nach dem nächsten, die verschiedenen kulturellen Ausflüchte, der Beat, die Sound-Totale im schwarzen Kinosaal: Hier braucht‘s die richtigen Boxen, um das vollends ausleben zu können und man tut sich selbst einen Gefallen, doch den größeren Saal zu buchen, statt im Dorfkino zu schauen, auch wenn der Film in seiner Aussage dort genauso wirkt.

Ihr merkt: Je mehr Arbeitsbereiche man vom Film aufdeckt, umso mehr erkennt man, dass an den 100% was wahres dran ist. Und das lässt für mich nur einen Schluss zu:

.kinoticket-Empfehlung: Geht rein! Unbedingt!

Hier gibt es absolut nichts auszusetzen: Nichts an der Geschichte, nichts an der Umsetzung, nichts an den Charakteren, nichts am Setting, nichts am Soundtrack, nichts an der Aussage, nichts am Humor, nichts am ganzen Film: Das Ding ist ein absoluter Volltreffer und muss von jedem von euch gesehen werden!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 31. Januar 2019

Original Title: Green Book
Length: 130 Min.
Rated: FSK 6

Blade Runner 2049

Eines Tages entstand einmal ein Film. Eine Nische. Bewegtbilder. Die Menschen waren begeistert. Man entwickelte sich fort, führte immer neue Prozesse, neue Techniken, neue Blickwinkel und Kamerapositionen ein, stockte später mit immer mehr raffinierten Tricks auf und entdeckte irgendwann das CGI-Zeitalter. Arbeitete sich empor in immer neue Höhen und verließ den Independent-Film.
Mit jedem neuen Produkt wurde man immer größer, Hollywood entstand und es entwickelte sich eine immer größere kapitalistische Marktmacht, die seinerseits in immer höhere Sphären aufstieg, weil man mittlerweile nicht mehr nur mit Tricks, sondern auch mit Namen Geld machen konnte. Die Raffinessen, um den Zuschauer zu begeistern, waren längst nicht mehr Hauptbestandteil dessen, worauf man stolz war, sondern oft war es einfach nur die Marke.
Es wurden lieblose Fortsetzungen produziert, irgendwann gingen die Ideen aus, zwischendrin gab es auch mal einen heftigen Drehbuchautorenstreik und dann begann man, einfach alte Geschichten neu zu erzählen. Obwohl man es im Laufe der Zeit auch nicht besser konnte.
Wo anfangs noch der Charme, die Liebe zum Detail, die ausgeklügelten Fähigkeiten das Herz eines Films ausmachten, war es jetzt allenfalls der einstige Erfolg des namentragenden Vorgängers, der wieder Geld in die Kassen spülen sollte.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden wir mit solchen Reboots, Neuauflagen und Fortsetzungen gequält, die weder technische noch inhaltliche Verbesserungen aufweisen konnten.
Zwischendrin zuckelte immer mal ein Independent-Film an die Oberfläche, um zu beweisen, dass Kino doch noch Spaß machen kann und nicht nur die Multimilliardär-Mogule das Sagen haben, nur um sogleich wieder von einer Giganstromonster-Produktion plattgemacht zu werden, die im inhaltlichen keinerlei Anspruch mehr besaß und den Zuschauer in seiner fortschreitenden Verblödung eher noch unterstützte, als etwas dagegen zu unternehmen.
Und jetzt?
Jetzt kommen wir anscheinend langsam in eine Zeit, in der man es verstanden hat, die technischen Errungenschaften der letzten 30 Jahre sinnstiftend zu benutzen und dem geneigten Kinoliebhaber zwar entweder anheftende oder Neuinterpretationen alter Geschichten vorzusetzen, die aber so dermaßen beeindruckend zu präsentieren, dass sie ihre Originale im Eilschritt vom Thron fegen und selbst ein neues Jahrhundert ankündigen.
Und es erstmal auf die Reihe zu kriegen, dass eine Neuverfilmung seinen Klassiker einfach mal so eben mit einem Wisch besiegt und weit über ihm angesiedelt werden kann, ist schonmal eine Leistung für sich.
Dass dann aber in Serie zu produzieren, bereitet mir inzwischen ziemliche Gänsehaut, denn Kino dürfte sich demnach in den nächsten Jahren dann definitiv wieder lohnen.
Und mit Blade Runner 2049 haben wir einen weiteren Meilenstein Nr. 1, der sich mit ES das Treppchen teilt und die Aufmerksamkeit des Rennens aller Filme dieses Jahrzehnts auf sich gezogen hat. Und zwar mit so immens großem Abstand zu allen anderen Filmen, dass man sich fragt, ob die überhaupt auf der gleichen Piste im Rennen um die Gunst des Zuschauers mitfahren.
Mir kommt’s so vor, als buhlten die ganzen anderen Filme um “Ich bin besser”, “Nein, ich bin besser”, “Nein, du bist doof, ich bin viel cooler” und allesamt merken sie nicht, dass ihre Ränge irgendwo zwischen 96 und 104 postieren und sich die Bevölkerung um ganz andere Dinge schert.
Und die Top 3 haben sich diese zwei gekrallt: ES und Blade Runner 2049. Und zwar beide gleichauf an der Spitze.
Es gibt als Laie (ich bin weder ausgebildeter Schreiberling, noch habe ich Journalist, Redakteur oder sonst etwas studiert oder gelernt) kaum eine Möglichkeit, sich ebenso würdig an dieses Werk zu nähern, wie es die Produzenten mit dem Klassiker aus dem Jahr 1982 getan haben.
Das unglaublich gute Gefühl hatte ich bei den sanft eingeführten Teasern schon, dass man sich hier mit extrem großer Würde einem zeitlosen Klassiker nähern würde, ohne ihn zerstören zu wollen. Und der Film bricht alle Rekorde.
Er wird in den kommenden Jahren selbst ein zeitloser Klassiker seiner Zeit werden und die Menschen auch noch in 20 Jahren mit seiner heutigen Überlegenheit faszinieren. Schade, dass man Twitter für diese Situationen nicht genauso wirksam konservieren kann, wie es damals für Zeitungsartikel und Kritiken galt. Schlagt einfach mal in der Community nach und lest ein paar Rezensionen aus Amerika: Sie sind allesamt wahr, das überschwängliche Lob gerechtfertigt.
Du sitzt im Kino und denkst dir immer mehr: Was bin ich nur für eine unwürdige Kreatur in der Schöpfung dieses Kolosses, dass man da auf die Welt losgelassen hat und das jetzt in aller Ruhe Stück für Stück die Ränge in allen Teilen der Welt erobert.
Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch als Hauptverantwortliche für den Soundtrack haben sich in ihrem Lebenswerk beide selbst mehr als übertroffen. Nicht nur, wie man sich den Original-Themes von viel weiter oben heran annähert und dem Film in seiner bahnbrechenden, unterschwelligen Wucht Tribut zollt, sondern die gesamte Kulisse ist gelinde gesagt spektakulär. Das Kino bebt, die Menschen zittern und man ist überwältigt – und ich rede hier immer noch ausschließlich vom Ton.
Dazu kommt eine Kulisse, die eine düstere Vision einer Zukunft formiert, die der von 1982 in absolut nichts nachsteht. Der Kunde darf staunen – und wird überwältigt von Impressionen und unglaublich bildstarken Stadtansichten, die den Geist einfach mal so in die Knie zwingen. Und der Soundtrack wirkt übrigens weiter.
Die Regisseure himself – Dennis Villeneuve und Ridley Scott – haben selbst die Presse darum gebeten, nichts zu spoilern, denn dieser Film lebt von seiner Geschichte und den Entwicklungen darin. Und ich bin gespannt, demnächst von meinen “Kollegen” die Kritiken zu lesen und zu schauen, ob sie es genauso auf die Reihe gekriegt haben, wie ich es hier probiere: Spoilerfrei darüber zu schreiben und trotzdem der Begeisterung zum Ausdruck verholfen zu haben. Denn das ist ein weiterer Punkt dieser Megaproduktion: Hier man man wieder alles, was ich oben angekreidet habe: Ein Monsterprojekt mit einem Namen, der sich absolut vermarkten lässt – und dazu einen Film, der von Inhalten (!) lebt!!!
Leute, das ist unfassbar!!! Auf Twitter schreibt man, dass es eine unglaubliche Erfahrung ist, diesen Film zu sehen – und bei Gott, das ist es! Womit wir beim nächsten Punkt wären: Fürs Kino gemacht!
Blade Runner 2049 zählt wieder zu den Werken, die man uneingeschränkt und ausschließlich für den großen Screen empfehlen kann. KEIN Display dieser Welt, dass in irgendwelchen noch so himmlisch ausgestatteten Heimkinos präsentiert werden kann, könnte je die Imposanz und Macht genauso wiedergeben wie Kinos, die an IMAX-Qualität heranreichen, für die dieser Film produziert wurde. Wieder einmal gilt – mit Abstand: Je größer und lauter, um so besser.
Nicht, weil es hier an Actionsequenzen kracht und scheppert und man wieder laut brüllt und nichts dahinter ist, sondern weil der unterschwellige wummernde Sound in Verbindung mit den unglaublich beeindruckenden Bildern ein großes Ganzes ergibt, dass nicht mal annähernd auf anderen Bildschirmen widergespiegelt werden kann.
Und nicht zum Schluss noch ein Punkt, der mich sehr gefreut hat: Keine Mitleidsrollen. Niemand wurde hier zu irgendwas verpflichtet, um nochmal mehr Dienerschaft abzuschöpfen und mit seiner Ehre und Schauspielerwürde dafür zu stehen, dass den Bediensteten der großen Studios noch mehr Geld in die Kassen gespült wird, sondern man hat jedem, der “wieder aufkreuzt”, eine würdige Rolle verpasst, die sich mehr als galant in die Storyline einpflegt und ein herrlich süffisantes Wohlgefühl hinterlässt.
Darum:
 

.kinoticket-Empfehlung: Es ist Zeit, ins Kino zu gehen, um nicht die Geburtsstunde eines historischen Meilensteins der Kinogeschichte zu verpassen und mitzuerleben, wie ein Mega-Blockbuster tatsächlich wieder die Aufmerksamkeit der ganzen Welt verdient hat!
Was hier gerade passiert, ist beispiellos in der Geschichte des Motion Pictures!
Dieses Jahr kann definitiv nichts mehr kommen, dass dem noch eine Krone aufsetzen würde. Also nutzt die Chance – noch sind beide Repräsentanten der erfüllten Hoffnung, dass auch Blockbuster herausragend sein können, im Kino.
Ausreden zählen nicht: .kinoticket kaufen und sich selbst davon überzeugen!

 
Nachspann
Allein die Musik und optische Aufmachung ist es wert, sich den Abspann bis zuletzt anzuschauen. Auch wenn hier keine weiteren Szenen mehr kommen.
Kinostart: 5. Oktober 2017

(Trailer) Jugend ohne Gott

Immer wieder sonntags … kommt die Trailerspritze direkt von .kinoticket-blog.de zu euch aufs Display.
Diesmal: Jugend ohne Gott
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Rijc4egGL6E?rel=0&w=560&h=315]
düstere Zukunftsaussichten präsentiert von © Constantin Film Verleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte:
Auch wenn bereits amerikanische Vorbilder existieren, die zwar noch nicht veröffentlicht sind, aber ungefähr die gleichen Inhalte aufweisen, sollte man sich dennoch diese Form der Auseinandersetzung mit dem Thema ins Hirn einflößen, denn in Zeiten der Digitalisierung und Vollüberwachung sind genau das Themen, die eigentlich täglich auf den Tisch des Konsumenten gehören, damit dieser eine Form der Sensibilisierung dafür bekommt, was es bedeutet, wenn er jeden Scheiß überwachen und digitalisieren lässt.
Klar, schauspielerische Höchstleistungen lassen sich jetzt im kurzen Trailer kaum erkennen und auch die Story mutet nach Schema F an, was erfahrungsgemäß dann mit super Einstiegen und dem darauf folgenden Abdriften in völlig absurde Fantasiewelten endet, die kaum noch etwas mit der Realität zu tun haben, dennoch finde ich es wichtig, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, auch wenn sie filmisch vielleicht nicht top umgesetzt wurden.
Im Vergleich zu anderen inländischen Filmen gehört Jugend ohne Gott garantiert wieder zu denjenigen, die man im oberen Viertel angesiedelt findet, da sie sich durch die Fokussierung auf ein anderes Thema vom Rest der üblichen Masse absetzen und mal nicht DAS Klischeethema in zigfacher Weise neu aufarbeiten.
 
Kinostart: 31. August 2017

Wonder Woman (3D)

Leute, es wird Zeit, endlich mit einem Mythos aufzuräumen, der zwei Comic-Studios schon seit gefühlten Jahrtausenden quält: Marvel vs. DC, die einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft im Filme produzieren führen, den Marvel bislang fast immer gewann.
Bislang.
Denn mit Wonder Woman und einer Frau im Regiestuhl wird nun endlich alles anders!
Und das ist kein Witz – dieser Film schlägt ein wie eine verdammte Filmbombe! Nicht nur packt es das bislang vom Erfolg verschont gebliebene Studio nun endlich, einen absoluten Kassenschlager zu veröffentlichen, sondern man prescht auch gleich noch in ein paar metaphysische Ebenen vor und schafft Vorbildfunktionspotenzial, das auch gleich mal voll ausgereizt wird.
Und ich schreibe hier als Kerl.
In diesem Film wurde so vieles richtig gemacht und bisher auch zu Recht von Presse und Kritikern gelobt. Da wären Chris Pine und Gal Gadot, die ja bereits in Batman v Superman: Dawn of Justice der heimliche Star war und wie eine Sonne inmitten der düsteren Ebenen des Films herausragte. Die Umkehrung der ungeschriebenen Machtverhältnisse zwischen beiden sorgt für jede Menge frischen Wind und räumt derartig mit Vorurteilen und der Last der Welt auf, dass man als Freund des Menschen im Kinosaal hockt und vor Ergriffenheit nicht weiß, wohin mit den Tränen.
Gerade diese Zielstrebigkeit, mit der man den weiblichen Star am Superheldenhimmel nun etabliert, erfreut mein Herz so dermaßen, dass dafür kaum Worte zu finden sind. Wonder Woman packt mit einem gekonnten Handgriff genau da hin, wo andere Filme bislang weit vorm Ziel bereits gescheitert sind. Und es tut nicht nur sooooowas von gut, ihr beim Erreichen ihrer Ziele zuzusehen, sondern man sitzt im Saal und fragt sich stellenweise, ob Jesus erneut auf die Erde gekommen ist und die Menschheit mit Liebe umarmt! So zumindest fühlt sich der Film an – und treibt mir schon beim Schreiben und Dran denken wieder die Tränen ins Gesicht!
Leute – geht da rein und zeigt DC, dass ihr mehr davon wollt! Die Regisseurin hat bereits angekündigt, wieder für einen Film zur Verfügung zu stehen und ich hoffe und bete, dass genau das passiert! Denn was euch da ab Donnerstag vor den Latz geknallt wird, ist der bislang beste Film (neben The Dark Knight), den DC jemals auf den Markt gebracht hat!
Und das absolute i-Tüpfelchen wäre jetzt noch, wenn jeder einzelne von euch anfängt, endlich mit dem verkorksten “Das ist doch nur Hollywood, sowas ist nicht echt und schon gar nicht real”-Denken aufzuhören und damit beginnt, zumindest ansatzweise so zu handeln, wie Wonder Woman herself es tut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine so dermaßen tiefe, innige, von Herzen kommende und ernstgemeinte Verneigung wie dieses Mal gab es von mir bislang noch nicht!
Ganz egal, was ihr bisher von der Story kennt, wie ihr zu Superhelden steht oder was euch schon mal irgendwo darüber erzählt worden ist – alles hinfällig! .kinoticket kaufen, reingehen!
Pflicht!

 
Nachspann
mal abgesehen von dem irren Soundtrack, der den ganzen Film über aufgefahren wurde (und Leute, der allein hat einen Oscar verdient!) kommt hier nichts weiter, das erwähnenswert wäre.
Die Hoffnung auf den nächsten Streifen und damit den Ausbau genau dieser Ethik stirbt bekanntlich ganz zuletzt.

The Girl with all the Gifts

Ich hab Angst. Der Film ist gerade erst ins Kino gekommen und dümpelt bereits von Anfang an in den 23 Uhr Vorstellungen rum, die erfahrungsgemäß sowieso keiner großartig besucht.
Ich verstehe, weshalb man als Kinobetreiber darum ersucht, solche Filme in eben jene Zeitschienen zu schieben, weil sie aufgrund ihrer Inhalte schlichtweg früher fehlplatziert wären.
Ich erkenne das Dilemma, hier auf Jugendschutz zu achten und gleichzeitig das Kunststück fertig zu bringen, etwas derartiges überhaupt zu screenen.
The Girl with all the Gifts verschlägt mir gerade derartig die Sprache, dass ich nicht weiß, was ich überhaupt dazu sagen sollte, außer sprachlos mit dem Maul zu klappern und in richtung Kino zu brüllen.
Leute – das ist mit Abstand der BESTE Horrorfilm, den ich in diesem ganzen Kinojahr (beginnend mit dem April letzten Jahres) überhaupt je gesehen habe.
Wie sehr bin ich ständig auf der Suche nach all den Elementen, die man hier nicht nur feierlich miteinander vereint, sondern auf so extrem brachiale Weise gebracht hat, dass es mir nach der Vorstellung immer noch in Mark und Bein übergeht.
Wo soll ich anfangen? Und wie?
Der Film reißt. Er reißt dich so gewaltig in einen Strom von (An)Spannung, die die ganze Spielzeit über kaum abreißt. Meine Arme schmerzen immer noch.
Informationen gibt’s keine. Es passiert einfach und du sitzt die ganze Zeit davor und denkst dir: “What the Fuck?” während mit unerbärmlicher Grausamkeit und orkanartiger Stärke vernichtende Bilderstürme über dich hereinbrechen, die nicht nur mit absolutem Unverständnis, sondern einer derartigen Endgültigkeit über die gnädigen Wünsche urteilen und dich vor absolut vollendete Tatsachen stellen, die du nicht nur nicht wahrhaben willst, sondern deren Realität du wohl kaum begreifen wirst – auch nicht, wenn es denn irgendwann mal klar wird.
Warum?
Warum?
Mir fehlen einfach die Worte. Kein Gefasel. Keine Befriedigung. Keine Abfertigung irgendwelcher Massen. Kein Kommerz. Kein Gebashe. Keine Vergleiche. Kein Genörgel. Absolut keine Kompromisse.
Der Plot stellt sich jeglichen Anforderungen einfach mit seiner totalen Wahrhaftigkeit in den Weg und rumpelt alles platt, was es schon mal gegeben hat.
Die Show zieht. Und zwar sowas von. Atempausen gibt es keine. Höchstens ein paar Inseln, die sehr schnell offenbaren, dass Ausruhen als Tätigkeit nicht akzeptiert wird.
Dazu der Soundtrack. Dazu die Optik … mir kommen vor Freude und Ergriffenheit fast schon die Tränen! Es ist mit Abstand – mit Abstand der beste Horrorfilm dieser Art, der hier so klare Grenzen gegenüber allem anderen zieht und mit Dingen beeindruckt, die sonst keiner vorweisen kann. Allein schon, dass wirklich an alles gedacht wurde und die Intelligenz des Zuschauers in keiner einzigen Sekunde beleidigt wird … Meine tiefste Ehrfurcht und Verneigung vor den Machern dieser Story!
Wer jemals wissen wollte, wie ein Film aussieht, der zu absolut 100% meinen Geschmack trifft: Hier ist er. The Girl with all the Gifts.
Und wisst ihr, was der größte Scheiß daran ist?
Das Teil sprießt so dermaßen aus einer Nische heraus, dass man tausende von Kilometern zurücklegen muss, um überhaupt ein Kino zu finden, das ihn zu einer nicht existenten Tageszeit auf den Screen wirft. Und was glaubt ihr, wie lange wird sich diese Konstellation in unserer geldgierigen Weltwirtschaft wohl auf den Bildschirmen halten können?
Und genau davor habe ich Angst. Bittere Angst. Denn anschauen will ich mir das Teil nicht nur noch 10 oder 20 mal …
 

.kinoticket-Empfehlung: Ihr wollt einen Referenzfilm, der meinen Geschmack zu 100% trifft und völlig kompromissfrei meinen zutiefst sehnlichen Filmgeschmack repräsentiert?
Hier ist er.
Anschauen! Wenn ihr alt genug seid und genügend davon ertragt.
Und das bittere ist: Ich wünsche mir nicht nur die Filmwelt unter diesen Umständen, sondern hätte auch nichts dagegen, wenn es auf unserer Welt so zugehen würde, denn das würde bedeuten: Es gibt doch Gerechtigkeit und all unsere Sünden wären damit vergeben.
Mir hat’s die Sprache verschlagen – und ich wette, jedem von euch wird das auch so gehen, sofern ihr auf dieses Genre steht.
Ein grandioser Meilenstein perfekten Kinos. Rein!

 
Nachspann
Ruhig noch sitzen bleiben, es kommt zwar nichts mehr, aber der Sound dreht hier nochmal richtig auf.

Mohenjo Daro

Mit 150 Minuten schickt man hier ein Epos in die Welt, das die Kinosäle zum Erzittern bringt. Mal ganz ehrlich: Was verbindet man mit Bollywood, wenn man so ein Ding noch nie in seinem Leben gesehen hat?
Romantisches Geknutsche, indische Frauen, tanzende Kerle und jede Menge Musik – hab ich Recht?
Was einem hier aufgetischt wird, ist allerdings bei weitem nicht das, was man sich als Laie vielleicht darunter vorstellt. Zum einen: Das Event wurde von meinem Stammkino mal so richtig auf brutal gestellt, indem man einfach mal den Lautstärkeregler betätigt hat – nach oben. Ganz im Ernst? Ich saß in dem Teil und hatte Schiss … vor billigsten Animationen.
Der Beat krachte hier mal sowas von durch die Kinosessel, dass es scheißegal war, ob sich lebendes Fleisch darauf befand – das wurde einfach mit durchgeschüttelt. Und die Story baut sich auf, man erlebt eine fremde Kultur, man baut eine Geschichte darum und erhebt all das zu einem epischen Machwerk, dass Hollywood demnächst einpacken kann, sollte sich von dieser Seite der Erdkugel weiterhin derartiges in unseren Landen etablieren.
Und das mein ich ernst.
Man bekommt hier nicht mehr nur eine Idee, sondern einen Genre-Mix präsentiert, der sich gewaschen hat. Etwas derart Episches und dermaßen Verflochtenes habe ich bisher noch nie in dieser Intensität im Kino erlebt, geschweigedenn im heimischen Kinosaal. Und damit hat man definitiv mein Interesse an Bollywood geweckt, sollten die Filme alle in dieser Art sein. Kenner dürfen mich gern eines Besseren belehren, ich lasse mich zukünftig definitiv überraschen.
Was die Musik angeht: Ja, es reiht sich ein wenig in das Klischee ein, erhebt sich dann aber in einem epischen Ausmaß, dass mein Verlangen nach dem Soundtrack nicht nur geweckt, sondern förmlich entfacht hat – und umso wütender macht einen die leere Suchanzeige im Musikportal, wenn man wieder mal kaum erwarten kann, dass dieses Album endlich in Deutschland erhältlich ist.
Auch die Bildgewalt dieses Kunstwerks lässt anderes im tiefsten Schatten verenden: Hier wird mit Impressionen und Eindrücken um sich geworfen, die seinesgleichen suchen – und gepaart mit der Unzahl an Darstellern, Synchronisationsgenies und den vielen anderen Faktoren, die da mit reinspielen, erhält man wieder etwas, das nur auf ein Wort hinauslaufen kann: Epic!
Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle so einfallslos schreibe, aber diese Show hat mich grandios vom Hocker geschmissen und die unbeantwortete Frage aufgeworfen, weshalb solche Filme nicht öfters in deutschen Kinos gespielt werden.
Der Gang in den Saal mit allen Aufpreisen und Optionen lohnt sich für jeden Kinozuschauer mal definitiv.
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten hat mich etwas so beeindruckt, abgeholt, überrascht und mitgenommen, wie dieses grandiose Meisterwerk.
Dass im Original gesprochen wird, macht das Werk eher sympathischer denn fremd und eröffnet hier eine Geschichte, die einem so garantiert den Abend versüßt. Reingehen wo immer man die Chance dazu hat – es lohnt sich definitiv.

 
Nachspann
sollte man abwarten, der hat nämlich richtig nette Animationen und blüht farbenfreudig vor sich her statt in langweiligem Schwarz-Weiß.

Ted 2

Dass im Kino fast alle 10 Minuten in einem anderen Saal schon wieder eine Vorstellung von Ted 2 startet, zeugt davon, wie viel sich die Kinobetreiber davon versprechen. Im Gespräch mit einer Einlassdame erwähnte diese, dass es fast schade ist, dass Filme mit einem derart niedrigen Niveau so viele Zuschauer ins Kino locken, während bildende und tatsächlich wertvolle Schöpfungen wie 12 Years a Slave noch nicht mal gezeigt werden, obwohl der sogar einige Oscars einheimste.
Und ja, die großen Vorstellungen mit Filmmaterial, das einen wirklich bildet oder sich künstlerisch im Arthaus-Sektor bewegt, dominieren wirklich nicht unbedingt die Plakataushänge an den Außenwänden der Kinos. Ich möchte nicht sagen, dass es die gar nicht gibt, aber man muss schon sehr genau hinschauen, um einen davon zu entdecken.
Und ja, ich gebe zu, der Humor von Seth MacFarlane trifft nicht unbedingt den Geschmack von jedem. Was anfangs noch überraschend grenzüberschreitend und gewagt bei Family Guy erfrischte, landete in den folgenden Staffeln dann eher in der Müllgrube des guten Geschmacks und wurde derart speziell, dass sich mit Sicherheit nicht nur ich mich davon abwendete.
Glückstreffer wie Ted dazwischen ließen in mir Hoffnungsschimmer aufkeimen und so ging ich mit ziemlich gemischten Gefühlen in den Saal.
Fakt 1: Bucht euch in volle Säle ein. Je mehr Publikum, desto mehr Spaß macht der Film. Und zwar, weil ständig einer lachen muss und das die Gesamtstimmung einfach spürbar hebt. Selbst, wenn dich die Jokes auf der Leinwand grade so gar nicht ansprechen, ermuntert eben das Lachen der anderen dazu, selbst doch schmunzeln zu müssen. Also Faustregel: Je mehr im Saal, umso besser für die gute Laune.
Fakt 2: Ted ist versaut. Und macht daraus auch keinen Hehl. Finde dich damit ab, dann stellst du ganz schnell fest, dass die Schiene des Versautseins hier dennoch präzise gezogen wurde und man so dem Sturz in den Abgrund immer wieder entkommt. Ob es manche super gelungenen Animationen von Ted sind, diverse Szenen, hier und da auch mal nur eine Andeutung, die wieder einen Hauch von Niveau in die Geschichte trägt – der ganze Film überrascht letztendlich doch mit einer gekonnten Inszenierung eines Themas, das trotzdem Tabuthemen bricht und schonungslos darüber redet.
Fakt 3: Was MacFarlane sowas von drauf hat, ist Musik. Mich begeisterte schon das Intro von Family Guy und hier haut der Film wieder und wieder einen Volltreffer nach dem anderen raus. Was die Geschichte zeitweise an Niveau verliert, heben die teils jazzigen, teils rührenden Klänge immer wieder auf ein Level, das musikalisch seinesgleichen sucht. Ganz ganz großer Pluspunkt an die Vertonung – die ist in höchstem Maße gelungen.
Fakt 4: Ich freue mich auf die nächsten Academy Awards und die Anspielungen auf Ted 2 dabei, denn irgendwo beweisen die Macher hier, dass sie es eben doch drauf haben und auf ihre Art einen Teil des Zeitgeistes wiedergeben, in dem wir uns heute befinden. Das Prozedere hinter der Kamera spielt auf allen Ebenen ganz große Professionalität aus, denn der Film weiß so zu überzeugen, dass jemand, der Arthaus liebt, sich dazu entschieden hat, Ted 2 erneut auf die Liste zu setzen, denn irgendwo tief drin rührt sich unerwarteterweise doch etwas in puncto Gefühle.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn Ted 2 im Trailer nicht unbedingt die gebildetste Schicht unserer Gesellschaft ansprechen will, gehört er für mich dennoch zu den Filmen, die man gesehen haben sollte.
Allein das fast getreue Wiedergeben des Zeitgeistes, der der Schöpfungsweise von MacFarlane innewohnt, ist den Besuch im Kino wert.
Grundsätzlich gilt: Mit 500 Leuten im Saal macht der Film mehr Spaß als nur mit 20 auf einer eigenen Hausparty. Also seht zu, dass ihr diesmal zur Masse hinrennt und mit ihr gemeinsam den Streifen konsumiert, dann kann daraus ein wirklich geiler Kinoabend werden.

 
Nachspann
gibt es einen, und der besteht nicht nur aus Buchstaben. Also keep calm and watch it.

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