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Tag: Merlin

Kingsman: The Golden Circle

Kennt ihr das, wenn ihr vor einem riesigen Projekt steht, etwas damit machen sollt und euch davor scheut, den ersten Handgriff zu tun aus Respekt vor dieser Erhabenheit und Ehre?

Genauso fühl ich mich grade, wenn ich mich vor diesen Film stelle und mir überlege, was ich dazu erzählen soll.

Zum einen: Meine Vorahnungen waren goldrichtig und wurden vom Original dann noch einmal weit übertroffen. Ja – Egerton alias Eggsy macht eine unglaublich gute Figur und pusht mit seinen Landsmännern so richtig die Action auf die Bühne. Zweitklassige Versuche hat man gar nicht erst eingeplant, hier spielt sich alles im 5-Sterne-Milieu ab!

Natürlich, Kingsman leuchtet nicht unbedingt in ernstzunehmenden Neon-Farben am Agentenepos-Himmel, sondern dominiert mit einer leicht würzigen, definitiv humorlastigen und extrem abgefahrenen Variante seiner selbst in einem Areal der schwarzhumorigen Kunst ganz nach britischem Vorbild auf der Leinwand und gibt damit zum zweiten Mal ein gigantisches und von mir gefeiertes Debüt einer unglaublichen Entdeckung ab, die diese Marke damit – so hoffe ich inbrünstig – auf die dauerhafte Ebene hievt und uns auch noch in einigen Jahren neue Kingsman-Filme beschert. Die erste Kingsman-Store-Eröffnung in London lässt großes hoffen…

Gleich zu beginn rasselt man sofort in ein Stunt-Gewitter, dass nicht übertrieben und breitgezogen, materialistisch zusammengestückelt oder gar ungekonnt inszeniert wirkt, sondern sofort eine Bombenstimmung aufkommen lässt und man die Moves, Fights, Actionballade und gigantöse Gentlemen-Wirkung einfach nur abfeiert.

Mit Julianne Moore in einer der Hauptrollen befriedigt man auch gleichzeitig noch die Bechdel-Test-Meckerfraktion und öffnet sich damit der internationalen Beliebtheit, die sowohl alt als auch jung, Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen gleichermaßen in einen Unterhaltungsstrudel saugt, aus dem ich am liebsten gar nicht mehr aussteigen wollen würde.

Was uns die Deadpool-Macher für ihren zweiten Teil versprochen haben, wurde hier Gottseidank nicht angewandt: Man hat das Level natürlich angehoben und nicht einfach auf krasse Wiederholung gesetzt um alles in etwas flauerem Ton nochmal über die Kinotheken fließen zu lassen. Eggsy wirkt erwachsener, bringt aber dennoch den unglaublich sympathischen Flair mit, den dieser Halbgott auf der Schauspielerbühne zum besten geben kann. Und ich hab den Strahlemann bereits live vor mir gehabt und schätze seine Arbeit seither um so mehr.

Du stolperst auf jeden Fall nach dem Film ziemlich erschlagen und absolut beeindruckt wieder aus dem Saal und findest kaum Worte für das, was dir da eben über den Weg gelaufen ist und dich mal eben plattgewalzt hat.

BAM!

.kinoticket-Empfehlung: Das heißt dann wohl: Erst zur Wahl – und dann ins Kino und schon gewählt haben, und zwar exakt diesen Film!

Das Zielpublikum ist hier nicht irgendeine Elite oder Genrefraktion, auch wenn die Sprüche und der Humor teilweise ziemlich derb sind: Spaß für alle ist garantiert auf der Servierscheibe und die wird ordnungsgemäß mit viel Imposanz und in beeindruckender Qualität geliefert!

MEHR DAVON!

Nachspann
✅ Hocken bleiben wegen der Songs – wem das egal ist: Es kommt hinterher nichts mehr. Äh…. doch, hoffentlich noch einer dieser Filme!

Kinostart: 28. September 2017

Original Title: Kingsman: The Golden Circle
Length: 141 Min.
Rate: FSK 16

Transformers – The Last Knight (3D)

Ist es nicht unglaublich, was für eine epische Macht aus einem Plastikspielzeug hervorgehen kann? Im Jahre 2007, als sich Michael Bay daran machte, eine erwachsenentaugliche Version der Hasbro-Spielzeuge zu verfilmen, ahnte noch keiner, was das für weitreichende Konsequenzen für die Filmindustrie haben würde.

Heute, im Jahr 2017, feiern wir bereits den fünften und gleichzeitig ersten Teil eines aufkommenden Transformers-Universums, dass sich ganz speziell an eine bestimmte Kundschaft richtet: Den Popcorn-Cineasten.

Mal im Ernst: In Transformers, und Transformers – Die Rache waren wir alle noch leicht begnügt damit, als man uns die Charaktere vorstellte, die Figuren einführte und wenigstens ansatzweise ein klein wenig Story bot, auch wenn da von Anfang an eigentlich nichts nennenswertes da gewesen ist, dass man nachträglich noch als tiefsinnig hätte bezeichnen können.

Spätestens im dritten Teil war jedem zunehmend klar, dass es hier nicht um Story oder Rahmenhandlung geht, sondern man einfach nur irre geil auf Special Effects gezielt, die Waffe abgedrückt und einschlagende Ergebnisse produziert hat. Nicht nur in Sachen 3D wurden Maßstäbe gesetzt, auch in punkto Optik und Filmtechnik hat man mit Avatar gleichgezogen und die Messlatte hoch positioniert.

Und Bay hat niemals aufflammen lassen, hier erzählerische Höchstleistungen vollbringen zu wollen, sondern er präsentiert. Und zwar affenscharfe Karren, megageile Transformationen, superscharfe Babes und eine Menge Haudrauf-Action, die absolut keine Hirnleistung erwartet, sondern einfach nur die niedersten Instinkte des Actionkinoliebhabers erfüllen will. Und wird.

Nachdem jeder weiß, was es mit den Autobots und Decepticons auf sich hat, beschäftigt man sich auch nicht länger damit, hier noch irgendwelche Erklärungen abzuliefern, sondern kümmert sich um die Superlative. Was in anderen Filmen nur angedeutet wurde, wird jetzt zum Hauptaugenmerk gemacht und bereits im Trailer ansatzweise präsentiert: Man fährt volle Geschütze auf und geht voll auf Action. Und in 152 Minuten Spieldauer hat man dafür auch genügend Zeit.

Und es macht tierischen Spaß – zwischen all den in letzter Zeit gesehenen Independent-Filmen – einfach mal hirnlos dazuhocken, ein Eis zu schlemmen und sich an der brachialen Action zu erfreuen, die hier gnadenlos von der einen zur anderen Minute vorprescht und die Zeit wie im Fluge vergehen lässt.

Allein die Optik ist den Besuch eines Megakinos wert. Und Leute: Je größer der Saal, je lauter die Boxen, je wuchtiger der Gesamteindruck, umso wertvoller das Erlebnis im Kino. Lasst die Dörfer hinter euch und verzichtet auf das nächstbeste Kino, sondern wählt eines aus, dass euch auch die dazugehörige Technik bieten kann, um diesem Film seine epische Macht zu lassen und ihn nicht auf Stereo-Sound runterbrechen zu müssen, nur weil die Kinos dafür nicht ausgelegt sind. Hier zählt nicht nur auf der Leinwand die Superlative.

Apropos Superlative: Meiner Meinung nach ist man jetzt auf einem Pegel angelangt, auf dem es kaum weiter nach oben gehen kann. Wenn man damit das Universum eröffnet und auch in Zukunft weiterhin Filme dieser Art liefern möchte, wird das die absolute Highlight-Kirsche auf der Torte des Kinojahres.

.kinoticket-Empfehlung: Bay erfüllt hier keinerlei Erwartungen an Story, Handlung oder sonstige bahnbrechende Elemente, sondern erfüllt einzig und allein den Zweck, megamäßige Effekte aufzubauen und mit niederschmetterndem Donner auf den Zuschauer niederregnen zu lassen.

Wer hier rein geht, sollte wissen, worauf er sich einlässt und die Show einfach genießen. Ohne Erwartungen wird man auch nicht enttäuscht, sondern mit einer Show der Superlative belohnt, die die Zeit im Kino unvergessen werden lassen.

Nachspann
❌ Für einen Film dieser Länge der kürzeste Nachspann, den ich jemals gesehen habe. Im Ernst: bleibt mal hocken und lasst euch überraschen, wie schnell der vorbei ist …

Kinostart: 22. Juni 2017

Original Title: Transformers: The Last Knight
Length: 149 Min.
Rated: FSK 12

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