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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Michael Cera

Molly's Game – Alles auf eine Karte

Ante, Bad Beat, Fifth Street, Fish, Kicker, Heads Up, Muck, Re-buy, Satellite, Side Pot, Tilt, Whale, Showdown … ein Film, der mit Begriffen wie diesem dealt, wird vermutlich einiges an Kopfarbeit abverlangen und definitiv nicht in die Riege der seichten Popcornunterhaltung gehören.
Vermutlich kennt auch nicht jeder aus dem Stehgreif die Bedeutung dieser Begriffe und man wird erst hellhörig, wenn dann Worte wie “Blind”, “Call”, “Raise” und “All in” dazu kommen.
So richtig spannend wird’s allerdings erst, wenn dann bekannt wird, dass hier keine findigen Drehbuchautoren am Werk waren, die sich in ihrer kreativen Phase keinerlei Einschränkungen hingegeben haben, sondern man sich extrem nah an die unglaublichen Details dieser wahren Geschichte gehalten hat. Also ja: Die Protagonisten sind alle echt und das, was hier von der Leinwand runtersegelt, ist so tatsächlich passiert.
Und damit sage ich: Willkommen in der Kategorie: Das Leben schreibt die besten Geschichten!
Mich hatte man bereits zu dem Zeitpunkt gecatcht, als ich Jessica Chastain auf dem Plakat gelesen habe: Diese Frau …. AHH! Ich erinnere mich an jeden einzelnen Film mit ihr und jeder einzelne davon war ein seelischer Hochgenuss! Was also soll mit ihr in der Hauptrolle schon schief gehen?
Was euch bei Molly’s Game auf der Leinwand erwartet, ist tatsächlich eine enorme Dichte und Fülle an Informationen aus einer Welt, die man entweder kennt und lebt oder von der man weit entfernt ist. Dabei schafft dieser Film auf einzigartige Weise, die klaffende Kluft zu überbrücken und mit verständlichen Aufklärungen und Informationen zu füllen, die einerseits diese unglaubliche Geschichte erneut zum Leben erwecken, andererseits aber auch das urgewaltige Potenzial von Informationsdichte und -erschaffung in kürzester Zeit auf unterhaltsame Weise an den Zuschauer zu vermitteln.
 

.kinoticket-Empfehlung: Molly’s Game ist eine filmische Herausforderung, die einerseits mehrfach gesehen werden kann und dabei die wahre Geschichte einer Frau erzählt, die sich ihren Prinzipien verschrieben und auf dieser Welt Unglaubliches getan hat.
Es macht tierisch viel Freude, verlangt einem viel Aufmerksamkeit ab und trägt aber genauso den totalen Unterhaltungskick in sich – diese Erfahrung wirst du nicht so schnell vergessen!

 
Nachspann
hält keine weiteren Szenen parat – man darf sich also gemütlich wieder aus dem Sessel pulen und nach draußen spazieren.
Kinostart: 8. März 2018

The Lego® Batman® Movie (3D)

Als bekennender Fan der neuen Batman-Filme und Liebhaber von Blockbuster-Action war es für mich quasi schon fast Pflicht, diesen Titel hier zu konsumieren. Meine Erwartungen nach den Trailern waren extrem hoch. Und wurden bereits in den ersten Sekunden übertroffen.

The Lego® Batman® Movie punktet nicht nur mit hervorragendem 3D, einer stilsicheren Parodie auf so ziemlich alle (Superhelden)Filme, die mir je untergekommen sind, sondern thematisiert auch auf wundersame Art und Weise die tiefgründige Botschaft, die uns in den legendären Nolan-Filmen nähergebracht werden sollten.

Somit hat dieser Geniestreich bei mir eine derartige Punktlandung hingelegt, die nicht nur die Komödienerwartung vollends befriedigt, sondern auch in allen anderen Belangen mit seinen ernstgemeinten großen Brüdern gleichzieht. Es bleibt bis zum Schluss spannend, ist hervorragend animiert und auch Filmunwissende haben zeitweilig wirklich ihren Spaß.

So richtig zum Tragen kommt die volle Ladung natürlich erst, wenn man ansatzweise ein paar der satirisch-interpretierten Originale kennt, aber bei der Menge, die man sich hier vorgeknüpft hat, sollte einem mindestens 20% der Filme bekannt sein, selbst wenn man “eigentlich gar nie TV schaut”.

Somit reiht sich diese kommerzialisierte Variante von Spielzeug auch wieder in die Reihe der funktionierenden Unterhaltungsstreifen ein und bastelt nicht nur einen funktionierenden Plot, sondern ebenfalls jede Menge Grinsen auf die Gesichter der Zuschauer, denn endlich gibt es mal wieder was zu lachen, das modern, großartig und nicht unter der Gürtellinie ist.

Und beileibe: Die Jokes sind durchaus gelungen und haben selbst mir als Comedyfilm-Hasser ständig Lacher aus dem Bauch gerissen.

.kinoticket-Empfehlung: Ein legendäres Spiel mit den bekannten Figuren des DC-Universums, das meinen Geschmack einer guten Satire in diesem Genre durchaus getroffen hat.

Ich hatte den ganzen Film über richtig Spaß und musste mehrfach über die Einfälle lachen, die uns hier von Seiten der Macher präsentiert wurden.

Unterhaltungsspaß für die ganze Familie, da nicht nur kleine und noch kleinere, sondern auch Erwachsene voll auf ihre Kosten kommen. Das hat man dem Kinosaal auch deutlich angemerkt.

Nachspann
✅ ist animiert und darf gern noch eine Weile angeschaut werden, bevor man aus dem Saal rennt.

Kinostart: 9. Februar 2017

Original Title: The Lego® Batman® Movie
Length: 105 Min.
Rated: FSK 6

Sausage Party – Es geht um die Wurst

ENDLICH wieder mal ein Trailer, den man im Nachhinein als richtig gut abstempeln kann: Es wird nicht zu viel verraten, man kriegt als Zuschauer Lust auf den Blödsinn und die besten Szenen sind im Film und nicht im Trailer.
Wie schon prophezeit herrscht hier keine Familienstimmung, sondern das Teil ist quasi ein totalitärer Tabubruch, der konsequent und mit irrsinnig viel Feingefühl zu den Grenzen des guten Geschmacks transportiert wird, so dass sicherlich der ein oder andere seine lieben Schwierigkeiten mit dieser Art Humor haben kann.
Dabei trennt man zu keiner Sekunde die Beziehung zum guten Niveau, sondern entlässt hier eine verbale Martial-Arts-Schlacht, die nicht nur unfassbar tiefgründig und gesellschaftskritisch ist, sondern mit Unterhaltungswert und einem für mich unfassbaren Feingefühl gesteuert wird, das niemals ins Bodenlose abrutscht, obwohl der Trip, auf dem die Macher beim Erschaffen dieses Werkes gewesen sein mussten, sicherlich episch war.
Denn genau so fühlt es sich an: Endlich wieder mal eine unglaublich kreative, neue, adaptive und parallele Welt, die einen so dermaßen aus dem Alltag rausreißt, dass eigentlich gar nicht viel Zeit zum Nachdenken bleibt, weil diese Schöpfung mit Sicherheit erst auf den zweiten Blick überdeutlich maskiert, was in der Realität unserer Gesellschaft so los ist.
Wessen Bedürfnis auf neue Sichtweisen für ganz alltägliche Dinge dieser Welt nicht gestillt ist, der findet hier den Quell seines Lebens und suhlt sich in einer modernen Denkform, die in dieser Weise noch nie die Massen derart beeindruckt hat.
Es ist faszinierend. Obwohl eigentlich selten über die Gürtellinie aufgetaucht wird, ist so viel Ehrgefühl, Spaß, positive Emotion und wunderbare Karrikatur der Echtheit in diesem Film versammelt, dass man meinen könnte, es handelt sich hier um ein hohes Stück Kunst, das abseits des Kinos bewertet werden sollte.
Mich hat es wahnsinnig beeindruckt und fast schon zum Lachen gezwungen. Auch an genügend Easter-Eggs und offensichtlichen Parodien wird nicht gespart – den Schöpfern ist nichts heilig gewesen – mit dem großen Unterschied, dass sie niemanden durch den Dreck ziehen, sondern auf intellektuell hohem Niveau parodieren.
Und genau diese Behauptung wird mir sicherlich von vielen zum Verhängnis gemacht werden wollen, denn die Reihen haben sich schon zur Vorpremiere gelichtet und gezeigt, dass hier genügend menschliches Potenzial ist, dass den Film einfach nur scheiße findet.
Jetzt zu sagen, man müsste sich darauf einlassen, wäre völlig falsch, wenn du wirst einfach von Anfang an mit reingezogen oder eben nicht. Mitgefühl, Mitfiebern, spannende Überraschungen und so unglaublich kreative Parallelen zum echten Leben spicken den Film bis ganz zum Schluss mit immer neuen Eindrücken und lassen hier nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen.
Wer denkt sich sowas aus?
Egal – hauptsache, es kommt auf die Leinwand und hauptsache, ihr rennt alle da rein – denn ich will unbedingt einen zweiten Teil davon haben und wenn möglich gern auch noch einen dritten. Diese frische Autorenbrise hat Hollywood schon seit langem gefehlt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Aus dem Realismus aussteigen und sich auf einen total irren Trip einlassen – einmal tief durchziehen und die restliche Show genießen!
Was hier aufgetischt wird, ist an Schöpfergeist und Kreativität kaum zu überbieten und bringt nicht nur Schwachmaten, sondern auch durchaus Begabte zum Lachen: Die Parodien sind hinterfotzig, tiefgründig und haben sich sehr wohl mit der Materie beschäftigt, die sie würdevoll durch den Kakao ziehen. Geht rein – ich will Leute haben, mit denen man darüber quatschen kann 😉

 
Nachspann
Musicalfreunde bleiben eh hocken, ob der audiophilen Bestückung des Nachspanns, eine After-Credits-Scene gibt es allerdings nicht, obgleich dieser Titel dafür mehr als prädestiniert wäre.

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