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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Michael Fassbender

Schneemann

Der .trailer sorgte im Vorfeld ja schon bei einigen für Furore und kündigte sich als bildgewaltiges Horrorspektakel an, was in Verbindung mit dem immer genannten Michael Fassbender bei vielen für hohe Erwartungen gesorgt hat.
Um eins vorweg zu nehmen: Die werden nicht erfüllt.
Allen, bei denen jetzt der Gute-Laune-Zeiger mit Hochgeschwindigkeit zu Boden sinkt, sei gesagt: Ganz so schlimm ist es nicht. Das Problem am Film ist meines Erachtens einfach das Drehbuch.
Im großen Ganzen lässt sich nämlich sagen: Der Rest ist wirklich gut, nur der Plot krankt an allen Ecken und Enden, wo immer man ihn kranken lassen kann. Es wirkt fast, als hätten die Macher in diesem Punkt einfach keinen Bock gehabt und sich daher auf die billigste Standard-Variante aller Optionen eingelassen aus Mangel an Kreativität oder unzulänglicher Einflussnahme.
Klar, Buchverfilmung hin oder her, Vorgaben … blabla … im Endeffekt kann man sich mit dem “basierend auf …” auch davon lösen und einfach den besseren beider Filme gestalten, was hier aber nicht getan wurde.
Dies sagt keineswegs etwas über das Schauspiel von Fassbender oder seiner Kollegen aus, noch über die Kulisse und die Optik des Films, die zusammen mit der Kameraführung und der restlichen Technik wirklich herausragend gut sind.
Wer also einfach einen der besten Schauspieler unseres Jahrzehnts wieder vor sich hin professionalisieren sehen will, sollte sich durchaus ein .kinoticket zulegen und die Show einfach genießen, auch wenn der große Showdown in Wirklichkeit gar keiner ist und die Auflösung nicht nur schwelend vor sich hin bruddelt, sondern irgendwie auch gar nicht da ist.
Das große “Häh”-Fragezeichen stand auf jeden Fall nicht nur den Presseleuten auf der Stirn, sondern auch bei vielen Sneakern, die den Film bereits vor Kinostart sichten durften und auch nur mäßig begeistert waren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte entweder ganz ohne Erwartungen in den Film gehen oder sich dessen bewusst sein, dass hier nicht so pompös aufgetragen wird, wie man es im .trailer verspricht.
Dem Film fehlt einfach ein würdiges Ende. Zu sagen, er wäre ein guter TV-Krimi ist ungerecht, dafür ist er viel zu gut, ihn aber im Kino als den Erfolg anzupreisen, ist auch nicht ganz richtig, denn dafür krankt er zu sehr am Drehbuch und den Vorgaben darin.
Alles andere spielt sich auf hohem Niveau ab.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also raus gehen und darauf warten, dass es anfängt zu schneien.
Kinostart: 19. Oktober 2017

Das Gesetz der Familie

Brendan Gleeson und Michael Fassbender reichen eigentlich aus, um für diesen Film zu werben. Wer sich die Mühe macht und den zu viel sagenden .trailer ansieht, wird von dem packenden Stimmungskick niedergewalzt, der sich in dem Film ausbreitet.
Die Geschichte findet nicht nur in einer Nische statt, sondern entbehrt jedweder Normalität, die zu Langeweile führen würde. Der Sog in eine Welt vollgepackt mit skurrilen Abenteuern, zutiefst schwarzem Humor und einer herausragenden Mannschaft, die sich durch die Eskapaden schlängelt, bannt gnadenlos jeden, der sich vor der Leinwand versammelt hat.
Die großartige Macht, die man in dem Film verborgen hat, zieht seine gnadenlosen Kreise und offenbart sich als Entdeckung des Jahres: Fassbender und Gleeson sind großartig und spielen sich den Ball mit erschütterndem Ernst auf einer Spielwiese zu, die normalerweise Liebe und Geborgenheit spenden soll, hier aber völlig andere Richtungen einschlägt. Dabei ist nicht mal mehr nur diese so gnadenlose Andersartigkeit besonders, sondern die emotionale Finsternis, die sich in den Köpfen langsam wie ein Virus ausbreitet und alles und jeden befällt, während man im Kino sitzt und über den bitter-schwarzen Humor lachen muss.
Das als Komödie abzutun, würde dem Werk seine Würde rauben. Es als ernsthaften Teil einer Sicario-gleichen Meisterleistung hinzustellen, widerstrebt mir genauso. Ich würde sagen, er liegt zwischen den Fronten und baut sich dort seine Region maßgeblich aus, so dass für den Kinogänger wirklich keine Wünschen offen bleiben und man auf jeden Fall wahnsinnig gute Unterhaltung mit nach Hause nimmt, die auch im Nachklang noch lange zu sehen ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beeindruckend auf einer großen Spielwiese der verbalen Ausfallmöglichkeiten mit dem Ausreizen bis an die äußersten Enden ohne dabei vom Rand in den Abgrund zu stürzen: Das Schauspiel der Darsteller ist herausragend und die Kongenialität erschließt sich in allen Bereichen.
Obgleich man den Film nicht zwingend in einem Kino gesehen haben muss, macht er in einem vollbesetzten Saal doch sehr viel mehr Spaß als alleine zu Hause auf der Couch, wo seine Wirkung ebenfalls gleichermaßen beeindruckend ist.
Definitiv sehenswert!

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, Zeit zum drüber reden darf man sich aber gerne trotzdem nehmen.
Kinostart: 3. August 2017

Alien: Covenant (mit Gewinnspiel)

Achtung: Gewinnspiel weiter unten – wer keine Kritik lesen möchte, sondern nur am Gewinnspiel teilnehmen, bitte einfach runter scrollen!

Gott, was kribbelt es mich in den Fingern, wenn ich nur daran denke, dass Alien endlich wieder auf den großen Screen kommt. Als Fanatiker der alten Schule und Anbeter der klassischen Filme gab es für mich keine bessere Meldung, als endlich wieder meine Lieblingsbösewichter über die Leinwand huschen zu sehen und den Kult im modernen Zeitalter erneut zu feiern bzw. frenetisch in historischen Erinnerungen zu schwelgen.

Ja, ich bin wirklich Fan erster Stunde und habe eine galante Geschichte hinter mir, die meine Kindheit mit dem Urvater des Weltallhorrors verbindet: “Im Weltall hört dich niemand schreien.” steht auch für mich heute noch als Synonym für perfekten Horror, der einfach alles mitbringt, was benötigt wird, um sich mal wieder richtig zu gruseln.

Und ich LIEBE die Aliens, ihre Art, ihre Denkweise, ihre Brutalität, ihren Verstand, ihre genetische Beschaffenheit und das Durchtriebene, wobei man als Mensch nur hilflos davor steht und zusehen kann, wie man per Definition verliert.

Der Aufstieg und Fall, die Geschichte der Crew, der Raumschiffe, das ganze Leben im All rund um das Alien-Universum haben mich von Anfang an bis heute begeistert. Und ich kann die klassischen Filme fehlerfrei mitsprechen und habe sie bis heute unzählige Male gesehen. Die DVD-Veröffentlichungen gekauft, die Neuerscheinungen, Legacy, Quadrilogy und wie sie alle hießen. Ja, Alien war der erste Film in meiner Sammlung, wo ich wirklich jede Version besaß und es mir auch nichts ausgemacht hat, dass die Inhalte doppelt, drei- und später vielfach vorhanden waren. Die Chronologie war es einfach wert.

Für mich sind diese Filme (Alien, Aliens, Alien 3 und Alien Resurrection) auch irgendwie das allumfassende Synonym des perfekten Kinos meiner Kindheit. Ganz klar, dass man da selbst auf die Pressevorführung hinfiebert und es kaum erwarten kann, wenn der Godfather himself Ridley Scott wieder seine Finger ins Spiel bringt und erneut die böse Brut über den Boden tanzen lässt.

Und genau an dieser Stelle muss man als alteingefleischter Alien-Fan ein paar kleine Abstriche machen, die man wahrscheinlich schon von Prometheus her kennt: Die Klassik innerhalb der Filme hat in unserer Zeit irgendwie keinen Boden mehr gefunden (obwohl ich mir relativ sicher bin, dass man damit genauso punkten könnte, es sich nur aus unerfindlichen Gründen keiner mehr wirklich traut), sondern man ist mehr in Richtung Alien vs. Predator oder aber eben Prometheus gegangen, auch wenn die Geschichte nun wieder im Original-Alienverse spielt.

Mir zumindest rannte die Gänsehaut überall hoch und runter, als endlich die bekannten Klänge und Themes der traditionellen Filme zu hören waren – wenn auch diesmal soundtechnisch designed by Jed Kurzel, der gemeinsam mit Michael Fassbender ja schon in Assassin’s Creed hervorragende Zusammenarbeit bewiesen hat.

Muss man erwähnen, dass in Sachen Brutalität und Horror eins oben drauf gepackt wurde und man hier wesentlich mehr in die Tiefe des Alls vordringt, ohne Rücksicht auf Verluste? Ich möchte nichts spoilern um niemandem den Spaß am Schauen zu verderben und frage mich darum, wie ich es sagen soll, dass mir an manchen Stellen der totalitäre Einfluss des mittlerweile leider von uns gegangenen H.R. Giger etwas gefehlt hat. Dieser innere Verlust wird zwar im Mittelteil des Films durchweg durch viele Szenen getragen, aber andererseits durch bekannte Charaktere wieder wettgemacht, die das Weltraumgemetzel auch heute noch überzeugend und absolut spannend rüberbringen.

Stellenweise fühlte mich mich ob der blitzschnellen Schlagfertigkeit mancher Momente eher an Resident Evil denn an Alien erinnert, was dem Sehspaß aber keinerlei Abbruch tut und auch im Jahr 2017 noch dafür sorgt, dass man sich im Kino gruseln darf und dabei auch hin und wieder angeekelt den Kopf wegdreht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Fans alter Schule haben wohl hier und da ein wenig Ziepen im Nacken, wenn man die Modernisierungsmethoden veranschaulicht kriegt, werden jedoch durch jede Menge Traditionalität und hervorragende Schauspieler entschädigt, die – allen voran Michael Fassbender – eine unglaubliche Geschichte aus einer unglaublichen Welt erzählen, die man gesehen haben muss!

Also packt eure Freunde ein, krallt euch in die Armlehnen und lasst euch von dem noch brutaleren Schocker des Urvaters des Sci-Fi-Horrors erneut überraschen!

 

Nachspann
bleibt aus, genau so wie man es auch aus den traditionellen Filmen kennt.

GROSSES GEWINNSPIEL sponsored by Twentieth Century Fox

Sodale, zur Feier des Tages gibt es zu diesem geilen Film auch wieder mal ein Gewinnspiel bei mir im Blog – und zwar gleich mit mehreren Preisen, damit nicht einer gewinnt und andere leer ausgehen.

Twentieth Century Fox hat für euch ein paar extrem coole T-Shirts und megacoole Poster locker gemacht, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Alles, was ihr dafür tun müsst, ist folgendes:

Postet unter diesen Eintrag (hier direkt im Blog oder auch auf Facebook in den Kommentaren) einfach euren Lieblingsalien rein … Auswahl gibt’s ja viel:

Xenomorph, Chestbuster, Facehugger, Neomorph usw. und schickt diesen Kommentar bis zum 31. Mai 2017 ab. Am 1. Juni werde ich dann unter allen Kommentatoren die Gewinner auslosen, welche entweder ein T-Shirt oder ein Poster zugeschickt bekommen. Die Gewinner werden dann auf gleiche Weise informiert (entweder hier im Blog oder auf Facebook) und um Mitteilung ihrer Adresse gebeten, um euch die Ware zuschicken zu können.

Das ganze gesetzliche Blabla lass ich an dieser Stelle einfach mal unerwähnt stehen, denn wir alle sollten erwachsen genug und bei ausreichend Verstand sein, um zu akzeptieren, dass die üblichen Regeln aus Gewinnspielen auch hier gelten: Keine Barauszahlung der Gewinne, keine doppelte Teilnahme, keine Bevorteilung und kein Zwang zur Teilnahme auf Facebook – darum geht auch die Möglichkeit, hier im Blog zu kommentieren.

Wer kein Lieblingsalien hat oder die alten und neuen Filme nicht gesehen hat, der darf dies auch gerne drunter schreiben und dessen Beitrag fließt genauso mit in die Auswertung ein.

Die Preise wurden von Twentieth Century Fox bereitgestellt – vielen Dank an dieser Stelle nochmal an das Studio. Und zum Schluss noch eine kurze Notiz für Facebook: Facebook, deren angeschlossene Tochtergesellschaften oder sonstige Gesellschaften stehen in keinerlei Verbindung zu diesem Gewinnspiel: Dies wird ausschließlich durch kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestellt.

So, und nun wünsche ich vergnügtes Kommentieren, wünsche euch allen viel Glück und hoffe auf rege Teilnahme, damit ich die wahnsinnig coolen Sachen endlich weiter verschicken kann.

Euer Ben von kinoticket-blog.de

In der Kürze liegt die Würze – Anleitung für’s Gewinnspiel:

  1. Lieblingsalien posten
  2. Kommentar bis zum 31. Mai 2017 abschicken (hier im Blog oder auf Facebook)
  3. Glück haben und entweder ein T-Shirt oder Poster von Alien: Covenant  zugeschickt kriegen

 
Nachtrag: Alle Gewinner wurden benachrichtigt und die Gewinne verschickt. Viel Spaß damit! 🙂

Assassin’s Creed (3D)

Es kracht wieder im Kino. Vorausgesetzt, man stellt die Lautsprecher seitens der Betreiber leicht überhöht ein und gönnt seinen Besuchern damit, dass die Euros, die jeder für sein .kinoticket in diesem Fall hingeblättert hat, auch wirklich lohnenswert waren.

Denn hier sollte man als Gast tatsächlich in die Taschen greifen und nicht nur die Vorstellung buchen, sondern alle Features mitnehmen, die dieser Film zu bieten hat, auch das 3D. Scheiß drauf, was es kostet.

Wieso? Eingefleischte Fans dieser Spielereihe (ja, es handelt sich tatsächlich um eine Gameverfilmung, die sehenswert ist) strömen sowieso in die Kinos um sich die Adaption in aller Größe zu geben und zu sehen, was Hollywood aus dem Kultspiel gemacht hat.

Mein allergrößter Pluspunkt: Der Sound! Ich sag nur: Wow! Und meine damit nicht ein bekanntes anderes Onlinespiel… – Komponist Jed Kurzel hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und bietet allein schon vom Hören ein Audioexemple, dass weit und breit in der Game-Verfilmungswelt keinerlei Vergleichbares antrifft. Man kann seine Augen schließen und sich einfach von der Wucht der beeindruckenden Impressionen audiovisueller Natur ein paar Kilometer weiter in den Boden rammen und diesen brachial-harten Beat in seiner ästhetischen Schönheit auf sich wirken lassen … wenn die Betreiber des Kinos vorher rechtzeitig in ihre Anlagen investiert haben und diese bei den Vorstellungen auch an ihre Grenzen führen.

So und nicht anders kann ich mir all die negativen Kritiken seitens der Presse und Besucher erklären, die wiederum eines nicht verstanden haben: Filme sind eine Kunst, die es nicht nur zu konsumieren gilt (man trinkt Wein auch nicht aus alten Pappbechern), sondern bei der man nicht nur gezielt seine Filme auswählt, sondern ebenfalls das passende Kino dazu. Und da greift bei vielen die gute alte Faulheitsregel: Warum sollte ich 120 km in ein passendes Kino fahren, wenn es um die Ecke auch eins gibt, das zwar nicht so toll ist, aber den Film genauso zeigt?

Falsch. Falsch falsch falsch! In diesem Fall macht diese lapidar herbeigeführte Entscheidung nämlich den kompletten Film kaputt! Assassin’s Creed lebt von dem Zusammenspiel der Musik, Töne, Effekte und den dazu gezeigten Bildern, die sich nicht unbedingt auf brutale Action ausrichten, sondern in ihrer Gänze als Konstrukt überzeugen, bei dem man nicht von der Story, sondern deren Umsetzung überzeugt wird und anschließend ohrwurmträllernd durch die Straßen schlendert und dafür dankbar ist, dass es Apple Music gibt …

Selbst in der deutsch synchronisierten Fassung greift diese packende Wucht, obgleich die Dialoge noch etwas bescheuerter klingen als im Original, da plottechnisch hier genauso Schindluder getrieben wurde, wie bereits in den Folgespielen, wo auch nicht wirklich mehr auf die Storyline geachtet wurde, sondern man eher auf visuelle Effekte gesetzt hat.

Die Schauspielgrößen (Michael Fassbender, Jeremy Irons, Marion Cotillard) liefern nämlich auch hier allein durchs Rumstehen irgendwo Größe ab, was letztendlich nur durch das Drehbuch selbst kaputtgeschrieben wird, wofür der komplette Crew-Rest aber auch nicht wirklich was kann. Es mag verwunderlich sein, wieso man sich an dieser Stelle für diese Art von Geschichte entschieden hat, wäre da doch so viel mehr Potenzial gewesen, auch erzählerisch noch auf die höchsten Klippen zu steigen, jedoch sollte man das Beschweren darüber lieber den Kolumnisten irgendeiner Zeitung überlassen, sich ein Popcorn schnappen, die Kinoleitung beknien, dass sie die Lautstärke über Normal regelt und die Show einfach genießen.

Der beeindruckende Effekt, den Assassin’s Creed damit bei den Zuschauern hinterlässt, ist auch so ein Epos an sich, worüber sich all jene freuen, die Gäste in einer meiner Vorstellungen sind, denn ich lass es mir niemals nehmen, diesen Film durch zu nischenhafte Boxen in den Abgrund stürzen zu lassen.

Damit lebt oder stirbt er.

.kinoticket-Empfehlung: Wählt zu dem Film das richtige Kino und lasst die richtige Lautstärke einstellen, alles andere macht euch die komplette Vorstellung kaputt!

Sound, die dazu gezeigten Bilder und die Schauspielgrößen, die man dazu gesellt, bilden ein Komplott, das als Ganzes sehenswert ist, sofern man von der packenden Wucht der Szenen audiovisuell in den Sessel gedrückt wird. Ist dies nicht vorhanden (Dorfkinos, TV, Blu-rays oder VOD), ist der Film als solches gar nicht sehenswert.

Wer hier nicht ins richtige Kino geht, der braucht gar nicht erst drüber nachdenken. Alle anderen haben ein Extraerlebnis meisterlicher Klasse, bei dem Story nicht wichtig und Momentum alles ist. Genießt es!

Nachspann
❌ wird keiner geliefert, allerdings gilt auch hier wieder: Sperrt die Ohren auf … es lohnt sich so dermaßen, ich bin immer noch ganz zittrig vor Aufregung!

Kinostart: 27. Dezember 2016

Original Title: Assassin’s Creed
Length: 116 Min.
Rated: FSK 16

X-Men: Apocalypse (3D)

Angesehen habe ich ihn mir mittlerweile zwei Mal. Geteilter Meinung bin ich immer noch. Mit X-Men: Apocalpyse haben wir bereits den 9. X-Men-Film am Start, der auf eine langjährige Filmgeschichte zurückblicken darf und dementsprechend Potenzial mit nach vorne bringen sollte.
Klar, man wird hier als Zuschauer nicht in einen Kinderfilm gesetzt, sondern von der Wucht der immensen, unüberschaubaren Größe Hollywoods überrumpelt. Hier steckt jede Menge Geld, Macht & Einfluss drin und das nimmt man dem Werk von Anfang an ab.

Die Effekte allein reichen aus, um ein .kinoticket zu lösen und sich die Show anzusehen, denn die haben es in sich und tragen auch den einst gekannten Charme der X-Men aus dem ersten Teil in sich. Die Klassik der genialen Comicverfilmungen, wie es die X-Men-Filme tatsächlich sind, kommt auch hier schwer zum Tragen.

Jedoch obliegt dem Schöpfer dieses Meisterwerks auch wieder die höchst schwierige Aufgabe anheim, sich mit einer Vielzahl großartiger Charaktere auseinandersetzen zu müssen und diese gebührend zum Zuge kommen zu lassen – und das misslingt anhand der Anzahl unglaublicher Persönlichkeiten mit noch unglaublicheren Fähigkeiten. Ein Problem, mit dem auch schon Batman v Superman: Dawn of Justice zu kämpfen hatte. Hier spürt man dann eben die Nachteile dieser übergroßen Dimensionen, in denen sich dieser Film definitiv bewegt.

Dabei verkommt die Story dann zeitweise zum notwendigen Übel und wird überflügelt von immer immenser werdenden Effekten, die seinerseits zwar genügend Stoff mitbringen, um später für Erzählungen Inhalte zu bieten, als Film-Alleinstellungsmerkmal jedoch nicht ausreichen, dass man hier von einem absoluten Must-See sprechen kann. Schaut man sich derzeit das laufende Programm der meisten Kinos an, sind hier viel zu große Konkurrenten aus dem Hause Marvel am Start, denen ich persönlich zur Zeit den Vorzug geben würde.

Nichtsdestotrotz ist die Bildgewalt dieses Epos’ immer noch erhaben genug, dass sich der Gang ins Großbildwohnzimmer durchaus lohnt und man es sehr gerne dort mit den Übeltätern dieser Geschichte aufnehmen darf.

Der Film hat beim zweiten Mal immer noch genauso Spaß gemacht, wie beim ersten, gejammert wird hier auf sehr hohem Niveau. Dennoch war auch beim Re-Anschauen das bittersüße Lächeln der Plot-Angekratztheit nicht aus meinem Gesicht wegzukriegen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Durchaus sehenswerte Kost, die die Geschichte rund um die X-Men weiterspinnt.

Technisch arbeitet man hier auf ganz hohen Rössern und lässt keine Minute aus, dies auch gebührend zu zeigen und zu feiern. Der Inhalt leidet etwas unter der Charaktervielfalt, der man hier gerecht werden muss, jedoch ist das Werk an und für sich trotzdem sehenswert und als gute Abendunterhaltung durchaus zu gebrauchen.

 

Nachspann
Marvel Leute. Filme aus diesem Studio haben immer einen Nachspann – so auch dieser hier.

Steve Jobs

Ich weiß, ihr wartet alle heißblütig auf die Rezension von Spectre, allerdings rennt da doch sowieso jeder rein, also warum beeilen, wenn es bei meiner Zusammenfassung lediglich um die Vervollständigung der Filmliste geht und nicht mehr um hilfreiche Erstbewertungen? 😉
Machen wir also heute – wie an jedem Montag üblich – mit einer weiteren Sneak Preview weiter, die es in sich trägt: Steve Jobs.
Man wird als Zuschauer gebeutelt. Und das meine ich mit keiner Silbe negativ. Im Ernst: Du landest in einem Sog von Worten, Diskussionen, Anstrengungen und Dialogen, verpackt in grenzgeniale Schauspielerei, die ich persönlich einem Michael Fassbender so überhaupt nicht zugetraut hätte. Der Mann räumt sowas von ab, dass dir als Zuschauer einfach alle Sinne stocken.
Es muss wahnsinnig anstrengend gewesen sein, diese Rolle zu spielen und die Dialoge auswendig zu lernen. Aber es hat sich gelohnt, denn man kauft Fassbender diese Rolle glaubhaft ab.
Klar, das Thema Jobs ist durch viele Filme, unzählige Biografien und ewige Berichterstattung langsam wirklich ausgelutscht, allerdings möchte ich meine Leser schon fast beknien, sich diese eine Variante noch anzutun. Nicht, weil ich selbst zufriedener Nutzer von Apple-Produkten bin und daher fälschlicherweise als Jobs-Jünger bezeichnet werden könnte, sondern gerade, weil in diesem Film eher die negativen privaten und beruflichen Aspekte behandelt werden, die – begleitet durch Jeff DanielsSeth Rogen und Kate Winslet als bärenstarke Gegenüber – aufleben lassen, wie schwierig und brutal das Leben an der Seite eines der technisch bewundernswertesten Personen unserer Zeitgeschichte gewesen sein muss.
Hier wird eben nicht nur die Firma beleuchtet, sondern mehr das Menschliche behandelt, die Produkte und Arbeit fast zum Nebenprodukt verkommen lassen und einen als Nichtkenner anderer Filme und “Firmenoutsider” nur vermuten lassen, welche Produktlinien und Gerätschaften diese Firma im Laufe der Jahre etabliert hat.
Somit hat man meiner Meinung nach wunderbar eine Grenze gezogen, die diesen Streifen nicht zur Beweihräucherung und Dauerwerbung verkommen lassen, sondern ernsthaft und kritisch eine Person beleuchten, die unser aller Leben weitestgehend für die Zukunft geprägt hat.
Ich hätte diesen Ausführungen noch stundenlang zuhören können, denn es machte Spaß, dass hier mal so gar nicht auf Effekte wertgelegt oder unterhaltsame Actionspektakel eingebaut wurden, sondern sich alles einzig und allein durch die Dialogträchtigkeit und verbale Schwere formt. Gerade diese wörtliche Gradlinigkeit, der man sich hier konstant verschrieben hat und an die sich wirklich alle wahnhaft halten, zeugt in meinen Augen von extremem Drehbuch-Schreiben-Können und von filmischer Beherrschtheit.
Meines Erachtens ein Film, der zwar durchaus seine Startschwierigkeiten hatte, jedoch jetzt ein Endprodukt abliefert, dass sowohl Apple-Möger als auch Apple-Hater gleichermaßen anschauen können, ohne dass auf irgendeiner Seite Emotionen hochkochen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Professionell geführt, dokumentarisch berichtet und zwischenmenschlich orientiert wird hier die Geschichte nochmal durchexerziert mit dem Ergebnis von viel Kurzweil, Spannung, Intensität und visueller Macht.
Ein Erlebnis, dem sich kein Cineast entziehen sollte.

 
Nachspann
gibt es keinen, der enttäuschte Abbruch oder das “Zeit beenden”, was man bei schlechten Filmen manchmal spürt, fehlt jedoch genauso. Ein Rundum gelungenes Erlebnis.

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