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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Mika

Ostwind – Aris Ankunft

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Das altbekannte Phänomen: Bei Tanzfilmen, bei Pferdefilmen, bei „Kinder-Genre-Filmen“: Kennst du einen, kennst du alle.

Dennoch hat sich Ostwind als Saga aus der ganzen Masse etwas durch seine unglaublich hohen Ansprüche und Professionalität herauskristallisiert und meiner Meinung nach mit Ostwind – Aufbruch nach Ora einen Film geschaffen, der sich schon fast aus dem Kinder-Genre freigekämpft und zum Erwachsenen-Epos aufgestiegen ist.

Und das liegt meiner Meinung nach an Mika, gespielt von Hanna Binke, in die ich mich verlieben könnte! Ihre erwachsene, defensive, eigene, roughe Art gibt diesem Mysterium, das man um die Ostwind-Filme gelegt hat, noch den letzten Schliff und stellt etwas ganz besonderes dar.

Und es liegt an Annette Focks, die einen Soundtrack abliefert, vor dem ich heute immer noch knie!

Beide finden sich auch in der aktuellen Verfilmung der Kinderbücher wieder, die jetzt – natürlich – wieder darauf abzielen, verjüngt zu werden, um die Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren und am Ende wirklich Harry Potter Konkurrenz machen zu müssen. Man spürt dennoch, dass hier extrem viel Budget, Potenzial und Schaffenskunst drinsteckt, auch wenn der Plot wieder etwas kränkelt und man sich von der Magie wieder abwendet und den kindlichen Neuzugängen mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Luna Paiano, die Mika im Film nun zur Seite gestellt wird, hat meiner Meinung nach aber nicht das notwendige Talent, um auf diesem Niveau, das wir in Aufbruch nach Ora bekommen haben, mitzuhalten. Ergo landet die Aufmerksamkeit wieder beim Plot und damit versemmelt man sich den Aufstieg in neue Sphären, den ich mir leidenschaftlich gewünscht hätte.

Dadurch wurde Aufbruch nach Ora nicht als bester Teil dieser Reihe abgelöst, der Abstand zu anderen Pferdefilmen aber dennoch weiter eingehalten. Wer also einen tollen Kinderfilm sucht, braucht in der Wühlkiste nicht weit nach unten graben, sondern ist mit diesem hier bestens bedient.

.kinoticket-Empfehlung: Mika ist und bleibt der heimliche Held dieser Filme – je weniger Screentime man ihr zugesteht, umso schlechter werden die Teile.

Ist einfach so. Teil 3 wird nicht übertroffen, man schlägt alles andere, was in Richtung Pferdefilmen geht, aber dennoch noch, auch wenn durch die angesetzte Verjüngung auch wieder viel mehr Kinderklischee reingebracht wird. Sehenswert ist der Film deshalb aber trotz alledem.

Nachspann
❌ müsst ihr auch diesmal wieder nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Ostwind 4 – Aris Ankunft
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0

Zoolander No. 2

Filme mit Ben Stiller und Owen Wilson sind in der Regel von Natur aus schrill und überzogen merkwürdig. Wenn dann allerdings im Cast noch Leute wie Justin Bieber, Penélope Cruz, Katie Couric, Christiane Amanpour, Jane Pauley, Will Ferrell, Justin Theroux, Milla Jovovich, Joe Scarborough, Natalie Morales, Soledad O’Brien, Don Lemon, Billy Zane, Kristen Wiig, Kiefer Sutherland, Susan Boyle, Benedict Cumberbatch, Olivia Munn, Naomie Campbell, Willie Nelson, Katy Perry, Sting, Alexander Skarsgard, M.C. Hammer, John Malkovich, Anna Wintour, Alexander Wang, Marc Jacobs, Tommy Hilfiger, Kate Moss, Valentino Garavani, Dan Abrams, Mika und Rakim Mayers auftauchen, dann weiß man spätestens, dass es sich hier nicht um schrulliges altes Kino zweitklassiger B-Güte handelt, sondern ein Streifen generiert wurde, bei dem die Creme de la Creme sich zusammensetzt und ein Stück auf die Bühne zaubert, das Ansinnen, Edelmütigkeit und Esprit ausstrahlt: Zoolander No. 2. Und der Cast ist in meiner Aufzählung noch nicht vollständig!
Noch nie ist mir begegnet, dass im Abspann so oft Herself / Himself auf der linken Seite gestanden hat, wie in diesem Teil.
Mein Eindruck vom Film, der komischerweise nirgendwo angeteasert oder im Trailerpool der Filmindustrie aufgetaucht ist, war schlicht und ergreifend von dem Gedanken geprägt, dass sich die Mode- und Hollywoodgrößen hier zusammengetan haben, um der Welt etwas zu präsentieren, das sie nicht versteht.
Denn so doof und überzogen dämlich, wie man hier die Pointen der Geschichte darstellt, kann eigentlich gar kein Mensch sein. Das Problem dabei ist nur: Allein durch den gewaltigen Soundtrack und Filmscore schafft man es als Zuschauer absolut gar nicht, dem Glauben zu verfallen, hier wäre irgendwer nicht bei Sinnen. Schon in den ersten Minuten des Films denkt man: Bond bekommt Konkurrenz – und zwar gewaltige.
Ich habe mir den Spaß mal erlaubt und einem Freund ein paar Ausschnitte aus dem Score vorgesetzt, ohne ihm zu sagen, was das ist. Seine Reaktion: “Könnte aus einem Actionfilm oder einem anderen Filmepos sein.”
Right. Denn die Ohren gewöhnen sich nicht nur an das Mission: Impossible-Gefühl, sondern suhlen sich geradezu in dem professionellen Wahnsinn, der uns in farbigen Bildern hier auf der Leinwand begegnet.
Und diese Form von melodisch absolut größenwahnsinniger Kunst wird nicht von jedem verstanden. Aus diesem Grund spazierte auch der ein oder andere Zuschauer mit ärgerlicher Miene mitten in der Vorstellung plötzlich aus dem Saal und kehrte nicht wieder.
Und das ist auch mein Empfinden: Dieser Film wurde für Menschen wie Karl Lagerfeld gemacht und erinnert eher an den Governors Award als an die breite Masse. Hollywood feiert sich selbst und setzt dabei auf Kuchenstücke, die der Hansmüller von der Straße eben nicht kennt und auch nicht probieren will.
Verschwinden aus diesem Grund die Spielzeiten bereits wieder aus den Kinosälen?
Ich persönlich war inzwischen 2x drin und würde sofort auch noch ein drittes Mal gehen, denn eines ins ungeschlagen: Das musikalische Erlebnis und die ungezwungene Form von skurriler Kunst.
Und davor ziehe ich meinen Hut – auch wenn die Story absolut dämlich ist – ist das riesengroße Klasse.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hier trifft sich die Creme de la Creme zur fürstlichen Abendgala und feiert sich selbst: Zoolander No. 2 ist nicht nur selbstironisch, sondern fährt mit einer Entertainmentproduktion auf, von der sich viele Abendshows eine große Scheibe abschneiden sollten.
Allein der Soundtrack ist es wert, sich diesen Streifen zu Gemüte zu führen. Auf den Rest muss man sich einfach einlassen und die unterschwellige Professionalität spüren, die Stiller hier mit seiner Produktion an den Tag legt.

 
Nachspann
hat ein ziemlich coolen Song als schrilles Musikvideo am Start, das man auf jeden Fall mitnehmen sollte. Danach kommt nichts weiter.

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