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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Mike Colter

Breakthrough – Zurück ins Leben

© 2019 Twentieth Century Fox

Erinnert ihr euch noch an Himmelskind? Dieser merkwürdige Film mit einem Baum, einem Kind und jeder Menge unglaublicher Phänomene, der einfach nur seltsam und bizarr war und von sich behauptete, echt zu sein?

Die Macher desselben kommen zurück auf die Leinwand und haben jede Menge neue Wunder im Gepäck. Doch diesmal scheint alles anders zu sein. Breakthrough – Zurück ins Leben kommt demnächst in die Kinos und erzählt abermals eine Geschichte voller Wunder. Doch diesmal ergreift sie euer Herz und schüttelt euren Glauben mächtig durch.

Ich weiß nicht, was diesmal anders ist, denn vergleicht man die Plots, die Aufstellung, die Komponenten des Films, stellt man fest, dass eigentlich alles 1:1 übernommen und einfach nur durch andere Namen, andere Orte und andere „Schicksale“ ersetzt wurde, um am Ende dann doch auf den richtigen Erkenntniszweig hinauszugelangen und zu offenbaren, dass eben doch alles nochmal das gleiche ist.

Warum wirkt diese Story dann aber so anders? Glaubhafter? Echter? Ich weiß es nicht.

In ersterem Werk spielte Jennifer Garner eine Rolle, und dieser Frau kann ich ihre „Besorgtheit“ aus irgendeinem Grund nicht wirklich abkaufen. Ich weiß nicht, warum ich mit ihr niemals warm geworden bin, auch deshalb waren evtl. antipathische Gefühle für sie am Start. Und auch, wenn man beim Cast dieses Mal die Übertreibung des Jahrhunderts gewählt hat (wieso eigentlich?), empfand ich alle Darsteller sehr überzeugend und mit genügend Charme umhaftet, so dass man von Beginn an mitfiebern muss und stellenweise vor Tränen nichts mehr sieht.

Es ist auch der erste Film überhaupt, dem ich seine religiöse Affinität absolut nicht verübeln möchte, sondern fast schon verteidige. Und ihr wisst, wie extrem hoch ich auf „Kirche“ und Co. anschlage und meine aufbrausende Wut gegenüber dieser „Institution“ unkontrolliert zeigen (muss). Alles wie weggeblasen, denn man leidet mit und wird von einem empathischen Schmerz durchzogen, der es einem unmöglich macht, nicht die Gefühle der Mutter oder Angehörigen nachzuempfinden.

Und kurioserweise ging es auch vielen Journalisten so: Allgemeine Zustimmung, allgemeines „Okay, dann ist das halt so“ und keine Abneigung. Ich mein: Die Behauptung steht erneut im Raum, dass alles genau so abgelaufen sein soll … und es ist unglaublich – wirklich unglaublich! Ich hab gefragt, ob man an die Originale herankommt, um sie evtl. zu interviewen und man verneinte mir, verwies aber auf vorhandene Bücher und die Tatsache, dass eben jene Geschichte wohl durchs amerikanische Fernsehen ging, was der Echtheit wiederum ziemlich Nachdruck verleiht und unsereiner eher erstaunt zurücklässt.

Fakt ist: Breakthrough – Zurück ins Leben ist einer der Filme, die man sich schon aus Emotional-Durchgeschüttelt-Werden-Gründen definitiv im Kino besehen sollte, denn selbst, wenn alles nur Humbug sein sollte (was ich an dieser Stelle tatsächlich selbst nicht mehr glaube), ist es eine verdammt gut erzählte Story, die Kino in sich selbst aufleben lässt und in einem Gefühle auslöst, für die man eigentlich genau ins Kino rennt.

Und ich schreib es hier einfach mal öffentlich aus: Ich würde euch wirklich gerne kennenlernen. Sollte aus irgendwelchen Gründen dieser Text also über den großen Teich schwappen, meldet euch doch mal bei mir: Ich hätte da einige Fragen.

.kinoticket-Empfehlung: Selten so eine emotionale Wucht gesehen, auf der das „Ist wirklich so passiert“-Siegel klebt und die einen trotz religiöser Zugehörigkeit so mitreißt.

Es ist fast unmöglich, keine Empathie und Mitgefühl für diese Familie aufzubringen: Dieser Film fesselt in allen Formen auf den Kinosessel und an die Leinwand und macht Unmögliches möglich. Und selbst, wenn‘s am Ende doch nicht stimmen sollte: Der Film ist unglaublich und ein definitives Muss fürs Kino! Also pflanzt eure Ärsche in den Saal und ich will keine Ausreden hören – schon allein deshalb, weil ich ein paar weitere Meinungen hören möchte, was ihr zu dem Ganzen sagt.

Nachspann
✅ Nicht gleich raus rennen: Hier werden noch die Originale vorgestellt!

Kinostart: 16. Mai 2019

Original Title: The Impossible
Length: 117 Min.
Rated: FSK 12

Girls Trip

Also ich hab’s jetzt echt lange vor mir her geschoben und auch probiert, den Film nochmal mit “normalem Publikum” zu schauen, um zu sehen, wie die Reaktionen da ausfallen.
Einnahmen, Besucheranzahl und Erfolg in den USA sprechen ja eine ganz klare Sprache: Ich steh da wohl allein auf weiter Flur, wenn ich behaupte, dass das der schlechteste Film überhaupt ist, den ich je gesehen habe.
Soll ich spoilern und mich über all das aufregen, dass keinen Sinn ergibt und dazu anstiftet, womöglich noch in den Tod geführt zu werden? Oder andere Presseleute mit “Der war ja echt mal absolut unterirdisch schlecht” zitieren?
Ich hab echt keine Ahnung, was einen dazu bringt, so etwas zu verfilmen – und ich verstehe genauso wenig, wie solch ein Film es zu Erfolg in den USA bringen kann. Naja okay, die haben auch Trump gewählt … lassen wir das.
Es gibt doch manchmal so Szenen, wo eine alte, monstermäßig übergewichtige Frau mit Hautlappen auf einmal die Hosen runterlässt und mitten auf dem Gehsteig einen Haufen hinsetzt. Man stelle sich dies mit Nahaufnahme auf ihr Arschloch vor und fühle das Fremdschämen und den Ekel, der einen überzieht, sobald man solch einer Szene innewohnt.
Ungefähr das gleiche Gefühl vor Fremdscham und Ekel hat mich den ganzen Film über begleitet. Ich fand daran nichts witzig, nichts komisch, nichts nachahmenswert oder unterhaltsam, sondern die Show von Anfang an einfach nur peinlich!
Das fängt schon mit den Charakterinszenierungen an, die zum Großteil tatsächlich von rühmlicher Herkunft sind, deren strunze Doofheit nicht nur zum Himmel schreit, sondern an dessen Pforten abprallt und tief im Erdboden endlich zum stumpfen Erliegen kommt.
Ja, natürlich kann man sich anziehen, wie man will. Natürlich braucht man nicht auf sich achten. Natürlich kann man Helikoptermami sein und dann der Meinung, nichts geht. Die fadenlose Willkür, mit der man seine innere Ausrichtung dann aber minütlich dem Nicht-Takt des Plots anpasst, um mal das eine, mal das andere Extrem widerzuspiegeln, schreit zum Himmel … prallt daran… lassen wir das.
Wenn jemand erfährt, dass das wichtigste und wertvollste im Leben auf einmal weg sein soll und man sich dann dazu entschließt, dass man “so jung nimmer zamkommt” und man sich stattdessen lieber besaufen sollte, dann zeugt das für mich als unvorteilhaftes Beispiel einer Generation, die weder Kunst, noch Verstand, noch Hirn, noch Mut, noch Lebenswillen oder Ziele hat, sondern gleicht den Leichen, die mir in meinem Job als Kellner oftmals zu unchristlicher Stunde reihenweise die Stufen zu den Schlafsälen vollkotzen und damit das große Bild der Dichter und Denker in ihrer Schande vervollkommnen.
Da hilft auch kein Promi mehr was, der – eigentlich als Vorbild gedacht – jetzt auf einmal dasteht und sich selbst die Kante gibt, wo jeder normal denkende Bürger sich facepalmend an die Stirn greift und denkt: Na toll, und was hast du jetzt davon? Ist das Spaß?
Diese Unmoral gipfelt schließlich in selbst verschuldeten Schlägereien, Lügen, erbärmlichen Auseinandersetzungen und völliger Sinnlosigkeit, um zuletzt von einer rührenden… achja, ich wollte ja nicht spoilern. Tut mir leid.
Auf jeden Fall krieg ich so eine Wut, wenn ich sehe, wie verblödet und dumm dieser Plot dasteht und was man aus einer Kultur wirklich zu schaffen imstande ist und dann noch als kapitalen Erfolg verkauft kriegt.
Man wünscht sich fast, die Apokalypse bräche herein und Gott käme vom Himmel gestiegen und würde auf dem Sauhaufen hier unten endlich mal aufräumen und die in die Hölle schicken, die es verdient hätten. Jigsaw, wo bist du, wenn man dich mal ernsthaft braucht?
Okay okay, ich will nicht negativ sein … das will doch keiner lesen. Also suchen wir positives.
Und ehrlich: Das hab ich auch seit Wochen getan! Ich habe ernsthafte (!) Gespräche darüber geführt, für wen dieser Film geeignet sein könnte. Alte Frauen, die sich in ihre Partyzeit zurücksehnen und komabesoffen nochmal “ausgehen” möchten, obwohl sie ihre Glieder gar nicht mehr bewegen können?
Schwarze? Ich bin niemals in deren Kultur gewesen und verstehe sie daher nicht – und würde mir als Kritiker niemals anmaßen, darüber zu urteilen oder etwas darüber zu sagen.
Das Partyvolk? Für die ist doch der Preis für solch ein Ticket viel zu schade, dass man genauso gut in eine Pulle Bier investieren kann, die man anschließend mit viel Spaß und jeder Menge Handyvideos meistbietend wieder aus sich raus kotzen kann.
Ich weiß es nicht. Positiv … achja, positiv … ähm…
Okay, also: Die Frauen sehen gut aus. Wirklich. Sie sehen verdammt gut aus! Jede von ihnen!
Würde man mich zwingen, mit einer dieser Schnapsleichen ins Bett steigen zu müssen, würde es nicht am Aussehen scheitern. Tolle Frisuren, tolle Haut, tolle Klamotten und perfektes Aussehen. Aber wer geht denn bitteschön nur ins Kino, weil die Weiber geil aussehe…. ach vergesst es!
 

.kinoticket-Empfehlung: Stellt euch ein Arthaus-Meisterwerk mit immensem Anspruch vor, setzt ein Minuszeichen davor und steigt nochmal ein paar Dimensionen weiter ab.
Dazu eine Prise Sinnlosigkeit, Unlogik, fehlende Konsequenz, absolute Peinlichkeit und Fremdscham am obersten Limit: Fertig ist Girls Trip.
Für mich der schlechteste Film, über den ich jemals geschrieben habe. Für euch wohl einer der größten Erfolge des Jahres… oder erklärt mir wer die 137 Millionen Einnahmen bislang?

 
Nachspann
kommt nicht wirklich mehr was, wenn man nicht gleich aufspringt und davon rennt.
Kinostart: liegt gottseidank hinter uns … äh … sorry: 30. November 2017

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