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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Polaroid

© 2019 Capelight Pictures

Mit brauchbarem Horror im Kino ist das so eine Sache: Als Grusel-Liebhaber hat man oft das Gefühl, dass dieser schlichtweg nicht existiert. Dabei eignen sich doch gerade die großen, teils unübersichtlichen und von vielen fremden Menschen bevölkerten Kinosäle als brauchbarer Nährboden für Angst und Schrecken, der dazu von der Leinwand herab gefördert und gefüttert wird und den Menschen mal wieder so richtig das Adrenalin in die Blutbahn und das Herz in die Hose schießen lässt.

Horror steht schon mal von Anfang an in der eigenen Verdammnis, im breiten Publikum nicht funktionieren zu können, da es ein Genre ist, dass sich schon seit jeher an einer Nieschen-Fangemeinde erfreut und solche Filme einfach nicht jedermanns Ding sind. Hier steht man als Zuschauer eben nicht vor der Entscheidung, ob die Komödie jetzt herausragend oder nur mittelmäßig war, sondern: Ob man in den kommenden Nächten noch schlafen kann oder sich aus Angst kaum noch vors Haus zur Mülltonne traut – schon gar nicht nachts. Da hört bei vielen der Spaß auf, weswegen sie sich grundsätzlich solcher Filme verweigern.

Die Toleranz-Hemmschwelle ist also sehr engmaschig gesetzt und ein „naja – ja, geht so – doch, geil“ weicht einem „Go – No Go“. Das viel brutalere Urteil über einen Film und die meist aberwitzigen Werbemaschen solcher Produktionen („Basiert auf einer wahren Begebenheit“) sorgen zusätzlich für abnormale Annahmen und garantieren förmlich fast, dass hier kein einziges wahres Wort mehr gesprochen wird. Aus einem vergleichsweise lahmarschigen Paranormal Activities wird ein medialer Hype, der unvoreingenommenen Menschen einen Heidenrespekt einflößt und sie einen weiten Bogen um diesen Titel machen lässt, der zuweilen bei Horrorfilmschauern nur ein müdes Gähnen verursacht – und manchmal noch nicht einmal mehr das.

So kommt es, dass medial gefeierte „Horror-Sensationserfolge“ wie The Fog von John Carpenter als Allzeitklassiker gelten, die es zwar teils schon intus haben, aber in meinen Augen noch lange nicht als Alleinstellungsmerkmal funktionierenden Horror-Genres stehen.

Oft werde ich als Kritiker gefragt, welche Horrorfilme denn wirklich gut sind … und oft beantworte ich diese Frage zu gerne mit einer Gegenfrage: „Welche kennst du denn?“

Tatsache ist, dass wahrlich gute, mit einheitlicher Bejahung abgesegnete Horrorfilme fast schon an einer Hand abgezählt werden können. Die Frau in Schwarz finde ich persönlich sehr berauschend und atmosphärisch, The Boy spielt auch definitiv in den höheren Rängen mit, der von vielen dank seiner unverantwortlichen FSK-12-Freigabe aber längst nicht als Horror gewertet wird, bei A Quiet Place kann man fast schon nicht mehr von Horror sprechen, wenn auch dieser Film unsägliche Spannungsmomente aufbaut und eine Atmosphäre des Schreckens kreiert. Und dann landet man direkt wieder in dem Metier verblichener 80er Jahre-VHS, in denen Effekte noch mit schleimiger Gallert-Masse und Farbstoff konstruiert wurden und der Zuschauer so mit explodierenden Mägen und allerlei Gekröse unterhalten wurde – und befindet sich direkt wieder im allerletzten Winkel einer totgeglaubten Nische.

Wenn also im kapitalgeführten 2019 nun ein Autor einen Horrorfilm erschaffen soll, möge er vom Verleih aus doch bitte möglichst viel Geld einspielen und darum möglichst viele Menschen ansprechen und darum möglichst Mainstream-geeignet sein, also möglichst viele Spitzen abgeschnitten wissen, um möglichst wenig Leute zu enttäuschen oder gar zu provozieren. Genau das macht Horror aber aus, der sich also schon in seinen Grundfesten dagegen wehrt, vom Massenpublikum akzeptiert zu werden und darum auch niemals als Massenprodukt vermarktet werden kann.

Tut man‘s doch, landet man schnell im 14-Jahre-Schulhof-Horror-Verriss-Eck, bei dem alles vorhersehbar ist, die Handlung selten-dämlich, die Darsteller mit geistiger Umnachtung gesegnet und der einigermaßen denkende Zuschauer konsequent mit einer Logikfehler-Keule geschlagen wird und während des Films aus dem Facepalmen nicht mehr raus kommt. Oder dazu übergeht, permanent alles und jeden zu kommentieren und am Ende lautstark darüber diskutiert, ob die kommende Vorstellung nun 23:00 Uhr oder bereits 22:55 Uhr anfängt und man sich nach viertelstündiger Diskussion schlussendlich darauf einigt, dass dies doch eigentlich völlig egal sei und man sowieso noch in die untere Etage muss, um Popcorn zu kaufen, wenn die Gastro noch offen hätte.

Was das mit dem Film zu tun hat? Nichts. Genauso wie Polaroid nichts mit echtem Horror zu tun hat, sondern eher eine herbe Enttäuschung für jeden ist, der mit Interesse einmal in solch eine Richtung geblickt hat. Hier ist wirklich ALLES vorhersehbar, unendlich langsam und quälend in die Länge gezogen mit Botox-Püppchen und dummen Schulkindern ausgestattet, denen man den Tod nahezu wünscht, einfach nur, damit deren Dummheit endlich ein Ende findet. Und wenn der Film dann endlich (1,5 Stunden nachdem du selbst auf die Lösung gekommen bist) auf die Lösung kommt, auf die du bereits seit 1.5 Stunden wartest, und diese in einigermaßen brauchbaren Effekten als „Big Invention“ zu verkaufen versucht, weißt du selbst nicht mehr, ob du mehr über das streitende Ehepaar, das inzwischen bei „Wo ist mein Handy jetzt?“ angekommen ist oder über den Tathergang auf der Leinwand lachen oder weinen sollst.

Wieder einmal hat man also eine glorreiche Idee an den Höchstbietenden verschachert und damit quasi manifestiert und in Ungnade gestürzt, statt sie in vollen Zügen auszukosten und daraus etwas unglaubliches zu gestalten. Das hätte wiederum dann so viel Aufmerksamkeit verdient, dass man sich ans Massenpublikum wenden könnte, ihnen gleichermaßen aber auch erklären müsste, dass hier immer noch Horror im Vordergrund steht und damit ein Genre bedient wird, dass ihnen normalerweise nicht zusagt.

Den Schritt geht Polaroid aber nicht und fällt so – wie fast alle materialisierten Horrorfilme – in die Grube des Vergessens und Ausgelacht-Werdens und sorgt einheitlich für bitterböse Enttäuschungen im ganzen Kinosaal. Selbst die Twists kann man nicht als solche bezeichnen, weil man sich währenddessen nur „Echt jetzt?“ fragt und auch hier von vornherein klar war, dass so etwas kommen musste.

Und würde jetzt noch irgendein Schauspieler oder -in durch extravagante Darstellungen glänzen oder in irgendeiner Form positiv herausstechen, hätten wir doch schon etwas, das ich an diesem Film loben könnte.

So bleibt leider nur das prähistorische Design der Polaroid-Kamera, das tatsächlich unsäglich gut ist und in jedem nostalgischen Fotografenherzen für mehr Blutfluss sorgt, cineastisch aber nichts an der Leichenstarre ändert, die vor der Leinwand bereits vor der 22:55-Uhr-Diskussion eingetreten ist.

.kinoticket-Empfehlung: Holt euch den Titel in eure Non-Mainstream-Home-Pyjama-Party-Sammlung und genießt ihn mit ein paar Molchaugen und unerlaubtem Alkohol auf eurer Teen-Home-Party, nachdem ihr in den Dorf-Club gar nicht erst reingelassen wurdet und gruselt euch – denn nur da könnte das Ding evtl. funktionieren.

Im Kino läuft da eher nix und von Horror-Fans braucht der Film gar nicht erst angeschaut zu werden. capelight ist auch bekannt dafür, nicht unbedingt von der breiten Masse akzeptierten Content zu verbreiten, sondern eher nieschiges Klientel zu bedienen – aber auch dafür war mir das einfach viel zu schlecht.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Polaroid
Length: 88 Min.
Rated: FSK 16

Venom (3D)

Dieser Film wird die Welt heilen. Er saugt all die Boshaftigkeit in sich auf, bringt die zerstörerische Wut unserer Generation in ein passendes Gefäß, lässt dieses explodieren und verteilt die genüssliche Wirkung von Rache, Feindseligkeit und Hass auf unsere Generation.

Diese Krankhaftigkeit, mit der unsere Zeit verseucht ist, bekommt hier ein Symbolbild und wird für Sehende verständlich auf die Leinwand gemalt.

Wer nicht mit Waffen draußen rumspazieren und seinem Ärger durch den Trigger Luft verschaffen will, kann dies völlig unschädlich jetzt auf der Leinwand auch einfach erleben: .kinoticket lösen, 3D Brille aufsetzen und dabei zusehen, wie Venom mit allem aufräumt.

Krieger dieser Welt, schnappt euch ein Pausenbrot, senkt eure Waffen, legt euch auf den Boden und lasst das Blut aus euren Wunden fließen: Ihr braucht vorerst nicht weiter kämpfen: Venom ist da!

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich: Pause! Zeit für sich. Zeit, seinen eigenen Schmerz zu erleben, weil man nicht ständig für andere stark sein muss. Da drin … steckt mehr, als Sony oder Marvel weiß.

Ich hab stundenlang danach immer noch Gänsehaut gehabt und ich bin mir ziemlich sicher: Die Welt wird diesen Film nicht verstehen. David, this is for you. Only.

Es klingen überall Befürchtungen an, dieses Werk sei scheiße. Okay, Sony hat in der Vergangenheit nicht immer nur Brüller rausgehauen und Marvel ist dieses Mal nur “in association with” dabei, aber selbst das reicht, um endlich alles richtig zu machen, was vorher mit Spider-Man in die Scheiße geritten wurde.

Es ist das erste Mal, dass Marvel einen Charakter “einkauft”, den sie nicht selbst erfunden und auf die Leinwand gebracht haben. Und die Vorgeschichte ist durch alle, die vorher mit ihren Dreckhänden dran gepackt haben, im Arsch. Marvel muss diesen Charakter also nicht nur retten, sondern auch viele Lügen und Betrug bereinigen, der inzwischen in den Köpfen der Menschen rumgeistert.

Die .trailer zum neuen Spider-Man leisten da schon großartige Vorarbeit und die zerstrittenen Comic-Seelen dürften nun langsam beginnen, ihren Frieden mit dem Major-Label zu schließen und ihre Augen weiter öffnen für alles, was da kommen möge.

Vor dem Wiederaufbau die Zerstörung. Erst alles kaputtschlagen, dann schauen, was überlebt und neu hinstellen. Great American Spirit. Venom ist für’s Kaputtschlagen da und ich hoffe und bete immer noch, dass wir davon eine Trilogy bekommen werden, denn: Dieser Film wird unsere Welt heilen.

P.S: Schaut ihn euch in OV oder OmU an, die deutsche Synchronisation ist zwar ganz passabel, der Voice-Cast für Venom erfreulich düster und auch Tom Hardy‘s geile Performance wurde toll gemastered, allerdings sind einige Jokes im Englischen mit wesentlich mehr Profil gesegnet.

.kinoticket-Empfehlung: Das 3D ist nicht zwingend notwendig, den Film anzusehen dafür um so mehr: Es ist ein perfektes Spiegelbild unserer zerstörten Generation und vollbringt das, wozu alle Regierenden dieser Erde gerade scheinbar nicht in der Lage sind: Er haut mit riesigen Pranken auf den Tisch und beendet einfach alles und räumt auf.

Gebündelter Hass, vollzogene Zerstörung und dabei eine tiefschwarze Liebe, die einzigartig ist: Venom übernimmt den Kampf aller kämpfenden Helden und portraitiert damit auf der Leinwand, was außerhalb der Kinos gerade abgeht.

Nationen, zieht euch warm an, Venom ist da und ihr wollt ihn nicht als Feind.

Nachspann
✅ Die Presse wurde bereits vor der Weltpremiere bestraft, die Vorpremierenzuschauer haben sich selbst gegeißelt und die Kinogänger werden es wohl auch kaum lernen: Bei einem Marvel bleibt man bis zum Schluss sitzen.

Ja, der Abspann ist lang. Elends lang.

Ja, es kommt eine Zwischensequenz.

Ja, danach kommen noch 10 Minuten Abspann.

Ja, danach kommt noch ein Film, der den Vorfilm von Coco locker in der Zeit toppt. Nicht nur eine Sequenz … ein Film!!! Wer ihn verpassen möchte => Die Kinotüren sind die ganze Zeit offen.

Achja, und Venom steht draußen und prügelt euch wieder zurück in den Saal.

BLEIBT. ALSO. VERDAMMTNOCHMAL. BIS. ZUM. BITTEREN. ENDE. SITZEN!
Danke. 

Kinostart: 04. Oktober 2018

Original Title: Venom
Length: 112 Min.
Rate: FSK 12 (halte ich für wesentlich zu gering!)

Rampage – Big meets Bigger (3D)

Dann schauen wir mal, wie gut ihr alle mit Vorurteilen umgehen könnt 😀 – und beginnen gleich mal mit einem Schauspieler, der sich in letzter Zeit irgendwie sein eigenes “Genre” aufgebaut hat: Dwayne Johnson.
Gebt zu, wenn ihr seinen Namen lest, denkt ihr alle an die Art Film, in der er gefühlt permanent vertreten ist – und schaut man sich seine Filmografie mal näher an, ist deutlich erkennbar: Dieser Typ hat seinen Style, Filme zu machen, gefunden und lebt ihn:
The Scorpion King
Welcome to the Jungle
San Andreas
Central Intelligence
Baywatch
Jumanji – Willkommen im Dschungel
Es ist irgendwie immer die gleiche Variante von “billigem Humor”, gepaart mit einer Unzahl an übermenschlichen Kräften und Muskelspielchen, bei denen er prollhaft seine Männlichkeit demonstrieren und über den Normalo obsiegen kann. Alles jenseits der realen Möglichkeiten physischer und psychischer Konstellationen.
Stellt euch das Szenenbild doch einfach mal mit Orlando Bloom in der Hauptrolle vor: Funktioniert?
Nicht wirklich. Hier fehlt nämlich die protzende Stärke, mit der er u.a. auch in der The Fast and the Furious-Reihe vertreten ist und dort innerhalb der Fangemeinde für einigen Unmut sorgt, da er angeblich nicht dort reinpasst und zu der scharfen Antiheld-Coolness eines Vin Diesel einfach einen zu proletenhaften Gegenpol bildet.
Und genau deshalb ist er für Rampage – Big meets Bigger perfekt: Es ist ein Film, der zu ihm passt, der ihm genügend Nährboden für seine Ausflüchte bietet und ihm das Wasser reicht.
Achja: Rampage ist ein Computerspiel und daher zählt dieser Film auch zu den Spieleverfilmungen, die … Fluch … und so … ihr wisst schon.
Mit über 335 Mio. Einnahmen bislang kann sich dieser Film aber bereits in der Top 10 Liste der erfolgreichsten Filme des Jahres 2018 wähnen und ist dabei noch nicht mal in Deutschland angelaufen … und das hat einen Grund: Er funktioniert.
Wenn man mit den Vorurteilen klar kommt.
Ich glaube, Dwayne Johnson-Fans wissen bei seinen Titeln genau, worauf sie sich einlassen und schrauben daher keine widernatürlichen Erwartungen in absurde Höhen, sondern gehen mit einem gemächlichen, Popcornentertainment-Gefühl ins Kino, um sich einfach gut unterhalten zu lassen. Ohne Anspruch, ohne Tiefgang, einfach nur gute Action und mittelmäßige Jokes.
Dem entgegen steht der anfängliche Start des Films, wo durchaus andere Erwartungen geweckt werden könnten, jedoch wird sehr schnell klar, in welche Richtung sich das alles bewegen wird und als Zuschauer gelangt man schnell an den Punkt, wo es einfach heißt: Actiondauerfeuer und CGI-Explosion. Mass-Destruction und abartige Zelebration einer übermäßigen Devastation.
Nichts verstanden? Macht nichts. Auf die Story oder andere tiefgreifende Elemente kommt es nämlich überhaupt nicht an, im Gegenteil: Die hätte gern auch noch etwas platter ausfallen dürfen, hauptsache das Maß an Action stimmt.
Und hier fährt man gewaltige Geschütze auf und verbreitet so viel Spaß in den Räumen, dass einem die Laufzeit von 108 Minuten viel zu kurz vorkommt. Für den nächsten Männerabend im Kino absolut perfekt. Für Action-Liebhaber und Freunde von brachialer Zerstörungswut ein gefundenes Fressen.
Für Bierchen, Popcorn, Hirn aus und eine grandiose Filmschlacht ohne Anspruch feiern: Perfekt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Streifen zeigt nirgendwo Andeutungen auf, dass er gern mehr sein möchte: Er ist ehrlich und damit liebenswürdig und funktionierend: Man bekommt gewaltiges Action-Gewitter mit Szenen, die optisch und klanglich überwältigend sind und dem Zuschauer einmal mehr einen guten Grund bieten, sich in ein Kino zu setzen und ihn nicht irgendwo anders zu schauen.
Dann – und nur dann – macht er richtig Spaß!

 
Nachspann
Macht in 3D sicher auch richtig Spaß – allerdings funktioniert der Streifen genauso in 2D – also überlegt es euch. Sitzenbleiben, wenn ihr mögt – muss aber nicht.
Kinostart: 10. Mai 2018
Wer ihn gerne vor Kinostart schon sehen möchte, kann dies im Rahmen des Männerabends z.B. im CinemaxX München bereits am 9. Mai 2018 um 20:15 Uhr tun.

A Quiet Place

In vier Tagen wird sich euer Leben grundlegend verändern!
Meins ist es bereits und ich hab keinen blassen Schimmer, wie ich mit meinem jämmerlichen Wortschatz dazu beitragen kann, euch das ein wenig näher zu bringen.
Kurz gesagt: Ich besuche im Jahr im Durchschnitt zwischen 600 und 700 Kinovorstellungen (und ja, da ist keine Null zu viel!), schaue mir zu Hause die ein oder andere Blu-ray, 4K oder auch im TV mal ein paar Filmchen an und stöbere seit neuestem auch etwas aktiver auf Netflix rum, weshalb ich behaupten kann, in meinem Leben doch schon eine kleine Auswahl an Filmen gesichtet zu haben, von denen manche tatsächlich so gut waren, dass sie es auf meine Lifetime-Top-10-List geschafft haben.
Diese Liste wurde kürzlich komplett geleert. Da steht jetzt nämlich nur noch ein einziger Film drauf: A Quiet Place!
WOW!
Wisst ihr, seit Anbeginn der Zeit – quasi gefühlt seit Adam und Eva – besuche ich Kinos in der Hoffnung, endlich mal etwas vollkommen Grandioses, Flashendes, bisher noch nie Dagewesenes zu finden, dass sich allen Regeln widersetzt und einfach sein gänzlich eigenes Ding macht – ohne einen einzigen Fehler dabei zu machen und vor allem: Ohne den Zuschauer für dumm zu verkaufen.
Ich liebe Horrorfilme, ich liebe Spannung, ich liebe vollkommen verwüstete Ausgangslagen. Ich stehe auf Weltuntergangsszenarien. Ich stehe auf Filme, die dich so richtig im Hirn durchficken und dir keine einzige Minute Ruhe gönnen, sondern aus der Intelligenz in deinem Schädel Brei machen und sie dann verzehrfertig vor deine Augen werfen und dich von Anfang bis Ende fordern.
 
A Quiet Place.
Hat.
All.
Das.
Vollständig.
Erfüllt!!!!!!
 
Ich feiere diesen Film – seit ich ihn gesehen habe! Ich LIEBE ihn! Ich vergöttere ihn! Diese … ach was, ich will euch gar nichts verraten. Okay, etwas verrate ich doch: Den Mitarbeitern meines Lieblingskinos gebe ich hin und wieder ein paar Tipps, was sie demnächst im Kino anschauen sollten.
Ihnen hab ich gesagt: “Du wirst die nächsten 5 Jahre freiwillig hier für die Hälfte des Gehalts weiterarbeiten, nur, damit du weiterhin SOLCHE Tipps von mir bekommst!”
Und ich stehe dazu: Es ist das – mit ABSTAND (die Liste ist LEER!) – BESTE, dass ich jemals in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe!
Diese Intelligenz! Diese detailverliebte Durchdachtheit! Dieses Reinwerfen und darin verrecken lassen! Dieses … AHHHHH

 

.kinoticket-Empfehlung: Geht einfach rein und überzeugt euch selbst!
Nehmt KEIN Popcorn mit und nichts, was raschelt oder irgendwie “Lärm” macht!
Vertraut mir: Ihr spaziert hinterher mit voller Popcorntüte wieder raus! Niemand von euch isst da drin ein einziges Maisflockenteil! Nichts! Absolute Ruhe, vollkommene Spannung und Einigkeit darüber, dass dies das beste ist, was man je ins Kino gebracht hat!
Krasinski, ich hoffe, ich kann dir eines Tages persönlich die Hand schütteln und mich auf Knien vor dir dafür bedanken, dass du uns dieses Werk geschenkt hast!

 
Nachspann
GEFLASHT!!! Aber sowas von … und jeder um mich herum meinte: Wir müssen denen unbedingt sagen, dass sie kein Popcorn kaufen dürfen! Abwarten braucht ihrs nicht, es folgt (hoffentlich ein zweiter, dritter, vierter Teil dieser Legendarity!!!) … nichts weiter.
Kinostart: 12. April 2018

Pacific Rim: Uprising (3D)

Kinder: Das Zeitalter der Superlative ist angebrochen!
In unzähligen überbordenden Mega-Blockbustern hat man uns in der Vergangenheit gelehrt, was es heißt, mit CGI-Fäusten auf die Zuschauerschaft loszugehen. Nicht zuletzt hat man mit der Transformers-Saga fünf unerträglich gewaltige Titel geschaffen, die den Zuschauer auf das vorbereitet haben, was Pacific Rim: Uprising jetzt auskostet.
Die Vergangenheit hat uns längst gelehrt, dass niemals für beides genug Geld da ist: entweder man hat sagenhafte Geschichten oder bombastisches Effektgewitter! Pacific Rim: Uprising nährt sich von der Gewöhnung, die in den vergangenen Jahren auf die Menschheit losgelassen wurde und liefert jetzt Letzteres in Vollendung an den Kinozuschauer ab!
Man ist längst darüber hinaus, zu ergründen, warum, wieso oder weshalb etwas geschieht und konzentriert sich einzig und allein auf die inzwischen fast schon perfekt austarierten Meistermoves, die den Federn der Macher entsprungen sind. Und die Modelle dazu erkennt man bei ungenauem Hinsehen ja auch wieder: Hollywood hat, was es braucht, und kann sich darum künftig nur noch um die Feineinstellungen kümmern, der Rest liegt bausteintechnisch abrufbereit in der Schublade.
Ich glaube, das Gefühl, dass solche Filme leicht minderbemittelt wirken, zumindest was die Inhalte angeht, entspringt der Tatsache, dass wir es gewöhnt sind, in anderen Titeln unzählig viel Spielzeit darauf zu verwenden, bürokratische Prozesse in Gang zu setzen um endlich an das gewünschte Ziel zu kommen, was hier auf einmal nach einem Hard-Cut sofort vorhanden bzw. intakt ist.
Das entbehrt jedweder Logik und führt die Story daher ad absurdum, weswegen weniger die Gefühle und Empathie als vielmehr das Popcorn-Unterhaltungsgen angesprochen wird. Hier finden sich aktuell sehr viele, schön ausgelotete Szenen, wunderbare Kameraeinstellungen, herrliche Bilder in prachtvollem 3D – und überhaupt ist der ganze Film eine optische Augenweide, die so sehr schmeichelt, wie es schon lang kein anderer Film mehr getan hat.
Genau mit diesen Erwartungen sollte man in diese Vorstellung gehen: lasst die Suche nach Logiklücken zu Hause, nehmt euch lieber ein Bier in die Hand, und genießt, was euch in diesem Genre jetzt vorgesetzt wird, denn: wir sind an der Superlative angelangt und haben ein Maß erreicht, an dem in diesem Sektor schon fast von Vollkommenheit gesprochen werden kann. Würde man jetzt weitergehen, müsste man sich wieder mit Inhalten beschäftigen und in Zukunft wesentlich mehr Geld in solche Produktionen reinpumpen, als es jetzt sowieso schon gemacht wird. Und ich glaube, darauf müssen wir noch ein ganzes Stück warten.
Genießt die Show, macht das Kino groß, dreht die Boxen auf laut und schau zu, dass alles so riesig wie möglich ist. Dorfkinos, kleinere Städte und alles was unter Super-Giga-Mega ist, hat keinen Wert und macht den Film wieder zu einem nicht sehenswerten Objekt. Sorgt dafür, dass dies nicht passiert, und fahrt gegebenenfalls einfach ein paar Kilometer weiter, wenn dort das Kino wesentlich größer ist. Dann macht auch dieser Kinoabend wieder richtig Laune!
Noch ein paar Worte zum Sound: Ich hatte schon bei Transformers das Gefühl, dass man hier eher witzig als episch sein wollte und irgendwie den großen Wurf nicht wirklich rausgepresst bekam. Das, was ich mir während des Films erwartet hätte, kam dann im Nachspann, was mich selbst verwunderte, wie schnell doch tatsächlich die Zeit rumging… langweilig wird’s also nicht. Also konzentriert euch auf den Film und genießt den Sound dann, wenn alle weg sind.
 

.kinoticket-Empfehlung: Größenwahnsinnig, gigantisch, mehr mehr mehr!
Das sollte hier die Devise sein. In jedem – und das verspreche ich euch – kleineren Kino, wird dieser Film zum letzten Schund. Alles, was bisher in dieser Richtung da gewesen ist, wurde nur produziert, um diesen Teil hier drehen zu können.
3D, Optik, visuelle Pracht und CGI glänzen auf oberstem Niveau. Wer Story, Logik oder glaubwürdig spielende Schauspieler sucht, ist hier falsch.
Am Soundtrack dürfen sie gerne noch ein wenig feilen, der wurde in meinen Augen dann richtig episch, als bereits alle wieder aus dem Saal waren: Beim Nachspann!

 
Nachspann
Bleibt sitzen und genießt die Klänge!
Kinostart: 22. März 2018

I, Tonya

Fangen wir mal mit dem Titel an: Der führt zurück auf das Werk “I, Caesar – The Rise & Fall of the Roman Empire“, was bereits viel über das hier vorliegende Werk aussagt – und zwar nicht nur in punkto zynischer Schärfe, die man grundsätzlich und allgegenwärtig im Film spürt.
Regisseur Craig Gillespie, der sich eigentlich schon aus dem Filmbusiness verabschieden wollte, gelangte an die wahre Story über die Eiskunstläuferin, die als erste amerikanische Athletin den Dreifach-Axel gesprungen ist und war fasziniert von ihrer Geschichte, die damals von den Medien bis zum Tode ausgeschlachtet wurde.
Er begab er sich nicht nur auf die Suche nach den wahren Persönlichkeiten, um sie allesamt vor der Kamera zu interviewen, sondern durchstöberte auch die zahlreichen Quellen auf YouTube und online, die ihm quasi als Quell freudiger Erinnerungen gefüllt mit jeder Menge authentischer Beweise zusprudelten.
Margot Robbie ihrerseits hatte – wie ich im Übrigen auch – von der Originalstory recht wenig mitbekommen und dachte beim Lesen des Drehbuchs an eine fiktive Geschichte und war fasziniert über die skurrilen Zusammenhänge und Kreativität, der sich die Drehbuchautoren scheinbar bemächtigten.
Tatsächlich ist bei ihnen aber rein gar nichts aus den Fingern gesaugt, sondern basiert alles auf den Erzählungen dieser Interviews und kommt damit quasi aus erster Hand. Gut so, denn hier sollte nicht einmal mehr der mediale Schlachtruf posaunt und daraus noch eine Melk-Kino-Kuh zum Tode geführt werden, sondern man wollte dem Zuschauer die Möglichkeit geben, die Sachlage nicht durch die Brille der Medien bewerten zu müssen, sondern sich ein eigenes Bild davon verschaffen zu können, was damals wirklich passiert ist.
Die echte Tonya Harding war in den Dreh bereits involviert und lobte u.a. Margot Robbie für ihre natürliche und realistische Darstellung ihrer Person – was ja auch schon viel heißt. Unsereiner kennt sie vielleicht eher als Harley Quinn aus Suicide Squad oder aus dem Film The Wolf of Wall Street, der sie zu internationaler Bekanntheit führte.
Man sagt – und das zu Recht – dass diese Rolle hier die ihres Lebens sei. Und man spürt es. Ich habe nach der Vorstellung mit einem Eiskunstschnellläufer gesprochen, der mir die Szene und den Sport an sich etwas beschrieb und er meinte, dass alles, was im Film gezeigt wird, tatsächlich sehr nah an der Realität ist und in diesem Sport genau so vorgegangen wird, wie im Film gezeigt.
Meine Frage, was er als “inszeniert” bezeichnen würde, beantwortet er damit, dass die echte Harding wohl eher weniger provokativ gewesen sei und nicht ganz so forsch in ihrem Auftreten, es Robbie aber sehr gut geschafft hätte, ihre Persönlichkeit zu imitieren.
An den Regeln und dem Drumrum würde er gar nichts ändern, denn das sei genau so, wie es damals gewesen ist. Und tatsächlich hat der Regisseur auch auf sehr viele Originale zurückgegriffen und konnte sich viele Dinge aus den Aufzeichnungen zusammenholen, um sie anschließend in diesen Film zu packen, der sich von menschlicher Seite aus an die Story annähert und damit ein wunderbares Bild – ja fast schon den Traum einer Berichterstattung – liefert, dass wir wohl in den Medien auch in 100 Jahren nicht zu sehen kriegen werden.
 

.kinoticket-Empfehlung: In meinen Augen ist der Coup definitiv gelungen und es ist keine breiige Aufwärm-Gülle, die uns hier vorgesetzt wird, sondern erstklassige Kunst, ein so ausgeschlachtetes Thema oscarwürdig zu präsentieren.
Auch wenn man dem Sport nichts abgewinnen kann, sollte man sich die Mühe machen und den Film sehen, denn schon der Sarkasmusanteil ist allein einen Besuch im Kino wert – und bislang hat noch niemand gesagt, dass ihn dieser Film enttäuscht hätte.

 
Nachspann
Zeigt die echten Szenen von damals und beweist, wie akkurat und präzise sich Robbie dieser Thematik gewidmet hat.
Kinostart: 22. März 2018

Der dunkle Turm

Nun sind wir an der Stelle angelangt, an der mein berühmtes “Lies niemals ein Buch, wenn du vor hast, den Film dazu zu sehen” seinen galaktischen Höhepunkt einnimmt. Und tatsächlich: Ich habe nie einen King gelesen. Wirklich. Nie.
Nach diesem Film habe ich es vor.
In der .trailer-Vorschau habe ich bereits durchblicken lassen, dass ich mich tierisch auf diese neuartige King-Verfilmung freue und der Film hat sein übriges getan, um mich verwirrt und zwiegespalten zurückzulassen.
Meine Vermutung war gar nicht so schlecht, dass die Elemente eines typischen King-Films tatsächlich auch hier wieder einen Stellenwert einnehmen werden, jedoch habe ich mir anhand der gezeigten Vorab-Bilder etwas mehr Style-Tiefgang gewünscht, die die brettharte Ummantelung eines von den Kritikern hochgelobten, mehrdimensionalen Fantasy-Konstrukts würdig auf eine Ebene heben, die zumindest die Zuschauer mental fordert und ihnen keine B-Movie-würdige Soße vorsetzt.
Der dunkle Turm erhebt nun aber keinen großartigen Anspruch darauf, hier großen Filmschmieden den Rang durch überdimensional-gute Special Effekts abzulaufen, sondern konsterniert eher mit bruchstückhafter Zusammensetzung inhaltlosen Gemetzels, das schon als Nicht-Kenner gefühlt mit dem Buch nichts mehr gemein haben kann.
Der sprachliche Durchbruch, der von den Fans oft so hochgelobt wird, bleibt im Film auf jeden Fall aus und auch schauspielerisch setzt man keine neuen Messlatten. Selbst Schauspielikone Idris Elba, dessen Fehlbesetzung von der Fangemeinde ja hinreichend bejammert wurde, hat mich in diesem Film so absolut gar nicht überzeugt.
Wollte man in Sachen Düsternis punkten, hat man allenfalls eine warmweiche Brühe a la Suicide Squad fabriziert, die dem Namen in keinem Fall gerecht wurde und somit auch den Großteil aller Fans eher enttäuscht hat, als hier wirklich mal über die Strenge zu schlagen und etwas ganz großes abzuliefern.
Der Name Steven King scheint dann aber dennoch genügend Publikum ins Kino zu ziehen, denn die Säle sind voll und die Menschen um mich herum fiebern tatsächlich mit.
Mir war die Action etwas zu fad, die Ideen zwar gut angerissen, aber für so ein Konstrukt viel zu lieblos aufgearbeitet. Hier hätte man mit etwas mehr Leidenschaft und Hingabe (und Zeit und Geld) durchaus viel besseres produzieren können, dass dann förmlich nach einer Fortsetzung geschrieen hätte.
So bleibt nur ein mittelmäßiger Durchschnittsfilm, der Nicht-Buch-Kennern sicherlich gefallen dürfte und allen anderen gnadenlos ins Gesicht schlägt.
Das ändert nun – wieder – nichts an der Maxime: Vertraue niemals der Verfilmung eines Kings. Schade.
 

.kinoticket-Empfehlung: Hat man im .trailer noch richtig mit Stil und Raffinesse überzeugt, landet man im Hauptfilm dann doch wieder in der Pfütze der zweiten Liga, in der sich eigentlich alle Verfilmungen dieses Autors wiederfinden.
Zum ersten Mal bedauert man die durchschnittlich kurze Laufzeit und das fehlende Verlangen danach, der Tiefgründigkeit dieser Werke tatsächlich gerecht werden zu wollen. So produziert man in der Tat für die Masse und entledigt sich allem Nachdenkenswertem und vergisst wieder einmal, dass auch die Zuschauer mit Hirn gesegnet sind, denen man selbst in heutiger Zeit gerne mehr zumuten darf.
Verschenktes Potenzial.

 
Nachspann
läuft ohne weitere Bild- und weiterführenden Momente ab, der Tritt ins nächste Kinoabenteuer wird also nur vermutlich angerissen und daher eher völlig offen gelassen. Rausgehen erlaubt.
Kinostart: 10. August 2017

Kong: Skull Island (3D)

Die Geschichte rund um King Kong geistert ja nicht erst seit gestern durch die Kinos. Wie bereits erwähnt, füllen zur Zeit sehr viele Remakes die Leinwände und bezeugen, dass Hollywood derzeit mal wieder der Stoff zum Verfilmen ausgegangen ist, weshalb man auf altbewährte Konzepte zurückgreift und hier eben Geschichten neu erzählt, die es schon mal gegeben hat.
Im Zuge dessen braucht man als Interessierter an diesem Film auch keinerlei großartige Anforderungen an einen trickreichen und überraschenden Plot stellen, denn die Vergangenheit hat bereits bewiesen, dass die Ära von hervorragend erzählten Storys diesbezüglich längst vorbei ist.
Kong: Skull Island macht hier keine Ausnahme. Ehrlich gesagt bin ich mir zum ersten Mal wirklich unsicher, ob ich den Film in 3D oder 2D empfehlen soll. Gesehen habe ich mittlerweile beide Varianten und unschlüssig bin ich mir immer noch.
Tatsache ist, dass man hier unglaublich viel Geld und Rechenleistung in herausragende und absolut beeindruckende Special Effects investiert hat, die sich nicht nur sehen lassen können, sondern über alle Maßen überzeugen. Macht man die Ohren zu und schaut sich diesen Film als Stummfilm an, wird man mit einer Augenweide an grafischen Monumentalszenen belohnt, die in der Tat meisterhaft sind. Hierbei macht das 3D dann noch mal den richtigen Unterschied, da der Film so noch mal einiges an Größe dazu gewinnt und die gezeigten Szenen umso beeindruckender rüberkommen.
Warum empfehle ich dann nicht gleich die teurere, räumliche Variante?
Beim Sichten in 2D habe ich festgestellt, dass die Kluft zwischen computeranimierter Technik und dem vergleichsweise mauen Plot nicht ganz so groß ist und daher die Enttäuschung über die relativ miese Story nicht ganz so weh tut. Hier gibt es nämlich nicht nur viele Logiklücken, sondern die Erzählung verliert ein wenig ihren Charme, dadurch, dass man sich eben nicht mehr auf die in den Vorgängerfilmen gezeigten Elemente konzentriert, die eigentlich die Geschichte von King Kong ausmachen, sondern hier eben wieder mal relativ lieblos einige Szenen zusammenschustert, die dann rechtfertigen, dass man absolut gelungene CGI-Effects hat, die man innerhalb eines Filmes miteinander verbinden will.
Der Plot gewinnt dadurch nicht an eigener Harmonie und es entsteht am Ende auch keine rühmliche Moral, die hier in die Tiefe des Charakters vorstößt und gewisse Dinge aufzeigt, die in heutiger Zeit durchaus relevant wären. Stattdessen hat man einfach nur hammerhart geile Effekte, die es im Kino zu feiern gilt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer damit klar kommt, dass die Geschichte nicht mit inhaltlicher Brillanz auftrumpft, der sollte unverzüglich zur 3D Variante des Films greifen.
Alle anderen können sich auch mit der kleineren Variante zufrieden geben, die etwas mehr Harmonie mitbringt, da der Anspruch hier generell etwas niedriger ist.
Dieser Film wurde eigentlich nur deshalb gemacht, um den technischen Fortschritt unserer Zeit zu feiern, und weniger deshalb, um eine emotionale Geschichte zu erzählen.

 
Nachspann
Viel wichtiger ist es, die kurze Zeit während des Abspanns sitzen zu bleiben, denn danach kommt noch eine etwas längere Abhandlung, die das eigentliche Ende des Films darstellt und das Gefühl eines offenen Endes verschwinden lässt. Erst danach macht der Film in meinen Augen wieder etwas mehr Sinn.

Monster Trucks (3D)

Hinweis zur Sneak Preview
In der Sneak lief diese Woche der Film LION – Der lange Weg nach Hause, den ich hier bereits bewertet habe. Daher geht es heute mit dem regulären Kinoprogramm weiter.

Wer den Trailer des Films gesehen hat, kennt eigentlich fast schon die ganze Geschichte und kann sich den Besuch im Kino fast sparen. Es sei denn, man ist weiblich und dem Hauptdarsteller verfallen oder hat einen Faible für kids-like Transformers-Action, denn dieser Eindruck wird im Trailer vermittelt, dass man hier die Kiddieversion der größeren Blechbrüder abgedreht hat.
Allerdings wäre es an dieser Stelle wohl ein Fehler, wenn ich gewisse Abstriche nicht erwähnen würde.
Da wäre zum einen die Animation, die mich stark an die frühen Stephen King-Verfilmungen erinnert und mehr so in Richtung Der Nebel deutet als sich tatsächlich an den scharf-brillierten Bildern der Transformers-Reihe auszurichten. Dafür war wohl das Budget nicht ganz ausreichend.
Womit ich auch etwas größere Probleme hatte, war die Idee, die im Grunde ja eigentlich gar nicht schlecht, dafür aber im Film so dermaßen unglaubwürdig umgesetzt wurde, dass die gesamte Story zur Lachnummer mutiert als mit einer aus der Norm ausbrechenden Geschichte zu begeistern.
Man kauft den Darstellern ihre Drehbuchtreue im gesamten Film nicht wirklich ab. Und in Verbindung mit den gewöhnungsbedürftigen Animationen kommt dann während dem Schauen durchaus mal Langeweile auf.
Ich könnte jetzt aber auch nicht wirklich sagen, woran es genau hapert: Irgendwo passen die im Film vereinten Welten wohl nicht ganz zusammen oder der Mensch als solches hat Probleme damit, diese beiden Elemente miteinander zu verbinden, weil man sein ganzes Leben dahingehend programmiert wird, dass genau das eigentlich nicht zusammen gehört.
Wie dem auch sei – diese Disharmonie schwingt den ganzen Film über im Raum und bereitet zumindest denkenden Zuschauern gewisse Kopfschmerzen.
Gegen Ende wird man dann tatsächlich noch mit etwas Drive, Action und ungewöhnlichen Szenen belohnt, die den Kinogang als Ganzes meiner Meinung nach aber auch nicht rausreißen.
Nochmal anschauen würde ich mir den Film auf keinen Fall, dann lieber die richtigen Transformers-Filme raus kramen und die zum 4978sten Mal anschauen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Das Zielpublikum scheint auch hier wieder in den pubertären Bereichen angesetzt zu sein, denn bei Älteren zieht man mit dieser Idee wohl kaum mehr Begeisterungserscheinungen aus den Gesichtern.
Das 3D kann sich dafür stellenweise wirklich sehen lassen und ist – sofern man sich für diese Vorstellung entscheidet – tatsächlich sein Geld wert.
Ansonsten würde ich diesem Film das Label “Transformers-Discountfilm” verpassen, der es in meinen Augen ziemlich auf den Punkt bringt.

 
Nachspann
Hier wurde auch bis zum Ende mit 3D-Animationen gearbeitet, die die wahrlich gute räumliche Umsetzung aus dem Film konsequent fortsetzen. Wer sich die bunten Bildchen sparen will, darf aber gerne schon vorher aus dem Saal – das Warten auf eine weitere Szene ist auch hier vergeblich.

The Great Wall (3D)

Matt Damon in einen zumindest in meinem Kino nicht hochauflösend gezeigten Trailer über chinesische Inhalte zu schicken, zeugte nicht unbedingt von dem Wunsch, Zuschauer in dieses Werk zu locken, denn es wirkte nicht nur “billig”, sondern irgendwo auch verloren.
Wie mir zu Ohren gekommen ist, haben sich wohl auch sehr viele daran gestört, dass Damon innerhalb dieser chinesischen Publikation sogenanntes Whitening betreibe, was natürlich lächerlich ist, da sein Charakter auch geschichtlich absolut in seine gespielte Rolle passt und man ihm daher rein gar nichts vorwerfen kann. Im Gegenteil.
Vorwerfen kann man auch dem Film selbst nichts, denn The Great Wall etabliert sich als eines der Kunstwerke, für die 3D wieder mal wie geschaffen ist. Was hier an Räumlichkeit über die Leinwand in den Saal reinschiebt, ist endlich mal wieder echte Liebe zur Dreidimensionalität und beweist einmal mehr, dass hier und da der Griff zum teureren 3D-Ticket durchaus lohnenswert ist.
Aber nicht nur das, sondern auch das verhaltene Andeuten im Trailer und die daraus resultierende überraschende Auflösung der Pointen ist bei The Great Wall mehr als gelungen. Die Action, das epische Auffahren von abartigen Szenen, die kolossalen Kämpfe, denen man hier beiwohnt, erzeugen im Saal nicht nur mächtig Gänsehaut, sondern lassen auch den Zuschauer tief in diese mystische Welt eintauchen, derer sich die Schöpfer anhand von Mythen & Sagen aus der dortigen Region bedienten.
Der Film als solches war für mich eine absolut gelungene Überraschung auch die Crazyness der Gegenspieler punktete bei mir mit Einfallsreichtum und sowohl grafisch als auch “logistisch” super umgesetzter Ideenvielfalt.
Die Momente, in denen man vor Staunen einfach nur entzückt in seinem Kinostuhl verharrt und sich über den immensen Aufwand bei der Produktion freut, häufen sich hier nicht nur zahlreich, sondern übertrumpfen sich auch selbst immer wieder und lassen auch hierzulande die chinesische Filmtradition erfolgreich weiterleben.
Dass man hier auch zum Schluss nicht in heroischen Heldenunsinn verfällt, sondern die Bühne mehr oder weniger der grafischen Explosion widmet, war für mich auch ein weiterer Pluspunkt, auch wenn sich daran wohl der ein oder andere stören könnte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fakt ist: Als geballtes Actionkino mit sagenhafter Unterhaltung und jeder Menge epischer Szenen erkämpft sich dieses Werk den Weg in die Toplisten der sehenswerten 3D-Filme und erzeugt nicht selten spürbar grandiose Momente.
Da es sich hier um eine Sage handelt, sollte man geschichtlich nicht allzu viel erwarten, der Sehspaß bleibt davon aber unberührt.
So niedrige Erwartungen der Trailer vermuten ließ, so hoch hat man sich übertrumpft und sensationelle Action geboten – definitiv sehenswert!

 
Nachspann
die ersten paar Sekunden beobachten, wem das egal ist, einfach nach draußen gehen.

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