.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Pakt

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Asterix_und_das_Geheimnis_des_Zaubertranks_Hauptplakat_02.72dpi

© 2019 Universum Film GmbH

Asterix erfreut sich schon seit Ewigkeiten großer Beliebtheit und wurde bereits zu meinen Schulzeiten als Favorit in den Klassenzimmern gehandelt. Damals aus der Comic-Welt entsprungen liefert man inzwischen auch die allseits verhassten Realverfilmungen ab, die es auch in Fan-Kreisen nicht zu sonderlich viel Ruhm schafften.

Daraus haben die Studios gelernt und setzen nun endlich wieder auf Animation, wenngleich diese auch nicht an den Comic-Stil der vergangenen Jahrzehnte anknüpfen, sondern trotz allem irgendwie nichts halbes, nichts ganzes sind. Schwieriges Thema, da die Technik inzwischen für wesentlich bessere Bilder und Zeichnungen vorhanden ist, der altbackene Comic-Stil und dessen traditionell-nostalgische Klientel damit aber trotz allem nicht bedient wird.

Sei’s drum: Die Story stimmt wieder und das dümmliche Realverhalten ist endlich weg: Man ist zumindest was Bewegung, Sprache und “Möglichkeiten” angeht, endlich wieder im Fantastischen angelangt und nutzt dessen Möglichkeiten sehr gut aus.

Plotbedingt hat mir Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks extrem gut gefallen: Man knüpft schön an die vergangenen Filmchen an, liefert aber genügend neuen Stoff und gliedert auch die historischen Veränderungen ein wenig mit ein, so dass dem ganzen eine gewisse Modernitätsfrische aufgezogen wird, die sich sehr positiv auf den Film generell auswirkt.

Sofern man jetzt nicht unbedingt die direkte Bindung zu den ganz alten Klassikern aufweist, sondern sich da auch nur “reingeschnuppert” hat, empfinde ich diesen Asterix als den besten überhaupt: Toll erzählt, super witzig und mit vielen neuen Ideen, die den Besuch im Kino sehr wohl rechtfertigen.

.kinoticket-Empfehlung: Animiert, kein Comic, aber auch keine Realverfilmung: Witz, Unterhaltung, Gaudi und das Gesamtbild stimmen endlich wieder und machen diesen Asterix zu einem der besten, die man in der Neuzeit geschaffen hat.

Reingehen erlaubt – ein freudiges Kinoereignis für Groß und Klein ist hier definitiv gegeben.

Nachspann
❌ liefert keine Gimmicks oder weitere Szenen, aufstehen erlaubt!

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Astérix – Le Secret de la Potion Magique
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0

Das Mädchen, das lesen konnte

© 2018 Film Kino Text

1851 ist nun schon ein wenig her. In Kürze feiern wir den Übergang ins Jahr 2019 … eine große Zeitspanne, in der manchmal gar nicht so viel anders geworden ist.

Das Mädchen, das lesen konnte trumpft mit einer „Idee“ auf, die tatsächlich sehr spannend ist und deren Erörterung sicherlich extrem viel Spaß machen kann. Jedoch befürchte ich bei diesem zeitlichen Abstand, dass viele eben nicht mehr wirklich den Anschluss an das Geschehen finden. Hier werden nämlich Probleme offenbar, die tatsächlich etwas mit „Ungleichheit“, „Freiheit“ und dergleichen zu tun haben. 167 Jahre sind nun mal kein Pappenstiel, wo viele schon mit einem 30-Jahres-Zeitraum ihre lieben Schwierigkeiten haben.

Und da der Film tatsächlich Anschluss an dieses Jahrhundert findet und wahre Probleme aufzeigt, ist es als Zuschauer zwingend erforderlich, sich mit dieser „Einfachheit“ auseinanderzusetzen und damit in gewissem Maße klar zu kommen. Und dabei hatte auch ich meine lieben Schwierigkeiten.

Nicht von der Hand zu weisen ist aber der Inhalt, denn der Gedanke, der im übrigen auf dem autobiografischen Werk der tatsächlichen Frau basiert, ist wahrhaftig interessant und den würde ich zu gerne in heutiger Zeit mal durchexerziert sehen. Dazu war mir der Film aber zu sehr im „falschen Jahrhundert“ und die Thematik zu abgedriftet, um reale Bezüge und sinnvolle Verknüpfungen herstellen zu können, die sich auch mit der heutigen Problematik auseinandersetzen.

Und den geistigen Aufwand, der der Zuschauer absolvieren muss, um hier vollends aufzugehen, bringen eben standardisiert die wenigsten mit.

.kinoticket-Empfehlung: Eine echt abgedrehte, wahre Geschichte, basierend auf dem autobiografischen Werk von Violette Ailhaud.

Stellt zu wenig Bezug zur heutigen Zeit dar und macht es einem schwierig, darin einzutauchen, da weder die Umstände, noch die „Technik“ dahinter mit irgendetwas belohnen, sondern hier echte Denkarbeit vor einem liegt. Das macht diesen Film zur schweren Kost, auch wenn die Grundidee eigentlich total spannend ist…

Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Le Semeur
Length: 98 Min.
Rate: FSK (tba)

Der Sex Pakt

Auch wenn wir es hier seit langer Zeit mal wieder mit einem durch und durch deutschen Titel zu tun haben: Der Film kommt aus Amerika und er ist für Amerika geschaffen.
Allein des Titels wegen werden die ahnungslosen Kinogänger die Säle stürmen und sich einfach darauf einlassen, was da kommen möge. Dabei ist der Film weitaus weniger witzig, als uns das .trailer oder Vorahnungen glauben lassen möchten.
Nun hatte ich gleich das “Vergnügen”, diesen Film 2x hintereinander mit einem völlig unterschiedlichen Publikum zu sehen: Einmal mit der “Elite der Presse”, denjenigen, deren Schreibarbeit maßgeblich das Denkbild unserer Nation prägt und die mit ihren Eingebungen ganze Menschenhorden versorgen, um hier Meinungsbildung zu betreiben und unter Achtung aller verstrickten Verlagsauflagen einen Artikel zu schreiben, der “morgen” dann in aller Munde diskutiert wird – und das Ergebnis hierbei war schlichtweg negativ.
Im Anschluss daran dann mit dem “gemeinen Volk”, dass sich zahlungswillig in die Kinosäle hockte und den Film beschaute. Auch hier habe ich mir die Mühe gemacht und bin wieder wahllos auf Zuschauer zugegangen und habe sie nach ihrer Einschätzung gefragt – und überraschenderweise zeigte sich (auch bei der Auszählung der Stimmzettel, die nach dem Film eingeworfen werden durften) ein ganz anderes Bild: Die Menschen mochten es zum Großteil bzw. waren hin und hergerissen.
Ich glaube, um mit Der Sex Pakt wirklich warm zu werden, braucht man ganz viel kulturelles Verständnis für das womöglich klischeehafte Verhalten einiger ländlicher Amerikaner. Das Problem ist nämlich: So viele Dinge sind hier so maßlos überzogen und unwirklich, dass sich dieser Film unfreiwillig eigenständig persifliert – dies aber so schlecht umsetzt, dass man hin und wieder daran zweifelt, ob er wirklich eine Parodie sein möchte, oder tatsächlich einfach nur ein schlecht gemachtes Werk ist, dass uns da vor die Füße geknallt wird.
Um jetzt aber vollends darauf rumzuhacken, enthält er zu viele – mit dem richtigen Publikum im Saal – funktionierende Witze, die teils schon so dämlich sind, dass man wieder darüber lachen kann.
Auch die Mädels, die ich gefragt habe, meinten, dass der Film relativ ausgewogen zwischen peinlich und gut dahin schippert, einige fanden ihn toll, ungefähr gleich viele haben nur mit den Augen gerollt.
Meiner Meinung nach fehlt hier einfach das gewisse Etwas, dass ihn aus diesem schon millionenfach erzählten Plot rausreißt und zu etwas besonderem macht. Die Story – schön und gut. Das peinliche Gehabe, wenn Erwachsene versuchen, auf Jugendlich-Cool zu machen, kennen wir schon aus anderen Rohrkrepierern zur Genüge. Was fehlt, ist das erfrischend andere Etwas.
Da zeigen sich zwar Ansätze, die fingerdeutend auf die scheinbare “American Stupidity” zeigen, die Frage ist aber, ob “die da drüben” wirklich so sind, wie dieser Film vermuten lässt. WENN (großes Fragezeichen) das tatsächlich die Message sein sollte, wäre dies ein höchst lobenswerter Ansatz, der uns alle von dem unmöglichen Gebaren werdender Eltern erlöst und nun endlich “von oben herab” die Leviten liest, auf dass sich vielerorts vieles in den Familien wieder normalisieren möge – das würde ich durchaus begrüßen.
Allerdings denke ich kaum, dass das – im besten Falle angetrunkene – Publikum derart viel Denkvermögen in petto mit in den Saal schleppt, um derlei Überlegungen anzustellen, wenn es sich einfach nur unterhalten lassen möchte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn selbst die Damen nach der Vorstellung schon allesamt bejahen, dass man bestenfalls MIT Sekt den Saal betritt, dann sagt das eigentlich schon alles über den Film aus.
Es kann gut werden, Voraussetzung dafür ist meiner Meinung nach aber viel Publikum im Saal, dass definitiv gut drauf ist und Lust auf so etwas hat. Mit ein paar deprimierten Nasen im Raum macht es dann überhaupt keinen Spaß mehr und wer Ernsthaftigkeit oder Logik hier drin sucht, geht elendig zugrunde.
Mein Lob gilt denen, wo man es am wenigsten erwartet – dieser Moment war für mich einer der Besten des Films.

 
Nachspann
Nicht gleich aufspringen, nach dem Nachsatz kommt dann nichts mehr.
Kinostart: 12. April 2018

Schatz, nimm du sie

Deutsch. Komödie. Beziehungen & Familie. Drei Gründe für mich, um um diesen Film einen Bogen zu machen. Persönlich hätte ich ihn mir wohl auch niemals angeschaut, denn mein Interesse für so manches Werk erwächst tatsächlich desöfteren aus der Tatsache, dass hier dann wieder eine Rezensier-Möglichkeit mehr da ist und ich so anderen auch etwas Gutes tun kann.
An dieser Stelle sei der Mannschaft aus Augsburg gedankt, in deren Unterhaltung ich reingeplatzt bin und die mir diesen Titel wärmstens empfohlen haben.
Meine Kinoerfahrung war zwar unter aller Sau (Danke, Kempten!), der Film hatte aber durchaus seine Momente, die das deutsche Kino für sich wieder liebenswert erscheinen lassen.
Fakt ist, dass man mal keine Laiendarsteller oder Fernsehheinis, sondern tatsächlich Komiker und Satiriker besetzt hat, die an sich schon mal den wahnsinnig herzerwärmenden Vorteil mit sich bringen, dass sie SPRECHEN können! Und zwar normal! Dadurch erhebt man sich mit Schatz, nimm du sie schon mal aus der Masse mieser deutscher Filme heraus und zeigt einmal mehr, dass dieses Land tatsächlich in der Lage ist, sich international auf den Bildflächen nicht permanent nur zu blamieren.
Auch vom Plot war ich relativ angetan, der zwar im ersten Moment dahingehend anmutet, wie man es aus zig anderen Beziehungskrisen-Filmen kennt. Dadurch, dass man hier aber an Stellschrauben gedreht hat, die quasi völlig andere Themen glorifizieren und damit erneut frischen Wind in die Unterhaltung sprühen, erlebt man durchaus Momente, in denen es einfach Spaß macht, an dieser irren Tour beteiligt zu sein.
Die Konstellationen der einzelnen Darsteller und die verzweigten Verknüpfungen zwischen ihnen bekommen von mir ein saftiges Lob und sind quasi mehr oder weniger der alleinige Grund dafür, weshalb ich euch diesen Film tatsächlich ans Herz lege (auch wenn er bereits schon wieder aus den Kinos verschwindet).
Einige Ideen und Umsetzungen waren tatsächlich so klasse, dass selbst die Outtakes am Schluss nicht mit mehr Witz und Charme punkten konnten, sondern man eher zwischendrin mehrfach lachen musste.
Auch wenn es nicht 100% meinen Geschmack trifft, finde ich diesen Film durchaus besser als andere Beziehungskomödien, die eben alle im Einheitsbrei rumrühren und dabei keinerlei Vergnügen bereiten.
Und ein Wort zum Schluss: Mit Plastiktüten rascheln, während der Film noch läuft, in riesiger Mannschaft durchs Kino rennen und anfangen zu kärchern, obwohl noch Szenen auf der Leinwand laufen, die natürlich bereits in voller Lichtmontur angestrahlt wird, gehört für mich nicht zu dem Ansinnen, dem Kinogast ein erfreuliches Erlebnis zu bescheren. Danke, Kempten!
 

.kinoticket-Empfehlung: Endlich mal ein Film aus Deutschland, bei dem ich nicht an der Aussprache rummeckern muss und der sogar noch ein paar überraschende Wendungen und mehrschichtige Verquirltheiten im Plot bereit hält.
Er ist kein meisterhaftes Wunderwerk, hatte aber durchaus seine charmanten Momente und sorgte zumindest in meinem Kinosaal bei dem älteren Publikum für ständige Lacher.

 
Nachspann
Ja, man darf sitzen bleiben, denn es werden nicht nur fast permanent Outtakes gezeigt, sondern es kommt auch noch eine saftige After-Credits-Scene, sofern man die Möglichkeit überhaupt gestellt bekommt und noch was versteht, bei der Kärcherei vom Personal im Kino. Danke, Kempten!

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén