Paris

All posts tagged Paris

Alexander McQueen
© 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

 

“Man muss die Regeln kennen, bevor man sie bricht. Dafür stehe ich: Die Regeln zerstören, die Tradition bewahren.“
(Alexander McQueen)

Mit diesem wunderbaren Zitat bringt es der Modeschöpfer quasi schon auf den Punkt: Dieser Film ist ein extravagantes Beispiel eines Wesens, dass nicht in die üblichen Klischeeschubladen dieser Welt passt und sich daher zur Aufgabe gemacht hat, über „Enfant terrible“-Avancen die Welt zum Hinschauen zu bewegen: Seine Shows stehen für Ausgefallenes, Provokation, Schock.

Sein Leben passt wunderbar in den „Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll“-Slogan, seine Werke erinnern an Punk innerhalb einer morbiden, unerreichbaren und völlig abgehobenen Welt, in die diese schockierende Andersartigkeit eigentlich nicht rein gehört.

Und genau das war sein Ziel: Die Menschen zu verstören, ihnen etwas zu bieten, das gleichermaßen anziehend und distanziert wirkte und eines garantierte: Aufmerksamkeit. Nicht umsonst gehört die Spätausstellung über sein Lebenswerk heute zu den erfolgreichsten Installationen aller Zeiten.

In der Kinowelt verbindet man „Laufsteg“ wahrscheinlich immer noch mit den Strichmännchen aus Heidi Klum‘s Show auf ProSieben und dem dazugehörigen Niveau, von dem sich viele bereits abgewendet haben.

Alexander McQueen – Der Film beweist, dass es nicht überall so zugehen muss und zieht relativ schnell in seinen Bann: Dieser Mann war außergewöhnlich und der Film ist ein Versuch, dem gerecht zu werden, der das Publikum in meinen Augen definitiv erreicht.

Das bedeutet: Auch wenn man für Mode und derlei Shows sonst nichts übrig hat, bietet dieser Streifen unfassbares Unterhaltungspotenzial und zeigt Stücke, die durch Ausgefallenheit begeistern. Der Gang ins Kino ist also auf jeden Fall lohnenswert.

 

.kinoticket-Empfehlung: Auch Mode-Banausen können ihren Spaß an diesem Werk finden: Die Geschichte um diesen Mann erzählt viel über die Gesellschaft, in der er aufwuchs und lebte.

Dieses Portrait über ihn versucht sich an genauso stilbrecherischen Methoden, wie er es seinerzeit mit Mode tat und ist damit auch für Freunde des Kinos ein optisches Schmankerl, dass den Eintrittspreis definitiv wert ist.

 

Nachspann
✅ darf man noch mitnehmen, hier werden noch einige krasse Schöpfungen von Alexander gezeigt.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: McQueen
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Champagner - Macarons
© 2018 Tiberius Film GmbH

 

Hinter diesem unscheinbaren Titel, der fast schon anmutend klingt, steckt ein Film mit sehr viel mehr Potenzial und Lachgarantie, als man im ersten Augenblick erwarten würde. Frankreich – berühmt für gut funktionierende und flächendeckend akzeptierte Komödien – stellt mit Agnès Jaoui eine neue Regisseurin auf den Plan, die ihr Ding mehr als solide meistert und erneut ein Stück abliefert, das sich in Insiderkreisen zum Lieblings-Hit mausern könnte.

Der Cast – bunt zusammengewürfelt – besteht aus den illustren Persönlichkeiten, die sich gemeinschaftlich eine urkomische, zynisch-bissige und überaus freudsame Blöße geben, deren einziger Zweck es ist, den Zuschauer zu belustigen und zu unterhalten und dabei ohne Schwere auch noch ein klein wenig Nachdenklichkeit in den Raum zu werfen, der den Hochgenuss dieser Komödie aber kein einziges Stück trübt.

Man braucht also keine Angst vor tiefsinnigen Trübseligkeiten zu haben, sondern darf sich beschwingt und munter auf die heitere Komödie stürzen und die Kinosäle bis zum Erbrechen füllen, denn das Ding hat es schlichtweg verdient, ein klein wenig finanziell erfolgreich zu sein.

Der Spaß deckt auch sämtliche Generationen ab: Vom jüngsten Spund bis zum ältesten Knacker – alles dabei und für jede Altersschiene die passenden Gags in der Tasche. Und dabei ist man von der jeweiligen “Gegenseite” kaum genervt, denn jeder Charakter macht auf seine Weise Spaß und erheitert das dunkle Gemüt .

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich also wieder mal eine sehenswerte französische Komödie geben möchte, ist mit diesem Titel bestens bedient.

Die Altersklassen sind allesamt abgedeckt, der dunkle Rausch ins Reich der trübseligen Finsternis bleibt aus und die Gags sind erste Sahne, da die Charaktere allesamt herrlich zusammengestellt und auf ihre Weise interessant und spaßig dargestellt werden.

Daumen hoch – hier lohnt es sich wieder mal, den kompletten Freundeskreis zusammenzutrommeln und gemeinschaftlich ins Kino zu gehen!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abzusitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Place Publique
Length: 98 Min.
Rate: FSK 6

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Derzeit stehen sie wieder in allen Läden zum Verkauf bereit – optisch schön aufbereitet in einer glänzenden Edition: 2,8 Millionen Dollar hat das Franchise rund um Mission: Impossible bereits eingebracht und mit Rogue Nation vollführte man damals einen Schachzug, der die Filmreihe mit Tom Cruise wieder mächtig nach vorne katapultieren sollte.
2018 wartet man mit einem neuen Teil dieser Reihe auf und vollzieht damit etwas, dass ich dem alternden Hollywood der Moderne kaum mehr zugetraut hätte. Ich meine: Wir leben in einem CGI-Zeitalter, in dem fast alle Schwierigkeiten mit “das machen wir eben mit PC – kostet Geld, ist aber machbar” wegdiskutiert werden können und man sich keine Gedanken mehr um schwierige Kamerafahrten oder ähnliche Stunts zu machen braucht.
Mittlerweile weiß aber fast jeder, dass Cruise dafür bekannt ist, all seine Stunts selbst zu machen und keine Stuntmen dafür anheuern zu lassen. Mit dieser Echtheit hat man bei Mad Max: Fury Road schon mal dem Zuschauer gegenüber Ehrlichkeit bewiesen und es hagelte goldene Oscars ohne Ende.
Mission: Impossible – Fallout vollzieht die Konsequenz dessen und führt erneut eine Stunt-Ballade in den Ring, die sich gewaschen hat. Selbst als langjähriger Kinogänger sitzt man vor der Leinwand und weiß innerlich, was eigentlich kommt, kennt so ziemlich jeden Ablauf eines Actionfilms in und auswendig und hat so ziemlich jede technische Raffinesse bereits 100.000x vorher gesehen. Warum hockt man dann im Kino und kriegt die Fresse vor Staunen nicht mehr zu und fragt sich: Wie zur Hölle haben die das gemacht?
Mission: Impossible – Fallout ist seit langem endlich wieder mal ein Blockbuster im Mainstreamkino, der sich selbstbewusst so nennen muss und der neben zwei anderen Titel derzeit zeigt, dass Hollywood wohl doch verstanden hat, was es anders machen muss, um weiterhin erfolgreich zu bleiben?
In dem Teil ist einfach alles perfekt! Jurassic World: The Fallen Kingdom kann einpacken und die Leinwände für diesen Film freigeben: Es ist das beste in diesem Genre, was ich seit langem gesehen habe!!!
Man macht’s einfach richtig! Spricht, wenn gesprochen werden muss. Hält den Schnabel, wenn die Fresse gehalten werden soll, vollführt Stuntaction der Meisterklasse und liefert unglaubliche Bilder, die einen voller Staunen und Ehrfurcht vor dem Filmbusiness zurücklassen und einfach nur zutiefst niederwuchten!
Der Soundtrack – ein glanzvolles Meisterstück eleganter Kunst, der wieder das altbekannte Theme aufgreift, daraus aber kein modernes Miststück werden lässt oder mit irgendwelchen Popgören überrumpelt, sondern einmal mehr Größe und Anmut zeigt und den Besucher hier in voller Montur akustisch verwöhnt.
Man ist wieder man selbst und orientiert sich hierbei – wie auch schon bei Rogue Nation – nicht an der Konkurrenz, sondern macht einfach sein Ding! Wenn nur jeder Film so wäre…
Dazu kommen eine gigantische Portion Humor, Witz, Lachsalven und trockene Ironie, Ernsthaftigkeit, Pflege von Individuen und Charaktertiefe und der Beweis, dass nicht jeder 3D-Schinken gleich inhaltslos sein muss. Okay, zugegeben, auf das 3D hätte man an vielen Stellen verzichten können, aber was spricht es denn bitte für eine Sprache, wenn man eben jenes Konstrukt, mit dem sich so viele halbgaren Mainstreambrecher rühmen wollen, lieber verzichtet und dafür auf Eleganz und Inhalte setzt, statt auf stupide Action?
Hier ertappt man sich fast schon dabei, dass man bei den extrem seltenen Szenen, wo dann tatsächlich mal CGI eingesetzt wurde, Vergebung nach vorne sendet und es dem Film verzeiht, wenn er nicht perfekt aussieht. Was ist das schon im Hinblick darauf, dass unter den Schöpfern Einigkeit darüber herrschte, dass der größte Feind dieses Films der Greenscreen sein sollte?
Ich war über alle Maßen beeindruckt von dem Geschehen und bekam hinterher kaum Worte genug raus, um ehrfürchtig und gebührend das wiederzugeben, was mir da grade auf der Leinwand serviert worden war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Legt eure Arbeit nieder, cancelt eure Termine und organisiert euch .kinotickets für den größten Blockbuster aller Zeiten, der euch endlich wieder richtig in Staunen versetzt!
So – und nur so – wird Mainstreamkino gemacht, dass für sich absolut neue, bislang unerreichte Maßstäbe setzt und als Orientierung für das nächste Jahrzehnt herhalten sollte – es ist gigantisch, mit welcher Inbrunst und krassen Originalität man sich hier ins Zeug wirft und dem Zuschauer gegenüber einfach ehrlich und authentisch auftritt.
Belohnt es mit einem durchschlagenden Erfolg, damit der Regisseur noch einen weiteren Coup fahren darf, denn dafür wurden Kinos geschaffen!

 
Nachspann
✅ Anfangs kommen noch Sequenzen, die man definitiv mitnehmen sollte, nach dem Ende des 3D darf man dann auch den Saal verlassen.
Kinostart: 2. August 2018
Wer nicht mehr warten kann oder will, darf sich gerne z.B. in München im Rahmen von After Work am 31. Juli 2018 mit DJ und Vorprogramm respektive in der Vorpremiere am 1. August 2018 den Streifen in einem Sonderevent im CinemaxX zu Gemüte führen und weiß dann schon vorab, worauf er sich ab Donnerstag erneut einlassen kann: Denn in diesen Film willst du nicht nur 1x reingehen!

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Papillon

Wer sich an den hauseigenen Produktionen von Constantin Film stört, sollte etwaige Vorurteile geflissentlich fallen lassen und sich mit dem Phänomen einer “weißen Seite” auseinandersetzen: Dieser Film ist “eingekauft” und zählt daher nicht zur Fack Ju Göhte-Generation, sondern erzählt einmal mehr die wahre Geschichte eines Menschen, der erneut beweist, dass das Leben selbst die besten Geschichten schreibt.
Die ältere Fraktion wird sogleich nach Steve McQueen und dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1973 verlangen und sich wohl an den Neuerungen einer bereits verfilmten Story stören. Den Jüngeren, denen man solche “alten Schinken” nicht mehr vorzusetzen braucht, spendiert man mit King Arthur: Legend of the Sword-Darsteller Charlie Hunnam eine modernisierte und durchweg fesselnde Neuinterpretation einer grandiosen Aktion, die ihre Verfilmung selbstredend verdient hat.
Und wer sich jetzt fragt, woher man seinen Mitspieler bereits kennt, der sei auf die prächtige Mr. Robot-Serie verwiesen, in der er auch den Hauptdarsteller mimt. Die beiden führen zusammen durch eine glanzvoll und düster durcherzählte Historie, die gespickt mit glorreichen Bildern und einem fantastisch-tragenden Soundtrack eine absolut packende Story ergeben, die sowohl alt als auch jung in ihren Bann ziehen.
Ich habe im Rahmen der Pressevorführungen bereits Kritiken darüber gehört, dass der Neuverfilmung die flüchtige Leichtigkeit eines “Papillon” (Schmetterlings) ein wenig fehlt, finde es im Angesicht unseres erdrückenden Zeitalters aber überhaupt nicht schlimm, weil dadurch nichts von der Impression dieser Geschichte verloren geht, sondern man tiefst gebeutelt und definitiv nachhaltig beeindruckt wieder aus dem Saal entlassen wird.
Hunnam selbst hat für diese Rolle auch jede Menge Opfer gebracht und sich z.B. mehrere Tage komplett eingesperrt gelassen, keine freien Entscheidungen während des Drehs gehabt und sich den psychischen und physischen Anforderungen des Originals so weit als möglich angepasst, um der Rolle total zu entsprechen. Cast & Crew hatten die Absicht, keine Neuverfilmung im klassischen Sinne zu vollziehen, sondern sie wollten eine völlig neue, frische Interpretation der Buchvorlagen haben, damit daraus kein “billiges Remake” wird, sondern eine vollständig neu erzählte Geschichte.
Diesem Anspruch sind sie in meinen Augen vollkommen gerecht geworden, denn dieser Film macht keinen kopierten oder nachgemachten Eindruck, sondern berührt einen auf eine völlig authentische und tief beeindruckende Art und Weise und hinterlässt tiefe Spuren, die man so schnell nicht wieder vergisst.
 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch vom Label nicht irrtieren, sondern kauft ein .kinoticket und lasst euch in diese absolut beeindruckende Spektakel entführen – es hinterlässt großartige Spuren!
Manch ältere Generation meint, dass hier die Leichtigkeit des 1973er Originals ein klein wenig fehlt, umso beeindruckende und “schwerer” ist die Neuinterpretation, die als Story als solches durchaus verfilmenswert ist und der heutigen Generation neuen Stoff zum Nachdenken und Staunen liefert.
Definitiv reingehen!

 
Nachspann
❌ Nach dem Endtext ist Ruhe, den Rest braucht man nicht auszusitzen.
Kinostart: 26. Juli 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Daniel Brühl gilt als deutsches Schauspielwunder und tatsächlich erfreuten sich auch einige Kinonachbarn an meiner Seite, als sein Name auf der Leinwand auftauchte und man wusste: Dieser Film wird wieder richtig gut!
So manch einer beschwert sich zwar über die zunehmende Anzahl “wahrer Begebenheiten”, die derzeit wie am Fließband abgespult und durch die Ränge in den Filmtoplisten gezogen werden, Fakt ist aber: Es ist eine funktionierende Möglichkeit, heutige Generationen, die quasi mehr oder weniger im hermetisch abgeriegelten Whatsapp-Gruppendiskussions-Zirkel aufgewachsen sind, die Geschichte der Welt zu lehren und sie aus vergangenen Taten und Fehlern der Menschheit lernen zu lassen.
Nach der Vorstellung habe ich mit einigen gesprochen, die die Live-Aktivitäten damals noch im Fernsehen verfolgt haben und quasi “aus erster Hand” erzählen konnten, wie es war und dass dieser Film das auch unglaublich gut rüberbringt.
Das Thema ist ernst – brandheiß und mit unglaublicher Sorgfalt beleuchtet worden und die Kombination, mit der man hier an die Erzählweise herangeht, ist bislang einzigartig.
Ich glaube, nur sehr wenige, aufgeschlossene Menschen werden diesen Film in seiner Gänze begreifen und ihn als das Kunstwerk verstehen, dass er tatsächlich ist. Es gehört allein schon übermenschliche Körperbeherrschung dazu, das zu vollführen, womit man im Nachspann verwöhnt wird – und ich glaube, dass diese Art Darstellung von vielen einfach missverstanden wird, weil eben mal absolut keine Standarderwartungen ausgeführt und erfüllt werden, sondern man sich völlig neu mit geschichtlichen Ereignissen auseinandersetzen muss aus einer Warte heraus, die so manch einem vielleicht nicht von Anfang an schmeckt.
Und die Riege an Schauspielern vollführt hier wahre Wunder: Es wird so überzeugend, ehrlich und realitätsgetreu gespielt, dass wirklich keine Zweifel an der Echtheit der Erzählung bestehen und man sich sehr gut in die Lage dessen hineinversetzen kann, auch wenn mir das von “politischer Seite” manchmal etwas zu “plump” wirkte. Die Inszenierung an sich ist aber den Besuch auf jeden Fall wert!
 

.kinoticket-Empfehlung: Was einem hier vorgelegt wird, ist hochkarätige Kunst auf ganz hohem Niveau!
Die Geschichte ist tatsächlich passiert und wurde fürs Kino erzählbar aufbereitet und von einer Mannschaft erneut zum Leben erweckt, die ihre Arbeit wahrlich versteht! Die Bilder, die Inszenierung und das Gesamtwerk gehören für mich weder zu Dokumentation, noch zu Unterhaltung, sondern sind wahrhaftige Kunst, die zu würdigen dem Standard-Zuschauer wohl schwer fallen dürfte.
Versprecht mir, dass ihr trotz allem in diesen Film geht – Avengers: Infinity War ist bis dahin noch nicht ausgekämpft, sondern der läuft nächste Woche noch genauso.

 
Nachspann
Zieht euch diese Körperbeherrschung rein – auch wenn es vielleicht absurd wirkt … probiert es mal aus – es ist unfassbar, was uns da vorgesetzt wird. Haut nicht vorher ab.
Kinostart: 03. Mai 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Dany Boon ist vielen ein Begriff und die Sch’tis feierten vor rund 10 Jahren ihren sensationellen Einstand. Dany Boon erzählt, dass sein aktueller Film einer seiner persönlichsten ist, da er hier viel in punkto Beziehung und Familie aufarbeitet. Manche Szenen seien sogar so emotional gewesen, dass sie es nicht in den Film geschafft haben, da sie nicht schneidbar waren, weil er zu sehr in Tränen ausgebrochen sei.
Diese Authentizität, auch wenn sie im Film gespielt ist, kommt sehr gut rüber und eröffnet ein plastisches, fühlbares und durchweg positives Erlebnis, dass seine Kreise in der Komödienwelt zieht und dabei so ziemlich alles an Gefühlsmomenten abgreift und ausschöpft.
Ich habe den Film inzwischen in beiden Varianten gesehen: Original mit Untertiteln und deutsch und kann an dieser Stelle empfehlen, sich der Originalvariante hinzugeben, auch wenn hier sehr viel (und schneller) Text ist, doch – auch wenn man es nicht versteht – begreift sich die Story im Original sehr viel sinnlicher, da erstens die französische Sprache grundsätzlich schon mal sehr sinnlich wirkt und zweitens der “Sprachfehler” hier sehr viel subtiler erscheint und man, sofern man das Original nicht gesehen hat, erstmal eine Zeit braucht, um überhaupt zu checken, dass hier etwas nicht ganz so stimmt.
Natürlich gibt es auch wieder eine Unzahl an heruntergewirtschafteten Ausdrucksstärken, die in der Übersetzung eher schlecht als recht etabliert wurden, jedoch macht der Film in beiden Varianten durchaus Spaß und vermittelt eine gemütliche, herzliche und zum Lachen freigegebene Atmosphäre, die man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Dany Boon gilt als einer der Großen Frankreichs und beweist mit seinem persönlichstem Film einmal mehr, was er auf dem Kasten hat.
Story, Emotion, Herzlichkeit und Klamauk geben sich hier die Klinke in die Hand und bringen einen wunderbaren Film für die ganze Familie zurück auf die Leinwand.

 
Nachspann
lässt zwar manchmal zweifeln, dass diese Outtakes tatsächlich so passiert sind und nicht inszeniert wurden, sollte man sich aber dennoch nicht entgehen lassen.
Kinostart: 22. März 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Wenn der Name Coppola fällt, und damit nicht Francis Ford oder seine Tochter Sofia gemeint ist, dann wird es für mich ebenfalls außerordentlich interessant. Dass diese Familie im Filmemachen bereits eine gesegnete Grundeinstellung hat, dürfte ja hinreichend bekannt sein.
Diesmal macht sich Eleanor daran, ihren ersten Spielfilm zu inszenieren und betritt damit für sie völlig neues, ungewohntes Terrain. Dass sie sich dabei völlig anderen Herausforderungen stellen musste (zum Beispiel buchte sich ein arabischer Scheich mit 1000 Gästen in das gewünschte Hotel ein, weswegen der Drehort geändert werden musste), ist dabei nur eine Aufgabe, die sie im Verlauf des Drehs gemeistert hat.
Eleanor schrieb und filmte aus eigener Erfahrung heraus und machte so eine eigentlich persönliche Anekdote zu einer grandiosen Filmidee, die sie mit Paris kann warten hervorragend umgesetzt hat. Ihr Fokus auf die kunstvoll inszenierten Meisterwerke, die sich gerade im französischen Milieu verbergen, ist unverkennbar. Die Liebe zum Detailreichtum, die Hommage an die alten Baumeister und kreativen Schaffensprozesse in punkto Architektur, Kultur und Kulinarik ist eindeutig. Damit generiert sie ein Werk, das nicht von dem Prunk ihres Namens oder durch irgendwelche überdimensionierten Kritiken an Hollywood und der Filmindustrie lebt, sondern etabliert ein wunderschön-mümmeliges Stück, das anzusehen mehr als Pflicht ist.
Der französische Charme von Land und Leute erweist sich hier als absoluter Glücksgriff. Die teils immer morbider werdenden komisch anmutenden Präferenzen des diesländischen Kinos werden hier galant umschifft und sorgfältig neu erfunden.
Dabei bedient sie sich als Regisseurin nicht nur beispielloser Bilder und Impressionen, sondern gleichermaßen wunderschöner Charaktereigenschaften, die in einem sanften Stück über die Bildfläche schweben und der Zeichnung ihrer Darsteller immer mehr Profil verschaffen, bis es zum endgültigen Showdown kommt.
Gerade ihre Versessenheit darauf, der Kunst hier freie Bühne zu bieten, hat mich während der Vorstellung im Innersten getroffen und abgeholt.
Der spritzig-bunte Sommerflair eines verträumt-romantischen Teils dieser Erde gepaart mit der untypischen Geschichte erweckt nicht nur das Fernweh und Urlaubsfieber, sondern auch den emotionalen Part im Menschen und sorgt hier im Kino (und später hoffentlich auf arte) für jede Menge begeisterte Zuschauer, die sich an dem Können einer erfahrenen Frau laben dürfen, die hier eine ganz besondere Geschichte zu erzählen hat.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit 92 Minuten Laufzeit ist diese Show viel zu schnell vorbei.
Die gekonnte, fein austarierte und liebevoll designte Hommage an Land, Kultur und Leute wird hier von einer Meisterin inszeniert, die sich damit auf dem Spielfilmmarkt ebenfalls ihre Lorbeeren abholen darf.
Paris kann warten besticht nicht nur durch seine immens verträumten Bilder, sondern vor allem auch durch den überaus charmanten Geist seiner Darsteller/innen. Ein Stück, dass man definitiv im Kino gesehen haben sollte.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Wer die Musik liebt (oder nicht will, dass es schon vorbei ist), der bleibt einfach bis zum Ende sitzen.
Kinostart: 13. Juli 2017

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Eigentlich bin ich ja nicht so der Freund von Trailern, da hier meist schon viel zu viel vorab verraten wird. Bei Zum Verwechseln ähnlich bin ich mir unsicher, da einerseits auch wieder Schlüsselmomente auftauchen (wer bewilligt eigentlich so etwas?) und zum anderen aber ein übermäßig gutes Bild vom Film selbst vermittelt wird, das einem auch ohne ihn gesehen zu haben, einen tollen Überblick gibt, ohne dabei zu viel zu verraten.
Der Sommer wird ja meistens von französischen Komödien begleitet und da macht 2017 auch keine Ausnahme. Sobald man den Film (oder Trailer) sieht, weiß man, dass der Titel förmlich nach Ironie schreit und man sich bei dem Werk guten Gewissens auf viele Lacher einlassen kann, die eingangs auch für ordentlich Stimmung sorgen und den Lachspaß nach vorne treiben.
Diese Erzählgeschwindigkeit behält man auch lange bei und sorgt mit immer mehr Culture-Clash-Klamauk für Abwechslung und Unterhaltung.
Was mir persönlich nicht so gepasst hat, war das vergleichsweise lahmarschige Ende, das hier irgendwie keinerlei Aussage beinhaltet und den Eindruck vermittelt, man hätte kurz vor Schluss einfach keine Lust mehr gehabt und nur noch mit Hängen und Würgen einen Abschluss kreiert, weil sonst das Allgemeinwerk nicht verkauft worden wäre. Schade eigentlich. Eine kurze After-Credits-Szene oder ein x-sekündiger Ausstand, der hier nochmal irgendeine Krone oben drauf gepackt hätte, hätte aus dem Film einen richtig hochwertigen Comedy-Kracher gemacht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Enthält viele Szenen zum Lachen, in denen mit Haudrauf-Comedy nicht gespart wird.
Das Dabeisein innerhalb dieser Familie macht Spaß, solange man immer sicher sein kann, dass eine schützende Trennmauer zwischen der Leinwand und deinem eigenen Leben vorhanden ist.
Die Schrägheit der Figuren findet sich bei dem ein oder anderen sicherlich auch im echten Leben wieder, dadurch erhält man viel mehr Nähe zu den Personen und kann die Verschiedenheit vielleicht noch besser verstehen. Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall.

 
Nachspann
braucht man wieder einmal nicht abwarten, auch hier folgen keine Abschlussszenen mehr.
Kinostart: 13. Juli 2017

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Heute wird es mal ein etwas kürzerer Text, denn dieses Mal brauche ich nicht viel zu erzählen.
An dieser Stelle zahlt es sich nun aus, wenn man in der Vergangenheit tatsächlich einige Kinos besucht hat und sich auch zu Herzen genommen, dass nicht jeder Film in jedes Kino passt, sondern man für die jeweilige Vorstellung auch das richtige Kino auswählen muss und nicht einfach nur in das nächstbeste fährt.
Jetzt zählt nämlich wirklich nur eines: eine große Leinwand und bombastische Boxen in Verbindung mit einem Personal, das weiß, dass man die Soundanlage auf Maximum dreht.
Dann nämlich entwickelt sich annähernd der Flair eines Konzerts, wie man es seinerzeit bei Rammstein in Paris erleben durfte. Till Lindemann und seine Crew liefern hier eine Zusammenstellung ihrer besten Songs ab, in Verbindung mit den dazugehörigen durchaus sehenswerten Shows, die sie auf den Bühnen der Welt präsentiert haben.
Zwei weitere Vorstellungen auf der großen Leinwand sind geplant am heutigen Freitag, den 24. März 2017 sowie am 29. März. Aus diesem Grund wird der Sneak Preview Beitrag für diese Woche auf morgen verschoben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Als bekennender Rammstein-Fan war es für mich natürlich ein sagenhaftes Erlebnis, dieses Konzert auf einer Leinwand zu erleben.
Natürlich ist es noch mal etwas anderes, wenn man direkt auf dem Konzert ist. Das lässt sich mit einer Aufzeichnung, auch wenn sie noch so gut gefilmt ist, nicht ersetzen.
Nichtsdestotrotz ist dieses Konzert definitiv ein .kinoticket wert und sollte von allen Rammstein Fans wahrgenommen werden.

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzen bleiben, denn nach dem Abspann kommt noch ein weiteres Lied.

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , . Leave a Comment

Filme dieser Art gibt es mittlerweilen wie Sand am Meer. Auch habe ich längst darüber berichtet, dass sich die Inhalte insofern fast immer gleichen. Allerdings hat man die Form der Umsetzung bisher nicht in dieser Variante gebracht: nämlich animiert.
Dass hier ganz neue Möglichkeiten auftauchen, mit denen man punkten kann, versteht sich von selbst. Denn immerhin öffnet die animierte Welt Tür und Tor für alles, wo der menschliche Körper an Naturgesetzen oder mangelnder Kohle für schlechte CGI-Animation scheitert.
Mit Ballerina schickt man jetzt einen bekannten Plot ins Rennen, der sich zwar aus der trist-dramatischen Variante seines Genres erhebt, mit den neuen Optionen fast schon gänzlich andere Bereiche beschreitet und damit zum Filmerlebnis für Kinder wird, die sich nach Abenteuer, Ferne und einer anderen Welt sehnen.
Damit verlässt man das klassische, namensgebende Ballerina-Genre und eröffnet hier Wege zu völlig neuartiger Unterhaltung, die nicht in pompösen Finalen mündet oder anderweitige Klischees bedient.
Was mir daran gut gefallen hat, war, dass man sich trotz des scheinbar vorhandenen Budgets hier dennoch nicht auf die Erfüllung abstruser Erwartungen eingelassen hat, sondern etwas völlig eigenes macht und Kinder damit unterhalten möchte – losgelöst von sämtlichen wirtschaftlichen und sonstigen Ansprüchen. Man bedient die Kinder im eigenen Garten und kümmert sich einmal nicht um den Rest der Welt.
In einem Zeitalter wie diesem, wo Blockbuster, Massenmillionen und aberwitzige Einspielergebnisse dominierend sind, ist das schon fast wieder ein Statement, dass den Besuch im Kino durchaus rechtfertigt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielpublikum: Die Kids.
Für die wird hier eine gemütlich-freche Geschichte mit aufgeweckten Charakteren und moralisch achtenswerten Ansätzen erzählt, die auch bedenkenlos mit den ganz Jüngsten geschaut werden kann.
Als Erwachsener muss man entweder eine Vorliebe für Animationsfilme oder absolut Ballerina-Versessen sein, um dabei wirkliche Freude empfinden zu können. Die Wahl zwischen 2D und 3D entscheidet eindeutig letzteres, denn da kommen noch ein paar Einstellungen und Momente sehr viel mehr zum Tragen als in der vergleichsweise langweiligen 2D-Fassung.

 
Nachspann
Einfach mal den Anfang abwarten, dann weiß man, wie der restliche Nachspann ist und kann bei Nichtgefallen immer noch nach draußen verschwinden.

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment