Party

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Climax

Climax

© 2018 Alamodefilm

Climax – in einer Zeit der immer böseren Vorhersagen über das Klima, CO2 und Polkappenschmelzungen evtl. noch eine Doku über den Zerfall unseres Planeten?

Ja, aber völlig anders, als ich erwartet hatte – und zehntausendmal geiler!

Climax – dieser Begriff beschreibt nicht etwa das Klima oder irgendeinen Zenitpunkt im Erreichen eines bösartigen Zustands, sondern steht tatsächlich für die absolute Ekstase, in die man im Rausch gelangt: Der Moment des Abspritzens, der Moment, in dem man kommt, die unkontrollierbare und absolut hemmungslose Spitze eines Gefühls, dem man sich vorher intensiv hingegeben hat.

Richtiger Titel. Hammerharter Film.

Wenn du Kinder hast, geh zu ihnen und sag ihnen, dass du ein Leben lang finanziell dafür sorgst, dass ihnen niemals die Drogen und der Stoff ausgehen – wenn sie sich vorher diesen Film ansehen und verinnerlichen.

Ich persönlich glaube, danach rührt nie wieder jemand Rauschmittel an, der noch ganz bei Trost ist. Dieses Werk startet relativ harmlos und erliegt dann einem filmischen Rausch, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe: Die Münder der Presse standen offen, ich selbst hatte meine großen Abnormitätsmomente und musste eigentlich während des gesamten Films nur noch mit offenen Mund grinsen und dachte mir: WTF! Richtig so! Einfach richtig so – direkt in die Fresse der konservativen Arschlöcher und immer schlimmer werden lassen. Mal sehen, wieviele rausrennen.

Und ja – das begann bereits bei den ersten Pressevorführungen. Die Menschen können Dinge wie diese nicht ertragen und brechen ihren Coolness-Status lieber, bevor sie sich das zu Ende ansehen und begreifen, worauf man eigentlich hinaus wollte.

Gaspar Noé ist bekannt dafür, die Dinge einfach zu zeigen und keine Wertungen in seinen Filmen zu präsentieren – eine Eigenschaft, von der sich viele Medien ein Stück abschneiden sollten. Diese Wertungsfreiheit macht aus diesem Movie ein einzigartiges Kunstwerk, das eine tatsächlich realisierbare Situation aufstellt und im Blutrausch zerpflückt: Die humanoide Spezies wird in ihre Einzelteile zerlegt, man nimmt ihnen Normalität und Alltag weg und schaut dann einfach, was übrig bleibt. Ein hemmungsloses Bild einer verwüsteten Krankheit in betörend schönen Bildern und einer absurd-geilen Kameraführung, die ebenfalls Blut geleckt hat und aus sich raus will. Und kommt.

Hier sind bereits zu Beginn unverwüstliche Hinweise vergraben, denen man Zeit gibt, sie zu entdecken, bevor es dann im big train auf die Reise geht und man schlussendlich in einer Hölle wieder zu sich kommt, die mehr Wahrheit beinhaltet, als man anfangs glauben mag.

Nach The House That Jack Built der nächste kranke krasse Film, der tiefe Aufrichtigkeit mit sich bringt und den Zuschauer komplett verstört, darum aber umso wichtiger ist und eine immens geile Botschaft beinhaltet.

Ja, ich hab es tierisch gefeiert und dachte mir: Wie kann man nur so etwas krankhaft geiles ins Kino bringen und keiner weiß davon? Es ist hammerhart, wie absurd, weltfremd, gestört, verherrlichend und abnorm die gezeigten Szenen hier sind und mit welcher grazil-evilenten Anmut man dabei an das Zerstörungswerk herantritt, um letztendlich alles bis auf die Knochen abzuschaben und den Menschen in seiner völlig entblößten Psycho-Nacktheit zu zeigen.

Ein Meisterwerk des Nischenkinos, das man gut genug verstecken sollte, damit nur diejenigen Zugriff darauf kriegen, die sich den Inhalt auch geistig verdient haben: Hier mit Unterhaltungswünschen reinzuspazieren wäre der völlig falsche Ansatz und wird mit bloßer Entrüstung bestraft.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Blutrausch psychedelischer Ekstase, die keine Grenzen kennt und keine Wertungen aufstellt: Mit dieser Offenheit kann kaum jemand umgehen.

Gaspar Noé entführt die Menschen in eine durchaus reelle Situation und überlässt sie dann ihrem eigenen Schicksal, in das sie unweigerlich rennen, sobald man ihnen Normalität entreißt: Das Ergebnis ist ein filmischer Rausch, der extrem in seinen Bann zieht und mit Bildern verstört, die sich lange und dauerhaft ins Hirn einbrennen und einen nicht mehr loslassen.

Unbedingt ansehen, wenn man dazu in der Lage ist, diesen Film nicht als “Entertainment” abzutun, sondern sich ausgiebig damit befassen kann. Etwas geileres gibt es derzeit kaum!

Nachspann
❌ hält keine weiteren Szenen bereit.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Climax
Length: 95 Min.
Rate: FSK 16

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Champagner - Macarons
© 2018 Tiberius Film GmbH

 

Hinter diesem unscheinbaren Titel, der fast schon anmutend klingt, steckt ein Film mit sehr viel mehr Potenzial und Lachgarantie, als man im ersten Augenblick erwarten würde. Frankreich – berühmt für gut funktionierende und flächendeckend akzeptierte Komödien – stellt mit Agnès Jaoui eine neue Regisseurin auf den Plan, die ihr Ding mehr als solide meistert und erneut ein Stück abliefert, das sich in Insiderkreisen zum Lieblings-Hit mausern könnte.

Der Cast – bunt zusammengewürfelt – besteht aus den illustren Persönlichkeiten, die sich gemeinschaftlich eine urkomische, zynisch-bissige und überaus freudsame Blöße geben, deren einziger Zweck es ist, den Zuschauer zu belustigen und zu unterhalten und dabei ohne Schwere auch noch ein klein wenig Nachdenklichkeit in den Raum zu werfen, der den Hochgenuss dieser Komödie aber kein einziges Stück trübt.

Man braucht also keine Angst vor tiefsinnigen Trübseligkeiten zu haben, sondern darf sich beschwingt und munter auf die heitere Komödie stürzen und die Kinosäle bis zum Erbrechen füllen, denn das Ding hat es schlichtweg verdient, ein klein wenig finanziell erfolgreich zu sein.

Der Spaß deckt auch sämtliche Generationen ab: Vom jüngsten Spund bis zum ältesten Knacker – alles dabei und für jede Altersschiene die passenden Gags in der Tasche. Und dabei ist man von der jeweiligen “Gegenseite” kaum genervt, denn jeder Charakter macht auf seine Weise Spaß und erheitert das dunkle Gemüt .

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich also wieder mal eine sehenswerte französische Komödie geben möchte, ist mit diesem Titel bestens bedient.

Die Altersklassen sind allesamt abgedeckt, der dunkle Rausch ins Reich der trübseligen Finsternis bleibt aus und die Gags sind erste Sahne, da die Charaktere allesamt herrlich zusammengestellt und auf ihre Weise interessant und spaßig dargestellt werden.

Daumen hoch – hier lohnt es sich wieder mal, den kompletten Freundeskreis zusammenzutrommeln und gemeinschaftlich ins Kino zu gehen!

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abzusitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 18. Oktober 2018

Original Title: Place Publique
Length: 98 Min.
Rate: FSK 6

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Ich stell euch mal zwei Vasen auf den fiktiven Geist-Tisch in euren Köpfen:
Vase 1: Deutsches Kino.
Vase 2: Comedyfilm.
Na, bei wem zieht sich inzwischen alles zusammen? 😉
Jap – genau dieses Problem hat man mit Das Schönste Mädchen der Welt endlich ausgemerzt und einen Movie geschaffen, der sich den Problemen Jugendlicher annimmt und sie in ihrer eigenen Sprache und Machart komplett versteht und so wiedergibt, dass man nicht das permanente Gefühl von Peinlichkeit und Scham hat.
Regisseur Aron Lehmann vollbringt hier die unglaubliche Höchstleistung, in einer deutschen Produktion Schauspieler miteinander zu vereinen, die in Sachen Coolness, Up-2-Date und Vorzeigbarkeit ein bisher ungekanntes Niveau erreichen und den Zuschauer permanent verblüffen.
Und zwar auf allen Gleisen, die es so gibt: Die Sprüche sind geil, die Musik ist der Hammer (und ja, ich steh normalerweise überhaupt nicht auf dieses Genre), die Schauspieler spielen alle sowas von abartig cool, alt und jung, dass man es kaum aushält, diesen Film nur einmal zu sehen und dann warten muss, bis er endlich im regulären Kino läuft und man ihn sich nochmal anschauen kann.
Die Jokes sind erste Sahne, die Zusammengehörigkeit und das Gruppengefühl toppt sogar Fack Ju Göhte und offenbart sich selbst somit als eben jene Trilogie, nur halt “in gut”. Auch für die Kritiker.
Stimmen zum Film waren u.a. “Die ersten 20 Minuten hab ich etwas gebraucht, um warm zu werden, aber dann war er wirklich richtig gut.” – und tatsächlich: Deutschland hat in seinem Kinorepertoire kaum etwas, worauf man a la “Alien Chestbuster” zurückgreifen kann, was dem Zuschauer innerhalb von Sekunden ein komplett bekanntes Phänomen vermittelt, auf das man dann einen Situationskomik-Plot aufbauen kann und muss sich somit erstmal selbst ein Fundament schaffen, auf dem der Reigen dann tanzen kann.
Das Schönste Mädchen der Welt schafft dies und rattert dabei locker alle Gefühls-Wellen ab, die man so kennt und erfasst dabei jeden, der sich in den Saal begeben hat.
Großartig – endlich ein Film, der auf internationalem Niveau vollkommen überzeugen kann und für den man sich als Deutscher kein bisschen schämen muss, quasi das A Clockwork Orange unserer Zeit!
Danke, Tobis, Danke Aron Lehmann!
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartiges Kino über die Generation Jugend, die Sprechen und Benehmen verlernt hat und sich in der großen Übung der Liebe probiert.
Eine deutsche Komödie mit großartigen Schauspielern, einem hervorragenden Plot und zündenden Witzen ist hierzulande eine totale Seltenheit, die bislang jeden berührt hat und auf der Leinwand großartig funktioniert. Endlich fängt’s auch hier an, richtig Laune zu machen und man darf auf weitere Publikationen dieser Art gespannt sein.

 
Nachspann
✅ wenn auch nicht optischer Natur, für einen Lacher reicht’s noch 😉
Kinostart: 6. September 2018
Original Title: Das Schönste Mädchen der Welt
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12

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Melissa McCarthy ist keine A-Bomben-Ikone auf der Leinwand, hat aber ihr eingeschworenes Fan-Publikum und kämpft sich – auch in Hollywood – mit ihrer eigensinnigen Art immer wieder ihre eigene Bühne frei. Ich finde, in letzter Zeit trumpft sie immer bessere Rollen auf und überzeugte seinerzeit in Spy – Susan Cooper Undercover, legt dann mit Ghostbusters: Answer the Call einen drauf und erreicht meiner Meinung nach jetzt in How to Party with Mom ihren Karrierehöhepunkt bislang.
Was ihr für einen erfolgreichen Kinoabend benötigt: Einen Kinosaal, der mit ausreichend gemischtem Publikum gefüllt ist und jede Menge Gute Laune. Der übliche “Hey, wir sind Frauen und wir hauen jetzt so richtig auf die Kacke”-Mist, den man erwartet, kommt nämlich nicht, sondern ein sehr, ich möchte fast schon sagen, ruhiges, reflektiertes und irrsinnig witziges Kinostück, dass diesmal nicht auf “Scheiße bauen” setzt, sondern sich in Dialogvielfalt und Humor übt, der sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronisation zum Schreien geil ist.
Dazu ist anzumerken, dass der Film diese Faszination und Humorgewalt anfangs zwar anteasert, dann aber stückweise aufbaut und erst in der zweiten Hälfte so richtig auf die Zwölf haut und alles mögliche rauslässt, ohne dabei in irgendeiner Form beschämend und lächerlich zu werden.
Was dabei ebenfalls unglaublich gut passt, ist die Zusammenstellung der Protagonisten, die allesamt herrlich schräg sind und ihre ganz eigenen Macken mit in die Runde werfen, daraus entspringt ein mega sympathisches Frauenteam, dem hier Tor und Tür geöffnet wurde, um sich einfach mal herzlichst ausleben zu dürfen.
Selbst die teils verbissenen Pressemenschen hatten während der Vorführung stellenweise ihren Spaß und beim Publikum während der Sneak Preview kam der Film irre gut an. Man sollte also dem Wesen von McCarthy schon ein klein wenig aufgeschlosen sein, wenn man sich dann aber darauf einlässt, wird’s ein herrlicher Abend mit vielen Lachern und wunderbaren Gags.
 

.kinoticket-Empfehlung: Beste Unterhaltung basierend auf tollen Dialogen und Wortwitz, der mit Schlagfertigkeit und subtiler Verdorbenheit punktet und im Frauengespann wahnsinnig Spaß macht!
Melissa McCarthy landet meiner Meinung nach hier einen richtigen Hit und toppt ihre eigenen Filme um Längen. Auch das Drumrum passt alles. Damit hat man einen “Partyfilm”, der so vollständig anders als seine Kollegen daherkommt und auf der großen Leinwand in gefüllten Sälen unfassbar viel Spaß macht. Also ladet eure Freunde und Familie ein, besorgt euch zu Futtern und genießt dann einen unbeschwert geilen Abend gemeinsam im Kino eurer Wahl.

 
Nachspann
❌ abwarten lohnt sich nicht, my Darling!
Kinostart: 5. Juli 2018

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Also ich hab’s jetzt echt lange vor mir her geschoben und auch probiert, den Film nochmal mit “normalem Publikum” zu schauen, um zu sehen, wie die Reaktionen da ausfallen.
Einnahmen, Besucheranzahl und Erfolg in den USA sprechen ja eine ganz klare Sprache: Ich steh da wohl allein auf weiter Flur, wenn ich behaupte, dass das der schlechteste Film überhaupt ist, den ich je gesehen habe.
Soll ich spoilern und mich über all das aufregen, dass keinen Sinn ergibt und dazu anstiftet, womöglich noch in den Tod geführt zu werden? Oder andere Presseleute mit “Der war ja echt mal absolut unterirdisch schlecht” zitieren?
Ich hab echt keine Ahnung, was einen dazu bringt, so etwas zu verfilmen – und ich verstehe genauso wenig, wie solch ein Film es zu Erfolg in den USA bringen kann. Naja okay, die haben auch Trump gewählt … lassen wir das.
Es gibt doch manchmal so Szenen, wo eine alte, monstermäßig übergewichtige Frau mit Hautlappen auf einmal die Hosen runterlässt und mitten auf dem Gehsteig einen Haufen hinsetzt. Man stelle sich dies mit Nahaufnahme auf ihr Arschloch vor und fühle das Fremdschämen und den Ekel, der einen überzieht, sobald man solch einer Szene innewohnt.
Ungefähr das gleiche Gefühl vor Fremdscham und Ekel hat mich den ganzen Film über begleitet. Ich fand daran nichts witzig, nichts komisch, nichts nachahmenswert oder unterhaltsam, sondern die Show von Anfang an einfach nur peinlich!
Das fängt schon mit den Charakterinszenierungen an, die zum Großteil tatsächlich von rühmlicher Herkunft sind, deren strunze Doofheit nicht nur zum Himmel schreit, sondern an dessen Pforten abprallt und tief im Erdboden endlich zum stumpfen Erliegen kommt.
Ja, natürlich kann man sich anziehen, wie man will. Natürlich braucht man nicht auf sich achten. Natürlich kann man Helikoptermami sein und dann der Meinung, nichts geht. Die fadenlose Willkür, mit der man seine innere Ausrichtung dann aber minütlich dem Nicht-Takt des Plots anpasst, um mal das eine, mal das andere Extrem widerzuspiegeln, schreit zum Himmel … prallt daran… lassen wir das.
Wenn jemand erfährt, dass das wichtigste und wertvollste im Leben auf einmal weg sein soll und man sich dann dazu entschließt, dass man “so jung nimmer zamkommt” und man sich stattdessen lieber besaufen sollte, dann zeugt das für mich als unvorteilhaftes Beispiel einer Generation, die weder Kunst, noch Verstand, noch Hirn, noch Mut, noch Lebenswillen oder Ziele hat, sondern gleicht den Leichen, die mir in meinem Job als Kellner oftmals zu unchristlicher Stunde reihenweise die Stufen zu den Schlafsälen vollkotzen und damit das große Bild der Dichter und Denker in ihrer Schande vervollkommnen.
Da hilft auch kein Promi mehr was, der – eigentlich als Vorbild gedacht – jetzt auf einmal dasteht und sich selbst die Kante gibt, wo jeder normal denkende Bürger sich facepalmend an die Stirn greift und denkt: Na toll, und was hast du jetzt davon? Ist das Spaß?
Diese Unmoral gipfelt schließlich in selbst verschuldeten Schlägereien, Lügen, erbärmlichen Auseinandersetzungen und völliger Sinnlosigkeit, um zuletzt von einer rührenden… achja, ich wollte ja nicht spoilern. Tut mir leid.
Auf jeden Fall krieg ich so eine Wut, wenn ich sehe, wie verblödet und dumm dieser Plot dasteht und was man aus einer Kultur wirklich zu schaffen imstande ist und dann noch als kapitalen Erfolg verkauft kriegt.
Man wünscht sich fast, die Apokalypse bräche herein und Gott käme vom Himmel gestiegen und würde auf dem Sauhaufen hier unten endlich mal aufräumen und die in die Hölle schicken, die es verdient hätten. Jigsaw, wo bist du, wenn man dich mal ernsthaft braucht?
Okay okay, ich will nicht negativ sein … das will doch keiner lesen. Also suchen wir positives.
Und ehrlich: Das hab ich auch seit Wochen getan! Ich habe ernsthafte (!) Gespräche darüber geführt, für wen dieser Film geeignet sein könnte. Alte Frauen, die sich in ihre Partyzeit zurücksehnen und komabesoffen nochmal “ausgehen” möchten, obwohl sie ihre Glieder gar nicht mehr bewegen können?
Schwarze? Ich bin niemals in deren Kultur gewesen und verstehe sie daher nicht – und würde mir als Kritiker niemals anmaßen, darüber zu urteilen oder etwas darüber zu sagen.
Das Partyvolk? Für die ist doch der Preis für solch ein Ticket viel zu schade, dass man genauso gut in eine Pulle Bier investieren kann, die man anschließend mit viel Spaß und jeder Menge Handyvideos meistbietend wieder aus sich raus kotzen kann.
Ich weiß es nicht. Positiv … achja, positiv … ähm…
Okay, also: Die Frauen sehen gut aus. Wirklich. Sie sehen verdammt gut aus! Jede von ihnen!
Würde man mich zwingen, mit einer dieser Schnapsleichen ins Bett steigen zu müssen, würde es nicht am Aussehen scheitern. Tolle Frisuren, tolle Haut, tolle Klamotten und perfektes Aussehen. Aber wer geht denn bitteschön nur ins Kino, weil die Weiber geil aussehe…. ach vergesst es!
 

.kinoticket-Empfehlung: Stellt euch ein Arthaus-Meisterwerk mit immensem Anspruch vor, setzt ein Minuszeichen davor und steigt nochmal ein paar Dimensionen weiter ab.
Dazu eine Prise Sinnlosigkeit, Unlogik, fehlende Konsequenz, absolute Peinlichkeit und Fremdscham am obersten Limit: Fertig ist Girls Trip.
Für mich der schlechteste Film, über den ich jemals geschrieben habe. Für euch wohl einer der größten Erfolge des Jahres… oder erklärt mir wer die 137 Millionen Einnahmen bislang?

 
Nachspann
kommt nicht wirklich mehr was, wenn man nicht gleich aufspringt und davon rennt.
Kinostart: liegt gottseidank hinter uns … äh … sorry: 30. November 2017

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Jetzt habt ihr mich: Da heule ich die ganze Zeit der Welt vor, wie schlecht und vorhersehbar und unterhaltungstechnisch langweilig Filme von Blumhouse Productions sind und dann bringt man mal eben Happy Deathday raus und glänzt in allen Punkten mit überraschend positiven Werten.
Wer den .trailer sieht oder etwas länger aufs Filmplakat schaut und dort etwas aufschnappt, der kann sich zwar denken, wohin die Reise gehen soll, dass dann aber der Film im Kino trotzdem nicht langweilig wird, sondern man gespannt und bravourös unterhalten wird, hätte ich in der Zusammensetzung nicht gedacht.
Und das bei einem Wiederholungstäter, wo die Einfallslosigkeit ja quasi schon vorprogrammiert ist. Die Hommage an den Klassiker ist unverkennbar, die Umsetzung auf tödlicher Basis aber umso gelungener – so dass nicht nur bekannte Elemente zu einem neuen Twist zusammengefädelt werden, sondern man auch gleichzeitig noch einen bis dahin selten so charmant erlebten Humor eingewebt hat, der vor Sympathie und Ausstrahlung glänzt und die Figuren nochmal ein wenig näher bringt.
Und da lobe ich mir die Kreativität, das Herzblut und die Hingabe, die man der Hauptdarstellerin angedeihen ließ und mit der man sie in die immergleiche Geschichte schickt, die für den Zuschauer dadurch trotzdem niemals langweilig wird.
Dass auch hier wieder mit ganz normalen Mitteln vom Hauptziel abgelenkt werden will, steht außer Frage – dafür nutzt man aber nicht die langweilige Methode, sondern spendiert ein paar Überraschungen, die echt erfreulich waren und den Film damit zu einem der besten “Horror”-Filme dieses Jahres machen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Von allen Filmen, für die Blumhouse Productions in den letzten Jahren verantwortlich gewesen ist, liefert der mit Abstand das überraschendste Ergebnis und verblüfft in jederlei Hinsicht mit einer bislang unbekannten Ernsthaftigkeit und Professionalität.
Der Zuschauer wird nicht mehr durch Vorhersehbarkeit geplagt, sondern erhält die beste Unterhaltung mit erstaunlich wenig Punkten, an die man anecken könnte.
Bravo – weiter so, dann gewinnt ihr mich noch zum Fan!

 
Nachspann
kommt keiner, außer den üblichen Namensnennungen.
Kinostart: 16. November 2017

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Nach langer Zeit gibt’s endlich mal wieder den .trailer-Sonntag, heute aus dem Hause Concorde.
 
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=3KGvdZ1m0Jc&w=560&h=315]
Schulspaß präsentiert von © 2017 Concorde Filmverleih GmbH
 
Warum man den Film gesehen haben sollte
Bereits der erste Teil zeugte davon, dass Schule nicht ausschließlich langweilig und doof sein muss, sondern fetzige Gaudi und spannendes Lernen sich gegenseitig nicht ausschließen.
Bereits im .trailer wird angekündigt, dass auch hier wieder jede Menge neue Ideen, viel Turbulenz und frischer Wind in die coolste Schule Deutschlands katapultiert wird und man den Freudenfaktor aus dem Vorgänger durchaus aufrecht erhalten will.
Ich für meinen Teil freue mich auf den
Kinostart: 7. Dezember 2017

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Ich weiß nicht, womit sich Scarlett Johansson dazu hinreißen ließ, diese Rolle zu verkörpern. Bereits in Mädelstrip zeigte man die neue Marotte, jetzt altbekannte Hangover-Elemente derart ins Extrem zu prügeln. Irgendwie beginnt alles relativ normal und spitzt sich dann derart überdreht zu, dass es jedwede Glaubwürdigkeit und somit auch jederlei Anspruch verliert, den man als intellektuell bewanderter Kinozuschauer gerne mal mit in den Saal bringt.
Ich weiß generell nicht, was das soll. Bereits in Office Christmas Party, der unter dem Titel Dirty Office Party derzeit in den Regalen zu finden ist (was der Schwachsinn soll, erklär mir mal einer), hat man damit begonnen, eine dieser “unverwüstlichen Partys” zu feiern, bei denen alles noch so herrlich abgedreht erscheinen soll, was sich zuletzt jedoch nur als Babysturm im Kindergarten-Wasserglas entpuppt.
Genau die gleichen Ambitionen entwickelt Girls’ Night Out: Was eine durchaus interessante Story hätte werden können, wird durch seine konsequenzlose Belanglosigkeit zu einem derben Niedergang der Partykultur, die man mit solchen Filmen scheinbar am Leben erhalten will. Dass der Patient jedoch schon von Anfang an bereits längst tot ist, hat bisher wohl noch niemand bemerkt.
Der Tagesspiegel feiert den Streifen als Hoffnungsträger, dass in Hollywood nun doch noch die Frauen-Gleichberechtigungsnorm angekommen zu sein scheint, die Einspielergebnisse erzählen jedoch eher eine völlig andere Story: Nämlich, dass man sich dermaßen blamiert und der gekünstelte Dreck keineswegs erfolgversprechende Ergebnisse liefern kann, die den Zuschauer auch tatsächlich unterhalten.
Vielleicht sollte ich den Titel mal dazu nutzen, um meinen Unmut über die immer mehr eintretenden Schwachsinnspolitologen vom Stapel zu lassen, denn mir geht diese ganze Gleichberechtigungsscheiße echt langsam auf die Eier. Und zwar nicht in Form von “Frauen an den Herd” oder ähnlichem Schwachsinn, den man ursprünglich einmal zu Recht bekämpfen wollte.
Dieses Thema ist so dermaßen ins Falsche verkehrt worden, dass es langsam einfach keinen Spaß mehr macht. Ja, ich begrüße es, wenn Frauen wie Jennifer Lawrence, Jessica Chastain oder Emily Blunt über die Leinwand huschen und man ihnen sämtliche Hauptrollen verpasst, die man möchte. Frauen sind großartige Menschen, großartige Schauspieler und – genau wie bei den Männern auch – sind viele mit Talenten gesegnet, die in der Welt längst nicht so gewürdigt wurden, wie man es hätte tun sollen. An dieser Stelle: Gleichberechtigung: Ja.
Was ich allerdings absolut verachte, ist dieser zwanghaft auferlegte, gesetzesmäßige Schwachsinn von “Frauenquoten” und dem ganzen Mist, der per Definition verlangt, dass man jetzt alles und jeden auch nochmal in weiblich herstellen muss. Und da gehören solche Filme für mich dazu.
Meine Güte, wenn jemand etwas gut kann, dann würdigt ihn oder sie dafür. Es ist okay. Aber jetzt zu sagen: “Hey, das ist zwar absoluter Bockmist, den du da verzapft hast und es ist einfach nur peinlich und zum Fremdschämen, aber weil du ja eine Frau bist, verzeihen wir dir und machen daraus jetzt einen Riesenhit” – was bitte soll der Schwachsinn? Wenn jemand etwas gut gemacht hat – Lob verdient, wenn jemand etwas scheiße gemacht hat, dann sagt es bitteschön auch und stört euch dabei nicht an irgendeiner Frauenquote.
Und Girls’ Night Out war scheiße. Er war unwitzig, ist absolut ohne Moral, trägt weder mit Wissen oder Bildung zur Erweiterung des Geistes bei noch unterstützt er in irgendeiner Form Unterhaltung und dient damit zur Freizeitgestaltung. Und dabei ist mir egal, ob dieser Film den Bechdel-Test bestanden hat oder nicht – das hat Mad Max: Fury Road auch und den habe ich gefeiert. Unter anderem wegen seiner starken, weiblichen Rollen.
Wer großartige Frauenrollen sehen will, der sollte dann wohl eher zu Miss Sloane – Die Erfindung der Wahrheit, Passengers oder Sicario greifen, denn: Dort spielen auch Frauen und das ohne Ausnahme herausragend!
 

.kinoticket-Empfehlung: Selten einen so jämmerlichen Schwachsinn gesehen, der für mich keinerlei Relevanz oder Bedeutung hat.
Es ist erbärmlich, so einen Film als Hoffnungsträger für Gleichberechtigung hinzustellen, denn die Show entbehrt jedweder Glaubwürdigkeit und ist für mich ein Paradebeispiel für nicht gelungene Comedy. Ein Aushängeschild dafür, weshalb ich Comedyfilme generell verachte und mich oft so weit wie nur irgend möglich von ihnen fern halte.
Weg damit!

 
Nachspann
lohnt sich in dem Sinne, wenn man bis dahin durchgehalten hat, denn hier kommt noch einiges.

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Laut Titel bin ich schon mal per Definition das falsche Publikum. Dazu kommt, dass ich mich alkoholfrei durchs Leben bewege und damit den Sinn für Humor an manchen Stellen wohl nicht so sehr aufbringen kann, wie manch einer das gerne öfters mal hätte.
Böse Zungen könnten behaupten, dass Mädelstrip nur auf Stoff zu ertragen ist, ich denke jedoch, dass ich wirklich eher das ungeeignete Zielpublikum darstelle, weil’s nicht nur da hakt, sondern ich auch meine lieben Schwierigkeiten mit Amy Schumer habe. Keine Ahnung, ich werde nicht warm mit ihr, der Humor ist mir zu platt, ihre Art finde ich absolut unsympathisch.
Dann eine neutrale Kritik über einen Film zu schreiben… unmöglich. Aber Gottseidank ist .kinoticket-blog.de ja keineswegs neutral, sondern absolut parteiergreifend subjektiv, was mir die Chance eröffnet, hier ehrliche Worte zu sprechen – was meine Person angeht.
Ich hätte den Film gerne in einer Ladies Night gesehen, wenn der Saal mit unzähligen Damen voll ist, und dabei die Reaktionen und Feedbacks der Damen konsumiert. Und das dann gerne in die Bewertung mit aufgenommen. Aber da die erst am Mittwoch starten und ich an dem Tag anderweitig beschäftigt bin (seid gespannt!), verzichten wir eben darauf und begnügen uns mit der Meinung, die mir nach der Pressevorführung geblieben ist.
Ich war im höchsten Maße verwirrt. Der Film startet genretypisch in Erfüllung der Erwartungen, die man an eben einen solchen Streifen setzt und erhält dann im Laufe der Zeit ein paar ziemlich untypische Wendungen, die daraus etwas… verwirrendes gestalten.
Zugegeben, ich hatte zwischendrin wirklich meinen Spaß und einige Szenen sind tatsächlich zum Brüllen komisch, jedoch erschließt sich mir die Gesamthandlung nicht wirklich, woran das auch immer liegen mag. Fehlenden, weiblichen Genen? Falsche Zielgruppe? Zu blöd? Zu anders gestrickt? Zu wenig im befreiten Mainstream zu Hause?
Keine Ahnung. Die Idee ist auf jeden Fall super und wird auch an vielen Stellen ordentlich ausgeschmückt, jedoch empfand ich das Ende als unbefriedigend und zu wenig aufschlussreich. Wie oben schon erwähnt: Auf Stoff und mit den richtigen Mädels zu Hause könnte das durchaus Spaß machen, aber dafür bin ich absolut nicht der Typ ^^.
Ich würde sagen, man sollte sich einfach den Trailer zu Gemüte führen und danach entscheiden, denn der bringt die Seele des Films ziemlich gut rüber. Überraschungen und trickreiche Wendungen bleiben danach noch genügend übrig, um auch während dem Film seinen Spaß zu haben, wenn man in die Zielgruppe dieser Art Humor passt. Ich persönlich tu genau das nicht und hake es damit als Erfahrung ab.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte Amy Schumer lieben und dem Trailer gegenüber absolut aufgeschlossen sein, dann wird’s ein super Filmabend mit den Freundinnen.
Ansonsten bleibt eine trickreiche Verwirrungsaktion, zu der ich keine richtigen Worte finde, da ich mit dieser Art Film persönlich einfach überhaupt nichts anfangen kann.
Ihn deshalb jetzt aber schlecht zu bewerten, halte ich genauso für falsch, da mit Sicherheit seine Abnehmerschaft existiert und die hier auch gnadenlos bedient werden.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also vorzeitig abbrechen und rausrennen.
Kinostart: 15. Juni 2017

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Innovationen wie diese haben sich längst ihren Status als Klassiker auf dem Filmtreppchen einprägsamer Filme verdient und brauchen deshalb keine Neuauflagen, die so wirken, als hätte jemand den innigen Wunsch, von der Liebe zur Thematik ein Stück vom Kuchen abzukriegen.
Genau diese Ambitionen könnte man den Machern unterstellen, die ein Thema gewählt haben, dass schwer durch eigene Inspiration gefüttert werden kann, wenn es auf dem Markt bereits unangefochtene Alltime-Klassiker wie das Paradebeispiel schlechthin gibt. Im Wahn der Neuauflagen sämtlicher je kommerziell funktioniert habender Streifen war es nur eine Frage der Zeit, bis man sich auch diesen Themas erneut filmisch annehmen und es aufbereitet zurück auf die Leinwand holen würde.
Dass man sich jetzt für völlig andere Generationen mit einer grundlegend neuen Ausgangslage entschieden hat, die jedoch die gleichen, martialischen Auswirkungen auf den Zuschauer projizieren und eine schlichtweg konsequente, vorhersehbare und damit unnötige Pointe generieren, die sich nur absoluten Kino-Neulingen als bahnbrechend erweist, hilft meiner Meinung nach auch nicht sonderlich dabei, diesen Film auf ein episches Niveau zu heben, auf dem es seinem stillen Vorbild Konkurrenz machen würde.
Natürlich bewegt man sich hier auf erzählerisch absolut nahrhaftem Boden, der förmlich danach schreit, mit Witz, Kreativität und geistiger Inspiration gefüllt zu werden, doch genau diese Faktoren hält man seitens der Produktion stillschweigend zurück und offenbart damit ein etwas lustloses, spaßarmes und unaufgeregtes Stück Moralgeschichte, dass vielleicht beabsichtigt, mit seiner Konklusion die Jugend wie einen Hammerschlag zu treffen, dabei aber mit selbigen niemals auf der Schlagfläche aufkommt, um den nötigen Wow-Effekt zu erzielen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zurückhaltende Interpretation eines Filmklassikers, den wir alle gesehen und geliebt haben.
Dem Werk fehlt meiner Meinung nach der gewisse Kick, um seine Existenzberechtigung gegenüber dem großen Vorbild zu beweisen. Die Story plätschert still vor sich hin und bietet ausschließlich der neuen Generation etwas bisher nie Dagewesenes, dass zu sehen sich lohnt.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, nach dem Schlussknall ist dann auch wirklich Schluss, egal, wieviel Text noch folgt.

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